Schneeflocken auf dem Sauerteigbrot

„Das hatten wir noch nie, dass es am ersten Backtag eines Jahres dicke Flocken schneite“, meinte Gundolf Reh schmunzelnd. Er stand zusammen mit Dieter Kunkel am Backhaus auf der Hofwiese und holte an zwei Tagen leckere 72 Kilo Sauerteigbrot aus der Glut. Die Aktiven des Museums- und Heimatvereins zogen dieses Mal zusammen mit den Überwälder Landfrauen und dem kompletten Equipment in die Tenne, um so ein Dach über dem Kopf zu haben.

Trotz des unwirtlichen Wetters freute man sich über einen regen Besuch von hungrigen Mäulern. Es waren zwar nicht „die Massen an Leuten“ wie sonst, beobachtete Reh, aber gekauft wurde trotzdem wie immer. „Nur ein Brot blieb übrig, das habe ich mitgenommen“, sagte der Vorsitzende lächelnd. Zu den Zweipfündern werden selbstgemachte Marmeladen, aber auch Kochkäse nach einem eigenen Rezept angeboten, sodass sich das Sauerteigbrot gleich vor Ort genießen lässt. Dazu wird Kaffee ausgeschenkt.

Bis auf 330 Grad heizt sich der Ofen beim Einschießen hoch, um sich dann innerhalb einer Stunde wieder auf 220 Grad abzukühlen. Drei Stunden dauert es, bis das Holz verbrannt und die Glut entstanden ist. Dann geht es daran, alles auszuräumen und zu putzen. Eine Stunde sind die 36 Laib Brot im Ofen, ehe sie dann von Reh normalerweise im Schweiße seines Angesichts rausgeholt werden. Dieses Mal wurde er um den warmen Arbeitsplatz beneidet. Ein Privatmann kam zusätzlich mit zehn Brotlaiben aus verschiedenen Teigsorten vorbei, die kurzerhand ebenfalls gebacken wurde.

Schon am Abend vorher saß man gemütlich zusammen, als die ersten 36 Sauerteigbrote im Backhaus über sich hinaus wuchsen. Die kann man auch ohne Probleme zuhause machen. Benötigt wird nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekommt – oder bei Bäcker Lipp wie die Akteure des Backtags. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. „Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert Reh. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Der Kuchenteig ist selbst gemacht. Dazu stehen die Landfrauen um halb 6 auf und legen los. Das Backen auf traditionelle Art und Weise ist begehrt, wie der Andrang zeigt. Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war, wird heute je nach Jahreszeit frisch belegt und bei 170 Grad gebacken. Die 120 Stück Riwwelkuchen und Apfelstreusel wurden wie üblich ratzeputz verkauft. Aus dem wieder aufgelegten Buch „Wolters Hefeteig“ mit Rezepten von Lore Walter hatte Anneliese Daub außerdem ein Rezept mit süßem Hefeteig herausgesucht und daraus ein paar leckere Zuckerguss-Knoten gezaubert.

Das Buch war längere Zeit vergriffen, aber es gab immer wieder die Nachfrage. Deshalb trat der Museums- und Heimatverein an die Gemeinde zwecks einer Neuauflage heran. Auf dem Großkopierer im Rathaus entstanden so die Broschüren in Spiralbindung, die dort und im Überwald-Museum zu den normalen Öffnungszeiten für drei Euro erhältlich sind. Auch beim Backtag wurde „ein ganzer Stapel verkauft“, freute sich Reh.

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Backtage Wald-Michelbach: „Der Zulauf war in diesem Jahr viel stärker als 2017“

Egal wie viel Sauerteigbrot Gundolf Reh und Dieter Kunkel backen, es wird ihnen immer bis zum letzten Krümel aus den Händen gerissen. Zum Abschluss der diesjährigen Backsaison war es mit 108 Kilo, also 108 Brotlaiben, sogar die doppelte Menge gegenüber sonst. Es half alles nichts, schmunzelte Reh: Knappe fünf Minuten nachdem die wohlschmeckenden Doppelpfünder aus dem Backhaus auf der Hofwiese gekommen waren, waren sie schon verkauft. Mit den Kuchen der Landfrauen verlief es ähnlich. Ein erfolgreicher Abschluss einer sowieso sehr guten Saison.

Wenn Heimat- und Museumsverein sowie die Überwälder Landfrauen zu ihrem Backtag rufen, können sie sich sicher sein, dass Brote und Kuchen weg gehen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. So war es auch wieder beim letzten Backtag am Einhaus in diesem Jahr, der zusammen mit dem Regionalmarkt auf der Hofwiese stattfand. Um die 600 Kilo Sauerteig-Brotlaibe zu je einem Kilo wurden in diesem Jahr an sieben Terminen gebacken, rechnete Gundolf Reh aus. 72 Kilo waren es „im Normalfall“ an jedem Backtag.

Das herrliche Wetter in diesem Jahr trug zur großen Nachfrage bei. Die Draisinengäste sorgten bereits zum Start am Freitag für guten Besuch. Wenn abends die erste lecker riechende Fuhre produziert wird, „kommen bereits Besucher“, weiß der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins. Die Mund-zu-Mund-Propaganda wirkt, dann inzwischen stellt er Besucher aus einem Umkreis von 50 Kilometern und mehr fest. Dazu kommen etliche Wanderer, die auf der Hofwiese Station machen. „Der Zulauf war in diesem Jahr viel stärker als 2017“, beobachtete Reh.

Der Überwald schien an diesem Tag absolut ausgehungert zu sein. Bereits um 5 Uhr morgens schritt Dieter Kunkel wieder zur Tat, nachdem Reh am Vortag noch bis 23.30 Uhr vor Ort war, um die Rückkehrer der Nachtwächterführung zu verköstigen. Nachdem die mehr als 120 Stück Riwwel- und Apfelstreuselkuchen aus dem Ofen waren, gab es später noch Pizza, als ab 12 Uhr das Begegnungscafé stattfand. „Im April 2019 geht’s weiter“, hatte Reh als Trost für all die parat, die dieses Mal nicht zum Zuge kamen.

Da der Backofen einige Zeit zum Vorheizen braucht, wird er schon am Vortag angeworfen. Zweieinhalb Stunden dauert die Befeuerung mit Holz, dann ist die komplette Ladung drin. So wird der Ofen am ersten Tag auf 560 Grad vorgeheizt, ehe er wieder runterkühlt, damit die Zweipfünder-Brote reingeschoben werden können. Wenn die Schamottsteine weiß werden, ist die richtige Hitze erreicht.

Wofür die Bäcker in früheren Zeiten durch die häufige Arbeit damit schon ein Gefühl hatten, muss heute erst noch einmal sorgfältig geprüft werden: mit einer Zeitung. „Wenn die verbrennt, ist der Ofen zu heiß.“ Sie darf nur schwarz werden. Dann, bei 280 Grad, kommen die Sauerteigbrote rein. Der besondere Geschmack entsteht unter anderem durch die beim Backprozess absinkende Temperatur.

„Die Sauerteigbrote kann man auch ohne Probleme zuhause machen“, sagt Dieter Kunkel. Benötigt wird nur der Natursauerteig (nach dem Rezept von 1872) zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekommt – oder bei einem Bäcker, der noch damit arbeitet. Im Wald-Michelbacher Fall ist das Lipp. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. „Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert er. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Bei den Überwälder Landfrauen ist man immer sehr zufrieden mit der Resonanz. „Das macht ja dann auch viel Spaß, wenn der Kuchen so gut ankommt“, sagt Gertrud Strauch. Neben dem kompletten Vorstand sind immer auch ein paar zusätzliche Helferinnen dabei. Anita Jäger und Cäcilia Weihrauch waren an diesem Tag für den Teig zuständig, Herta Walter kümmerte sich um den Kochkäse und die Kuchen-Obstauflagen, Helga Klos um die Streusel und Waltraud Schafhauser um Kaffee und Brote.

Die sechs Damen hatten alle Hände voll tun. Der Kuchenteig ist selbst gemacht. Dazu wird dann um am Anbacktag um halb 6 aufgestanden und losgelegt. Butterstreusel ist der Klassiker, je nach Jahreszeit kommen dann ein paar andere fruchtige Beläge dazu. Das können neben Apfel (wie jetzt) auch Rhabarber, Zwetschge und Sauerkirsch sein. „Die Leute sagen: Unser Kuchen ist der beste“, freut sich Strauch über die vielen positiven Rückmeldungen. „Frischer Streuselkuchen schmeckt halt auch immer gut“, weiß sie. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Gertrud Strauch. Sollte mal jemand ausfallen, findet sie sofort Ersatz.

Zum Brot werden selbstgemachte Marmeladen, aber auch Kochkäse nach einem eigenen Rezept („auf jeden Fall kein Magerquark“, der Rest ist geheim…) angeboten, sodass sich das Sauerteigbrot gleich vor Ort genießen lässt. Die „Schlange quer über den Platz“ zeigt, wie begehrt das Backen auf traditionelle Art und Weise ist.

„Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war“, wird heute von den Landfrauen je nach Jahreszeit frisch belegt und dann im Ofen am Einhaus bei 170 Grad gebacken. Die „tollen Rezepte“ stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen.

Kuchen und Brote sind beim Wald-Michelbacher Backtag ruckzuck verkauft

Wenn Heimat- und Museumsverein zusammen mit den Überwälder Landfrauen zum Backtag am Einhaus einlädt, dann kann er sich der gewaltigen Resonanz sicher sein. Am Samstagmorgen gab es ein ähnliches Bild wie bei vergangenen Terminen. Natursauerteigbrot und Riwwelkuchen (mit Rhabarber) wurden den Verkäuferinnen aus den Händen gerissen. 36 Kilo Brot gingen innerhalb  von fünf Minuten über die Theke.

Vorsitzender Gundolf Reh kümmerte sich um den Steinofen und zauberte schon am Freitagabend weitere 36 wohlschmeckende Laib Sauerteigbrot aus ihm hervor. Die gingen schon beim Start der ersten Nachtwächterführung von Theo Reichert, aber noch mehr am Samstagvormittag weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Als die Brote draußen waren, kamen drei große Bleche mit Riwwelkuchen und Rhabarbar rein. Da man eine größere Gruppe erwartete, kamen dieses Mal sogar noch zwei kleinere Bleche dazu. Auch die waren schon kurz nach dem Mittag komplett geputzt. Die Landfrauen hatten ihn wie üblich eigenhändig nach altem Rezept zubereitet und belegt.

Für den Teig waren Anita Jäger und Cäcilia Weihrauch zuständig. Sechs Kilo Mehl verarbeiteten sie nach einem alten Rezept von Lore Walter. Den Rhabarber putzte und schnitt Herta Walter. Helga Klos kümmerte sich um die Streusel. Mit weiteren zwei Helferinnen, Waltraud Schafhauser und Adelheid Staat, stemmten sich die Landfrauen schließlich dem Ansturm entgegen, der sofort einsetzte, als der Ofen geöffnet wurde. Auch Draisinenfahrer schauten wieder vorbei.

Zu den Zweipfündern werden selbstgemachte Marmeladen, aber auch Kochkäse nach einem eigenen Rezept angeboten, sodass sich das Sauerteigbrot gleich vor Ort genießen lässt. Der Kuchenteig ist selbst gemacht. Dazu wird dann um halb 6 aufgestanden und losgelegt. Die „Schlange quer über den Platz“ zeigt, wie begehrt das Backen auf traditionelle Art und Weise ist. „Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war“, wird heute von den Landfrauen je nach Jahreszeit frisch belegt und bei 170 Grad gebacken.

Die „tollen Rezepte“ stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen. Dass die Rezepte auch in heutiger Zeit ankommen, macht der reißende Absatz deutlich.

Für Gundolf Reh hatte der Wochenend-Einsatz bereits am Freitagnachmittag begonnen. Um 14.15 Uhr hatte er den Ofen am Backhaus erstmals angeworfen und mit Holz befeuert. Bis auf 330 Grad heizt er sich beim Einschießen hoch, um sich dann innerhalb einer Stunde wieder auf 220 Grad abzukühlen. Drei Stunden dauert es, bis das Holz verbrannt und die Glut entstanden ist. Dann geht es daran, alles auszuräumen und zu putzen.

Eine Stunde sind die 36 Laib Brot im Ofen, ehe sie dann von Reh im Schweiße seines Angesichts rausgeholt werden. Am Samstagmorgen dann das gleiche Spiel. Um 7.15 Uhr ging es für den Vereinsvorsitzenden los. Die Sauerteigbrote kann man auch ohne Probleme zuhause machen. Benötigt wird nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekommt – oder bei Bäcker Lipp wie die Akteure des Backtags. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. „Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert er. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Die fest installierte Bank war am Samstag mit Ausflüglern ständig besetzt. Viele ließen es sich bei frischem Brot mit Kochkäse oder Marmelade sowie einem Stück leckeren Kuchen gut gehen und genossen die Gastfreundschaft der Landfrauen, die dazu auch Kaffee ausschenkten. Die vorbereiteten Bierbankgarnituren reichten für den Ansturm kaum aus.

Bereits am Freitagabend hatte sich eine große Gruppe von Gästen eingefunden. Während die Nachtwächterführung etwas schwächer aus sonst besetzt war, saßen umso mehr Besucher am wärmenden Backhaus. „Wir haben vier Laibe aufgeschnitten“, meinte Reh. Bestimmt um die 30 Leute machten es sich bis kurz vor Mitternacht gemütlich. Als dann Theo Reichert mit den Gästen seiner Nachwächterführung zurückkam, rutschte man direkt vor dem Ofen zusammen. „Ich habe die Klappe aufgemacht und dann war es mollig warm“, lachte Gundolf Reh.

Beim Wald-Michelbacher Backtag stehen die Schleckermäuler Schlange

Wenn Heimat- und Museumsverein sowie die Überwälder Landfrauen zu ihrem Backtag rufen, können sie sich sicher sein, dass Brote und Kuchen weg gehen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. So war es auch wieder beim letzten Backtag am Einhaus in diesem Jahr, der zusammen mit dem Regionalmarkt auf der Hofwiese stattfand. 540 Sauerteig-Brotlaibe zu je einem Kilo wurden in diesem Jahr an sieben Terminen gebacken, rechnete Dieter Kunkel aus. Er stand an diesem Tag am Ofen.

„Mehr als 100 Laib Brot und drei Kuchenbleche mit zusammen 120 Stück“ fanden reißenden Absatz. Dieses Mal, schmunzelte Kunkel, „haben wir die Kuchenabgabe auf vier Stück rationiert“. Denn die Schlange war so lang, dass man den hinteren Reihen auch noch etwas Streusel- oder Apfelstreusel-Genuss ermöglichen wollte. Trotzdem: „In zehn Minuten war alles weg“, schien der Überwald an diesem Tag absolut ausgehungert zu sein.

Drei Brotchargen à je 36 Stück produziert Kunkel. Auch hier galt: Wer zu spät kam, musste Hunger leiden. „Fünf Minuten und die Tische waren leer“, war Dieter Kunkel auch später noch baff erstaunt über den Kohldampf der Gäste. Am Nachmittag gab es dann noch Flammkuchen, von dem die Vorräte nicht so schnell aufgebraucht wurden. „Im April 2018 geht’s weiter“, hatte er als Trost für all die parat, die dieses Mal nicht zum Zuge kamen.

Da der Backofen einige Zeit zum Vorheizen braucht, wird er schon am Vortag angeworfen. Zweieinhalb Stunden dauert die Befeuerung mit Holz, dann ist die komplette Ladung drin, erläutert Dieter Kunkel. So wird der Backofen am ersten Tag auf 560 Grad vorgeheizt, ehe er wieder runterkühlt, damit die Zweipfünder-Brote reingeschoben werden können. „Die Glut wird dann auf die Schamottsteine verteilt“, erläutert Dieter Kunkel.

Wenn diese weiß werden, sei die entsprechende Hitze erreicht. Wofür die Bäcker in früheren Zeiten durch die häufige Arbeit damit schon ein Gefühl hatten, muss heute erst noch einmal sorgfältig geprüft werden. Mit einer Zeitung. „Wenn die verbrennt, ist der Ofen zu heiß“, sagt Kunkel. Sie darf nur schwarz werden. Dann, bei 280 Grad, kommen die Sauerteigbrote rein. Der besondere Geschmack entsteht unter anderem durch die beim Backprozess absinkende Temperatur.

„Die Sauerteigbrote kann man auch ohne Probleme zuhause machen“, sagt Kunkel. Benötigt wird nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekommt – oder bei einem Bäcker, der noch damit arbeitet. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. „Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert er. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Während der Landfrauen-Kuchen an allen sieben Terminen ratzeputz ausverkauft war, blieben vom Brot an einem Samstag noch ein paar übrig. Nämlich dann, als eine Woche zuvor der Gassenmarkt gewesen war, als auch gebacken wurde. Und scheinbar die Vorräte noch so groß waren, dass weniger Bedarf als sonst herrschte, vermutet Kunkel.

Bei den Überwälder Landfrauen ist man immer sehr zufrieden mit der Resonanz. „Das macht ja dann auch viel Spaß, wenn der Kuchen so gut ankommt“, hieß es. Neben dem kompletten Vorstand sind immer auch ein paar zusätzliche Helferinnen dabei. Butterstreusel ist der Klassiker, je nach Jahreszeit kommen dann ein paar andere fruchtige Beläge dazu. Das können neben Apfel auch Rhabarber, Zwetschge und Sauerkirsch sein.

Dazu werden selbstgemachte Marmeladen, aber auch Kochkäse („auf jeden Fall kein Magerquark“, der Rest ist geheim…) nach einem eigenen Rezept angeboten, sodass sich das Sauerteigbrot gleich vor Ort genießen lässt. Der Kuchenteig ist selbst gemacht. Dazu wird dann um halb 6 aufgestanden und losgelegt. Die „Schlange quer über den Platz“ zeigt, wie begehrt das Backen auf traditionelle Art und Weise ist. „Dieses Mal war so viel los, dass wir selbst nichts mehr bekommen haben“, schmunzelten die Damen.

„Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war“, wird heute von den Landfrauen je nach Jahreszeit frisch belegt und dann im Ofen am Einhaus bei 170 Grad gebacken. Die „tollen Rezepte“ stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen. Dass die Rezepte auch in heutiger Zeit ankommen, macht der reißende Absatz deutlich.

Versammlung der Überwälder Landfrauen: Den Umzugshelfern wird mit einem Fest gedankt

Ein vollgepacktes Jahr 2016 liegt hinter den Überwälder Landfrauen. Und ein ebensolches hat bereits begonnen und setzt sich in den restlichen acht Monaten fort. Das skizzierte das Vorstandstrio um Herta Walter, Gertrud Strauch und Anita Jäger bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Heid“. Den dreien war es daneben eine Freude, zwei langjährige unter den 50 aktuellen Vereinsmitgliedern ehren zu dürfen.

Den von Waltraut Ruths zusammengestellten Jahresbericht trug Herta Walter vor. Sie ging an externen Veranstaltungen auf den Neujahrsempfang des Bezirksverbands in Heppenheim und die landwirtschaftliche Woche in Gernsheim ein. Der Kräppelnachmittag im Vereinsheim und der Vortrag von Andreas Arnold zur Geschichte der Überwaldbahn fanden vor Ort statt. Bezirkswanderung, Generalversammlung der übergeordneten Gliederung und Ausflug in den Hessenpark bildeten weitere Aktivitäten.

Neben dem Grillfest in Schönmattenwag gab es 2016 auch wieder die Teilnahme am Heimatfestumzug, für den ein Wagen gebaut wurde. Für Heiterkeit in der Runde sorgte die Mitteilung, dass bei der Wanderung zum Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe „neun wanderten und sieben fuhren“. Herta Walter erwähnte außerdem die Fahrt zur Freilichtbühne Ötigheim mit „Kiss me Kate“, die Nachtwächterführung mit Theo Reichert, Basteln mit Anneliese Daub sowie die sieben Backtage am Einhaus.

Die Kasse weist derzeit einen positiven Saldo auf, erläuterte Gertrud Strauch. Sie dankte allen, die immer bei den Backtagen aktiv sind und damit für den Erfolg dieser Veranstaltungen sorgen. Einen Teilerlös daraus habe man der Jugendfeuerwehr Schönmattenwag gespendet. Die beiden Kassenprüferinnen Helga Klos und Erna Farese lobten den sehr ordentlichen Zustand der Kasse. Die beantragte Entlastung des Vorstands geschah einstimmig.

Rosemarie Gutfleisch wurde im Anschluss für die nach zwei Jahren etatmäßig ausscheidende Helga Klos zur neuen Kassenprüferin gewählt. Sie ist außerdem schon seit 25 Jahren Mitglied bei den Landfrauen. Hannelore Foshag gehört dem Verein sogar schon seit 40 Jahren an. Beide wurden vom Teamvorstand mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Gertrud Strauch blickte danach auf die noch folgenden Aktivitäten in diesem Jahr. Bereits am 9. Mai findet die Fahrt zum Spargelhof Böser statt. Sie verwies auf die Abfahrtszeiten um 7.40 Uhr in Affolterbach, 7.45 Uhr Aschbach, 7.50 Uhr Schönmattenwag und 8 Uhr Postplatz Wald-Michelbach. Der Grillabend findet in diesem Jahr nicht wie sonst in Ober-Schönmattenwag statt, sondern erstmals am 12. Juni am neuen Vereinsheim in der Rudi-Wünzer-Straße.

Strauch verband diese Ankündigung mit dem Dank an alle Helferinnen und (Ehe-)Männer, die bei der Herrichtung der Räumlichkeiten mit anpackten. „Wenn ich gefragt habe, ob man beim Ausräumen oder beim Renovieren helfen könnte, kam nie ein Nein“, freute sie sich über die Unterstützung. Deshalb wolle man den Grillabend auch mit einem Helferfest kombinieren. Wenn es regnen sollte, könne man so in den Garagen oder im Haus feiern.

Nach dem Heimatfest folgt die Abendwanderung und dann am 27. August die Fahrt nach Ötigheim zur „Luther“. Bis jetzt gebe es 15 Anmeldungen, 50 Karten habe man zur Verfügung. Bis Ende Mai sollten sich genügend Teilnehmer angemeldet haben, sonst müsse man die Fahrt leider absagen. Für die bisher noch „leeren“ Veranstaltungsmonate September und Oktober bat sich um Vorschläge.

Sie wünschte sich, dass die jetzt ebenerdig erreichbaren neuen Räumlichkeiten in der ehemaligen DRK-Unterkunft „von vielen Landfrauen genutzt wird“.

Bedauerlicherweise hat laut Strauch der übernommene Kühlschrank den Geist aufgegeben, sodass man einen neuen kaufen müsse. Geplant ist daneben die Anschaffung von zwei Bierbankgarnituren, um den Besuchern beim Grillabend/Helferfest Sitzgelegenheiten zu bieten. Sie kündigte weiter an, dass am 14. Juni der Landfrauentag anlässlich des Hessentags in Rüsselsheim stattfindet.

Info: Neue Mitglieder sind bei den Landfrauen immer willkommen. Gertrud Strauch, Telefon 06207/6530, ist hier ebenso Ansprechpartnerin wie für die Anmeldung zur „Luther“-Fahrt nach Ötigheim am 27. August.

Blechkuchen und Sauerteigbrote finden beim ersten Backtag in Wald-Michelbach einen reißenden Absatz

So langsam geht für Gundolf Reh ein „24-Stunden-Tag“ zu Ende. Der Vorsitzende des Überwälder Heimat- und Museumsvereins ist am Back- neben dem Einhaus schon seit 14 Uhr am Vortag aktiv, als kurz nach 11 am Samstag die Blechkuchen hineingeschoben werden. Wenn die eine halbe Stunde später rauskommen, abgekühlt und verkauft sind, geht es nach dem zusammen mit den Landfrauen veranstalteten ersten Backtag des Jahres ans große Aufräumen.

Über 300 Grad war der Ofen heiß, bevor am Freitagabend die ersten Sauerteigbrote eingeschossen wurden. Bis alle drin waren, ging die Temperatur auf 260 runter, bis sie wieder draußen sind, „sackt sie auf 210 Grad ab“, weiß Gundolf Reh. Der besondere Geschmack entsteht auch durch die beim Backprozess absinkende Temperatur. Da das Backhaus den Winter über außer Betrieb war, hatte er schon am frühen Nachmittag mit dem Vorheizen begonnen, damit abends bereits die ersten hungrigen Mäuler bedient werden konnten.

36 Kilo Natursauerteigbrote mit dem Rohmaterial von Bäcker Lipp gingen am Freitag in den Ofen – und danach schnell über die Theke. Nicht anders war es am Samstag. Kurz nach 7 heizt Reh den Ofen vor. Kurz vor 11 herrscht noch gähnende Leere auf der Hofwiese. Denn, ganz plötzlich, mit dem Gongschlag, kommen die Gäste vorbei, schnell wechseln die 36 Zweipfünder ihre Besitzer, bis fünf Minuten später nur noch ein paar vereinzelte Sauerteigbrote auf die letzten Abnehmer warten.

Die Sauerteigbrote kann man auch ohne Probleme zuhause machen, sagt Reh. Benötigt werde nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekomme – oder bei einem Bäcker bekomme, der noch damit arbeite. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. „Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, so Reh. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Manche kommen auch extra mit ihrem eigenen Teig vorbei, um ihn im Steinofen backen zu lassen. „Das schmeckt ganz anderes, als wenn man es zuhause macht“, wird Gundolf Rehs Aussage sofort aus der Gästeschar bestätigt. Freitagabends war etwa Horst Weber aus Aschbach da, „der ausnutzte, dass der Ofen heiß ist“. Drei Brote und zwei Blöcke Brötchen buk Reh für ihn. Den Backtag richtet der Verein schon seit einigen Jahren aus. Er möchte damit eine alte Tradition bewahren und gleichzeitig Backwaren aus früheren Zeit mundgerecht für den heutigen Gaumen zubereiten.

Wenn die Brote draußen sind, schlägt die große Stunde der Landfrauen. Sie haben schon den ganzen Vormittag die drei Bleche mit Kuchen vorbereitet. Und sind sowieso schon am Abend vorher und auch während des Brotverkaufs aktiv und bieten die Brote mit Aufstrich an: entweder süß in Form von selbstgemachter Marmelade wie Quitte und Holunder oder eher deftig mit Kochkäse. Dazu gibt’s abends ein Bier und morgens natürlich auch einen Kaffee.

Beim ersten Backtag im Jahr gibt’s traditionsgemäß immer Streusel- oder Apfel-Streusel-Hefekuchen. Ersterer ist auf Ourewällerisch auch als „Riwwelkuchen“ bekannt. Zu diesem Namen wusste Reh eine schöne Geschichte. Vor zwei Jahren hatte er eine russische Aussiedlerfamilie im Heimatmuseum zu Gast, die von ihrem Wohnort Hamburg aus ganz Deutschland bereiste. Als die Frau das Wort „Riwwelkuchen“ gehört habe, glänzten laut Reh ihre Augen. Denn den Begriff kannte sie noch von der deutschstämmigen Urgroßmutter, die ihn immer gebackten hatte – aber hatte ihn seitdem nicht mehr gehört.

Bei den Überwälder Landfrauen ist die Kuchenherstellung ein großes Teamwork. Drei Bleche mit je 40 Stück werden von ihnen vorbereitet. Die Rezepte stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen.

Anita Jäger und Cäcilia Weihrauch kümmern sich ab 6 Uhr morgens um die Zubereitung des Hefeteigs. Da der „gehen muss“, braucht er auch eine gewisse Vorlaufzeit. Für die geschälten und geschnittenen Äpfel sorgt Hertha Walter, während Waltraut Ruths in viel Kleinarbeit die Streusel herstellt. Adelheid Staat verteilt den Teig auf dem Blech, Gertrud Strauch koordiniert alles und schaut nach den Zutaten, Waldtraud Schafhauser unterstützt den Brotverkauf.         Und fertig sind 120 wohlschmeckende Stück Blechkuchen, wie den Landfrauen wie die sprichwörtlichen warmen Semmel aus den Händen gerissen werden.

Info: Weitere Backtage finden statt am 14. Mai, 11. Juni, 9. Juli, 13. August, 17. September und 15. Oktober, jeweils 10 bis 13 Uhr, am Backhaus in der Hofwiese, Wald-Michelbach.

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Backtage: Der Geruch von frisch gebackenem Kuchen führt ans Ziel

Auch ohne die Schlange der Wartenden vor dem Backofen gesehen zu haben, macht der verführerische Duft nach frischem Kuchen deutlich, dass nun Eile angesagt ist: Wer ein Stück des von den Überwälder Landfrauen gebackenen Streusel- oder Apfel-Streusel-Hefekuchen ergattern will, muss sich sputen. Innerhalb einer Viertelstunde ist mehr als die Hälfte der 120 Stücke bereits verkauft.

Wie auch die gleichzeitig gebackenen 36 Sauerteig-Brote beim ersten Backtag des Jahres, durchgeführt vom Überwälder Heimat- und Museumsverein. Den richten die Mitglieder schon seit einigen Jahren aus. Sie möchten damit eine alte Tradition bewahren und gleichzeitig Backwaren aus früheren Zeit mundgerecht für den heutigen Gaumen zubereiten.

„Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war“, wird heute von den Landfrauen je nach Jahreszeit frisch belegt und dann im Ofen am Einhaus bei 170 Grad gebacken. Die Backtage des Heimat- und Museumsvereins selbst finden mehrmals im Jahr statt. 2015 folgen noch sechs weitere Termine, an denen man sich mit Brot und Kuchen eindecken kann. Jedoch bekommt dann der Streuselkuchen saisonbedingt immer eine andere Auflage. Von Rhabarber über Kirschen bis hin zu Zwetschgen reichen die Variationen.

Die „tollen Rezepte“ stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen. Dass die Rezepte auch in heutiger Zeit ankommen, macht der reißende Absatz deutlich. Drei Bleche mit je 40 Stück Kuchen waren im Ofen.

Da der Backofen einige Zeit zum Vorheizen braucht, wird er schon am Vortag angeworfen. Zweieinhalb Stunden dauert die Befeuerung mit Holz, dann ist die komplette Ladung drin, erläutert Dieter Kunkel. So wird der Backofen am ersten Tag auf 560 Grad vorgeheizt, ehe er wieder runterkühlt, damit die Zweipfünder-Brote reingeschoben werden können. „Die Glut wird dann auf die Schamottsteine verteilt“, erläutert Dieter Kunkel.

Wenn diese weiß würden, sei die entsprechende Hitze erreicht. Wofür die Bäcker in früheren Zeiten durch die häufige Arbeit damit schon ein Gefühl hatten, muss heute erst noch einmal sorgfältig geprüft werden. Mit einer Zeitung. „Wenn die verbrennt, ist der Ofen zu heiß“, sagt Kunkel. Sie dürfe nur schwarz werden. Dann, bei 280 Grad, kommen die Sauerteigbrote rein. 36 am Freitagabend, nochmal 36 am Samstag. Mehr geht nicht. Der besondere Geschmack entsteht unter anderem durch die beim Backprozess absinkende Temperatur.

Die zweieinhalb Stunden Vorlaufzeit braucht es auch am Samstag. Weswegen Dieter Kunkel schon um 6.30 Uhr am Ofen steht, damit kurz vor 11 Uhr die Brote noch dampfend und herrlich duftend fertig sind. „Die kann man auch ohne Probleme zuhause machen“, sagt Kunkel. Benötigt werde nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekomme – oder bei einem Bäcker bekomme, der noch damit arbeite. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen.

„Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert Kunkel. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben. Auch bei den Ein-Kilo-Laiben gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Innerhalb kürzester Zeit geht die Samstags-Brot-Fuhre über die Theke. Wer zu kurz kommt, der kann sich immerhin im Einhaus noch einen Imbiss ergattern, bevor der Magen zu stark knurrt. Dort gibt’s das Sauerteigbrot auch mit Aufstrich: entweder süß in Form von selbstgemachter Marmelade oder eher deftig mit Kochkäse.

Info: Weitere Backtage finden statt am 9. Mai, 13. Juni, 11. Juli, 8. August, 19. September und 10. Oktober, jeweils 11 bis 14 Uhr, am Backhaus in der Hofwiese, In der Gass 14a, Wald-Michelbach. (Bild: Fritz Kopetzky)