Bei Türkspor Wald-Michelbach steht in der C-Liga eine eingespielte Truppe auf dem Platz

Kontinuität steht hoch im Kurs beim Fußball-C-Ligisten Türkspor Wald-Michelbach. Denn gegenüber der vergangenen Runde gab es in der Sommerpause keine Abgänge beim vorherigen Tabellendritten. Stattdessen kamen zwei bewährte Kräfte hinzu, die das eingespielte Team in der kommenden Saison beim Blick nach oben tatkräftig unterstützen wollen. Und natürlich mit Sahin Aktan ein neuer Trainer, der vorher in der Pfalz wirkte.

Wie der sportliche Leiter Oktay Mamaci sagt, ist die Mannschaft in der vergangenen Saison zusammengewachsen. Dass es praktisch keine Veränderungen gab, wertet er deshalb als sehr positiv. Man kann damit dort weitermachen, wo es Anfang Juni endete. Damals hieß das Endergebnis Platz 3, was aber nicht unbedingt an der Rückrunde lag. In der hatten die Mannen zwischenzeitlich eine gute Serie hingelegt und waren nahe an die Aufstiegsränge gerückt.

Letztendlich war es der verpatzte Start in die Runde 2016/17, der durch die damit fehlenden Punkte noch bis zum Saisonende hin ausstrahlte und somit verhinderte, dass sich die in Unter-Schönmattenwag beheimate Elf einen Platz an der C-Liga-Sonne sichern konnte. Nach der Trennung vom damaligen Trainer folgte eine Siegesserie von zehn Spielen. Dann aber zog man bei sechs Punktspielen wieder den Kürzeren.

Trotz allem, betont der Vereinsfunktionär, wurde eine gute Saison gespielt. Zwei Jahre in Folge den dritten Platz zu belegen „ist doch auch was“. Als sehr erfreulich nennt er den soliden Rang in der Fairnesstabelle. „Es gab keinen Platzverweis in der ganzen Runde“, betont Mamaci, nachdem es in der Saison 2015/2016 noch ganz anders ausgesehen hatte. Von größeren Verletzungen blieb man ebenfalls schon verschont.

Auch wenn Mamaci sagt, dass Türkspor „oben mitspielen“ will, liebäugelt die Mannschaft unterschwellig natürlich immer mit einem besseren als dem dritten Platz. Die Neuzugänge Cengizhan Baris und Yalcin Basaran sind dabei alte Bekannte. Ersterer spielte bis zur Winterpause selbst noch bei Türkspor und soll mit seiner Rückkehr der Abwehr zu Stabilität verhelfen.

Denn die war in der Vergangenheit oftmals die Achillesferse des Teams. Das macht vorn drei, vier, fünf Treffer, bekommt aber hinten oftmals in gleicher Anzahl die Hütte voll und vergab deshalb Begegnungen leichtfertig. „Baris wird hinten eine große Stütze sein“, hofft der sportliche Leiter. Was aber nichts daran ändern wird, „dass wir generell an der Abwehr arbeiten müssen“.

Basaran, der in früheren Jahren schon Gruppenliga-Erfahrung sammelte, ist eigentlich gelernter Stürmer. Aber aufgrund seiner vielen Jahre am Ball inzwischen universell einsetzbar. „Der wird uns eine große Unterstützung sein“, sagt Mamaci. In den Startlöchern steht noch ein potenzieller Neuzugang aus Bulgarien, für den er jetzt gerade die Unterlagen beantragt hat.

Der sportliche Leiter tut sich schwer, die Ligakonkurrenten einzuschätzen. Aus dem Ried hält er die SG Hüttenfeld für einen Mitfavoriten. „Die haben ihren Kader gehalten und sich gut verstärkt.“ Auch hat die SG Hammelbach/Scharbach den Kollegen aus dem Überwald durch ihre Rückrundenleistung ohne eine Niederlage Respekt eingeflößt. Dazu noch 17 Neuzugänge – das macht Eindruck.

In der kommenden Runde will Türkspor auf jeden Fall einen solchen Fehlstart wie vergangenes Jahr verhindert. Ein erfolgreicher Beginn wäre laut Mamaci schon die halbe Miete, um sich in der Liga gut zu positionieren. Er ist vorsichtig optimistisch, dass dies auch gelingt. Denn das Team dürfte bis auf Torwart Salimov beim ersten Spiel im August komplett an Bord sein.

 

Abgänge: keine

Zugänge: Trainer Sahin Aktan, gleichzeitig Trainer (Türkgücü Neustadt), Cengizhan Baris und Yalcin Basaran (beide Anatolia Birkenau)

Kader: Levent Salimov, Sahin Aktan, Koray Tunca, Yasar Yilmaz, Dennis Proyer, Kemal Keskin, Assad Jamac, Tamer Keskin, Tolga Palantekin, Yasin Tekin, Tayfun Büyükodabasi, Necati Bekyigit, Semih Berkan Mamaci, Tanju Keskin, Ibrahim Öz, Semih Isik, Oguzhan Gökdemir, Sedat Baris

Trainer: Sahin Aktan (ab dieser Saison), sportlicher Leiter Oktay Mamaci

Saisonziel: oben mitspielen

Favoriten: SG Hüttenfeld, SG Hammelbach/Scharbach

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Türkspor Wald-Michelbach will in der C-Liga nach der Winterpause nochmal oben angreifen

Keine Frage, es hätte besser laufen sollen, gibt Türkspor-Funktionär Oktay Mamaci in seiner Winterbilanz freimütig zu. Das Team war mit dem klaren Ziel in die C-Liga-Saison gestartet, beim Aufstieg ein lautes Wörtchen mitreden zu wollen. „Das haben wir definitiv verfehlt.“ Denn nach einer wechselvollen Saison sind die beiden begehrten wärmenden Plätze mit Blick auf die B-Liga-Sonne schon ein ganzes Stück weit entrückt. „Allerdings nicht unerreichbar“, wie Mamaci betont.

Mit großen Ambitionen, verstärktem Kader und neuem Trainer war Türkspor hoffnungsvoll in die Hinrunde gestartet. Aber gleich die erste Partie ging gegen den jetzigen Tabellenletzten Reichenbach hoch verloren – ein Vorzeichen für die weitere Saison, bei der Licht und Schatten oftmals nah beieinander lagen. Dem Fehlstart folgten ein paar gewonnene Spiele, dann gab es wieder einen kleinen Einbruch, aus dem sich die Elf aber an den eigenen Haaren herausspielte und eine beeindruckende Siegesserie vor der Winterpause hinlegte.

Diesem Lauf ist der versöhnliche vierte Tabellenplatz zu verdanken, auf dem Türkspor jetzt überwintert. Vor dem Start in den Rest der Rückrunde könnte man den Bürstädtern sogar noch Platz 3 abnehmen, wenn die Nachholpartie in Schwanheim gewonnen wird. Mamaci lässt keinen Zweifel daran, dass die „Mission Aufstieg“ im neuen Jahr nach vor im Fokus steht. „Wir können das noch schaffen“, zeigt er sich überzeugt – auch weil die direkten Konkurrenten alle nochmal auf die heimische Sportanlage in Unter-Schönmattenwag kommen.

„Wir müssen unsere Leistung auf dem Platz regelmäßiger abrufen“, macht der Vereinsfunktionär deutlich, dass einfach derzeit noch die Konstanz fehlt. „Denn das Team hat die Möglichkeiten dazu“, zeigt immer wieder, welche spielerische Fähigkeiten in ihm stecken. Läuft es dann mal ganz gut, „kommt dann auch noch das Glück des Tüchtigen dazu“, hebt er auf knapp gewonnene Begegnungen kurz vor der Winterpause ab. „Wenn wir weiter unten gestanden hätten, wären die uns flöten gegangen“, meint er. Auch haben manche Leistungsträger ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft. „Das macht sich bemerkbar.“

Das bewährte Team soll es auch für den Rest der Rückrunde reißen. Ein Neuzugang und ein Abgang sind derzeit zwar im Gespräch, aber noch nicht spruchreif. Der Rest des Kaders bleibt laut Mamaci zusammen. Vorsitzender Suat Bekyigit, der nach der Trennung von Coach Sven Dechant Mitte der Hinrunde das Traineramt übernommen hatte, wird auch weiterhin laut seine Stimme vom Spielfeldrand erklingen lassen.

Zuerst wollte man in der Winterpause nach einem neuen Trainer schauen, so Mamaci. Doch zum einen ist die Suche aktuell nicht einfach, weil der Markt leergefegt ist, zum anderen müsste sich ein neuer Coach erst mit der Mannschaft vertraut machen. Und bis dahin ist die Runde auch schon fast wieder vorbei. Deshalb will Türkspor lieber zielgerichtet für die kommende Saison mit einem neuen Mann planen.

Über die Winterpause ist die Elf aber beileibe nicht untätig. Derzeit läuft das Hallentraining, dann sollen auch drei Hallenturniere gespielt werden. Einer kurzen Pause schließt sich das Nachholspiel an. „Wir müssen eine gute Vorbereitung machen“, betont Mamaci. Bisherige Ausrutscher sollen vermieden werden, um zu den schon weiter enteilten Fürth und Lampertheim noch aufschließen zu können.

Türkspor Wald-Michelbach will in der Rückrunde ganz oben mitspielen

„Wir hätten ganz vorne stehen können“, trauert Oktay Mamaci immer noch dem Neun-Punkte-Abzug während der Saison nach. Denn das Team aus dem Überwald hat jetzt 28 Punkte auf dem Konto, Tabellenführer SG Unter-Abtsteinach II 37 Punkte. Trotzdem, so der sportliche Leiter von Türkspor Wald-Michelbach, „stehen wir in der C-Liga gut da“. Der Kontakt zur Spitze sei noch nicht abgerissen, von den vorderen Teams könne jeder jeden schlagen. „Noch ist nichts verloren, der Relegationsplatz ist für uns weiterhin erreichbar“, blickt er nach vorn auf die Anfang März beginnende Rückrunde.

Am bewährten Kader wird sich laut Mamaci nicht viel ändern. Palantekin, der sich bereits im zweiten Spiel für Türkspor verletzt hatte, „trainiert schon wieder“. Von ihm erhofft man sich viel Wirbel im Sturm. Seine großen Möglichkeiten hatte der aus der Pfalz gekommene Spieler schon vor seiner Verletzung kurz, aber eindrucksvoll angedeutet.

Um den Angriff muss man sich bei Türkspor sowieso eher weniger Gedanken machen. Denn aus einem homogenen Team ragt an der Spitze Stürmer Tamer Keskin heraus. Mit seinen 19 Treffern (bei 44 bisher insgesamt erzielten) ist er „für uns Gold wert“ und bei den Gegnern gefürchtet. Die stellen nach der Beobachtung von Mamaci teilweise schon zwei Leute zu seiner „Bewachung“ ab.

Der Spielausschuss-Vorsitzende sieht das Team eher „hinten bisschen anfällig“. Alles Taktische werde im Training und vor den Begegnungen durch Trainer Tufan Sönmez „sehr gut besprochen“, aber mit der Umsetzung hapere es manchmal ein wenig. Die Türkspor-Abwehrleute tun sich laut Mamaci „etwas schwer, wenn ein flinker Mann des Gegners“ durch ihre Reihen wuselt.

Der sportliche Leiter rechnet es der Mannschaft hoch an, dass sie trotz der zwischenzeitlichen Unruhe durch Punkteabzüge („wir haben da auch eine Teilschuld“), Spielersperrungen und Provokationen auf gegnerischem Platz „zusammengehalten hat“. Mit Hilfe von einigen Ehemaligen habe man die kritische Phase überstanden. Nach und nach stiegen dann die Gesperrten und Verletzten zum Ende des Jahres wieder ein und gaben Stabilität.

Eine „eigentlich gute Hinrunde“ hätte Mamaci zufolge noch besser laufen können, wenn nicht bei manchen Spielen „der eine oder andere Punkt verschenkt“ worden wäre. Allerdings könne man mit dem generellen Verlauf zufrieden sein, „wenn man bedenkt, dass wir vergangene Saison noch mitten im Abstiegskampf waren“. Fürs neue Jahr richtet sich der Blick von Türkspor nach oben. In der Rückrunde ist der Aufstiegs-Relegationsplatz erklärtes Ziel der Mannschaft aus dem Überwald.