Förderverein der SGW präsentierte sich erstmals der Öffentlichkeit

Die große Bandbreite der SGW zeigen: Dieses Ziel hatte sich der vergangenen Oktober neu gegründete Förderverein mit der Präsentation der verschiedenen Abteilungen in der Großraumsporthalle gesetzt, betonte der Vorsitzende Axel Lammer. Er freute sich bei seiner Begrüßung, dass so viele Gäste zur Veranstaltung „Ein Verein stellt sich vor“ gekommen waren. Das Motto „SGW 2.0“ zeigte daneben, dass es den Verantwortlichen darum ging, Wald-Michelbachs größten Verein für die Zukunft gut aufzustellen.

„Wir sind eine Truppe von engagierten SG-Mitgliedern, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Vereinsarbeit zu fördern und zu unterstützen“, erläuterte Lammer. Bisher begleitete das neue Vorstandsteam keine andere Funktion in der SG. Zu ihm gehören neben Lammer als zweiter Vorsitzender Joachim Kunkel, Kassenwart ist Andreas Lammer und für die Öffentlichkeitsarbeit ist Andre Schmitt zuständig.

Der Gedanke eines Fördervereins stand schon länger im Raum, so der Vorsitzende. Nach halbjähriger Vorbereitungszeit ging man dann vor mehr als einem halben Jahr zu Werke. Inzwischen zählt man schon über 50 Mitglieder – eine Zahl, die Lammer als ausbaufähig bezeichnete. Die Ziele seien einfach, sagte er: „Förderung und finanzielle Unterstützung des Vereins in allen Bereichen.“ Egal ob Turnen, Fußball, Handball, Faustball, Tischtennis, Aerobic oder Gymnastik: Immer wenn nötig, will der Förderverein im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen.

Lammer betonte, dass den Verantwortlichen die Jugend dabei besonders am Herzen liegt, „denn sie ist die Zukunft des Vereins“. Außerdem will man die Außendarstellung fördern, Menschen für das Ehrenamt gewinnen und die Leistungen einer noch größeren Zahl von Menschen zugänglich zu machen. Daneben will man die verschiedenen Abteilungen miteinander verzahnen. „Das alles ist aber nur mit vielen Mitgliedern möglich“, formuliert er. Deshalb sollte die Präsentation auch genutzt werden, um neue zu werben.

Axel Lammer freute sich über den „sehr guten Zuspruch“ – und das, obwohl parallel der letzte Bundesliga-Spieltag lief und es für manche Teams der Region noch um den Einzug in die Champions League ging. Kein Wunder, dass hier mal ein Radio stand oder dort schnell das Handy gezückt wurde, um die aktuellen Ergebnisse abzurufen.

Die Turner stellen das größte Kontingent in der SGW. Als die Leistungsgruppen ihre Künste zeigten, „war richtig Stimmung auf den Rängen“, freute sich der Vorsitzende. Sogar eine Zugabe musste gegeben werden. Ob am Boden oder auf Stufenbarren und Schwebebalken: Die Mitglieder machten eine gute Figur. Von den Dreijährigen des Kinderturnens bis zu den Mittsiebzigern der Gymnastikdamen waren sie alle dabei. Fußallaktive, Aerobicdamen, Rückenfitte, Tischtenniscracks, Faustballer und SG-Kinder aus der JFV waren darüber hinaus aktiv. Für die Moderation sorgte Mark Norris.

Die ersten paar Monate des Fördervereins verliefen laut Lammer sehr positiv. Die Gründung bewährte sich bereits. Ein Beispiel: „Der Turnbereich braucht immer mal wieder neue Geräte“, erklärte er. Viele Helfer im Hintergrund waren an diesem Tag aktiv, um die Veranstaltung zu einem Erfolg werden zu lassen. „Wir wollen dreistellig werden“, nannte der Vorsitzende ein Fernziel bei den Mitgliederzahlen.

Als Förderverein will man außerdem bei den kommenden SG-Veranstaltungen oder Teilnahmen mitwirken, seien es Heimatfest, Kerwe oder Gastspiel des Kikeriki-Theaters. Ein Verein muss sich in der heutigen Zeit fit für die Zukunft machen, betonte Lammer. Deshalb auch SG 2.0. Der demografische Wandel schlägt nach und nach durch: weniger Mitglieder, weniger Helfer. Deshalb muss man frühzeitig tätig werden, um die Attraktivität der SGW zu steigern.

Kein Verein ohne seine erfolgreichen Aktiven und die Helfer im Hintergrund. Bürgermeister Dr. Sascha Weber nutzte die Vorstellung der SGW-Abteilungen, um verdiente Sportler und ihre Trainer auszuzeichnen. Er dankte dem Verein für seine segensreiche Arbeit, mit der er Mitglieder aller Altersgruppen begeistert und durch seine Erfolge den Namen Wald-Michelbachs weit über die Region hinausträgt.

Der Rathauschef gratulierte zu den hervorragenden Leistungen, „die ihr im letzten Sportjahr gezeigt habt“. Viele, viele Wochen lang wurde hart trainiert, „um viel aus eurem Talent zu machen“. Mit Blick auf die jungen Sportler sagte er, diese hätten große Zielstrebigkeit bewiesen. „Ihr habt die Zähne zusammengebissen, wenn es mal nicht gut lief“, und auf Freizeit und Freizeitvergnügungen verzichtet. „Wir sind stolz auf euch“, betonte Weber. Denn die Sportler zeigten sich in den Wettkämpfen nicht nur von ihrer besten Seite, sondern repräsentierten die Gemeinde bestens.

Der Erfolg, so der Bürgermeister, zeige nicht nur, was zielstrebige junge Menschen sportlich alles erreichen können, er belege auch, „wie gut die Sportvereine in Wald-Michelbach, allen voran die SG, aufgestellt sind“. Denn junge Sportler brauchen den Rückhalt und die Unterstützung eines Vereins. Sportlicher Erfolg ist eine Gemeinschaftsleistung, betonte er. „Ihr strahlt aus, wie viel Spaß Sport macht, ihr liefert ein super Beispiel, was jungen Menschen alles gelingen kann, wenn sie zielstrebig darauf hinarbeiten und etwas aus ihrem Talent machen“, sagte der Bürgermeister.

Damit die Kinder und Jugendlichen ihr Talent entfalten und Spitzenleistungen erbringen können, „braucht ihr eure Trainer“, hob Weber hervor. Die leiten an, bauen die Stärken aus. Dazu kommt noch ein Verein, der für gute Trainings- und Wettkampfbedingungen sorgt. Trainer, Betreuer und Verantwortlichen wenden viel Zeit und Energie für die Nachwuchsförderung auf. Ohne ihren großen, ehrenamtlich erbrachten Einsatz „stünden wir im Sport nicht so gut da“. Die Eltern der jungen Sportler fahren ihre Kinder oft viele Jahre zum Training, sie muntern sie auf und freuen sich mit ihnen.

Die sportbegeisterten Wald-Michelbacher verfolgten die Leistungen der Seniorenmannschaften mit großem Interesse, erläutert Weber: „Wie sie sich kontinuierlich gesteigert haben und mit welchem Elan sie auf ihr sportliches Ziel zugesteuert sind.“ Die Sportler waren in den entscheidenden Momenten immer voll da, gaben stets ihr Bestes. Und verloren nie den Mut, wenn es mal nicht so gut lief. „Sie haben sowohl mit ihrer sportlichen Leistung als auch mit ihrer sportlichen Haltung überzeug“, würdigte er die Leistung.

„Erfolg hat bekanntlich viele Väter und Mütter“, meinte Weber, als er auf den Einsatz der Trainer einging. Sie halten das Vereinsleben am Laufe, sie kümmern sich darum, dass Wettbewerbe und Meisterschaften ausgetragen werden können, sie tragen dazu bei, dass es Spitzenleistungen sowie ein breites Sportangebot für alle gibt. „Und mit diesem Engagement wirken auch sie, wie die Sportler, als Vorbilder.“ Den Grundstein für sportlichen Erfolg legen die Vereine vor Ort, sagte der Rathauschef. Nach wie vor gilt: „Sport ist im Verein am schönsten.“ Deshalb ist Weber froh, dass es in Wald-Michelbach so viele Sportvereine und ein so lebendiges Vereinsleben gibt.

SG-Ehrungen

Pokalsieger Schüler 1. Kreisklasse 2017: Luisa Schork, Nico Trautmann, Leon Mottl, Anke Schultze, Nina Vogel

Pokalsieger Schüler 1. Kreisliga 2017: Jarvis Comer, Sepanta Ghaedian, Nils Walter

Pokalsieger Jugend Kreisliga 2018: Nico Trautmann, Jonas Schmitt, Christian Alter, Tobias Mayer

Meister und Aufsteiger Damen 1 Bezirksliga 2017/2018 in die Bezirksoberliga: Tina Kessler, Eva Reinhard, Sandra Schäfer, Maren Ripperger, Christine Schmitt, Heike Langer, Andrea Vogel, Lara Trautmann

Meister und Aufsteiger Herren 1 2. Kreisklasse Ost 2017/2018 in die 1. Kreisklasse: Samuel Staat, Elias Blanco-Rodriguez, Jasper Weber, Sven Gräber, Uwe Doerner, Steffen Brosig, Wolfgang Siefert, Volker Andolfatto, Steffen Hering, Manfred Schork, Marcus Schwabedissen, Hans-Peter Mury, Christine Schmitt, Thomas Breisch, Matthias Knapp

Meister und Aufsteiger Herren 2 3. Kreisklasse Ost 2017/2018 in die 2. Kreisklasse: Manfred Schork, Fabian Schork, Nico Strasser, Marcus Schwabedissen, Nico Vogel, Christian Schultze, Werner Petry

Meister Schüler 1 Kreisliga 2017/2018: Samuel Staat, Eric Schultze, Sepanta Ghaedian, Jarvis Comer, Nino Trautmann, Nils Walter, Dustin Berger

Meister Schüler B Kreisliga 2018/2019: Wladimir Schuhmann, Louis Reuter, Levin Rothermel, Paul Foshag, Oskar Buchloh, Jakob Müller, Ben Krüger

Trainer: Dustin Berger, Nico Vogel, Sören Lüdemann, Volker Andolfatto, Rudi Vogel

Jugendehrennadel: Hannah Vetter. Sie errang in der Gau-Einzelmeisterschaft im Geräteturnen der Leistungsklasse IV (Jahrgang 2007-2010) nicht nur den ersten Platz, sondern wurde damit gleichzeitig Gaumeisterin in ihrer Leistungsklasse und ihres Jahrgangs. Darüber hinaus hat sie sich auch für die hessischen Landesmeisterschaften qualifiziert.

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Steeldart-Turnier der SG Wald-Michelbach war eine Spitze(n)-Sache

Voller Erfolg für die SG-Fußballer: Das zweite Steeldart-Turnier nach dem System „301 Double out“ war nicht nur mit 56 Startern sehr gut besetzt, sondern zog auch viele Interessierte dieser Sportart bei ungemütlichem Wetter ins Sportlerheim. Parallel lief die Darts-WM im Londoner Alexandra Palace, auch „Ally Pally“ genannt, auf der Leinwand, wo man den Profi-Cracks bei ihren Würfen zuschauen konnte. Durch sie war die Idee aufgekommen, zeitgleich ein Amateur-Turnier in Wald-Michelbach zu veranstalten. Sieger war dieses Mal Michael Ginader aus Bonsweiher.

Dieser, als E-Dart-Spieler in Kirschhausen „vorbelastet“, gewann das Turnier souverän. Er steigerte sich von Spiel zu Spiel. Sein einziges Leg verlor er im Viertelfinale, was ihn knapp an eine Niederlage brachte. „Konstant um die 100 Leute“ beobachtete SG-Fußballer Dimitri Loenko. Er hatte vor einiger Zeit die traditionsreiche Darts-WM in der britischen Hauptstadt besucht und von dort die Überlegung in den Überwald mitgebracht. „Steel Dart ist richtiges Dart“, schmunzelte er. „Das hat was Uriges durch die Metallspitze“. Und damit den Charakter „wie früher in der Kneipe“.

Auf fünf Scheiben durften die Teilnehmer, unter denen viele Fuß- und Handballer aus der Region an den Start gingen, zielen. „Weder Alter noch Fitness sind bei diesem Gesellschaftssport wichtig“, stellte Organisator Loenko heraus. „Wir wollten als Attraktion mal etwas anderes bieten.“ Was auch sehr gut angenommen wurde: Von elf bis 65 Jahren waren die Starter alt. Natürlich half dabei auch der Hype um die Darts-WM. Nach Regelkunde und Übungen wurde um 17 Uhr gestartet, Schluss war m 1.30 Uhr.

Gespielt wurde im Vereinsheim in der Gruppenphase nach dem System 301 „Double out“ im Doppel-K.o.-System. Ab dem Achtelfinale hieß es dann 501 Double out. Viele Teilnehmer, die aus dem gesamten Überwald und darüber hinaus nach Wald-Michelbach kamen, hatten ihre eigenen Pfeile mitgebracht. Auch aus Bonsweiher oder Lorsch kamen die Dart-Fans angefahren. Zehn Sets hielt die SG zur Ausleihe bereit, was sehr gut nachgefragt wurde. „Es gingen nur Amateure an den Start“, meinte Loenko. Aber die lieferten sich seiner Beobachtung nach sehr gute Spiele.

„Das Turnier war sehr schnell ausgebucht“, freute er sich. „Wir werden es auf jeden Fall wieder veranstalten.“ Allerdings ist noch nicht klar, in welchem Rahmen, denn durch die hohe Starterzahl stießen die Organisatoren an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Doppel-K.o.-System sorgte dafür, dass eine Niederlage nicht zum sofortigen Ausscheiden führte. Selbst wer im Halbfinale den Kürzeren zieht, kann über den Umweg der Verliererrunde noch einmal aufschließen und gewinnen.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 mit ihren 60 Punkten, also den äußeren Ring ganz oben, zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? „Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, wissen die Dart-Cracks. Einen besonderen Kniff gibt es nicht. Der Odenwald ist beim Steel-Dart eher das Reich der Amateure. Dart-Ligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt.

Dort ist dann auch eher E-Dart (Automatendart) angesagt. Die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen ist den Turnieren vorbehalten, wie auch in Ober-Hainbrunn am Vortag eines vom dortigen Dartclub „Double Trouble“ veranstaltet wurde. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro.

Die Kunst beim 301 oder 501 Double out ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von der 301 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert aber so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. Wer zum Schluss noch einen Punkt übrig hat, kann nicht beenden. Das ginge höchstens noch mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Die Richtung halten ist das A und O beim Wurf. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance und schießen den Pfeil an die falsche Stelle. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass der rote Punkt in der Mitte, das „Bulls Eye“, die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist beim Double out sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Metallring möglich.

Das „Ally Pally“ ist seit Ende 2007 jährlicher Austragungsort der PDC-Dartsweltmeisterschaft. Damit setzte sich die lange Tradition der Turniere im Palace fort, in dem unter anderem bis 1990 das „News of the World Darts Tournament“, das älteste Dartsturnier der Welt, ausgetragen wurde.

Ergebnisse Dart-Turnier SG Wald-Michelbach: Sieger Michael Ginader vor Marko Brenneis und Vorjahresgewinner Vitali Loenko aus Wald-Michelbach. Höchster Wurf: Marco Fitzer (mit 144 ausgecheckt)

 

Steeldart-Turnier der SG Wald-Michelbach war eine Spitzensache

Voller Erfolg für die SG: Das erste Steeldart-Turnier nach dem System „301 Double out“ war nicht nur von der Teilnehmerzahl mit 32 Startern ausgebucht, sondern zog auch viele Interessierte dieser Sportart bei heftigem Schneetreiben ins Sportlerheim. Durch die Darts-WM im Londoner Alexandra Palace, auch „Ally Pally“ genannt, war André Schmitt auf die Idee gekommen, zeitglich ein Amateur-Turnier in Wald-Michelbach zu veranstalten. Natürlich durfte eine Großbildleinwand nicht fehlen, auf der man die Cracks bei ihren Würfen zuschauen konnte. Sieger war Vitali Loenko.

Sein Bruder Dimitri hatte im vergangenen Jahr die traditionsreiche Darts-WM in der britischen Hauptstadt besucht und von dort die Überlegung in den Überwald mitgebracht. Das „Ally Pally“ ist seit Ende 2007 jährlicher Austragungsort der PDC-Dartsweltmeisterschaft. Damit setzte sich die lange Tradition der Turniere im Palace fort, in dem unter anderem bis 1990 das „News of the World Darts Tournament“, das älteste Dartsturnier der Welt, ausgetragen wurde.

„Im Sommer haben wir gemeinsam überlegt, welche Events wir durchführen können“, erzählte Georg Maurer von der SG. „Steel Dart ist richtiges Dart“, schmunzelte Maurer. „Das hat was Uriges durch die Metallspitze“. Und damit den Charakter „wie früher in der Kneipe“. Auf vier Scheiben durften die Teilnehmer, unter denen viele Fußballer aus den Region an den Start gingen, zielen. „Weder Alter noch Fitness sind bei diesem Gesellschaftssport wichtig“, stellte Organisator Loenko heraus. „Wir wollten als Attraktion mal etwas anderes bieten.“ Natürlich half dabei auch der Hype um die Darts-WM.

Gespielt wurde im Vereinsheim nach dem System 301 „Double out“ im Doppel-K.o.-System. Viele Teilnehmer, die aus dem gesamten Überwald nach Wald-Michelbach kamen, hatten ihre eigenen Pfeile mitgebracht. Fünf Sets hielt die SG auch zur Ausleihe bereit. „Es gehen nur Amateure an den Start“, meinte Loenko. Aber die lieferten sich seiner Beobachtung nach sehr gute Spiele.

Fünf Euro Startgebühr galt es zu zahlen, um die Chance auf einen drei Pokale zu haben. „Das Turnier war sehr schnell ausgebucht“, freute sich Dimitri Loenko. „Wir werden es auf jeden Fall wieder veranstalten.“ Nur der Rahmen ist noch nicht klar – eventuell muss man bei mehr Teilnehmern auf zwei Tage gehen. Das Doppel-K.o.-System sorgt dafür, dass eine Niederlage nicht zum sofortigen Ausscheiden führt. Selbst wer im Halbfinale den Kürzeren zieht, kann über den Umweg der Verliererrunde noch einmal aufschließen und das gewinnen.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 mit ihren 60 Punkten, also den äußeren Ring ganz oben, zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? „Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, wissen die Dart-Cracks. Einen besonderen Kniff gibt es nicht. Der Odenwald ist eher das Reich der Amateure. Dartligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt.

Dort ist dann auch eher E-Dart (Automatendart) angesagt. Die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt, ist den Turnieren vorbehalten, wie auch in Ober-Hainbrunn eines vom dortigen Dartclub „Double Trouble“ veranstaltet wird. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro.

Die Richtung halten ist das A und O beim Wurf. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance und schießen den Pfeil an die falsche Stelle. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass der rote Punkt in der Mitte, das „Bulls Eye“, die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist beim Double out sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Metallring möglich.

Die Kunst beim „301 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von der 301 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden. Das ginge höchstens noch mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Ergebnisse Dart-Turnier SG Wald-Michelbach:

Teilnehmer: 32. Sieger: Vitali Loenko vor Alex Theobald, Dennis Sauter, Valeri Loenko, Markus „Magic“ Gries und Dominik Schütz. André Roth holte mit den drei Würfen den Highscore von 174 Punkten. Die ersten Drei erhielten Pokale, weitere fünf Teilnehmer Verzehrgutscheine.

SG Wald-Michelbach will mehr Mitgliederwerbung betreiben – Vorstand auf Versammlung bestätigt

Die SG, der größte Verein der Gemeinde, steht finanziell auf gesunden Füßen. Etwas Sorgen bereitet aber die zurückgehende Mitgliederzahl, wurde auf der Versammlung im Sportlerheim deutlich. Der bewährte Vorstand macht für die nächsten zwei Jahre weiter, danach bahnt sich aber ein Umbruch an. Mit viel Wehmut wurde die Auflösung der Freizeitsportabteilung „Stammtisch Heid“ zur Kenntnis genommen. Aus den einzelnen Abteilungen gab es diverse sportliche Erfolge zu vermelden.

Vorsitzender Gerhard Berger nannte als eines der Hauptthemen für die kommende Zeit, „die Mitgliederentwicklung aktiver zu gestalten“. 854 zählt der Verein aktuell noch, ein leichter Rückgang gegenüber 2015. Zu ihren Hoch-Zeiten hatte die SG allerdings 940 Mitglieder. Deshalb sei es „mehr denn je notwendig, Werbung zu betreiben“. Ein Ansatz könnte laut Berger sein, die Eltern der aktiven Kinder mehr einzubeziehen. Die Statistik verschiebe sich derzeit hin zu den aktiven Sportlern.

Als weiteren Punkt führte der Vorsitzende an, die Sparte Freizeit- und Gesundheitssport auszubauen und zu propagieren. Dies könne gerade bei einer immer älter werdenden Bevölkerung ein guter Ansatz sein. Daneben gelte es einen Blick auf die Einnahmen zu haben, da eine solide Finanzbasis „wichtig für die Weiterentwicklung ist“. Eine Konsolidierung war seinen Worten zufolge auch deshalb möglich, weil es viele Spenden und Fördergelder gab.

Die Kooperationen lassen sich Berger zufolge gut an. Zum einen gibt es die im Handballbereich als HSG zusammen mit dem TV 02 Siedelsbrunn, zum anderen beim Jugendfußball als JFV jetzt neben der Eintracht auch mit den beiden Teams aus Abtsteinach. Insgesamt seien 200 Jugendliche aktiv, was eine bessere Besetzung der Altersgruppen ermögliche. Die Faustballer kooperieren erfolgreich mit Reichelsheim.

Berger erwähnte außerdem die Anschaffung eines neuen Kleinbusses und die erfolgreiche Teilnahme am Heimatfest. Zehn Flüchtlinge seien derzeit in der Fußballbereich aktiv, einer im Tischtennis. Deren Unterstützung wolle man aufrechterhalten. Wie der Vorsitzende sagte, weist die Homepage noch Lücken auf. Die einzelnen Abteilungen seien gefordert, „sich hier stärker einzubringen“. Die Sportgala zum 70-jährigen Bestehen des Vereins bezeichnete er als „rundum gelungene Veranstaltung“. Es wäre ein Vorteil für die Entwicklung der SG, wenn die Lasten auf mehr Schultern verteilt werden könnten, schloss Berger seinen Bericht.

Kassenwart Jürgen Fendrich berichtete von Geldbewegungen im sechsstelligen Bereich. Im vergangenen Jahr gab es seinen Worten nach wieder einen Überschuss. Das in der letzten Zeit erwirtschaftete Vermögen „bildet eine gesunde Basis“. Tim Seitz hatte zusammen mit Frank Anlauf die Kasse ohne Beanstandungen geprüft. Auf seinen Antrag hin wurde der Vorstand entlastet.

Berger freute sich, dass sich der komplette Kernvorstand bereit erklärt hatte, eine Amtszeit dranzuhängen. Die Amtsinhaber wurden jeweils einstimmig bestätigt. Ihm sei die SG, der er seit 1979 angehört, „eine Herzensangelegenheit“, sagte Berger. Er kündigte aber an, mit 70 Jahren, also in wenig mehr als zwei Jahren, kein Vorsitzender mehr zu sein. Dann müssten Jüngere ran. In der Fußball-Abteilungsleitung gibt es jetzt schon den Wechsel von Berger hin zu Georg Maurer. In der Leitung des Wirtschaftsausschusses wird sich Dimitri Loenko engagieren.

Der Vorsitzende bedauerte, dass nach wie vor das Ressort Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand unbesetzt bleibt. Dabei sei ein wirkungsvoller Außenauftritt unter Einbeziehung der sozialen Medien wichtiger denn je. Nach sechs Jahren gab es wieder eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge. Einstimmig votierte die Versammlung für eine Erhöhung um 50 Cent pro Monat auf jetzt vier Euro bei Jugendlichen und fünf Euro bei Erwachsenen.

Den „Stammtisch Heid“ wird es in Zukunft nicht mehr geben. Jürgen Lampert skizzierte die Entwicklung der seit 1979 bestehenden Freizeitsportabteilung, mit der er Mitte der 80er Jahre erstmals in Kontakt kam. In früheren Jahren gab es ein reges Abteilungsleben. Ein Spielbetrieb fand aber in der letzten Zeit praktisch sowieso nicht mehr statt, die Geselligkeit wurde aber noch gepflegt. Nun habe man sich mit Bedauern dazu entschlossen, die Abteilung aufzulösen. „Der Stammtisch gehörte zur Tradition dazu“, meinte Berger bedauernd. Aber für die weiterhin sportlich Aktiven wird die Soma jetzt zur neuen Heimat.

 

Auf der Mitgliederversammlung der SG Wald-Michelbach stellten die verschiedenen Abteilungen ihre Aktivitäten im vergangenen Jahr vor. Den Anfang machte Gerhard Berger mit seiner Bilanz der Fußballabteilung. Bei der ersten Mannschaft geht es nach einer Niederlagenserie in der Hinrunde derzeit sehr eng zu, sagte er. Sie steht auf einem Relegationsrang, allerdings sind die rettenden Plätze nur einen Punkt entfernt. Er sei „überzeugt vom Klassenerhalt“, so Berger, denn die Einstellung unter Trainer Sebastian Prasch stimme. Die zweite Mannschaft rangiert derzeit auf einem Mittelfeldplatz in der Kreisklasse D. Der Soma-Betrieb „läuft in geregelten Bahnen“, so Berger, auch die Geselligkeit komme nicht zu kurz.

Er verlas ebenfalls den Bericht von Jugendleiter Jürgen Gärtner. Der nannte die Fußball-AG an Überwald-Gymnasium und Adam-Karrillion-Schule. „Kinder, die dieselbe Schule besuchen, wollen gerne im gleichen Verein spielen.“ Beim JFV stelle die SG derzeit 61 von 200 Jugendlichen. „Vor knapp zehn Jahren hatten wir jedoch allein 150“, kennzeichnete er den Zeitenwechsel. 28 ehrenamtliche Betreuer seien aktiv.

Für die Handball-Abteilung berichtete Markus Grieser von den verschiedenen Rundenteilnahmen. Im Jugendbereich war es seinen Worten zufolge schwierig, „en gutes Ergebnis einzufahren“. Kleine Kader und junge Altersklassen hätten bessere Chancen verhindert. Während bei den Mädchen alle Jugendmannschaften besetzt seien, konnte bei den Jungs keine A- und B-Jugend gestellt werden. Das wirke sich natürlich auch auf den Nachwuchs der Senioren aus.

Nach intensiven Vorbereitungen wurde Mitte 2016 die Handballspielgemeinschaft mit Siedelsbrunn gegründet. In der HSG mit dem TV 02 „werden die Stärken beider Vereine zusammengeführt“, so Grieser. Es sei wichtig für den Handball im Überwald, gemeinsam zu agieren, sagte er. Grieser hoffte, dass dadurch auch im männlichen Jugendbereich wieder mehr Spieler zusammenkommen. Bei den Minis sei die Resonanz aber sehr positiv, „hier wird mit bis zu 30 Kids trainiert“.

Auf ein „recht erfolgreiches Jahr“ blickte Marcus Schwabedissen bei der Tischtennis-Abteilung zurück. Elf Mannschaften gingen an den Start, „mehr als wir jemals hatten“. Zehn Aktive gebe es bei den Damen, 30 bei den Herren, 50 bei Schülern und Jugendlichen. Damit sei man einer der stärkten Vereine im Kreis Bergstraße. Schwabedissen nannte 116 Trainingseinheiten im vergangenen Jahr. Rudi und Ulli Vogel hätten 250 Spieltage organisiert.

Schwabedissen erwähnte daneben die Teilnehme der ersten Schülermannschaft in der Hessenliga. Man habe derzeit drei Schnuppermannschaften im Spielbetrieb. Aktuell wird noch in der Rudi-Wünzer-Halle trainiert und gespielt. Die Sanierung der angestammten Heimat, der Sporthalle des ÜWG, solle vor den Sommerferien abgeschlossen sein.

Bei den Kindern und Jugendlichen seien die Turner die mitgliederstärkste Abteilung mit über 100, sagte Abteilungsleiterin Sandra Norris. Die Drei- bis 16-Jährigen sind in fünf verschiedenen Gruppen aktiv. Die SG sei darüber hinaus einer der teilnehmerstärksten Vereine im Turngau Bergstraße. Auch das Erwachsenenturnen habe Zuwachs bekommen, hier sind jetzt fast 20 Männer und Frauen aktiv.

Zum Kinderturnen der Drei- bis Sechsjährigen kommen ihren Worten nach immer mehr hinzu, mittlerweile seien es fast 30 Jungen und Mädchen. Norris erwähnte, dass die ersten Wettkämpfe im Frühjahr bereits sehr gut liefen. Das vergangene Jahr sei „ein Erfolg für die Turnabteilung“ gewesen und lasse mit Freude in die Zukunft blicken, hob sie hervor.

Robert Vetter berichtete für die Faustballer, dass man in der laufenden Saison in die Bezirksliga wechselte, weil die Wege in der Verbandsliga zu weit wurden. Highlight der Abteilung ist wieder der Kohlenmeiler auf dem Schimmelberg. Der wird in diesem Jahr vom 10. bis 18. Juni veranstaltet, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Hedi Merkel erstattete Bericht für die Abteilung Damengymnastik I, Margareta Alter für die Damengymnastik II. Von 20 Mitgliedern sprach Petra Fendrich bei der Aerobic-Abteilung. Man wolle auf Vereinsebene ein qualitativ gutes Angebot offerieren, sagte sie. Wie Hans-Georg Hering erläuterte, kommt die Herren-Gymnastik auf zehn bis zwölf regelmäßige Teilnehmer.

SG Wald-Michelbach Vorstandsneuwahlen: Vorsitzender Gerhard Berger, zweiter Vorsitzender Hans-Georg Hering, Schriftführerin Sandra Norris, Beisitzer Mark Norris, Dirk Helfrich, Andreas Farda, Kassenprüfer Tim Seitz, Thomas Johann. Neue Abteilungsleiter: Rudi Vogel (Tischtennis), Georg Maurer (Fußball).

 

SG Wald-Michelbach feierte das 70-jährige Bestehen und sich selbst

Was vergangenes Jahr aus organisatorischen Gründen doch nicht stattfinden konnte, hatte dieses Mal ein umso schöneren Rahmen und war für die Organisatoren ein voller Erfolg. Die SG als größter Verein der Gemeinde blickte auf ihre Gründung 1946 zurück. Dabei stellten sich die verschiedenen heutigen Abteilungen mit diversen Darbietungen vor. „Eine rundherum gelungene Veranstaltung“, bilanzierte Mitorganisator Hans-Georg Hering. Eine besondere Freude war es dem Vorsitzenden Gerhard Berger, Mitglieder aus dem Gründungsjahr zu ehren.

Berger blickte bei der Begrüßung auch auf die Vereinsgründung 1946 zurück. Diese durfte laut Auflage der amerikanischen Besatzungsmacht nur erfolgen, wenn sportliche und kulturelle Aktivitäten in einem Verein zusammengefasst wurden: Am 6. Januar war die SGK geboren, die Sport- und Kulturgemeinde Wald-Michelbach. Während die Fußballer bereits am Rundenbetrieb teilnahmen, beschlossen die Handballer im August, mit einer Herren- und Damenmannschaft anzutreten.

1948 fasste laut Berger die junge, aufstrebende Turnabteilung den Entschluss, erstmals eine Turnriege zu gründen. 1950 zogen die Fußballer auf den neu errichten Sportplatz in der Rudi-Wünzer-Straße um. 1952 kam eine Damen-Gymnastik-Gruppe hinzu. Im selben Jahr fand das erste Gau-Turnfest statt. Weit über 1000 Turner aus allen Orten des Gaus Bergstraße nahmen daran teil.

1955 nahmen die Tischtennis-Herren erstmals an einer Verbandsrunde teil und holten gleich ungeschlagen mit einem überragenden Ergebnis die Meisterschaft, führte Berger aus. 1959 trennten sich die kulturellen von den Sportabteilungen. Deshalb firmierte man ab dann als Sportgemeinde (SG), wie der Name auch heute noch lautet.

1976 wurde dank vieler Unterstützer eine Flutlichtanlage am Sportplatz erreichte. 1978 wurde das Jubiläum „75 Jahre Turnen in Wald-Michelbach gefeiert“. Die Faustballer ließen das Köhlerhandwerk wieder aufleben und errichten 1984 auf dem Schimmelberg den ersten Kohlenmeiler. Eine Tradition, die bis heute aufrechterhalten wird. Im Juni ist es wieder so weit. Im Rahmen des Überwälder Heimatfestes wurde 1996 das 50. Vereinsjubiläum begangen. „75 Jahre Fußball“ schloss sich 1998 an.

Das Jahr 2000 brachte für die Fußballer weitere Verbesserungen. Das neue Funktionsgebäude wurde errichtet und der erste Kunstrasen verlegt. 2012 wurde dieser erneuert und durch einen moderneren ersetzt. Eine optisch und funktionale gelungene Sportanlage, „um die uns viele Vereine beneiden“, so Berger. Er dankte allen, die „mit großem Idealismus, Engagement und Opferbereit“ in der Gründerzeit die Basis für den Verein legten. Aber auch allen, die sich in den folgenden sieben Jahrzehnten einbrachten.

Bürgermeister Joachim Kunkel gratulierte seitens der Gemeinde. „Es ist mir als alter SG’ler eine besondere Freude“, sagte er. Er würdigte die Vereinsarbeit in den vergangenen 70 Jahren und dankte allen, die sich dabei einbrachten und das SG-Schiff auf Kurs hielten. Der Verein sei ein wichtiger Bestandteil für das sportliche und kulturelle Leben in Wald-Michelbach.

Es sei „unglaublich“, wie sich die Turnabteilung entwickelt habe, meinte der Bürgermeister. Der Kinder- und Jugendarbeit zollte er sein „höchstes Lob“. Hier sei die SG ganz „fantastisch aufgestellt“. Kunkel weiß, wovon er redet, begann er doch schon als C-Schüler, spielte dann in der A-Jugend Fußball, war zehn Jahre in der ersten Mannschaft aktiv und daneben Schachspieler.

Mit einem Sketch der Turnerjugend hatte der Nachmittag in der Großraumsporthalle begonnen. Die zeigte, wie man die Heranwachsenden trotz Smartphone und Laptop noch für den Sport begeistern kann. Danach stellten sich die verschiedenen Abteilungen den vollen Rängen vor. Die Gruppe der Dreijährigen und die Montagsgruppen der Turner machten den Anfang, dann die Faustballer und die Gymnastikgruppen der Frauen. Es folgten Tischtennis, das Erwachsenen-Turnen, Rücken-Fit und die Gymnastikgruppe der Männer. Die Leistungsturner sowie Hand- und Fußballer bildeten den Abschluss, ehe dann die Turn-Showgruppe unter viel Beifall ihre Künste zeigte. Es folgte ein Mitmachprogramm.

Gründungsmitglied Hermann Egner, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht anwesend sein konnte, war Berger eine besondere Erwähnung bei den Ehrungen wert. Bei diesen standen „420 Vereinsjahre“ auf der Bühne. Dieser war auch zu Beginn lange Jahre in der Fußball-Abteilung aktiv. Auch Vereinswirt Ludwig Heid nannte der Vorsitzende – neben seinem „konstruktiven Kritiker und Berater über sehr viele Jahre“, Werner Lammer. Auf 38 Jahre Verbandstätigkeit blickt Ehrenvorsitzender Heinz Schwebel zurück, der zehn Jahre auch dem Verein vorstand.

Geehrte Mitglieder aus dem Gründungsjahr 1946: Hermann Egner, Emil Espig, Ludwig Heid, Werner Lammer, Hans-Günther Morr, Erich Mury, Hans Mury, Heini Scherpf, Heinz Schwebel

Erfolgreiche Mannschaften:

Jugendmeister männliche Jugend 1. Kreisklasse: Carina Roth, Lara Trautmann, Eric Petry, Samuel Staat, Paul Arnold, Nico Strasser, Fabian Schork, Leon Lickert, Luisa Schork, Jonas Schmitt.

Jugendpokalsieger männliche Jugend 1. Kreisklasse: Carina Roth, Lara Trautmann, Eric Petry, Jonas Schmitt

Schülerpokalsieger Schüler 2. Kreisklasse: Jacques Cimander, Til-Niklas Rosche, Jannis Karl

Organisatoren Sportgala: Sandra Norris, Heike Langer, Mark Norris, Hans-Georg Hering.

Wald-Michelbachs Fußballer-Maskenball kehrte zurück zu seinen Wurzeln

Klein, aber fein: Der Fußballer-Maskenball, kurz Fumaba, fand in diesem Jahr erstmals im Sportlerheim neben und nicht mehr in der Rudi-Wünzer-Halle statt. „Back to the roots“ sozusagen, denn auch die Anfänge der SG-Veranstaltung vor ein paar Jahrzehnten liefen in kleinerem Rahmen ab. Wenn aber auch dieses Mal nicht ganz freiwillig. Denn die Wünzer-Halle erwies sich in den vergangenen Jahren als zu überdimensioniert für die zurückgehende Zahl von Besuchern.

Das Sportlerheim war von den Aktiven zum gemütlichen Partyraum umgestaltet worden. Optisch und technisch wurde so eine hervorragende Clubatmosphäre geschaffen, in der sich die Gäste nicht wie im großen Saal verloren, sondern bestens feiern konnten. Dafür sorgten an diesem Abend 20 aktive Fußballer der SG, die sich an Bar, Tresen und im Hintergrund ums Wohl der Besucher kümmerten. Weitere 15 hatten bereits im Vorfeld bei Planung, Organisation oder beim Aufbau geholfen.

Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass die Veranstaltung auf 199 Besucher limitiert wurde. Warum gerade diese Zahl? „Ab 200 Gästen gelten andere, strengere Veranstaltungsvorschriften“, erläuterte Dimitri Loenko von den SG-Fußballern. Vergangenes Jahr in der Rudi-Wünzer-Halle zählte man gerade noch 350 Gäste, hatte aber einen ungleich größeren Aufwand. Deshalb kamen die Organisatoren überein, dieses Mal eine Art „Neustart“ hinzulegen.

„Im Laufe der Jahre gingen die Zahlen immer weiter nach unten“, bedauerte Loenko. Irgendwann, in den besten Zeiten, quetschten sich mal 1200 Gäste in die Wünzer-Halle. Immer mehr Faschingsveranstaltungen an denselben Tagen, dazu noch kurze Kampagnen mit Terminballungen ließen den Andrang immer mehr zurückgehen. Trotzdem „war es eine harte Entscheidung“, das gewachsene Umfeld zu verlassen.

„Das ist jetzt wieder wie in alten Zeiten“, blickte der SG-Mann auf die Gästeschar. „185 Karten gingen im Vorverkauf weg“, zeigte er sich zufrieden, da die Werbung vor allem über den Bekanntenkreis und Facebook gelaufen sei. Der Rest wurde über die Abendkasse ausgegeben. Je später die Besucher kommen, desto früher wird’s in der Regel am nächsten Morgen: Erst nach 22 Uhr füllte sich der Raum zusehends, gegen 23 Uhr wurde es langsam richtig voll, bis nach 4 Uhr wurde gefeiert

Und die Stimmung stieg ständig: Für diese sorgte wie auch im Jahr zuvor Nils Maday als DJ M2Y, der von Partyhits bis hin zu Clubsounds eine breite Palette an Musik auflegte. Diesmal auch „jüngere und frischere Titel“, wie es Loenko beschrieb: Man habe auf die Gästewünsche aus dem vergangenen Jahr reagiert und mehr aktuelle Songs mit reingenommen.

Vor allem aus Wald-Michelbach, aber auch aus dem Weschnitztal oder von den Hammelbacher Fußballern kamen die tanz- und feierwütigen Gäste. Die meisten auch verkleidet, so wie es ein Maskenball eigentlich erfordert. Dem Einfallsreichtum waren dabei keine Grenzen gesetzt. Da konnte es nur der lustige Hut sein, ebenso aber ein komplettes Kostüm wie Panda, Clown, Vampir oder orientalische Schönheit.

Die Männer hinter der Theke standen der Kreativität der Gäste in nichts nach. „Von den aktiven Senioren bis hin zu den alten Herren“ waren an diesem Abend altersübergreifend alle Sparten der SG-Fußballer im Einsatz. Man wolle, sagte Loenko, nach der Veranstaltung auch das Feedback auf die verkleinerte Version abfragen. Danach geht’s in die Beratungen, wie ein Fumaba 2017 aussehen könnte.

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„Leute, geht hin!“: Zweitliga-Fußballer Nico Hammann nimmt an der Typisierungsaktion teil

Mit Nico Hammann nimmt auch ein prominenter Sohn der Gemeinde an der Typisierungsaktion in Wald-Michelbach teil (Sonntag, 19. Juli, 11 bis 16 Uhr, Rudi-Wünzer-Halle). Der 27-Jährige läuft seit Anfang Juli für den Fußballzweitligisten SV Sandhausen als rechter Verteidiger auf. In seiner Jugend war Hammann beim SV Affolterbach und bei der SG Wald-Michelbach aktiv, spielte später in Hoffenheim, Kaiserslautern und zuletzt in Magdeburg.

„Leute, geht hin! Umso mehr da sind, umso größer ist die Chance, dass geholfen werden kann und ein geeigneter Stammzellenspender für Aron gefunden wird“, appelliert er an seine Mitbürger, es ihm nachzutun. „Alle aus meinen Freundeskreis in Affolterbach haben schon angekündigt, dass sie mitmachen“, freut er sich über die große Resonanz.

Seitdem Hammann Anfang Juli von Magdeburg nach Sandhausen wechselte, kann er wieder häufiger seine Heimatgemeinde besuchen. „Immer wenn ich in Wald-Michelbach bin, treffe ich mich mit meinen alten Freunden“, erzählt er. Und natürlich war dort auch das Schicksal des achtjährigen Aron Thema, der an einer besonders heimtückischen Art des Blutkrebses erkrankt ist.

Beim Familientag des SVS am Samstag, 18. Juli, ab 12 Uhr im Hardtwaldstadion soll mit Infozetteln noch einmal kräftig Werbung für die Registrierungsaktion gemacht werden, verspricht Hammann. Und vielleicht finde sich trotz eines Freundschaftsspiels am Sonntagnachmittag der eine oder andere SV-Mitspieler, der am Sonntag ebenfalls zur Typisierung nach Wald-Michelbach komme, hofft Nico Hammann. Auf jeden Fall habe er bereits einigen auf Nachfrage die Spendenkontoverbindung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) weitergeben. Da schon um 13 Uhr der Bus zum Spiel abfährt, ist Hammann auch unter den Ersten, die um 11 UHr zur Typisierung kommen.

Der Fußballer empfindet es „als richtig schön, dass sich so viele engagieren“. Für die gute Sache setzt der 27-Jährige auch ganz bewusst seinen Bekanntheitsgrad als Fußballer ein. Unter anderem startete er auf seiner Facebook-Seite einen Aufruf, an der Typisierungsaktion teilzunehmen. Über diese Fanseite bekam der Fußballer positive Rückmeldungen. Von den Fans „gab es sehr viele – auch persönliche – Nachrichten dazu.“

„Man kennt sich eben in Wald-Michelbach“, verdeutlicht Hammann, dass er schon frühzeitig von Arons Schicksal erfahren hatte. Daneben gab es dann den Kontakt über die Familie selbst. „Ich wurde von Arons Vater zu Beginn der Aktion angesprochen, ob ich nicht bisschen Werbung dafür machen könne.“ Für den aus Affolterbach stammenden war das keine Frage: „Wenn man die Chance hat zu helfen, dann sollte man es auch tun“, stand für ihn seine Unterstützung sofort fest.

„Meine Frau Laura hat sich schon vor zwei oder drei Jahren typisieren lassen“, ist Nico Hammann die Materie bereits vertraut. „Ich hatte es sowieso ebenfalls schon längere Zeit vor“, erzählt er. Jetzt sei „der richtige Zeitpunkt dafür“ – und das auch noch in seiner alten Heimat, womit er einer Familie aus dem Bekanntenkreis helfen könne.

„Es war an der Zeit, wieder einen Schritt Richtung Heimat zu machen“, freut sich Nico Hammann, in der neuen Saison für den Zweitligisten SV Sandhausen aufzulaufen. Der 27-Jährige spielte zuvor zwei Jahre in Magdeburg und stieg mit der dortigen Mannschaft zum Ende der Saison gerade von der Regional- in die Dritte Liga auf. Seine ersten Fußball-Sporen verdiente sich Hammann aber beim SV Affolterbach und bei der SG Wald-Michelbach.

„Es war perfekt, dass zur neuen Runde das Angebot vom SV kam“, passt für ihn alles zusammen. „So kann ich jetzt in der Zweiten Liga spielen und bin nahe an meiner Familie.“ Außerdem könne er die ganzen alten Freunde von früher wieder treffen. „Es ist einfach schön, wenn man sich regelmäßig sieht“, begrüßt der Fußballer die Rückkehr in die Heimat.

Vom FC Magdeburg trennte er sich trotzdem ungern. „Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt“, erzählt der rechte Verteidiger. „Das war dort so etwas wie meine Ersatzfamilie. Ich habe viele Freunde gefunden.“ Und nicht zuletzt der sportliche Erfolg durch den Aufstieg. „Für mich war immer klar, wenn ich von Magdeburg mal weggehe, dann nur in der Kombination von Heimatnähe und einem Schritt nach oben“, macht Nico Hammann deutlich, dass trotz des Wehmuts beim Verlassen des FC Magdeburg das SVS-Angebot eines war, das er quasi nicht ablehnen konnte.

„Der Kontakt zwischen meinem Berater und dem SV bestand schon ein bisschen länger“, erläutert der 27-Jährige die Vorgeschichte des Wechsels. Und: Den jetzigen Sandhäuser Cheftrainer Alois Schwartz „kenne ich noch aus der gemeinsamen Zeit bei Kaiserslautern“. Da passte es perfekt, dass der SVS für die neue Runde auf der Suche nach einem Spieler auf seiner Position als rechter Außenverteidiger war. Hammann geht mit einem Zweijahresvertrag nun in SVS-Farben an den Start.

„Die Chance auf den Einsatz in der Zweiten Liga war toll“, sagt Nico Hammann. „Wer weiß, ob sie nochmal gekommen wäre“, kokettiert der 27-Jährige damit, dass er jetzt im besten Fußballer-Alter ist und – übertrieben gesagt – in ein paar Jahren quasi schon „zu den Alten Herren“ gehören könnte. „Ich will so viel wie möglich spielen“, nennt er als eines seiner Ziele für die kommende Runde.

Nico Hammann_Wiesloch

Auch wenn der Sprung von der Regional- in die Zweite Liga ein großer ist, „fühle ich mich fit für die zweithöchste Spielklasse“, gibt sich Hammann optimistisch. Sicherlich werde es auch Situationen geben, „bei denen ich mich erst einmal hinten anstellen muss“, ist ihm bewusst. „Aber ich werde meine Chance nutzen und mich so gut wie möglich präsentieren.“

Mit seiner Frau Laura – beide heirateten vor kurzem – wohnt er jetzt in Mannheim. Von dort aus hat Nico Hammann sowohl kurze Wege zum SV-Stadion als auch ins heimische Wald-Michelbach – „wohin ich an freien Tagen immer fahre“. Unter anderem auch am Sonntag, wenn der Fußballspieler an der Typisierungsaktion in der Rudi-Wünzer-Halle teilnimmt.

Neben Nico Hammann ist am morgigen Sonntag ein weiterer prominenter Fußballer dabei: Pirmin Schwegler von der TSG Hoffenheim. Dieser kündigte auf seiner Homepage bereits an, ab 14.30 Uhr anwesend zu sein, Autogramme zu geben und gleichzeitig die Typisierungskosten für 50 Personen zu zahlen, die am Sonntag mitmachen. Da eine Registrierung 50 Euro kostet, bedeutet dies eine Spende von 2500 Euro. Schwegler hatte als Zweijähriger auch Leukämie und unterstützt deshalb mit Nachdruck diese Aktion.