SPD-Kandidat Sascha Weber gewinnt die Bürgermeisterwahl in Wald-Michelbach mit fast 74 Prozent

An dem Ergebnis gibt es nichts zu deuteln: Mit 73,7 Prozent zu 26,3 holte der SPD-Kandidat Sascha Weber bei der Bürgermeisterwahl in Wald-Michelbach einen grandiosen und unangefochtenen Sieg gegen seinen Mitbewerber, den Grünen-Politiker Matthias Schimpf. Der war als unabhängiger Kandidat angetreten, wurde jedoch von CDU und Freien Wählern unterstützt. Weber hatte 2098 Stimmen oder über 45 Prozent Vorsprung. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent. Weber gewann alle Wahlbezirke von knapp (Siedelsbrunn 50,7 zu 49,3) bis erdrutschartig (Unter-Schönmattenwag 90,3 zu 9,7 Prozent).

Als der frisch gewählte Bürgermeister Sascha Weber, vom Rathaus kommend, mit seiner Frau Kathrin am Elternhaus in Kocherbach vorfährt, wird er schon von einer großen Menschenmenge erwartet. Beifall brandet auf, bevor beide überhaupt aus dem Auto steigen. Die Reserven von der letzten Silvesterfeier machen sich bewährt: Ein paar Raketen steigen in den Himmel, es gibt ein kleines Feuerwerk. Dazu sind bunte Lichterketten über die Straße gehängt. Ein dreifaches „Hipp Hipp Hurra“ begrüßt den jetzt bekanntesten Sohn des Dorfs, gefolgt von einem Ständchen.

Danach haben beide Webers viele Hände zu schütteln. Halb Kocherbach ist da, aber auch Unterstützer, Freunde, Verwandte und Bekannte aus den umliegenden Ortsteilen mit etwa Gadern, Affolterbach, Hartenrod und Siedelsbrunn. Vor dem Haus, an den aufgebauten Zelten, herrscht beste Stimmung, sorgen Familie und Eltern für stetigen Nachschub an Essen und Getränken. Ein paar Freudentränen gibt’s bei der Gratulationscour auch immer mal wieder.

Die beiden im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten, Martina Tavaglione und Frank Derikatz, feierten mit, hatten sie doch im Vorfeld ihre Unterstützung des SPD-Kandidaten verkündet. Laut dem SPD-Kreistagsabgeordneten Sven Wingerter zeigt das Ergebnis, „dass alte Wald-Michelbacher Verhältnisse abgewählt sind“. Beide Wahlgänge machten deutlich, „dass die Menschen mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung wollen“. Sascha Weber „kann und will mit allen reden“, so Wingerter.

Sein Fraktionskollege und Neckarsteinacher Bürgermeister Herold Pfeifer, ein gebürtiger Hammelbacher und ÜWG-Schüler, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Weber. Weil der „ein toller Mensch ist“, der Wald-Michelbach wieder in gutes Fahrwasser bringen werde. SPD-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Christine Lambrecht sagte, der frisch gewählte Rathauschef habe „in einem tollen Wahlkampf über die Zukunft von Wald-Michelbach gesprochen“. Das hätten die Wähler mit diesem grandiosen Ergebnis honoriert. Sie wünsche ihm „viel Kraft, aber auch Freude in seinem neuen Amt“.

Sascha Webers Vater Günter ist am Abend nach der Wahl immer noch fassungslos – im positiven Sinn. „Vor einem Jahr hätte ich mir das nie vorstellen können“, erzählt er. „Es ist einfach unglaublich.“ Aber auch folgerichtig: „Nach diesem Wahlkampf hat er den hohen Sieg verdient“, freut sich Günter Weber. Sein Sohn ergänzt noch lächelnd, wie die Eltern ziemlich erstaunt schauten, als er sie vor einem Dreivierteljahr in seine Pläne einweihte, für den Bürgermeister-Posten zu kandidieren .

Für den Gewählten bringt die Nachwahl-Woche noch keine Entspannung. „Ich habe bis Freitag fünf Texte abzugeben“, ist Weber durch seinen Wahlkampf in Rückstand mit seiner Arbeit bei der Uni Gießen. Mit seinem Arbeitgeber befasst er sich auch noch in anderer Weise: „Jetzt muss ich erst einmal kündigen“, schmunzelte der 35-Jährige.

Nach dem Job ist vor dem Job: Bevor sich Weber aber richtig in die Vorbereitung für seine am 1. Juli beginnende Tätigkeit wirft, fliegt er am Wochenende mit seiner Frau für eine Woche nach Mallorca. Entspannung pur ist trotzdem nicht angesagt: Das Smartphone muss mit und ein paar Bücher, um sich in verschiedene spätere Aufgabenbereiche einzulesen.

Auch privat wartet auf das Ehepaar ab April viel Arbeit: Denn vor kurzem kaufte es sich ein Baugrundgrundstück in Hartenrod. Die Planungen für den Hausbau hatten schon im vergangenen Jahr begonnen, „mussten“ dann im Wahlkampf auf Eis gelegt werden. Jetzt sollen sie langsam wieder anlaufen. Und vielleicht, hofft Sascha Weber, „wird das dieses Jahr dann noch was“.

Geregelt werden muss auch die künftige Aufgabenverteilung im Haushalt. Denn dafür war bisher der künftige Bürgermeister zuständig, der sich seine Arbeitszeit freier einteilen konnte als seine Frau als Lehrerin. „Mal schauen, wie wir das organisieren“, meint Weber mit einem Lächeln.

Vor der Ergebnisverkündigung war er noch in Kocherbach und organisierte die spätere Feier mit. Und wirkte auf Vater Günter dabei ziemlich gelassen, während dieser die Spannung kaum noch aushielt und immer nervöser wurde. „Erst gegen halb 6 habe ich auch an Sascha bemerkt, dass auch er mitfieberte“, sagt der stolze Papa. Als gegen 18.10 Uhr die ersten Ergebnisse aus den Ortsteilen eintrudelten, wurde es immer klarer, dass gerade der künftige Bürgermeister im Elternhaus war – und Sascha Weber machte sich auf den Weg ins Rathaus.

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„Wir dürfen den ländlichen Raum nicht abschneiden“: Thema öffentliche Daseinsvorsorge in den Kommunen beim SPD-Dialogforum in Wald-Michelbach

Die „öffentliche Daseinsvorsorge in den Kommunen“ in Zeiten knapper Kassen stand im Mittelpunkt eines Dialogforums, zu dem die SPD-Bundestagsfraktion auf die Kreidacher Höhe eingeladen hatte. „Was kann der Bund tun“ lautete der Untertitel, dem sich die hiesige SPD-Abgeordnete Christine Lambrecht und ihr Bundestagskollege Dr. Jens Zimmermann, Leiter des Projekts „Neuer Zusammenhalt“, widmeten. Gast war der hauptamtliche SPD-Kreisbeigeordnete Karsten Krug.

Lambrecht begrüßte dazu zahlreiche Bürger aus Wald-Michelbach selbst, aber auch dem ganzen Kreis Bergstraße. „Sind die Rezepte von früher noch die richtigen Antworten von heute?“, stellte die Abgeordnete in den Raum. Sie wies auf das Stadt-Land-Gefälle und den Wegzug von immer mehr jungen Menschen in die Zentren hin. Deshalb ergäben sich als Herausforderungen für ländliche Gemeinden die Fragen: „Wie können wir das als Politik steuern“ und „Wie können wir Anreize schaffen?“ Die gute finanzielle Ausstattung von Kommunen sei Grundbedingung für gleichwertige Lebensbedingungen, hob sie hervor.

Jens Zimmermann erläuterte anhand seines Heimatortes die Ungleichbehandlung von Gemeinden. Groß-Umstadt habe neun Ortsteile, Dieburg keinen. Doch: „Beide werden in der Finanzausstattung gleich behandelt“, obwohl Groß-Umstadt vieles neunmal habe: Feuerwehren, Dorfgemeinschaftshäuser, Kindergärten, Friedhöfe. Und somit vergleichbar mit Wald-Michelbach und seinen neun Ortsteilen sei.

Er sprach sich für eine zielgenaue Förderung von Regionen in Deutschland aus, keine mit der Gießkanne. Gesundheit, Mobilität und Bildung wurden von ihm als wesentliche Kriterien der Daseinsvorsorge genannt. Die B38-Problematik kennt Zimmermann auch bei sich, denn die Bundesstraße verläuft ebenso bei ihm „weiter über den Berg“. Die Aussage des MdB war klar: „Es gibt keine höhere Priorität. Das Geld ist da.“

In puncto Gesundheit wies Zimmermann auf die wichtige Abdeckung mit Fachärzten hin. Früher habe es die Gemeindeschwester gegeben, heute heiße das Modell um Ärzte zu entlasten „AGnES“ (Arztentlastende Gemeinde-nahe E-Health-gestützte Systemische Intervention). Die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Bergstraße seien beides starke Regionen, aber auch sehr heterogen. Deshalb müsse man gestalterisch eingreifen.

Zimmermann bezog sich auf den früheren „Hessenplan“ unter Georg August Zinn. Zu dessen Philosophie müsse man wieder zurückkommen. Ein kleinerer Ort brauche Treffpunkte und Versammlungsorte, wo man Veranstaltungen durchführen könne, wo es eine Gaststätte gebe. „Wir dürfen den ländlichen Raum nicht abschneiden, nicht vergessen“, postulierte er.

Öffentliche Daseinsvorsorge bedeutet für Karsten Krug die Sicherung einer menschenwürdigen Existenz nach der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Aber was man in den Kommunen vor Ort brauche und zur Verfügung gestellt werden müsse, das entscheide jede allein im Rahmen ihrer Selbstverwaltung. Aufgaben müssten sein: flächendeckende Angebote zu günstigen Preisen und für jeden ortsnah zu erreichen. „Eine Gemeinde darf nicht allein gelassen werden.“ Das erfordere eine regionale Strategie. „Alle müssen an einem Strang ziehen“, sagte er.

Zentrales Projekt der neuen Koalition im Kreis Bergstraße sei die Gesundheit. So gebe es Finanzmittel im Haushalt 2017 für ein „MVZ plus“ und das Projekt NOVO (Netzwerk ortsnahe Versorgung Odenwald). Ziel muss laut Krug sein, dass es weniger oder gar keine Versorgungslöcher gebe. Er wusste aber auch, dass es sich dabei um ein hehres Ziel handle, an dem man aber dranbleiben müsse. Wichtig sei es, auf Akteure vor Ort zuzugehen, seien es Ärzte, Unternehmer oder ÖPNV-Verantwortliche.

Bürgermeister-Kandidat Dr. Sascha Weber sagte in Bezug auf Wald-Michelbach: „Wir haben eine große Fläche, viel Infrastruktur, die unterhalten werden muss“. Es gebe wesentlich mehr ältere Menschen als in vielen anderen Kommunen. Das seien Punkte, die bei der finanziellen Mittelzuweisung überhaupt nicht berücksichtigt würden. Die hohen Entlastungen des Bundes kämen auf Gemeindeebene nicht an.

Der ländliche Raum komme sich abgehängt vor, sagte der Lindenfelser Bürgermeister Michael Helbig. „Die Bürger fühlen sich als Menschen zweiter Klasse“. Der kommunale Finanzausgleich müsse trennschärfer sein. Ähnlich äußerte sich Werner Groß. Geld als großer Haufen bringe nichts, aber wenn man es breit ausstreue, „kann es große Wirkung entfalten“.

Laut Jochen Terporten, dem Ortsvorsteher von Seidenbuch, kann man dem Problem der Landflucht begegnen, indem man den Identifikationsprozess und die Eigenverantwortung stärke. „Die Motivation der Leute ist vorhanden, sie muss aber auch gefördert werden.“ Ein eigenes Budget für Ortsbeiräte wie in Lindenfels trage dazu bei. „Gebt den Leuten ein paar Euro an die Hand – sie werden was draus machen“, sagte Terporten.

Weitere Themen waren Digitalisierung und Breitband, der kommunale Finanzausgleich und die Kreisumlage. Christine Lambrecht meinte in ihrem Schlusswort, das Lebens- und Liebenswerte in den Kommunen müsse erhalten, aber auch neu gestaltetet werden. Ein differenzierteres Vorgehen beim Kommunalen Finanzausgleich bezeichnete sie als wünschenswert.

SPD Wald-Michelbach nominiert Dr. Sascha Weber als Bürgermeister-Kandidaten für die Wahl am 12. März

Dr. Sascha Weber ist der Bürgermeister-Kandidat der Sozialdemokraten für die Wahl am 12. März. Der SPD-Vorsitzende wurde von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl mit 23 von 28 abgegebenen Stimmen nominiert. Eine Stimme war ungültig, zwei Mitglieder stimmten mit Nein, zwei enthielten sich. Der Abstimmung war unter der Versammlungsleitung der SPD-Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht eine engagierte Diskussion um die Kandidatenfindung vorausgegangen.

Im Zuge der Versammlung wurde auch an die Seite von Achim Klos ein weiterer stellvertretender Vorsitzender gewählt, nachdem der bisherige Amtsinhaber Helmut Gremm seinen Posten niedergelegt hatte. Sven Wingerter, vorher Beisitzer, wurde mit 22 von 28 abgegebenen Stimmen als sein Nachfolger gewählt. Neuer Beisitzer wurde Felix Wolf aus Siedelsbrunn, der früher bei den Jusos in Überwald aktiv war und jetzt wieder in den Ortsteil zurückgezogen ist.

Sascha Weber hatte in seiner Rede betont, „ich will als Bürgermeister Wald-Michelbach in eine bessere Zukunft führen“. Er trete nicht an, um den Niedergang zu verwalten. Denn: „Unsere Gemeinde hat viel zu bieten.“ Er nannte günstige Immobilienpreise, touristische Attraktionen, gutes Betreuungsangebot für Kinder und niedrige Gebühren. Mit einer besseren Anbindung an die Metropolregion, einer besseren medizinischen Versorgung und einem besseren Konzept für die Förderung von Wirtschaft und Tourismus „kann es uns gelingen, den Abwärtstrend aufzuhalten“. Damit könne man nicht nur junge Familien hier zu halten, sondern auch neue zu gewinnen, betonte er.

Der SPD-Vorsitzende wies darauf hin, dass er seit 17 Jahren ununterbrochen Funktionen in der Partei wahrnehme. Er wies auf sein vielgestaltiges Studium hin, durch das er Generalist sei, „der sich schnell in neue Themengebiete einarbeiten und Problemlösungen finden kann“. Er sei für Führungsaufgaben ausgebildet und habe „breite Erfahrungen sammeln können“.

Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, dass ein Bürgermeister „in seiner Gemeinde verwurzelt und präsent sein muss“, betonte er. Seine Familie lebe schon seit Generationen in Wald-Michelbach „und mir liegt meine Heimat am Herzen“. Auch wenn ihn sein Beruf oft in andere Städte und Länder geführt habe, sei ihm die Bindung in die Heimat immer sehr wichtig gewesen. Deshalb habe er auch vor geraumer Zeit seinen Lebensmittelpunkt wieder in den Überwald gelegt.

Für Weber hat Wald-Michelbach einen Bürgermeister verdient, der in der Lage sei, „mit Teamgeist, Motivationsfähigkeit und vor allem gesunden Menschenverstand die Verwaltung zu führen“. Darum habe er sich entschieden zu kandidieren. Er habe den unbedingten Willen „unsere Gemeinde zu gestalten“. Die gegenwärtige Situation sei nämlich „eine einmalige Chance für die SPD, den Bürgermeister in Wald-Michelbach zu stellen“.

Denn die Sozialdemokraten würden seit Jahren nur noch als Anhängsel der CDU wahrgenommen. Es sei dringend notwendig, „dass die Partei nach außen wieder mehr Profil zeigt“. Er sei bereit alles zu geben, um die Bürgermeisterwahl zu gewinnen. „Aber selbst wenn ich verlieren sollte, hat die Partei allein schon mit meiner Kandidatur gewonnen“, sagte Weber.

Die lebhafte Aussprache über die Kandidatenlage in der Gemeinde und die Positionierung der SPD in den vergangenen Monaten waren Thema der internen Diskussion. Ernst Dörsam sprach an, was zum Schluss allgemeiner Tenor war: „Was gestern war, ist vergangen. Heute, ab dem 31. Oktober, interessiert mich unser Kandidat. Ab jetzt zählt für uns alle Sascha Weber; als einer von uns und einer von hier.“ Der Wahlvorschlag der SPD wurde gleich am nächsten Tag offiziell bei der Gemeinde eingereicht.

 

„Mir liegt meine Heimat am Herzen“: Der SPD-Vorsitzende Dr. Sascha Weber kandidiert für den Wald-Michelbacher Bürgermeister-Posten

Der SPD-Vorsitzende Dr. Sascha Weber kandidiert am 12. März 2017 für das Bürgermeister-Amt in Wald-Michelbach. „Mir liegt meine Heimat am Herzen“, schildert der 35-Jährige, seit 2014 Vorsitzender der Sozialdemokraten, warum er seinen Hut in den Ring wirft. „Ich verspreche, mich voll und ganz für das Wohl von Wald-Michelbach einzusetzen.“ Der katholische Theologe und promovierte Historiker ist Experte für Verfassungs-, Politik- und Verwaltungsgeschichte.

Obwohl ihn sein Beruf immer wieder an andere Orte führte, „habe ich mich trotzdem in all der Zeit für die Menschen hier in Wald-Michelbach engagiert“, so Weber. In der Kommunalpolitik bringt sich der Kandidat seit 17 Jahren in verschiedenen Funktionen ein. „Entscheidend für die erfolgreiche Arbeit eines Bürgermeisters ist das Setzen und Umsetzen von klaren und konkreten Zielen, die im Dialog mit Politik, Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern entwickelt werden“, betont der SPD-Vorsitzende.

Wald-Michelbach sei eine Gemeinde, „die vor großen Herausforderungen steht, aber auch sehr viel Potenzial hat“, hebt Weber hervor. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere durch die Ansiedelung eines medizinischen Versorgungszentrums, die Stärkung des Schulstandortes, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Gestaltung des demografischen Wandels sind für ihn wichtige Punkte, denen er sich mit Nachdruck widmen will.

Das Leben auf dem Land „soll auch weiterhin schöner bleiben als in der Stadt“, postuliert der 35-Jährige. Damit junge Familien weiterhin im Überwald wohnen und nicht in die Ballungszentren ziehen, ist seinen Worten zufolge die Förderung von Wirtschaft und Tourismus sowie eine Verbesserung der Verkehrsanbindung von grundlegender Bedeutung. Weber tritt daher sowohl für den schnellstmöglichen Bau der B38a als auch für den Ausbau des ÖPNV ein.

Der SPD-Mann spricht darüber hinaus noch ein weiteres Thema an: „Es muss intensiv geprüft werden“, ob die Bahnstrecke zwischen Wald-Michelbach und Mörlenbach nach dem Ende der Nutzung als Draisinenbahn wieder für den Personennahverkehr reaktiviert werden könne. Zwar werde die Draisine noch etliche Jahre auf der Strecke fahren, „aber wenn die Bürger eine Anbindung Wald-Michelbachs an den Bahnverkehr wünschen, müssen schon jetzt Vorbereitungen getroffen werden“, betont Weber.

Bereits für den November plant der Kandidat für den Chefsessel im Rathaus eine Reihe von Bürgergesprächen. „Dort bekommen die Einwohner Gelegenheit haben, ihre Anliegen und Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde einzubringen.“ Weber begrüßt, dass in Wald-Michelbach erstmals kein neuer Bürgermeister aus den Reihen der eigenen Verwaltung aufgebaut wurde.

Seiner Überzeugung zufolge ist „ein Bürgermeister kein Obersachbearbeiter“, sondern eine Führungspersönlichkeit. Diese müsse in der Lage sein, mit Teamgeist, Überzeugungskraft, Motivationsfähigkeit und gesundem Menschenverstand die Verwaltung zu führen und zwischen den unterschiedlichen Interessen zu vermitteln.

Sascha Weber sieht sich durch seine politische Erfahrung und berufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst gut für den Posten präpariert. Er könne als Bürgermeister zusammen mit den Rathaus-Mitarbeitern und den Mitgliedern der Gemeindevertretung bestens die Großgemeinde zum Wohle der Bürger weiterentwickeln, sagt er. Er betrachtet die Rolle des künftigen Rathauschefs als die eines überparteilichen Vermittlers und will „ein Bürgermeister für alle“ sein. In den kommenden Wochen und Monaten möchte sich der Kandidat getreu dieser Prämisse bei anderen Parteien und Wählergruppen sowie bei den vielen Vereinen, „die zum Leben in unserer Gemeinde so viel beitragen“, vorstellen.

Info: Die SPD Wald-Michelbach trifft sich am Montag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr im Gästehaus Margarethe, Am Königsbuckel 5, um über die Nominierung ihres Vorsitzenden als Bürgermeisterkandidat zu entscheiden.

Zur Person:

Dr. Sascha Weber, 1981 geboren in Weinheim, ist seit 2005 verheiratet mit der Lehrerin Kathrin Weber. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung. Nach dem Abitur 2002 studierte er Mittlere und Neuere Geschichte sowie Katholische Theologie in Mainz.

Weber war 2005 bis 2012 Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2008 bis 2014 Lehrbeauftragter an der Universität Mainz und 2009/2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter ebendort. 2012 folgte die Promotion in Mainz, 2012 bis 2014 war er Lehrbeauftragter und Projektmitarbeiter an der Universität Würzburg und wurde 2013 ausgezeichnet mit dem Dissertationspreis der Stadt Mainz.

Sascha Weber ist seit 1999 Mitglied der SPD, war 2000 bis 2004 Gründungs- und Vorstandsmitglied der Juso-AG Überwald, von 2001 bis 2007 Vorsitzender des SPD-Ortsbezirks Affolterbach, 2004 bis 2006 Mitglied der Gemeindevertretung und im Umweltausschuss sowie 2005 bis 2007 Vorstandsmitglied der SPD Bergstraße. Seit 2009 ist er Mitglied im Arbeitskreis Christen in der SPD, seit 2013 Mitglied der Historischen Kommission der SPD Hessen-Süd und seit 2014 Vorsitzender der SPD Wald-Michelbach, deren Vorstandsmitglied er bereits 1999 bis 2007 und 2012 bis 2014 war. Darüber hinaus engagierte er sich in mehreren Vereinen seiner Heimatgemeinde.