Die Band „Impulse“ zelebrierte in der Music Hall Weiher die Music von Pink Floyd

Eine bombastische Reise zurück in die Zeiten stilprägender Rockmusik: Die Band „Impulse“ aus Mannheim um den Gitarristen Eugen Leonhardt zelebrierte in der Live Music Hall die Helden des psychedelischen und progressiven Rocks, Pink Floyd. Dabei standen vor allem die erfolgreichen Alben von Mitte der 70er Jahre im Mittelpunkt, „Dark Side of the Moon” und „Wish you were here”. Sie wurden von der neunköpfigen Gruppe komplett mit einem fetten Sound gespielt, der Live-Aufnahmen wie etwa „Delicate Sound of Thunder“ vor dem geistigen Auge entstehen ließ.

„Wir hatten über 100 Besucher an einem Weihnachtsfeiertag bei unserem zweiten Gig“, freute sich Leonhardt. „Alle sind happy über den Abend“, meinte er. „Mit den Mitteln, die wir haben und in dem Stadium, wo wir uns befinden, war das ein Erfolg“, sagte er. Sphärische Klänge, gezupfte Gitarren, pompöse Rockmusik, sperrige Songs, absolute Hymnen der Musikgeschichte: Pink Floyd steht für all das und die Coverband schlug sich bei ihrer Annäherung an die Heroen vergangener Jahrzehnte mehr als gut.

Das hymnische „Time“, das klingelnde „Money“ mit dem einprägsamen Backgroundgesang, „Us and Them“, später dann „Shine on you crazy diamond“ mit fulminantem Saxofon-Solo oder „Wish you were here“: Die bekannten Klassiker, die jeder schon einmal gehört hatte, reihten sich wie an einer Perlenkette aneinander. Geprägt wurden die Stücke durch das Gitarrenspiel von Eugen Leonhardt, der Meister David Gilmour auf den sechs Saiten perfekt draufhatte.

Saxofonist Manuel Machel heimste mit seinen virtuosen Soli immer wieder Beifall des sonst eher bedächtigen Publikums ein. Martin Pohl an den Keyboards baute die alten Original-Sounds von Richard Wright mit analogen Synthesizern wie Moog nach, was laut Leonhardt „wirklich einmalig ist“. Denn die meisten holen sich heutzutage ganz einfach die Presets online und haben mit einem Klick „den“ Sound drauf. Deshalb bekommt das Ganze durch Martin Pohls Spiel „eine eigene Note und eigene Persönlichkeit“, sagte er.

„High Hopes“, „What do you want from me“, „Comfortably Numb“ und natürlich „Another Brick in the Wall“ bildeten den Abschluss des Konzerts, bei dem die Band die weltbekannten Lieder bis ins letzte Detail zelebrierte. „Uns ging es auch um eine eigene Interpretation und nicht um ein identisches und steriles Duplikat“, betonte der Gitarrist. Die Umsetzung sei natürlich immer schwer, wenn so ein Projekt am Anfang steht, erläuterte er.

„Die Musik von Pink Floyd verlangt einem einiges ab“, schmunzelte Leonhardt. Sie ist komplex und sehr vielschichtig. Er selbst muss ständig zwischen E-, Akustik- und Lapsteel-Gitarre hin und her springen. Allein schon das Equipment, das auf der Bühne zu händeln ist, stellt eine Herausforderung dar. In der „Hall“ kam noch dazu, dass es mit neun Leuten ganz schön eng wurde.

Das Projekt entstand ursprünglich bei der Session „Megs Thursday Night Music Club“ in Viernheim. Dort haben Sänger und Rhythmusgitarrist Toby Hill und seine Tochter Meggie, die bei „Impulse“ auch Backingvocals sang, eine monatliche Konzertreihe. Einmal wurde „Comfortably Numb“ auf die Setliste gesetzt. „Da ist mir sozusagen das Herz aufgegangen, weil ich die Musik sehr liebe“, lachte Leonhardt.

Denn mit diesen Tönen „bin ich aufgewachsen und lernte mit diesen Songs Gitarre spielen“, erinnerte er sich. Während die meisten anderen um die Jahrtausendwende Gangsterhiphop hörten. Deshalb schlug er vor, einen ganzen Abend mit der Musik von Pink Floyd zu füllen. „Toby war auch begeistert“, fand er schnell einen Verbündeten.

Anschließend trommelte der Gitarrist dann die besten Musiker, mit denen er in der Vergangenheit bereits zusammengespielt hatte „und die menschlich und musikalisch zu solch einem Projekt passen“, zusammen. Zur Band gehörten weiterhin Sofia Ungan (Backingvocals), Julian List (Bass), Lucian Öhler (Drums) und Roman Fischer (Percussion). „Alles sehr, sehr gute Musiker, tolle Menschen und Freunde“, betonte Leonhardt. Mit denen er ein vielbeachtetes Konzert ablieferte.

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Ein Streifzug durch alte Rock- und Pop-Klassiker mit dem Duo „Pretty Lies Light“ in Wald-Michelbach

Irgendwann muss leider mal Schluss sein, auch wenn das Publikum es sich anders gewünscht hätte: Erst nach zwei Zugaben ließen die Zuschauer das Duo „Pretty Lies Light“ in der evangelischen Kirche „von der Bühne“, dem Alterraum, gehen. Zuvor hatten die beiden Musiker in mehr als zwei Stunden ein Wohlfühl-Rock-und-Pop-Programm der Superlative geboten, immer wieder von lautstarkem Applaus unterbrochen.

Auch wenn sich die Veranstalter ein paar Gäste als die etwa 70 Besucher gewünscht hätten, machten diese mit ihrer Begeisterungsfähigkeit zahlenmäßig vielleicht fehlende wieder mehr als wett. Klar dominierend war die Altersgruppe 40+ – entsprechend der Musik. Denn die war – bis auf die selbst geschriebenen Stücke – ebenfalls der Zeit vor 40 oder mehr Jahren zuzuordnen. Quasi ein Best-of der 60er und 70er Jahre, raumfüllend dargeboten mit Gitarre, Keyboard und zwei Stimmen.

Frank Bangert und Jochen Günther schafften es, mit wenig Equipment einen solch vollen Sound in die Kirche zu zaubern, dass man sich automatisch nach weiteren Mitmusikern umschaute. Mit klaren Klängen, ebenso klaren Stimmen und perfekter Musikalität schaffen es die beiden, aus jedem Stück ein Erlebnis werden zu lassen. Bei geschlossenen Augen fühlten sich die Gäste ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurückversetzt, summten selig mit oder klatschten den Takt.

„Mrs. Robinson“ von Simon & Garfunkel war ein solches Lied. Durch den Film „Die Reifeprüfung“ weltberühmt, waren die Zuschauer schon bei den ersten Klängen voll dabei und gingen das ganze Lied über begeistert mit. Ähnlich beim „Nowhere Man“ der Beatles. Der Refrain ist so eingängig, dass er leicht mitgesummt werden konnte. Schon zu Beginn machte das Duo damit seinen Anspruch deutlich, „zeitlos schöne Songs“ zum Besten geben zu wollen.

Dass die Stimmen der beiden Musiker überaus wandlungsfähig sind, machten sie im Verlauf des Konzerts mehrfach klar. „Wir spielen auch Volksmusik – von einem anderen Volk“, leitete Jochen Günther etwa zu einem traditionellen englischen Stück über. Um danach mit dem „Halleluja“ von Leonard Cohen einen Song anzustimmen, der optimal in eine Kirche passte – und es durch seinen eingängigen Refrain leicht machte, darin einzustimmen. „Singen Sie ruhig mit“, forderte Günther das Publikum auf. Um verschmitzt hinterherzuschieben: „Die Betonung liegt auf ruhig.“ So wie hier moderierte der Sänge rund Gitarrist den ganzen Abend immer humorvoll, kenntnisreich und pointiert die Songauswahl.

Mit dem selbst geschriebenen „Revelation“ gelang „Pretty Lies Light“ der Beweis, dass sich die eigenen Stücke nahtlos in das Format der Coversongs einreihen. Sehr ruhig, mit sonorer Stimme, von leisen Keyboard-Klängen untermalt, fügte es sich optimal ein. Das sehr romantische, getragene Stück könnte problemlos auch in den 70er Jahren entstanden sein und würde gut in die Schiene Barclay James Harvest passen. Klar, dass der Superhit „Hymn“ von diesen im Programm nicht fehlen durfte.

Mit den „Sultans of Swing“ der Dire Straits ging’s in die Pause. Bei diesem Lied konnte Jochen Günther nochmal zeigen, welche Fingerfertigkeiten er auf der Gitarre draufhat. Denn Mark Knopflers anspruchsvolle Soli sind eine Klasse für sich. Für diesen Zweck packte Günther extra die akustische Gitarre weg und holte die Fender Stratocaster hervor – damit die Klänge dem Original so nah wie möglich kamen. Mit den ausufernden Soli, der präzisen Fingerarbeit und dem Rockklassiker als solchem rissen die beiden Musiker das Publikum von den Sitzen, ehe die wohlverdiente Unterbrechung folgte.

Danach ging es nahtlos weiter wie zuvor: Ein Klassiker reihte sich an den anderen, geschickt ergänzt durch selbst komponierte Songs. Das schon erwähnte „Hymn“ schwebte majestätisch durchs Kirchenschiff. „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel unterstrich die Hitschreiber-Qualitäten des Singer-Songwriter-Duos. Und zuletzt natürlich zwei Lieder, auf die alle gewartet hatten: „Shine on you crazy Diamond“ und „Wish you were here” von Pink Floyd. Frenetischer Jubel war „Pretty Lies Light“ gewiss.

Gitarrist Jochen Günther kommt aus Guntersblum und spielt bereits seit 1982 als Leadgitarrist in Clubs und auf Festivals. Von 1994 bis 2012 tourte er im Bluesduo „Norfolk & Goode“ durch ganz Deutschland. Frank Bangert ist musikalischer Leiter der Jugendmusicals am Staatstheater Wiesbaden und steuerte beim Konzert die Keyboards oder Rhythmusinstrumente bei. Die beiden CDs von „Pretty Lies Light““ wurden in seinem Tonstudio produziert. Als hervorragender Keyboarder hat er ein ganz besonderes musikalisches Gespür für virtuose Soli.