Besondere Klangerlebnisse auf dem Hammelbacher Klangwanderweg

Mit ungewöhnlichen Klängen wurde der Klangwanderweg oberhalb von Hammelbach eröffnet. Die Trommelgruppe „Bingoma“ setzte mit „afrikanischer Musik aus dem Odenwald“ einen besonderen Akzent: Vier oder fünf Percussion-Instrumente, Saxofon und Gesang schufen ein ebenso andersartiges Tonerlebnis wie dies auch auf dem Klangwanderweg „erhörbar“ ist. Der Kopf hinter der Idee ist Uli Krell. Er werkelte über drei Jahre lang an seinem Projekt.

Bürgermeister Markus Röth wies in seiner Begrüßung der vielen zur Eröffnung gekommenen Gäste darauf hin, dass es auf der Grasellenbacher Gemarkung inzwischen drei Qualitätswanderwege gebe. Auf einem Teilstück des H10-Wegs bei Hammelbach fänden sich nun auch die verschiedenen „Instrumente“. Röth bezeichnete es als gute Entscheidung, den H10-Weg miteinzubeziehen, da dieser ja von Einheimischen wie Touristen gleichermaßen frequentiert werde. „Wir können gar nicht genug Gäste in den Ort bekommen“, meinte der Bürgermeister. Wer bekomme schon „mit unüblichen Instrumenten“ während des Wanderns Musik gemacht, wies Röth auf die Außergewöhnlichkeit hin. Diese trage zur Attraktivitätssteigerung des Ortes bei.

Er habe „an vielen Orten offene Türen eingerannt“, meinte Uli Krell zur Entstehungsgeschichte. „Ohne Geld spielt keine Musik“: Krell wies mit diesen Worten darauf hin, dass ohne die Hilfe der Sparkassenstiftung eine Realisierung nicht möglich gewesen wäre. Seine Frau Bettina, die ihm vor sechs Jahren einen Kurzurlaub in Luxemburg geschenkt hatte, musste es Krell zufolge „ausbaden“, dass er dort auf den „Geschmack“ gekommen war.

Denn, so erläuterte er, „der Klangwanderweg in Hoscheid hatte es mir angetan“. Um nicht immer hinfahren zu müssen, „wollte ich so etwas in meiner Nähe haben“. Was in der Folgezeit bedeutete, dass die verschiedensten Instrumente im Hause Krell gebaut und auf dem Balkon oder im Keller zwischengelagert wurden – ganz zu schweigen von der vielen Zeit, die er in der freien Natur verbracht habe.

Viele helfende Hände nannte Uli Krell in seinen Dankensworten. Allen voran Günther Mücke, „meinen Held an der Kettensäge“, der praktisch immer unterstützend zur Stelle gewesen sei. Aber auch Bauhof, Förster oder Kulturbüro, um nur einige zu nennen, seien ihm zur Hand gegangen. Es sei toll, betonte er, „wenn eine solche Idee, ein ‚Spleen‘ im positiven Sinn, eine solche Resonanz findet“, freute sich Krell.

Für ihn sei es „eine tolle Erfahrung gewesen“, soviel – auch spontane – Hilfe zu erfahren. Das machte über drei Jahre hinweg Mut zum Weiterbauen. Neben der Gruppe „Bingoma“ trugen auch Kai Schäfer und seine Frau Angelika Feigl-Schäfer zum Rahmenprogramm bei. Bei ersterem hatte Uli Krell „mit mäßigem Erfolg“, wie er selbst sagte, einen Kurs im Obertonsingen belegt. Und holte jetzt den „Meister“ zur Eröffnung, damit der demonstrierte, wie sich so etwas anhört.

Als erstes Objekt wurde die Windleier am Bildstock aufgehängt. „Nach und nach, je nach meiner Freizeit und Fertigstellung, kamen die anderen Instrumente dazu“, erzählte Uli Krell. Die Ideen „importierte“ er entweder aus Luxemburg oder machte sich selbst Gedanken. Dabei spielte auch sein Beruf als Mathe- und Physiklehrer am Überwald-Gymnasium eine Rolle. Etwa beim Holzartenxylophon: „Die Abmessungen sind konstant, aber die verschiedenen Holzarten klingen alle unterschiedlich.“ „Ganz in meinem Kopf entstanden“ ist Krell zufolge die Lion-Windharfe. „Die habe ich genau an dem Tag montiert, als mein erster Enkel auf die Welt kam.“ Weshalb sie auch dessen Namen erhielt.

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Erstes Odenwälder Seminar zur Fruchtsaftlikör-Herstellung: Die süffige und „geistreiche“ Mischung macht’s aus

 

Der Raum schwirrt nur so von Fragen. „Wie viel Prozent Alkohol darf der zugefügte Obstbrand haben“, möchte Margrit Kern wissen. „Welches Verhältnis von Fruchtsaft und Zucker muss ich mischen“, erfragt Markus Herrel. Und: „Bei wie viel Grad wird die Mischung aufgekocht“, ist Hans-Peter Hasenstab nicht ganz klar. Allen dreien und acht anderen Seminarteilnehmern ist gemein, dass sie sich von Johannes Gehrig in die Feinheiten der Fruchtsaftlikör-Herstellung einweihen lassen. Der bietet – erstmalig im ganzen Odenwald, wie er betont – ein solches Seminar an.

Zusammen mit Gehrig besuchen die elf in Offenburg „normalerweise“ einen Fortbildungskurs der Fachschule für Landwirtschaft. Ziel ist der Abschluss als „staatlich geprüfte Fachkraft für Brennereiwesen“. Die Betreiber von Klein- und Obstbrennereien sollen dabei in den Bereichen moderne Brennereitechnik, Herstellung von Destillaten, Marketing oder Landschaftspflege zusätzliche Kenntnisse erwerben können.

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„Ich wurde dort gefragt, ob ich nicht einen Kurs zur effektiven Likörherstellung durchführen könnte“, erinnert sich Gehrig. Denn in der Ortenau und im Schwarzwald dominierten derzeit die Obstbrände, weswegen die kleinen Brennereien nach Nischenprodukten und Alleinstellungsmerkmalen suchten. „Ich habe spontan Ja gesagt“, so Gehrig. Denn mit seinen „Odenwälder Feinen Bränden“ habe er in punkto Likör große Erfahrung vorzuweisen. Im ganzen Odenwald haben sich seinen Worten zufolge nur drei oder vier Betriebe auf dieses Segment spezialisiert.

Markus Herrel aus der Ortenau geht es um neue Produkte und „eine bessere Qualität, die sich auf dem Markt gut durchsetzen kann“. Der Odenwald sei für kleine Brennereien fast so etwas wie ein Paradies, meint er. In der Ortenau gebe es mehrere 1000 davon, hier nur eine Handvoll – und Gehrig habe das Glück, im Überwald sogar der einzige zu sein.

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Liköre sieht Herrel bisher in seinem Portfolio als „Schwachpunkt“. Er wolle das Segment ausbauen, breiter aufstellen und qualitativ hochwertig gestalten, erläutert er. „Ich muss mich von der breiten Masse auf dem hart umkämpften Markt abheben“, verdeutlicht er seine Hintergründe, für ein Wochenende in den Odenwald zu fahren. „Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör“, zitiert er noch Wilhelm Busch, um die Nachfrage zu „belegen“.

Aus einer ganz anderen Ecke kommt Hans-Peter Hasenstab: Er ist derzeit noch Bürgermeister der 15.000-Einwohner-Stadt Hilchenbach im Siegerland. „Ich habe ein Faible für Aromen und Gerüche“, betont er, weswegen er bereits eine Sommelier-Ausbildung machte. „Im Spätjahr gehe ich in Pension“, so Hasenstab. Im Vorgriff darauf „baue ich gerade zuhause meine Brennerei aus“.

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Der aus Offenbach stammende will „vorwiegend Geiste herstellen“ und erhofft sich damit im vom „Klaren“ und Schnaps dominierten Nordrhein-Westfalen ein „Alleinstellungsmerkmal“. Mit seinen Produkten sei er „in NRW ein absoluter Exot“, schmunzelt der Bürgermeister.

Baiersbronn im Nordschwarzwald ist die Heimat von Peter Schmittger. Er kaufte sich vor fünf Jahren einen Hof mit Brennereirechten. Da der „familiäre Background“ bei der Schnaps- und Likörherstellung fehlt, muss er sich die Grundlagen selbst erarbeiten. Dazu zählen eben auch „fundierte Kenntnisse im Brennen und in der Likörherstellung“. Schmittger hat sich auf „alles rund um den Apfel“ konzentriert, auch Apfelessig und -most.

Margrit Kern aus Freiamt (nördlich von Freiburg) betreibt seit zwölf Jahren eine Brennerei. Sie ist in den Überwald gereist, um schon jetzt auf anstehende betriebliche Änderungen durch die Abschaffung des deutschen Branntweinmonopols Ende 2017 zu reagieren. Denn dann ändern sich die Vermarktungsmöglichkeiten.

Vor dem Erfolg stehen die Arbeit und der Schweiß. Es geht los mit Säubern und Verarbeiten des saisonalen Obsts und dem „Einmaischen“ zur Weiterverarbeitung am nächsten Tag. Unter Anleitung von Johannes Gehrig werden alle Hilfsmittel und Ingredenzien vorbereitet und gemischt. Das jeweilige Verhältnis ist dabei sehr wichtig. „Meine Grundrezepte habe ich mit Learning-by-doing konzipiert“, verrät Gehrig. Und dann irgendwann die richtige Dosierung herausgefunden.

Grundsubstanz, Zutaten, Mengenverhältnisse, die optimale Mischung und die endgültige Mixtur werden von Gehrig im Seminar thematisiert, damit jeder Teilnehmer seinen „eigenen“ Likör herstellen kann. Wenn er als Beispiel zehn Liter Quittenlikör herstellen will, nimmt Gehrig etwa die Hälfte Fruchtsaft, zwei Liter 96-prozentigen Alkohol, fast zwei Liter flüssigen Invertzucker, 400 Milliliter Quittenbrand und noch einmal 600 Milliliter Glukosesirup.

Es werden beim Seminar nur rein und frisch ausgepresste Fruchtsäfte verwendet, keine gekochten oder anderweitig haltbar gemachten Säfte. Ebenso „keine Fruchtsaftauszüge, Essenzen oder Fruchtaromen“, betont Gehrig. Daher hätten die Liköre „immer eine gewisse Frische von Frucht drin und kommen daher beim Publikum sehr gut an“.

Mit einer Idee, der Herstellung oder Rezeptkreation ist es aber noch nicht getan, verdeutlicht Gehrig. Im nächsten Schritt gehe es um Abfüllen, Etikettieren oder die Preiskalkulation. Und dann will ein neues Produkt am Markt eingeführt werden. Die Seminar-Rückmeldungen zeigten dem Überwälder Likörspezialisten, dass er mit seinem Angebot den Nerv getroffen hatte. „Ich habe sehr viel mitgenommen“, hieß es. Oder: „Es ist einer super Idee, sich selbst Gewürzaromen herstellen“. Und: „Jetzt weiß ich, wie man teilweise effektiv arbeiten kann.“

Info: http://www.odw-feine-braende.de

Eine Reise nach Indien und Kerala mit Pater Cyril: Karmelitermönch stellte im Wald-Michelbacher Rathaus seine Heimat vor

 

„Es war wunderschön“, brachte eine Zuschauerin beim Hinausgehen die Meinung aller auf den Punkt: Der scheidende Pater Cyril hatte in einem Lichtbildervortrag auf Einladung der „Aktiven Senioren“ den Zuschauern Indien und speziell seine Heimatregion Kerala nähergebracht. Viele Wald-Michelbacher wollten den beliebten Karmeliterpater noch einmal sehen, bevor er im September als Pfarrer nach Mörlenbach wechselt: Der Ratssaal war mit über 50 Gästen beinahe überfüllt.

Kerala mit seinen 33 Millionen Einwohnern ist nur ein kleiner Teil des großen Indiens mit 1,1 Milliarden Seelen. Jedoch ist hier der Anteil der Christen an der Bevölkerung mit knapp 20 Prozent im Vergleich zum Landesschnitt von 2,5 Prozent sehr hoch, führte der Pater aus. Ein Viertel der Bevölkerung in der Region sei muslimisch, die große Mehrheit seien Hindus. Alle lebten friedlich zusammen und respektieren die jeweils andere Religion, hob Cyril hervor.

„Wir haben aber unsere ganz eigenen Rituale und Traditionen“, erläuterte er. Denn die indischen Christen zählten sich zur syro-malabarischen Kirche, die sich auf den Apostel Thomas beruft. Der soll im ersten Jahrhundert nach Christus in den Jahren 53 bis 60 den Südwesten des Landes (damals Malabar, heute Kerala) bereist haben. Die von ihm gegründeten christlichen Kirchen bezeichnen sich auch als Thomaschristen.

Mit der römischen Kirche kam man in Kerala erst spät in Kontakt – durch die Portugiesen im 16. Jahrhundert. Deren Versuch, dem indischen den lateinischen Ritus überzustülpen, sei nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen. Kompromisse ermöglichten es, dass viele eigenständige Bestandteile und Riten der frühen indischen Kirche auch heute noch gepflegt würden. Etwa die Prozessionen beim Pfarrfest. Die sind Pater Cyril zufolge „eine Mischung aus Karneval und Fronleichnam: heiter, fröhlich, aber dann doch wieder ernst“.

Nicht nur Heiligenfiguren würden durch die Straßen getragen, sondern auf Traktoranhängern ganze Kapellen in Mini-Format nachgebaut. „Trommler peitschen dabei die Stimmung an“, verdeutlichte er die so ganz andere Form. Die anderen Religionen „zeigen Respekt gegenüber unseren Traditionen“, betonte er. So würden etwa vor muslimischen oder Hindi-Häusern Kerzen auf die Straße gestellt.

Aufnahmen aus Cyrils Heimatort Pottenkad gaben einen sehr persönlichen Eindruck vom dortigen Leben. Die Schule, „auf die ich zehn Jahre ging“, war zu sehen, ebenfalls die inzwischen renovierte Heimatkirche. „Früher gab’s da noch keine Bänke, wir haben auf dem Boden gesessen“, machte er die Wandlung deutlich. Das ganz andere, bunte Messgewand ist seinen Worten nach ebenfalls der syro-malabarischen Tradition zuzuschreiben.

Mit einer deutschen Reisegruppe aus dem Bistum Mainz hatte Pater Cyril vor ein paar Jahren auch sein Elternhaus besucht. Dabei gab’s einen großen, farbenfrohen Empfang mit der ganzen Familie. Beim Besuch der christlichen Schule bekamen die Gäste ein typisch indisches Essen serviert: mit Reis und Curry auf Bananenblättern. Der Schulalltag folgt laut Cyril „ganz bestimmen Ritualen“, angefangen bei der morgendlichen Begrüßung mit angeschlossenen Gymnastikübungen.

Er selbst, erzählte der 38-Jährige, sei nach der Schule in den Karmeliten-Orden eingetreten. Dessen Niederlassung in Kerala sei vor etwa 40 Jahren von einem deutschen Mönch gegründet worden, deshalb gebe es auch die Verbindung zum Bistum Mainz. Vom Orden werde er in bestimmten Abständen gefragt, ob er weiter in Deutschland bleiben wolle, sagte er. Auf diesen Punkt könne er somit Einfluss nehmen.

Wo im Bereich des Bistums Mainz er allerdings eingesetzt werde, werde dort entschieden, verdeutlichte er auf Nachfrage aus dem Publikum. Hintergrund war natürlich sein Wechsel als Pfarrer nach Mörlenbach – und weil man ihn aus Wald-Michelbach nicht ziehen lassen will. „Wir können mit unserer Arbeit in Deutschland auch unser eigenes Kloster in Indien unterstützen“, nannte er einen positiven Aspekt seines Wirkens im Odenwald.

Aus Kerala, dem kleinen indische Bundesstaat im Südwesten, zeigte Cyril etliche Bilder, die Lust auf Urlaub machten. Der Name, sagte er, bedeute entweder Land der Kokospalmen – oder „Land, in dem der Pfeffer wächst“, meinte er unter dem Schmunzeln der Anwesenden. Aber diese beiden sind nur zwei von unzähligen Früchten und Gewürzen, die dort zu finden sind. Schwarztee- oder Reisplantagen prägen neben ausgedehnten Kokospalmen-Wäldern die Landschaft. Kardamom, Kakao, Kaffee, Gummi oder Vanille sind weitere der unzähligen Naturprodukte.

Auf seiner Bilderreise durch ganz Indien machte Cyril auch mit den vielen bunten Festen bekannt. Etwa Deepavali, das Fest des Lichts, mit einem Kerzenmeer und Straßendekorationen wie hierzulande im Advent. Oder Holi, das Fest der Farbe, am ehesten der Fastnacht vergleichbar – inzwischen in Deutschland gerade bei Jugendlichen sehr populär. Und schließlich das Genescha-Fest der Hindus, bei dem der elefantenköpfige Gott im Mittelpunkt stehe.

Eine Einführung in die indische Geschichte hatte der Pater seinem Dia-Vortrag vorgeschaltet. Der Staat zähle 82 Prozent Muslime, zwölf Prozent Muslime und 2,5 Prozent Christen. Sikhismus, Jainismus und Buddhismus seien ebenfalls vertreten. „Alle 27 Bundesländer haben eine eigene Sprache“, erläuterte er, warum die Verständigung untereinander manchmal etwas kompliziert sei – trotz der beiden nationalen Amtssprachen Englisch und Hindi. Aber gerade auf dem Land werde jeweils nur die Sprache der Region gesprochen – seine sei Malayalam. Sie ist mit dem Tamil nah verwandt.

Nach Ende seines Vortrags, zu dem Bürgermeister Joachim Kunkel die Interessierten begrüßte hatte, überreichte Klara Alter seitens der „Aktiven Senioren“ dem Referenten ein Weinpräsent. Pater Cyril hatte im Anschluss noch viele Hände zu schütteln. Zahlreiche Mitbürger verabschiedeten sich von ihm persönlich und dankten für die schöne Zeit, andere wiederum versprachen gleich, bei seiner Einführung am 18. Oktober in Mörlenbach dabei zu sein.

 

 

 

Die Geopark-Tour rund um den Hardberg bietet herrliche Weitblicke

Eine Wanderung mit „Weitblicken“ rund um den Hardberg gibt es am Sonntag, 19. Juli. Ab 10 Uhr lädt Geopark-vor-Ort-Begleiter Gerhard Kunkel dazu ein, herrliche Blicke in die verschiedenen Odenwald-Täler bis hinüber zum Pfälzer Wald zu genießen. Auf einer Strecke von 10,8 Kilometern werden je 180 Höhenmeter bergauf und bergab bewältigt. Der Hardberg liegt im Herzen des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald, an der Grenze zwischen Granit und Sandstein.

Vor den Wanderern liegt ein anspruchsvoller Weg, aber ohne Gefahren, begehbar mit gutem Schuhwerk und dem Wetter angepasster Kleidung. Zunächst geht es in Richtung Sportplatz Ober-Abtsteinach, wo eine Landstraße überquert wird. Diese bildet gleichzeitig die Grenze zwischen kristallinem (Granit-) und Sandstein-Odenwald. Über einen Trampelpfad wird bald die Klosteranlage „Buddhas Weg“ erreicht. 2011 wurde hier die weltweit größte Buddhastatue aus Jade ausgestellt.

Weiter geht‘s hinauf in Richtung Hardbergsender. Von hier hat man bei guter Sicht einen grandiosen Ausblick über die Geo-Naturpark-Westgrenze hinaus über die Rheinebene bis hin zum Pfälzer Wald. Nun verläuft der Weg zwischen den beiden Sendetürmen hindurch (links der vom Hessischen Rundfunk und rechts ein Relikt aus dem Kalten Krieg, heute als Mobilfunkmast genutzt) in Richtung Skiabfahrt Siedelsbrunn. Hier öffnet sich der Blick in Richtung Osten.

Nach kurzem Verweilen verläuft die Wanderstrecke weiter über die Siebenwegekreuzung zur „Steinernen Bank“. An diesem Aussichtspunkt steht eine Schutzhütte des Odenwaldklubs. Von dort bietet sich ein schöner Blick ins Eiterbachtal. Der Name „Steinerne Bank“ kommt nicht von ungefähr. Am Aussichtspunkt steht tatsächlich eine Bank aus heimischem Sandstein, die von Andreas Lammer, Steinhauer aus Ober-Abtsteinach, im Jahre 1905 errichtet wurde.

Weiter geht’s zur Stiefelhütte und vorbei an einem stillgelegten Sandsteinbruch, der noch als Kletterwand genutzt wird, zur „Struwwelischen Buche“ – wer will, kann ja mal die Stämme zählen. Über stille Waldwege führt die Tour danach zurück zum Ausgangspunkt.

Info: Anmeldung ist erforderlich bei Gerhard Kunkel unter Telefon 01573/7441408 oder E-Mail Gerhard.Kunkel.geopark@bluehash.de. Der genaue Treffpunkt am Sonntag, 19. Juli, um 10 Uhr wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

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Auf der Tromm: Beziehungswand bringt Museales in die freie Natur

Joel ist Dortmund-Fan, deshalb war es für ihn keine Frage, ein Bild mit einem Dortmund-Trikot an die Beziehungswand auf der Tromm zu hängen. Joey dagegen findet Bulldogs toll, deshalb hat er das Motiv eines John Deere gemalt. Zusammen mit anderen Dritt- und Viertklässlern von der Adam-Karrillon-Schule und der Grundschule Schimmeldewog besuchten die beiden die von Ingrid Scholz erdachte und konzipierte Beziehungswand.

Um die 40 Kinder hatten sich mit ihren Lehrerinnen von Wald-Michelbach aus auf den Weg zum Anwesen der Scholzens gemacht, um sich dort erst einmal mit einem Frühstück zu stärken. Die Kunstgegenstände im Garten und vor allem die Möglichkeit, aus verschiedenen Metallgegenstände selbst etwas zu formen, stießen bereits auf großes Interesse. Aus Schönmattenwag waren Sabine Herold und Simone Hentschel-Gärtner mit ihren beiden Klassen zuerst mit dem Bus nach Wald-Michelbach gefahren und von dort auf die Tromm gelaufen.

Einen ähnlichen Weg beschritt auch die dritte Klasse von Ute Gölz aus der Karrillon-Schule. Auf ihre Kinder wartete zum Abschluss der ganzen Aktion noch eine Überraschung: Sie durften mit dem Feuerwehrauto zurück ins Tal fahren. Station war dabei der Spielplatz in Gadern, zum Abschluss gab’s als Überraschung noch ein Eis. Auch als Lohn für die vergangene anstrengende Woche, als sich die Drittklässler mit viel Engagement in das große Musikprojekt an der Schule eingebracht hatten.

Ingrid Scholz möchte mit ihrer Beziehungswand quasi ein „Museum in der freien Natur“ schaffen, in das sich alle einbringen könnten, wie sie erläuterte. Im Museum gebe es viele aufgehängte Dinge, diesen Ansatz verfolge sie nun auch hier. „Die Wand ist für euch“, sagte sie zu den Kindern. Wichtig sei, dass die dort aufgehängten Dinge „in einer Beziehung zu euch stehen“. Irgendetwas, das einem wichtig sei. Etwas von zuhause Mitgebrachtes, etwas auf dem Weg Gefundenes, klein oder groß.

„Habt ihr Kunst in der Natur schon mal gesehen?“, fragte Ingrid Scholz in die Runde. „Ja, in der Schweiz“, kam spontan eine Antwort. „In der Türkei“, sagte ein anderer Schüler. „Der Kunstweg hier um die Ecke“, wusste ein Dritter. Sie sei „gespannt, was ihr alles mitgebracht habt“, sagte Scholz.

Sie sei gespannt, meinte Ingrid Scholz, wie sich die Kunstinstallation entwickle. Denn es gebe die Möglichkeit, den Prozess zu verfolgen, da neue Objekte jeden Tag auf einer eigenen Homepage vorgestellt würden. „In der heutigen Konsumgesellschaft“, so Scholz, sei auch nach einer gewissen Zeit die Frage interessant, „ob die Kinder dann wieder das Gleiche aufhängen würden“.

Das, was in den kommenden Wochen den Weg an die Beziehungswand findet, soll laut der Initiatorin „so lange dort hängen bleiben, wie es die Natur zulässt“. Deshalb wurden manche Objekte auch laminiert oder in Klarsichthüllen gesteckt. Ein Rückblick in ein paar Jahren lasse sicher aufschlussreiche Erkenntnisse zu.

Die Kinder hatten sich viele Gedanken über das gemacht, was sie mitbrachten. Sarah etwa hat Hunde und Katzen gern. Deshalb fotografierte sie ihre, druckte das Foto aus und hing es auf. Bei Malik war’s ein Flieger, Melena als Pferdefan nahm ein Hufeisen, Johannes ein laminiertes Pflaster. Dies, weil es ihn an den Fall von der Schaukel erinnert, was sehr wehtat.

Ingrid Scholz wiederum verwendete einen alten Feuerwehrschlauch. Der sollte sie an den Kabelbrand in ihrer Küche erinnern und gleichzeitig die Hoffnung wecken, „dass so etwas nie wieder passiert“. Durch das Aufhängen bekomme man eine Beziehung zu den Objekten, so werde die Beziehungs- auch zu einer Museumswand.

„Kunst ist langweilig“, habe einer ihrer Schüler im Vorfeld gesagt, so Ute Gölz. Der sei dann aber im Garten von Ingrid Scholz sofort dabei gewesen, Metallteile zusammenzusetzen und wurde so eines Besseren belehrt. Die Fußball-Fans unter den Kindern hatten auf die Frage „Was ist euch wichtig?“ schnell eine Antwort, meinte Gölz. Bei den Mädchen kamen die Aspekte Pferde und Häkeln dazu.

„Gute Ideen“ hätten ihre Schüler entwickelt, so Sabine Herold. In der vergangenen Zeit habe es an der Grundschule Schimmeldewog sowieso Kunstprojekte gegeben, sagte sie. „Wir sprachen dabei auch über vielfältige Kunstformen.“ Den Kindern sei „die Freundschaft extrem wichtig“, stellte sie fest. Das Gefühl zu haben, „Ich bin nicht allein“, sei von großer Bedeutung.

Aber auch (Kuschel-)Tiere spielen laut Herold eine große Rolle. Die wurden dann in Form von laminierten Bildern an die Wand gehängt. „Praktisch keine negative Erfahrung“ habe Eingang in die Schüler-Überlegungen gefunden. Sie freute sich über die „Aufgeschlossenheit“ der Heranwachsenden gegenüber der Kunst. Die seien es in ihrer Schule gewohnt, „basteln und bauen zu dürfen“.

Nette Begebenheit am Rande: „Hängen Sie hier bitte auf, was Ihnen etwas bedeutet“, heißt es auf dem Schild an der Straße. Was auch schon einige Vorbeikommende als Aufforderung verstanden. Ein Scherzbold schrieb aber drunter: „Soll ich da jetzt meine Frau hin hängen?“        tom

Info: Am Sonntag, 26. Juli, werden um 15 Uhr die Beziehungswand und die anderen Skulpturen auf der Tromm-Wiese vorgestellt. Mehr unter www.beziehungswand.de

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Geopark-Tour: Vorbei an Rindviechern und am Siegfriedbrunnen

„Nibelungensage und Pflanzenfresser“ heißt die neue Tour des Geopark-vor-Ort-Begleiters Friedel Sattler, die er am Sonntag, 7. Juni, erstmals anbietet. Sie beginnt um 13.30 Uhr am ehemaligen Bahnhof. Über den Spessartskopf, den etwa 550 Meter hohen Hausberg des Grasellenbacher Ortsteils mit seinen fantastischen Weitblicken, wird der Siegfriedbrunnen erreicht.

Hier soll der Nibelungensage nach Hagen von Tronje heimtückisch den Recken Siegfried ermordet haben. Obwohl mehrere Orte des Odenwaldes behaupten, den „richtigen“ Siegfriedbrunnen zu beheimaten, ist Friedel Sattler überzeugt, dass sich der einzig wahre Brunnen in Grasellenbach befindet.

Neben geschichtlichen und geologischen Informationen haben die Teilnehmer auch die Möglichkeit, das Projekt der Ganzjahresbeweidung hautnah zu erleben. Seit 2014 haben es sich der Lorscher „Förderkreis große Pflanzenfresser im Kreis Bergstraße“ sowie die beiden Gras-Ellenbacher Landwirte Joachim Mauermann und Wolfgang Schierenbeck mit Unterstützung des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald zum Ziel gesetzt, eine kleine Wasserbüffelherde aufzubauen und die Tiere als Landschaftspfleger einzusetzen.

Zur Bewältigung der etwa sechs Kilometer langen Tour sind etwa drei Stunden veranschlagt Zum Abschluss ist eine Einkehrrast möglich. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich unter 0 62 07-94 38 37.

Ein voller Erfolg war Friedel Sattlers erste Tour. Knapp 30 Wanderer fanden sich am ehemaligen Bahnhof in Wahlen zur „Vier-Dörfer-Wanderung“ ein. Die Einheimischen waren neugierig, mehr über ihre Heimat zu erfahren, während die auswärtigen Gäste an diesem Tag teilweise erstmals die Region als Wanderziel entdeckten. Das ideale Wetter begünstigte den Landschaftsgenuss auf teils abgelegenen Pfaden. Informationen zu Geschichte, Geologie sowie Lebens- und Arbeitsweise früherer Generationen konnten so hautnah erlebt werden.

Vorbei an Kriegerdenkmal, der ehemaligen Wasen-Mühle und den Litzelbacher Steinbrüchen wurde schließlich Hammelbach mit evangelischer Kirche, dem Pranger und der gotischen Kapellruine erreicht. Eine Besichtigung des Kleinen Museums für alte Läden und Reklame sowie die Einkehr in einer Straußenwirtschaft rundeten die Führung ab. Der Rückweg führte dann vorbei am „Kaltem Brunnen“ über das „Kirchenpädel“ und Gras-Ellenbach nach Wahlen. Beim Abschluss, zu dem der vor-Ort-Begleiter einlud, konnten die Teilnehmer anhand von Gesteinsproben, regionaler Literatur und Anschauungsmaterialien wie alten Werkzeugen zur Steinbearbeitung sowie landwirtschaftlichen Geräten das Gehörte vertiefen.

Das Ziel der Geopark-vor-Ort-Begleiter, Gästen ihre Heimat näher zu bringen und das besondere Wissen der vor Ort lebenden Menschen mit anderen zu teilen, wurde bei dieser Führung bestens erreicht. Für alle diejenigen, die den jetzigen Termin verpassten oder keine Zeit hatten: Die Tour wird im Oktober nochmals stattfinden.

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Pater Cyril: „Die Botschaft von Pfingsten ist aktueller denn je“

„Die Botschaft von Pfingsten, Einheit in der Vielfalt, ist relevanter und aktueller denn je“, sagt Pater Cyril mit Blick auf die heutige globale Welt und die vielen Flüchtlingskatastrophen. Der 37-jährige Inder ist seit inzwischen mehr als fünf Jahren Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Überwald, zu der neben Wald-Michelbach auch Aschbach, Unter-Schönmattenwag und Hammelbach gehören.

Daneben hat er noch eine halbe Stelle in der Pfarrgruppe Neckartal mit Hirschhorn und Neckarsteinach und ist somit fast jeden Tag in einer anderen Gemeinde anzutreffen. Pater Cyril pendelt immer vom Hirschhorner Karmeliterkloster aus, wohin er mit seinen beiden Mitpatres Joshy und Sijoy im September 2009 zog. Die drei sorgten dafür, dass nach mehr als 200-jähriger Vakanz wieder Mönche am Neckar wohnen. Denn das Kloster war 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst worden.

Pater Sijoy, der zunächst ebenfalls im Überwald tätig war, wechselte vor drei Jahren als Pfarrvikar nach Bad Wimpfen zur Pfarrgemeinde Heilig Kreuz, ein Jahr später wurde er dort Pfarrer. Bad Wimpfen gehört trotz seiner Lage bei Heilbronn in kirchlicher Hinsicht als Exklave zum katholischen Dekanat Bergstraße-Ost und damit zum Bistum Mainz. Dies leitet sich aus Zugehörigkeit zu Hessen von 1803 bis 1945 her. Pater Cyril wiederum wechselt in diesem Spätjahr als Pfarrer nach Mörlenbach. Das Klosterleben in Hirschhorn pflegen die drei Karmelitermönche weiterhin. Mindestens zwei Mal pro Woche soll Zeit für Einkehr und Gebet sein, so Pater Cyril.

Wie die sprachliche Eingewöhnung im Oden- und Überwald war? Pater Cyril muss lächeln. „Mit mir versuchen die Leute Hochdeutsch zu sprechen“, sagt er. In größerer Runde, wenn die Einheimischen unter sich Dialekt redeten, „wird‘s dann aber bisschen schwieriger mit dem Verstehen“, meint er schmunzelnd. Da allerdings schon sein Vorgänger im Amt Inder war, konnte er darauf aufbauen. „Ich hatte leichtes Spiel.“

Pfingsten sei bei den katholischen Christen Indiens zwar auch ein Hochfest, erläutert er, „aber wir können es nicht so feiern wie in Deutschland“. Denn im hinduistischen Indien sei der Montag kein Feiertag, allerdings seien die Gottesdienste am Pfingstsonntag immer gut besucht. „Wir kennen nur zwei große Feste, Ostern und Weihnachten“, berichtet der Pater. Feiertage wie Fronleichnam oder Christi Himmelfahrt würden zwar im Orden selbst mit Gottesdiensten begangen. Da es sich aber sonst um normale Arbeitstage handle, hätten sie nicht diese Bedeutung wie in Deutschland.

An Ostern gibt es Pater Cyril zufolge in Kerala eine andere Tradition als hierzulande. Das beginne schon am Gründonnerstag mit dem „Paschafest“, das seine Ursprünge im Alten Testament hat und in Israel unter dem Namen Passahfest bekannt ist. Der Karfreitag sei in manchen Regionen Indiens mit christlicher Tradition auch ein Feiertag. Am Ostersonntag werde der Kreuzweg mit 14 Stationen beschritten. Start sei mit dem Gottesdienst, es folge die Prozession, an der letzten Kreuzweg-Station finde dann der Gottesdienst seinen Abschluss.

„Die Tradition des Schenkens gibt es an Weihnachten nicht“, erläutert er einen zweiten Unterschied. Das Hochfest selbst werde allerdings auch feierlich begangen. Die Bürger schmückten ihre Häuser mit Sternen oder Beleuchtung, die Schüler hätten Weihnachtsferien. Und das bei etwa 30 Grad. „Erst in Deutschland habe ich kalte Weihnachten mit Schnee und Winterliedern erlebt“, schmunzelt der Karmelitermönch. Inzwischen habe er sich an hiesige Klima gewohnt.

„In Indien sind die Gottesdienste viel traditioneller als in Deutschland“, hat Pater Cyril festgestellt. Hierzulande fänden sie auch mal unter freiem Himmel („Open-air“) oder ökumenisch statt, was in seiner Heimat undenkbar sei. Unterschiede gibt es seinen Worten zufolge ebenso bei Pfarrfesten oder den Hostien.

„In den Lesungen, die wir beim Pfingstfest in der Kirche hören, geht es darum, dass die Apostel vielen Menschen gepredigt haben“, sagt Pater Cyril mit Blick auf das kommende Hochfest. „Diese Menschen hatten eine unterschiedliche Herkunft und verschiedene Sprachen.“ Und trotzdem hätten sie die Worte der Apostel in ihrer jeweils eigenen Muttersprache gehört – und vor allem: „Sie haben verstanden.“ Es habe keinen Unterschied zwischen Hautfarbe oder Sprache gegeben. „Sie fühlten sich alle eins“, es herrschte Einheit in der Vielfalt.

Auch in unserer heutigen Welt lebten viele Menschen zusammen, die verschiedene Sprachen sprächen, aus den unterschiedlichsten Regionen unserer Erde kämen, so der Priester: „Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten.“ Das Flüchtlingselend betreffe nicht nur Europa, auch in Asien, nahe seiner Heimat, sei es mehr als aktuell, wie die Berichte aus Malaysia und Indonesien zeigten. „Die Botschaft von Pfingsten, Einheit in der Vielfalt, ist relevanter und aktueller denn je.“

Info: Am Pfingstsonntag, 24. Mai, hält Pater Cyril um 9 Uhr den Gottesdienst in der katholischen Kirche Aschbach, um 10.30 Uhr in der katholischen Kirche Wald-Michelbach.

 

Pater Cyril: Zur Person

Der 1977 geborene, aus Pottonkad in der indischen Region Kerala stammende Cyril Thundathil trat nach der Schule in den Karmeliten-Orden ein. 2003 wurde er nach drei Jahren Theologiestudium zum Priester geweiht. Im Oktober 2004 kamen die drei Patres nach Deutschland. Zuerst in Bonn und danach in Köln lernte Cyril die deutsche Sprache, war danach fast fünf Jahre Mitglied im Karmeliterkloster Mainz.

Vor der Pastoralausbildung absolvierte Pater Cyril zwei Praktika, eines als Krankenhausseelsorger an der Charité in Berlin und eines in der Gemeindepastoral der Pfarrgruppe Nieder-Olm in Rheinhessen. Seit November 2006 war er dann im Bistum Mainz tätig, zuerst zwei Jahre als Kaplan erneut in Nieder-Olm und danach für ein Jahr in Nierstein/Oppenheim.

Dass es Pater Cyril aus Kerala nach Deutschland verschlagen würde, war nicht vorgezeichnet, aber auch kein absoluter Zufall. Denn die indische Niederlassung des dortigen Karmeliterordens war vor einigen Jahrzehnten von einem Deutschen gegründet worden. Kurz nach Cyrils Priesterweihe kam die Anfrage, ob sich die Drei ein Wirken in Deutschland vorstellen könnten.

Denn den hiesigen Karmelitern gehen die Mitbrüder aus, da sich immer weniger junge Leute zum Priester weihen ließen. Von der Tätigkeit der indischen Patres in Deutschland profitiert aber auch der indische Ordensableger, erläutert Cyril: Ein Teil seines Gehalts werde zur Unterstützung an die dortige Karmeliter-Niederlassung überwiesen.