Lieber zum MGV nach Schimmeldewog als auf die Wiesn

Auch ein bedeckter Himmel mit eher schattigen Temperaturen kann die Überwälder Oktoberfest-Fans nicht schrecken. Sie halten dem MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag immer die Treue, wenn der zu seinem Oktoberfest einlädt. Die Gäste kommen aus allen Himmelsrichtungen angefahren, um die gemütliche Atmosphäre rund ums Sängerheim zu genießen. Denn die Qualität des Essens, das gute Bier und die günstigen Preise haben sich im weiten Umkreis herumgesprochen, sodass den ganzen Tag über volles Haus herrschte.

Eine Original-Maß Zötler Allgäuer-Festbier für 5,50 Euro: Wo gibt es sonst noch so günstige Preise? Die Überwälder mussten nicht extra nach München oder auf die Cannstatter Wasen fahren, um dort für teures Geld weiß-blaue Stimmung zu genießen. Dann lieber beim MGV für die Hälfte des dortigen Preises feiern. Aber natürlich nicht nur deswegen durfte sich der Verein bei seinem wiederholten Oktoberfest über Gäste ohne Ende freuen. Eine Hüpfburg für die Kinder ist bereits eine Institution und wird von den Kleinen gern hüpfend angenommen. Süßwarenstand auch wieder dabei.

Über die Mittagszeit füllten sich die Plätze an den 45 Biertischgarnituren zusehends, bis kaum noch ein Platz zu ergattern war. Das blieb den ganzen Nachmittag über so. Etliche hundert Besucher konnte der MGV somit an diesem Tag begrüßen, schätzte Vorsitzender Christian Jöst. „Der Andrang wurde immer größer.“ Vor weit über zehn Jahren ins Leben gerufen, „wächst unser Oktoberfest stetig“. Jöst erhielt ständig Nachfragen, ob noch Tische frei sind oder ein bestimmtes Essen verfügbar ist. Er konnte beruhigen: Es herrschte wie üblich kein Mangel an nichts.

Die Besucher, freute sich auch die zweite Vorsitzende Anette Wiegel, kommen aus einem immer weiteren Umkreis. Sie begrüßte etliche Gäste aus umliegenden Ortschaften. Vom Badischen, aus Heiligkreuzsteinach oder Schönau, bis rüber in den Odenwaldkreis, nach Finkenbach oder Rothenberg, reicht das Einzugsgebiet. Natürlich die Großgemeinde Wald-Michelbach nicht zu vergessen, ebenso wie die südlich gelegeneren Heddesbacher oder Hirschhorner. Das zeigt, welchen Stellenwert das Fest inzwischen genießt. Auch Besucher der Partnerchöre aus Ober-Flockenbach und Union Wald-Michelbach waren zu Gast.

Weißwurst, Krustenbraten, Haxen und Leberkäs‘ genauso wie Knödel, Kraut, Zwiebelsoße und Brezn sowie als krönender kalorienreicher Abschluss der Apfelstrudel mit Vanillesoße und Vanilleeis sorgten dafür, dass Freunde der weiß-blauen Tradition auf ihre Kosten kamen. Wem etwas schwer im Magen lag, hatte dann mit Willi oder Wildsau-Tropfen Gelegenheit, diesen zu beruhigen. Ob drinnen im Festzelt bei Unterhaltungsmusik oder draußen im gemütlichen Innenhof neben dem MGV-Vereinsheim – wo man sich es schmecken ließ, war unerheblich. „Die ersten kommen schon vor 11“, weiß Schriftführerin Anja Freudl, dass die Besucher bereits früh großen Hunger und Durst haben.

Etwa 40 bis 50 Vereinsmitglieder kümmerten sich den ganzen Tag über ums Wohl der Gäste. „Wir brauchen immer mehr Leute“, machte Wiegel deutlich, dass es „rund“ geht. Wenn es brummte, packten selbst die an, die eigentlich keinen Dienst hatten. Lederhosen und Dirndl waren zwar keine Pflicht für die ehrenamtlichen Helfer, aber sie gingen „mit gutem Beispiel voran“ und verleiteten somit etliche Gäste dazu, ebenfalls die „Krachlederne“ auszupacken oder sich ins schmucke Dirndl zu werfen.

Polka, Walzer und Märsche bis hin zu modernen Stücken standen auf dem Programm der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Die spielte zum Mittagessen und danach unter der Leitung von Christian Schuppel Open-Air bis in die Nachmittagsstunden auf. Das „Schimmeldewäer Lied“ zum Abschluss durfte traditionsgemäß natürlich nicht fehlen. Es folgte der singende Landwirt Gerhard Pfeifer, der schon bei der Kerwe viel Resonanz hatte.

Der großen Sause gingen viele Tage harte Arbeit voraus. Zuerst wurde das Festzelt in einer Größe wie bei der Kerwe gestellt, im Vorfeld dann die vielen Bierbankgarnituren, der Ausschank vorbereitet, die Dekoration erledigt. Auch der Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ brachte sich stark ein. Die Kinder halfen kräftig in den Stoßzeiten mit, in dem sie sich ums Abräumen der Teller und Gläser kümmerten. Vorher schmückten sie alles und richteten die Tische her. „Die Vorbereitungen sind sehr gut gelaufen“, freute sich Jöst darüber, „dass die Mitglieder voll mit angepackt haben“. Er war wieder sehr zufrieden mit der Resonanz, wie immer war das Oktoberfest sehr gut besucht. Der Aufwand hat sich wie üblich gewohnt.

Info: Vom 11. bis 14. Oktober geht der MGV auf Konzertreise nach Italien. Zusammen mit dem Chor von Laveno Mombello am Lago Maggiore geben MGV-Männer- und Frauenchor ein gemeinsames Konzert im Dom von Laveno mit dem Männerchor Arnica. Zu diesem Anlass wird auch die neue Orgel eingeweiht. Es sind kurzfristig noch zwei Plätze frei. Anmeldungen unter Telefon 0176/97900709

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Der Oktober startet beim MGV Sängerbund ganz in Weiß-blau

Es wird zünftig bayrisch: Beim MGV Unter-Schönmattenwag laufen die Vorbereitungen fürs traditionelle Oktoberfest auf Hochtouren. Am Mittwoch, 3. Oktober, dreht sich alles um Maßbier, Weißwurst, Krustenbraten, Haxn und Leberkäs‘. Um 11 Uhr heißt es: „Ozapft ist“. Dann serviert der Verein diese und andere bayrische Spezialitäten im weiß-blau geschmückten, beheizten Festzelt am Sängerheim in der Hauptstraße Süd. Die Besucher kommen aus einem immer weiteren Umkreis.

Knödel, Kraut, Zwiebelsoße und Brezn dürfen als Zutaten ebenso wenig fehlen wie als krönender kalorienreicher Abschluss der Apfelstrudel mit Vanillesoße. Natürlich gibt es nachmittags auch Kaffee und Kuchen. Mit dem Oktoberfestbier, im Maßkrug an den Tisch gebracht, bleiben keine Wünsche in Bezug auf Authentizität offen. Auch nicht in punkto Kleidung: Die MGV-Mitglieder werden sich in Tracht ums Wohl der Gäste kümmern, verspricht Vorsitzender Christian Jöst.

Für eine Original-Maß Oktoberfestbier müssen die Überwälder nicht extra nach München fahren. Die gibt’s mit dem passenden Essen auch beim MGV – und dazu noch für knapp die Hälfte des dortigen Preises: Nur 5,50 Euro für den Liter Zötler-Festbier, wie er auf dem Münchner Original für über zehn Euro ausgeschenkt wird, sind ein Wort. Aber natürlich nicht nur deswegen darf sich der MGV bei seinem Oktoberfest jedes Jahr über ein volles Haus und neue Besucherrekorde freuen. 40 Vereinsmitglieder kümmern sich den Tag über um das Wohl der Gäste.

Als Besucher heißt es sozusagen mitgefangen, mitgehangen: „Wenn die Mädels in Dirndl und die Jungs in Lederhosen zu unserem Fest kommen, dann wäre das super“, sagt die zweite Vorsitzende Anette Wiegel. Aber natürlich ist diese Kleiderordnung keine Pflicht. Der MGV freut sich über alle Gäste, egal wie sie ausstaffiert sind. Aus den Vorjahren weiß sie, dass alle Generationen zusammenkommen. „Wir haben auch viele jüngere Gäste“, verdeutlicht Wiegel die Anziehungskraft. Eine „tolle Stimmung und alles zu erschwinglichen Preisen“, verspricht Schriftführerin Anja Freudl.

Für Unterhaltung sorgt nach dem Mittagessen die Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Polka, Walzer und Märsche bis hin zu modernen Stücken stehen auf dem Programm. Das Ensemble spielt im schön geschmückten weiß-blauen Festzelt bis in die Nachmittagsstunden auf. Das „Schimmeldewaer Lied“ zum Abschluss darf traditionsgemäß natürlich nicht fehlen.

Dabei ist in diesem Jahr auch der singende Landwirt Gerhard Pfeifer aus Raidelbach, nachdem dessen Auftritt bei der Kerwe in Unter-Schönmattenwag so gut ankam. Gefeiert werden darf an diesem Tag bis mindestens 22 Uhr. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg. Das Oktoberfest zählt neben dem Schlachtfest und der Feier rund um den 1. Mai zu den Traditionsveranstaltungen, mit denen der MGV alljährlich das Ortsgeschehen bereichert.

Fußball und Musik sorgen für volles Kerwezelt beim MGV Unter-Schönmattenwag

Das Fazit des MGV-Vorsitzenden Christian Jöst ist kurz und knackig: „Volles Haus beim Fußball und danach bei TYL auch. Enten wurden alle 100 verkauft und jede Menge Gaudi. TYL hat bis halb 3 gespielt und dann Feier bis es hell wurde.“ Was er damit sagen will: Der Sängerbund als diesjähriger Ausrichter der Unner-Schimmeldewäer Kerwe ist absolut zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Dorffestes.

Bevor die Plastikenten auf den Ulfenbach geschickt wurden, versetzte noch Zauberer Seppl im Festzelt am Alten Weg die Kinder mit seinen Kunststücken in Erstaunen. Währenddessen gingen auch noch die letzten der 100 quietschgelben Plastikentchen in den Verkauf, nachdem kurz vor knapp die 15 letzten auf ihre Besitzer gewartet hatten. Für die ersten drei Plätze gab es verschiedene Gutscheine für Kino, Eisdiele und Sommerrodelbahn, für die weiteren 97 hieß es: „Jede Ente ein Gewinn.“ Der MGV hatte verschiedene Trostpreise in petto.

Die Kerwejugend hatte zuvor den Lauf des Ulfenbachs auf einer Strecke von mehreren hundert Metern freigemacht und das Ufer ausgemäht, sodass den Enten keine Hindernisse im Weg lagen. Aus einem Kübel wurden die 100 Enten in den Bach gekippt und mussten sich dann ihren Weg von einer kleinen Brücke oberhalb des Festzeltes bis zu diesem suchen. Ein Trichter diente als Ziel, sodass es keine Unklarheiten über den Sieger geben konnte. Nach dem knapp zehnminütigen spannenden Rennen hieß der Gewinner Günter Gries.

Wie der Nachmittag begann, ging es am Abend weiter. Beim Public Viewing des WM-Vorrundenspiels Deutschland-Schweden herrschte im Festzelt volles Haus. Die Gäste litten erst mit, dann fieberten sie mit, als sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der zweiten Hälfte wieder ins Spiel hineinkämpfte. Der Siegtreffer von Kroos in der letzten Minute der Nachspielzeit ließ nicht nur das Zelt, sondern halb Schimmeldewog erbeben. Wildfremde lagen sich feiernd in den Armen.

Beste Bedingungen also für den Auftritt der Partyband „Thousand Years Later“ (TYL). Auch hier galt: Es war eine große Fete von Anfang an. Schon zu Beginn waren alle Sitzplätze belegt. „Es wurde viel getanzt und gefeiert.“ Denn Band weiß ihren Heimvorteil immer auszunutzen.

TYL, bestehend aus Katharina Zink, Timo und Tobias Walter (alle Gesang), Benedikt Breitwieser (Bass), Sven Dörsam (Gitarre) und Benedikt Staat (Drums), begeisterten ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm bis in den frühen Morgen. Unterstützung auf dem Keyboard gab es durch Janina Becker. Die Band machte um 2.30 Uhr Schluss, was aber noch lange nicht das Ende der Party bedeutete. Erst als es schon hell wurde, gingen die letzten Feierwütigen nach Hause.

Die musikalische Bandbreite der 55 Songs reichte von aktuellen Hits aus Rock und Pop über deutsche Schlager bis hin zu Klassikern. Peter Schilling mit „Major Tom“, „Westerland“ von den Ärzten oder auch „Purple Rain“ von Prince zeigten die große Bandbreite der Stücke auf, die großteils von Timo Walter gesungen wurden. „Hedonism“, „All about that base“ oder die „Hollaywood Hills“ ließen das Stimmungsbarometer ebenfalls nach oben schnellen.

Matthias Reims „Verdammt ich lieb dich“, die Spider Murphy Gang mit dem „Skandal im Sperrbezirk“, Abba mit „Waterloo“, Bon Jovi, aber auch Marius Müller Westernhagen, Joan Jett, Dschingis Kahn, Nena und Tina Turner („Simply the best“) lauteten die weiteren Interpreten der Setliste, die für super Stimmung sorgten. Nicht fehlen durfte natürlich „Hulapalu“ oder „Türlich, Türlich“ von Andreas Gabalier. Während sich zuerst die vorderen Reihen auf die Tanzfläche trauten, rückten später auch die hinteren nach.

MGV Unter-Schönmattenwag holt mehr Punkte als doppelt so große Chöre

Wie die Wettbewerbsteilnahmen für den MGV Sängerbund im vergangenen Jahr endeten, begannen sie in diesem wieder: überaus erfolgreich. Der Männerchor nahm am Chorwettbewerb in (Graben-)Neudorf teil und räumte dort alles ab, was es zu gewinnen gab. Klassensieg, Dirigentenpreis, Tagesbestleistung und Tageshöchstwertung durften die Sänger mit nach Hause nehmen. Vorsitzender Christian Jöst freute sich besonders, diese Auszeichnung gegen teilweise mehr als doppelt so große Chöre ersungen zu haben.

Mit drei Liedern trat der MGV unter der Leitung von Hans-Joachim Karl in der Klasse M3 der großen Männerchöre an: Von den „Drei Stycken för Manskör“ von Sven-David Sandström wurden das Kyrie und Agnus Dei gesungen. Zu Gehör kamen außerdem „Kung Lilienkonvalije“ von David Wikander und „Vive l’amour“ im Arrangement von Alice Parker und Robert Shaw, bei dem Jöst den Solopart übernahm. 281 Punkte und damit die meisten holten die Überwälder mit diesen Stücken, zwei Mal 94 und einmal 93.

Der MGV gewann damit nicht nur die eigene Klasse gegen Heiligkreuzsteinach, sondern holte auch die Tagesbestleistung bei den Männerchören ab M3 aufwärts. „Es ist sehr hoch einzuschätzen, dass wir uns als kleiner Chor mit 25 Mann gegen große mit 60 oder 75 Sängern wie etwa Baiertal durchgesetzt haben“, freute sich Jöst. Außerdem holte man die Höchstwertung aller etwa 25 Chöre, die an diesem Tag in Neudorf auftraten.

Die jetzigen Erfolge sind für ihn „eine Fortsetzung der hochklassigen und konstanten Leistungen“, die der Chor schon seit Jahren bringt. Er sieht den Klangkörper bestens gerüstet, um auch in Zukunft erstklassige gesangliche Leistungen abzuliefern. Das Engagement der Aktiven trägt dazu bei, „dass wir weiterhin auf einem solch hohen Niveau tätig sein können“.

Beste Voraussetzungen also, um bei den weiteren Wettbewerben in Erbach/Taunus am 26. Mai und beim hessischen Chorfestival in Bad Schwalbach am 16. Juni reüssieren zu können. Die Sänger fiebern besonders dem Singen um den Hessenmeister-Titel entgegen. „Wir freuen uns über interessierte Fans“, betont der Vorsitzende. Die hatten den Verein bereits in Neudorf unterstützt. Im Bus nach Bad Schwalbach sind noch ein paar Plätze frei. Anmeldungen sind bei jedem Sänger möglich. Parallel zu diesem Chorfestival findet dort auch die Bundesgartenschau statt.

Hans-Joachim Karl war in Neudorf außerdem noch mit dem Bruderchor aus Ober-Flockenbach dabei. Der holte ebenfalls Dirigenten- und Klassenpreis, die zweithöchste Tageswertung mit 280 Punkten und die kleine Tagesbestleistung. Das belegt wieder einmal „die hervorragende Leistung von Hajo in all seinen Chören“, hebt Jöst heraus. Glückwünsche gehen deshalb von Unter-Schönmattenwag nach Ober-Flockenbach.

Proppenvolle Zelte beim Maifest des MGV Unter-Schönmattenwag

Wenn der MGV Sängerbund zu seinem traditionellen Grill in den Mai ruft, dann kann er sich an zwei Tagen über ein volles Zelt freuen. Wobei ein Zelt ja viel zu kurz gegriffen ist. Sieben aneinander gebaute waren es dieses Mal, da zusätzlich zu den sechsen von vergangenem Jahr noch ein weiteres errichtet wurde. Das diente am Montagabend der Musik, am Dienstag wurde dort die reicht gefüllte Kaffee- und Kuchentheke aufgebaut.

An beiden Tagen war es zu den Hoch-Zeiten brechend voll auf dem Kerweplatz. Der vorabendliche Start in den Maifeiertag ging es gemächlich los, um aber später umso voller zu werden. Bereits am frühen Abend trudelten zahlreiche Wanderer und Besucher bei den Sängern ein. Die kamen (am Sonntag) zum einen von befreundeten Vereinen wie der Union Wald-Michelbach und dem Sängerbund Flockenbach, zum anderen aber auch aus der weiteren Umgebung.

Denn die super Stimmung bei den Schimmeldewäern hat sich ebenso herumgesprochen wie das leckere Essen. An beiden Tagen gab es Haxen zum Grill zusätzlich zu den „normalen“ Maifeier-Speisen. Am Sonntag sind die Renner immer die von Heinz Fischer im Schweiße seines Angesichts frisch zubereiteten Schnitzel mit Pommes und Salat. Die gingen weg wie warmen Semmeln, sodass Fischer zwischendurch Nachschub holen musste.

Am späteren Abend wurde dann gerockt „Thousand Years Later“ spielten alte Klassiker und neue Hits hoch und runter. Benedikt Staat (Drums), Benedikt Breitwieser (Bass, Backgroundgesang), Sven Dörsam (Gitarre), Tobias Walter (Backgroundgesang, Percussion), Katharina Zink und Timo Walter (Gesang) wurden von Janina Becker am Keyboard unterstützt. Alle Tische und Bänke waren besetzt, vor der Bühne wurde kräftig getanzt, selbst in den Gängen war kein Durchkommen. „Wir haben mit zehn Leuten ausgeschenkt, als so viel los war“, lachte MGV-Vorsitzender Christian Jöst.

Die Band bewies viel Durchhaltevermögen, die Zuschauer aber noch mehr. Drei Sets spielte die Gruppe bis 1.30 Uhr. Da dann noch lange nicht Schluss war, wurden etliche Zugaben drangehängt. Knapp 60 Songs umfasst das TYL-Repertoire. „Schützenjägerzeit“ oder „Bitte mit Sahne“ wechselten sich ab mit „Hollywood Hills“ oder „Angel“.  „Wunder gibt es immer wieder“ und „Die Hölle morgen früh“. „Westerland“ von den Ärzten oder „Ein Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews gehörten ebenso zum Set wie „Bed of Roses“ von Bon Jovi oder „Purple Rain“ von Prince.

Die „Neue Deutsche Welle“ mit Peter Schillings „Major Tom“, „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang, aber auch „Über sieben Brücken“, bekannt geworden durch Peter Maffay, kamen ebenso zu ihrem Recht. Tina Turners „Simply the best“ oder „Proud Mary“ von CCR zeigten die rockige Seite. „Die Gäste kommen von weither, um die Band zu sehen“, weiß die zweite Vorsitzende Anette Wiegel.

Als die Musiker fertig waren, waren es die Gäste noch lange nicht. Es war schon hell am Dienstag, als sich die letzten auf den Heimweg machten. „Es war am Abend eindeutiger voller als im vorigen Jahr“, freute sich Wiegel. Die letzten konnten fast die ersten begrüßen, die dann am Morgen zum Frühschoppen vorbeikamen. Der wird traditionell von der Blasmusik Schimmeldewog umrahmt. Trompetenecho, Böhmischer Traum, Ich war noch niemals in New York und  zum Abschluss das Schimmeldewäer lauteten einige der Songs, mit denen die 25 Männer und Frauen über die Mittagszeit bestens unterhielten. Kaum waren sie fertig, setzte auch schon der Sturm auf die Kaffee- und Kuchen-Theke ein.

Frauenchor-Mitglieder und Ortsbevölkerung hatten dafür gesorgt, dass ein reiches Angebot für die Schleckermäuler zur Verfügung stand. Wie überhaupt der Sängerbund auf eine große Hilfsbereitschaft  zählen kann, wenn er zu seinen Festen ruft. Seit 1989 wird in den Mai gefeiert, anfangs noch  in einem Zelt. Um die 60 Leute dürfte der Verein in diesem Jahr an den beiden Tagen im Einsatz gehabt haben, meinte Schriftführerin Anja Freudl.

Die hatten am Dienstag noch  einmal bis in  den Abend hinein viel zu tun. Erst dann machten sich die letzten Maiausflügler schweren Herzens auf den Heimweg. Bereits vor einer Woche war der Zeltaufbau gestartet, ehe noch vor dem Wochenende alles fertig war und am Montagmorgen die Restarbeiten stattfanden. „Es hat alles super geklappt“, freute sich Jöst.

Der Sonntagnachmittag gehörte dann den Kindern. Die freuten sich sowieso, als sie bei immer mehr aufklarendem Himmel unter der wärmenden Sonne auf dem Spielplatz herumtollen durften. Als die Wolken immer mehr verschwanden, wurde auch die Hüpfburg aufgeblasen, auf der die Kids herumtollten. Petra Walter bot Kinderschminken an, das ebenfalls gerne in Anspruch genommen wurde.

Chorgesang auf einem ganz hohen Niveau: Standing Ovations für MGV Unter-Schönmattenwag und Vocapella Limburg bei der Überwälder Chorgala

Vorschussapplaus brandet auf, als MGV-Vorsitzender Christian Jöst zur Begrüßung nach vorn schreitet. Zu Recht, wie sich im Verlauf des Abends zeigt. Der Sängerbund hatte zur dritten Überwälder Chorgala in die katholische Kirche St. Johannes der Täufer eingeladen und dabei einen besonderen Gast im Gepäck: das Ensemble „Vocapella Limburg“. Dessen 14 Sänger bereicherten kongenial das Programm mit ihren sakralen Stücken. Neben dem MGV-Männerchor zeigten auch die Frauen und die „Cantante Cintura Kids“ einen Ausschnitt ihres Schaffens.

Jöst freute sich in seiner Begrüßung über die ausverkaufte Kirche. Er dankte der Sparkassenstiftung, die mit ihrer Zuwendung dafür sorgte, dass als Uraufführung das von Eriks Esenvalds vertonte Stück „O Salutaris Hostia“ zur Aufführung kommen konnte. Der Lette ist einer der gefragtesten Komponisten unserer Zeit, sagte er. Umso höher sei es einzuschätzen, dass der MGV in Gestalt des Dirigenten Hans-Joachim Karl ihn überzeugen konnte, das Stück für den Verein zu erarbeiten.

Einen ersten Glanzpunkt setzte der Kinderchor. 14 klare Stimmen hallten von vorn durchs Kirchenschiff. Leiterin Katharina Zink hatte die beiden Lieder „Somewhere over the rainbow“ und „Weißt du wie viel Sternlein stehen“ mit den Jüngsten des MGV einstudiert. Von HaJo Karl am Klavier begleitet, gab es für die Darbietung der Kids begeisterten Applaus.

Als die Vocapella-Akteure von der Empore herunterkommen, machen sie nicht das, was alle erwarten: nämlich nach vorn zu gehen. Vielmehr nehmen sie je zur Hälfte Ausstellung an den beiden Seiten des Kirchenschiffs. Dirigent Tristan Meister geht genau in die Mitte der Kirche, setzt an – und die Zuschauer bekommen ein besonderes Klangerlebnis bei „And death shall have no dominion“ geboten.

Es hat schon seinen besonderen Reiz, wenn die Gäste mehrstimmig von beiden Seiten beschallt werden, wenn es von rechts bassig-tief, von links tenor-hell in die Mitte schallt. Schon bei diesem ersten Stück bekommen die Kirchenbesucher einen Eindruck von der besonderen Klasse des Ensembles vermittelt. Mucksmäuschenstill ist es danach im Gotteshaus, als die Sänger für die Fortsetzung Richtung Altar gehen.

Sehr unterschiedliche Stücke haben die Limburger im Gepäck, die die gesamte Bandbreite an geistlicher Literatur aufzeigen. „Beatus ille servus“ geht in die Barockzeit, während mit „Herr, lehre doch mich“ ein Komponist des 20. Jahrhunderts zu seinem Recht kommt. Mit mächtigen, klangvollen Stimmen, die bis in den hintersten Winkel des Kirchenschiffs reichen, zeigt die Vocapella die gesamte eindrucksvolle Bandbreite des Männerchorgesangs auf. Perfekt akzentuiert, immer auf den Punkt gesungen, stellt dieser Block ein erstes Highlight dar.

Aber natürlich ist noch eine Steigerung möglich. Den Anfang machte der Männerchor. Als Idee hinter der Liedauswahl hatte Dirigent Hans-Joachim Karl eine Messe gestellt, die so vielfältig wie die Gesellschaft sein sollte. Bei „Steal away“ zeigt Florian Hörr seine Solisten-Qualitäten, beim „Sanctus“ darf die gesamte Kirche mit einstimmen. Was nach zaghaftem Beginn auch immer stärker wahrgenommen wird, da die Noten auf dem Programm abgedruckt sind. Auf der Orgel unterstützt dabei Matthias Staat, das Saxophon spielt Rüdiger Horst.

Das „Agnus Dei“ wiederum zeigt alle Möglichkeiten auf, wie sich ein Männerchor heute präsentieren kann. Von volltönend laut schallend bis leise getragen ausklingend beweist der MGV, was er drauf hat. Mit den beiden Solistinnen Katharina Zink und Anna Stumpf, mit ihren glockenhellen Stimmen ein prägnanter Gegensatz zu den Männern, geht es dann in die Uraufführung. Der begeisterte Beifall hiernach ist nur ein lauer Vorgeschmack darauf, was am Ende auf die Akteure warten sollte.

Der 20-köpfige Frauenchor mit seinen drei Stücken zeigt eine schöne Demonstration seines Könnens mit der neuen Chorleiterin Anna Stumpf. Ein Solo von Katharina Zink bereichert „Oh Peter go ring the bells“. „Salve Regina“ und „Immortal Bach“ beweisen die eindrucksvolle Probenarbeit der Dirigentin. Weiter geht’s mit dem zweiten Set der Vocapella. Besonders das abschließende „Ave Maria“ ist ein weiterer Höhepunkt in dem an Highlights reichen Konzert.

Doch das Beste kommt zum Schluss. Männerchor und Limburger versammeln sich für zwei Leider gemeinsam im Altarraum. Das „Morgenrot“ dirigiert Tristan Meister, „Komm Trost der Welt“ HaJo Karl. Frenetischer, minutenlanger Applaus mit Standing Ovations ist der verdiente Lohn für diese machtvolle Demonstration des Chorgesangs aus 45 Kehlen.

Der Rückmeldungen aus der Zuhörerschaft waren durchweg begeistert. „Ein ganz hohes Niveau“ attestierten die Gäste den Chören. „Jeder Kilometer Anfahrt hat sich rentiert“, meinten die von weiter her gekommenen. Beste Voraussetzungen also, um im Sängerheim in großer Runde den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Vorsitzender Jöst hatte zuvor die Gelegenheit genutzt, um allen Beteiligten an diesem unvergesslichen Konzertabend zu danken.

 

Liedauswahl 3. Überwälder Chorgala

MGV Cantante Cintura Kids: Somewhere over the Rainbow, Weißt Du wieviel Sternlein stehen

Vocapella Limburg: And Death shall have no dominion, Beatus ille servus, Quatre petites prières de Saint François d’Assise (Salut, Dame Sainte, Tout puissant, très saint, Seigneur, je vous en prie), Herr, lehre doch mich, If ye love me, Limburger Kyrie, Psalm 27, Von guten Mächten,  Ave Maria.

MGV Sängerbund Männerchor: Steal Away, Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei, O Salutaris Hostia.

MGV Sängerbund Frauenchor: Salve Regina, Immortal Bach, Oh Peter go ring them bells.

Vocapella Limburg und Sängerbund Männerchor: Morgenrot, Komm Trost Der Welt.

Die drei MGV-Chöre freuen sich riesig auf den Auftritt bei der Überwälder Chorgala in Unter-Schönmattenwag

. Ein Highlight im Jahreskalender des MGV Sängerbund steht an: Die dritte Überwälder Chorgala findet am Samstag, 18. November, um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche „St. Johannes der Täufer“ Unter-Schönmattenwag statt. Es gibt ab 18 Uhr noch einige Restkarten an der Abendkasse. Die Besucher erwartet ein Gesangserlebnis der besonderen Art. Denn neben den drei MGV-Chören ist mit der „Vocapella Limburg“ unter der Leitung von Tristan Meister ein international renommiertes Ensemble höchster Güte zu Gast.

Männer- und Frauenchor des MGV hatten in den vergangenen Wochen Sonderproben, um sich besonders auf den Höhepunkt zum Sänger-Jahresabschluss einzustimmen. „Die Chöre sind sehr gut vorbereitet“, schmunzelt MGV-Vorsitzender Christian Jöst. Der Männerchor mit seinem Leiter Hans-Joachim Karl freut sich auf eine Uraufführung, auf die er eifrig hingearbeitet hat. Denn ihm ist es gelungen, den renommierten lettischen Komponisten Eriks Esenwald dazu zu bewegen, für die dritte Überwälder Chorgala ein Männerchorwerk zu komponieren.

Auf den lateinischen Text „O Salutaris Hostia“ wird eine neue Komposition aufgeführt. Die steht im Anschluss im Verlag Peters Frankfurt auch anderen Chören zur Verfügung. Der Männerchor sieht sich als ambitionierter Laienchor, der regelmäßig an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnimmt. Die Erfolge bestätigen den besonderen Einsatz. Klassensiege und Tageshöchstwertungen sind der Lohn des großen Zusammenhaltes, zuletzt im Mai beim Internationalen Chorfestival in Lindenholzhausen. Dirigent HaJo Karl versteht es immer wieder aufs Neue, die Sänger besonders zu motivieren. Durch die Vielfalt aus moderner und traditioneller Chorliteratur sind Männer von 19 bis 80 Jahren im Chor vertreten.

Der Frauenchor mit seiner neuen Leiterin Anna Stumpf ist nach der Feuertaufe anlässlich des Gratulationssingens bei den Sängerbund-Frauen Ober-Flockenbach zu deren 25. Jubiläum ebenfalls ganz heiß darauf, sein Können vor großem Publikum zu präsentieren. Die Frauen können kommendes Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Der mit 24 Sängerinnen eher kleine Chor mit einer Altersstruktur von 15 bis 70 Jahren hat sich neben den Männern längst etabliert und kann auf einige Erfolge zurückschauen. Mit großer Motivation erarbeiten sich die Frauen ein breitgefächertes Repertoire an Chorliteratur auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch und Latein.

Der Kinderchor, die „Cantante Cintura Kids“, freut sich riesig auf seinen Auftritt mit der musikalischen Leiterin Katharina Zink. Der Chor wurde im April 2014 neu gegründet. Mittlerweile singen 20 Kinder mit. Seit April 2016 steht er unter der Leitung von Zink, der es mit viel Einfühlungsvermögen gelingt, den Kids traditionelles Liedgut, aber auch moderne Songs näherzubringen. Die Kinder sind mit viel Spaß und Enthusiasmus bei der Sache und konnten sich in der Vergangenheit schon bei mehreren Auftritten präsentieren.

Vocapella Limburg unter der Leitung von Tristan Meister, der Sieger des Deutschen Chorwettbewerbs in Weimar, bringt ein tolles Programm mit. Das 2007 gegründete Ensemble besteht aus jungen Männern aus der Region Limburg, die ihre gemeinsamen musikalischen Wurzeln bei den Limburger Domsingknaben haben und sich unter der Leitung von Meister dem anspruchsvollen Männerchorgesang widmen. Der Chor hat sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird regelmäßig zu Auftritten im In- und Ausland eingeladen. Konzertreisen führten die Sänger bereits nach Brasilien, Argentinien, Paraguay, Ungarn, Belgien, Bulgarien und durch ganz Deutschland. Er brillierte bei etlichen internationalen Chorfestivals.

Aktuell beschäftigt sich das Ensemble mit der Gesamteinspielung aller a-cappella-Männerchorwerke von Max Reger anlässlich seines 100. Todestags. Die erste der zwei CDs umfassenden Arbeit ist Ende 2016 erschienen. Das Repertoire des Chors umfasst geistliche und weltliche Männerchorliteratur aller Epochen und erstreckt sich von Werken aus der Renaissance bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Vertonungen.

Info: Vorverkaufskarten gibt es zu 14 Euro bei der Sparkasse Starkenburg in Wald-Michelbach sowie Bäckerei Beutel und Metzgerei Dingeldein in Unter-Schönmattenwag oder telefonisch unter 06207/1694. An der Abendkasse kosten die Karten 16 Euro. Die „Cantante Cintura Kids“ (Kinderchor) proben freitags von 17.30 bis 18.15 Uhr, der Frauenchor danach von 18.30 bis 20 Uhr, der Männerchor ebenfalls von 18.30 bis 20 und jeden ersten Freitag im Monat von 20.30 bis 22 Uhr. Bei der Sängerbundfamilie sind alle Altersstrukturen vertreten.