So viele Schlachtplatten wie noch nie wurden beim MGV Sängerbund verputzt

Wer zu spät kommt, musste Hunger leiden – oder stand vor leeren Tellern. Schon seit dem Bau des Sängerheims führt der MGV Sängerbund sein Schlachtfest durch. Auch bei der 15. Auflage kann er sich des gewaltigen Appetits der Gäste sicher sein. So viele Schlachtplatten wie noch nie wurden dieses Mal im Verlauf des Abends im Sängerheim geputzt. Zwischen 15 und 20 Helfer aus den Sängerreihen hatten noch mehr knurrende Mägen als sonst zu stopfen. „Unten und oben war es brechend voll, stellenweise bildeten sich sogar Warteschlangen“, meinte Vorsitzende Christian Jöst. „Es war die Hölle los.“

Die Gäste kommen nicht nur aus „Ober-„ und „Unter-“, also den beiden Schimmeldewäer Ortsteilen, sondern auch von „weiter“ her. Die Kerngemeinde Wald-Michelbach, Heddesbach, Eiterbach, Aschbach, Wahlen, Heidelberg und Langenthal sind ebenso Einzugsgebiet für die Liebhaber deftiger Ourewäller Küche. Wurstsuppe, Wellfleisch mit Sauerkraut, Würstchen sowie Schwarze Brüh und Erbsenbrei sind die Bestandteile des reichhaltigen Büffets, an dem sich jeder Gast nach Herzenslust bedienen kann. Wem das zu üppig ist, für den gibt es als „Alternative“, aber ebenso noch fleischlich, Bratwurst mit Sauerkraut.

Für den selbstgemachten Erbsenbrei ist seit Anfang an Adelheid Ehret zuständig. Bei jedem Schlachtfest sind es immer um die zehn Kilo Erbsen, die von ihr flüssig gemacht werden. Zusammen mit Edeltraut Abelshauser und Erna Schmitt bildet sie das Urgestein-Dreigestirn in der Küche, für das kein Handgriff zum Wohl der Gäste zu viel ist. „Es war alles ratzeputz leer“, freute sich Jöst über den großen Hunger der Gäste. Er lobte das große ehrenamtliche Engagement aus den Vereinsreihen, ohne das eine solche Veranstaltung gar nicht möglich wäre.

Der fleischliche Teil des reichhaltigen Essen wurde wie jedes Jahr vom örtlichen Metzger Dingeldein bezogen, der für seine gute Qualität bekannt ist. Um die deftigen Speisen zu genießen, musste man allerdings nicht zwingend im Sängerheim Platz nehmen. Denn da waren die Plätze zu jeder Zeit Mangelware, obwohl es zweistöckig eng bestuhlt war. Die Gerichte wurden auch über die Straße „to go“ verkauft.

„Seit Beginn wird das Schlachtfest immer sehr gut angenommen“, freute sich die zweite Vorsitzende Anette Wiegel über die schöne Resonanz auf diesen Start ins prall gefüllte Veranstaltungsjahr des Vereins. Sie war zusammen mit Jöst eifrig mit den Getränkewünschen der Besucher beschäftigt, die zum Runterspülen gerne auf Äppelwoi, Fassbier, dunkles Weizen, aber auch antialkoholische Getränke zurückgegriffen. Ein Willi, ein Wildsau-Tropfen (Himbeer-Geist) oder ein Schokolikör standen für die Abrundung bereit.    (Archivfoto)

Info: Für den MGV Sängerbund geht’s mit den Großveranstaltungen nahtlos weiter. Erst steht der Workshop „Reine Frauensache“ im 16. März im Sängerheim an (der auch für auswärtige Sängerinnen offen ist). Dann ist der Verein am Theaterwochenende vom 29. bis 31. März im Haus des Gastes zusammen mit der Theatergruppe und dem GV Harmonie Ober-Schönmattenwag beteiligt. Aufgeführt wird das Stück „Wiedersehen auf Bora Bora“, eine Kriminalkomödie in zwei Akten von Claudia Gysel.

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Sängerbund-Männer singen sich in höchste Höhen

Beim MGV Sängerbund läuft’s rund: Auf der Jahreshauptversammlung blickte Vorsitzender Christian Jöst auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Der Männerchor heimste viele Preise und Auszeichnungen ein. Dazu kamen zahlreiche Events im Dorfleben, die man vereint stemmte. Die große Treue zur Sängerfamilie wurde in den Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft, aber auch in der Bereitschaft, sich für den Verein jederzeit einzubringen, deutlich. Gerade Kerwe oder Maifest fordern immer viel ehrenamtliches Engagement.

Jöst dankte den drei Dirigenten für die tolle musikalische Zusammenarbeit und die erreichten Ziele. Aktuell hat der Kinderchor 16 Mitglieder, die Frauen zählen 25 Stimmen und die Männer um die 30 Sänger. In diesem Jahr will man mit Nachdruck Sängerwerbung betreiben, um wieder neue Mitglieder für die Mitwirkung in den Chören begeistern zu können. Jöst äußerte seine Freude über die stetige Weiterentwicklung der verschiedenen Klangkörper.

In seinem Resümee blickte der Vorsitzende unter anderem auf viertägige Tour des MGV an den Lago Maggiore zurück. Zusammen mit dem „Coro Arnica“ aus Laveno Mombello gaben Frauen- und Männerchor ein Benefizkonzert zur Orgelrenovierung in der Pfarrkirche Invenzione di Santo Stefano. Die Chorfreundschaft der Italiener in den Odenwald wurde gefestigt und weiter ausgebaut.

Ein weiterer großer Erfolg war die Teilnahme am hessischen Chorfestival während der Landesgartenschau Bad Schwalbach. Das Golddiplom in der A-Klasse bedeutete den Titel „Meisterchor des Hessischen Sängerbundes 2018“. Außerdem gab es noch für den MGV als einzigen Teilnehmer den Sonderpreis für bestes Wettbewerbsprogramm und Literatur für die stilistische und technische Vielfalt der vier dargebotenen Stücke.

Jöst erwähnte außerdem das Singen in Graben-Neudorf, wo man alles an Preisen abräumte, was zu vergeben war: erster Klassenpreis, Tagesbestleistung, Tageshöchstwertung und Dirigentenpreis. Auf diesem Weg soll es 2019 weitergehen. Die Frauen steigen mit Leiter Anna Stumpf wieder in die Wettbewerbsteilnahmen ein, nachdem sie 2018 Freundschafts- und Orientierungssingen absolvierten. Unter anderem werden sie in Reichartshausen ihre Stimmen erklingen lassen. Außerdem gibt es am 16. März als Nachklapp zum 20-jährigen Bestehen des Frauenchors 2018 einen Workshop unter dem Titel „Reine Frauensache“. Leiter ist Christoph Haßler. Hierzu sind auch Sängerinnen anderer Chöre sowie Einsteigerinnen eingeladen.

Männer- und Frauenchor werden dann in Lampenhain ihre Stimmen erklingen lassen, die Männer außerdem noch in Pohl-Göns. In dieser Sängerhochburg wird wieder alles vertreten sein, was Rang und Namen hat, freute sich Jöst über die Herausforderung. Um sich darauf vorzubereiten, soll im Vorfeld kräftig geprobt werden. Dirigent Hans-Joachim Karl wetzt bereits den Taktstock.

Sein Dank ging an die Mitglieder des 200 Köpfe zählenden Vereins, die wieder tatkräftig bei den verschiedenen Veranstaltungen mithalfen. Weihnachtsfeier, Kerwe, 1.-Mai-, Oktober- und das demnächst anstehende Schlachtfest wären ohne die Treue der Sängerfamilie gar nicht zu stemmen, meinte er. Der MGV unterstrich damit seinen Stellenwert als ein gewichtiger Träger des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Auch dieses Jahr stehen wieder die Traditions-Veranstaltungen an, blickte er voraus.

Jugendvertreter David Bruns ließ die Auftritte des Kinderchors und dessen Chorproben-Wochenende im Sängerheim Revue passieren. Neue Kids sind unter der Leitung von Katharina Zink gern gesehen. Von einer positiven Kassenlage berichtete Rechner Hans Ehret. Die Kassenprüfer Manuela Bruns und Gottfried Jöst attestierten ihm eine einwandfreie Kassenführung – „wie seit mehr als 40 Jahren“. Die von ihnen beantragte – und einstimmig erfolgte – Entlastung der Vorstandschaft war somit nur Formsache.

Info: Das Schlachtfest des MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag findet am Samstag, 2. Februar, um 18 Uhr im Sängerheim statt. Es gibt Odenwälder Wurstsuppe, Wellfleisch mit Sauerkraut, hausgemachte Würstchen sowie Schwarze Brie und Erbsenbrei. Als Alternative wird Bratwurst mit Sauerkraut angeboten.

Ehrungen

Aktive Mitglieder: 10 Jahre Thomas Ritter, 15 Jahre Anette Wiegel, 30 Jahre Werner Schmitt, 40 Jahre und Ehrenmitglied Lothar („Merlot“) Abelshauser, 45 Jahre Reiner Schwab, 55 Jahre Gustav Dengler, Ehrensänger Willi Ritter (65 Jahre) und Hermann Schmitt (70 Jahre)

Kinderchor: Drei Jahre Svenja Ballmann, Sina Jurcza, Lina Walter

Passive Mitglieder: 25 Jahre Thorsten Ehret, Joachim Jöst, Gottfried Walz

Die meisten Probenbesuche

Kinder: Fiona Ehret, Helen Jöst, Amelie Walter (27 von 29 Proben, dazu acht Auftritte)

Frauen: Johanna Jöst (42 von 37 Proben und sieben Auftritten)

Männer: Holger Ehret, Hermann Jöst, Ernst Siefert (46 von 39 Proben und elf Auftritten)

Präsente für gute Geister:

Ernst Siefert, Karl-Heinz Beßler, Günter Albers, Hans Ehret, Hans-Peter Ritter, Alexander Foshag, Ralf Freudl

Neuwahlen des Teilvorstands

Einstimmig wiedergewählt: Zweite Vorsitzende Anette Wiegel, Rechner Hans Ehret, Beisitzer Hans Foshag, Silke Jöst, Vertreter Passive Hans-Peter Ritter

Neu im Vorstand: Jugendvertreter Florian Hörr, Antonia Horst, Beisitzer Andreas Jurcza, Manuela Bruns, Vertreter Passive Benedikt Staat (alle einstimmig gewählt)

Gänsehautfeeling beim gemeinsamen Singen: MGV Sängerbund unternahm eine Konzertreise an den Lago Maggiore

Dirigent Hans-Joachim Karl ist begeistert von der Konzertreise: „Wir haben fantastische Sachen gesehen“, sagt er über die viertägige Tour des MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag an den Lago Maggiore. Zusammen mit dem „Coro Arnica“ aus Laveno Mombello gaben Frauen- und Männerchor ein Benefizkonzert zur Orgelrenovierung in der Pfarrkirche Invenzione di Santo Stefano. Die berühmte Orgel im Ortsteil Mombello stammt von den Gebrüdern Pietro und Lorenzo Bernasconi aus dem Jahr 1874.

„Alles hat super gut funktioniert“, zeigt sich Karl in seiner Bilanz sehr zufrieden. Eine homogene, 70-köpfige Reisegruppe machte sich frühmorgens vom Überwald aus auf den Weg. „Allen war klar, dass es eine Konzertreise ist und kein Urlaub“, lacht der Dirigent, der im Vorfeld gemeinsam mit seinem Kollegen auf italienischer Seite, Bruno Bresciani, alles organisiert hatte. Dabei kam ihm zupass, dass Bresciani gleichzeitig Bürgermeister des Ortes ist. „Das hat uns einige Türen geöffnet“, sagt er.

So wie die Chemie zwischen diesen beiden stimmt, stimmte sie auch sofort zwischen Deutschen und Italienern. Denn diese kannten sich im Vorfeld gar nicht. Der Kontakt in den Überwald bestand bisher zum MGV Union Wald-Michelbach, den Hajo Karl ebenfalls dirigiert. „Es gab einen herzlichen Empfang“, freut sich der Dirigent. Auf zwischenmenschlicher Ebene sprang sofort der Funke über. Beim Abschied wurden sogar ein paar Tränchen verdrückt, so gut war der gemeinsame Kontakt geworden. Und das, obwohl abseits der offiziellen Anlässe „die Verständigung mit Händen und Füßen lief“, wie er berichtet.

Varese und einer der neun heiligen Berge in der Umgebung wurden an einem Tag besichtigt. Beim Weltkulturerbe Sacro Monte kommt Karl ins Schwärmen. „Das war unglaublich toll“, sagt er. Highlight war die Krypta unter der Wallfahrtskirche, die vor kurzem neu zugänglich gemacht wurde. Im Vorfeld waren hier Fresken und eine alte römische Straße entdeckt worden. Dem italienischen Abend, ausgerichtet vom Coro Arnica, schloss sich abends das Benefizkonzert an, bei dem sich die Chöre in ihren Vorträgen abwechselten.

Frauen- und Männerchor griffen dabei auf die schon einstudierte geistliche Literatur von der Romantik bis zur Moderne zurück, die bereits auch im Kirchenkonzert in St. Johannes der Täufer Schönmattenwag des vergangenen Jahres aufgeführt worden war. „Wir haben vorher nochmal alles aufgefrischt“, schmunzelt Karl. Der Coro Arnica brachte vor allem folkloristisches Liedgut zu Gehör.

„Das ist einer der besten Chöre der Region“, so Hajo Karl, aber eben fokussiert auf dieses Genre. Das begründet sich auf der Historie als „Ableger“ der Alpini mit ihrer Tradition in der Gebirgsjäger und Bergsteiger. „Die schütteln 100 dieser Songs aus dem Ärmel“, war er beeindruckt, Gänsehautfeeling gab es beim gemeinsamen Singen der Männerchöre des „Signore de la Cime“.

Der Folgetag war dem Sightseeing auf dem Lago Maggiore mit Singen gewidmet. Isola Bella, Isola Pescatori und Eremitage Santa Catherina del Sasso standen auf dem Programm. Es gab vielbeachtete Auftritte im Kuppelsaal des Palazzo Borromäo und in der Eremitage. Unvergesslich bleibt für die Teilnehmer der spätere deutsch-italienische Abend mit Odenwälder Spezialitäten und Bier. Kochkäse, Hausmacher Wurst und Gerstensaft aus Ober-Mossau machten die Runde. „Wir haben denen auch ein paar Fässer Schmucker-Bier mitgebracht, weil wir wissen, dass es dort gern getrunken wird“, lacht Karl.

Auch der Frauenchor unter seiner Leiterin Anna Stumpf und der Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ mit Katharina Zink begeisterten an diesem Abend das Publikum mit ihren Liedern. Der Auftritt der Kinder war gar nicht geplant, da nicht alle dabei waren. Jedoch war die Atmosphäre an diesem Abend so freundschaftlich und gelöst, dass die Chorleiterin spontan zu den sechs mitgefahrenen Jungsängern sagte, „singen wir doch was“. Bei den Italienern „kam das super an“, beobachtete Karl. „Die Chorfreundschaft von Coro Arnica in den Odenwald wurde gefestigt und weiter ausgebaut“, freut er sich. Für den Herbst 2019 ist ein Gegenbesuch der Italiener geplant.

Lieber zum MGV nach Schimmeldewog als auf die Wiesn

Auch ein bedeckter Himmel mit eher schattigen Temperaturen kann die Überwälder Oktoberfest-Fans nicht schrecken. Sie halten dem MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag immer die Treue, wenn der zu seinem Oktoberfest einlädt. Die Gäste kommen aus allen Himmelsrichtungen angefahren, um die gemütliche Atmosphäre rund ums Sängerheim zu genießen. Denn die Qualität des Essens, das gute Bier und die günstigen Preise haben sich im weiten Umkreis herumgesprochen, sodass den ganzen Tag über volles Haus herrschte.

Eine Original-Maß Zötler Allgäuer-Festbier für 5,50 Euro: Wo gibt es sonst noch so günstige Preise? Die Überwälder mussten nicht extra nach München oder auf die Cannstatter Wasen fahren, um dort für teures Geld weiß-blaue Stimmung zu genießen. Dann lieber beim MGV für die Hälfte des dortigen Preises feiern. Aber natürlich nicht nur deswegen durfte sich der Verein bei seinem wiederholten Oktoberfest über Gäste ohne Ende freuen. Eine Hüpfburg für die Kinder ist bereits eine Institution und wird von den Kleinen gern hüpfend angenommen. Süßwarenstand auch wieder dabei.

Über die Mittagszeit füllten sich die Plätze an den 45 Biertischgarnituren zusehends, bis kaum noch ein Platz zu ergattern war. Das blieb den ganzen Nachmittag über so. Etliche hundert Besucher konnte der MGV somit an diesem Tag begrüßen, schätzte Vorsitzender Christian Jöst. „Der Andrang wurde immer größer.“ Vor weit über zehn Jahren ins Leben gerufen, „wächst unser Oktoberfest stetig“. Jöst erhielt ständig Nachfragen, ob noch Tische frei sind oder ein bestimmtes Essen verfügbar ist. Er konnte beruhigen: Es herrschte wie üblich kein Mangel an nichts.

Die Besucher, freute sich auch die zweite Vorsitzende Anette Wiegel, kommen aus einem immer weiteren Umkreis. Sie begrüßte etliche Gäste aus umliegenden Ortschaften. Vom Badischen, aus Heiligkreuzsteinach oder Schönau, bis rüber in den Odenwaldkreis, nach Finkenbach oder Rothenberg, reicht das Einzugsgebiet. Natürlich die Großgemeinde Wald-Michelbach nicht zu vergessen, ebenso wie die südlich gelegeneren Heddesbacher oder Hirschhorner. Das zeigt, welchen Stellenwert das Fest inzwischen genießt. Auch Besucher der Partnerchöre aus Ober-Flockenbach und Union Wald-Michelbach waren zu Gast.

Weißwurst, Krustenbraten, Haxen und Leberkäs‘ genauso wie Knödel, Kraut, Zwiebelsoße und Brezn sowie als krönender kalorienreicher Abschluss der Apfelstrudel mit Vanillesoße und Vanilleeis sorgten dafür, dass Freunde der weiß-blauen Tradition auf ihre Kosten kamen. Wem etwas schwer im Magen lag, hatte dann mit Willi oder Wildsau-Tropfen Gelegenheit, diesen zu beruhigen. Ob drinnen im Festzelt bei Unterhaltungsmusik oder draußen im gemütlichen Innenhof neben dem MGV-Vereinsheim – wo man sich es schmecken ließ, war unerheblich. „Die ersten kommen schon vor 11“, weiß Schriftführerin Anja Freudl, dass die Besucher bereits früh großen Hunger und Durst haben.

Etwa 40 bis 50 Vereinsmitglieder kümmerten sich den ganzen Tag über ums Wohl der Gäste. „Wir brauchen immer mehr Leute“, machte Wiegel deutlich, dass es „rund“ geht. Wenn es brummte, packten selbst die an, die eigentlich keinen Dienst hatten. Lederhosen und Dirndl waren zwar keine Pflicht für die ehrenamtlichen Helfer, aber sie gingen „mit gutem Beispiel voran“ und verleiteten somit etliche Gäste dazu, ebenfalls die „Krachlederne“ auszupacken oder sich ins schmucke Dirndl zu werfen.

Polka, Walzer und Märsche bis hin zu modernen Stücken standen auf dem Programm der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Die spielte zum Mittagessen und danach unter der Leitung von Christian Schuppel Open-Air bis in die Nachmittagsstunden auf. Das „Schimmeldewäer Lied“ zum Abschluss durfte traditionsgemäß natürlich nicht fehlen. Es folgte der singende Landwirt Gerhard Pfeifer, der schon bei der Kerwe viel Resonanz hatte.

Der großen Sause gingen viele Tage harte Arbeit voraus. Zuerst wurde das Festzelt in einer Größe wie bei der Kerwe gestellt, im Vorfeld dann die vielen Bierbankgarnituren, der Ausschank vorbereitet, die Dekoration erledigt. Auch der Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ brachte sich stark ein. Die Kinder halfen kräftig in den Stoßzeiten mit, in dem sie sich ums Abräumen der Teller und Gläser kümmerten. Vorher schmückten sie alles und richteten die Tische her. „Die Vorbereitungen sind sehr gut gelaufen“, freute sich Jöst darüber, „dass die Mitglieder voll mit angepackt haben“. Er war wieder sehr zufrieden mit der Resonanz, wie immer war das Oktoberfest sehr gut besucht. Der Aufwand hat sich wie üblich gewohnt.

Info: Vom 11. bis 14. Oktober geht der MGV auf Konzertreise nach Italien. Zusammen mit dem Chor von Laveno Mombello am Lago Maggiore geben MGV-Männer- und Frauenchor ein gemeinsames Konzert im Dom von Laveno mit dem Männerchor Arnica. Zu diesem Anlass wird auch die neue Orgel eingeweiht. Es sind kurzfristig noch zwei Plätze frei. Anmeldungen unter Telefon 0176/97900709

Der Oktober startet beim MGV Sängerbund ganz in Weiß-blau

Es wird zünftig bayrisch: Beim MGV Unter-Schönmattenwag laufen die Vorbereitungen fürs traditionelle Oktoberfest auf Hochtouren. Am Mittwoch, 3. Oktober, dreht sich alles um Maßbier, Weißwurst, Krustenbraten, Haxn und Leberkäs‘. Um 11 Uhr heißt es: „Ozapft ist“. Dann serviert der Verein diese und andere bayrische Spezialitäten im weiß-blau geschmückten, beheizten Festzelt am Sängerheim in der Hauptstraße Süd. Die Besucher kommen aus einem immer weiteren Umkreis.

Knödel, Kraut, Zwiebelsoße und Brezn dürfen als Zutaten ebenso wenig fehlen wie als krönender kalorienreicher Abschluss der Apfelstrudel mit Vanillesoße. Natürlich gibt es nachmittags auch Kaffee und Kuchen. Mit dem Oktoberfestbier, im Maßkrug an den Tisch gebracht, bleiben keine Wünsche in Bezug auf Authentizität offen. Auch nicht in punkto Kleidung: Die MGV-Mitglieder werden sich in Tracht ums Wohl der Gäste kümmern, verspricht Vorsitzender Christian Jöst.

Für eine Original-Maß Oktoberfestbier müssen die Überwälder nicht extra nach München fahren. Die gibt’s mit dem passenden Essen auch beim MGV – und dazu noch für knapp die Hälfte des dortigen Preises: Nur 5,50 Euro für den Liter Zötler-Festbier, wie er auf dem Münchner Original für über zehn Euro ausgeschenkt wird, sind ein Wort. Aber natürlich nicht nur deswegen darf sich der MGV bei seinem Oktoberfest jedes Jahr über ein volles Haus und neue Besucherrekorde freuen. 40 Vereinsmitglieder kümmern sich den Tag über um das Wohl der Gäste.

Als Besucher heißt es sozusagen mitgefangen, mitgehangen: „Wenn die Mädels in Dirndl und die Jungs in Lederhosen zu unserem Fest kommen, dann wäre das super“, sagt die zweite Vorsitzende Anette Wiegel. Aber natürlich ist diese Kleiderordnung keine Pflicht. Der MGV freut sich über alle Gäste, egal wie sie ausstaffiert sind. Aus den Vorjahren weiß sie, dass alle Generationen zusammenkommen. „Wir haben auch viele jüngere Gäste“, verdeutlicht Wiegel die Anziehungskraft. Eine „tolle Stimmung und alles zu erschwinglichen Preisen“, verspricht Schriftführerin Anja Freudl.

Für Unterhaltung sorgt nach dem Mittagessen die Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Polka, Walzer und Märsche bis hin zu modernen Stücken stehen auf dem Programm. Das Ensemble spielt im schön geschmückten weiß-blauen Festzelt bis in die Nachmittagsstunden auf. Das „Schimmeldewaer Lied“ zum Abschluss darf traditionsgemäß natürlich nicht fehlen.

Dabei ist in diesem Jahr auch der singende Landwirt Gerhard Pfeifer aus Raidelbach, nachdem dessen Auftritt bei der Kerwe in Unter-Schönmattenwag so gut ankam. Gefeiert werden darf an diesem Tag bis mindestens 22 Uhr. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg. Das Oktoberfest zählt neben dem Schlachtfest und der Feier rund um den 1. Mai zu den Traditionsveranstaltungen, mit denen der MGV alljährlich das Ortsgeschehen bereichert.

Fußball und Musik sorgen für volles Kerwezelt beim MGV Unter-Schönmattenwag

Das Fazit des MGV-Vorsitzenden Christian Jöst ist kurz und knackig: „Volles Haus beim Fußball und danach bei TYL auch. Enten wurden alle 100 verkauft und jede Menge Gaudi. TYL hat bis halb 3 gespielt und dann Feier bis es hell wurde.“ Was er damit sagen will: Der Sängerbund als diesjähriger Ausrichter der Unner-Schimmeldewäer Kerwe ist absolut zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Dorffestes.

Bevor die Plastikenten auf den Ulfenbach geschickt wurden, versetzte noch Zauberer Seppl im Festzelt am Alten Weg die Kinder mit seinen Kunststücken in Erstaunen. Währenddessen gingen auch noch die letzten der 100 quietschgelben Plastikentchen in den Verkauf, nachdem kurz vor knapp die 15 letzten auf ihre Besitzer gewartet hatten. Für die ersten drei Plätze gab es verschiedene Gutscheine für Kino, Eisdiele und Sommerrodelbahn, für die weiteren 97 hieß es: „Jede Ente ein Gewinn.“ Der MGV hatte verschiedene Trostpreise in petto.

Die Kerwejugend hatte zuvor den Lauf des Ulfenbachs auf einer Strecke von mehreren hundert Metern freigemacht und das Ufer ausgemäht, sodass den Enten keine Hindernisse im Weg lagen. Aus einem Kübel wurden die 100 Enten in den Bach gekippt und mussten sich dann ihren Weg von einer kleinen Brücke oberhalb des Festzeltes bis zu diesem suchen. Ein Trichter diente als Ziel, sodass es keine Unklarheiten über den Sieger geben konnte. Nach dem knapp zehnminütigen spannenden Rennen hieß der Gewinner Günter Gries.

Wie der Nachmittag begann, ging es am Abend weiter. Beim Public Viewing des WM-Vorrundenspiels Deutschland-Schweden herrschte im Festzelt volles Haus. Die Gäste litten erst mit, dann fieberten sie mit, als sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der zweiten Hälfte wieder ins Spiel hineinkämpfte. Der Siegtreffer von Kroos in der letzten Minute der Nachspielzeit ließ nicht nur das Zelt, sondern halb Schimmeldewog erbeben. Wildfremde lagen sich feiernd in den Armen.

Beste Bedingungen also für den Auftritt der Partyband „Thousand Years Later“ (TYL). Auch hier galt: Es war eine große Fete von Anfang an. Schon zu Beginn waren alle Sitzplätze belegt. „Es wurde viel getanzt und gefeiert.“ Denn Band weiß ihren Heimvorteil immer auszunutzen.

TYL, bestehend aus Katharina Zink, Timo und Tobias Walter (alle Gesang), Benedikt Breitwieser (Bass), Sven Dörsam (Gitarre) und Benedikt Staat (Drums), begeisterten ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm bis in den frühen Morgen. Unterstützung auf dem Keyboard gab es durch Janina Becker. Die Band machte um 2.30 Uhr Schluss, was aber noch lange nicht das Ende der Party bedeutete. Erst als es schon hell wurde, gingen die letzten Feierwütigen nach Hause.

Die musikalische Bandbreite der 55 Songs reichte von aktuellen Hits aus Rock und Pop über deutsche Schlager bis hin zu Klassikern. Peter Schilling mit „Major Tom“, „Westerland“ von den Ärzten oder auch „Purple Rain“ von Prince zeigten die große Bandbreite der Stücke auf, die großteils von Timo Walter gesungen wurden. „Hedonism“, „All about that base“ oder die „Hollaywood Hills“ ließen das Stimmungsbarometer ebenfalls nach oben schnellen.

Matthias Reims „Verdammt ich lieb dich“, die Spider Murphy Gang mit dem „Skandal im Sperrbezirk“, Abba mit „Waterloo“, Bon Jovi, aber auch Marius Müller Westernhagen, Joan Jett, Dschingis Kahn, Nena und Tina Turner („Simply the best“) lauteten die weiteren Interpreten der Setliste, die für super Stimmung sorgten. Nicht fehlen durfte natürlich „Hulapalu“ oder „Türlich, Türlich“ von Andreas Gabalier. Während sich zuerst die vorderen Reihen auf die Tanzfläche trauten, rückten später auch die hinteren nach.

MGV Unter-Schönmattenwag holt mehr Punkte als doppelt so große Chöre

Wie die Wettbewerbsteilnahmen für den MGV Sängerbund im vergangenen Jahr endeten, begannen sie in diesem wieder: überaus erfolgreich. Der Männerchor nahm am Chorwettbewerb in (Graben-)Neudorf teil und räumte dort alles ab, was es zu gewinnen gab. Klassensieg, Dirigentenpreis, Tagesbestleistung und Tageshöchstwertung durften die Sänger mit nach Hause nehmen. Vorsitzender Christian Jöst freute sich besonders, diese Auszeichnung gegen teilweise mehr als doppelt so große Chöre ersungen zu haben.

Mit drei Liedern trat der MGV unter der Leitung von Hans-Joachim Karl in der Klasse M3 der großen Männerchöre an: Von den „Drei Stycken för Manskör“ von Sven-David Sandström wurden das Kyrie und Agnus Dei gesungen. Zu Gehör kamen außerdem „Kung Lilienkonvalije“ von David Wikander und „Vive l’amour“ im Arrangement von Alice Parker und Robert Shaw, bei dem Jöst den Solopart übernahm. 281 Punkte und damit die meisten holten die Überwälder mit diesen Stücken, zwei Mal 94 und einmal 93.

Der MGV gewann damit nicht nur die eigene Klasse gegen Heiligkreuzsteinach, sondern holte auch die Tagesbestleistung bei den Männerchören ab M3 aufwärts. „Es ist sehr hoch einzuschätzen, dass wir uns als kleiner Chor mit 25 Mann gegen große mit 60 oder 75 Sängern wie etwa Baiertal durchgesetzt haben“, freute sich Jöst. Außerdem holte man die Höchstwertung aller etwa 25 Chöre, die an diesem Tag in Neudorf auftraten.

Die jetzigen Erfolge sind für ihn „eine Fortsetzung der hochklassigen und konstanten Leistungen“, die der Chor schon seit Jahren bringt. Er sieht den Klangkörper bestens gerüstet, um auch in Zukunft erstklassige gesangliche Leistungen abzuliefern. Das Engagement der Aktiven trägt dazu bei, „dass wir weiterhin auf einem solch hohen Niveau tätig sein können“.

Beste Voraussetzungen also, um bei den weiteren Wettbewerben in Erbach/Taunus am 26. Mai und beim hessischen Chorfestival in Bad Schwalbach am 16. Juni reüssieren zu können. Die Sänger fiebern besonders dem Singen um den Hessenmeister-Titel entgegen. „Wir freuen uns über interessierte Fans“, betont der Vorsitzende. Die hatten den Verein bereits in Neudorf unterstützt. Im Bus nach Bad Schwalbach sind noch ein paar Plätze frei. Anmeldungen sind bei jedem Sänger möglich. Parallel zu diesem Chorfestival findet dort auch die Bundesgartenschau statt.

Hans-Joachim Karl war in Neudorf außerdem noch mit dem Bruderchor aus Ober-Flockenbach dabei. Der holte ebenfalls Dirigenten- und Klassenpreis, die zweithöchste Tageswertung mit 280 Punkten und die kleine Tagesbestleistung. Das belegt wieder einmal „die hervorragende Leistung von Hajo in all seinen Chören“, hebt Jöst heraus. Glückwünsche gehen deshalb von Unter-Schönmattenwag nach Ober-Flockenbach.