Eine vor Spielfreude sprühende Band: „Maverick“ in der Music Hall

Das fetzt, das rockt, das geht in die Beine. Was die Hardrocker von „Maverick“ in der Live Music Hall abliefern, ist ein Konzert allererster Güte. Melodiöse Gitarrenriffs, eingängige Melodien und eine vor Spielfreude sprühende Band machen vergessen, dass sich im Odenwald nur eine überschaubare Anzahl von Fans zusammengefunden hat, um den Auftritt des nordirischen Quintetts aus Belfast zu bejubeln.

Aber die Besucher machen an Stimmung und Enthusiasmus locker das wett, was an Menge fehlt. Kein Wunder: Die gutgelaunte Truppe auf der Bühne um Sänger David Balfour macht es ihnen leicht. Der lässt sich mit seinen Mannen Ryan Sebastian Balfour und Ric Cardwell (Gitarren), Richie Diver (Bass) und Jonathan Millar (Drums) nicht die Laune verderben und heizt den Besuchern ordentlich ein.

Kein Song vergeht, bei dem der stimmlich absolut präsente Part der Balfour-Brüder nicht ständig in Bewegung ist, die Leute animiert, zum Mitmachen auffordert. Eine große Show für die kleine Fangemeinde. Herrlich sein Versuch, als „Guy from Belfast“ Mörlenbach richtig auszusprechen. Das geht zwar mit „Morlenbakk“ irgendwie daneben, aber schließlich ist der Mann auch zum Singen gekommen. Und das kann er so gut, dass unwillkürlich die Frage auftaucht, warum man von der Band nicht schon viel früher was gehört hat.

Melodiöser Hardrock mit ordentlichen Groove und Melodien zum Mitsingen: So lassen sich die Songs von Maverick beschreiben, die die Gruppe seit 2013 auf inzwischen drei Alben gepresst hat. Wobei das aktuelle, „Cold Star Dancer“, nicht nur das ausgereifteste ist, auf dem die Truppe qualitativ so richtig aus dem Vollen schöpft, sondern auch der Tour seinen Namen gegeben hat.

Gleichzeitig ist es der Opener eines Konzerts mit 15 Stücken, das keinen Durchhänger kennt. Durchgehend halten die fünf Musiker den Level am Anschlag, legen nicht nur los wie die Feuerwehr, sondern bleiben auf dem Gaspedal, selbst bei den so angekündigten „ruhigeren“ Stücken. Die Lautstärke ist vielleicht das einzige Manko eines ansonsten sehens- und hörenswerten Auftritts. Die ist auf 500 statt 50 Zuschauer ausgerichtet.

Die Bass-Drum dröhnt, die Snare scheppert, der Bass lässt die Hosenbeine flattern – eindeutig zu laut ohne Ohrenstöpsel. So gehen manchmal die Zwischentöne in den Songs verloren, die es wert sind gehört zu werden. Denn „Maverick“ nennt nicht umsonst die (Hard-)Rock-Heroen aus vergangenen Zeiten als Vorbilder: KISS, Iron Maiden, Alice Cooper, Rory Gallagher, Aerosmith, Def Leppard, Guns n‘ Roses oder Stevie Ray Vaughan werden zitiert.

„Quid Pro Quo“ und „Big Red“ heißen die beiden 2014 und 2016 erschienen Scheiben. Vom Erstling ist unter anderem „Got it back“ zu hören, das sich nahtlos in die Lieder aus der aktuellen CD einfügt. Der dreistimmige Background-Gesang, gepaart mit klasse Gitarren-Riffs, gibt den Songs eine fast schon mainstream-taugliche Struktur, auch wenn die Stücke deutlich härter gespielt werden als auf der Studio-Aufnahme. Und dann ist da eben noch Shouter David Balfour. Der ist eine Klasse für sich und kann durchaus mit den Großen des Genres mithalten.

„Ex Machina”, „Forever“, „Myrmidon“ oder „The One“: Das geht in die Ohren, wenn auch durch die Lautstärke unfreiwillig zu tief. Hier mal ein Riff mit Anklang Deep Purple, dort mal eine Songstruktur, die an Foreigner erinnert, hier der vierstimmige Gesang Marke Def Leppard, aber alles zusammengesetzt mit Copyright Maverick: Kein Wunder, dass sich die Kritiken für das Album „Cold Star Dancer“ fast überschlagen.

„Kiss Of Fire“ vereint wuchtige Gitarren und prägnanten Gesang. „Ex Machina“ steht für einprägsame Riffs und mitreißende Hooklines. Nicht zu vergessen die Maverick-typischen mehrstimmigen Refrains. Die Nordiren bieten Hardrock at ist best. Pur, ehrlich, authentisch, ohne Schnörkel, ohne unnötiges Beiwerk, einfach losgerockt.

Den Anfang des Abends machte „DeVicious“ mit melodischem Rock Made in Germany. Die fünf Musiker rund um Bassisten Alex Frey sind in der Music Hall keine Unbekannten mehr. Sie stehen für ehrliche, handgemachte Rockmusik.

Ebenfalls aus dem süddeutschen Raum mit deutlich hörbarem schwäbischen Akzent: TwentyDarkSeven. Hier war ebenfalls die melodische Komponente deutlich hörbar, auch wenn die Songs ein wenig härter rüberkamen – was eindeutig an der Reibeisenstimme von Sänger Marcus Jürgens lag. Beide Bands haben bisher zwei Alben vorgelegt, die sie bei ihren jeweils 45-minütigen Sets präsentierten.

Werbeanzeigen