Auf dem Wald-Michelbacher Schimmelberg schwelt der Kohlenmeiler jetzt bis 18. Juni vor sich

Es raucht, kokelt und schwelt nun bis zum 18. Juni auf dem Schimmelberg. Bei herrlichem Wetter wurde der Kohlenmeiler der SG-Faustballer am Samstagnachmittag entzündet. Die Abteilungsmitglieder schauen in verschiedenen Schichten in den kommenden Tagen darauf, dass nichts passiert und qualitativ hochwertige Holzkohle geerntet werden kann. Zwischendurch ist die Bevölkerung herzlich eingeladen, das alte Handwerk in Augenschein zu nehmen und sich dabei aufs Beste bewirten zu lassen.

Damit die Kohle ab dem 17. Juni geerntet werden kann, musste der Meiler erst einmal entzündet werden. 16 Festmeter Holz hatten die Vereinsmitglieder am Samstag zuvor auf sechs Meter Durchmesser und in über zwei Meter Höhe aufgeschichtet. Dazu kam eine luftdichte Deckschicht aus spezieller Erde und darüber Gras, damit darunter das Holz in Ruhe vor sich hin kokeln kann. Schwelt es einmal zu wenig, dann werden Löcher für die Luftzufuhr eingestochen, kommt zu viel Sauerstoff dran, schließen diese die Köhler wieder. Sie müssen auch aufpassen, dass sich nach einer Verpuffung das Holz nicht entzündet, sonst hat der schöne Spaß ein frühes Ende.

Die hochwertige Kohle vom Schimmelberg zeichnet sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit aus. Die gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, da der Meiler rund um die Uhr bewacht werden muss, damit am Ende nicht nur ein Häufchen Asche übrig bleibt. Denn das um den Quandel aufgeschichtete und mit Gras und Erde luftdicht abgedeckte Buchenholz darf nur langsam von innen nach außen verkohlen und nicht brennen.

Den Meilerdienst teilen sich die 20 bis 25 Abteilungsmitglieder auf. Er dauert immer zwischen zehn und zwölf Stunden. Somit ist mehr oder weniger die ganze Faustballabteilung im Einsatz. Fürs ganz schlechte Wetter steht auch ein Bauwagen bereit. „Von Mal zu Mal müssen wir den Event wieder aufs Neue anschieben“, betont Horst Vetter. Die ganze Familie ist bei den Arbeiten mit ihm Boot, bei ihm schon in der dritten Generation. Die „Oberhoheit“ hat Meilerchef Jochen Rühle. Er und seine Mitstreiter müssen akribisch darauf achten, dass nichts durchbrennt. Etwaige Löcher gilt es sofort wieder zu stopfen.

In seiner Begrüßung würdigte Vetter die bisherige Unterstützung durch den scheidenden Bürgermeister Joachim Kunkel. Er hoffte auf eine weitere gute Zusammenarbeit und Förderung des alten Brauchtums durch den neuen Rathauschef Dr. Sascha Weber. Beide waren auch zur Meiler-Entzündung auf den Berg gekommen. Vor ungefähr 35 Jahren starteten die Faustballer mit dieser Renaissance früheren Handwerks, so Vetter. „Das war so erfolgreich, dass es viele Nachahmer gab“, schmunzelte er. Eine solche Veranstaltung könne nur mit vielen freiwilligen Helfern gestemmt werden, dankte er diesen.

Damit der Kohlenmeiler über Fronleichnam vor sich hin kokeln kann, müssen die SG-Leute schon eineinhalb Jahre zuvor an die Vorarbeiten denken. Denn das geschlagene Holz muss zwei Winter ruhen, bevor es so richtig knackig trocken ist. Heutzutage wird Buche verwendet, früher war das auch die vom „Rennekloppen“ (Rindenklopfen) übrig gebliebene Eiche. In der Nähe wurde das Holz gelagert, im vorigen Herbst zum Platz gefahren und dort „gut bewacht“, so Vetter.

Bürgermeister Kunkel lobte den „wunderbaren Ort“ Schimmelberg, auf dem das alte Handwerk wieder zum Leben erweckt wird. Er wies darauf hin, dass sich damit in früheren Jahrhunderten viele Menschen ihr tägliches Brot verdienten. Es sei schön, dass die SG-Faustballer dies wieder praktizierten. Die Gemeinde ist laut Kunkel immer bestrebt, Gästen und Einheimischen besondere Freizeitattraktionen zu bieten – und der Kohlenmeiler sei eine davon. Natürlich funktioniere dies nur durch das Ehrenamt, das im größten Wald-Michelbacher Verein ganz vorbildlich gelebt werde. Er wünschte zehn tolle Tage mit gutem Wetter.

Die Entzündung des Kohlenmeilers nutzte Kunkel dazu, zwei Mitgliedern der SG-Faustballabteilung die Ehrennadel in Bronze der Gemeinde zu überreichen. Jens Jöst und Robert Vetter waren/sind je zehn Jahre als Abteilungsleiter und Schriftführer der Abteilung tätig. Die Urkunde gab’s vom scheidenden Bürgermeister, die Ehrennadel von seinen Nachfolger. Kunkel verband die Überreichung mit dem Hinweis auf die über 100 Vereine in Wald-Michelbach, die das gesellschaftliche Leben bereicherten und in denen das Ehrenamt hochgehalten werde.

Danach schritten Kunkel und Weber ans Werk. Die von Jochen Rühle und Hans-Georg Hering in den Eimer gefüllte glühende Holzkohle schüttete der Noch-Bürgermeister mit seiner Erfahrung aus den vergangenen 18 Jahren in den Quandel, den Schacht, hinab, damit unten das Holz Feuer fing. Dieses war bis etwa in halber Höhe aufgeschichtet worden. Nachdem es zu glühen begonnen hatte und die beiden Anzünder in Rauch gehüllt waren, kam noch einmal die gleiche Menge obendrauf und wurde der Quandel verschlossen, damit die Kokelei beginnen konnte.

Info: SG-Helfer sorgen dafür, dass es sich bei „Köhlersteak“ und „Meilerbier“ in schöner Umgebung gut aushalten lässt. Sollte es heißt sein, können die Gäste in die Schatten der umliegenden Bäume ausweichen. An den Wochentagen kann dies ab 18 Uhr geschehen, an den Samstagen ab 15 Uhr, sonn- und feiertags ab 10 Uhr. Aber auch zu anderen Zeiten muss bei den Hobby-Köhlern niemand Hunger und Durst leiden. Am Mittwoch, 14. Juni, sorgt ab 19 Uhr die Trachtenkapelle Kocherbach für gute Stimmung. An Fronleichnam wird zusätzlich zu Steak und Wurst auch deftiger Rollbraten mit hausgemachtem Kartoffelsalat aufgetischt.

Der Meilerplatz ist sowohl von Wald-Michelbach als auch von der Kreidacher Höhe ausgeschildert und in 20 bis 30 Gehminuten erreichbar. So kann beispielsweise ein Ausflug zur Sommerrodelbahn über den Kunstwanderweg hervorragend mit dem Besuch bei den gut geräucherten Faustballern und ihrem Holzkohlenmeiler kombiniert werden.

 

 

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Wald-Michelbacher Faustballer bringen wieder den Kohlenmeiler auf dem Schimmelberg zum Kokeln

Es schwelt, glüht und kokelt wieder neun Tage lang auf dem Schimmelberg: Die alte Tradition der Holzkohlegewinnung durch einen Kohlenmeiler, die vielerorts noch oder wieder aufrechterhalten wird, ist auch bei der Faustballabteilung der SG Wald-Michelbach seit über 30 Jahren ein liebgewordener Brauch. Er wird alle zwei Jahre gepflegt und ist damit eine der ältesten Veranstaltungen dieser Art in der näheren Region.

Zum altbewährten Termin über Fronleichnam, in diesem Jahr vom 10. bis 18. Juni, laden die Faustballer wieder alle treuen Besucher – und natürlich auch neue interessierte Gäste – ein, sich ein Bild vom rauchenden Holzhügel zu machen. Am Samstag, 10. Juni, wird Wald-Michelbachs Bürgermeister Joachim Kunkel um 15 Uhr den kleinen Hügel erklimmen, um glühende Kohle einzufüllen und damit den diesjährigen Meiler zu entzünden. Am Mittwoch, 14. Juni, sorgt ab 19 Uhr die Trachtenkapelle Kocherbach für gute Stimmung.

Auf dem Schimmelberg oberhalb von Stallenkandel soll auch diesmal wieder hochwertige Kohle gewonnen werden, die sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit auszeichnet. Deren gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, da der Meiler natürlich rund um die Uhr bewacht werden muss, damit am Ende nicht nur ein Häufchen Asche übrig bleibt. Denn das um den Quandel aufgeschichtete und mit Gras und Erde luftdicht abgedeckte Buchenholz darf nur langsam von innen nach außen verkohlen und nicht brennen.

Weitere Helfer sorgen dafür, dass es sich bei „Köhlersteak“ und „Meilerbier“ in schöner Umgebung bestens aushalten lässt. An den Wochentagen kann dies ab 18 Uhr geschehen, an den Samstagen ab 15 Uhr, sonn- und feiertags ab 10 Uhr. Aber auch zu anderen Zeiten muss bei den Hobby-Köhlern niemand Hunger und Durst leiden. An Fronleichnam wird zusätzlich zu Steak und Wurst auch deftiger Rollbraten mit hausgemachtem Kartoffelsalat aufgetischt.

Das uralte Köhlerhandwerk erfordert eine ständige Meilerwache, damit der Ausbau am Abend des 17. Juni beginnen kann. Kaufwillige können die Kohle am Sonntag, 18. Juni, sackweise erstehen. „Wer einmal mit Meilerkohle gegrillt hat, wird keine andere mehr haben wollen“, wissen die Fachleute. Der Meilerplatz ist sowohl von Wald-Michelbach als auch von der Kreidacher Höhe ausgeschildert und in 20 bis 30 Gehminuten erreichbar. So kann beispielsweise ein Ausflug zur Sommerrodelbahn über den Kunstwanderweg hervorragend mit dem Besuch bei den gut geräucherten Faustballern und ihrem Holzkohlenmeiler kombiniert werden.

Mittels Kohlenmeilern wird seit dem Altertum Holzkohle hergestellt. Holzkohle ist wesentlich leichter als Fällholz und somit einfacher zu transportieren. Die Köhlerei war in der frühen Neuzeit ein bedeutender Wirtschaftszweig. Damals war Holzkohle der einzige Brennstoff, mit dem man die nötige Hitze für die Eisenverhüttung erzeugen konnte. 1713 wurde ein Verfahren erfunden, um aus Steinkohle hochofentauglichen Koks herzustellen. Danach ging der Verbrauch der teuren Holzkohle trotz steigender Eisenproduktion immer mehr zurück.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden dann auch zunehmend Pechöfen verwendet und im 19. Jahrhundert dann auch Retorten. Dies hatte zur Folge, dass immer weniger Kohlenmeiler gebraucht wurden. Das allmähliche Aus für die Holzköhlerei begann im 19. Jahrhundert, als die Steinkohle dann die Holzkohle praktisch ersetzte und später auch Gas und Elektrizität an Bedeutung gewannen. Die Köhlerei wird nur noch aus Traditionsgründen und für einige Spezialanwendungen von Holzkohle betrieben.

Auf dem Platz wird der Meiler aus Holz angelegt, in annähernd halbkugel- oder kegelförmigen Haufen, mit großen Scheiten, regelmäßig (und zwar stehend oder liegend) um den Quandel (Kern) herum. Darauf kommt ein luftdichtes Dach aus Erde und Gras. Zum Abschluss wird der Meiler mit Ausnahme des Quandels luftdicht verschlossen. Es wird dann eine Abstützung aus Rundhölzern und Brettern um den Fuß herum erstellt. Dann wird über den Quandel der Meiler entzündet und dieser verschlossen.

Bei der Köhlerwoche auf der Raubacher Höhe kann man den Köhlern noch bis zum 7. August über die Schulter schauen

Was unternimmt ein Köhler, wenn es ihm in seinem 24-Stunden-Job in den zehn Köhlertagen doch mal langweilig wird? „Ich lese dann ein Buch“, meint Jürgen Walter. Sein Kompagnon Achim Sauer verschüttet bei der Antwort vor Lachen fast sein Bier. „Macht der doch nie“, sagt er verschmitzt grinsend. Die beiden Schönmattenwager sind die Hauptpersonen bei den am Freitagabend gestarteten Köhlertagen auf der Raubacher Höhe, die kommenden Sonntag mit den 11. Odenwälder Hochlandspielen ihren Abschluss finden werden.

Zwischendurch ist die ganze Woche über jeden Tag ab 10 Uhr Festbetrieb auf dem Platz an der Kreisstraße zwischen Ober-Schönmattenwag und dem Rothenberger Ortsteil Raubach. Die Gäste können den Köhlern über die Schulter schauen, sich an den von den beiden ausrichtenden Vereinen FC Odin und Gesangverein Harmonie betriebenen Ständen verpflegen und das gemütliche Ambiente mitten im Wald genießen.

Damit die Kohle am 7. August geerntet werden kann, musste der Meiler erst einmal entzündet werden. 32 Raummeter Holz, im Wald selbst geschlagen, hatten die Vereinsmitglieder an den beiden Wochenenden vor Beginn auf sieben Meter Durchmesser und in 2,20 Meter Höhe aufgeschichtet. Dazu kam eine luftdichte Deckschicht aus spezieller Erde, damit darunter das Holz in Ruhe vor sich hin kokeln kann. Schwelt es einmal zu wenig, dann werden Löcher für die Luftzufuhr eingestochen, kommt zu viel Sauerstoff dran, schließen diese die Köhler wieder.

„Alle zwei Stunden stehen wir nachts auf, um nach dem Meiler zu schauen“, hebt Sauer den doch eher unruhigen Schlaf hervor. Denn nachts stehen auch die Reparaturen an. Für ihn wie auch Walter ist der Kohlenmeiler aber eine Passion. 14 Tage Urlaub rund um das Event nehmen sich die beiden, um in einer einfachen Köhlerhütte ohne jeglichen Komfort in der freien Natur zu übernachten. „Ohne Fernseher und Radio“, wie Jürgen Walter betont. Morgens geweckt von der aufgehenden Sonne über dem Hinterbachtal und dem Zwitschern der Vögel.

Die Brötchen werden den Köhlern von der Bäckerei Beutel aus dem Ort gebracht. Zusammen mit der Kanne selbst gekochtem Kaffee steht dann die ausgiebige Lektüre der Zeitung an. Noch vor dem Frühstück – denn besser mit leerem Magen – kümmert sich Jürgen Walter jeden Tag um die Reinigung der Toiletten. Die Nahrung kann danach in Form von Eiern mit Speck auch mal deftig sein. Später geht‘s ein paar Schritte in den Wald, so Achim Sauer. „Wir schauen uns einfach die schöne Natur an.“ Wenn gegen 9 Uhr die ersten Gäste vor der Zeit kommen, bekommen sie natürlich trotzdem schon etwas zu trinken, gibt es ein Original Köhler-Bier.

„In der Nacht ist es wie ein Paradiesurlaub, am Tag gibt es nette Gespräche in schöner Gesellschaft“, sagt Achim Sauer. Seit 21 Jahren findet die Veranstaltung auf dem jetzigen Platz statt, nachdem zuvor eher vereinsintern gefeiert worden war. „Die Region war früher übersät von Kohlenmeilern“, weiß Sauer. 75 bis 80 sogenannte Kohlenmeiler-Platten fänden sich in der Umgebung. Und noch ein altes Handwerk gibt es zu sehen: Jürgen Walter führt das Binden von Reisigbesen vor, das er sich ebenfalls vom Schwiegervater abschaute.

Was für die Köhler das Besondere an den zehn Tagen mitten im Wald ist? „Man kann die Seele baumeln lassen, abschalten“, meint Jürgen Walter. „Aber zum Schluss geht’s zur Sache, wenn die Kohle am kommenden Wochenende geerntet wird.“ Für die Übernachtung haben sich beide die einfachen Köhlerhütten mit Schaumstoff aus- und eine Matratze drübergelegt. Wie das mit dem Duschen läuft? Da lächelt Jürgen Walter. „Reden wir nicht davon“, sagt er verschmitzt. Zwischendurch, „wenn es nicht mehr geht“, fährt er mal kurz heim, um sich den Kohlenstaub abzuwaschen.

Das Köhlerhandwerk, früher in den Odenwald-Gemeinden weit verbreitet, wurde ihnen quasi mit der Heirat weitergegeben. „Wir haben beide Köhlertöchter geheiratet“, schmunzelt Walter. Vom letzten Schönmattenwager Köhler Adam Knopf, der das Fest in den 80er Jahren begründete, haben sie den Umgang mit dem Meiler gelernt. Dieser hatte bis 1970 noch einen gewerblichen Betrieb im Ort.

„Zehn Tage geprägt von Freude, Gemeinsamkeit und interessanten Einblicken“ wünschte Bürgermeister Joachim Kunkel den Gästen in seiner Begrüßung, die er stellvertretend auch für den Ortsbeirat und den Kreisbeigeordneten Volker Buser hielt. Die Köhlertage seien „ein Akt der Gemeinsamkeit mit vielen Helfern“, lobte Kunkel das starke Vereinswesen nicht nur im Wald-Michelbacher Ortsteil.

Für den FC Odin Unter-Schönmattenwag begrüßte Vorsitzender Bernd Egner die vielen Besucher zur Eröffnung. Christof Klos vom Gesangverein Harmonie Ober-Schönmattenwag freute sich über die Anwesenheit etlicher Ehrengäste. Zum Auftakt gab es Blechbläserklänge von den Jagdhornbläsern des Schützenvereins Siedelsbrunn, ehe der GV Harmonie unter Leitung von Ria Günther vier Stücke sang.

Programm beim Kohlenmeiler

Die Bewirtung auf dem Festplatz mit Essen und Trinken startet jeden Tag um 10 Uhr. Bis kommenden Sonntag gibt es (unter der Woche ab 18 Uhr, sonntags ab 12 Uhr) ein Tagesessen zusätzlich zu den normalen Angeboten wie Brat- und Currywurst oder Handkäse. Start ist am 31. Juli mit Odenwälder Wildschwein vom Grill mit Bratkartoffeln und Kartoffelsalat sowie Haxen und Kartoffelsalat. Es folgen: Fleischkäse mit Bratkartoffeln und Krautsalat (Montag), Räuberspieße mit Reis und Krautsalat (Dienstag), Ochsenbrust, Meerrettich und Salzkartoffeln (Mittwoch), Kesselgulasch mit Spätzle (Donnerstag), Krustenbraten mit Semmelknödeln und Rotkraut (Freitag), Spießbraten und Rosmarinkartoffeln (Samstag) sowie paniertes Schnitzel mit Jägersoße, Spätzle und Krautsalat am Abschluss-Sonntag. An dem steppt sowieso der Bär, deshalb stehen am 7. August auch 55 Kuchen ab dem Mittag für die Gäste bereit.

Denn dann, wenn sich die Köhlerwoche dem Ende nähert und der Meiler zur Ernte ansteht, finden auch die „Odenwälder Hochlandspiele“ als lokale Variante der schottischen Highlandgames in der mittlerweile 11. Auflage statt. Heroisch anmutend wird es dann, wenn ab 13 Uhr Dudelsack-Musik von den „Heidelberg & District Pipes and Drums“ ertönt und die Matadore der Hochlandspiele in die Waldarena einziehen. Anmelden zur Teilnahme an den 11. Odenwälder Hochlandspielen können sich Teams zu je drei Personen noch bei Bernd Egner oder Christof Klos unter Telefon 06207-81663 oder -921568.

Zu erreichen ist der Platz auf der Raubacher Höhe mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag, der Kreisstraße 37 Richtung Finkenbach folgend, oder vom Rothenberger Ortsteil kommend Richtung Hinterbach und Raubach immer den Berg hoch.

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Zehn Tage lang glüht auf der Raubacher Höhe oberhalb von Schönmattenwag der Kohlenmeiler

Die Vorarbeiten laufen auf Hochtouren. Denn bis am Freitag, 29. Juli, die Odenwälder Köhlerwoche startet, muss der Festplatz dafür noch gehegt und gepflegt werden. Deshalb sind in diesen Tagen die freiwilligen Helfer vom Gesangverein Harmonie und dem Fußballclub FC Odin dabei, das Gelände auf der Raubacher Höhe herzurichten. Zehn Tage lang steppt dann dort der Bär und glüht die Kohle. Seit über 30 Jahren pflegen die beiden Verein schob das alte Handwerk, das früher im Odenwald weit verbreitet war.

Der Startschuss fällt am 29. Juli um 18 Uhr, wenn der Holzkohlenmeiler feierlich entzündet wird. Dazu gibt es viel Musik, Infos und so manche Anekdote und witzige Geschichte rund ums Köhlerhandwerk. Anschließend schwelt der Meiler zehn Tage lang unter strenger Bewachung vor sich hin. Die Köhler freuen sich über viele Besucher, die schauen, staunen und fachsimpeln – oder einfach nur mit herrlichem Blick ins Hinterbachtal den Arbeitstag in gemütlicher Runde mit einer Köhlermahlzeit ausklingen lassen wollen.

Zehn Vereinshelfer waren nun dabei, die „Platte zu putzen“, also die gesamte Fläche und den angrenzenden Bereich von Gestrüpp und Laub zu befreien. Die Hütte für die Essenausgabe wurde schon gestellt, eine weitere für Getränke kommt noch bei den nächsten Arbeitseinsätzen hinzu. Falls es stark regnen sollte, was keiner hofft, haben die Helfer auch einen Graben in die Erde gezogen, damit das Wasser abfließen kann und damit der Weg zum Toilettenwagen gefahrfrei bleibt. „Da stand vor ein paar Jahren mal alles unter Wasser“, erinnert sich Odin-Vorsitzender Bernd Egner.

Freigeschaufelt wird daneben der Platz für den Kohlenmeiler, bevor die Helfer dann dort das Holz aufstapeln. Das erhalten beide Vereine vom Forst zugeteilt, müssen es selbst machen und haben es bereits zwischengelagert. Die Köhlerhütte teilen sich zehn Tage lang Achim Sauer und Jürgen Walter, die das alte Handwerk vom letzten ausgebildeten Köhler Adam Knopf übernommen haben und den Meiler rund um die Uhr im Auge behalten.

Sobald das Holz aufgeschichtet ist, wird es mit Gras und Laub abgedeckt, kommt Dreck drüber, damit darunter alles vor sich hinkokeln kann. Bei der feierlichen Eröffnung wird glühende Holzkohle in den Schacht hinabgelassen, sodass das Holz danach in zehn Tagen zur Kohle werden kann. Die wird am Abschlusstag verkauft. Rund um den Meiler lässt sich daneben Verschiedenes rund um das alte Handwerk in Erfahrung bringen.

„Wir docken uns an die Raubacher Wasserversorgung an“, verdeutlicht Harmonie-Vorsitzender Christof Klos, dass es ohne neuzeitliche Errungenschaften nicht geht. Wobei diese auf der Höhe auch nur mit Einschränkungen ankommen. „Wenn die Bierkühlung anspringt, flackern die Lichter“, weiß Egner um das schwache Stromnetz vom Rothenberger Ortsteil bergaufwärts. Jeder Tag wird mit dem Köhlerfrühstück begonnen, zu dem die Bäckerei Beutel die Brötchen und die Zeitung anliefert.

Da inzwischen Besucher aus der gesamten Metropolregion kommen, um sich das urwüchsige Spektakel nicht entgehen zu lassen, galt es für die zehn Freiwilligen an diesem Tag, auch die zur Raubacher Höhe führenden Wege freizumachen. Weil dort verschiedene Wanderstrecken sternförmig zusammenlaufen, „kommen die Leute von allen Seiten“, weiß Egner.

Die bekannte Köhlerpfanne als Grundessen gibt es an jedem Tag, dazu kommen noch diverse Tagesessen. Mittwochabend ist das etwa Tafelspitz mit Meerrettich, Sonntagmittag ein vor Ort gegrilltes Wildschwein aus heimischen Wäldern. Für die beiden Vereine ist die Mammutveranstaltung mit etwa 400 Helfern an zehn Tagen alle zwei Jahre „eine Herausforderung“, wie Egner und Klos betonen. Immer im Wechsel findet in ungeraden Jahren der Kohlenmeiler in der Hinterbach, wenige 100 Meter talabwärts, veranstaltet von der dortigen Dorfgemeinschaft statt.

Am zweiten Wochenende, wenn sich die Köhlerwoche dem Ende nähert und der Meiler zur Ernte ansteht, gehen die Köhlertage am Sonntag, 7. August, nahtlos in die „Odenwälder Hochlandspiele“ in der mittlerweile elften Auflage über. Heroisch-anmutend wird es dann, wenn Dudelsack-Musik ertönt und die Matadore der Hochlandspiele in die Waldarena einziehen. Ansonsten geht es bei dieser Odenwälder Variante der berühmten schottischen Highlandgames locker und unverkrampft zu. Die Teilnahme kostet nichts und die Kilts werden gestellt.

Immer dabei sind die Disziplinen Baumstamm-Werfen, -Überschlag und Tauziehen. Die dritte Aufgabe variiert von Auflage zu Auflage und wird im Vorfeld noch nicht verraten. Zu erreichen ist der Platz auf der Raubacher Höhe bequem mit Pkw über Ober-Schönmattenwag, der Kreisstraße 37 Richtung Finkenbach folgend.

Info: Anmelden zur Teilnahme an den 11. Odenwälder Hochlandspielen können sich Teams zu je drei Personen bei Bernd Egner oder Christof Klos unter Telefon 06207-81663 oder -921568.

Ober-Schönmattenwager Harmonie dankt bei Weihnachtsfeier langjährigen Mitgliedern und Aktiven

Zur besinnlichen und unterhaltsamen Weihnachtsfeier mit der großen Sängerfamilie trafen sich Mitglieder und Freunde des Gesangvereins Harmonie Ober-Schönmattenwag im Haus des Gastes. Ihnen wurde ein abendfüllendes Programm in Form von Chorbeiträgen, eines Theaterstücks und der Tombola geboten. Ehrungen langjähriger Mitglieder durften ebenso nicht fehlen wie ein reichhaltiges Büffet zur Stärkung zwischendurch.

Der etwa 40-köpfige Chor der Harmonie unter der Leitung von Ria Günther läutete das gemütliche Beisammensein mit advent- und christlichen Liedern ein. Vorgetragen wurden zu Beginn einige Lieder aus dem Weihnachtsoratorium wie „Somebody‘s knocking at your door“, „There is a light“ oder „Señora Doña Maria“. Es folgten dann Stücke, die die Harmonie schon bei ihrem November-Konzerterfolg „Tier-isch“ gut im Konzert“ vorgetragen hatte.

Dirigentin Ria Günther demonstrierte hier aufs Neue, wie sie mit einigen wenigen Handbewegungen den Klangkörper zum Klingen bringen kann. Die Einsätze saßen, das Wechselspiel zwischen Frauen- und Männerstimmen sowohl im Refrain als auch in den Strophen verlieh den Titeln eine ganz eigene Note. Unter anderem kam dies bei „Lemontree“ von Fools Garden zum Ausdruck. Solisten waren Anika und Christof Klos. Aber auch „The lion sleeps tonight“ brachte eindrucksvoll die Leitungsfähigkeit des Chors zum Ausdruck.

In seinem Jahresrückblick streifte Vorsitzender Christof Klos die wichtigsten Ereignisse. Das Theaterstück im März, gemeinsam mit Theatergruppe und MGV Unter-Schönmattenwag ausgerichtet, ist immer ein Dauerbrenner im Jahreskalender. Es wird deshalb natürlich auch 2016 wieder stattfinden, kündigte Klos an, diesmal vom 4. bis 6. März. Titel dann: „Erben ist so eine Sache“.

Weitere Highlights 2015 waren die Teilnahme am Kreis-Chorfest in Mörlenbach, die „an allen Tagen sehr erfolgreiche Kerwe“ in Ober-Schönmattenwag, das Herbst- und Grillfest, gemeinsam mit der Ober-Schönmattenwager Feuerwehr durchgeführt, und als natürlich als größtes Ereignis im fast schon zu Ende gegangenen Jahr das November-Konzert zusammen mit den „Unplugged friends“.

Am Fronleichnams-Wochenende 2016 geht die Harmonie auf große Tour, kündigte Klos an. Dann ist Ende Mai eine Fahrt zum internationalen Gesangvereinstreffen im Tiroler Ort Kirchberg geplant. Im zweijährigen Rhythmus findet immer der Kohlenmeiler in Schönmattenwag statt, den die Sänger 2016 zusammen mit dem FC Odin Ende Juli/Anfang August wieder zehn Tage zum Glühen bringen werden. Als Abschluss des Sängerjahres ist ein Adventskonzert in der evangelischen Kirche Wald-Michelbach geplant.

Langjährige Mitglieder sind für einen Gesangverein unverzichtbar. Die Harmonie hat viele davon. Der aktive Sänger Wilfried Ruths ist schon 40 Jahre dabei. Da er aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, wird ihm die Ehrung nachgereicht. Für 50 Jahre passive Mitgliedschaft wurden Wolfgang Ehrt und Kurt Wilhelm geehrt, für 40 Jahre Albert Wessely, Leo Rimmler und Donat Skroch. Für ein Grußwort schaute auch der Vorsitzende des Sängerkreises Weschnitztal-Überwald, Wolfgang Schlapp, vorbei.

Christof Klos nutzte die Gelegenheit, weiteren verdienten Mitgliedern in diesem Rahmen zu danken. Ein großer Blumenstrauß ging an Dirigentin Ria Günther. Die beiden Sängerheim-Betreuer Patrick und Michael Walter erhielten ebenfalls ein Dankes-Präsent wie auch Notenwartin Anika Klos und Fahnenträger Willi Walter.

Ein Sketch im Anschluss persiflierte die stressige Vorweihnachtszeit. Unter dem Titel „Es weihnachtet schwer – (k)ein Krippenspiel“ nahmen die 13 Harmonie-Akteure die Gäste mit auf eine Theaterprobe. Der dortige Versuch, kurz vor Weihnachten noch mit aller Gewalt einen Sketch einstudieren zu wollen, sorgte ein ums andere Mal für komische Verwicklungen und Lacher unter den Besuchern. Die von Donat Skroch moderierte Tombola bildete den Abschluss des Abends.