Kerwe in Gras-Ellenbach: „Loasst doch die Kerweborscht de Iwwerwoald regier’n“

Wehe dem, der sich übers Jahr die Aufmerksamkeit von Kerweparre Tibor Mink zugezogen hatte. Der zückte gleich den Stift, notierte sich alles haarklein und breitete es nun in seiner Kerwepredigt am Sonntagnachmittag in der Nibelungenhalle in den schillerndsten Farben aus. Nach dem Umzug waren Teilnehmer und Besucher hineingeströmt und füllten die Sitzplätze bis in den letzten Winkel. Wer zu spät kam, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.

Bis alles vorbereitet war, die Kerwejugend in den Saal marschiert war und auch nach Minks Aufzählungen von diversen Unzulänglichkeiten sorgten die „Stephanos“ für Unterhaltung. Auf der Bühne hatten sich derweil die verschiedenen Umzugsteilnehmer niedergelassen, um dem Geschehen aus nächster Nähe beizuwohnen. Der Kerweparre, unterstützt von seiner ansehnlichen „Kerwebraut“ Erik Wolf, nahm kein Blatt vor den Mund.

Der Kulturtrip eines TSV-Fußballers nach Thailand fand bei ihm ebenso Erwähnung wie die doch nicht so fundierten medizinischen Kenntnisse eines örtlichen Möchtegern-„Medicus“. Der hatte so seine Probleme, die Unterschiede zwischen Schulterluxation und Bänderriss zu erkennen. Der Ausflug an den Wald-Michelbacher Sportplatz endete für einen Gras-Ellenbacher damit, dass er am nächsten Tag sein Auto im ganzen Ort suchte. Nur hatte er vergessen, dass er den fahrbaren Untersatz schon zuvor in gute Hände abgegeben hatte.

Ein Frühjahrs-Grillabend förderte im Herbst noch etwas zutage: Denn die versammelte Mannschaft übte sich im Pfeile schießen. Weil man dabei aber auch ziemlich viel Zielwasser intus hatte, ging was verloren: „Der Pfeil oan sich, der war verschwunne, ma hoat en ach net glei wie gefunne.“ Eben erst im Herbst, als die Pflanzen von Nachbars Terrasse in die Wärme sollten.

Schadenfreude ist die schönste Freude: Man sollte eben nicht mitten in der Nacht nach einem schönen langen Zechabend die Ersatzreifen aus der väterlichen Garage holen und dabei die falschen erwischen. Denn dann bleibt die Kiste bei der Werkstatt gleich länger stehen. Nochmal um Autos ging es in der Geschichte, als ein ortsbekannter Gras-Ellenbacher Autotüftler bei seinem Flitzer vergessen hatte, die Bremse zu ziehen. „Sou is des Fahrzeu, wie soll ich soache, mit voller Wucht in de Garasch oigschloache.“

Der alte Zwist zwischen Hammelbach und Gras-Ellenbach wurde vom Kerweparre ebenfalls wieder aufgewärmt. „So kam’s, wie’s kumme is, en halbwegs gute Kompromiss“, meinte Tibor Mink zur Gemeindefusion in den 70er Jahren. „Litzelboch un Hammelboch derfe regier’n, Scharboch muss des akzeptier’n. Gras-Elleboch un Woahle, die brauch mer zum Bezoahle.“ Er wusste die Patentlösung: „Man misst’s prowier’n, loasst doch die Kerweborsch de Iwwerwoald regier’n.“

Die Kerwe ist für die zahlreichen Helfer immer eine Herzensangelegenheit. Ein paar Mann kümmern sich um die Hauptorganisation, allen voran Attila Fodor. Über die fünf tollen Tage helfen etwa 40 Personen mit, damit alles reibungslos abläuft. Die Kerweburschen kümmerten sich um den Bau der Umzugswagen und organisierten den Ablauf, dazu kamen noch Bandunterstützer, Küchenkräfte und „Materialschlepper“.

Eine volle Halle an den verschiedenen Tagen dankte es ihnen. So wie am Sonntag, als zuerst der Kerwegottesdienst mit Pfarrer Stefan Ningel dort stattfand. Das Mittagessen, Gulasch mit Nudeln „à la Hagen“ vom benachbarten gleichnamigen Landgasthof Daniel-Hagen Wolfs, fand wie immer großen Anklang. Im Anschluss spielte die Kocherbacher Trachtenkapelle zum Kurkonzert auf. Die Musiker aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil zeigten ihr Können mit ihrem breiten Repertoire aus klassischen Volksmusikstücken.

Draußen konnten sich derweil bei schönen Wetter die Kinder auf dem „Rummelplatz“ vergnügen. So lautete dieses Jahr auch das Motto der Nibelungenkerwe. Kettenkarussell, Süßwarenstand, Schießstand, Crepes-Bude und historisches Kinderkarussell standen als Attraktionen bereit. Allerdings fehlte ein wenig die Masse der Heranwachsenden für die verschiedenen Angebote.

Der Sonntag klang mit der Preisverleihung des Luftballon-Wettbewerbs aus dem vergangenen Jahr aus. Der Frühschoppen mit Freibier ging unter musikalischer Untermalung durch „Singles“ vor sich. Es gab deftiges Wellfleisch neben den Klassikern Bratwurst und Steaks. Der Landgasthof Hagen sorgte dafür, dass auch allerlei anderes frisch Gekochtes auf den Teller kam. Eine große Kuchen- und Tortentheke durfte nicht fehlen.

Dem Eingraben der Kerwe auf dem Grundstück dessen, der sich in diesem Jahr am meisten hatte zuschulden kommen lassen, ging ein Bilderrätsel mit Ortsbürgern voraus. „Jeder Tag lief dieses Jahr besser als im vergangenen“, freute sich Attila Fodor fürs Orga-Team. Beste Motivation also, es im kommenden Jahr mit neuen Kräften wieder anzugehen.

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Zwei Mal feierten die Gras-Ellenbacher Kerwegäste eine große Party

Zwei Mal, eigentlich sogar drei Mal wurde bei der Kerwe heftig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Am Freitagabend luden die Organisatoren zur großen Sause mit der Band „Xtreme“ ein, am Samstag begeisterte die 90er-Party die Feierwütigen. Inoffiziell war die Kerwe bereits am Donnerstagabend gestartet, als nach dem Ausschellen im Fußballerheim am Sportplatz bis halb 4 Uhr morgens gefeiert wurde. Den Anlass lieferte auch der TSV, der dem Tabellenführer Hüttenfeld in der C-Liga ein hochverdientes 3:3 abtrotzte.

Krachend voll mit etwa 430 Besuchern zeigte sich die Nibelungenhalle am Freitagabend. Kein Wunder, ist die Band „Xtreme“ doch eine Marke für sich und tourt regelmäßig durch die Region. Hier gab es keine Berührungsängste. Vom deutschen Schlager bis hin zu Metallica oder AC/DC: Stilgrenzen sind was von gestern. „Die Stimmung war einfach super“, war Attila Fodor vom Orga-Team hellauf begeistert.

Ganz egal welches Genre: Xtreme ließ sich nicht in eine musikalische Schublade stecken. Vielseitigkeit lautete das Stichwort – und das zelebrierten die sieben Musiker in Perfektion. Jeder Song war technisch perfekt einstudiert und bekam gleichzeitig einen individuellen Touch. Mit im Tourgepäck hatte die Band eine professionelle Bühnen-Performance, garniert mit einigen Pyro-Effekten.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Mario Schmelcher und Lukas Baum für den männlichen Part und Jenny Daniele für die weiblichen Stimmen sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Welle oder deutsche Schlager. Am Bass sorgte Björn Buhl für den richtigen Groove, den Takt gab Benedikt Weiß am Schlagzeug an, während Hannes Böhm am Keyboard die melodischen Untertöne besorgte. Bastian Ludäscher an der Gitarre hatte immer die richtigen Riffs aufs Lager.

„Despacito“ von Luis Fonsi oder der „Summer of 69“ von Bryan Adams hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie ein 90er-, Malle-, Wolfgang-Petry-, Nena- oder Bayern-Medley, Songs von den Toten Hosen, Ärzten („Westerland“) oder den Sportfreunden Stiller („Ein Kompliment“). Zusammen mit Stücken von Queen („I want it all“), Robbie Williams („Angels“) oder Gloria Gaynor („I Will survive“) der beste Mix, um inklusive frenetisch erklatschter Zugabe die Gäste bis weit nach zwei Uhr bei Laune zu halten.

Am Freitagnachmittag waren einer alten Tradition folgend zehn junge Blumenmädchen zwischen zwölf und 25 Jahren mit einem Bollerwagen durch den Ort gezogen, um Blühendes für die Ausschmückung der Halle zu sammeln. Die Anwohner kennen den Brauch schon und hielten einiges an Blumen bereit. Alte Lieder, aber auch solche zum „Mitgrölen“ und der Gras-Ellenbacher Kerwesong durften dabei nicht fehlen.

Der daraus angefertigte Kerwekranz hing beim gestrigen Umzug am ersten Bulldog und wird danach über der Bühne aufgehängt. Die Kerweburschen waren ebenfalls schwer aktiv. Sie gruben am Freitag die Kerwe in Gestalt von zwei Flaschen Wein aus. Das geschah dieses Mal bei Jörg Fuhr, der sich im vergangenen Jahr einiges zu Schulden hatte kommen lassen, was von Kerweparre Tibor Mink aufgedeckt worden war. Die Jugendlichen zwischen 18 und 30 Jahren sind der alten Tradition folgend schon seit Anbeginn der Kerwe dahingehend aktiv.

Die beiden Ausscheller Leo Trautmann und Patrick Freudenberger waren bereits am Donnerstag durch die Ortsstraßen gezogen und hatten die Einwohner lautstark mit dem nahenden größten Fest des Jahres vertraut gemacht. In Gardeuniform gekleidet, hatten sie die Kerweregularien im Gepäck und taten diese kund. Anschließend wurde dann beim TSV bis in die Puppen weitergefeiert.

Ebenfalls sehr gut besucht war die Nibelungenhalle am Samstagabend, als DJ Comet Andreas Siebler von der Disco Kinki in Sinsheim zur 90er-Jahre-Party einlud. Und das nicht nur ein paar Stunden lang, sondern bis fast 6 Uhr am Sonntagmorgen. Es herrschte bei den mehr als 300 Gästen (mehr als vergangenen Jahr bei der Schlagerparty) eine Top-Stimmung und feierten alle eine heiße Fete unter Hawaii-Schirmen. Die Halle war entsprechend 90er-mäßig dekoriert mit Bravo-Wand, Super Mario-Figur und CD-Rohlingen.

Der DJ hatte alles im Gepäck, was die wilde Partymeute verlangte. Dazu gehörten Songs von Ace of Base, DJ Bobo, Milli Vanillli oder Kris Kross, aber auch Rock- und Popsongs. Ab 22.30 Uhr wurde die Halle proppenvoll und blieb es bis in den frühen Morgen. Wie die 90er waren auch die Besucher knallig bunt gekleidet. Die Bravo-Fotowand war von den Blumenmädchen gestaltet worden.

Bei der Wald-Michelbacher Kerwe waren die Nächte kurz

Bestes Kerwewetter übers Wochenende. Die Sonne brannte nicht so sehr vom Himmel, dass alle nur noch ins Schwimmbad wollten, andererseits hielt aber auch Petrus seine Schleusen geschlossen, sodass einem Ausflug ins Ortszentrum nichts im Wege stand. Darüber freuten sich die teilnehmenden Vereine wie auch die Standbetreiber. Besonders der Samstagabend war „granatenmäßig“, freute sich bei der Eintracht Helmut Gremm. Und kompensierte dadurch etwas den schwächeren Freitag.

Bei den Fußballern von Türkspor freute man sich über den seit vergangenem Jahr neuen, besseren Standplatz im Durchgangsbereich von der Gass zur Hofwiese. Denn in den Jahren zuvor war der Verein noch hinter dem Einhaus Richtung Post gestanden und damit am äußersten Rand der Festmeile beheimatet. „Ab Mitternacht hat’s am Freitag richtig geballert“, hieß es stilgerecht in Fußballersprache. Auch am Samstagabend und an den beiden restlichen Kerwetagen ging es lebhaft zu.

„Seit 2010 sind wir konstant an der Kerwe dabei“, sagt der sportliche Leiter Oktay Mamaci. Der neue Platz ermöglichte die Erweiterung auf zwei Stände: einmal die Getränke, neben den Standards auch Ayran oder türkischer Tee, und der Dönerstand. Mamaci freute sich über „ein bunt gemischtes Publikum“, das den frisch zubereiten Döner zu schätzen weiß. Bis 5 Uhr am frühen Samstag waren die Fußballer auf den Beinen – und auch die nächste Nacht war kurz. Die komplette Mannschaft war über die Kirchweih im Einsatz. „Wir wollen die Kerwe auch als Möglichkeit nutzen, um uns der Öffentlichkeit zu präsentieren“, so Mamaci.

Die Fußballer der SG ließen es am Sonntagnachmittag nach den langen Feiern am Freitag- und Samstagabend erst einmal ruhig angehen. Besonders Richtung Mitternacht ging am Eröffnungstag dort mit der „Tanzfabrik“ die Post ab, sagte Dimitri Loenko. Zusammen mit der im fünften Jahr betriebenen Bar habe man für den großen Aufwand viel Lob bekommen, freute er sich.

Die Zusammenarbeit mit dem Streetware-Fashion-Label „Besessenheit“ von Mirko Heldmann und Nils Maday sei eine Win-win-Situtation, meinte Loenko. Sicherlich nicht die letzte Kooperation in dieser Form, kann er sich auch weitere gemeinsame Events vorstellen. Heldmann erläuterte, dass man aktuell eine Black & White-Kollektion entwickelt habe, die sehr gut anlief.

„Wir müssen was für die Jugend bieten, damit die Kerwe weiterbesteht“, betonte der SG-Fußballer. Als Kerwespecial gab’s vorgefertigte „Shot-Eisgläser“, in denen der selbstgemischte Maracuja-Vanilla-Zitrone-Wodka besonders lecker schmeckte. „Wochenlange gemeinsame Planung“ steckt laut Loenko hinter dem Event, für das an den vier Tagen 150 SGler aktiv sind. Der Erlös wird für die Sportförderung verwendet.

Viel Andrang herrschte am Sonntagnachmittag und den ganzen Montag auch auf dem Oberle-Parkplatz. Denn dort waren die Kinderfahrgeschäfte und Buden beheimatet, die regen Zuspruch fanden. Der traditionelle Abschlusstag startete früher als der Sonntag. Bereits am 11 Uhr begann der Kerwebetrieb mit Frühschoppen und anschließendem Mittagessen. Viele Firmen kommen traditionell auf der Kirchweih vorbei, um den Kontakt in der Belegschaft zu pflegen.

Im Lok-Schuppen, bei der Feuerwehr, dem Skiclub und bei Türkspor genossen die Einheimischen und auswärtige Besucher die Gastfreundschaft der teilnehmenden Vereine. Bei der Eintracht, die mit Bembel- und Bierwagen, Bar und Festzelt präsent war, spielten auf dem Stagemobil der Hofwiese die „Zwoa Spitzbuam“ zum Ausklang auf. Vermisst wurde in diesem Jahr das Fahrgeschäft „Twister“, durch dessen Fehlen sich im hinteren Bereich der Hofwiese ein „Loch“ auftat.

Über den sehr guten Betrieb an allen Kerwetagen freute sich der stellvertretende Feuerwehr-Kommandant Ralf Weiß. Gerade am Sonntagmittag, wenn der Rest der Kerwe noch den Samstagabend auskuriert, ist die Gastfreundschaft der Brandschützer heiß begehrt. Dazu spielte zum leckeren Essen, zu dem etwa Currywurst mit hausgemachter Soße oder Döner gehören, auch die Feuerwehrkapelle mit ihren schmissigen Weisen unter Leitung von Klaus Weihrauch auf. Über 30 Musiker quetschen sind dann zusammen mit den Gästen in den engen Durchgang zwischen Gass und Parkplatz Oberle.

Für die Floriansjünger ist die Kerwe immer ein echter Kraftakt, der schon am Montag zuvor mit dem Aufbau beginnt. Der Abbau läuft dann den kompletten heutigen Tag bis in den späten Abend hinein. 20 Mann oder Frau pro Schicht sind es über die Kerwe, dazu sechs Schichten – die Feuerwehrleute sind kräftig gefordert. Der Erlös wird in die Kasse der Brandschützer gesteckt und für verschiedenste Zwecke verwendet – so profitiert quasi jeder davon, betont Weiß.

Wenn die Gäste erst einmal sitzen, dann bleiben sie auch gerne und genießen die Gastfreundschaft der Floriansjünger bis in den Nachmittag hinein. Bei Schauern ist der überdachte Lulay-Hof immer die beste Möglichkeit, gemütlich zu verweilen und den Klängen der Feuerwehrkapelle zu lauschen. Nach dem Platzkonzert ist aber noch lange nicht Schluss mit Musik. Gerne schnappen sich einige Ensemble-Mitglieder ihre Instrumente, setzten sich zwischen die Besucher und spielen fröhlich weiter bekannte Weisen zum Mitsingen.

Bis spät in die Nacht herrschte nach dem Wald-Michelbacher Kerweauftakt reger Betrieb

Nach ungemütlichem Beginn ging auf der Wald-Michelbacher Kerwe später am Freitag noch so richtig die Post ab. Viele Gäste feierten auf der Hofwiese mit den „Flower Power Men“, während bei der SG die „Tanzfabrik“ die Tanzwütigen bis weit in die Nacht bei der Stange hielt. Ein somit nach dem Regen trotzdem noch gelungener Auftakt. Der später Run bescherte den Ständen zwar nicht mehr den normalen Tagesumsatz, aber alle kamen sie mit einem blauen Auge davon. Dafür brummte der Samstagabend dann so richtig.

Eine Zeitreise in die 60er und 70er Jahre unternahmen die Hofwiesen-Besucher traditionsgemäß am Freitagabend mit den „Flower Power Men“ Rainer Schindler und Adax Dörsam. Die sorgen seit 2011 jedes Jahr dafür, dass dort kein Durchkommen mehr ist. Die Wild Fifties, Swinging Sixties und Rocking Seventies des vergangenen Jahrhunderts wurden durch sie lebendig. Mit ihren beiden Gitarren ersetzten sie problemlos ein komplettes Orchester.

Hits der Beatles, Stones, Bob Dylan, Beach Boys, CCR, Monkees oder von Simon & Garfunkel schallten über den Platz und fanden begeisterten Widerhall. Mit ihrem natürlichen Charme, einer gehörigen Portion Spielwitz, Spontaneität und viel Spielfreude rissen die beiden Musiker ihr Publikum mit. Locker schüttelten sie Hit um Hit aus dem Ärmel: Lebendiger kann man die großen Songs der Sixties kaum darbieten. Pünktlich nach dem Regen war der Platz zum Auftritt der beiden sehr gut gefüllt.

Unter dem neuen Schirm wurde gesellig gefeiert. „Trotz des Wetters war der Besuch in Ordnung“, freute sich Eintracht-Kassenwart Wolfgang Wojcik. „Es gab eine super Stimmung“. Die Gäste blieben auf der Hofwiese bis 3 Uhr, als dann der Zapfhahn zugedreht werden musste. „Lillet Blanc“ mit Wild Berry war dieses Jahr der absolute Getränke-Hit bei den Frauen, beobachtete er, während das männliche Geschlecht den eisgekühlten Jägermeister zu schätzen wusste.

Die Hofwiese bildete neben dem Rathausvorplatz einmal mehr den Schwerpunkt der musikalischen Samstags-Aktivitäten. Am Freitag hatte sich im Lulay-Hof auch die Feuerwehrkapelle bei den Brandschützern dazugestellt. Der Platz vor dem Einhaus füllte sich nach 20 Uhr beständig. Auch im Durchgang zur Gass und am Bach selbst war schon einiges los. Im Lok-Schuppen machten die Singles einen auf Oktoberfest und spielten in weiß-blau bayrische Hits hoch und runter.

Als sich die Fläche vor der Stage-Bühne auf der Hofwiese immer mehr füllte, legte auch „Generation Gap“ los. Die seit 2011 bestehende Mannheimer Band mit Giuseppe Miceli (Gesang), Christoph Puth, Florian Hohagen und Christian Schlotzer (Gitarre), Hajo Kornalewski (Bass) sowie Frank Wenzel (Schlagzeug) widmete sich vor allem den guten alten Rock’n’Roll-Klassikern. Nicht nur musikalisch, sondern auch vom Equipment her mit Vintage-Sound aus alten Fender-Verstärkern.

Die Rolling Stones kamen dabei gleich mehrfach zu ihrem Recht. „Honky Tonk Woman“, „Brown Sugar“ oder „Jumping Jack Flash” hießen die Stücke, neben Eric Claptons „Cocaine” oder „Crazy little thing called love“ von Queen. „All right now” von Free, „Long train running” von den Doobie Brothers, „Rosalie“ von Bob Seger oder „Pretty Woman” der Kinks rundeten den vielbeklatschten Retro-Set ab.

Nach dem Start der verschiedenen Musikprogramme war fast im Minutentakt zu beobachten, wie es an den einzelnen Verkaufs-, Essens- und Getränkeständen und in den Zelten voller wurde. Besonderer Anziehungspunkt war die Hofwiese mit dem Einhaus, wo die Eintracht mit Bembelwagen, Bierpilz, Barbetrieb und Festzelt aufwartete. Um die 20 Mitglieder waren bei der ETW, einem der Mitbegründer des Kerwe, pro Arbeitsschicht im Einsatz.

War dort mal Pause, dann wanderten viele gerade Jüngere zum Zelt der SG vor dem Rathaus. Zu späterer Stunde wurde es in der dortigen Tanzfabrik, unterstützt vom Modellabel „Besessenheit“ der Wald-Michelbacher Mirko Heldmann und Nils Maday, richtig voll. DJ-Musik von Nils Maday und Jonas Böhm sowie Barbetrieb der Fußballer kamen bestens an. Nach dem anfänglichen Regen „war es am Freitag bei uns ab 22.30 Uhr rappelvoll“, freute sich Dimitri Loenko.

Bis um halb drei in der Früh feierten die Gäste, „dann waren die Leute einfach kaputt“, schmunzelte der SG-Mann – und die Fußballer machten den Kehraus. Das Publikum war sehr gemischt – trotz eher jugendlicher Musik mit House und HipHop. Wer dann nach einigen Getränken was Festes im Magen brauchte, ging ein paar Meter weiter zur Feuerwehr. „Wir sind bekannt für unser gutes Essen“, sagte der stellvertretende Kommandant Ralf Weiß. Und damit auf der Kerwe zu jeder Tages- und Nachtzeit gefragt.

Programm am Montag

In der Gass: LOK-Spechtbach Straußwirtschaft im LOK-Schuppen, ab 11 Uhr Frühschoppen und Mittagessen; Freiwillige Feuerwehr Straußwirtschaft im Hof des Anwesens Lulay und Bachterrasse über dem Michelbach; jeden Tag leckere Speisen vom Grill sowie deftige Schupfnudeln mit Sauerkraut, ab 11 Uhr Kerwebetrieb; Skiclub Überwald Getränkewagen mit Stehtischen in der Gass, Verkauf von Kölsch und Prosecco; SG Wald-Michelbach (Fußball) Getränkewagen mit Sitzmöglichkeiten, ab 17 Uhr Kerwebetrieb; Verkaufsstände Fischspezialitäten und Creperie

Parkplatz „Oberle“: Schaustellerbetrieb Kinderkarussell, Schiffschaukel, Schieß- und Pfeilwurfwagen, Süß- und Spielwaren

Durchgangsbereich zur „Hofwiese“: Türkspor Wald-Michelbach Getränkewagen und Dönerverkauf.

„Hofwiese“: SV Eintracht Wald-Michelbach Getränkewagen mit Sitzmöglichkeiten im Zelt vor dem Überwälder Einhaus, Programm auf dem „Stagemobil“ ab 12 Uhr, gemütliches Beisammensein mit den „Zwoa Spitzbuam“ bis zum Ausklang der Kerwe; Verkaufsstände Imbiss mit Pommes, Bratwurst, Donuts, bulgarische Grillspezialitäten

Das Überwälder Heimatmuseum ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet

Siedelsbrunner Kerweparre hatte das Ohr ganz nah an den Menschen

Auf ihre Gäste können sich die Siedelsbrunner bei der Kerwe verlassen. Die kommen in großen Scharen, egal ob morgens, mittags oder abends etwas geboten wird. Während der Samstagabend der „Old School Band“ mit ihren druckvollen Rock-, Soul- und Blues-Rhythmen gehörte, bestimmte am Sonntag Marschmusik-Sound mit den Ober-Abtsteinacher Straßenmusikanten die Festzeltklänge.

Am Morgen hatte der Tag mit einem Gottesdient von Pfarrer Jörg Michas begonnen. Trotz des schlechten Wetters kamen die Zuschauer wieder zahlreich. „Wie in den Vorjahren“, bilanzierte Ortsvorsteher Helmut Gremm. Nachmittags war die Bude natürlich rappelvoll, als Kerweparre Björn Stein zusammen mit Mundschenk Jonas Röth und den beiden Kerwemädels Marie Arnold und Franziska Böddicker einmarschierte.

Auf stolzen 35 Seiten hatte Björn Stein bei seinem letzten Auftritt auf der Leiter die Missgeschicke seiner Mitbürger aufgelistet, für die er wie immer viel Beifall erhielt. Nichts und niemand blieb ihm mit seinen Missetaten oder Verfehlungen verborgen, dass sich so manche wünschten, sie hätten vielleicht lieber nicht den Weg ins Festzelt angetreten.

Die verzweifelte Geldbeutel-Suche eines Siedelsbrunners zwischen Neckar und Hardberg breitete Stein auf vielen Zeilen aus. „Vor Zorn fängt a beinoh oa zu schreie“, weil selbst auf dem Parkplatz zwischen Heddesbach und Schimmeldewog „dut des Ding net leie“. Alle Kreditkarten werden dann gesperrt, weil das gute Ding nicht auftaucht. Bis es am nächsten Morgen um 7 Sturm läutet. „Isch hab wohl geschdern Owend im Deutsche Haus ausversehen dein Geldbeitel in meie Hosedasche gsteckt.“

Wie eine Einwohnerin so ihre Schwierigkeiten mit den Gängen hatte, beschrieb der Kerweparre ebenfalls sehr anschaulich. „Rickwerts will se ausparke, statt dem Rickwertsgang läigt se de Vorwärtsgang nei und schlaigt zwische Netto und Plaha im Stroaßegrawe ei.“ Doch Glück im Unglück: „Die zwo sin zum Glick ohne Blessrn deffu kumme.“

Die achtköpfige „Old School Band“ hat in der Region bereits ihre eingeschworene Fangemeinde. Die sind meist auch altersmäßig in der guten alten Rock-, Blues- und Soulzeit der 1960er bis 80er Jahre zuhause. Diese Songs covert die Band perfekt und lockt damit schon nach wenigen Songs die ersten Tanzwilligen auf die Bühne. Die ist auch nonstop besetzt, bis der letzte von sieben Sets um halb 2 Uhr in der Früh vorbei ist und geforderte Zugaben gerne erfüllt werden. Fast 60 fetzige Songs fegten bis dahin durchs Zelt.

Die große Besetzung sorgt dafür, dass die Gruppe die Stücke mit einem druckvollen Sound spielen kann. Mit Marco Ester (Trompete/Percussion), Bertram Arnold (Saxophon/Percussion) und als Ersatz für den verhinderten Andreas Staat KKM-Dirigent Alex Kropp an der Posaune gibt es eine dreiköpfige Bläsersektion, die den einzelnen Songs eine ganz besondere Dynamik verleiht und sie damit viel authentischer rüberkommen lässt als „nur“ in Standardbesetzung.

„Wir spielen, was uns Spaß macht und was wir selbst gerne hören“, beschreibt Sänger und Bassist Peter Beckenbach das Credo der Band. Mit Lars Ihrig (Schlagzeug), Steffen Gräber (Gitarre/Gesang), Markus Wehrle (Keyboard/Gitarre/Gesang) und Martin Gastetzki (Keyboard/Gesang) spielt er die Hits aus früheren Jahren hoch und runter. Da sind dann so Kracher dabei wie „Smoke on the water“ von Deep Purple, „Mustang Sally“ von den Commitments, „Long train running“ von den Doobie Brothers oder „All right now“ von Free.

Das „Sweet Home Chicago“ der Blues Brothers kommt so volltönend rüber, dass sich die Zuschauer in den Konzertsaal aus dem gleichnamigen Film mit Dan Aykroyd und John Belushi versetzt fühlen. Auch „Soul Man“ lässt diesen wieder aufleben. „Still got the blues“ von Gary Moore könnte man als Credo des Musik-Achters beschreiben.

Mit „Verdamp lang her“ von BAP, „Sexy“ von Westernhagen oder der „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang kommen auch die deutschen Klassiker zu ihrem Recht. Mit „Kiss“ oder „Sexbomb“ von Tom Jones, Eric Claptons „Crossroads“ oder „YMCA” von den Village People spielt die Band einfach alles, was viel Laune macht und direkt in die Beine geht. Mit Schwerpunkt in Abtsteinach kommt der Rest der Truppe aus Siedelsbrunn, Schönmattenwag, Weinheim und Heidelberg.

Zum Abschluss  spielte beim gut besuchten Frühschoppen am Montag das Odenwälder Nibelungen-Duo. Danach gab es als Mittagstisch Schweinebraten mit Knödeln und Rotkraut. Im Anschluss folgte die Eintragung ins Burschenbuch. Die geht auf eine alte Tradition zurück. Die jungen Männer sind dadurch quasi fürs weibliche Geschlecht „freigegeben“. Schon vor ein paar Jahrzehnten wurde dieser Programmpunkt als Attraktion eingeführt. Der Ausklang fand im Festzelt sowie im Deutschen Haus statt.

Kerwefußballspiel in Siedelsbrunn: Oberdorf holt den ersten Sieg seit 25 Jahren

Der Jubel kannte keine Grenzen: 5:1 gewann das Oberdorf das Kerwefußballspiel gegen das Unterdorf. „Der erste Sieg seit 25 Jahren“, freute sich Kerweparre Björn Stein, selbst Mitglied des Gewinnerteams. Der Platz war nach den langen Regenfällen zwar schwer beispielbar und stand noch teilweise unter Wasser. Dazu kam von oben immer wieder neue Flüssigkeit hinzu. Das tat der Gaudi der beiden Teams mit je neun Spielern aber keinen Abbruch. Eine knappe Stunde wurde gespielt, bevor es ans Feiern ging.

Die Akteure sorgten mit reichlich anderer, geistreicher Flüssigkeit dafür, dass dem profanen Wasser von außen innerlich gut gekontert wurde. „Das Unterdorf kommt langsam in die Jahre“, wurde aus Zuschauerkreisen geflachst, während sich die aus „Ober“ gut verjüngt hatten. Dazu hatten die Gewinner „sehr gut trainiert“, meinte er Stein. Ob auch Fußball dabei war, ließ er offen. Auf jeden Fall legte sich das Team bei seinem Abschiedsspiel als Kerweparre gehörig ins Zeug.

Unter der souveränen Leitung der Schiedsrichter Mirko Ehrahrd und Thomas Kuhnt sahen die trotz des Regens vielen Zuschauer eine faire und abwechslungsreiche Begegnung. Zur Halbzeit stand es erst 1:0, aber dann setzte das Oberdorf in der Schlammschlacht kräftig nach. Der mitgebrachte Fanclub sorgte für die entsprechende Stimmung, so dass die Tore in der zweiten Hälfte nach der ausgeglichenen ersten wie am Fließband fielen. Besonders Patrick Stang tat sich mit drei Treffern hervor, während Joachim Wenisch im Tor dafür sorgte, dass der Oberdorf-Kasten fast sauber blieb.

Auch die Kerweeröffnung am Freitag fand einen Zuspruch „wie bestimmt seit zehn Jahren nicht mehr“, freute sich der Kerweparre. Als Neuerung fand diese diesmal im Festzelt auf dem alten Schulhof statt. In deren Nähe hatte Björn Stein zusammen mit seinem Mundschenk Jonas Röth sowie den beiden Kerwemädels Marie Arnold und Franziska Böddicker die Kerwe in Form einer Flasche Wein ausgegraben. Chef-Geometer Jens Eder trug für diese Zeremonie die Verantwortung.

Im Zelt angekommen, stellte der Kerweparre den Gästen diesen alten Brauch der Kerweausgrabung vor. Dann gingen Bürgermeister Sascha Weber und Ortsvorsteher Helmut Gremm zu Werke und sorgten dafür, dass nach einem reibungslosen Fassbieranstich der Gerstensaft neben dem Regen in Strömen floss.

Gremm bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei allen Helfern. Er nannte stellvertretend Mirko Ehrhard, der sich um den Gesamtaufbau kümmerte, Elektro-Fachmann Werner Binder, Bernd Gerner, „der die Fäden in der Hand hält“, und Thomas Kuhnt, der als Nachbar „immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird“. Auch Weber lobte das große Engagement der Ortsbevölkerung bei der Ausrichtung dieser Traditionsveranstaltung und wünschte ein gutes Gelingen.

Den musikalischen Auftakt des Abendprogramms machte die Kocherbacher Trachtenkapelle mit ihrer schwungvollen Mischung aus Polkas, Märschen und Walzern. „Böhmischer Traum“, „Trompetenecho“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ lauteten nur einige der Stücke, mit denen die 20 Musiker das Festzelt begeisterten.

Volles Haus dann am späteren Abend bei den „Knetknapp“. Die Band aus Abtsteinach und Umgebung zog über 300 zahlende Gäste an, was ein Lächeln auf die Gesichter der Verantwortlichen zauberte. Bis 2 Uhr in der Nacht wurde getanzt. Patrick Gräber (Gesang und Bass), Michael Jungmann (Gesang und Gitarre), Janina Becker (Keyboards), Daniel Arnold (Schlagzeug), Nico Böhm (Gitarre) und Sonja Schmitt (Gesang) wussten mit ihrer Mischung von deutschen Schlagern über bekannte Chartstürmer bis hin zu alten Rockklassikern zu begeistern.

„I want it all“ von Queen findet sich auf der Setliste ebenso wie „Dead or alive“ von Bon Jovi oder der Klassiker „Proud Mary“ von CCR. Genauso kommt aber auch die Spider Murphy Gang mit „Schickeria“ oder „Skandal im Sperrbezirk“ zu ihrem Recht. Fast ein Muss für Partytime sind die „Schürzenjägerzeit“, „Schatzi schenk mir ein Foto“ oder der „Summer of 69“ von Bryan Adams.

„Die Hölle morgen früh“ war dem einen oder anderen ein paar Stunden später vielleicht noch in guter Erinnerung. „Dein ist mein ganzes Herz“ wurde sicherlich das eine oder andere Mal in der Nacht auch noch geflüstert, wenn nicht gerade die „Schwarze Natascha“ über den Weg lief. Ob die „Sharp dressed men“ auf „Girls wanna have fun“ trafen, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall passte als Motto der Band „Let me entertain you“ bestens, denn die Stimmung war super.

Der Montag startet um 11 Uhr mit dem Frühschoppen, zu dem das Odenwälder Nibelungen-Duo aufspielt. Ab 11.30 Uhr gibt es als Mittagstisch Schweinebraten mit Knödeln und Rotkraut. Gegen 12.30 Uhr erfolgt die Eintragung ins Burschenbuch. Die geht auf eine alte Tradition zurück. Die jungen Männer sind dadurch quasi fürs weibliche Geschlecht „freigegeben“. Schon vor ein paar Jahrzehnten wurde dieser Programmpunkt als Attraktion in die Traditionsveranstaltung eingeführt. Der Ausklang findet im Festzelt sowie im Deutschen Haus statt. An allen vier Tagen gibt es auf dem Festplatz die bewährte Unterhaltung für Groß und Klein mit Kinderkarussell und Süßwarenstand.

 

Riesen-Unterhaltungsprogramm für die Besucher bei der Siedelsbrunner Kerwe

Das Fest der Feste steht im höchstgelegenen Wald-Michelbacher Ortsteil an. Von Freitag, 11., bis Montag, 14. August, wird im alten Schulhof unter den Linden zünftig gefeiert. Die Verantwortlichen haben wieder ein Riesen-Unterhaltungsprogramm zusammengestellt, das auf Bewährtes, Altbekanntes, aber auch Neues setzt.

Für Freitag hat der Kerwejugend-Förderverein zusammen mit den Verantwortlichen von TV 02 und dem Ortsbeirat den Ablauf geändert und die Kerweeröffnung ins Festzelt verlegt. Um 18 Uhr findet die Kerweausgrabung statt, anschließend folgt im Festzelt die Kerwebegrüßung mit Fassbieranstich und Unterhaltung durch die Kocherbacher Trachtenkapelle. Die wird mit ihren Olkas, Märschen und Walzern für beste Unterhaltung sorgen.

Ab 21.30 Uhr steigt der Kerwerock mit der Band „Knetkepp“ aus dem benachbarten Abtsteinach. Hinter der Formation stehen die Musiker Patrick Gräber (Gesang und Bass), Michael Jungmann (Gesang und Gitarre), Janina Becker (Keyboards) und Daniel Arnold (Schlagzeug) sowie Nico Böhm (Gitarre) und Sonja Schmitt (Gesang). Ihr Programm aus alten (deutschen) Hits bis hin zu ein paar Hardrock-Stücken kommt immer bestens an.

Die Setliste der Band liest sich wie ein „Who‘s who“ der Hits aus den vergangenen fünf Jahrzehnten. „Hold the line“ von Toto findet sich darauf, „Dead or alive“ von Bon Jovi oder der Klassiker „Proud Mary“ von CCR. Genauso kommt aber auch die Spider Murphy Gang mit „Schickeria“ oder „Skandal im Sperrbezirk“ zu ihrem Recht. Fast ein Muss für Partytime sind die „Schürzenjägerzeit“, „An Tagen wie diesen“ oder der „Summer of 69“ von Bryan Adams.

Am Samstag, 12. August, steigt um 14.30 Uhr das traditionelle Kerwe-Fußballspiel Oberdorf gegen Unterdorf auf dem Sportplatz. Natürlich werden sich beide Teams mit ein paar Profis verstärken, um so die Partie für sich entscheiden zu können. Ab 20.30 Uhr herrscht dann Partystimmung mit der „Old School Band“ im Festzelt. Die achtköpfige Truppe begeisterte schon im vergangenen Jahr mit ihren fetzigen Songs aus Rock, Blues und Funk. Songs aus den 60er, 70ern und 80ern erklingen, die total in die Beine gehen.

Da sind dann so Kracher dabei wie „Smoke on the water“ von Deep Purple, „Mustang Sally“ oder „Hard to handle“ von den Commitments, „Long train running“ von den Doobie Brothers oder „All right now“ von Free. „Still got the Blues“ von Gary Moore, „La Grange“ von ZZ Top oder „Superstition“ von Stevie Wonder sind andere Songs der alten Schule, die einfach nur gute Laune machen. Nicht zu vergessen das „Sweet Home Chicago“ der Blues Brothers.

Am Sonntag, 13. August, findet um 10.30 Uhr ein Gottesdienst im Festzelt statt. Ab 11.30 Uhr gibt es Mittagstisch, das Odenwälder Hochzeitsessen Tafelspitz mit Meerrettich. Die Straßenmusikanten der KKM Ober-Abtsteinach sorgen derweil für Gaudi. Gegen 15.30 Uhr beginnt die Kerweredd. Kerweparre Björn Stein wird wie im vergangenen Jahr wohl wieder allerhand Wissenswertes ausgegraben und auf vielen Seiten niedergeschrieben haben. So wird er sicherlich so einige Missetaten der Ortsbevölkerung ans Licht der Öffentlichkeit zerren. Damit ihm die Rede flüssig von den Lippen kommt, steht Mundschenk Jonas Röth parat. Um 20.30 Uhr beginnt die DJ-Party.

Der Montag, 14. August, startet um 11 Uhr mit dem Frühschoppen, zu dem das Odenwälder Nibelungen-Duo aufspielt. Ab 11.30 Uhr gibt es als Mittagstisch Schweinebraten mit Knödeln und Rotkraut. Gegen 12.30 Uhr erfolgt die Eintragung ins Burschenbuch. Die geht auf eine alte Tradition zurück. Die jungen Männer sind dadurch quasi fürs weibliche Geschlecht „freigegeben“. Schon vor ein paar Jahrzehnten wurde dieser Programmpunkt als Attraktion in die Traditionsveranstaltung eingeführt.

Der Ausklang findet im Festzelt sowie im Deutschen Haus statt. An allen vier Tagen gibt es auf dem Festplatz die bewährte Unterhaltung für Groß und Klein mit Kinderkarussell und Süßwarenstand. Für die drei Abendveranstaltungen von Freitag bis Sonntag sind Karten immer an der Abendkasse erhältlich.

Info: Am Mittwoch, 9. August, beginnt für zahlreiche Helfer die eigentliche Arbeit, wenn ab 16.30 Uhr das Zelt aufgebaut wird. Der Bauausschuss um Mirko Ehrhard, Bernd Gerner und der Ortsbeirat bitten die Bevölkerung um Mithilfe, damit der Aufbau zügig durchgeführt werden kann. Weiter geht es dann am Donnerstag ab 16.30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils im ehemaligen Schulhof. Wer am Mittwoch noch keine Zeit zum Helfen hat, kann am Donnerstag mit anpacken. Über die gesamten vier Tage des Kerwewochenendes sind weit über 100 Personen im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Es werden immer Helfer gesucht. Wer gerne helfen möchte, kann sich bei den jeweiligen Einsatzleitern für Küche oder Getränkeausgabe, Bernd Gerner und Siegfried Röth, melden.