Folk-Benefiz zugunsten des Weiherer Kindergartens am 28. Juli in der „Mühle“

Es gibt immer nur ein kleines Zeitfenster für diese Benefiz-Folk-Veranstaltung, die von der Odenwälder Folkgruppe „Irish Voices“ inzwischen zum dritten Mal durchgeführt wird. Nämlich dann, wenn Pat O‘Connor aus Dublin für einen Tag und eine Nacht in die Region kommt. Das ist in diesem Jahr am Freitag, 28. Juli, in der „Mühle“. Am nächsten Tag geht es für sie nämlich schon zusammen mit den „Voices“ zu einem Workshop nach Elmstein, wo sich fast 200 Irish-Folk-Musiker aus vielen europäischen Ländern jedes Jahr eine Woche lang zu einer Fortbildung treffen.

Der „gute Zweck“ in diesem Jahr soll eine Spende für den Kindergarten in Weiher werden, nachdem im letzten Jahr für die Hospizgruppe Mörlenbach gesammelt wurde. Der Eintritt ist frei, es geht der „Hut“ herum. Die Besucher erwartet eine besondere Veranstaltung, die von Simone Köhler und Siggi Winkler organisiert wird. In Form einer „Session“ werden mit den beiden die regionalen Hobbymusiker Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen sowie Pat O`Connor den Abend gestalten. Ohne festes Programm, es soll viel improvisiert werden. Es wird einzeln, paarweise oder zusammen musiziert – wie es gerade passt.

Zu Gehör kommen natürlich irische Pubsongs, Balladen und Tunes. Aber auch mit einigen eigenen Mundartliedern soll der Abend abwechslungsreich gestaltet werden. Es wird sicher spannend – für die Musiker vielleicht aufregender als für die Besucher. Die Veranstalter hoffen auf eine gute Resonanz. Vorreservierungen im Landgasthof „Zur Mühle“ sind empfehlenswert.

Pat O‘Connor ist Musiklehrerin in Dublin. Sie zählt zu den bekanntesten Folk-Musikerinnen auf der grünen Insel. Ihre Hauptinstrumente sind die Fiddle und die Whistle. Aber sie singt auch mal, wenn sie dazu aufgefordert wird. Sie stammt aus einer Musikerfamilie, in der schon seit vielen Generationen zum Instrument gegriffen wird. Die „Irish Voices“ mit dem Weiherer Siggi Winkler sind stolz, sie als Freundin zu haben. Pat düste schon oft einige hundert Kilometer durch Irland, nur um mit ihren deutschen Freunden zusammen an einem Abend in einem Pub in Belturbet zu musizieren – oder eben zusammen in ihrer Musikschule in „Monkstown“, einem Stadtteil von Dublin.

Info: Benefiz-Folk-Konzert für den Weiherer Kindergarten am Freitag, 28. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Mühle“, Telefon 06209-1634.

Mit den „Irish Voices“ geht’s am 9. Juli in Birkenau nach Irland und Schottland

Der Odenwald glänzt mit seinen grünen Hügeln, die Toskana ist ebenfalls sehr bekannt davor, aber das Copyright in Sachen saftig grüne wellige Erhebungen hat eindeutig Irland. Und zu den dortigen Hügeln entführt das das Folk-Quartett „Irish Voices“ bei seinem Heimspiel. Die Odenwälder Gruppe ist am Sonntag, 9. Juli, Open-Air um 10.30 Uhr beim Kerwefrühschoppen im Garten des Bistros Toskana (beim Alten Rathaus) zu Gast. Wer die Gruppe kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Typisch irisches Wetter beim Konzert der Irish Voices im Hammelbacher Pfarrzentrum

Typischer hätte die Witterung nicht sein können. Eine Stunde vor Konzertbeginn Donner, Blitz und Platschregen, dass der Weltuntergang kurz bevorzustehen schien. Dann, als die „Irish Voices“ im katholischen Pfarrzentrum loslegten, lachte wieder die Sonne vom Himmel. Eine authentische Einstimmung für einen Abend mit Folk-Musik aus Irland, Schottland und dem Odenwald. Diesmal personell etwas abgespeckt, weil mit Johanna Boch eine Musikerin krankheitsbedingt fehlte.

Musikalisch bedeutete dies aber ein anderes Programm als zu den anderen Terminen in diesem Jahr, hatte das verbliebene Trio mit Simone Köhler, Friederike Hornauer und Siggi Winkler doch ein paar Stücke ausgetauscht. Neu dabei war etwa das Stück „Black Velvet Band“. Darin ging es um eine gestohlene Uhr, die ein Ire von einer fremden Frau geschenkt bekommt. Es kam, was kommen musste: Er wurde von der Polizei geschnappt…

„A nation once again“, ein altes Lied aus den Befreiungskriege, war in einigen Provinzen vor 100 Jahren Nationalhymne. In „Kilkelly Ireland“ ging es um vier Briefe, die ein Auswanderer nach Irland in seine Heimat schreibt. Seiner Mutter gefiel überhaupt nicht, dass er bei der Eisenbahn arbeitete. Das Stück „Freight train“ war in der Version von Pete Seeger zu Bekanntheit gelangt.

So bunt gemischt wie die Gästeschar war auch der Set. Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischten sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfingen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gab es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Zum Einsatz kamen nur die traditionellen Instrumente wie Geige, Flöte, Gitarre und Bodhran.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Das habe sich bis in die Neuzeit nicht geändert, Beispiel Nordirlandkonflikt, so Siggi Winkler einführend. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben.

Zum Ende hin drehten die vier Musiker an der Temposchraube: die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machten so viel Lust auf mehr, dass das Publikum ebendieses forderte. Als Zugabe noch zwei Stücke, die in keinem Set einer Irish-Folk-Band fehlen dürfen: „Drunken Sailor“, die Geschichte davon, was dem armen Betrunkenen alles an den Hals gewünscht wurde, und „Whisky in the Jar“, das durch „Thin Lizzy“ weltbekannt wurde. Bei beiden Stücken ist sofort Stimmung im Saal, die Füße wippen mit, die Hände klatschen fast automatisch, die Leute gehen voll mit.

„Irish Voices“ entführen am 9. Juni in Hammelbach nach Irland und Schottland

Über die grünen Hügel des Odenwalds weht ein musikalischer Gruß von der Grünen Insel Irland. Das Folk-Quartett „Irish Voices“ spielt am Freitag, 9. Juni, um 20 Uhr im Hammelbacher Pfarrzentrum auf Einladung von katholischer öffentlicher Bücherei (KÖB) und Kulturbüro. Wer die Gruppe aus dem Odenwald kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Dazu gesellen sich aber auch viele „exotische“ Titel wie „Halleluja“ von Leonard Cohen oder „My heart will go on“ sowie Folksongs aus der BlueGrass-Szene. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen werden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Info: „Irish Voices“ Freitag, 9. Juni, 20 Uhr, katholisches Pfarrzentrum Hammelbach. Einlass mit Bewirtung ab 19 Uhr. Es werden zwei irische Whiskeysorten zum Verkosten angeboten und Kleinigkeiten zum Essen. Eintritt 5 Euro. Reservierungen bei Martine Rüdinger unter E-Mail martine.ruedinger@gmx.de.

Die „Irish Voices“ entführten mit ihren fetzigen Folk-Songs auf dem grünen Hügel Abtsteinach auf die Grüne Insel Irland

Der Ort war eigentlich mehr als passend. Irland ist die Insel der vielen grünen Hügel, und auf einem ebensolchen, allerdings im Odenwald, bestritten die „Irish Voices“ ihr erstes Konzert in diesem Jahr. Dazu hatten sich die Bandmitglieder über das Winterhalbjahr 18 neue Songs draufgeschafft, die sie nun zusammen mit alten Klassikern und wieder mit ins Repertoire Stücken im Nebenraum des „Goldenen Bocks“ zum Besten gaben.

Vor dem geistigen Auge der Zuschauer entstand ein Bild der Insel mit ihren weiten, sattgrünen, manchmal auch kargen Landschaften, am Himmel entlang treibenden Wolkenfetzen, den vier Jahreszeiten an einem Tag, immerwährendem Regen, der sich nur in der Temperatur unterscheidet und so von Sommer oder Winter kündet. In diese Eindrücke mischte sich langsam die Musik, die fordernde Tin Whistle, die melodische Geige, die akustische Gitarre oder die Bodhran, die Rahmentrommel.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit und die irische sowie schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, waren die vielen Songs. Sie verdeutlichten damit auch die Kunst der Iren, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten, wie Siggi Winkler erläuterte.

Melancholische Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischten sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer auch ohne Aufforderung anfingen zu klatschen. Aktuelle Pop-Songs gab es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Und natürlich durften auch ein paar selbstgetextete Odenwald-Lieder wie die „Ourewold-Filzlaus“ oder der „Ourewäller ausm Ourewold“ im Set nicht fehlen.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen wurden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Wer die „Irish Voices“ kennt, weiß, dass sie auch immer bekannte Songs auf ihre Weise im Gepäck haben. Vergangenes Jahr war das der Titanic-Titelsongs von Céline Dion, dieses Mal der „Country Boy“ von John Denver. „Morning of my life“ von Barry Gibb ist ein anderes Beispiel dafür. Die Füße der Gäste wippten bei dem flotten Stück gleich mit. „Eine besondere Herausforderung für uns“, so Winkler.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer bestimmten das Lied „Washerwoman“. Die gleiche Melodie, erst getrennt, dann zusammen gespielt, sich steigernd, schneller werdend, stand für einen typischen, traditionellen irischen Folk-Song. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. „Wir spielen ihn mindestens genauso schnell“, grinste Winkler.

Mitreißend, zum Klatschen animierend, war das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machten das Stück zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ war ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch unter runter läuft. Zwischenzeitlich wurde angezogen, ist der Songs plötzlich ein ganzes Stück schneller. „Such a little time“ hieß die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Zum Ende hin drehten die vier Musiker an der Temposchraube: die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machten so viel Lust auf mehr, dass das Publikum ebendieses forderte. Abgerundet wurden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland.

Als Zugabe noch zwei Stücke, die in keinem Set einer Irish-Folk-Band fehlen dürfen: „Drunken Sailor“, die Geschichte davon, was dem armen Betrunkenen alles an den Hals gewünscht wurde, und „Whisky in the Jar“, das durch „Thin Lizzy“ weltbekannt wurde. Bei beiden Stücken ist sofort Stimmung im Saal, die Füße wippen mit, die Hände klatschen fast automatisch, die Leute gehen voll mit.

Dublin, die Hauptstadt Irlands, „reflektiert das Land nicht wirklich“, so Winkler. Die besondere Atmosphäre, die irischen Landschaften und die Menschen, wie sie noch sehr einfach leben und wie sie ticken, „das erlebt man nur in der Provinz, in abgelegenen Countys wie Donegal oder Connemara“. Ebendort macht der Reisende die Erfahrung, dass hinter jeder Ecke ein Schaf „lauern“ kann. „Irland ist ein Land der Gegensätze und das kommt in der traditionellen Musik dort zum Ausdruck“, sagte er.

Info: Nächstes Konzert der „Irish Voices“ ist am Samstag, 22. April, um 20 Uhr im Landgasthof Zur Mühle in Mörlenbach-Weiher. Reservierungen werden unter Telefon 06209-1634 entgegengenommen. Weitere Infos unter the-irish-voices.chapso.de

Irisches Flair auf grünen Odenwald-Hügeln: Die „Irish Voices“ starten mit 18 neuen Folksongs in die Konzertsaison 2017

Mit neuem Programm und neuem Tatendrang gehen die „Irish Voices“ in die Konzertsaison 2017. Zusätzlich den alten, bekannten, teilweise aus der Mottenkiste wieder hervorgekramten Liedern haben sich die vier Musiker über den Winter hinweg zahlreiche zusätzliche Stücke draufgeschafft, 18 an der Zahl. Zwölf sind aus dem vergangenen Jahr geblieben. Sieben Termine in der näheren Region stehen für dieses Jahr bereits fest. Start ist am 25. März in Ober-Abtsteinach.

Kaum spielen die vier ihre ersten Takte, verstummt immer das Stimmengemurmel im Saal. Gitarren, Geige, Bodhran, Tin Whistle, Querflöte, Banjo, Viola und Gesang sind zu hören. Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer leben ihre Musik, versprühen bei den Auftritten irische und schottische Lebensfreude. „Wir machen traditionelle Musik wie vor 100 Jahren“, betont Winkler. Das Quartett ist mit so viel Spaß bei der Sache, dass es eine Freude ist zuzuschauen. Ein eingespieltes Team eben.

Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischen sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfangen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gibt es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. In „Old Donn Cow“ geht es um einen Pub, in dem gerade die Feuerwehr des Ortes „tagt“, als dort ein Feuer ausbricht. Die Wehrleute flüchten aber in den Keller, um dort ungestört weiter zu trinken.

Mit „Caledonia“ ist eine wunderschöne „alte“ Ballade wieder im Programm mit dabei. Die 18 neuen Stücke sind sanft oder furios, ganz nach den jeweiligen Stimmungen. „Polly Vonn“ ist auch durch Chris de Burgh bekannt, den Shanty „Haul away Joe“ hat die Gruppe aus der „Irish Folk Music School“ mitgebracht. Bei der Eigenkomposition „Such a little time“ werfen die „Irish Voices“ einen sozialkritischen Blick auf unsere Welt.

Mit „A tell me ma“ kommt ein Klassiker aus irischen Pubs zu seinem Recht, „Morning of my life“ ist ein aus irischer Sichtweise „exotischer“ Song, den die Band jedes Jahr neu performt. Dazu werden die Mundartsongs immer wieder gefordert. „Wir schlagen gerne einen Bogen von der irischen zur heimatlichen Folklore mit einigen eigenen Mundartliedern“, kündigt Simone Köhler an.

„Tauchen Sie mit ein in die Welt der irischen Folklore, in die traditionelle und zeitgenössische keltische Musik, handgemacht und ohne technische Finessen“, fordert Friederike Hornauer die Fans auf. „Verspüren Sie den ‚Irish Spirit‘, mal melancholisch und sanft, mal laut und lebhaft, mit Gitarren, Fiddle, Querflöte, Bodhran und Whistle“, wünscht sich Johanna Boch. „Musik bedeutet für uns Kraft und Leichtigkeit tanken. Diese Energie geben wir gerne an unser Publikum weiter“, hebt Siggi Winkler hervor.

Die drei wechselnden oder gemeinsamen Frauenstimmen als Gegensatz zu Winklers tiefen Tönen, die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige entweder im Gegensatz oder gleichzeitig die Melodie spielend, machen den Reiz der einzelnen Stücke aus. Wenn die Instrumente einen Song vorantreiben, plötzlich von einer Strophe zur anderen einen Zahn zulegen, dann fühlen sich die Gäste ruckzuck in einen irischen Pub mit seiner besonderen Atmosphäre versetzt.

Neben der in den Songs thematisierten Auswanderung, die vor allem im 19. Jahrhundert die Grüne Insel schwer traf, steht auch immer der Widerstand gegen die Briten im Mittelpunkt der Tunes, Reels und Jigs. Oft zeigt sich darin die Kunst der Iren, aus einem Lied über ein trauriges Ereignis einen fetzigen Song zu machen. Der Wechsel zwischen getragenem Gesang hin zu einer flotten Melodie kennzeichnet ebenso etliche andere Lieder.

Start der Konzertreihe 2017 ist am Samstag, 25. März, im „Goldenen Bock“ Ober-Abststeinach. Weiter geht es am 22. April im Landgasthof „Zur Mühle“ in Weiher und am 20. Mai im Gasthaus „Zum Odenwald“ in Ellenbach. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Kontakt: Siegfried Winkler, Hauptstraße 125, 69509 Mörlenbach-Weiher, E-Mail siggi.winkler@web.de, http://the-irish-voices.chapso.de

Vielbeklatschte Entführung auf die Grüne Insel: Die „Irish Voices“ gastierten in Buchklingen

Ihre Musik versprüht kein Mallorca-Feeling, es steht auch niemand auf den Tischen. Aber sie verbreiten gute Laune, haben ihren eigenen Stil, ihre eigenen Arrangements, einfühlsame Texte, witzige Anekdoten und vor allem Spielfreude, sie sich immer auf das Publikum überträgt: Ihren letzten Auftritt in diesem Jahr hatten die „Irish Voices“ in Buchklingen. Ein kleiner Ortsteil von Birkenau, der grad mal 206 Einwohner zählt, aber dem Folkquartett im „Grünen Baum“ genau wie im vergangenen Jahr wieder ein volles Haus mit über 70 Gästen bescherte.

Die vier Musiker boten eine Mischung aus traditionellen irischen und schottischen Balladen, angesagten Pubsongs und eigenen Kompositionen. Alle Songs haben dabei einen geschichtlichen Hintergrund. Das Publikum reagierte zunächst verhalten, abwartend, legte aber genau wie die Musiker selbst im Laufe des Abends die ursprüngliche Zurückhaltung ab und ging mit. Die Schlussakkorde vor der Pause und die Zugaben am Schluss waren der Mundart gewidmet. Eigene Stücke wie der „Draisinen-“ oder „Hundeknoddelsong“ brachten das Publikum immer wieder kräftig in Stimmung.

An Höhepunkten  und Besonderheiten gab es „einiges auf die Ohren“. Musikalisch genügten die Reels, Jigs und Hornpipes, die Instrumentals höchsten technischen Ansprüchen. Die „Voices“ spielten oft einige zu einem Potpourri aneinander gereiht wie etwa „Irish Washerwoman“. Hier waren Simone Köhler auf der Tin Whistle und Friederike Hornauer auf der Geige in atemberaubender Geschwindigkeit „unterwegs“, was die Zuhörer zu einem Begeisterungssturm hinriss.

Aus der Grafschaft Donegal hatte Siggi Winkler einen selten gespielten Song im Gepäck. Sein „Down the moor“ erzählte die schöne Geschichte eines Iren, der sich in der Heidelandschaft in ein hübsches Mädel verliebte, die eine Schafherde hütete. Die war durch den Flirt so abgelenkt, dass alle Schafe plötzlich weit verstreut umherliefen.

Simone Köhler absolvierte ihren viel beachteten Soloauftritt nur mit der eigenen Zupfgitarre. Sie spielte den Titel „Freight train“, der auch in der Version von Pete Seeger bekannt ist. Mit „My heart will go on“ hatte sich Johanna Boch an eine sehr schwierige Aufgabe gewagt – denn in den Fußstapfen einer Celine Dion zu wandeln ist nicht einfach. Der lang anhaltende Beifall war ihr Lohn für ein sehr gelungenes Experiment.

So bunt gemischt wie die viele Köpfe zählenden Gäste war auch der Set. Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischen sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfingen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gab es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Zum Einsatz kamen traditionelle Instrumente wie Geige, Flöte, Gitarre, Tin Whistle, Querflöte, Gitarrenbanjo und die Rahmentrommel Bodhran.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Das habe sich bis in die Neuzeit nicht geändert, Beispiel Nordirlandkonflikt, so Siggi Winkler. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben.

Mit dem „Lord of the Dance“ ging’s mitten rein in einen der bekanntesten Stücke Songs der Grünen Insel. Er lebte von der Dynamik auf der Viola. Prompt klatschten schon ein paar Zuschauer mit, der Rhythmus ging eindeutig in die Finger. „Missing you“ wiederum verdeutlicht die Fähigkeit der Iren, aus einem melancholischen Stück einen eingängigen Song zu machen. Neben der darin thematisierten Auswanderung, die vor allem im 19. Jahrhundert die Grüne Insel schwer traf, steht auch immer der Widerstand gegen die Briten im Mittelpunkt der Tunes, Reels und Jigs. So bei „Foggey dew“, das die Erinnerung an den blutig niedergeschlagenen Osteraufstand 1916 wach hält.

Durch das Programm führten alle Musiker abwechselnd mit launigen, aber auch gelegentlich tiefsinnigen Texten, durch einige Limericks garniert. Den lustigen Abschluss bildeten einige Lieder zum Mitsingen wie der „Drunken Sailor“, dem Lokal gewidmet die „Grienebooms Liss“, und als Klassiker der Mundartklassiker „Scholze Grait“. Die Hobbymusiker nehmen sich nun für einige Monate eine Auszeit, um ein neues Programm zu erarbeiten. Die Premiere ist für den 22. April 2017 in Weiher vorgesehen.