„Wirklich ein großartiges Publikum“: Die „Irish Voices“ spielten im ausverkauften „Grünen Baum“ Buchklingen

Besser hätte das letzte Konzert des Jahres nicht laufen können. Die „Irish Voices“ feierten im „Grünen Baum“ ein großes Festival der irischen, schottischen und ourewäller Musik. Die Folk-Gruppe aus dem Odenwald hatte in den höchstgelegenen Birkenauer Ortsteil zum Gig eingeladen. Deer Saal platzte letztendlich aus allen Nähten. Es dürften um die 100 Gäste gewesen, die sich hineinzwängten. Für das Trio die beste Bestätigung fürs eigene Können und den immer größer werdenden Fankreis in der Bevölkerung.

„Wir waren nassgeschwitzt und haben uns total verausgabt“, meinte der Kopf der Tuppe, Siggi Winkler aus Weiher. „Die Leute gingen, im Gegensatz zu vielen anderen Gigs, von Anfang an mit“, freute er sich. „Wirklich ein großartiges Publikum“, zollte er den Besuchern höchstes Lob. „Bei den Balladen, die uns ja am Herzen liegen, war es sehr still und andächtig“, beobachtete er.

Die Konzerte sind vielsaitig und vielseitig: Die Grundrichtung der „Irish Voices“ ist natürlich im Folk-Bereich zu suchen, aber einige zeitgenössische Stücke sind auch immer dabei. Vor vollem Haus begeisterte die Gruppe einmal mehr ihr Publikum. Die Stücke sind traditionell geprägt und werden nur auf klassischen Instrumenten vorgetragen, sei es als Instrumental oder mit Gesang.

Geschichten und Geschichte der Grünen Insel sind oft in den Textzeilen versteckt. Sie bergen ein Kondensat bitterer Lehren aus der irischen Geschichte in sich. Dies etwa in melancholischen, teils auch „heftigen“ Balladen, fein von Simone Köhler auf der Gitarre gezupft oder als „Fiddle-Singing“ mit Friederike Hornauer auf der Geige.

Die gesangliche Vielfalt der Truppe kommt bei dem dreistimmig und unplugged A-cappella vorgetragenen Song „The Old Triangle“ gut zum Ausdruck. Hier werden die Stimmungen in einem alten Dubliner Gefängnis reflektiert. „Nach der Resonanz im Grünen Baum wissen wir auch, welche Songs wir fürs nächste Jahr im Programm behalten“, so Winkler. Old Triangle ist eines davon.

Derb, erdig, stimmungsvoll, oft auch „rough“ dagegen sind die Pubsongs, die vielfach Siggi Winkler von zahlreichen Irland-Aufenthalten aus den Pubs mitgebracht hat und die zusammen mit den Gruppenmitgliedern auf die Instrumente übertragen und arrangiert wurden. Diese flotten Stücke animieren das Publikum im „Grünen Baum“ oft zum Mitklatschen. Zu den Kennzeichen der Hobbymusiker gehören auch die Blue-Grass-Stücke, oft von Simone Köhler gesungen, die hierfür die passenden Stimmbänder besitzt.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die irischen Lieder werden ergänzt durch einige eigene Stücke. „Such a little time“ heißt die Komposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert. Es wird aber auch ein Bogen zu Odenwälder Mundartsongs gespannt, deren Texte als Unikate sonst nirgendwo in dieser Form zu hören sind. Neuere Exemplare dieser Gattung sind die „Draisinenbahn“, „Ourewäller Filzlaus“ und der „Hundeknoddel-Song“.

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„Irish Voices“ machen am 28. Oktober Station im „Grünen Baum“ Buchklingen

Der letzte Auftritt in diesem Jahr steht an. Das Folk-Trio „Irish Voices“ gastiert am Samstag, 28. Oktober, um 19 Uhr im „Grünen Baum“ in Buchklingen. Traditionell bildet diese Station den Abschluss mit dem aktuellen Programm, bevor es dann im April 2018 mit neuen, über den Winter erarbeiteten Stücken, wieder losgeht. Die Folkmusiker aus den Odenwald sind mittlerweile nur noch als Trio unterwegs, nachdem ein langjähriges Mitglied wegen einer Erkrankung aussteigen musste.

Mit den klassischen Instrumenten Gitarre, Fiddle, Whistle, Querflöte, Bodhran sowie den Stimmbändern dürfen die Gäste wieder eindrucksvolle irische Pubsongs, Balladen und Tunes erwarten – mal stimmungsvoll leise, mal etwas lauter. Kein Lied ist einfach „gecovert“. Die „Irish Voices“ machen immer ihr eigenes Arrangement. Dazu kommen einige Eigenkompositionen. Sehr beliebt sind auch die Mundartsongs mit weniger ernsten Inhalten.

„Viele unserer Songs sind sehr alt, haben ihren Ursprung im 18. und 19. Jahrhundert“, sagt Siggi Winkler. Die „Dubliners“ hätten es geschafft, die Folk-Musik auch in Deutschland populär zu machen. Auch wenn die Musiker schon tot sind, lebt ihre Musik weiter. „Wir haben einige Titel von ihnen heute im Gepäck“. Das Pub ist immer noch der kulturelle Mittelpunkt der Iren auf dem Lande, weiß der große Irland-Fan. Bereits seit 1759 wird in Dublin das Guinness gebraut. Dieses Getränk und die Musik sind in den Pubs untrennbar miteinander verbunden und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. „Von diesem Spirit haben wir etwas dabei“, verspricht der Weiherer.

Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen werden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“, so Winkler. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Info: „Irish Voices“ im „Grünen Baum“ Birkenau-Buchklingen am Samstag, 28. Oktober, um 19 Uhr. Vorreservierungen unter Telefon 06201/21153

Irish-Folk-Benefizkonzert zugunsten des Weiherer Kindergartens: Begeisterte Gäste fordern gleich fünf Zugaben

Die Freude stand Siggi Winkler nach dem Konzert noch ins Gesicht geschrieben. „Es war einer der besten Folk-Abende, die ich mit anderen zusammen veranstalten durfte“, sagte er über die Benefiz-Veranstaltung zugunsten des Weiherer Kindergartens, die er zusammen mit seiner Musikerkollegin Simone Köhler von den „Irish Voices“ in der „Mühle“ organisiert hatte. „Stargast“ war die Irin Pat O’Connor, auf der Grünen Insel eine gefragte Session-Musikerin, die mit ihren Songs ein ums andere Mal viel Beifall bekam.

„Das Publikum war absolut begeistert“, so Winkler. „Wir haben fünf Zugaben gespielt, das gab es noch nie.“ Fürs Konzert und den guten Zweck hatten die beiden neben Pat O’Connor weitere Folk-Hobbymusiker aus dem Odenwald aktiviert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Vom vollbesetzten Saal wurden glatte 555 Euro gespendet. Der „Krabbennest“-KiGa Weiher mit seiner Leiterin Ute Jäger möchte mit dem Geld kleine Dreirädchen für die Kinder kaufen.

O’Connor ist eine Vollblut-Musikerin. Das merken die Zuschauer vom ersten Ton an. Wenn sie die gespielten Songs kennt, zückt sie sofort ihre Fiddle und setzt nach wenigen Akkorden selbst ein. Ist ihr ein Stück unbekannt, dann hört sie ein wenig zu, prägt sich die Melodie ein und fängt aus den Nichts heraus an mitzuspielen. Die Irin ist eine Meistern auf dem Saiteninstrument, zückt aber ab und zu auch die Tin Whistle. „Ich liebe den Odenwald“, sagt sie. Kein Wunder, erinnert er sie mit den grünen Hügeln doch an ihre Heimat.

Zwischendurch, als keiner so etwas vermutet, „borgt“ sie sich von Siggi Winkler dessen Mikro und beginnt, „Donovan’s Song“ ohne jegliche Instrumentenbegleitung zu singen. Mit ihrer rauchigen Stimmen, dem irischen Dialekt und der Intonation verwandelt sich der Saal der Mühle von einem Moment auf den anderen in einen Pub auf der Grünen Insel, in dem der Zigarettenqualm durch die Gasträume wabert, sich ein paar Cracks zu einer Musik-Session getroffen haben, spontan aufstehen und einfach loslegen.

Da merkt man dann, dass Pat O’Connor die irische Musik im Blut hat und sie mit der Muttermilch aufgesogen hat. Ihre Vorfahren waren seit mindestens vier Generationen musikalisch unterwegs, ihre Leidenschaft hat sie auch an die Kinder weitergebeben. Sohn Brian spielt Uilleanpipe und ist grad auf einer Weltreise mit dem Rucksack durch den Nahen Osten, Russland, Kirgistan, China und Indien. Vor kurzem war sie Mundy (dessen Stück „Galway Girl“ ist bekannt aus dem Film „PS. Ich liebe Dich…“) unterwegs. Den Song sang Winkler zusammen mit ihrer Unterstützung.

Die Irin hat selbst über 100 sogenannte Tunes (Reels und Jigs) komponiert. Ihr zu Ehren übten die anderen sechs Mitmusiker für diesen Abend drei ein: „Donal o Store“, „Elves march“ und „Turkeys neck“. Letzterer hat wie fast alle eine Geschichte. Einer ihrer Söhne spielte Pat einmal einen Streich. Sie war zuhause in der Küche am Zubereiten eines Truthahnes. Der Hals sollte weggeworfen werden. Der Sohn steckte ihn ihr aber in die Manteltasche. Beim Einsteigen ins Auto bemerkte sie diesen, schimpfte und legte ihn auf die Seite. Doch der Filius legte den Hals unbemerkt aufs Autodach. Als sie an der Musikschule ankam und bremste, fiel der Truthahnhals runter. Großes Gelächter war die Folge.

Die „Irish Voices“ kennen Pat von einer Musikschule aus Elmstein/Pfalz. Dorthin kommen einmal im Jahr irische Musiklehrer immer Anfang August, um zusammen mit deutschen Musikern (Anfänger bis Profis) in Workshops zusammen zu arbeiten, zu üben, Konzerte zu geben. Vor drei Jahren ergab es sich, dass die Irin bereits am Freitag mit dem Flieger ankam, da sie samstags keinen Flug mehr bekommen hatte. Winkler bot ihr dann an, in Weiher zu übernachten – mit dem Hintergedanken, gleich eine Veranstaltung durchzuführen. „Wir machten dann eine Session mit ihr zugunsten ihrer Musikschule“.

Seitdem kommt sie immer freitags, um ein Konzert für den guten Zweck zu geben. Winkler war schon mehrmals in Dublin auf Gegeneinladung, um mit ihr auf Sessions zu musizieren. Die Dublinerin holt in ihrer Heimatstadt Kinder von der Straße und macht mit ihnen Musik, wenn die Eltern das Geld für die Musikschule nicht haben. „Sie hat ein großes Herz“, sagt Winkler anerkennend.

„Was uns heute genau erwartet, wissen wir Musiker auch nur im Ansatz“, so Siggi Winkler zu Beginn schmunzelnd. Denn ist so Brauch und Sitte bei irischen „Sessions“, dass irgendjemand ein Stück anstimmt – und wer es kennt, der spielt eben mit. Und so lief es auch ab. Zu hören gab es die klassischen Instrumente wie Geige oder Fiddle, Gitarre, Banjo, Tin Whistle, die Rahmentrommel Bodhran und die Low Whistle. Typische und zumeist bekannte Songs aus irischen Pubs, einige Reels, Jigs und Hornpipes, also instrumentale Stücke, waren zu hören – und als Garnierung einige eigene Mundartsongs.

Neben den beiden Organisatoren von den „Irish Voices“ waren Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen und erstmals Janet Key dabei – eine geigende Nordirin, die in Großsachsen wohnt. Alle sieben setzten auch gleich beim „Marsch der Elfen“, dem Anfangsstück, voll ein. Eine Komposition von Pat O’Connor, die so richtig irische Lebensfreude rüberbrachte.

Getragene, melancholische Songs wechselten sich ab mit flotten Tunes oder Reels, bei denen sich die Musiker voll austoben konnten. „I’m a rambler“, „Ye Jakobites“ oder „Kilkelly Ireland“ kennt man zwar aus den Konzerten der „Irish Voices“. Aber in größerer Besetzung und vor allem mit den Fiddle-Tönen von Pat O’Connor klangen die Songs völlig anders und hatten eine ganz andere Dynamik. „Wild Rover“ und „Whisky in the Jar“ waren Klassiker, bei dem das Publikum noch mal mitging, mitklatschte, mitwippte, mitsummte – und Zugaben ohne Ende forderte.

Folk-Benefiz zugunsten des Weiherer Kindergartens am 28. Juli in der „Mühle“

Es gibt immer nur ein kleines Zeitfenster für diese Benefiz-Folk-Veranstaltung, die von der Odenwälder Folkgruppe „Irish Voices“ inzwischen zum dritten Mal durchgeführt wird. Nämlich dann, wenn Pat O‘Connor aus Dublin für einen Tag und eine Nacht in die Region kommt. Das ist in diesem Jahr am Freitag, 28. Juli, in der „Mühle“. Am nächsten Tag geht es für sie nämlich schon zusammen mit den „Voices“ zu einem Workshop nach Elmstein, wo sich fast 200 Irish-Folk-Musiker aus vielen europäischen Ländern jedes Jahr eine Woche lang zu einer Fortbildung treffen.

Der „gute Zweck“ in diesem Jahr soll eine Spende für den Kindergarten in Weiher werden, nachdem im letzten Jahr für die Hospizgruppe Mörlenbach gesammelt wurde. Der Eintritt ist frei, es geht der „Hut“ herum. Die Besucher erwartet eine besondere Veranstaltung, die von Simone Köhler und Siggi Winkler organisiert wird. In Form einer „Session“ werden mit den beiden die regionalen Hobbymusiker Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen sowie Pat O`Connor den Abend gestalten. Ohne festes Programm, es soll viel improvisiert werden. Es wird einzeln, paarweise oder zusammen musiziert – wie es gerade passt.

Zu Gehör kommen natürlich irische Pubsongs, Balladen und Tunes. Aber auch mit einigen eigenen Mundartliedern soll der Abend abwechslungsreich gestaltet werden. Es wird sicher spannend – für die Musiker vielleicht aufregender als für die Besucher. Die Veranstalter hoffen auf eine gute Resonanz. Vorreservierungen im Landgasthof „Zur Mühle“ sind empfehlenswert.

Pat O‘Connor ist Musiklehrerin in Dublin. Sie zählt zu den bekanntesten Folk-Musikerinnen auf der grünen Insel. Ihre Hauptinstrumente sind die Fiddle und die Whistle. Aber sie singt auch mal, wenn sie dazu aufgefordert wird. Sie stammt aus einer Musikerfamilie, in der schon seit vielen Generationen zum Instrument gegriffen wird. Die „Irish Voices“ mit dem Weiherer Siggi Winkler sind stolz, sie als Freundin zu haben. Pat düste schon oft einige hundert Kilometer durch Irland, nur um mit ihren deutschen Freunden zusammen an einem Abend in einem Pub in Belturbet zu musizieren – oder eben zusammen in ihrer Musikschule in „Monkstown“, einem Stadtteil von Dublin.

Info: Benefiz-Folk-Konzert für den Weiherer Kindergarten am Freitag, 28. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Mühle“, Telefon 06209-1634.

Mit den „Irish Voices“ geht’s am 9. Juli in Birkenau nach Irland und Schottland

Der Odenwald glänzt mit seinen grünen Hügeln, die Toskana ist ebenfalls sehr bekannt davor, aber das Copyright in Sachen saftig grüne wellige Erhebungen hat eindeutig Irland. Und zu den dortigen Hügeln entführt das das Folk-Quartett „Irish Voices“ bei seinem Heimspiel. Die Odenwälder Gruppe ist am Sonntag, 9. Juli, Open-Air um 10.30 Uhr beim Kerwefrühschoppen im Garten des Bistros Toskana (beim Alten Rathaus) zu Gast. Wer die Gruppe kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Typisch irisches Wetter beim Konzert der Irish Voices im Hammelbacher Pfarrzentrum

Typischer hätte die Witterung nicht sein können. Eine Stunde vor Konzertbeginn Donner, Blitz und Platschregen, dass der Weltuntergang kurz bevorzustehen schien. Dann, als die „Irish Voices“ im katholischen Pfarrzentrum loslegten, lachte wieder die Sonne vom Himmel. Eine authentische Einstimmung für einen Abend mit Folk-Musik aus Irland, Schottland und dem Odenwald. Diesmal personell etwas abgespeckt, weil mit Johanna Boch eine Musikerin krankheitsbedingt fehlte.

Musikalisch bedeutete dies aber ein anderes Programm als zu den anderen Terminen in diesem Jahr, hatte das verbliebene Trio mit Simone Köhler, Friederike Hornauer und Siggi Winkler doch ein paar Stücke ausgetauscht. Neu dabei war etwa das Stück „Black Velvet Band“. Darin ging es um eine gestohlene Uhr, die ein Ire von einer fremden Frau geschenkt bekommt. Es kam, was kommen musste: Er wurde von der Polizei geschnappt…

„A nation once again“, ein altes Lied aus den Befreiungskriege, war in einigen Provinzen vor 100 Jahren Nationalhymne. In „Kilkelly Ireland“ ging es um vier Briefe, die ein Auswanderer nach Irland in seine Heimat schreibt. Seiner Mutter gefiel überhaupt nicht, dass er bei der Eisenbahn arbeitete. Das Stück „Freight train“ war in der Version von Pete Seeger zu Bekanntheit gelangt.

So bunt gemischt wie die Gästeschar war auch der Set. Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischten sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfingen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gab es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Zum Einsatz kamen nur die traditionellen Instrumente wie Geige, Flöte, Gitarre und Bodhran.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Das habe sich bis in die Neuzeit nicht geändert, Beispiel Nordirlandkonflikt, so Siggi Winkler einführend. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben.

Zum Ende hin drehten die vier Musiker an der Temposchraube: die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machten so viel Lust auf mehr, dass das Publikum ebendieses forderte. Als Zugabe noch zwei Stücke, die in keinem Set einer Irish-Folk-Band fehlen dürfen: „Drunken Sailor“, die Geschichte davon, was dem armen Betrunkenen alles an den Hals gewünscht wurde, und „Whisky in the Jar“, das durch „Thin Lizzy“ weltbekannt wurde. Bei beiden Stücken ist sofort Stimmung im Saal, die Füße wippen mit, die Hände klatschen fast automatisch, die Leute gehen voll mit.

„Irish Voices“ entführen am 9. Juni in Hammelbach nach Irland und Schottland

Über die grünen Hügel des Odenwalds weht ein musikalischer Gruß von der Grünen Insel Irland. Das Folk-Quartett „Irish Voices“ spielt am Freitag, 9. Juni, um 20 Uhr im Hammelbacher Pfarrzentrum auf Einladung von katholischer öffentlicher Bücherei (KÖB) und Kulturbüro. Wer die Gruppe aus dem Odenwald kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Dazu gesellen sich aber auch viele „exotische“ Titel wie „Halleluja“ von Leonard Cohen oder „My heart will go on“ sowie Folksongs aus der BlueGrass-Szene. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen werden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Info: „Irish Voices“ Freitag, 9. Juni, 20 Uhr, katholisches Pfarrzentrum Hammelbach. Einlass mit Bewirtung ab 19 Uhr. Es werden zwei irische Whiskeysorten zum Verkosten angeboten und Kleinigkeiten zum Essen. Eintritt 5 Euro. Reservierungen bei Martine Rüdinger unter E-Mail martine.ruedinger@gmx.de.