Irish-Folk-Benefizkonzert zugunsten des Weiherer Kindergartens: Begeisterte Gäste fordern gleich fünf Zugaben

Die Freude stand Siggi Winkler nach dem Konzert noch ins Gesicht geschrieben. „Es war einer der besten Folk-Abende, die ich mit anderen zusammen veranstalten durfte“, sagte er über die Benefiz-Veranstaltung zugunsten des Weiherer Kindergartens, die er zusammen mit seiner Musikerkollegin Simone Köhler von den „Irish Voices“ in der „Mühle“ organisiert hatte. „Stargast“ war die Irin Pat O’Connor, auf der Grünen Insel eine gefragte Session-Musikerin, die mit ihren Songs ein ums andere Mal viel Beifall bekam.

„Das Publikum war absolut begeistert“, so Winkler. „Wir haben fünf Zugaben gespielt, das gab es noch nie.“ Fürs Konzert und den guten Zweck hatten die beiden neben Pat O’Connor weitere Folk-Hobbymusiker aus dem Odenwald aktiviert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Vom vollbesetzten Saal wurden glatte 555 Euro gespendet. Der „Krabbennest“-KiGa Weiher mit seiner Leiterin Ute Jäger möchte mit dem Geld kleine Dreirädchen für die Kinder kaufen.

O’Connor ist eine Vollblut-Musikerin. Das merken die Zuschauer vom ersten Ton an. Wenn sie die gespielten Songs kennt, zückt sie sofort ihre Fiddle und setzt nach wenigen Akkorden selbst ein. Ist ihr ein Stück unbekannt, dann hört sie ein wenig zu, prägt sich die Melodie ein und fängt aus den Nichts heraus an mitzuspielen. Die Irin ist eine Meistern auf dem Saiteninstrument, zückt aber ab und zu auch die Tin Whistle. „Ich liebe den Odenwald“, sagt sie. Kein Wunder, erinnert er sie mit den grünen Hügeln doch an ihre Heimat.

Zwischendurch, als keiner so etwas vermutet, „borgt“ sie sich von Siggi Winkler dessen Mikro und beginnt, „Donovan’s Song“ ohne jegliche Instrumentenbegleitung zu singen. Mit ihrer rauchigen Stimmen, dem irischen Dialekt und der Intonation verwandelt sich der Saal der Mühle von einem Moment auf den anderen in einen Pub auf der Grünen Insel, in dem der Zigarettenqualm durch die Gasträume wabert, sich ein paar Cracks zu einer Musik-Session getroffen haben, spontan aufstehen und einfach loslegen.

Da merkt man dann, dass Pat O’Connor die irische Musik im Blut hat und sie mit der Muttermilch aufgesogen hat. Ihre Vorfahren waren seit mindestens vier Generationen musikalisch unterwegs, ihre Leidenschaft hat sie auch an die Kinder weitergebeben. Sohn Brian spielt Uilleanpipe und ist grad auf einer Weltreise mit dem Rucksack durch den Nahen Osten, Russland, Kirgistan, China und Indien. Vor kurzem war sie Mundy (dessen Stück „Galway Girl“ ist bekannt aus dem Film „PS. Ich liebe Dich…“) unterwegs. Den Song sang Winkler zusammen mit ihrer Unterstützung.

Die Irin hat selbst über 100 sogenannte Tunes (Reels und Jigs) komponiert. Ihr zu Ehren übten die anderen sechs Mitmusiker für diesen Abend drei ein: „Donal o Store“, „Elves march“ und „Turkeys neck“. Letzterer hat wie fast alle eine Geschichte. Einer ihrer Söhne spielte Pat einmal einen Streich. Sie war zuhause in der Küche am Zubereiten eines Truthahnes. Der Hals sollte weggeworfen werden. Der Sohn steckte ihn ihr aber in die Manteltasche. Beim Einsteigen ins Auto bemerkte sie diesen, schimpfte und legte ihn auf die Seite. Doch der Filius legte den Hals unbemerkt aufs Autodach. Als sie an der Musikschule ankam und bremste, fiel der Truthahnhals runter. Großes Gelächter war die Folge.

Die „Irish Voices“ kennen Pat von einer Musikschule aus Elmstein/Pfalz. Dorthin kommen einmal im Jahr irische Musiklehrer immer Anfang August, um zusammen mit deutschen Musikern (Anfänger bis Profis) in Workshops zusammen zu arbeiten, zu üben, Konzerte zu geben. Vor drei Jahren ergab es sich, dass die Irin bereits am Freitag mit dem Flieger ankam, da sie samstags keinen Flug mehr bekommen hatte. Winkler bot ihr dann an, in Weiher zu übernachten – mit dem Hintergedanken, gleich eine Veranstaltung durchzuführen. „Wir machten dann eine Session mit ihr zugunsten ihrer Musikschule“.

Seitdem kommt sie immer freitags, um ein Konzert für den guten Zweck zu geben. Winkler war schon mehrmals in Dublin auf Gegeneinladung, um mit ihr auf Sessions zu musizieren. Die Dublinerin holt in ihrer Heimatstadt Kinder von der Straße und macht mit ihnen Musik, wenn die Eltern das Geld für die Musikschule nicht haben. „Sie hat ein großes Herz“, sagt Winkler anerkennend.

„Was uns heute genau erwartet, wissen wir Musiker auch nur im Ansatz“, so Siggi Winkler zu Beginn schmunzelnd. Denn ist so Brauch und Sitte bei irischen „Sessions“, dass irgendjemand ein Stück anstimmt – und wer es kennt, der spielt eben mit. Und so lief es auch ab. Zu hören gab es die klassischen Instrumente wie Geige oder Fiddle, Gitarre, Banjo, Tin Whistle, die Rahmentrommel Bodhran und die Low Whistle. Typische und zumeist bekannte Songs aus irischen Pubs, einige Reels, Jigs und Hornpipes, also instrumentale Stücke, waren zu hören – und als Garnierung einige eigene Mundartsongs.

Neben den beiden Organisatoren von den „Irish Voices“ waren Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen und erstmals Janet Key dabei – eine geigende Nordirin, die in Großsachsen wohnt. Alle sieben setzten auch gleich beim „Marsch der Elfen“, dem Anfangsstück, voll ein. Eine Komposition von Pat O’Connor, die so richtig irische Lebensfreude rüberbrachte.

Getragene, melancholische Songs wechselten sich ab mit flotten Tunes oder Reels, bei denen sich die Musiker voll austoben konnten. „I’m a rambler“, „Ye Jakobites“ oder „Kilkelly Ireland“ kennt man zwar aus den Konzerten der „Irish Voices“. Aber in größerer Besetzung und vor allem mit den Fiddle-Tönen von Pat O’Connor klangen die Songs völlig anders und hatten eine ganz andere Dynamik. „Wild Rover“ und „Whisky in the Jar“ waren Klassiker, bei dem das Publikum noch mal mitging, mitklatschte, mitwippte, mitsummte – und Zugaben ohne Ende forderte.

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Folk-Benefiz zugunsten des Weiherer Kindergartens am 28. Juli in der „Mühle“

Es gibt immer nur ein kleines Zeitfenster für diese Benefiz-Folk-Veranstaltung, die von der Odenwälder Folkgruppe „Irish Voices“ inzwischen zum dritten Mal durchgeführt wird. Nämlich dann, wenn Pat O‘Connor aus Dublin für einen Tag und eine Nacht in die Region kommt. Das ist in diesem Jahr am Freitag, 28. Juli, in der „Mühle“. Am nächsten Tag geht es für sie nämlich schon zusammen mit den „Voices“ zu einem Workshop nach Elmstein, wo sich fast 200 Irish-Folk-Musiker aus vielen europäischen Ländern jedes Jahr eine Woche lang zu einer Fortbildung treffen.

Der „gute Zweck“ in diesem Jahr soll eine Spende für den Kindergarten in Weiher werden, nachdem im letzten Jahr für die Hospizgruppe Mörlenbach gesammelt wurde. Der Eintritt ist frei, es geht der „Hut“ herum. Die Besucher erwartet eine besondere Veranstaltung, die von Simone Köhler und Siggi Winkler organisiert wird. In Form einer „Session“ werden mit den beiden die regionalen Hobbymusiker Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen sowie Pat O`Connor den Abend gestalten. Ohne festes Programm, es soll viel improvisiert werden. Es wird einzeln, paarweise oder zusammen musiziert – wie es gerade passt.

Zu Gehör kommen natürlich irische Pubsongs, Balladen und Tunes. Aber auch mit einigen eigenen Mundartliedern soll der Abend abwechslungsreich gestaltet werden. Es wird sicher spannend – für die Musiker vielleicht aufregender als für die Besucher. Die Veranstalter hoffen auf eine gute Resonanz. Vorreservierungen im Landgasthof „Zur Mühle“ sind empfehlenswert.

Pat O‘Connor ist Musiklehrerin in Dublin. Sie zählt zu den bekanntesten Folk-Musikerinnen auf der grünen Insel. Ihre Hauptinstrumente sind die Fiddle und die Whistle. Aber sie singt auch mal, wenn sie dazu aufgefordert wird. Sie stammt aus einer Musikerfamilie, in der schon seit vielen Generationen zum Instrument gegriffen wird. Die „Irish Voices“ mit dem Weiherer Siggi Winkler sind stolz, sie als Freundin zu haben. Pat düste schon oft einige hundert Kilometer durch Irland, nur um mit ihren deutschen Freunden zusammen an einem Abend in einem Pub in Belturbet zu musizieren – oder eben zusammen in ihrer Musikschule in „Monkstown“, einem Stadtteil von Dublin.

Info: Benefiz-Folk-Konzert für den Weiherer Kindergarten am Freitag, 28. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Mühle“, Telefon 06209-1634.

Mit den „Irish Voices“ geht’s am 9. Juli in Birkenau nach Irland und Schottland

Der Odenwald glänzt mit seinen grünen Hügeln, die Toskana ist ebenfalls sehr bekannt davor, aber das Copyright in Sachen saftig grüne wellige Erhebungen hat eindeutig Irland. Und zu den dortigen Hügeln entführt das das Folk-Quartett „Irish Voices“ bei seinem Heimspiel. Die Odenwälder Gruppe ist am Sonntag, 9. Juli, Open-Air um 10.30 Uhr beim Kerwefrühschoppen im Garten des Bistros Toskana (beim Alten Rathaus) zu Gast. Wer die Gruppe kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Typisch irisches Wetter beim Konzert der Irish Voices im Hammelbacher Pfarrzentrum

Typischer hätte die Witterung nicht sein können. Eine Stunde vor Konzertbeginn Donner, Blitz und Platschregen, dass der Weltuntergang kurz bevorzustehen schien. Dann, als die „Irish Voices“ im katholischen Pfarrzentrum loslegten, lachte wieder die Sonne vom Himmel. Eine authentische Einstimmung für einen Abend mit Folk-Musik aus Irland, Schottland und dem Odenwald. Diesmal personell etwas abgespeckt, weil mit Johanna Boch eine Musikerin krankheitsbedingt fehlte.

Musikalisch bedeutete dies aber ein anderes Programm als zu den anderen Terminen in diesem Jahr, hatte das verbliebene Trio mit Simone Köhler, Friederike Hornauer und Siggi Winkler doch ein paar Stücke ausgetauscht. Neu dabei war etwa das Stück „Black Velvet Band“. Darin ging es um eine gestohlene Uhr, die ein Ire von einer fremden Frau geschenkt bekommt. Es kam, was kommen musste: Er wurde von der Polizei geschnappt…

„A nation once again“, ein altes Lied aus den Befreiungskriege, war in einigen Provinzen vor 100 Jahren Nationalhymne. In „Kilkelly Ireland“ ging es um vier Briefe, die ein Auswanderer nach Irland in seine Heimat schreibt. Seiner Mutter gefiel überhaupt nicht, dass er bei der Eisenbahn arbeitete. Das Stück „Freight train“ war in der Version von Pete Seeger zu Bekanntheit gelangt.

So bunt gemischt wie die Gästeschar war auch der Set. Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischten sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfingen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gab es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Zum Einsatz kamen nur die traditionellen Instrumente wie Geige, Flöte, Gitarre und Bodhran.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Das habe sich bis in die Neuzeit nicht geändert, Beispiel Nordirlandkonflikt, so Siggi Winkler einführend. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben.

Zum Ende hin drehten die vier Musiker an der Temposchraube: die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machten so viel Lust auf mehr, dass das Publikum ebendieses forderte. Als Zugabe noch zwei Stücke, die in keinem Set einer Irish-Folk-Band fehlen dürfen: „Drunken Sailor“, die Geschichte davon, was dem armen Betrunkenen alles an den Hals gewünscht wurde, und „Whisky in the Jar“, das durch „Thin Lizzy“ weltbekannt wurde. Bei beiden Stücken ist sofort Stimmung im Saal, die Füße wippen mit, die Hände klatschen fast automatisch, die Leute gehen voll mit.

„Irish Voices“ entführen am 9. Juni in Hammelbach nach Irland und Schottland

Über die grünen Hügel des Odenwalds weht ein musikalischer Gruß von der Grünen Insel Irland. Das Folk-Quartett „Irish Voices“ spielt am Freitag, 9. Juni, um 20 Uhr im Hammelbacher Pfarrzentrum auf Einladung von katholischer öffentlicher Bücherei (KÖB) und Kulturbüro. Wer die Gruppe aus dem Odenwald kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Dazu gesellen sich aber auch viele „exotische“ Titel wie „Halleluja“ von Leonard Cohen oder „My heart will go on“ sowie Folksongs aus der BlueGrass-Szene. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen werden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Info: „Irish Voices“ Freitag, 9. Juni, 20 Uhr, katholisches Pfarrzentrum Hammelbach. Einlass mit Bewirtung ab 19 Uhr. Es werden zwei irische Whiskeysorten zum Verkosten angeboten und Kleinigkeiten zum Essen. Eintritt 5 Euro. Reservierungen bei Martine Rüdinger unter E-Mail martine.ruedinger@gmx.de.

Die „Irish Voices“ entführten mit ihren fetzigen Folk-Songs auf dem grünen Hügel Abtsteinach auf die Grüne Insel Irland

Der Ort war eigentlich mehr als passend. Irland ist die Insel der vielen grünen Hügel, und auf einem ebensolchen, allerdings im Odenwald, bestritten die „Irish Voices“ ihr erstes Konzert in diesem Jahr. Dazu hatten sich die Bandmitglieder über das Winterhalbjahr 18 neue Songs draufgeschafft, die sie nun zusammen mit alten Klassikern und wieder mit ins Repertoire Stücken im Nebenraum des „Goldenen Bocks“ zum Besten gaben.

Vor dem geistigen Auge der Zuschauer entstand ein Bild der Insel mit ihren weiten, sattgrünen, manchmal auch kargen Landschaften, am Himmel entlang treibenden Wolkenfetzen, den vier Jahreszeiten an einem Tag, immerwährendem Regen, der sich nur in der Temperatur unterscheidet und so von Sommer oder Winter kündet. In diese Eindrücke mischte sich langsam die Musik, die fordernde Tin Whistle, die melodische Geige, die akustische Gitarre oder die Bodhran, die Rahmentrommel.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit und die irische sowie schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, waren die vielen Songs. Sie verdeutlichten damit auch die Kunst der Iren, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten, wie Siggi Winkler erläuterte.

Melancholische Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischten sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer auch ohne Aufforderung anfingen zu klatschen. Aktuelle Pop-Songs gab es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Und natürlich durften auch ein paar selbstgetextete Odenwald-Lieder wie die „Ourewold-Filzlaus“ oder der „Ourewäller ausm Ourewold“ im Set nicht fehlen.

Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe. Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen wurden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Wer die „Irish Voices“ kennt, weiß, dass sie auch immer bekannte Songs auf ihre Weise im Gepäck haben. Vergangenes Jahr war das der Titanic-Titelsongs von Céline Dion, dieses Mal der „Country Boy“ von John Denver. „Morning of my life“ von Barry Gibb ist ein anderes Beispiel dafür. Die Füße der Gäste wippten bei dem flotten Stück gleich mit. „Eine besondere Herausforderung für uns“, so Winkler.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer bestimmten das Lied „Washerwoman“. Die gleiche Melodie, erst getrennt, dann zusammen gespielt, sich steigernd, schneller werdend, stand für einen typischen, traditionellen irischen Folk-Song. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. „Wir spielen ihn mindestens genauso schnell“, grinste Winkler.

Mitreißend, zum Klatschen animierend, war das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machten das Stück zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ war ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch unter runter läuft. Zwischenzeitlich wurde angezogen, ist der Songs plötzlich ein ganzes Stück schneller. „Such a little time“ hieß die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Zum Ende hin drehten die vier Musiker an der Temposchraube: die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machten so viel Lust auf mehr, dass das Publikum ebendieses forderte. Abgerundet wurden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland.

Als Zugabe noch zwei Stücke, die in keinem Set einer Irish-Folk-Band fehlen dürfen: „Drunken Sailor“, die Geschichte davon, was dem armen Betrunkenen alles an den Hals gewünscht wurde, und „Whisky in the Jar“, das durch „Thin Lizzy“ weltbekannt wurde. Bei beiden Stücken ist sofort Stimmung im Saal, die Füße wippen mit, die Hände klatschen fast automatisch, die Leute gehen voll mit.

Dublin, die Hauptstadt Irlands, „reflektiert das Land nicht wirklich“, so Winkler. Die besondere Atmosphäre, die irischen Landschaften und die Menschen, wie sie noch sehr einfach leben und wie sie ticken, „das erlebt man nur in der Provinz, in abgelegenen Countys wie Donegal oder Connemara“. Ebendort macht der Reisende die Erfahrung, dass hinter jeder Ecke ein Schaf „lauern“ kann. „Irland ist ein Land der Gegensätze und das kommt in der traditionellen Musik dort zum Ausdruck“, sagte er.

Info: Nächstes Konzert der „Irish Voices“ ist am Samstag, 22. April, um 20 Uhr im Landgasthof Zur Mühle in Mörlenbach-Weiher. Reservierungen werden unter Telefon 06209-1634 entgegengenommen. Weitere Infos unter the-irish-voices.chapso.de

Irisches Flair auf grünen Odenwald-Hügeln: Die „Irish Voices“ starten mit 18 neuen Folksongs in die Konzertsaison 2017

Mit neuem Programm und neuem Tatendrang gehen die „Irish Voices“ in die Konzertsaison 2017. Zusätzlich den alten, bekannten, teilweise aus der Mottenkiste wieder hervorgekramten Liedern haben sich die vier Musiker über den Winter hinweg zahlreiche zusätzliche Stücke draufgeschafft, 18 an der Zahl. Zwölf sind aus dem vergangenen Jahr geblieben. Sieben Termine in der näheren Region stehen für dieses Jahr bereits fest. Start ist am 25. März in Ober-Abtsteinach.

Kaum spielen die vier ihre ersten Takte, verstummt immer das Stimmengemurmel im Saal. Gitarren, Geige, Bodhran, Tin Whistle, Querflöte, Banjo, Viola und Gesang sind zu hören. Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer leben ihre Musik, versprühen bei den Auftritten irische und schottische Lebensfreude. „Wir machen traditionelle Musik wie vor 100 Jahren“, betont Winkler. Das Quartett ist mit so viel Spaß bei der Sache, dass es eine Freude ist zuzuschauen. Ein eingespieltes Team eben.

Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischen sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfangen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gibt es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. In „Old Donn Cow“ geht es um einen Pub, in dem gerade die Feuerwehr des Ortes „tagt“, als dort ein Feuer ausbricht. Die Wehrleute flüchten aber in den Keller, um dort ungestört weiter zu trinken.

Mit „Caledonia“ ist eine wunderschöne „alte“ Ballade wieder im Programm mit dabei. Die 18 neuen Stücke sind sanft oder furios, ganz nach den jeweiligen Stimmungen. „Polly Vonn“ ist auch durch Chris de Burgh bekannt, den Shanty „Haul away Joe“ hat die Gruppe aus der „Irish Folk Music School“ mitgebracht. Bei der Eigenkomposition „Such a little time“ werfen die „Irish Voices“ einen sozialkritischen Blick auf unsere Welt.

Mit „A tell me ma“ kommt ein Klassiker aus irischen Pubs zu seinem Recht, „Morning of my life“ ist ein aus irischer Sichtweise „exotischer“ Song, den die Band jedes Jahr neu performt. Dazu werden die Mundartsongs immer wieder gefordert. „Wir schlagen gerne einen Bogen von der irischen zur heimatlichen Folklore mit einigen eigenen Mundartliedern“, kündigt Simone Köhler an.

„Tauchen Sie mit ein in die Welt der irischen Folklore, in die traditionelle und zeitgenössische keltische Musik, handgemacht und ohne technische Finessen“, fordert Friederike Hornauer die Fans auf. „Verspüren Sie den ‚Irish Spirit‘, mal melancholisch und sanft, mal laut und lebhaft, mit Gitarren, Fiddle, Querflöte, Bodhran und Whistle“, wünscht sich Johanna Boch. „Musik bedeutet für uns Kraft und Leichtigkeit tanken. Diese Energie geben wir gerne an unser Publikum weiter“, hebt Siggi Winkler hervor.

Die drei wechselnden oder gemeinsamen Frauenstimmen als Gegensatz zu Winklers tiefen Tönen, die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige entweder im Gegensatz oder gleichzeitig die Melodie spielend, machen den Reiz der einzelnen Stücke aus. Wenn die Instrumente einen Song vorantreiben, plötzlich von einer Strophe zur anderen einen Zahn zulegen, dann fühlen sich die Gäste ruckzuck in einen irischen Pub mit seiner besonderen Atmosphäre versetzt.

Neben der in den Songs thematisierten Auswanderung, die vor allem im 19. Jahrhundert die Grüne Insel schwer traf, steht auch immer der Widerstand gegen die Briten im Mittelpunkt der Tunes, Reels und Jigs. Oft zeigt sich darin die Kunst der Iren, aus einem Lied über ein trauriges Ereignis einen fetzigen Song zu machen. Der Wechsel zwischen getragenem Gesang hin zu einer flotten Melodie kennzeichnet ebenso etliche andere Lieder.

Start der Konzertreihe 2017 ist am Samstag, 25. März, im „Goldenen Bock“ Ober-Abststeinach. Weiter geht es am 22. April im Landgasthof „Zur Mühle“ in Weiher und am 20. Mai im Gasthaus „Zum Odenwald“ in Ellenbach. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Kontakt: Siegfried Winkler, Hauptstraße 125, 69509 Mörlenbach-Weiher, E-Mail siggi.winkler@web.de, http://the-irish-voices.chapso.de