Vielfältige Anforderungen im ländlichen Raum: Grünen-Politiker besuchten die ZKÜ in Wald-Michelbach

Wie geht der ländliche Raum mit dem Strukturwandel um, welche Maßnahmen werden zur Tourismus- und Wirtschaftsförderung ergriffen? Um sich über diese Aktivitäten der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) zu informieren, waren die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Goldbach (Sprecherin für den ländlichen Raum), der Bundestagskandidat Moritz Müller und der Vorstandssprecher des Bergstraßen-Kreisverbands, Matthias Schimpf, in die Igena gekommen.

Begrüßt wurden sie dort von ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder und Bürgermeister Dr. Sascha Weber. Dieser ging auf die Schwierigkeiten einer Kommune im ländlichen Raum ein. Dazu zähle auch die Anbindung an die Ballungsräume, weswegen er die B38a als wichtigen Aspekt für die Zukunftsfähigkeit des Überwaldes bezeichnete. Die Aktivitäten der ZKÜ inklusive des bisher vom Land geförderten Gründerzentrums seien sehr wertvoll für die Gemeinde.

Dieses sei mit ein Grund gewesen, „die Landtagsabgeordnete hierher zu bringen“, betonte Kreissprecher Schimpf. So könne man sich darüber unterhalten, wo die ZKÜ mögliche zukünftige Betätigungsfelder sehe und welche Aufgaben sie übernehmen könne. Schröder erläuterte die Vorgeschichte der Tourismus- und Wirtschaftsförderung. Erste Gedanken gab es schon nach dem Jahrtausendwechsel. Diese konkretisierten sich nach der Coronet-Pleite und mündeten dann 2010 in der Gründung einer GmbH, die von den drei Überwald-Gemeinden getragen wird.

Unterstützt von Weber und Schimpf wurde dann von ihm im Schnelldurchlauf die Igena-Geschichte erläutert. Um dem nachlassenden Tourismus und der wirtschaftlichen Schwäche auf dem Land zu begegnen, nahm die Zukunftsinitiative ihre Arbeit auf. Mit dem Gründerzentrum, damals das zweite in ganz Hessen, sollten Anreize geschaffen werden, den Menschen vor Ort eine Arbeit zu ermöglichen, damit sie nicht in die Stadt abwandern müssten.

Sommerrodelbahn, Kletterwald und Solardraisine bringen laut Schröder eine große Wertschöpfung für die Region. Etwa 150.000 Besucher fänden so übers Jahr den Weg in den Überwald. Allerdings „halten Leistungsanbieter wie Gaststätten“ mit diesem Boom nicht Schritt. Was aber vor dem Hintergrund der Anforderungen in der Gastronomie nachvollziehbar sei. „Wir arbeiten daran“, betonte der Geschäftsführer. „Fast alle Wirte sind um die 60“, wies Weber auf die demografische Komponente hin.

Etwas detaillierter gingen alle drei auf die Solardraisine ein. Ohne sie „wäre der Überwald touristisch schlechter gestellt“, meinte der Kreissprecher. Auch wenn man für den Unterhalt der Strecke immer etwas zuschießen müsse. Weber führte aus, dass es rund um die Zuschussrückforderung durch die WI-Bank Vergleichsgespräche gebe, die kurz vor einem Abschluss standen. Schröder betonte die sehr positiven Rückmeldungen von Gästen.

Für Goldbach war es ganz wichtig, die Trasse freizuhalten. Denn sie sah durchaus Möglichkeiten, auch ländliche Regionen über den Schienenverkehr anzubinden. Dies wird nach Ablauf der Mittelbindung in elf bis zwölf Jahren möglich. Die Beteiligten waren sich einig, dass es im Überwald noch viel Potential gibt, „weil die ZKÜ strampelt“ (Schimpf). Die Besucher „nehmen von hier mit, dass es Angebote gibt“ (Schröder). Über Mund-zu-Mund-Propaganda komme man so zu neuen Ausflüglern. Es sei deshalb wichtig, die Beteiligten vor Ort zu motivieren, „den Kopf nicht in den Sand zu stecken“.

In der Gesprächsrunde ging es unter anderem um die ärztliche Versorgung auf dem Land. Goldbach sah neue und innovative Modelle als notwendig an. Etwa mobile Facharztpraxen oder den Einsatz von qualifizierten „Arzthelferinnen“ bei Hausbesuchen. Die Möglichkeit, dass angehende Mediziner schon während des Studiums die Möglichkeit haben, in der Praxis die Arbeit und Organisation einer „Praxis für Allgemeinmedizin“ im ländlichen Raum zu erlernen, sei ebenfalls ein wichtiger und richtiger Schritt.

Goldbach und Müller sagten, dass eine schlechte Verkehrsanbindung ein wesentlicher Strukturnachteil sei. In diesem Zusammenhang wiesen Schimpf und Schröder auf die notwendige Umsetzung der B38a hin, die nach Jahren der Planung und der erfolgten Planfeststellung derzeit gerichtsanhängig ist. Zusammen mit dem Thema ÖPNV waren sich die Diskutanten allerdings hier nicht immer einig.

Das Wohnen auf dem Land soll attraktiver werden, hieß ein weiterer Schwerpunkt. Auch um der Immobilienblase in den Städten zu begegnen. Hier wurden mögliche Förderungen angesprochen, um die Menschen raus aus den Metropolen zu locken.

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Gasflaschen und Benzinfässer flogen durch die Luft: Großübung der Wald-Michelbacher Wehren auf dem Igena-Gelände

Es krachte, loderte, rummste und bummste kräftig: Zur Begrüßung des neuen Bürgermeisters Dr. Sascha Weber und der Verabschiedung des ehemaligen Rathauschef Joachim Kunkel hatte die komplette Wald-Michelbacher Feuerwehr mit 120 Personen eine Großübung auf dem Igena-Gelände konzipiert. Dabei kam viel Pyrotechnik zum Einsatz, sodass das Spektakel für großes Aufsehen sorgte. An mehreren Stellen auf dem Firmengelände wurden zeitgleich bestimmte Ereignisse simuliert.

Vier Lokaltermine waren laut Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani seit Oktober notwendig, um einen umfassenden Regieplan für die Übung mit sieben unterschiedlichen Szenarien und realistischer Schadensdarstellung zu entwickeln. Das Planungsteam bestand aus ihm, Übungsleiter Lars Gremm und dem Leiter der Pyrotechnik Bergstraße, Matthias Frank aus Lautertal, der mit seinem Team insbesondere für die realitätsnahen Effekte verantwortlich war.

Schon eine Woche vor der eigentlichen Übung wurden Probesprengungen durchgeführt, um die Standfestigkeit der Gebäude zu testen und die Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Am Tag des Dienstantritts von Weber traf sich das Vorbereitungsteam schon zeitig für die zum Teil sehr aufwendige Inszenierung. 18 Pyrotechnik- und Verletztendarsteller waren am Start, die zum Teil aus Braunschweig, Pforzheim, Darmstadt und dem Taunus kamen.

„Die zu lösenden Aufgaben waren allesamt sehr realistisch dargestellt und entsprachen dem, was einem im Feuerwehralltag auch begegnen kann“, erläuterte Capuani. Pünktlich wurde mit zwei überdimensionalen Luftböllern die Übung gestartet und die ersten Einheiten alarmiert. Die Einsatzkräfte hatten es mit mehreren Explosionen, umherfliegenden Gasflaschen und Benzinfässern zu tun. Andere führten einen Innenangriff mit Menschenrettung durch und waren „sehr überrascht“, schmunzelte der GBI, als im Gebäude Deckenteile auf sie einstürzten.

Bei einem weiteren Szenario im Freien musste ein Gasflaschenbrand gelöscht werden. Hier wurden die Einsatzkräfte von explodierenden Flaschen behindert. Ein Fahrzeug war außerdem in einen Hackschnitzelhaufen gefahren und verschüttet. Hier galt es, den verletzten Fahrer zu befreien, was durch eine Kraftstoffexplosion erschwert wurde. Die erlernten Suchtechniken mussten bei einem Brand in einem ausgedehnten Versandlager angewendet werden, um das fast 100 Meter lange Gebäude lückenlos abzusuchen und alle Vermissten zu finden.

Weil bei dem großen Szenario mit vielen „Verletzten“ zu rechnen war, wurde ein Sammelplatz eingerichtet, auf dem alle versorgt wurden. Das waren immerhin neun Darsteller, die zum Teil „erschreckend echt“ geschminkt waren. Dazu kamen mehr als 15 Dummys, wovon eine Puppe 130 Kilo wog und über ein Klettergerüst sowie durch ein Treppenhaus gerettet werden musste. Die damit betrauten Feuerwehrleute waren an der Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Bis auf zwei Fahrzeuge des Gefahrgutzugs war alles unterwegs, was Räder hat, war Capuani erfreut über die großartige Beteiligung der Wehren. Zur Unterstützung, falls es zu einer ungeplanten Verletzung gekommen wäre, waren das DRK Wald-Michelbach sowie der Malteser Hilfsdienst aus Abtsteinach vor Ort.

Nach der Übung stellten sich die 120 Feuerwehrleute der Manöverkritik, die überwiegend positiv ausfiel. Ebenso wie das Feedback durch die Teilnehmer. Capuanis besonderer Dank ging an die Igena und Geschäftsführer Steffen Reinsch, der den GBI bei seinem Vorhaben unterstützte. Ebenso dankte er Bürgermeister a.D. Joachim Kunkel für seine Arbeit mit den und für die Feuerwehren, die schon lange vor seiner Zeit als Rathauschef begonnen habe.

Gemeinsam nahmen Kunkel und Weber die Auszeichnung von Ralf Weiß mit der bronzenen, Thomas Johann mit der silbernen und Erwin Hartmann mit der goldenen Ehrennadel der Gemeinde vor. Anschließend überreichte Capuani dem Neupensionär eine Grillschürze, die extra für ihn aus der Feuerschutzkleidung der Feuerwehr geschneidert worden war. Diese wird er auch brauchen, denn verbunden damit ist ein Grillevent, bei dem der Altbürgermeister den gesamten Wehrführerausschuss Wald-Michelbachs verwöhnen darf. Unterstützt wird er dabei vom Profi Daniel Hagen-Wolf aus Gras-Ellenbach, der ihm sicher noch einige Tipps zum Thema Grillen geben kann.

„Die Feuerwehr ist die Armee des Bürgermeisters“, stellte Capuani die Truppe dann dem neuen Rathauschef und Vorgesetzten Dr. Sascha Weber vor – verbunden mit dem Wunsch auf eine gute Zusammenarbeit. Sollte der neue Bürgermeister bei größeren Einsätzen selbst am Einsatzort erscheinen, dann bitte nur in geeigneter Schutzkleidung, lachte er. Aus den Händen des GBI erhielt Weber einen kompletten Satz Feuerwehrkleidung, inklusive Helm, Stiefeln und Bereitschaftstasche sowie einem Rückenschild mit der Aufschrift „Bürgermeister“. Weber bedankte sich für die tolle Übung und suchte später beim Heimatfest noch das Gespräch mit den Feuerwehrleuten.

Aus dem Igena-Abenteuer wurde in Wald-Michelbach eine Erfolgsgeschichte

Der aktuelle Infobesuch von Gemeindevorstand und -vertretern zusammen mit Beiratsmitgliedern bei der Igena war gleichzeitig auch so etwas wie eine Zäsur. Denn für den scheidenden Bürgermeister Joachim Kunkel, einer treibenden Kraft bei der Gründung des Industrieparks, war es der letzte Abstecher zu dieser 100-prozentigen Tochter der Gemeinde. Geschäftsführer Steffen Reinsch nutzte deshalb die Gelegenheit zu einer Laudatio auf den 58-Jährigen.

Nach der Coronet-Insolvenz 2005 habe es in Affolterbach und Wahlen Nachfolgelösungen gegeben. Die in Wald-Michelbach sei leider nicht das Gelbe vom Ei gewesen, so Kunkel. Bereits in den Jahren 2006 bis 2008 war laut Bürgermeister absehbar, „dass ein Leerstand entstehen wird“. Erschwerend kam hinzu, dass in den Betrieb Jahrzehnte lang nur wenig investiert wurde.

In vielen internen Gesprächen und ebenso mit Bankenvertretern erörterte man, „was wir als Gemeinde tun können“. Im ersten Halbjahr 2009 habe man damals den Beschluss gefasst, alles zu übernehmen. „Mit sehr großer Mehrheit“, betonte Kunkel. Falls nicht genug Mieteinnahmen fließen sollten, habe man für die ersten drei Jahre einen Betriebskostenzuschuss von 500.000 Euro bereitgestellt. Geld, das nie in Anspruch genommen werden musste, freute sich der Rathauschef. Das aufgebaute Nahwärmenetz und die Solaranlage auf dem Dach bezeichnete er als Selbstläufer.

Die Entscheidungsträger gingen damals laut dem Bürgermeister „bewusst ein Risiko ein“, um auf diesem zentralen Gelände keine Industriebrache entstehen zu lassen. Denn mit einer solchen hatte man bereits ungute Erfahrung im Gebiet Richtung Aschbach gemacht. Der „anfangs steinigen Weg“ ließ sich nach und nach immer besser beschreiten. Die Gründung einer GmbH habe sich bewährt, um schnell Entscheidungen treffen zu können. „Ansonsten gäbe es die Igena in ihren heutigen Ausmaßen nicht“, betonte Kunkel.

Schon seit den Jahren 2010/11 schrieb der Betrieb seinen Worten zufolge schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr habe man zusätzlich 100.000 Euro Stammkapital eingestellt, „um das Kreuz der Gesellschaft zu stärken“. Kunkel nutzte seine Abschiedsworte, um denen zu danken, „die zu Beginn die Bedeutung erkannten“. Aktive Wirtschaftsförderung einer Gemeinde bedeute auch, Flächen zur Verfügung stellen zu können.

Die heutige Erfolgsgeschichte Igena bedeutete Reinsch zufolge damals „ein unheimlich hohes Risiko für alle Beteiligten“. Aktuell gebe es 34 Mieter mit über 140 Arbeitsplätzen, sagte er. Neben den zwei Millionen Euro für Nahwärme und Solar gab es eine Million Euro an weiteren Investitionen. Dazu kamen noch eine Million für Reparaturarbeiten an Gebäude und Gelände. Außerdem, so der Geschäftsführer, habe die Igena in den acht Jahren ihres Bestehens bereits 400.000 Euro an die Gemeinde abgeführt.

Allerdings bleibt immer noch viel zu tun. „Wir haben noch viele Altlasten“, führte Reinsch aus. Auch in den kommenden Jahren „werden die erwirtschafteten Mittel reinvestiert“. Inzwischen habe man aber eine ordentliche Substanz geschaffen, „mit der sich arbeiten lässt“. Die Igena, lobte der Geschäftsführer, „wird immer mit dem Namen Joachim Kunkel verbunden bleiben“. Beizeiten habe der Bürgermeister die Fäden gesponnen. „In 20 Jahren können Sie noch stolz sein auf dieses Werk“, sagte er. Als Dank gab es einen Wanderrucksack, gefüllt mit einer deftigen Brotzeit und einigen Ausflugstipps.

Reinsch und der kaufmännische Geschäftsführer Werner Lipp führten den Erfolg des Industrieparks nicht nur auf die günstigen Mietkonditionen, sondern auch auf dessen Flexibilität und die speziellen Servicekonditionen für Mieter zurück. Wächst der Betrieb, gebe es immer Reserveflächen für eine meist problemlose Ausweitung. Aber auch eine Verringerung ist möglich. Die variablen Möglichkeiten „haben sich bei Kunden herumgesprochen“. Sie sind laut Reinsch „einzigartig in der Region“.

Eine Besichtigung von drei Betrieben schloss sich an. Die Firma Somaritec hat sich unter anderem auf den Bereich Industrienähtechnik spezialisiert und ist in der Lage, jede Maschine selbst zu konstruieren, zu bauen und zu programmieren. Bei der Water Future Systems handelt es um den neusten Igena-Mieter. Sie beschäftigt sich mit der Extrusion von Kunststoffschläuchen zur Bodenbewässerung. Die Firma Awematic hat inzwischen 27 Mitarbeiter und produziert aufgrund der großen Nachfrage in drei Schichten. Sie fertigt Werkzeuge und Formen für die Gummiindustrie.

Großes Interesse an den bei der Wald-Michelbacher Igena beheimateten Firmen beim ersten Sommerfest

Strahlender Sonnenschein und strahlende Gesichter: Das erste Igena-Sommerfest auf dem ehemaligen Coronet-Gelände war ein voller Erfolg. Schon jetzt ist laut Geschäftsführer Steffen Reinsch klar, dass es zum zehnjährigen Bestehen der Igena in zwei Jahren eine Neuauflage geben soll. Ein Großteil der im Industriepark beheimateten Firmen nutzte die Möglichkeit, sich den Gästen zu präsentieren. Verschiedene Führungen stießen auf großes Interesse.

Zur Eröffnung begrüßte neben Bürgermeister Joachim Kunkel auch Reinsch die zahlreichen Besucher. Er ging auf die bisherige Geschichte der Igena. Sie habe sich in den vergangenen acht Jahren zu einem festen Bestandteil des Wirtschaftslebens in Wald-Michelbach entwickelt, sagte der Geschäftsführer. Über 80 Prozent der Gebäudeflächen seien vermietet. Es gibt laut Reinsch 34 Mieter, die bisher 140 Arbeitsplätze geschaffen habe. Weitere kommen stetig hinzu und sind gerne gesehen, betonte er. Nach 2016 erwartet die Geschäftsleitung laut Reinsch auch im Jahr 2017 wieder ein positives Geschäftsergebnis.

Der Geschäftsführer war stolz darauf, dass sich viele „technisch anspruchsvolle und innovative Firmen hier angesiedelt haben“. Einige bildeten Lehrlinge aus, auch weil es immer schwieriger werde, Fachkräfte zu bekommen. Unter weiteren habe sich „einiges an Zusammenarbeit entwickelt“. Reinsch dankte in diesem Zusammenhang Kunkel und den Gemeindegremien, damals diese weitblickende Entscheidung der Gründung getroffen zu haben.

Ganz neu auf dem Firmengelände ist die Firma „Water Future Systems“ aus Schwetzingen. In ihren Räumen wurde demonstriert, wie hinten aus der Maschine fertige Wasserschläuche herauskommen. Im Fachjargon heißt das dann „Extrusion von Kunststoffschläuchen zur Bodenbewässerung“. „Permatube“ heißt das Produkt. Geschäftsführer Jan Friedel, der aktuell acht Angestellte beschäftigt, lobte die Bedingungen vor Ort. „Wir haben die ganze Bergstraße nach einem vernünftigen Platz für unsere Fertigung abgesucht“, schilderte er. Vergeblich. Bis er zur Igena kam.

Hier fand Friedel gleich eine Reihe von Vorteilen, die ihm anderswo fehlten. So die Größe der Fläche (derzeit 600 Quadratmeter), die Terminals für den Transport, eine günstige Miete und nicht zuletzt den Zugriff auf „kompetente Arbeitskräfte“, die nun nicht mehr nach auswärts pendeln müssten. Davon braucht er demnächst mehr. Denn bisher wird nur in einer Schicht gearbeitet, „aber wir wollen demnächst in drei gehen“, erläuterte er.

Doch die Water Future Systems war nur ein Teil des Ganzen. Auch bei der Firma Fleima Plastic konnten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen. Der Hersteller von Kunststoffteilen für die Medizintechnik demonstrierte die Fertigung von Kunststoffspritzen an einer Spritzgussmaschine. Die Firma Awematic ist Hersteller von Formen von die Gummiindustrie und von Werkzeugen und ließ sich ebenfalls in die Karten schauen.

Auf dem Igena-Gelände ist daneben auch die Firma KDS ansässig. Hier gab es Einblicke in die Leistungen im Bereich Distribution und Service für unter anderem Ferrero und Bosch. Die Firma Wismar stellt Markisen her und ließ sich bei ihrer Näherei über die Schulter blicken. Bei der Biegetechnik Überwald waren Rohrbiegemaschinen in Aktion und wurde Metalllasern vorgeführt. Zu diesen kamen noch zahllose andere Ausstellungsstände und Vorführungen der eingemieteten Firmen.

Auf dem Hauptplatz stand daneben eine Hüpfburg für die Kinder bereit, die von vielen frequentiert wurde. Die Wald-Michelbacher Feuerwehr sorgte für das leibliche Wohl der Gäste, die Igena-Mitarbeiter für ein reichhaltiges Kuchenbüffet. „Das hättet ihr doch schon immer mal machen können“, sei die begeisterte Rückmeldung aus der Bevölkerung gewesen, schmunzelte Reinsch. Die Leute wollten wissen, wer sich bei Igena alles angesiedelt hatte.

Umgekehrt ging es den angesiedelten Firmen darum, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen zu wollen und Aufmerksamkeit zu bekommen. „Wir wollten zeigen, dass hier nicht nur Lagerfirmen sind, sondern auch hochinteressante, produzierende Betriebe“, war laut Reinsch ein Hintergedanke der Igena, das Sommerfest ins Leben zu rufen. Es ging darum, den Industriepark „über die Grenzen Wald-Michelbachs hinaus bekannter zu machen“, sagte er.

Rundgänge übers Gelände, bei denen Reinsch auch die Hackschnitzelanlage erläuterte, fanden großes Interesse. So war er bei einer Führung mit 40 Besuchern unterwegs. Durch das weitläufige Areal entzerrten sich auch die Besuchermengen. Jede Ecke konnte in Augenschein genommen werden. Zu dem großen Fest, bei dem auf der Bühne die Band „Around Midnight“ spielte, kamen noch viele weitere, kleinere, in den verschiedenen Hallen hinzu.

 

Fotograf Luca Siermann, ebenfalls im Industriepark ansässig, zeigte seine Ausstellung „Kaffeewelten“. Diese ist bei seinen Reisen zu Ursprüngen des Kaffees in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Startschuss war eine Reise nach Äthiopien anlässlich „1000 Jahre Kaffee – 100 Jahre deutsch-äthiopische Freundschaft“. Riesen nach Brasilien, Mexiko, Indien, Nepal und El Salvador folgten. Siermann will mit seinen Aufnahmen die tägliche Arbeit auf den Plantagen für die Konsumenten sichtbar machen. Teilweise konnten auch Proben aus den Kaffee-Produktionsländern verkostet werden.

 

Glückwünsche für die Wald-Michelbacher Firma Awematec zum Erfolg beim Wettbewerb „Junge Unternehmen im Wachstum“

Im Frühjahr fanden die ersten (Firmen-)Schritte statt, Anfang Juli startete die Produktion richtig durch und jetzt erhielt die Firma Awematec, im Wald-Michelbacher Igena-Industriepark beheimatet, bereits einen ersten Preis in der Kategorie „Junge Unternehmen im Wachstum“. Den Rahmen bildete der Wettbewerb der Gründungsoffensive Bergstraße-Odenwald. Die Preisverleihung in Reichelsheim wurde begleitet von den beiden Landräten Christian Engelhardt (Bergstraße) und Frank Matiaske (Odenwald) sowie Helmut Fleischer-Brachmann aus dem hessischen Wirtschaftsministerium.

Igena-Geschäftsführer Steffen Reinsch nahm die Auszeichnung zum Anlass, den beiden Geschäftsführern Christopher und Norbert Hartmann jetzt zu gratulieren. Er würdigte die „herausragende unternehmerische Leistung“ und hob die gute Zusammenarbeit zwischen Igena und Awematec hervor. Ursprünglich wollte Hartmann bei Gründung seines Unternehmens neu bauen, doch die Vorteile des Industrieparks bewogen ihn laut Reinsch, sich dort einzumieten.

In einer modernen Halle, so Reinsch, konnte Hartmann „auf eine gute funktionierende Infrastruktur zurückgreifen“ und kann bei Bedarf jederzeit seine Produktionsfläche flexibel erweitern. Auch die günstigen Preise für Miete und Nebenkosten seien wichtig für die Standortentscheidung gewesen. Erhebliche Investitionen in Technik und Gebäude waren auf beiden Seiten erforderlich, um die Produktion im obersten Stockwerk der Halle zu ermöglichen.

Reinsch erwähnte in diesem Zusammenhang, dass Werkzeug-Maschinen mit einem Gewicht bis zu 20 Tonnen mit einem 220-Tonnen-Kran in 25 Metern Höhe übers Dach eingebracht wurden. Mit Schwerlastrollen wurden sie dann an ihren eigentlichen Standort bewegt. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, freute sich der Igena-Geschäftsführer. Auf über 1500 Quadratmetern Fläche würden nun mit aktuell 19 Mitarbeitern Formen und Werkzeuge für die Industrie produziert.

Was Reinsch zu der Aussage brachte, dass Awematec mit der Ansiedlung bei Igena nicht nur einen Meilenstein für die eigene Entwicklung, sondern auch einen für die des Industrieparks gelegt habe. Hartmann mit seinen großen Erfahrungen, seinem Sachverstand, gepaart mit dem sicherlich nötigen unternehmerischen Risiko habe mit seiner Zielstrebigkeit und dem persönlichen Engagement dazu beigetragen, „dass die Firma heute leistungsstark und innovativ am Markt agiert“, drückte Reinsch seine Glückwünsche zum Erfolg beim Gründerwettbewerb aus.

Das erste halbe Jahr seit Produktionsstart verlief besser als der Plan, so Norbert Hartmann. Womit für ihn klar ist: „Das Konzept hat funktioniert.“ Bisher habe man schon über eine Million Euro Umsatz generiert. Die Firma stoße „schon wieder an Kapazitätsgrenzen“, sagte er. „Wir suchen dringend nach Fachkräften.“ So sei für kommendes Jahr noch eine Ausbildungsstelle als Zerspanungsmechaniker frei. Infos gibt es Christopher Hartmann zufolge auf der Firmen-Homepage und bei Facebook.

Über die bisherige Resonanz ist Hartmann hoch erfreut. Es gebe bereits Bewerbungen aus dem Ausland sowie Kontakte nach Indien, „was gar nicht eingeplant war“. Von den 160 bis 170 Zulieferern komme ein Großteil aus der Region, was somit auch eine regionale Wertschöpfung bedeute. Auf dem Gelände der Igena ansässige Unternehmen tauschten sich aus und bestellten auch untereinander, hat er wie Reinsch beobachtet. Dieser hob den positiven Effekt auf die Wirtschaft im Überwald hervor, weil damit auch Kaufkraft in die Region gebracht werde.

Den stetigen Aufwärtstrend belegte Norbert Hartmann eindrucksvoll mittels einer Präsentation. So sei allein im Juni die Zahl der Mitarbeiter um fünf auf 16 gestiegen. Der Auftragseingang habe in diesem Monat bei etwa 145.000 Euro gelegen. Bis Ende Oktober habe sich das Investitionsvolumen auf etwa 1,3 Millionen Euro belaufen, der Auftragseingang auf über eine Million. Die erzeugten Produkte gingen in die Bereiche Automotive, Konsum, Maschinenbau und Energie. Aktuell werde Personal für Konstruktion, Programmierung, CNC-Fräsen und CNC-Drehen gesucht.

Für 2017 peilen die Hartmanns die Pflege und den Ausbau des Kundenstamms an. Die Umsatzplanung beläuft sich – bei positivem Ergebnis – auf etwa zwei Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter soll auf 24 Personen steigen. Daneben geht es im kommenden Jahr um den Ausbau des Qualitätsmanagements, die Erweiterung von Fertigungskapazitäten, die Einführung weiterer Fertigungstechnologien, das Netzwerk der Kernlieferanten zu stärken und die Zertifizierung des Unternehmens.

Die Werkzeugmaschinen von Awematec schweben bei der Wald-Michelbacher Igena übers Dach ein

Für Geschäftsführer Steffen Reinsch ist die Neuansiedlung der Firma Awematec im Igena-Industriepark „genau das, was wir wollen“. Es handle sich um einen produzierenden Betrieb, der in den kommenden Wochen mit 15 Mitarbeitern an den Start gehe. Damit dieser in der Neustadt heimisch werden konnte, galt die Devise „Nichts ist unmöglich“. Um die bis zu 20 Tonnen schweren Werkzeugmaschinen in den dritten Stock einer Produktionshalle zu befördern, rückte ein weithin sichtbarer 220-Tonnen-Kran an und wurde die Decke geöffnet.

„Das war eine Herausforderung“, ist Reinsch sehr stolz auf das gemeinsam Erreichte. Ein halbes Jahr Vorlaufzeit brauchte es, um mit Planungen und Umbauten die nötigen Voraussetzungen für den Bezug zu schaffen. Der ist natürlich langfristig angelegt. Awematec-Geschäftsführer Norbert Hartmann aus Wahlen unterschrieb einen Zehn-Jahres-Vertrag bei der Igena. Die steuerte zu den notwendigen Umbaumaßnahmen selbst 70.000 bis 80.000 Euro bei.

Wie Reinsch erläutert, hatte Hartmann erst einen Gebäudeneubau in der Region im Sinn. Doch einmal von der Igena erfahren und sich im Gründerzentrum Überwald bei Sebastian Schörder und Marco Kreuzer schlau gemacht, lief es dann in eine ganz andere Richtung. Stand am Anfang noch die Igena als Übergangslösung im Raum, bis die eigene vier Wände errichtet worden wären, machte Reinsch dem Unternehmer schließlich ein Angebot, das dieser nicht ablehnen konnte.

Denn die speziell notwendigen Voraussetzungen für den Werkzeugproduzenten Awematec habe man bieten können, so der Igena-Chef. Dazu zählten unter anderem hohe Stromleistungen, günstige Energiepreise und die Verfügbarkeit von Druckluft. Dazu gebe es die Möglichkeit für die Firma, die zu Beginn angemieteten Räume von 1200 Quadratmetern bei Bedarf zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Nebenräume und Laderampen seien ebenfalls vorhanden.

Die schönste und modernste Halle laut Reinsch „hatte aber keine ebenerdige Zufahrt“. Deshalb habe er sich Alternativen überlegt, wie man die Fräs-, Dreh- und Erodiermaschinen zur Metallverarbeitung trotzdem reinbekommen könnte. Dazu galt es dem Geschäftsführer zufolge, die Statik zu überprüfen, auch musste die Halle eine Höhe von mindestens fünf bis sechs Meter haben.

„Wir haben dann zusammen ein Konzept erarbeitet“, so Reinsch. Größte Schwierigkeit: die schweren Maschinen in den dritten Stock zu bekommen. In der Halle von 1990 wurde dafür durch die Zimmermannsfirma Reinhard eine etwa 40 Quadratmeter große Deckenöffnung durch das Abheben einer „Sandwich-Dachplatte“ geschaffen. Damit dies möglich war, galt es allerdings zuvor, „Sprinkleranlage, Beleuchtung und Heizung zu verlegen“, macht er die Dimensionen deutlich.

Eine Dachhöhe von 25 Metern bedeutete, dass die Maschinen teilweise bis zu 40 Meter angehoben werden mussten, um von oben passgenau auf den Hallenboden zu schweben. Dort wurden sie mit Luftkissen und Schwerlastrollen zu den vorgesehenen Standorten gebracht. Die Einrichtungsarbeiten im Firmenbereich selbst werden Reinsch zufolge noch etwa vier bis sechs Wochen laufen, wenn der Betrieb allerdings schon seine Arbeit aufgenommen hat. Natürlich werde man in diesem Zuge seitens der Igena auch Möglichkeiten schaffen, dass in Zukunft ein Maschinenaustausch leichter möglich sei und am Dach entsprechende Vorrichtungen anbringen.

Die Firma Awemetac ist ein Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen im Bereich allgemeine Werkzeug- und Maschinenbautechnik. Die Leistungen des Betriebs von Norbert und Christopher Hartmann beinhalten Beratung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Service für Elastomer- und Verbindungstechnikwerkzeuge sowie mechanische Bauteile, Vorrichtungen und Baugruppen für Produktionsanlagen.

Beim Bienenwohnungsbauer brummt es in der Bude

Das hätte sich Bienenwohnungsbauer Hans Siebert auch nicht träumen lassen, dass sein Betrieb innerhalb kurzer Zeit so „brummen“ würde. Im Hobbyraum seines Kellers des Olfener Wohnhauses startete er vor acht Jahren mit dem Spartenprodukt auf 40 Quadratmetern. Heute sind es 20 Mal so viel, nämlich 800, die er von der Igena in den ehemaligen Coronet-Räumen angemietet hat. Tendenz: stetig steigend. Vor einem Jahr stellte Siebert schon einen Mitarbeiter ein, inzwischen denkt er über die Schaffung einer zweiten Stelle in der Montage nach.

Dass Hans Siebert mal Domizile für die überaus wichtigen Nutztiere bauen würde, stand am Anfang seiner Berufslaufbahn auch noch nicht fest. „Ich wollte zwar immer selbstständig arbeiten“, erzählt er, zum jetzigen Beruf sei er aber nur über Umwege gekommen. Denn eigentlich ist Siebert gelernter Zimmerer. Der fand aber mit 22 Jahren großes Interesse an der Imkerei. „Berufsimker“ stand als Ziel im Raum. Erst waren es vier, dann schnell 40 Völker, die er sein Eigen nannte, bald kamen noch einmal 40 Jungvölker hinzu.

Die Initialzündung für den Bienenwohnungsbau kam während einer Weiterbildung zum Bestäubungsimker, sagt Hans Siebert. Dabei geriet er an einen Imker-Kollegen, „der händeringend jemand suchte, der Bienenkisten herstellt“. Die Vorbildung als Zimmerer erwies sich als sehr nützlich: „Der Gedanke gefiel mir.“ Nach einem Monat Testphase war klar: „Das ist es, das will ich machen.“ Und so ging es auf den 40 Quadratmetern im Hobbyraum los.

Schaut Hans Siebert heute dagegen auf die 800 Quadratmeter, die er aktuell zur Verfügung hat, schüttelt er rückblickend den Kopf: „Wahnsinn, wie konnte ich das nur viereinhalb Jahre durchhalten.“ Dass er an die Igena-Räumlichkeiten kam, war laut seinen Worten ein Glückfall. Eigentlich seien dort 500 Quadratmeter die minimale Mietfläche, er bekam unkompliziert erst einmal 200. In nur wenigen Tagen war der Vertrag unterschrieben, innerhalb eines Monats zog er um, lobt Siebert die Flexibilität des Igena-Teams. Er bemerkte aber schon nach kurzer Zeit, dass die Fläche nicht ausreichen sollte.

Zander, Deutsch normal, Dadant, Dadant Blatt oder Langstroth als die Mutter aller Bienenwohnungen: Was sich für den Laien entweder wie ein Fisch oder eine spezielle Rechtschreibungsvariante anhört, sind bestimmte Systeme für „Beuten“, wie die Imker die Bienenwohnungen nennen. „Jeder Imker schwört auf ein anderes System“, sagt Siebert, zudem gebe es regional unterschiedliche Ausprägungen. Dadant Blatt etwa werde viel in Südtirol verwendet, wohin er schon einige Lieferungen auf den Weg brachte.

Die drei Erstgenannten wiederum sind laut dem Fachmann die gängigsten in Deutschland, auf sie habe er sich spezialisiert. Das Dadant-System setzt sich seinem Eindruck nach immer mehr durch. Bei ihm gebe es keine zwei Bruträume für die Bienen, sondern nur einen. Das habe den Vorteil, dass der Imker bei der Durchsicht den zweiten nicht aufreißen müsse (was naturbewusster sei) und außerdem zeitsparend arbeite, so Siebert.

Dass er mit seiner Firma derzeit einen Boom erlebt, macht er an mehreren Gründen fest. Zum einen fänden immer mehr Großstädter Gefallen an der Imkerei. Die wiederum informierten sich dann übers Internet, wo sich die Materialien dazu erstehen lassen. Zum anderen „gehört für den Beutenbau ein bisschen mehr dazu als vier Bretter zusammenzuschrauben“, sagt Siebert. Denn eine Bienenwohnung bestehe je nach Modell aus 30 bis 40 Einzelteilen. Wer dann noch die dafür notwendigen Werkzeuge und Maschinen einkalkuliere, der gebe im Endeffekt ganz gern um die 100 Euro pro fertig montierter Bienenwohnung aus.

Last but not least sind für Hans Siebert die heimischen Rohstoffe und die von ihm gefertigte Qualität ein Argument. Er verwende mit der Weymouthskiefer Holz aus der Region, das in etwa 20 Kilometer Umkreis wachse. In punkto Verarbeitung habe er bewusst die „Qualitätsnische“ gesucht und biete hochwertige Ware an. „Das hat sich über Mund-zu-Mund-Propaganda rumgesprochen“, ist er mehr als zufrieden. Inzwischen liefere er in alle Regionen Deutschlands.

Und bestellt erstmal ein Imker aus Berlin eine Bienenwohnung, „dann kommen bald 15 andere hinterher“, weiß er um den Erfolg seiner Produkte. „Und das alles ohne irgendeine Werbung.“ Interessanterweise und für Siebert nicht ergründbar „kommen aus der näheren Region die wenigsten Bestellungen“. Dafür umso mehr aus Bayern, Baden-Württemberg oder eben Südtirol.

Zwischen 60 und 70 Beuten, also Bienenwohnungen, fertig Sieberts Firma „Bergwiesenimkerei“ derzeit täglich. Im Jahr verbraucht er dafür 200 bis 250 Festmeter Holz – kein Vergleich zu den fünf bis sieben Festmetern aus dem Anfangsjahr. Vor einem Jahr war aufgrund dieser Nachfrage für den Ein-Mann-Betrieb die Schmerzgrenze erreicht. „Ich hatte schon die Nächte durchgearbeitet, um hinterher zu kommen“, erzählt Siebert. Da kam Schreiner Norbert Siefert aus Siedelsbrunn als helfende Hand wie gerufen. Denn ein Wachstum von 30 Prozent jedes Jahr will bewältigt werden.

Derzeit gehen jährlich um die 20.000 Bienenwohnungen aus Wald-Michelbach in alle Himmelsrichtungen. Lässt der Boom irgendwann nach? „In keinster Weise“, sagt Hans Siebert. Gerade in der Sommersaison könne man sich vor Arbeit kaum retten. Nur November und Dezember sind ein bisschen ruhiger. In dieser Zeit wird vorproduziert, um für den „Run“ ab Januar wieder gerüstet zu sein.  Fotos: Fritz Kopetzky

Info: www.bergwiesenimkerei.de

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