Der Überwald zauberte bei der Traumnacht wieder ein Lächeln auf die Gesichter

Kurz vor der Traumacht-Eröffnung ging der Blick von Gundolf Reh durch die Menge. „Das sind mehr als im vergangenen Jahr“, freute sich der Vorsitzende des Museums- und Heimatvereins mit Blick auf die beschirmten Gäste, die den Aufbau auf der neuen Hofwiese gerne nutzten und sich vor den Sonnenstrahlen schützten. In ihrer zehnten Auflage war die Kulturveranstaltung des Überwalds wieder einmal vom Wetter verwöhnt. Sehr lange hielten es die Gäste abends bei lauschigen Temperaturen vor dem Einhaus aus, während auf der Stage-Bühne die „Travellers“ spielten.

Während die Sänger vom MGV 1951 für die Bewirtung sorgten, hatte Dieter Kunkel bereits am Morgen das Backhaus angeworfen. Zuerst waren über Mittag die beliebten Sauerteigbrote verkauft worden, die wieder reißenden Absatz fanden. Abends gab es dann Flammkuchen, der ebenso schnell seine Abnehmer fand. Die verschiedenen Sitzgelegenheiten auf der Hofwiese waren ruckzuck in Beschlag genommen und die Plätze wurden knapp, als die Shuttlebusse immer weitere Gäste ausspuckten.

„Der Überwald zaubert ein Lächeln“: So hatte Reh vor neun Jahren die erste Traumnacht eröffnet. Zwei Stunden zuvor wäre ihm das damals fast vergangenen, schmunzelte er. Denn es regnete und schüttete. Aber „jede Traumnacht fand seither im Trockenen statt“, sagte er. Als Idee von Stoewer-Fan Manfried Bauer, doch eine Lange Nacht der Museen im Überwald zu veranstalten, stieg man zu dieser Zeit in die Traumnacht-Planungen ein, erläuterte Gundolf Reh.

Inzwischen sei man mit der Unterstützung der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) sehr weit gekommen, beleuchtete er die Entwicklung. Ganz zu Beginn der Reihe waren die Besucherreihen noch spärlicher besetzt. Aber im Lauf der Jahre zog die Veranstaltung immer mehr Zuschauer an, weil sie sich auch weiterentwickelte. „Sie verbindet den ganzen Überwald“, so Reh, und war der Beginn einer interkommunalen Zusammenarbeit, „die ganz ohne Probleme funktioniert“.

Er freute sich, auch in diesem Jahr wieder ein hervorragendes Programm „mit einer super Pyro-Show zum Abschluss“ ansagen zu können, das sich aus den Acts der vergangenen neun Male speiste. Ohne die vielen Unterstützer wäre aber alles nichts, weswegen der Vorsitzende den 50 Ehrenamtlichen dankte, die jeweils im Laufe der Jahre an diesem Abend im Einsatz waren und sind.

„Kultur gibt es nie kostenlos“, meinte ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder. Als Gast sei aber der Traumnacht-Besuch kostenfrei, wozu Sponsoren beigetragen hätten. „Mit ganz viel Herzblut“ werde die Veranstaltung vorbereitet, wies er auf das Engagement von ZKÜ-Mitarbeiterin Eva Sattler hin. „Menschen machen die Traumnacht so erlebenswert“, sagte Schörder. Gundolf Reh transportiere die Idee über alle Kanäle, nannte er unter anderem den Live-Auftritt des Vereinsvorsitzenden im hessischen Rundfunk.

„Liebe Traumtänzer“, begann Apfelkönigin Sina Schmitt ihre Begrüßungsworte. Die Traumnacht habe sich zu einem kulturellen Highlight der Region entwickelt. „Ohne sie würde was fehlen.“ Sie wünschte den Gästen, sich von dem einmaligen Erlebnis verzaubern zu lassen. Bürgermeister Dr. Sascha Weber dankte den mitwirkenden Vereinen. „Ohne deren Engagement wäre die Veranstaltung nicht möglich“, betonte er. Für eine Gemeinde dieser Größe habe Wald-Michelbach eine beachtliche Anzahl von Museen und Denkmälern, „die sich bestens präsentieren“.

2500 bis 3000 Besucher dürften es in allen Orten gewesen sein, schätzte Sebastian Schröder im Nachklapp. Etwa so viele wie in den vergangenen beiden Jahren. „Diesmal kamen aber auch zahlreiche von außerhalb“, beobachtete er. Er traf Besucher aus Hanau, Weinheim oder Zwingenberg an. „Genau darauf haben wir abgezielt“, freute sich Schröder. „Die Traumnacht scheint sich im weiteren Umkreis immer mehr rumzusprechen.“

Highlight des Abends war die Feuershow der Pyromantiker. Dafür war extra der große Schirm eingefahren worden, damit der Blick in den Himmel frei wurde. „Fast noch einen Tick besser“ als die Lasershow im vergangenen Jahr empfand er diese Darbietung. Das Lapidarium, die Sammlung bearbeiteter historischer Steine am Einhaus, wurde mit Einbruch der Dunkelheit schön illuminiert. Schröder zog „ein sehr positives Fazit“. Die Künstler haben einen sehr guten Job gemacht, meinte er. Dazu kamen noch Optimierungen wie die bessere Taktung des Shuttlebusses.

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Alle sind sich einig: Die Wald-Michelbacher Hofwiese hat enorm gewonnen

Die Überwald-Gemeinde hat ein zweites Veranstaltungszentrum. Bietet die Rudi-Wünzer-Halle optimale Voraussetzungen für Indoor-Termine, so ist die jetzt eingeweihte Hofwiese vor dem Einhaus bestens geeignet für Freiluft-Events. Der Platz erhielt im vergangenen Jahr ein völlig neues Aussehen und wirkt jetzt heimeliger und einladender als zuvor. 170.000 Euro ließ sich die Gemeinde die Umgestaltung kosten. Für den Sonnen- und Regenschirm Marke XXL, wie es einen auch in Rimbach gibt, wurden noch einmal 40.000 Euro in die Hand genommen.

Für den Gemeindevertreter-Vorsitzenden Nothung Köhler begrüßte Stellvertreter Stefan Doetsch (CDU) die vielen Gäste aus der Kommunalpolitik, Planer, ausführende Firmen, aber daneben ebenso interessierte Bürger. Um gleich das Ambiente unter dem Schirm auszutesten, waren die Sitzgarnituren darunter aufgestellt worden. Ein Gläschen Sekt zu Beginn stimmte auf die Festworte ein. Für die Bewirtung und die musikalische Umrahmung sorgte der MGV 1951, der im Einhaus sein Vereinsdomizil hat.

Doetsch freute sich, dass der Platz nach der provisorischen Zwischeneinweihung beim Weihnachtsmarkt nun offiziell seiner Bestimmung übergeben werden kann. Die Gemeindevertretung habe vor einem Jahr „die gute und weise Entscheidung getroffen“, die Umgestaltung in dieser Form in die Wege zu leiten. Die Hofwiese „hat enorm gewonnen und ist sehr schön geworden“, sagte er. Doetsch lobte die Kombination aus Zweckmäßigkeit und schönem Ambiente. Sie biete nun das passende Umfeld für Kerwe, Heimatfest und Weihnachtsmarkt.

Architekt Hans-Dieter Bretschneider wies auf den ursprünglichen Zustand des Platzes hin, der die Überlegungen für eine Neugestaltung in Gang setzte. „Er war geschottert, es bildeten sich immer wieder Wasserlachen“, sagte er. Wichtig sei bei den Planungen gewesen, „dass ein repräsentativer Platz entsteht“, der für Feste nutzbar sei. Gleichzeitig ging es darum, die Parkplätze zu erhalten.

Klar war bei den Gedanken seinen Worten zufolge, „dass das Einhaus den Platz dominieren soll“. Dies habe man mit der gepflasterten Fläche davor erreicht, „die das Gebäude mitsamt Backhaus einfasst“. Bretschneider zufolge dienen die Pflasterkreise als Orientierungsfunktion. Im Zuge der Umgestaltung wurden daneben Zufahrten und Gehwege verbreitert oder neu geordnet.

Wie der Architekt weiter erläuterte, ist die restliche Fläche als Schotterrasen ausgebildet, sodass die komplette Hofwiese weiter als Festplatz nutzbar ist. Das direkte Parken vor dem Einhaus werde jetzt durch Poller unterbunden. Auf den Freiflächen finden sich Bretschneider zufolge mehrere Steinblöcke von im Odenwald kommenden Sorten – eine Idee von Theo Reichert.

„Die Bauzeit war relativ knapp“, schmunzelte er. Ganze elf Wochen zwischen Gassen- und Weihnachtsmarkt standen zur Verfügung. Dazu kam, „dass wir viel Unvorhergesehenes im Untergrund gefunden haben“. Ohne das beherzte Anpacken der Baufirma und Wochenend-Arbeit hätte man den Termin nicht halten können, lobte Bretschneider. Neben 800 Quadratmeter Pflasterfläche sind 500 qm Schotter, 27 Stellplätze und ein Behindertenparkplatz entstanden.

Miriam Kubat, die mit ihrer Kollegin Carin Engel seitens der NH Projekt Stadt für Planung und Finanzierung zuständig war, hob hervor, dass Wald-Michelbach und Grasellenbach ab 2008 beim Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ punkten konnten. Die Hofwiese werde nun den Bedürfnissen der künftigen Nutzer gerecht, sagte sie. Sie reihe sich erfolgreich in die Reihe der bisherigen Maßnahme wie Gass und Bereich zwischen den Kirchen ein.

Laut Kubat hat der Überwald „alle Erwartungen als Pilotstandort erfüllt“, lobte sie. Eigentlich mit einer Laufzeit von acht Jahren angedacht, habe man eine Verlängerung des Förderprogramms erreicht. Seit 2008 seien 6,2 Millionen Euro geflossen – bei einer Förderquote von 70 Prozent durch das Land Hessen. Dieses begleite die aktiven Kernbereiche „wohlwollend“, sagte sie.

Wie Bürgermeister Joachim Kunkel ergänzte, hat das Programm „uns in den vergangenen Jahren sehr geholfen“. Der Ortskern habe dadurch „unglaublich an Qualität gewonnen“. Die Gemeinde fühlte sich bei der NH „sehr gut aufgehoben“. Mit dem Ergebnis „können wir glücklich und zufrieden sein“. Man habe sich beim Planungs- und Umsetzungsteam bestens aufgehoben gefühlt. Bei den 2015 begonnenen Planungen waren laut Bürgermeister auch die Vereine immer mit eingebunden.

Neben noch laufenden privaten Maßnahmen soll als Abschluss auf der Hofwiese ein Pavillon entstehen. In diesen soll dann möglichst noch in diesem Jahr die ZKÜ einziehen. Denn der Wunsch ist, die Wirtschaftsförderung und Tourismusagentur ins Zentrum der Gemeinde zu holen, dort, wo sich das gesellschaftliche und kulturelle Leben abspielt.

Mal etwas andere Open-Air-Klänge auf der Wald-Michelbacher Hofwiese

Die Bilanz von ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder war etwas zwiegespalten. „Wir hatten Glück mit dem Wetter“, meinte er beim Rückblick auf die „Abendmusik auf der Hofwiese“. Nur kurz gab es vor der Pause mal ein paar Tropfen. Mit dem Besuch im ersten Programmteil war Schröder sehr zufrieden. „Allerdings gingen einige in der Pause“, beobachtete er. Was sicherlich auch damit zu tun hatte, dass am Anfang ÜWG-Klassen und -Ensemble aufgetreten waren, deren Anhang die Stühle füllte.

Die Veranstaltung war entstanden in einer Kooperation mehrerer Partner. Es wirkten Irish-Folk-Band und Vokalensemble des Überwald-Gymnasiums (ÜWG) sowie (erwachsene) Interpreten der Jugendmusikschule (JMS) Weschnitztal-Überwald mit einem Potpourri schöner Melodien mit. Im Hintergrund agierten Zukunftsinitiative Überwald (ZKÜ) sowie der Museums- und Kulturverein, für die notwendigen finanziellen Mittel sorgte die Sparkassenstiftung Starkenburg.

Die Gesangsklassen 5A und 6A von Stefan Römer widmeten sich den Klassikern Fontane und Goethe mit drei Stücken. Die Bearbeitung des „Herrn von Ribbeck“ sowie der „Frösche“ und des „Zauberlehrlings“ von Goethe geschah durch Ingo Bredenbach. In dieser Form entstünden die Stücke „facettenreicher vor dem geistigen Auge entstehen“, so Römer. Der Text falle einem sofort wieder ein, „wenn man die Melodie im Kopf hat“.

Alle drei Lieder zeichneten sich durch ihre Komplexität aus, die von den beiden Klassen unter dem Dirigat von Doris Steffan-Wagner bestens gemeistert wurde. Passend zum Herrn Ribbeck auf Havelland zauberten die jungen Sänger danach Birnen hervor und verteilten sie im Publikum. Fürs frische Obst hatte die Firma Emig gesorgt. Den Zauberlehrling brachten sie mal zart, mal mit machtvollen Passagen sehr eindrucksvoll rüber.

Die Irish-Folk-Band „Pub of Èire” unter Leitung von Thomas Braun war mit sechs Stücken vertreten. Traditionell irisch waren die instrumentalen „Reels“, Tänze, die in den Pubs der Grünen Insel hoch und runter gespielt werden. Einer der bekanntesten Songs ist der „Cooley’s Reel“, der vom Bretonen Alan Stivell bekannt gemacht wurde. Aber auch der „King of the Fairies“ durfte nicht fehlen. Ebenso fanden zwei Welthits der keltischen Pop-Folklore Eingang ins Programm: „Only Time“ von Enya (Sängerin Sarah Sittner) und „My Heart will go on“ von Céline Dion aus dem Titanic-Film (Sharon Klay).

Die Programmfolge der Vokalklasse von Michael Valentin bot einen bunten Querschnitt von Jazz über Klassik bis hin zu sephardischen oder armenischen Liedern. „Es treten heute Abend die Erwachsenen der Jugendmusikschule auf“, meinte Valentin schmunzelnd zu Beginn. Dabei gab es durchaus Berührungspunkte mit dem Gymnasium: Denn Lehrer Sebastian Schertel (Countertenor) sang das „Ombra mai fu“ aus Händels Oper Xerxes. Bariton Christian Throm war sowohl bei Cole Porters 1940 geschriebenen „When they begin the Beguine“ als auch in Lorzings „Sonst spielt ich mit Zepter“ aus dem „Zar und Zimmermann“ zu hören. Mit seinem volltönenden Bariton wusste er die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

„Vier Lieder aus dem Jungbrunnen“ vom Brahms und Heyse (Text) gab es vom Frauenensemble unter Klavierbegleitung von Svetlana Hauk zu erleben. Kanons von Dunstable und Mozart bot die Gesangsklasse von Andrea Schmitt unter Trompetenklängen von Pauline Hildenbeutel und Jonathan Forrester. Mezzosopranistin Beatrix Maier, begleitet von Susanne Bergmann auf der selbst gebauten Viella (einer alten Form der Gambe), sang das sephardische Stück „Dicho me habian“. Es entstand im 14. Jahrhundert bei den Westjuden, die von den spanischen Königen vertrieben worden waren.

Das Frauenensemble mit Natascha Kaufmann-Feilen, Katharina Holzbauer, Beatrix Maier, Susanne Bonnet, Susanne Bergmann, Andrea Schmitt, Nicole Scherte und Eva Dormes bot gekonnt das armenische „Drei Vokalisen“ dar. Viel Beifall war am Schluss den Akteuren nach diesem Open-Air-Konzert der etwas anderen Art gewiss.

Die Kooperation von ZKÜ sowie Museums- und Kulturverein erstreckte sich dabei auch aufs Kulinarische. Denn Dieter Kunkel warf bereits frühzeitig den Ofen am Backhaus an, da einen Tag später der etatmäßige Backtag sowieso dort stattfand. Was für die Konzertgäste den angenehmen Nebeneffekt hatte, dass sie bei Bewirtung durch den ÜWG-Förderverein in den Genuss von frischgebackenem Sauerteigbrot kamen, zu dem es dann ein paar deftige Beilagen gab. 36 Kilo Brot gingen so ganz schnell weg. Die anschließende Nachtwächtertour von Theo Reichert profitierte ebenfalls vom Konzert, denn es schlossen sich spontan noch einige Gäste mehr an.

„Abendmusik auf der Hofwiese“ bietet mal andere Klänge vor dem Wald-Michelbacher Einhaus

Es ist eine Premiere, die bei guter Resonanz den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe bilden könnte: Unter dem Motto „ Abendmusik auf der Hofwiese“ gibt es einmal ganz andere Klänge Open-Air vor dem Wald-Michelbacher Einhaus zu hören. Am Freitag, 8. Juli, treten ab 19 Uhr zuerst Irish-Folk-Band und Vokalensemble des Überwald-Gymnasiums (ÜWG) sowie dann nach einer Pause (erwachsene) Interpreten der Jugendmusikschule (JMS) mit einem Potpourri schöner Melodien auf. Im Hintergrund wirken Zukunftsinitiative Überwald (ZKÜ) sowie der Museums- und Kulturverein mit, für die notwendigen finanziellen Mittel sorgt die Sparkassenstiftung Starkenburg.

Sebastian Schröder von der ZKÜ, Direktor Reinhard Fahrenholz vom ÜWG, Michael Valentin von der JMS Weschnitztal/Überwald sowie Karl-Heinz Dietrich von der Sparkassenstiftung stellten jetzt den Ablauf dieses Musikereignisses „abseits des Üblichen“ vor. Die Idee dazu, so Schröder, hatte vor etwa einen halben Jahr Gerhard Molzahn. Der verlieh seinem Eindruck Ausdruck, dass das musikalische Angebot im Überwald außerhalb von Pop-Tönen etwas zu kurz komme.

Und tatsächlich, so Schröder: „Außer dem Neujahrskonzert der Starkenburg Philharmoniker gibt es kaum was.“ Deshalb sei er sowohl auf das ÜWG als auch die Jugendmusikschule zugegangen und „stieß dort auf offene Ohren“. Zwar sei die Terminfindung noch vor den Sommerferien nicht einfach gewesen. Aber durch den Synergieeffekt mit der einen Abend später stattfindenden Traumnacht – das „Stagemobil“ als Bühne steht dann sowieso auf der Hofwiese – habe man den 8. Juli als Termin festgezurrt. Für die Technik wurde Manuel Ritter aus Schönmattenwag gewonnen.

„Wir wollen die Menschen auf die Hofwiese locken, sie an die Musik heranführen, damit sie dort einen schönen Sommerabend verbringen können“, betonte Schröder. Es gebe „keine Kleiderordnung“ und man lasse sich auch von schlechtem Wetter nicht abschrecken. Kommt das Ganze an, dann können sich die Organisation durchaus eine Neuauflage im kommenden Jahr vorstellen.

Die Kooperation von ZKÜ und Museumsverein erstreckt sich dabei auch aufs Kulinarische. Denn Vorsitzender Gundolf Reh wirft an diesem Abend bereits den Ofen am Backhaus an, da einen Tag später der etatmäßige Backtag dort stattfindet. Was für die Konzertgäste den angenehmen Nebeneffekt hat, dass sie in den Genuss von frischgebackenem Sauerteigbrot kommen, zu dem es dann ein paar deftige Beilagen gibt.

Mit dem Auftritt der beiden ÜWG-Ensembles „wollen wir von der reinen Unterhaltungsmusik wegkommen“, sagte Fahrenholz. Es sei ein Novum, dass es mal ein Konzert mit Gruppen des Gymnasiums gebe, das nicht unter Schulregie stattfinde. Der Direktor freute sich, dass der Förderverein in der Bewirtung aktiv sei und damit zusätzlich das ÜWG an diesem Abend repräsentiere.

Die Programmfolge der Vokalklasse von Michael Valentin bietet einen bunten Querschnitt von Jazz über Klassik bis hin zu sephardischen oder armenischen Liedern. Dabei gibt es durchaus Berührungspunkte mit dem Gymnasium: Denn Lehrer Sebastian Schertel (Altus) singt das „Ombra mai fu“ aus Händels Oper Xerxes. Bariton Christian Throm ist sowohl bei Cole Porters „When they begin die Beguine“ als auch in Lorzings „Sonst spielt ich mit Zepter“ aus dem „Zar und Zimmermann“ zu hören.

„Vier Lieder aus dem Jungbrunnen“ vom Brahms und Heyse (Text) gibt es durch ein vierstimmiges Frauenensemble unter Klavierbegleitung zu erleben. Kanons von Dunstable und Mozart bietet die Gesangsklasse von Andrea Schmitt mit Trompetenklängen von Pauline Hildenbeutel und Jonathan Forrester. Mezzosopranistin Beatrix Maier, begleitet von Susanne Bergmann auf der Viella, singt das sephardische Stück „Dicho me habian“, während das Frauenensemble das armenische „Drei Vokalisen“ darbietet.

Fahrenholz betonte, der gemeinsame Auftritt „setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zwischen ÜWG und JMS fort“. Gerade in den Bläser- und Gesangsklassen gebe es viele Schnittmengen. Seien in den fünften und sechsten Klassen Lehrer der Jugendmusikschule am ÜWG dabei, so setze sich dies später in umgekehrter Richtung fort, wenn Schüler an der JMS Privatunterricht nehmen. Beide Institutionen befruchten sich quasi gegenseitig. Diese Zusammenarbeit würdigte auch Karl-Heinz Dietrich seitens der Sparkassenstiftung.

 

 

Zeitplan am Freitag, 8. Juli:

  • 30 Uhr: Einlass auf der Hofwiese (Eintritt frei), Bewirtung durch den Förderverein des Überwald-Gymnasiums
  • 50 Uhr Begrüßung der Gäste durch Gundolf Reh vom Museumsverein und Sebastian Schröder von der ZKÜ
  • 19 Uhr: Auftritt Irish-Folk-Band unter Thomas Braun und Vokalensemble unter Stefan Römer des ÜWG
  • 45-20.15 Uhr: Pause und Bewirtung
  • 15 Uhr: Solisten und Vokalensemble des JMS, Vokalklasse von Michael Valentin
  • 21 Uhr: Beginn der Nachtwächterführung mit Theo Reichert

Gegen 22 Uhr: Ausklang

Wald-Michelbacher „Give-Box“ soll ihren Platz auf der neugestalteten Hofwiese finden

Die Realisierung der „Give-Box“ rückt näher. Beim Treffen des Demokratischen Bürgerforums Überwald nannte Anja Gammelin-Werner konkrete Vorstellungen zum Standort: Das Holzhäuschen mit den Abmessungen drei auf drei Meter soll möglichst auf der Hofwiese seinen Platz finden. Bürgermeister Joachim Kunkel äußerte die grundsätzliche Bereitschaft der Gemeinde und will den Kontakt zum Planer herstellen, damit das Projekt bei der geplanten Umgestaltung der Fläche vor dem Einhaus berücksichtigt werden kann.

Wie Gammelin-Werner einleitend im Nebenzimmer des Gasthauses „Jägerslust“ in Gadern sagte, beschäftige man sich schon seit dem Sommer 2015 mit dem Thema. Die Idee zu einer Give-Box stamme aus Berlin. Sie solle als Tauschbörse von funktionstüchtigen, gebrauchten Alltagsgegenständen (auch kleinere Elektrogeräte) dienen. Eben alles, was tragbar ist. Damit will das Bürgerforum die Möglichkeit eröffnen, „ohne Geld an im Haushalt benötigte Gegenstände zu kommen“. Ausgenommen seien Möbel und Kleider. Kleider, weil sie schon in der Kleiderstube angeboten würden, und Möbel, weil sie den Platz sprengen würden.

In der Diskussion habe sich herauskristallisiert, dass die Box eine Art Gartenhäuschen sein solle, das abseits der festen Öffnungszeiten abgeschlossen sein soll, berichtete Gammelin-Werner. Hier sei der Samstag angedacht, allerdings benötige man für dieses Vorhaben auch Mitstreiter, die diese Dienste übernähme. Eine erste Vorstellung in der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Joachim Kunkel habe eine positive Resonanz ergeben, so die Vertreterin des Bürgerforums.

Als Platz wünscht man sich einen zentralen Ort in der Gemeinde, weswegen die Wahl auf die Hofwiese fiel. Das Holzhäuschen „trägt zur Aufwertung bei“, könnte sich Gammelin-Werner vorstellen. Die Give-Box werde aus eigenen Mitteln finanziert und von Ehrenamtlichen betreut. Sie stellt laut ihren Worten „eine korrigierende Gegenbewegung zum Überfluss in unserer Gesellschaft dar und ermöglicht den Wiedereinsatz von vergessenen und nicht mehr gebrauchten Gegenständen“.

Die Bürgerforums-Aktive äußerte die Hoffnung „auf einen regen Zuspruch“, da sicherlich viele „etwas zuhause haben, das nicht mehr gebraucht wird“. Als Idee nannte sie daneben themenbezogene, jahreszeitliche Märkte etwa für Pflanzen oder Gartengeräte.

Bürgermeister Kunkel begrüßte ausdrücklich ein weiteres sinnvolles Angebot in der Großgemeinde. „Wir unterstützten gerne ehrenamtliche Projekte.“ Die Planungen für die Neugestaltung der Hofwiese seien fertig, die Ausschreibung in Vorbereitung. Eine Realisierung sei von September bis Dezember angedacht. Die Give-Box ist seinen Worten nach auf der Hofwiese „sicherlich unterzubringen“. Wichtig ist ihm, dass die Pflege des Häuschen und auch der Fläche drumherum gewährleistet sei. „Das ist dann Aufgabe des Bürgerforums“, so Kunkel.

„Wir sind offen für Vorschläge“, betonte Stefan Werner – wenn es um einen möglichen Standplatz und die Gestaltung des Häuschens gehe. Es gebe die Idee, einen kleinen, mobilen Steinsockel als Untergrund zu errichten, falls man doch einmal den Platz wechseln müsste. Werner kann sich daneben die Einbindung von Flüchtlingen in der Betreuung vorstellen, wenn deren Deutsch-Kenntnisse etwas besser seien. Auf deren mögliche Bedarfe hatte bereits Kunkel hingewiesen.

Der Bürgermeister sagte zu, das Bürgerforum mit Architekt Hans Dieter Bretschneider kurzzuschließen, damit bei einem Vor-Ort-Termin alles weitere geklärt werden könne. In der folgenden Diskussion wurden noch das Thema Strom und Versicherung angesprochen. Auch gab es die Überlegung, die Give-Box mit einem regensicheren Bücherregal an der Außenseite zu kombinieren. Sollte jemand größere Dinge abzugeben haben, wurde eine Art „schwarzes Brett“ angeregt.

Info: Das Demokratische Bürgerforum Überwald trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr in der Gaderner „Jägerslust“, mehr unter http://www.buergerforum-ueberwald.de