100 Nordic Walker weihten die drei neuen Strecken rund um Abtsteinach ein

Synchron gehen etwa 100 Paar Arme in die Höhe. Zu peppiger Musik wärmen sich die Nordic-Walker im unteren Bereich der neuen alla-hopp!-Anlage auf. Vor ihnen liegt ein Novum: Anlässlich des 5. Nordic-Walking-Tags Steinachtal werden die drei neuen Abtsteinacher Strecken eingeweiht – nach denen aus Heiligkreuzsteinach, vor etwa drei Monaten offiziell in Dienst gestellt, ein weiterer Mosaikstein für den Steinachtal-Walking-Park.

An vorderster Front bei den Walkern: Peter Schlickenrieder. Der deutsche Silbermedaillengewinner im Sprint bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City ging nicht nur mit auf die Strecke, sondern stand danach beim gemütlichen Beisammensein auch noch für einen Gedankenaustausch zur Verfügung. Er gehörte zu denen, die zu Beginn von Willy Schröder begrüßt wurden. Bürgermeister Rolf Reinhard hatte sich ebenfalls zum Aufwärmtraining gestellt und stärkte eifrig seine Muskeln, auch wenn er später nicht mit auf die Strecke ging. Dirk Dewald vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald war ebenfalls mit am Start und wurde von Schröder begrüßt.

Seitens der Abteilung „Fit for Fun“ der SG Unter-Abtsteinach hatte Raphaela Loos die Einführung übernommen und sorgte dafür, dass die Walker bestens vorbereitet und aufgelockert auf die verschiedenen Strecken gehen konnten. Das Warm-Up begleiteten außerdem Christiane Rüger, Karin Hanke und Stefanie Wetzel von „Fit for Fun“. Als größte Gruppe wurde „Effektiv“ aus Birkenau geehrt.

In der Abtsteinacher „Nordic-Walking-Wabe“ stehen drei unterschiedliche Strecken zur Verfügung. Wie bei den Skipisten sind sie nach Farben geordnet: blau die kürzeste mit 7,7, rot die mittlere mit zehn und schwarze die längste und schwerste mit 14,1 Kilometern. Zwischen eineinhalb und drei Stunden sind Walker auf ihnen unterwegs. Am Eröffnungstag waren zwischendurch Verpflegungsstationen aufgebaut. „Landschaftlich wunderschön“, wie Schröder sagte, geht es unterhalb des Hardbergs entlang, rund um Unter- und Ober-Abtsteinach bis hinunter an die Grenzen von Heiligkreuzsteinach (bei der schwarzen Strecke).

Seiner Kenntnis nach ist im Tal zwischen Ober-Abt- und Neckarsteinach inzwischen „der größte Nordic-Walking-Park Deutschlands mit 150 Kilometern Streckenlänge entstanden“. Die Touren wurden in Zusammenarbeit mit dem Verein „Fürs Steinachtal aktiv“ ausgesucht. Auf örtlicher Seite brachte sich Frank Wetzel vom Skiclub innerhalb der SGU maßgeblich ein. Der Club wirkte bei der Beschilderung mit und wird in Zukunft die Strecke prüfen sowie pflegen.

Die einen walkten, die anderen tobten: Bei der gleichzeitig stattfindenden „alla-hopp!-Rallye“ durften die Kinder die neue Anlage in Besitz nehmen. Fünf Stationen hatte der Förderverein des katholischen Kindergartens St. Josef zusammengestellt. Wer diese absolviert hatte, bekam zum Schluss eine kleine Urkunde. Mitglieder des Fördervereins und des Elternbeirats betreuten die einzelnen Abschnitte.

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Trampolin springen, balancieren und klettern, Slackline, der Mikadowald und als letzte Station die Seilbahn galt es zu bewältigen. Von einem Jahr bis zu zwölf: Der Andrang war in jeder Altersgruppe groß. An der Hand von Mama oder Papa wollten es die ganz Kleinen den Größeren nachtun und über die Holzstämme balancieren. Die Mikadostangen waren aber selbst für die Älteren eine kleine Herausforderung.

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Mit beheiztem Zelt trotzte der MGV dem unbeständigen Mai-Wetter

Wohl dem Verein, der fürs Maifest ein Zelt sein Eigen nennen konnte. Oder gleich vier aneinander gebaute, wie im Fall des MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Die Heizung tat ein Übriges, dass sich trotz des schlechten Wetters wieder viele Gäste sowohl beim Rockabend als auch am 1. Mai selbst einfanden. „Wir sind angesichts der Witterung mit dem Besuch zufrieden“, sagt denn auch der Vereinsvorsitzende Christian Jöst.

Beim Mai-Rock setzte der MGV auf bewährte Akteure. Schon zum achten Mal spielte aus der badischen Nachbarschaft die Band „Top-Spin“ auf. Deren Rockcoversongs aus den 60er bis 90er Jahren, aber auch aktuelle Hits, trafen wieder voll den Geschmack des Publikums. Die Heiligkreuzsteinacher Musiker wissen mit Stücken von AC/DC, Metallica oder Thin Lizzy schnell die Stimmung zum Kochen zu bringen. „Die Gäste kommen von weither, um die Band zu sehen“, berichtet Jöst.

Start des Maifestes war bereits ein paar Stunden vorher gewesen, als der MGV auf dem Kerweplatz zur geselligen Runde eingeladen hatte. Am späteren Abend wechselte dann das Publikum, von der „älteren Generation“ zu eher jüngeren Zuschauern ab 25 aufwärts, beobachtete Jöst. Die bekamen volles Programm: Knapp vier Stunden lang sorgte „Top-Spin“ vor etwa 250 Gästen für beste Stimmung im Zelt und spielte die bekannten Rockgrößen hoch und runter.

Der nächste Morgen gehörte der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Während deren Klängen füllte sich das Zelt schnell, so Jöst. Dazu trug sicherlich auch „der Magnet Haxen am Grill“ bei, für die sich der Schwesterchor Union Wald-Michelbach selbst bei Nieselwetter zu Fuß aufmacht und die paar Kilometer Ulfenbachtal abwärts zum MGV wandert. Sicherlich lag’s aber nicht nur an den Sängern, dass die Haxen schon am frühen Nachmittag ausverkauft waren, denn ihre Qualität (sie werden unter anderem per Hand erst kurz vor dem Grillen gewürzt) hat sich auch schon anderweitig herumgesprochen…

Da nachmittägliche Kinderprogramm am 1. Mai musste wegen des Regens etwas reduziert werden. Das Kinderschminken durch Vereinsaktive wurde aber ebenso gut angenommen wie auch der Luftballonwettbewerb, bei dem laut Jöst sowohl der weiteste als auch der kürzeste Flug prämiert werden. „Das können dann schon mal die USA oder der nächste Baum sein“, meint er schmunzelnd. „Was zurückkommt, wird beim Oktoberfest prämiert“, sagt Jöst.

1989 führte der MGV sein erstes Maifest durch, damals noch mit einem Zelt. Inzwischen sind es vier aneinander gebaute, in denen zwischen 50 und 60 Vereinshelfer an beiden Tagen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Zusätzliche packen viele mit an, wenn es im Vorfeld darum geht, das Fest zu organisieren und die Zelte aufzubauen – und danach wieder den Kerweplatz aufzuräumen. „Gerade die Jungsänger engagierten sich stark“, stellt Jöst den Nachwuchs lobend heraus.

Der Vorsitzende charakterisiert den „Männergesangverein“ Sängerbund als einen Verein, der im Jahr des 140. Jubiläums mit seinem Kinder- und Jugend- sowie Frauenchor eigentlich schon längst zum „reinen Gesangverein“ geworden sei. „Wir wollen die Jugend ziehen, den Spaß am Singen vermitteln“, gibt er als Ziel des ebenfalls jungen Vereinsvorstands im Jubeljahr vor. Jöst sieht die Verantwortlichen „auf einem guten Weg“, den man engagiert weiterbeschreite.

Zwölf bis 15 Kinder stellen die jüngsten Chormitglieder. Sie waren es auch, die im Vorfeld des Festes den Maibaum mit bunten Bändern geschmückt hatten, ehe ihn die Jungsänger zusammen mit einigen Männerchor-Mitglieder am Kerweplatz aufstellten. Nach dem Fest ist vor dem Fest: Verschnaufen können die Vorstandsmitglieder nicht, wenn das Zelt abgebaut ist. Denn schon Mitte Juni steht der Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten an, die „Schönmattenwager Chortage“.

Mehr als doppelt so viele Besucher wie Einwohner erwartet der MGV Sängerbund zum großen Jubiläumsfest vom 12. bis 14. Juni, den „Schönmattenwager Chortagen“. 85 Chöre mit 3000 Sängern haben sich angemeldet, zusammen mit deren Anhang und Gästen dürften damit um die 4000 Gäste an diesem Wochenende in den kleinen Odenwald-Ort strömen, schätzt MGV-Vorsitzender Christian Jöst.

Die wollen auch „ein Dach über dem Kopf“ haben: Knapp eine Woche vorher, am 6. Juni, beginnen die MGV-Helfer mit dem Aufbau des 1500 Besucher fassenden Festzeltes in einer imposanten Länge von 75 Metern. Die Vorbereitungen fürs Jubiläum selbst „laufen seit weit über einem Jahr“, berichtet Jöst. Seien es die Ausarbeitung des Programms, die Ausschreibung, die Organisation der Festtage und, und, und…

Verschiedene Teams mit insgesamt etwa 30 Vereinsmitgliedern sind derzeit dabei, die Festtage zu koordinieren und alles in geordnete Bahnen zu lenken. Inzwischen vergeht fast kein Tag, an dem es nicht Irgendetwas zu organisieren gibt. „Wir sind richtig gut in der Zeit mit unseren Vorbereitungen“, blickt Jöst aber entspannt auf die kommenden anstrengenden Tage.

An Festkommers und Orientierungssingen zum Start der Chortage am Freitag, 12. Juni, wirken zehn Chöre mit. Beim sakralen Chorwettbewerb in der katholischen Kirche und dem Freundschaftssingen am Samstag im Festzelt sind zusammen fast 40 Vereine dabei, beim Volksliedersingen am Sonntag, 14. Juni, wiederum knapp 40 Chöre. Die kommen nicht nur aus der näheren Region, sondern sogar aus Orten hoch bis ins Siegerland, bis in den Frankfurter oder Karlsruher Raum. Drei Chöre, die im Juni nicht dabei sein können, singen beim Jubiläumsabschlusskonzert am 21. November in Schönmattenwag.

Der MGV Sängerbund hat im Jubiläumsjahr über 200 aktive und passive Mitglieder. Im Männerchor sind 42 Sänger aktiv, bei den Frauen 22 Sängerinnen. Zwölf bis 15 Kinder singen bei den Jüngsten mit. Mehr unter http://www.mgv-unterschoenmattenwag.eu