Kinder stellen beim Schülerforum der Robert-Bosch-Stiftung „ihre“ Grundschule Schimmeldewog vor

Der Einzug der Grundschule Schimmeldewog ins Finale des Deutschen Schulpreises sorgte im vergangenen Jahr für viel Aufsehen. Als kleine Grundschule und dazu noch einzige aus Hessen war dies ein toller Erfolg und große Anerkennung für die dort geleistete pädagogische Arbeit. Auch wenn es nicht für einen der größeren Preise reichte, profitiert die Lernanstalt doch kräftig in Form von Workshops, Vernetzungen und Fortbildungen, die von der ausrichtenden Robert-Bosch-Stiftung angeboten werden. Ein Teil davon ist die Teilnahme am Schülerforum.

Drei Kinder fahren am Sonntag nach Stuttgart, um die kleine Schule aus dem Überwald dort Jugendlichen aus anderen Schulen zu präsentieren, die es in Berlin nicht unter die sechs Preisträger geschafft hatten. Die beiden Schulsprecher Sofia Reuber und Mattis Locker sowie Levin Rothermel als Klassensprecher haben Programm bis Dienstag, ehe es wieder zurück in den Odenwald geht. Begleitet werden sie von Mattis’ Vater Michael.

Zuerst einmal wird es darum gehen, sich den anderen anhand von Plakaten vorzustellen. Die drei Kinder präsentieren die Besonderheiten der Grundschule Schimmeldewog: unter anderem Freiarbeit, Themenräume, Schulkonferenz, Musicals und Schulchor. In Workshops gibt es dann Tipps, wie die Schule (noch) besser gemacht werden kann. Die Kinder fungieren als Multiplikatoren.

„Das ist ziemlich cool“, meint Mattis, der im vergangenen Jahr auch zur „Delegation“ gehörte, die mit nach Berlin durfte. In seiner Funktion als Schulsprecher, zu dem der Viertklässler nach den Sommerferien gewählt wurde, ist es sein erster größerer „Auftritt“. Deshalb ist er „schon ein bisschen aufgeregt“ und darauf gespannt, was ihn erwartet.

„Berlin war eine tolle Sache“, erinnert sich Sofia. Die Bosch-Stiftung hatte für ein Rahmenprogramm gesorgt, das den Kindern in sehr guter Erinnerung blieb. Auch wenn die Zehnjährige bei dem großen Event in der Hauptstadt schon dabei war, ist die Fahrt nach Stuttgart noch einmal was Besonderes. „Ich bin schon ein wenig nervös“, gesteht Sofia. Vielleicht treffen die drei aus Wald-Michelbach auch ein paar andere Schüler wieder, die sie in Berlin kennengelernt haben.

Für den neunjährigen Levin ist alles Neuland. Dementsprechend ist er auch am meisten darauf gespannt, was auf ihn zukommt. Alles wird eine große Überraschung sein, meint er. Bestimmt wird das Programm mit anderen Kindern viel Spaß machen. Levin freut sich auf die Unterhaltungen. Neben der Freiarbeit stellen die drei weitere Besonderheiten „ihrer“ Schule vor: So etwa, dass es „30 Laptops gibt, obwohl wir so klein sind“, erklärt Mattis.

Lehrer Matthias Dautel schwärmt vom neuen Entwicklungsprogramm für exzellente Schulen, das die Bosch-Stiftung für die Beteiligten am Schulpreis-Finale aufgelegt hat. Zwei Jahre lang gibt es Lehrer-Fortbildungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Im kommenden Jahr soll es ein weiteres Schülerforum geben.

Bosch- und Heidehof-Stiftung finanzieren darüber hinaus Besuche von Delegationen von Teilnehmer-Schulen untereinander, die sich im Rahmen einer „Peer Review“ als sogenannte „Critical Friends“ Feedback übereinander geben. Das Ziel von allem ist es, „Schüler, Eltern und Lehrer untereinander zu vernetzen“, betont Dautel. Da die Kinder und Jugendlichen das vor Ort Vermittelte wieder zurück an die Schule tragen, wird dort auch die Entwicklung aus Schülersicht gefördert.

Der Lehrer bezeichnet das Entwicklungsprogramm als „großartig“, weil die Pädagogen aus dem Überwald mit Kollegen zusammentreffen, „deren Schule exzellent in bestimmten Bereichen ist“. Deshalb befruchten sich die Teilnehmer gegenseitig. „Man bekommt wahnsinnig viele Impulse“, freut sich Dautel. Denn von Grund- über integrierte Gesamt-, Real- und Berufsschulen bis hin zu Gymnasien sind alle dabei. „Wir schauen, wie Lernen und guter Unterricht bei denen funktionieren“, erläutert er.

„Der Schulpreis stößt die Schulentwicklung an“, sagt der Pädagoge. Die wird in Schimmeldewog auch unabhängig davon mit einem kleinen Kollegium groß vorangetrieben. Dautel nennt hier die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik und Mechthild Reinhard von der Systelios-Klinik. Er hat sowieso den Eindruck, „dass hier in der Gegend eine gute Lernkultur entsteht“, meint er mit Blick auf die pädagogische Entwicklung an verschiedenen Schulen.

v.l. Mattis Locker, Sofia Reuber und Levin Rothermel mit Lehrer Matthias Dautel.

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Auftritt des Grundschulchors ist der Besuchermagnet auf dem Weihnachtsmarkt in Unter-Schönmattenwag

Wenn der große Chor der Grundschule Schimmeldewog anrückt, dann ist auf dem Weihnachtsmarkt in Unter-Schönmattenwag kein Durchkommen mehr. Viele Besucher, stolze Eltern, Verwandte, Bekannte kommen dann auf dem Festplatz im Alten Weg zusammen, um die Gastfreundschaft der veranstaltenden Freiwilligen Feuerwehr zu genießen und eine schöne Zeit im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen. Ein riesiges Angebot an weihnachtlichen Geschenkideen trägt seinen Teil dazu bei, dass keiner ohne Gepäck den Heimweg antritt.

Mit „Ich wünsch mir zu Heilig Christ“ hatte der Schülerchor seine Darbietung unter der Leitung von Matthias Dautel eingeläutet. Es folgte „Rudolph the rednosed Reindeer“ und zum Schluss eine Rap-Version des Weihnachtsgedichts von Eichendorff. Bei der bewiesen alle Beteiligten ihr Improvisationstalent. Erst zickte die Technik und es musste nochmal von vorn losgehen. Dann fiel sie komplett aus. Kurzerhand gab es beim nächsten Anlauf eine unverstärkte a-cappella-Version ohne zusätzliche Beats, die von den Zuhörern mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Bei „bombastischem Glühweinwetter“ war der Weihnachtsmarkt auch in seiner sechsten Auflage wieder ein großer Erfolg, freute sich der Feuerwehrvereins-Vorsitzende Ralf Scheib. „Er war sehr gut besucht.“ War es im vergangenen Jahr noch so warm, dass eher das Bier gut wegging, so waren jetzt die heißen Getränke stärker gefragt. „Das Schlimmste ist Regen“, meinte Scheib.

Kulinarischer Renner sind die Kartoffel-Chips. Die hatte die Feuerwehr im vergangenen Jahr neu mit auf die Speisekarte gesetzt. Der gute Absatz bewog die Brandschützer zu einer Wiederauflage. Gefordert ist dabei in trauter Feuerwehr-Verbundenheit der Vereinsvorsitzende aus dem oberen Ortsteil, Jürgen Walter. Der schnippelt mit Begeisterung die Kartoffeln ganz frisch.

Seit der Premiere 2015 agieren die beiden Feuerwehrvereine aus „Ober“ und „Unter“ gemeinsam bei dieser Veranstaltung. Auf die Besucher wartete eine heimelige, besondere Atmosphäre, zu der der schön geschmückte Weihnachtsbaum und die diverse Schwedenfeuer ihren Teil beitrugen. Der Förderverein der Grundschule verkaufte Plätzchen, Gebasteltes, Liköre sowie Marmelade und selbstgemachte Salze. Attraktion war die Popcornmaschine.

Auch der Kindergarten St. Marien hatte an seinem Stand viele selbst gebastelte Dinge im Angebot. Kerzen, Holzsägearbeiten, Perlenengel, Gestecke oder Teelichthalter fanden reißenden Absatz. Heiße Schokolade mit und ohne Schuss sowie Eierlikör gab es ebenfalls. Mia und Sarah verkauften den Honig von Ulrike Klein aus Ludwigsdorf. Dazu kamen verschiedene Stände mit Gehäkeltem, Gestricktem, Holzarbeiten, Gebasteltem und Adventskränzen.

Von Waffeln, ebenfalls beim Kindergarten, bis hin zu Bratwürsten war zum Essen alles aufgeboten. Die Feuerwehr bot diese neben Glühwein und Kinderpunsch an. Außer Steak und Wurst gab es auch Lachsbrötchen. Der große Weihnachtsbaum, vor Ort direkt im Schimmeldewäer Wald gefällt und auf den Platz transportiert, wurde von den Floriansjüngern gestellt und geschmückt. Die Jugendfeuerwehr wirkte beim Kinderpunsch-Verkauf mit.

Yvonne Ballmann und Tanja Wagner waren wieder mit ihren schön gestalteten Adventskränzen, Gestecken und Mistelzweigen dabei. Gebrannte Mandeln gab es bei Oliver und Tatjana Jöst. Die hatten als Attraktion eine beheizte Sitzbank im Zelt, die bei zunehmenden Frost gerne frequentiert wurde. Peter Sauer hatte aufs Neue seine verschiedenen Holzarbeiten im Gepäck. 50 Cent von jedem Verkauf spendete er der Jugendwehr. Seine Schnäpse wurden bei kalten Temperaturen gerne in Anspruch genommen. Dorothee Rüdiger war mit ihren Häkelarbeiten vor Ort.

Wenn vor allem Einheimische auf den Alten Festplatz drängten, so beobachtete Scheib wieder ein paar „Heimgekehrte“, die für den Weihnachtsmarkt zurück in die alte Heimat kamen. Da die Grundschule Schimmeldewog von immer mehr Kindern nicht nur aus dem Ort selbst, sondern aus der Großgemeinde besucht wird, erweitert sich dadurch auch der Besucherkreis. Scheib freute sich daneben, ein paar ehemalige Feuerwehrkameraden zu sehen, die es sich trotz ihres Alters nicht nehmen ließen vorbeizuschauen.

Gefühlt waren es wegen der kälteren Temperaturen zwar nicht ganz so viele Gäste wie im vergangenen Jahr, als man einen bisherigen Höchststand verzeichnete. Aber die Veranstalter waren aufs Neue hoch zufrieden mit der Resonanz. „Wir haben jedes Jahr ein bisschen mehr Waren bestellt“, so Scheib. Auch Jürgen Walter freute sich über den Andrang. Gegen 21 Uhr, als die letzten langsam nach Hause gingen, waren Chips und Würste ziemlich ausverkauft.

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Sunday, December 3, 2017

Ausstellung an der Grundschule Schimmeldewog: Bücher haben nichts von ihrer Faszination verloren

Wie lange es bereits die Buchausstellung an der Grundschule Schimmeldewog gibt, lässt sich nicht mehr feststellen. „Bestimmt schon, solange ich an der Schule tätig bin“, schmunzelt Rektorin Sabine Herold. Und das ist eine lange Zeit. Doch in den diesen drei Jahrzehnten hat – trotz Fernsehen, Internet und Smartphone – das gedruckte Buch aller Unkenrufe zum Trotz noch nichts von seiner Faszination verloren. Deshalb ist die Buchausstellung jedes Jahr „eine feste Bank“ im schulischen Veranstaltungskalender.

Seit Anfang an ist auch die Buchhandlung Arb aus Schönau mit dabei und stellt die Werke zur Verfügung. Die neueste Kinder- und Jugendliteratur für die Klassen 1 bis 5 gibt’s dann im Mehrzweckraum der Schule zu sehen und zu kaufen. Neben den aktuellsten Kinderspielen. „Die Buchausstellung wird immer sehr gut angenommen“, sagt Peter Arb. Eltern gehen schon zu Beginn mit ihren Sprösslingen durch die Reihen, um nach Neuerscheinungen zu schauen. Oder kommen später wieder, um heimlich das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu erstehen.

„Bücher für alle Altersklassen“ haben die Arbs eingepackt. Das war etwa der „Kleine Drache Kokosnuss“ für die Kleineren, Geschichten von „Petronella Apfelmus“ für die etwas Älteren oder „Greggs Tagebücher“ für die Größeren. Wenn es dann in die weiterführende Schule geht, kommt bei den Jungs Fantasy ins Spiel. Bei den Mädchen bahnen sich die ersten zarten Liebesromane an.

Peter Arb hat festgestellt, dass Sachbücher derzeit sehr stark angesagt sind. Und das in allen Grundschul-Klassen. Da geht es um das THW, Pferde, Religion, Experimente, Feuerwehr oder Dinosaurier. Alles kind- und jugendgerecht aufbereitet. Eher die Eltern schauen nach Weihnachtsliteratur, lacht er. Etwa einschlägige Geschichten mit Astrid Lindgren.

„In Schönmattenwag sind die Kinder sehr lesebegeistert“, hat Arb notiert. Das ist heute keineswegs mehr selbstverständlich. Seiner Beobachtung nach hat das auch viel mit den Eltern zu tun. Und die sind an der Grundschule Schimmeldewog hinterher, dass ihre Sprösslinge kräftig schmökern. Allgemein, hat der Buchhändler nämlich beobachtet, geht die Lesefreudigkeit der Kids zurück. „Aber in Schönmattenwag ist sie konstant“, freut er sich.

„Die Buchausstellung ist immer sehr besucht“, weiß Sabine Herold. „Die Kinder lieben es zu stöbern.“ Die Eltern wiederum sind dankbar über Tipps, was dem Nachwuchs an Literatur gefallen könnte. Die lieb gewordene Tradition, neue Bücher vorzustellen, „fügt sich positiv ins Schulleben ein“, hebt sie hervor. Die Eltern wissen es zu schätzen, dass sie Vorschläge vom Buchhändler bekommen. „Für uns ist das ein wichtiger Baustein im Rahmen der Leseförderung“, so die Rektorin.

„Wir wollen die Lesefreude wecken“, betont sie. So haben die Schüler täglich in der Übungszeit die Möglichkeit zu lesen und können dazu auch eigene Bücher mitbringen. Die Zeiteinteilung obliegt dabei ihnen. „Sie können 15 Minuten lesen, dann Mathe machen und danach die Rechtschreibung üben“, verdeutlicht Herold. Denn Lesen „ist im digitalen Zeitalter nach wie vor sehr wichtig“. Eltern sollten dabei ihren Kindern ein Vorbild sein.

Herold bezeichnet es als unverzichtbar für den weiteren (beruflichen) Lebensweg, dass die Kids viel mit den gedruckten Buchstaben in Berührung kommen. Zwei Dinge ihrer Beobachtung nach wichtig: dass die Kinder vorgelesen oder erzählt bekommen und sehen, „dass die Erwachsenen Spaß am Lesen haben“.

Märchenerzählerin Lisa Helfrich-Wolf aus Siedelsbrunn hatte sich ein Schulzimmer zu einem geheimnisvollen Raum umgestaltet, in dem sie den verschiedenen Klassen abenteuerliche Geschichten erzählte. Das kam bei den Schülern viel besser an als eine Lesung in den beiden Vorjahren. Denn dieses Mal waren sie direkt ins Märchen eingebunden und fieberten mit.

„Das war toll, als die Ente die Hexe unter Wasser gedrückt hat“, meinte Paul. „Zwischendurch hat es nach Erdbeer gerochen“, blieb ihm in Erinnerung. Wie überhaupt alles geheimnisvoll und abenteuerlich war. „Das war alles viel besser als im letzten Jahr“, war sich die große Jungsgruppe einig. Und auch von Giulia kam ein lautes „Ja“ zu dieser Aussage.

Wie immer, wenn es an der Grundschule eine Veranstaltung gibt, ist der Förderverein bei der Bewirtung mit im Boot. Er kann dabei auf die große Unterstützung der Eltern zählen, die die riesige Kuchentheke gut bestückten und auch beim Verkauf halfen. Weshalb sowohl Herold als auch die Vorsitzende des Fördervereins, Martina Tavaglione, ihnen einen großen Dank aussprachen. „Ohne dieses Engagement wäre vieles gar nicht möglich“, meinte sie. Unterstützt wurde der Förderkreis von Edeka Schmitt und Bäcker Bihn. Die Suppe kam dieses Jahr von der Systelios-Klinik.

Bei der Verabschiedung der Viertklässler an der Grundschule Schimmeldewog flossen auch ein paar Tränchen

Ein erster Lebensabschnitt ging jetzt für die Viertklässler an der Grundschule Schimmeldewog zu Ende. In der Aula wurden die Zeugnisse an die 19 Entlassschüler von Klassenlehrerin Simone Hentschel-Gärtner überreicht. Das eine oder andere Tränchen wurde bei dieser Gelegenheit auch verdrückt. Am Tag vor dem Abschluss in der Schule hatte es noch eine große Verabschiedung zusammen mit Eltern und allen Lehrern im Rahmen einer großen Feier gegeben, bei denen Hentschel-Gärtner den Kindern ein kleines Geschenk übergab: einen USB-Stick mit Bildern aus der gesamten Grundschulzeit.

In der Schülerkonferenz am nächsten Tag wurden die beiden Schulsprecher Svenja Ballmann und Paul Walter aus der vierten Klasse verabschiedet. Die beiden hatten im Jahr der Schulpreis-Teilnahme viel zu tun und waren auch beim Finale in Berlin mit dabei. Ihnen wurde von Schulleiterin Sabine Herold mit einem Geschenk gedankt. Gewählte Nachfolger durch den Klassensprecherrat sind Sofia Reuber und Mattis Locker. Sie erhielten aus den Händen ihrer Vorgänger das Protokollbuch und eine Klangschale, die symbolisch für Ruhe sorgen soll. Jakob In het Panhuis und Robin Helfrich (Klasse 4) wurden für besondere Dienste im Schulalltrag ausgezeichnet.

Absolutes Highlight war für die 81 Kinder zählende Grundschule in diesem Jahr die Teilnahme am Deutschen Schulpreis-Finale in Berlin, ausgerichtet von der Robert-Bosch-Stiftung. Dort hielten die Schimmeldewäer als kleinste Schule die hessische Fahne unter den teilnehmenden Lehranstalten hoch. Für die Schüler, Lehrer und begleitende Eltern war die Veranstaltung ein unvergessliches Erlebnis. Der Erfolg mitsamt dem Weg dorthin brachte ihnen viel Lob für die geleistete pädagogische Arbeit ein.

Ohne die Mithilfe der Eltern wäre das alles gar nicht möglich gewesen, betonte Sabine Herold. „Das ist eine ganz tolle Gruppe“, sagte sie. Die Unterstützung bei den verschiedenen Festen, aber auch beim Großprojekt Musical, sei bemerkenswert, hob die Schulleiterin hervor. Vieles sei an der Schule gar nicht zu leisten, wenn sich nicht die Eltern in dieser bemerkenswerten Form einbrächten.

Das Schuljahr war wieder gespickt von vielen Aktivitäten, die weit über den normalen „Alltag“ hinausgehen und von den Lehrern mit viel Herzblut begleitet werden. Dazu zählen die einwöchige Föhr-Fahrt der Viertklässler zu Beginn des Schuljahres, die Bienen-AG, der Bau von Paletten-Möbeln durch die Kunterbunt-AG, Kooperation mit Mechthild Reinhard und Auftritt in der Systelios-Klinik, Übernachtung in der Wüstenbach oder Bubble-Soccer auf dem Sportplatz. Viele Hospitationen machten das große Interesse von außerhalb am Lehr- und Lernmodell der Grundschule mit der speziellen Freiarbeit deutlich.

Bei der Abschlussfeier gab’s außerdem noch ein paar Auszeichnungen und Ehrungen. Das beste Zeugnis der Viertklässler hatten Paul Walter (1,1) und Eleni Rothermel (1,3). Bei den Bundesjugendspielen gab es etliche Ehren- und Siegerurkunden: Schulbeste waren bei den Jungs Leonard Gölz mit 904 und Matti Arnold (771), bei den Mädchen Elise Hampel (756) und Sofia Reuber mit 742 Punkten                          tom

Antolin-Auszeichnungen für gelesene Bücher: Klasse 1 Elina Helfrich vor Giulia Tavaglione und Jakob Müller, Klasse 2 Mathis Heiß, Silas Brand, Marie Gerlitschka, Klasse 3 Emely Schaab (Schulbeste mit 5291 Punkten), Mattis Locker, Lias Neff, Klasse 4 Beeke Falter, Paul Walter, Luca Joel Gerlitschka

Schimmeldewäer Grundschüler produzieren in der Bienen-AG ihren eigenen Honig

Die Dritt- und Viertklässler werden heftig umschwärmt. Und das auch noch in großer Zahl. Aber: Die Schwärmenden haben einen Stachel. Doch bei der Honigernte am Bienenstock oberhalb der Grundschule Schimmeldewog passiert an diesem Tag – nichts. Und auch im Vorfeld gab es lediglich ganz wenige Stiche. Denn die Schüler haben verinnerlicht, was ihnen Imker Peter Pötters aus Wald-Michelbach nahe brachte: ganz ruhig bleiben, keine hektischen Bewegungen machen. Und so stehen sie interessiert dabei und beobachten, wie der Imker aus Passion die einzelnen Fächer langsam herunter nimmt, um an den Honig zu kommen.

Zwölf Kinder sind Mitglieder der Bienen-AG, die in diesem Schuljahr von Lehrer Matthias Dautel angeboten wurde. Zu Beginn, im vergangenen Spätjahr, ging es erst einmal darum, die sogenannten „Beuten“ zu bauen, also die Behältnisse des Bienenstocks. Darüber hinaus wurden für die Wildbienen „Häuser“ konstruiert. Die Schüler pflanzten außerdem verschiedene Blumen an, deren Blüten dann Pollen für die Bienen liefern.

Mit Beginn des Frühjahrs startete die Praxis. Erst wurden die Waben angeschaut, dann ging es zu Imkerin Ulrike Klein in Ludwigsdorf, bei der die Nachwuchs-Bienenfans einen Ableger erhielten. Ein zweites Volk „steuerte“ Dautel bei, selbst Hobbyimker. Ab April kümmerten sich die Schüler regelmäßig um die beiden Völker.

In den drei Monaten ging es daneben darum, den Bienen immer genug Futter zu geben, nachzuschauen, dass es genug Waben gab, oder zu lernen, wie Drohnen und Arbeiterinnen aussehen. Der gebürtige Frankfurter Peter Pötters, der sich seit 55 Jahren mit Bienen beschäftigt und seit 45 Jahren in Wald-Michelbach wohnhaft ist, erläuterte den Kindern außerdem die damit verbundenen Aufgaben. Er nennt zehn Völker sein Eigen. „Die Schüler lernten die Imkerei mit allen Sinnen kennen“, so Dautel, über Riechen, Schmecken und Hören.

35.000 bis 40.000 Bienen schwirren im Sommer um einen Stock herum. Die sind natürlich aufgeregt, weil ihnen Pötters jetzt die – meist Richtung Osten gelegene – Einflugschneise versperrt. Nachdem er die einzelnen Bestandteile auseinander gebaut hat, fragt der Imker in die Runde, wer denn den Mut hat, die Brutwabe in die Hand zu nehmen. Von allen Seiten ertönt ein lautes „Hier“. Die zehnjährige Lea ist es dann, die ihn ohne zu zögern in die Kamera hält. „Voll geiler Honig“, ruft es von der anderen Seite.

Peter Pötters nutzt die Gelegenheit, um gleich noch ein paar Erläuterungen zu geben. Dass der Rauch die Bienen beruhigt und man dann leichter am Stock arbeiten kann. Oder dass es sich bei dem Weißen auf dem Boden um Maden handelt, die von den Arbeiterinnen gefüttert werden. Vor der Honigernte muss der Imker erst noch mit einer Spezialgabel das Wachs abkratzen, ehe dann der Honigkranz in die Schleuder kommt.

Matthias Dautel ist es wichtig, die Kinder mit der Natur vertraut zu machen. „Sie sollen wissen, woher unsere Lebensmittel kommt, wie sie erzeugt werden“, sagt er. Das Bienensterben aufgrund des zurückgehenden Futterangebots und der extensiven Landwirtschaft sei derzeit ein großes Thema. Er will daneben vermitteln, dass diese Tierart „nicht gefährlich ist und normalerweise nicht sticht“. Eine solche Bienen-AG an der Schule sei schon etwas Besonderes.

Über die direkte Erfahrung „können die Schüler eine ganz andere Verbindung zu den Tieren aufbauen“. Dadurch lernten sie besser mit der Natur umzugehen. Die AG ist laut Dautel ein voller Erfolg. „Alle sind voll Begeisterung dabei“, beobachtet er. Obwohl es bei Lea, Svenja, Paul und Martin schon Stiche in Finger und Bein gab, wurde unverdrossen weitergemacht. Der Nachwuchs trägt es an die Eltern weiter. „Einige überlegen sich, auch ein Bienenvolk zu halten“, freut sich Dautel. Unterstützung gab es außerdem von weiteren Imkern, die den Schülern ihre Arbeitsweise schilderten.

„15 Kilo Honig werden es wohl sein“, schätzte Pötters beim Blick auf den Honigraum. Bis zu 40 Kilo kann ein Volk im Jahr produzieren. „Wir lassen den Bienen viel vom eigenen Honig, damit sie besser über den Winter kommen“, ergänzte Dautel. „Erst wird angeschleudert“, so Pötters, sonst geht die Wabe kaputt. Dann wird sie gedreht und wieder eingesetzt. Bei den Schülern wurde schon gerechnet, wie viel für jeden übrig bleibt. Die ersten standen bereits mit dem Glas neben der Honigschleuder parat.

 

Glückwünsche ohne Ende für die Schulpreis-Finalisten von der Grundschule Schimmeldewog

Großer Jubel, ein herzlicher Empfang, viel Freude und Glückwünsche von allen Seiten: Die Berlin-Delegation der Grundschule Schimmeldewog wurde im Schulhaus von den begeisterten „Daheimgebliebenen“ mit einer „wahnsinnigen Gratulation“ empfangen. Eltern und Kinder hatten das Gebäude geschmückt, Girlanden und Plakate aufgehängt und eine Seifenblasenmaschine organisiert. Denn die kleine Schule im Wald-Michelbacher Ortsteil ist eine der 14 besten Schulen in Deutschland.

„Es gab keine Gewinner und Verlierer, sondern Preise für alle“, betonte Schulleiterin Sabine Herold. Als einzige Schule in Hessen und als kleinste der Teilnehmenden es überhaupt ins Finale geschafft zu haben, wertete sie als Riesenerfolg. Die zehnköpfige Reisegruppe, vier Lehrer und sechs Schüler, erzählte in der Aula vom Berlin-Aufenthalt und zeigte die dort geschossenen Bilder. Die beiden Schulsprecher Paul Walter und Svenja Ballmann berichteten von den zwei Veranstaltungen, die einen tiefen Eindruck bei den Kindern hinterlassen hatten.

Zum Anfassen gab es darüber hinaus die „tolle Plakette“, die die Schimmeldewäer von der ausrichtenden Robert-Bosch- und Heide-Stiftung für die Teilnahme erhalten hatte. Und die Urkunde für den mit 5000 Euro dotierten Anerkennungspreis. „Allein durch die Teilnahme haben wir einen riesengroßen Schritt als Schule gemacht“, sagte Herold.

Denn weil sie nach Berlin fahren durfte, ist die Lehranstalt jetzt im Schulpreis-Netzwerk drin. Die Pädagogen können dadurch Fortbildungen besuchen, bekommen Coachings, um die Weiterentwicklung der Schule vorantreiben zu können, und haben die Möglichkeit zu gegenseitigen Hospitationen. „Das ist eigentlich noch viel wertvoller als der Geldpreis“, so Herold. Und ihren Worten nach der wirkliche Sinn und Zweck des Schulpreises.

Die Finalteilnahme sah sie als „Wertschätzung und Anerkennung der geleisteten Arbeit“. Sie bedeute eine „Riesenmotivation für Kollegium und Eltern“, genauso engagiert und mit Herzblut wie bisher weiterzuarbeiten. „Es tut gut, ein solches Lob aus berufenem Munde zu bekommen“, meinte die Schulleiterin. Die positive Wirkung auf die Schulgemeinschaft und das Zusammenleben könne man gar nicht hoch genug einschätzen.

Mit dem Schulpreis-Finale startete auch die Ausschreibung fürs kommende Jahr. Da die Grundschule keinen der Hauptpreise erhielt, dürfte sie sich noch einmal bewerben. Der Schwerpunkt soll 2018 auf eine individuelle Herausforderung der Schule gelegt werden, so die Vorgabe. Zwei von drei möglichen Kriterien passen sehr gut nach Schimmeldewog: die lokale Komponente (Schule als Lern- und Lebensort im Stadtteil) oder die pädagogische Herausforderung (die Etablierung von jahrgangsübergreifendem Unterricht). Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober.

Teilnahme am Schulpreis-Finale war ein absolutes Highlight für die Grundschule Schimmeldewog

Die Grundschule Schimmeldewog ist die unangefochtene Siegerin der Herzen. Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin holte die kleinste teilnehmende Schule des Wettbewerbs zwar keinen der sechs Hauptpreise. Sie darf sich aber trotzdem über einen Anerkennungspreis von 5000 Euro für die Schulkasse freuen und über viel, viel begeisterten Zuspruch von Jury und Gästen. Die Delegation aus dem Überwald war zwar ein klein wenig niedergeschlagen, sah die Teilnahme aber auch nach dem olympischen Motto: „Dabei sein ist alles.“

Allein der Finaleinzug und die Möglichkeit, nach Berlin fahren zu können, war für die kleine Schule im Wald-Michelbacher Ortsteil schon ein Riesenerfolg. Denn sie repräsentierte als einzige das ganze Land Hessen bei dieser renommierten Veranstaltung, die die Robert-Bosch- zusammen mit der Heidehof-Stiftung seit 2006 ausrichtet.

„Wir freuen uns total, dass wir nach Berlin fahren durften“, sagte Schulleiterin Sabine Herold – auch wenn sie sich natürlich über einen der Hauptpreise gefreut hätte. Es sei eine Riesenanerkennung für die in den vergangenen zehn Jahren geleistete Arbeit an der kleinen Schule mit nicht einmal 80 Kindern. Für die sechs Schüler und vier Lehrkräfte der Grundschule Schimmeldewog bedeutete die Final-Teilnahme eine tolle Erfahrung. „Das war ein einmaliges Erlebnis, das die Kinder nie vergessen werden“, meinte Herold. Die waren sowieso überwältigt und schwer beeindruckt vom Eventprogramm, das die Bosch-Stiftung auf die Beine gestellt hatte.

„Das ist ein absolutes Highlight in unserem Schulleben“, so Herold, und war dazu noch unwahrscheinlich spannend. Ein bisschen Enttäuschung schwang bei den Kids natürlich schon mit, sie hätten gerne einen der vorderen Plätze geholt. Aber auch wenn es dafür nicht reichte, „haben wir eine tolle Veranstaltung erlebt“. Als „grandiosen Erfolg“ bezeichnete die Vorsitzende des Schulfördervereins, Martina Tavaglione, den Finaleinzug. Die Teilnahme war „für uns als Schulstandort und für sein weiteres Bestehen außerordentlich wichtig“.

Bürgermeister Joachim Kunkel war begeistert von der „großartigen Veranstaltung“. Allein mitwirken zu dürfen „war eine herausragende Sache“. Die gesamte Schulgemeinschaft mit Lehrkräften, Eltern, Verein und Schülern könne stolz darauf sein, es ins Finale geschafft zu haben, würdigte Kunkel die „fantastische Leistung“.

Landrat Christian Engelhardt sah es als einen „unglaublichen Erfolg“ an, zu den 14 besten deutschen Schulen auf der ganzen Welt zu gehören. Wenn man erlebe, wie motiviert die Lehrer zu Werke gingen und wie begeistert die Eltern mitwirkten, werde dadurch die besondere Lernatmosphäre deutlich, die diese Auszeichnung erst möglich machte.

Aber auch zuhause wurde kräftig mitgefiebert. Und das war bei der großen Hitze in der Schulaula durchaus wörtlich zu nehmen. Über 70 Schüler und Eltern hatten sich dort zum „Public Viewing“ getroffen. Auch wenn man sich dort relativ früh sicher war, den Hauptpreis nicht erreichen zu können, war die Freude groß, es überhaupt ins Finale nach Berlin geschafft zu haben. Die Delegation aus dem Überwald war während der Live-Übertragung auf Phoenix immer wieder im Bild zu sehen und sorgte damit für ein großes Hallo in der Heimat.

Bei der von Susanne Holst und Lennert Brinkhoff moderierten Verleihung war die Spannung groß. Pate des Schulpreises war Fußball-Torwart Manuel Neuer. Zuerst wurden die fünf zweiten Plätze vergeben. Wer dann noch im Pool war, durfte sich Hoffnungen auf den ersten Platz machen. Laudatorin Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte im Gespräch mit Susanne Holst: „Man kann einem Kollegium nichts befehlen. Man kann den Lehrern Anerkennung geben, wenn sie tolle Sachen machen.“

Info: Die berufsbildende Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln (Niedersachsen) gewann den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis. Die Auszeichnung überreichte Bundeskanzlerin Angela Merkel im ewerk Berlin. Fünf weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro erhielten die Waldparkschule in Heidelberg, das Gymnasium Kirchheim bei München (Bayern), die Grundschule Borchshöhe in Bremen, die Europaschule Bornheim (Nordrhein-Westfalen) und die Deutsche Schule Rio de Janeiro in Brasilien.

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