Schöner Abschluss eines anstrengenden Jahres an der Grundschule

„Sehr gut besucht und eine tolle, besinnliche Atmosphäre“. So fasste Simone Hentschel-Gärtner den ersten kleinen Weihnachtsmarkt zusammen, den die Grundschule Schimmeldewog auf ihrem Schulhof veranstaltete. Das Orga-Team hatte Stehtische, Feuertonnen und –schalen sowie Sitzgelegenheiten organisiert, damit es trotz des kalten Wetters richtig schön gemütlich wurde. Kerzen und ein Weihnachtsbaum rundeten das weihnachtliche Ambiente ab.

Alles lief auf Spendenbasis: Wer sich an den verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten bediente, durfte etwas in die dafür vorgesehenen Dosen zugunsten des Fördervereins werfen. Die Betreuung, geleitet von Corina Mähler, Stephanie Weihrauch und Marco Amico, bot selbstgebackene Plätzchen an. Andere kulinarische Spezialitäten wurden über den Förderverein organisiert. Die Eltern gestalteten ein kleines Büffet, das in der Aufführungspause eröffnet wurde. Dazu gab es heiße Getränke wie Chai-Tee und warmen alkoholfreien Punsch sowie Kaffee.

Die beiden Schulsprecher Silas Brand und Aurelia Bogs führten durchs Programm, Jacob Abeln moderierte und sagte die Aufführungen an. „Die haben sich toll entwickelt“, freute sich die kommissarische Schulleiterin. Von den Eltern und Großeltern bekam Hentschel-Gärtner sehr positive Rückmeldungen.

Das Programm gestalten die Kinder selbst und holten sich dabei bei Bedarf Unterstützung durch die Lehrer. Die Veranstaltung wurde nicht nur mit Weihnachtsliedern eröffnet, sondern klang auch mit diesen aus. Musiklehrerin Anna Bachner hatte sie im Unterricht und beim Montagssingen eingeübt. Zwischendrin gab es zwei kleine Sketche der Theater-AG, die von Hentschel-Gärtner und Petra Schuhmann betreut wird.

Einige Schüler aus der vierten Klasse spielten auf ihren Instrumenten, unterstützt von ihrem Klassenlehrer Matthias Dautel. Von den Flexklassen gab es etwas auf der Flöte zu hören. Schüler der dritten Klasse trugen Gedichte vor, die ihre Klassenlehrerin Isabel Fontius mit ihnen eingeübt hatte. „Die Feier kam sehr gut an“, sagte Hentschel-Gärtner. Deshalb soll es auch eine Fortsetzung geben, aber nicht unbedingt im jährlichen Rhythmus. Denn Ende kommenden Jahres laufen gerade die Vorbereitungen für das große Theaterprojekt im Jahr 2020.

Die kommissarische Leiterin verdeutlichte, „dass wir kommendes Jahr auf jeden Fall wieder am Weihnachtsmarkt im Ort teilnehmen werden“. Das war dieses Mal aus organisatorischen, internen Gründen leider nicht möglich. Die schulische Veranstaltung, sehr kurzfristig angerannt und von den Kindern auf die Beine gestellt, war „ein schöner Abschluss eines anstrengenden Jahres“, betonte sie. „Wir sind ein bisschen zusammengerückt.“

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Grundschüler sollen „drucken statt daddeln“

„Wer will den Druck von Mika haben“, fragt Matthias Heinrichs in die Runde. Gleich gehen ein paar Finger der Grundschüler hoch. Denn das Werk ist schön bunt und farbenprächtig. Hergestellt hat er es im Rahmen der Druckwerkstatt, die für zwei Tage an der Grundschule Schimmeldewog zu Gast war. Heinrich und sein Kollege Walter Lutz vom Verein Schuldruckzentrum Darmstadt vermittelten dabei unter dem Motto „Drucken statt daddeln“ die gesamten Facetten dieses alten Handwerks.

Das Programm wird durch das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert. Die beiden Vereinsmitglieder waren damit bereits im Taunus zu Gast und werden auch noch in den Odenwaldkreis nach Breuberg reisen. Das Besondere an der Schule in Schönmattenwag ist, „dass es noch eine alte Druckerei gibt, die nicht mehr genutzt wird“, so Heinrichs. Lehrer Matthias Dautel hakte hier ein und ergänzte, dass diese aber reaktiviert werden soll.

Als Verein habe es man sich zur Aufgabe gemacht, das Drucken an den Schulen wiederzubeleben. Denn vor dem Aufkommen des Computers war dies in den 80er und 90er Jahren noch an der Tagesordnung. Im Darmstädter Druckladen werden zu diesem Thema Fortbildungen angeboten, die ein Teil des Kollegiums aus Schönmattenwag besuchte. Der Kontakt kam durch den Schulverbund „Blick über den Zaun“ zustande, dem die Schimmeldewäer angehören. „Wir schauen nach Schulen mit einem nicht alltäglichen Ansatz“, so Heinrichs.

Er lernte als Grafikdesigner in den 70er Jahren noch das Buchstabensetzen mit Bleilettern. „Das war damals die aktuelle Technik“, schmunzelt Heinrichs. Der Drucker hat jedoch ein zweites berufliches Standbein: Lehrer. In dieser Tätigkeit kam er mit der Freinet-Pädagogik in Kontakt, in der die Schuldruckerei eine wesentliche Rolle spielte. „Das hat mich fasziniert“, sagt er.

Heinrichs freut sich darüber, dass sich auch viele junge Leute mit einem kulturpädagogischen Studiumshintergrund im Verein Schuldruckzentrum engagieren. Das dortige Druckmuseum sei dem hessischen Landesmuseum angegliedert, werde aber ein wenig stiefmütterlich behandelt, bedauert er. Dabei stellt er immer wieder fest, dass die Begeisterung der Kinder beim Drucken groß ist. „Das funktioniert einfach überall.“ Als Rückmeldung der Lehrer bekomme er, dass gerade schwierige Jungs bei der Beschäftigung damit aufblühen. „Wenn man ihnen was zu tun gibt, läuft es.“

Diese Einschätzung bestätigt sich beim Blick in die Klassenzimmer, wo ein reges Treiben herrscht. Heinrichs leitet die Kinder an, wie die Buchstaben sortiert werden. Melody gefällt an diesem Tag einfach alles, während Carl seine Freude am Rollen über die Buchstaben hat und wie sich dann die Farben auf dem Papier wiederfinden.

Für die Grundschule hat die Beschäftigung mit dem Drucken auch einen ganz praktischen Grund. „Die Kinder lernen dadurch besser die Rechtschreibung“, betont Dautel – wenn sie nämlich die Wörter entweder in Lettern oder überdimensional gedruckt vor sich haben. Große Texte „kann man nicht einfach am Computer setzen“, meint er. Dazu noch die Farben und die Herstellung: Fertig ist das tagesfüllende Programm, bei dem die Schüler nicht müde werden, ihre eigenen Kreationen herzustellen.

In den verschiedenen Räumen waren sie mit Buchbinden, Monotypien, Polystyroldruck, Papierschöpfen, Musterdruck und Stempelherstellung beschäftigt. So wurden etwa mit den Rollen die Platten beschichtet, um dann etwas hineinzuritzen und das Ergebnis zu drucken. „Man kann viel dabei herumexperimentieren“, deutet Dautel auf diverse kreative Ergebnisse abseits von manchen Schriftexperimenten. Farben und Linien ließen sich in großer Kreativität verwenden.

„Kulturkoffer“ nennt sich das Projekt, mit dem die Darmstädter zu Gast im Überwald waren. Für Lutz bedeutete es einen Besuch in der alten Heimat, denn ein Teil der Familie stammt von hier. Der „Letterdruck wie bei Gutenberg“ soll Grundschüler dazu anregen, Farbe und Techniken selbstständig zu verwenden und somit – wie es sich die Schule auch auf die Fahnen geschrieben – abseits eines starren Lehrplans sich bestimmte, sie interessierende Themen auf eigene Faust zu erarbeiten.

Info: Für die Wiederbelebung der Schuldruckerei sucht die Grundschule Schimmeldewog noch nach alten, größeren Lettern. Für Hinweise ist man dankbar unter Telefon 06207-2110.

Neu aufgestelltes Team und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Schimmeldewog

Alles neu macht das neue Schuljahr: An der Grundschule Schimmeldewog gab es einige Veränderungen. Mit einem neu aufgestellten Lehrerkollegium und dem Angebot einer Nachmittagsbetreuung blickt die kleine Grundschule jetzt optimistisch in die Zukunft. Zum Ende des vergangenen Schuljahres ging die langjährige Leiterin Sabine Herold in den Ruhestand. Das Auswahlverfahren für diese Stelle läuft. Derweil hat Simone Hentschel-Gärtner die kommissarische Schulleitung zusammen mit Matthias Dautel inne. „Es ist eine Art Neubeginn bei uns“, sagt sie.

Größte Veränderung im Schulalltag ist die Nachmittagsbetreuung, für die es in der Vergangenheit bereits mehrere Anläufe gab. Die konzertierte Aktion seit Ende des vergangenen Jahres, von Eltern des Kindergartens und der Schule zusammen mit dem Lehrerkollegium auf den Weg gebracht, führte jetzt zum Erfolg. Von 12 bis 16 Uhr gibt es montags bis freitags ein Angebot, das derzeit 18 Kinder aus den Klassen 1 bis 4 nutzen. Die Eltern können zwischen einem Besuch an drei oder fünf Wochentagen wählen.

Der Verein Kubus kümmert sich um die finanzielle Seite und die Einteilung des Personals. Das wird zum Teil über den Verein gestellt, zum Teil sind es externe Kräfte. Bei einigen Nachmittagsbetreuern ist der Kontakt zur Schule bereits gegeben, erläutert Hentschel-Gärtner. „Wir haben ein paar Leute vorgeschlagen“, sagt sie. Dazu zählen die Mutter eines ehemaligen Schülers und eine ehemalige Hospitantin. Andere Kräfte wiederum kommen über den Verein. Eine Erzieherin aus Elmshausen ist federführend tätig, die bereits dort in dieser Rolle agierte.

Zu ihnen stößt auch der ehemalige Schüler Marco Amico, der nach seinem Abitur am Überwald-Gymnasium nun an der Grundschule seine Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) macht. „Das trifft sich super, denn er kennt unsere Strukturen“, freut sich Hentschel-Gärtner. Amico wird sowohl im morgendlichen Unterricht als auch in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt. Daneben ist es seine Aufgabe, unterstützt von den Eltern das Frühstück zu organisieren.

Das pädagogische Konzept des selbständigen, projektorientierten Lernens „wird auch in den Nachmittag übertragen“, betont die kommissarische Schulleiterin die Kontinuität. Dann sollen auch diverse Projekte angeboten werden. Das reicht vom Besuch des Hufschmieds oder einer Maskenbildnerin bis hin zur Akrobatik. Interessierte Personen, die ehrenamtlich etwas zum Angebot beisteuern wollen, können sich mit der Schule in Verbindung setzen.

Die frühere Schulleiterin Sabine Herold „hat bereits signalisiert, dass sie uns bei Projekten weiterhin unterstützen wird“, betont Hentschel-Gärtner. „Sie kann noch nicht wirklich ohne uns“, lacht sie. Derzeit ist Herold zusammen mit Dautel und den neuen Viertklässlern auf der Nordseeinsel Föhr. Die Unterrichtsfahrt mit dem Hauptthema Weltkulturerbe Wattenmeer wird später auch im Unterricht aufgearbeitet und in einer Präsentation nach außen vorgestellt.

Von den 67 Schulkindern sind 14 Erstklässler. Die durften gleich bei der Honigernte mithelfen, denn die Schule hat drei eigene Bienenvölker. Etwa 20 Prozent der Schüler kommen mit einer Gestattung aus anderen Orten, was die Attraktivität der Grundschule unterstreicht. Um alle kümmern sich vier Vollzeit-Lehrkräfte. Als Unterstützung in den beiden Flex-Klassen ist weiterhin Petra Schumann mit zwölf Stunden in der Woche an der Schule tätig. Zwei weitere Personen sind mit je 20 Stunden in der Woche für die Schulbegleitung von Kinder zuständig, die eine speziellere Betreuung brauchen.

Der Schwerpunkt in diesem Schuljahr liegt laut Hentschel-Gärtner „auf der Zusammenführung des neuen Teams“, zu dem jetzt auch Anna Bachner und Roland Gottselig gehören. Sie haben sich mit Unterstützung des Teams schon in das Konzept eingearbeitet und werden hierzu auch in den nächsten pädagogischen Konferenzen eigene Impulse mit einbringen, um gemeinsam die Schulentwicklung voranzutreiben. In dieser Konstellation „haben wir zwei männliche und zwei weibliche Lehrkräfte“. Die kommissarische Leiterin bezeichnet dies „als ganz wertvoll“, weil dadurch ein anderer, ausgleichende Blick auf die Dinge gewährleistet wird. Musical- und Theaterprojekte sollen dann ab dem Schuljahr 2019/20 wieder aufgenommen werden.

Grundschule Schimmeldewog führte das Theaterstück „Ali Baba und die 40 Diebe“ auf

Orient im Überwald. „Ali Baba und die 40 Diebe“ hatte die Grundschule Schimmeldewog ihre Theateraufführung überschrieben, die im Kerwezelt des MGV Sängerbund stattfand. Das hatten die Sänger extra dafür eine Woche früher auf dem Festplatz im Alten Weg gestellt. „In zweieinhalb Stunden war das mit 40 Leuten gestemmt“, schmunzelte MGV-Vorsitzender Christian Jöst. Beste Voraussetzungen, damit die mehr als einstündige Aufführung dort unter großem Zuspruch über die Bühne gehen konnte.

Apropos Bühne: Die Kulissen, entworfen von Erstklässler Felix und gebaut von den Eltern, entführten in einen bunten orientalischen Basar in einer ebenso abwechslungsreichen Stadt. Die Räuberhöhle gab’s auch gleich nebenan. Passend zum Schauplatz „haben wir orientalische Temperaturen ins Zelt geholt“, hieß es schmunzelnd zu Beginn. Die kleinen Schauspieler waren nach so vielen Proben fast schon Profis. Basarverkäufer, Diebe, Kamele, Räuberhauptfrau und einfache Bürger waren in Bagdad, der Stadt des Kalifen und der großen Paläste, anzutreffen.

Die Besonderheit am Stück: Es wurde mit den Kindern zusammen entwickelt und beruht auf deren Ideen. Weshalb der Chef der Diebe auch eine furchterregende Räuberhauptfrau war. Die Geschichte spielte in keinem Palast, sondern in den Gassen der großen Stadt, zwischen Lehmhäusern und Marktständen. Eine Themensammlung zu Beginn des Schuljahres ergab, dass das Thema Orient für die Grundschüler sehr spannend ist.

Zwei Musiker mit Oud (Florian Pommerien-Brecht) und Rahmentrommel (Michael Pliska) sorgten für den orientalischen Klang-Background, während das gerne angenommene orientalische Büffet den Magen erfreute. Eine Schülertanzgruppe unter der Leitung von Burkhard Melchior trat am Anfang und am Schluss auf. Unter dem Meer der Turbane gab es noch weitere andere Welt, war von die Erzählerin Scheherazade (Elise Hampel) zu erfahren: das Reich der 40 Diebe. Eben mit einer „furchteinflößenden Frau“ als Anführerin.

Die Geschichte von Ali Baba ist altbekannt und wurde den Schülern mit einigen Abwandlungen nacherzählt. Sehr plastisch die Schilderung der Diebeshöhle, aus Geldbeuteln gemacht. Unter der Decke hingen 40 Hängematten, darunter ein riesiger Berg an Münzen. Die Matratze aus seidenen Taschentüchern diente der despotischen Räuberchefin als Schlafstätte. Ihre Diktatur sorgte für zunehmenden Unmut bei den armen Räubern.

An Ali Baba wurde der Zwiespalt zwischen einem aufrechten Menschen und der Gier nach Geld deutlich. Erst ging es nur um das Geld für die Medizin der Mutter und für Brennholz, dann klaute er sich so viel, dass es für einen Palast reichte. „Stehlen ist zwar falsch, aber das Geld ist ja schon gestohlen“, so die Selbstberuhigung. Wie es weitergeht, ist allgemein bekannt.

Regisseur Danilo Fioriti war „ziemlich begeistert, wie die Vorstellung lief“. Auch das volle Kerwezelt mit den ganzen mitgebrachten Campingstühlen der Zuschauer und dem riesigen arabischen Buffet hatte es ihm angetan. „Die Vorbereitungen zu dem Stück waren außergewöhnlich anstrengend“, erläuterte er. Die meisten Proben mussten im Schulhof stattfinden – und die Hauptprobenphase fand im heißesten Mai und Juni seit Menschengedenken statt.

„Wir haben alle Eckpunkte der Geschichte in einem Improvisationsworkshop vor Weihnachten entwickelt“, so Fioriti. Den Schülern machte es großen Spaß gemacht, ihre Ideen später dann auch auf der Bühne zu sehen. Nach drei Tagen Workshop nahm der Theatermann Texte und Ideen mit, um daraus das Stück zu schreiben. Übers Schuljahr hinweg wurde anhand dieses Scripts immer mal wieder geprobt. Andererseits fand auch eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt.

Nach den Osterferien wurde es Ernst und Projektgruppen gebildet: so unter anderem Kulissen, Kostüme, Einladungskarten und Schauspieler. Wobei die Kinder nie auf eine Gruppe festgelegt waren und Mitglied von mehreren sein durften. „Jeder Schüler hat eine tragende Rolle.“ Nachdem festgelegt worden war, wer welche Rolle spielte, ging es ans Üben der Texte.

Das Stück blieb aber nicht starr, sondern wurde ständig verändert und weiterentwickelt. Denn beim Besuch einer Theateraufführung auf der Tromm waren die Grundschüler begeistert davon, wie die Schauspieler mitten im Stück ihre Rollen wechselten. Alle Grundschüler, derzeit über 70, waren an dem Projekt beteiligt. Die letzten beiden Wochen vor dem Aufführungstermin gab es Durchlaufproben mit Regisseur Fioriti.

Als Gesamtfazit nannte der Regisseur, dass es sich am Ende lohnte – „obwohl es für Schüler wie auch für Lehrer sehr anstrengende und Nervenaufreibende zwei Wochen vor der Aufführung waren“, schmunzelte er. Während auf Lehrerseite Petra Schumann und Simone Hentschel-Gärtner hauptverantwortlich für die Theatervorstellung waren, kümmerte sich Matthias Dautel um Technik und Kulissen.

Schimmeldewäer Grundschülern wurde das Thema Brandschutz spielerisch vermittelt

Ein Vormittag im Zeichen des Brandschutzes: „Marco und das Feuer“ – ein brandheißes Theaterstück, bei dem der Funke überspringt, hieß die Aufführung der Tournee-Oper Mannheim für die Kinder der Grundschule Schimmeldewog im Haus des Gastes. Von der Theorie ging’s dann in die Praxis: Mitglieder der Feuerwehr Schönmattenwag zeigten auf dem Parkplatz zwei ihrer Fahrzeuge. Außerdem durften die Sechs- bis Zehnjährigen ein „Brandhaus“ löschen.

Beides kam bei den Schülern sehr gut an. „Ich fand’s cool, dass wir ins Feuerwehrauto steigen durften“, meinte Aurelia. Ihre Klassenkameradin Sophia sagte: „Die Anstecker zum Basteln waren toll.“ Ihr gefiel besonders der Trick mit dem Bügeleisen aus der Theateraufführung. Emely wiederum hatte Spaß dabei, „bei der Feuerwehr das Haus zu löschen“. Selma ergänzte: „Das war lustig und spannend und wir haben was gelernt.“ Noe pflichtete ihr bei: „Das war cool, wie die Kulissen gedreht werden konnten“, staunte die Drittklässlerin.

Durch die Unterstützung der Sparkassenstiftung Starkenburg war es der Grundschule möglich, ein eher trockenes, aber sehr wichtiges Thema kindgerecht aufbereitet zu vermitteln, freute sich Lehrer Matthias Dautel. Dazu kommt, dass einige Schüler in der Schönmattenwager Kinderfeuerwehr aktiv sind. Außerdem gab’s für die kleinen Schauspieler aus den Reihen der Grundschule die Möglichkeit, die „Profis“ zu befragen.

Denn am 15. Juni führen die Schüler ihr eigenes Theaterstück „Ali Baba und die 70 Diebe auf“.  Da war natürlich das Interesse groß, wie bestimmte Tricks funktionieren und das Stück inszeniert wurde. „Wir können uns etwas abschauen“, schmunzelten die Kinder. Etwa: wie ein Text gelernt wird, wie lange die Akteure proben oder wie ein Bühnenbild gebaut wird. Außerdem war von Interesse, wie Schauspieler an ihre Rollen kommen (übers Vorsprechen). Eindruck machte die Szene mit dem Brandfleck durchs Bügeleisen (der ist einfach schon vorher drauf, hieß es).

Etliche Fragen drehten sich auch um den Brandschutz als solches. Dass man einen Fettbrand nicht mit Wasser löschen soll, wussten einige nicht. „Die Kinder fanden es gut und lustig“, beobachtete Dautel. Wobei sie das Stück aber auch kritisch begleiteten: Einer sollte so spielen, als ob er zehn Jahre alt wäre, benahm sich aber nach Meinung der Kinder wie ein Sieben- oder Achtjähriger. Insgesamt bilanzierte der Pädagoge: „Der Vormittag kam super an.“

Zum Inhalt des Stücks: Marco, Philipp und Lucie sind seit Kindergartentagen beste Freunde. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn, meistern Gefahren und bestehen viele Abenteuer. Wie auf alle Kinder, hat Feuer auch auf sie eine magische Anziehungskraft. Doch schnell kann aus Spaß Ernst werden, was die drei am eigenen Leib erfahren müssen.

Gemeinsam bewältigen die drei gefährliche Situationen, doch als Marco und Philipp sich hinter Lucies Rücken zu einem nächtlichen Lagerfeuer verabreden, steht mehr als die Freundschaft auf dem Spiel. Das Feuer greift auf den Wald über und alles steht in Flammen. Spannend, kindgerecht, lehrreich, aber nicht belehrend werden die Zuschauer in Sachen Brandschutz und Verhalten im Notfall sensibilisiert. Spielerisch wird über die Gefahren aufgeklärt, helfen Lieder wie der Rap „Ich wähl die 112“ bei der Vermittlung von Wissen.

Um das Thema noch greifbarer zu machen, gab es zusätzlich zum Theaterstück einen Feuerwehr-Aktionstag. Yvonne Ballmann, Nadine Koudele und Daniel Möckel standen für alle Fragen zur Verfügung. Mitgebracht hatten sie ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und ein weiteres TSF mit einem 500-Liter-Wassertank. Beide Staffelfahrzeuge sind für Brandangriffe gedacht. Ihr Innenleben wurde von den Kids genau inspiziert. Ein Renner ist immer das Brandhaus, das die Schüler mit dem Wasserschlauch löschen durften.

Auch die Feuerwehrleute wurden von den 74 Kindern mit Fragen gelöchert. „Wie kommt das Wasser den Berg hoch“ oder „Wie groß ist der Tank“ wollten die Schüler wissen. Wenn sie schon ein bisschen Vorwissen hatten, ging’s dann auch darum, welchen Durchmesser ein A-, B- oder C-Schlauch haben. „Vom Erstklässler, der sich ins Feuerwehrauto setzte, bis zum Viertklässler war für jeden etwas geboten“, sagte Dautel.

Für die Feuerwehr ist es gar nicht so einfach, solche Aktionen an einem Vormittag durchzuführen, erläuterten die Brandschützer. Denn sie werden in der Regel dafür nicht vom Arbeitsplatz freigestellt und müssten Urlaub nehmen. Mit dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister Dr. Sascha Weber wurde darüber gesprochen, ob denn nicht in Zukunft solche Infoveranstaltungen öfter möglich sind und die Gemeinde in die Bresche springt.

Kinder stellen beim Schülerforum der Robert-Bosch-Stiftung „ihre“ Grundschule Schimmeldewog vor

Der Einzug der Grundschule Schimmeldewog ins Finale des Deutschen Schulpreises sorgte im vergangenen Jahr für viel Aufsehen. Als kleine Grundschule und dazu noch einzige aus Hessen war dies ein toller Erfolg und große Anerkennung für die dort geleistete pädagogische Arbeit. Auch wenn es nicht für einen der größeren Preise reichte, profitiert die Lernanstalt doch kräftig in Form von Workshops, Vernetzungen und Fortbildungen, die von der ausrichtenden Robert-Bosch-Stiftung angeboten werden. Ein Teil davon ist die Teilnahme am Schülerforum.

Drei Kinder fahren am Sonntag nach Stuttgart, um die kleine Schule aus dem Überwald dort Jugendlichen aus anderen Schulen zu präsentieren, die es in Berlin nicht unter die sechs Preisträger geschafft hatten. Die beiden Schulsprecher Sofia Reuber und Mattis Locker sowie Levin Rothermel als Klassensprecher haben Programm bis Dienstag, ehe es wieder zurück in den Odenwald geht. Begleitet werden sie von Mattis’ Vater Michael.

Zuerst einmal wird es darum gehen, sich den anderen anhand von Plakaten vorzustellen. Die drei Kinder präsentieren die Besonderheiten der Grundschule Schimmeldewog: unter anderem Freiarbeit, Themenräume, Schulkonferenz, Musicals und Schulchor. In Workshops gibt es dann Tipps, wie die Schule (noch) besser gemacht werden kann. Die Kinder fungieren als Multiplikatoren.

„Das ist ziemlich cool“, meint Mattis, der im vergangenen Jahr auch zur „Delegation“ gehörte, die mit nach Berlin durfte. In seiner Funktion als Schulsprecher, zu dem der Viertklässler nach den Sommerferien gewählt wurde, ist es sein erster größerer „Auftritt“. Deshalb ist er „schon ein bisschen aufgeregt“ und darauf gespannt, was ihn erwartet.

„Berlin war eine tolle Sache“, erinnert sich Sofia. Die Bosch-Stiftung hatte für ein Rahmenprogramm gesorgt, das den Kindern in sehr guter Erinnerung blieb. Auch wenn die Zehnjährige bei dem großen Event in der Hauptstadt schon dabei war, ist die Fahrt nach Stuttgart noch einmal was Besonderes. „Ich bin schon ein wenig nervös“, gesteht Sofia. Vielleicht treffen die drei aus Wald-Michelbach auch ein paar andere Schüler wieder, die sie in Berlin kennengelernt haben.

Für den neunjährigen Levin ist alles Neuland. Dementsprechend ist er auch am meisten darauf gespannt, was auf ihn zukommt. Alles wird eine große Überraschung sein, meint er. Bestimmt wird das Programm mit anderen Kindern viel Spaß machen. Levin freut sich auf die Unterhaltungen. Neben der Freiarbeit stellen die drei weitere Besonderheiten „ihrer“ Schule vor: So etwa, dass es „30 Laptops gibt, obwohl wir so klein sind“, erklärt Mattis.

Lehrer Matthias Dautel schwärmt vom neuen Entwicklungsprogramm für exzellente Schulen, das die Bosch-Stiftung für die Beteiligten am Schulpreis-Finale aufgelegt hat. Zwei Jahre lang gibt es Lehrer-Fortbildungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Im kommenden Jahr soll es ein weiteres Schülerforum geben.

Bosch- und Heidehof-Stiftung finanzieren darüber hinaus Besuche von Delegationen von Teilnehmer-Schulen untereinander, die sich im Rahmen einer „Peer Review“ als sogenannte „Critical Friends“ Feedback übereinander geben. Das Ziel von allem ist es, „Schüler, Eltern und Lehrer untereinander zu vernetzen“, betont Dautel. Da die Kinder und Jugendlichen das vor Ort Vermittelte wieder zurück an die Schule tragen, wird dort auch die Entwicklung aus Schülersicht gefördert.

Der Lehrer bezeichnet das Entwicklungsprogramm als „großartig“, weil die Pädagogen aus dem Überwald mit Kollegen zusammentreffen, „deren Schule exzellent in bestimmten Bereichen ist“. Deshalb befruchten sich die Teilnehmer gegenseitig. „Man bekommt wahnsinnig viele Impulse“, freut sich Dautel. Denn von Grund- über integrierte Gesamt-, Real- und Berufsschulen bis hin zu Gymnasien sind alle dabei. „Wir schauen, wie Lernen und guter Unterricht bei denen funktionieren“, erläutert er.

„Der Schulpreis stößt die Schulentwicklung an“, sagt der Pädagoge. Die wird in Schimmeldewog auch unabhängig davon mit einem kleinen Kollegium groß vorangetrieben. Dautel nennt hier die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik und Mechthild Reinhard von der Systelios-Klinik. Er hat sowieso den Eindruck, „dass hier in der Gegend eine gute Lernkultur entsteht“, meint er mit Blick auf die pädagogische Entwicklung an verschiedenen Schulen.

v.l. Mattis Locker, Sofia Reuber und Levin Rothermel mit Lehrer Matthias Dautel.

Auftritt des Grundschulchors ist der Besuchermagnet auf dem Weihnachtsmarkt in Unter-Schönmattenwag

Wenn der große Chor der Grundschule Schimmeldewog anrückt, dann ist auf dem Weihnachtsmarkt in Unter-Schönmattenwag kein Durchkommen mehr. Viele Besucher, stolze Eltern, Verwandte, Bekannte kommen dann auf dem Festplatz im Alten Weg zusammen, um die Gastfreundschaft der veranstaltenden Freiwilligen Feuerwehr zu genießen und eine schöne Zeit im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen. Ein riesiges Angebot an weihnachtlichen Geschenkideen trägt seinen Teil dazu bei, dass keiner ohne Gepäck den Heimweg antritt.

Mit „Ich wünsch mir zu Heilig Christ“ hatte der Schülerchor seine Darbietung unter der Leitung von Matthias Dautel eingeläutet. Es folgte „Rudolph the rednosed Reindeer“ und zum Schluss eine Rap-Version des Weihnachtsgedichts von Eichendorff. Bei der bewiesen alle Beteiligten ihr Improvisationstalent. Erst zickte die Technik und es musste nochmal von vorn losgehen. Dann fiel sie komplett aus. Kurzerhand gab es beim nächsten Anlauf eine unverstärkte a-cappella-Version ohne zusätzliche Beats, die von den Zuhörern mit großem Beifall aufgenommen wurde.

Bei „bombastischem Glühweinwetter“ war der Weihnachtsmarkt auch in seiner sechsten Auflage wieder ein großer Erfolg, freute sich der Feuerwehrvereins-Vorsitzende Ralf Scheib. „Er war sehr gut besucht.“ War es im vergangenen Jahr noch so warm, dass eher das Bier gut wegging, so waren jetzt die heißen Getränke stärker gefragt. „Das Schlimmste ist Regen“, meinte Scheib.

Kulinarischer Renner sind die Kartoffel-Chips. Die hatte die Feuerwehr im vergangenen Jahr neu mit auf die Speisekarte gesetzt. Der gute Absatz bewog die Brandschützer zu einer Wiederauflage. Gefordert ist dabei in trauter Feuerwehr-Verbundenheit der Vereinsvorsitzende aus dem oberen Ortsteil, Jürgen Walter. Der schnippelt mit Begeisterung die Kartoffeln ganz frisch.

Seit der Premiere 2015 agieren die beiden Feuerwehrvereine aus „Ober“ und „Unter“ gemeinsam bei dieser Veranstaltung. Auf die Besucher wartete eine heimelige, besondere Atmosphäre, zu der der schön geschmückte Weihnachtsbaum und die diverse Schwedenfeuer ihren Teil beitrugen. Der Förderverein der Grundschule verkaufte Plätzchen, Gebasteltes, Liköre sowie Marmelade und selbstgemachte Salze. Attraktion war die Popcornmaschine.

Auch der Kindergarten St. Marien hatte an seinem Stand viele selbst gebastelte Dinge im Angebot. Kerzen, Holzsägearbeiten, Perlenengel, Gestecke oder Teelichthalter fanden reißenden Absatz. Heiße Schokolade mit und ohne Schuss sowie Eierlikör gab es ebenfalls. Mia und Sarah verkauften den Honig von Ulrike Klein aus Ludwigsdorf. Dazu kamen verschiedene Stände mit Gehäkeltem, Gestricktem, Holzarbeiten, Gebasteltem und Adventskränzen.

Von Waffeln, ebenfalls beim Kindergarten, bis hin zu Bratwürsten war zum Essen alles aufgeboten. Die Feuerwehr bot diese neben Glühwein und Kinderpunsch an. Außer Steak und Wurst gab es auch Lachsbrötchen. Der große Weihnachtsbaum, vor Ort direkt im Schimmeldewäer Wald gefällt und auf den Platz transportiert, wurde von den Floriansjüngern gestellt und geschmückt. Die Jugendfeuerwehr wirkte beim Kinderpunsch-Verkauf mit.

Yvonne Ballmann und Tanja Wagner waren wieder mit ihren schön gestalteten Adventskränzen, Gestecken und Mistelzweigen dabei. Gebrannte Mandeln gab es bei Oliver und Tatjana Jöst. Die hatten als Attraktion eine beheizte Sitzbank im Zelt, die bei zunehmenden Frost gerne frequentiert wurde. Peter Sauer hatte aufs Neue seine verschiedenen Holzarbeiten im Gepäck. 50 Cent von jedem Verkauf spendete er der Jugendwehr. Seine Schnäpse wurden bei kalten Temperaturen gerne in Anspruch genommen. Dorothee Rüdiger war mit ihren Häkelarbeiten vor Ort.

Wenn vor allem Einheimische auf den Alten Festplatz drängten, so beobachtete Scheib wieder ein paar „Heimgekehrte“, die für den Weihnachtsmarkt zurück in die alte Heimat kamen. Da die Grundschule Schimmeldewog von immer mehr Kindern nicht nur aus dem Ort selbst, sondern aus der Großgemeinde besucht wird, erweitert sich dadurch auch der Besucherkreis. Scheib freute sich daneben, ein paar ehemalige Feuerwehrkameraden zu sehen, die es sich trotz ihres Alters nicht nehmen ließen vorbeizuschauen.

Gefühlt waren es wegen der kälteren Temperaturen zwar nicht ganz so viele Gäste wie im vergangenen Jahr, als man einen bisherigen Höchststand verzeichnete. Aber die Veranstalter waren aufs Neue hoch zufrieden mit der Resonanz. „Wir haben jedes Jahr ein bisschen mehr Waren bestellt“, so Scheib. Auch Jürgen Walter freute sich über den Andrang. Gegen 21 Uhr, als die letzten langsam nach Hause gingen, waren Chips und Würste ziemlich ausverkauft.

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Sunday, December 3, 2017