SV/BSV Mörlenbach richtet in der B-Liga den Blick nach oben

Die neue Saison geht der SV/BSC voller Elan und Tatendrang an. Der Blick richtet sich nach oben. Die erste Mannschaft wurde in der abgelaufenen Saison am Ende undankbarer Dritter und hätte um ein Haar Tabellenplatz zwei, der am Ende den Aufstieg bedeutete, erreicht. Deshalb ist das Ziel in dieser Runde klar: „Platz 3 oder besser“, lautet Tobias Heer zufolge die Devise. Allerdings schätzt er Spielertrainer der Ersten die Bergsträßer Fußball-Kreisliga B noch ausgeglichener ein als vergangene Saison. Schon da hatte sich lange Zeit ein glorreicher Siebener-Verfolger den Platz hinter Überflieger SG Unter-Abtsteinach II streitig gemacht. Erst kurz vor Schluss der Runde setzte sich der VfR Fehlheim II als Tabellenzweiter und Mitaufsteiger ab.

Der ehemalige Abteilungs- und jetzige Soma-Leiter Michael Laier trauert den drei, vier unnötigerweise verlorenen Spielen nach der Winterpause nach, als das Team scheinbar nicht so richtig das Frühlingserwachsen spürte. Gegen Birkenau oder Rodau setzte es vermeidbare Niederlagen, die später fast genau die fehlenden Punkte zum zweiten Aufstiegsplatz bedeuteten.

„Wir haben uns so die sehr gute Ausgangslange, die bis zur Winterpause erarbeitet wurde, zunichte gemacht“, kritisiert er. Immerhin schaffte es der SV/BSC, den späteren Aufsteiger Fehlheim II zwei Mal zu schlagen. Auch beim Klassenprimus SG Unter-Abtsteinach II, dem späteren uneinholbaren Aufsteiger, wurde „ein hervorragendes Spiel abgeliefert“, freut sich der Soma-Leiter.

Die zweite Mannschaft hatte in der Kreisliga D das gleiche Problem, bedauert Laier: „Eine sehr gute Ausgangslage bis zur Winterpause. Doch beim der Saisonfortsetzung 2018 lief es einfach nicht mehr rund.“ Das Team vergab somit die sehr gute Möglichkeit für den Aufstieg. Beide Mannschaften hatten vor allem Probleme mit der Chancenverwertung, analysiert er. Denn gute Chancen wurden erarbeitet, allein fand die Kugel nicht oft genug in den Weg ins Gehäuse. „Dies gilt es jetzt in der Vorbereitung zur neuen Saison zu verbessern“, kündigt Laier an.

Er weiß jedoch auch, dass es in der kommenden Saison für beide Teams nicht einfacher wird. Die Kreisliga B schätzt er als noch ausgeglichener ein als in der Runde 17/18. Die „neue“, nur noch zweigeteilte Kreisliga D „wird sicher auch nicht einfacher“. Die Mehrzahl an Spielen, also eine höhere Belastung, „wird von uns eher nachteilig gewertet für zweite Mannschaften“. Entsprechend kann man im Verein diese Liga auch noch nicht einschätzen.

Ziel beider Teams ist es Laier zufolge, „so lange wie möglich oben mitzuspielen“, um bei der Vergabe der Aufstiegsplatze ein Wort mitreden zu können. Ob es am Ende aber für den Aufstieg reicht, „ob beide Mannschaften reif genug sind und die Fehler der abgelaufenen Saison abstellen können“, wird sich seinen Worten zufolge zeigen. Zumal die Neuzugänge eher jünger sind und sich erst noch einfinden müssen.

Auch intern gibt es noch einiges zu klären. Die Fußballabteilung des SV 1896, die sich seit der Fusion mit dem BSC 2011 „SV/BSC Mörlenbach“ nennt, ist seit April nach dem Rücktritt der Abteilungsleitung aufgrund interner Querelen mit dem Vereinsvorstand ohne Führung. „Dies wird aber nicht als Nachteil für die Leistungsfähigkeit der beiden Mannschaften gesehen“, betont Laier. „Die Betreuung der Teams läuft auf sehr hohem Niveau.“ Für die Neufindung der Abteilungsleitung wurde mittlerweile eine Findungskommission ins Leben gerufen.

Rückblickend freut sich Spielertrainer Tobias Heer über die Verbesserung der ersten Mannschaft von Platz 4 in der Runde 16/17 auf Rang 3 in der vergangenen Saison – wenn auch noch Luft nach oben war. Er hebt die Entwicklung der Spieler in Bezug auf Technik, Taktik und Verantwortung auf dem Platz hervor.

Allerdings war die Chancenauswertung nicht berauschend. Auch fing die Elf zu viele Gegentore, was auch an der noch verbesserungsfähigen Rückwärtsbewegung lag. Deshalb ist sein Ziel für die Saison 2018/19, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Er rechnet mit einer ausgeglichenen Runde, in der sich mehrere Teams die Spitzenplätze streitig machen werden. Daher „ist es schwierig, einen Favoriten zu bestimmen“, so Heer.

SV/BSC Mörlenbach

Abgänge: Philmon Kefle (FC 07 Bensheim), Marvin Beck (VfL Essingen/Pfalz), Philip Merkel, Nico Maurer (pausieren beide)

Zugänge: Ali Muatasim Abdulrahim (SV Lörzenbach), Mustafa Erk (SV Anatolia Birkenau), Ishan Cetinkaya (Eintracht Wald-Michelbach), Amin Sharifi, Omid Nazari (beide TSG Weinheim), Jonas Heer (in der Winterpause, FC 07 Bensheim A-Jugend), Murat Demir (im Winter von FSV Zotzenbach), Andre Walter (im Winter eigene Jugend)

Kader (beide Mannschaften): Tor Andre Walter, Christopher

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TSV Weiher will in der B-Liga eine gute Runde spielen

Vergangene Saison lag der Schwerpunkt auf der Defensive, jetzt soll die Offensive mehr in den Vordergrund rücken. „Wir wollten eine gute Runde spielen“, meint TSV-Spielertrainer Steffen Maas im Rückblick. Das klappte. Der vierte Platz in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B, punktgleich mit Verfolger FC Schönmattenwag. war ein schöner Erfolg, wenn auch im Nachhinein mehr drin gewesen wäre. Denn die Spitzengruppe war lange Zeit eng beisammen.

Nach seinem Amtsantritt zusammen mit seinem Co-Trainer Sebastian Merkel wollte Maas „die Abwehr stabilisieren“. Mit Erfolg. „Nach (Aufsteiger) SG Unter-Abtsteinach II hatten wir die zweitbeste Defensive der B-Liga“, freut er sich. Zuhause hätte er sich das Team noch ein bisschen stärker gewünscht, aber die Auswärtsbilanz kann sich sehen lassen. „Da haben wir uns sehr gut präsentiert“, sagt Maas.

Die Verstärkungen für die kommende Runde wurden zielgerichtet gesucht. Sehr froh zeigt sich der Spielertrainer darüber, dass Tim Helfrich nach einem halbjährigen Intermezzo bei der Eintracht Wald-Michelbach wieder über die Kreidacher Höhe zurückgekehrt ist und sein bisheriges Team verstärkt. „Er ist eine Riesenunterstützung“, betont Maas. „Tim war bei uns Spielführer und ist eine echte Verstärkung im Mittelfeld.“ Sehr robust und laufstark schätzt der Coach ihn ein.

Neuzugang Mario Iula bezeichnet er als einen „Ausnahmespieler für die B-Liga“. Als sehr ehrgeizig und schwer auszuschalten kennt Maas ihn. Es sei allerdings „blöd“, dass dessen als Stürmerkollege geplanter Mario Ferrarese nach Birkenau wechselte.

„Wir wollen ein bisschen fitter als vergangene Saison in die Runde gehen“, hebt der Coach hervor. Denn das klappte letztes Jahr nicht so gut. Aktuell „ziehen die Jungs im Training super mit“, zollt er der Truppe ein Lob. Positiv für den Trainer: Er kann ziemlich aus dem Vollen schöpfen. Im Mittelpunkt seiner Anstrengungen steht das Spiel nach vorn. „Das wollen wir verbessern“, kündigt er an.

Hinten steht der TSV ziemlich kompakt, aber das Umschalten nach vorn klappt noch nicht so gewünscht. Die Offensive läuft noch nicht so rund wie gewünscht. „Auch die Chancenverwertung ist noch nicht wirklich gut“, sieht Maas weiteren Handlungsbedarf. Die Begegnungen gestalteten sich in der letzten Runde ziemlich knapp, wo es zuvor oftmals hinten wie vorn Tore hagelte und eine Partie auch mal 7:4 endete. Deshalb „mussten wir erst einmal die Defensive in den Griff kriegen“. Jetzt geht es ihm darum, „ein gutes Handling nach vorn und hinten reinzukriegen“.

Drei Freundschaftsspiele zeigen das Team siegreich auf einem guten Weg. Mit dem SV Fürth II stellte sich ein Ligakonkurrent vor, TSV Gras-Ellenbach und SG Wald-Michelbach II spielen in der C-Klasse. Vor allem die Kondition und das Läuferische stehen derzeit im Vordergrund, um sowohl vorn wie hinten immer auf der Höhe zu sein. Denn der Spielertrainer schätzt die B-Liga „insgesamt stärker ein“ als vergangenes Jahr. Gerade die beiden Aufsteiger Türkspor Wald-Michelbach und ISC Fürth „sind sehr gut besetzt“. Mit seiner Offensive „könnte Türkspor in der Kreisoberliga mitspielen“, meint Maas.

Den Vorteil des TSV sieht er darin, dass die Elf bis auf wenige Ausnahmen „schon ein Jahr zusammenspielt“ und deshalb gut aufeinander eingespielt ist. „Darauf werden wir setzen“, kündigt er an. Wenn die Saison Anfang August losgeht, „werden wir schauen, wie stark die anderen sind“, ist Bange machen derzeit nicht angesagt. Dann wird der TSV auf die eigene Leistung setzen und diese entsprechend abrufen, um die drei Punkte zu holen.

Zugänge: Mario Iula (VfL Birkenau), Tim Helfrich (zurück von Eintracht Wald-Michelbach)

Abgänge: Patrik Debatin und Mario Ferrarese (VfL Birkenau), Jose Martin Dermenci (Türkspor Wald-Michelbach)

Kader: Tor: Nicolas Kollmann, Uwe Schmittinger; Abwehr: Dennis Majewski, Tobias Alter, Servet Aslan, Sebastian Merkel, André Schmittinger, Kevin Hensel, Steffen Maas; Mittelfeld: Yanik Koch, Philipp Werner, Timo Schlottmann, Tim Helfrich, Sebastian Barth, Lorenzo Mazucca, Eric Hübscher, Sven Heinzelbecker, Lukas Fath; Sturm: Mario Iula, Robin Öhlenschläger, Pepi Monachello, Francesco Calciano, Tim Dörsam

Trainer: Steffen Maas und Co Sebastian Merkel (zweites Jahr)

Ziel: unter die ersten Fünf

Favoriten: Türkspor Wald-Michelbach, SV/BSC Mörlenbach

Der FC Odin Schönmattenwag will in der neuen Runde aufs Treppchen

Von einer „sehr interessanten Klasse“ spricht FC Odin-Spielertrainer Jan Schörling beim Blick auf die Bergsträßer Fußball-Kreisliga B. Nachdem die übermächtige SG Unter-Abtsteinach II aufgestiegen ist und mit Fehlheim II der ebenfalls sehr starke Zweitplatzierte ebenfalls künftig eins weiter oben kickt, bleibt eine Vielzahl von ähnlich starken Mannschaften zurück, die sich spannende Duelle liefern werden. Bei elf Odenwald-Teams von 16 stehen außerdem viele Derbys an.

In der vergangenen Runde „haben wir uns fußballerisch und vom System her weiterentwickelt“, betont Schörling. „Die Mannschaft machte einen Schritt nach vorn.“ Dass es letztendlich doch „nur“ für Platz 4 reichte, macht der Spielertrainer am dünnen Kader und einem längeren Durchhänger, gepaart mit einer manchmal fehlenden Konstanz in den Begegnungen, fest. Zum Ende der Saison hin wurde es aber besser. Schörling gibt deshalb für die Saison 18/19 das Ziel aus, aufs Treppchen zu kommen und einen besseren Rang als den vierten zu erreichen.

„Ziel muss es sein, über 90 Minuten auch mit dem Kopf auf dem Platz zu sein“, hebt er hervor. Über die komplette Spielzeit „müssen wir das volle Pensum abrufen“. Und das natürlich dann auch in allen Rundenspielen – ohne Aussetzer. Auch will er das Team fußballerisch weiter voran bringen. „Das Ziel ist Konstanz in allen Spielen“, betont er. Dann kann der FC auch gleichstarken Teams Paroli bieten und in den entscheidenden Partien die Nase vorn haben.

Qualitativ und quantitativ hat der FC Odin nachgelegt, nachdem in der letzten Runde der Personalbestand bisschen knapp war. Steffen Emig als sehr erfahrener Routinier mit Verbandsliga-Background „bringt Ruhe rein“, so der Spielertrainer. Auch Yannic Riesinger spielte bereits höherklassig. Bei Lukka Kessler und Marcel Berbner sieht Schörling viel Potenzial. Von den Jungen erhofft er sich einigen Ehrgeiz, sich durch konstante Leistung einen Stammplatz zu erarbeiten.

Der Abschied von Patrick Walter, der seine Karriere beendete, „tut sehr weh“, bedauert Jan Schörling. Der langjährige Kapitän war nicht nur auf dem Platz ein Vorbild. „Auch menschlich verliert das Team eine Riesenpersönlichkeit.“ Walter war „einer der besten, mit denen ich je trainierte“, so der Coach. Der Wechsel von Marcel Selzer zum FCO „hinterlässt auf der 6 eine Riesenlücke“, sagt er. Es spricht aber für dessen Qualität, „dass er jetzt in der Bezirksliga kickt“.

Drei Vorbereitungsspiele gab es bisher gegen durchweg höherklassige Gegner. Die gingen zwar verloren, aber Schörling hat daraus einige Erkenntnisse mitgenommen. „Der Augenmerk lag auf dem Läuferischen“, erläutert er. Diesen Part setzte die Mannschaft gut um. Ein weiteres Ziel ist es, die Neuzugänge so schnell wie möglich zu integrieren, damit sie ein Gefühl für die Mitspieler entwickeln und die Absprachen funktionieren. „Ich bin guter Dinge, dass dies bis zum Saisonstart über die Bühne gegangen ist“, hofft er.

Der Trainer will außerdem intensiv am Umschaltspiel von der Offensive auf die Defensive und umgekehrt vom Angriff auf die Verteidigung arbeiten. „Da ist noch Luft nach oben“, sieht er Verbesserungsmöglichkeiten. Denn das Team ist gefordert, hier schneller zu agieren, um anderen starken Teams nicht ins offene Messer zu laufen. Schörling sieht „einen besonderen Reiz“ in den vielen Derbys. Dass mit Türkspor ein Liga-Konkurrent auf dem gleichen Platz trainiert, ist für ihn ebenfalls ein nettes Schmankerl. „Wir sind alle spielerisch eng zusammen“, betont er.

Zugänge: Yannic Riesinger, Lukka Kessler (TSV Aschbach), Steffen Emig (SV Lörzenbach),    Patrick Vierling (Spvgg Ilvesheim), Nico Helfrich, Marcel Berbner (TSV Aschbach, Winterpause),  Lars Kessler (Eintracht Wald-Michelbach, Winterpause)

Abgänge:  Marcel Selzer (FC Ober-Abtsteinach), Patrick Walter (Laufbahn beendet), Jonas Werner (SV Lindenfels, Winterpause)

Kader: Marcel Berbner, Patrick Brand, Steffen Emig, David Gerl, Nico Grab, Eugen Heiser, Waldemar Heiser, Nico Helfrich, Ramon Jöst, Lars Kessler, Lukka Kessler, Steffen Knapp, Daniel Koudele, Sascha Noe, Daniel Patzak, Yannic Riesinger, Florian Sauer, Oliver Sauer, Jan Schörling, Nick Smieja, Patrick Vierling,  Mirco Walter, Stefan Walter, Max Wilhelm, Maximilian Zink.

Trainer: Jan Schörling (dritte Saison)

Ziel: verbessern im Gegensatz zur vergangenen Saison

Favoriten: keine, da die Liga zu ausgeglichen ist

Türkspor Wald-Michelbach verstärkt die sowieso schon starke Offensive

Tamer Keskin, Tolga Palantekin, Assad Jamac oder Yalcin Basaran: Das waren in der vergangenen Saison bereits vier Namen, die für 60 Tore des Aufsteigers standen. In der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B wuchert das Team aus Wald-Michelbach nun mit zwei weiteren hochkarätigen Stürmern: Arben Cermjani traf bisher bei Mitaufsteiger ISC Fürth häufig den gegnerischen Kasten, Okan Bekyigit war bei der SG Unter-Abtsteinach maßgeblich an der Torausbeute beteiligt.

„Tempo- und Offensivfußball“ nennt Spielausschussvorsitzender vor dem Hintergrund dieses schlagkräftigen Angriffs auch eine Zielrichtung von Türkspor. „Vorn viele Tore schießen, hinten wenig reinkriegen“, flachst er mit Blick auf das bekannte Defizit der Mannen aus Wald-Michelbach: Die Defensive ist immer noch eine Schwachstelle. Doch das Defizit ist nach den beiden Vorbereitungsspielen gegen Turanspor Mannheim und FSV Rimbach genau erkannt. Beide wurden gewonnen, aber hinten schlug die Kugel zu oft ein.

Der neue alte Trainer Tufan Sönmez wird deshalb sein Hauptaugenmerk darauf legen, diese Schwachstelle auszumerzen. Dies geschieht laut Mamaci in Verbindung mit der Integration jüngerer Spieler in die Abwehrreihe. „Die werden bisschen ins kalte Wasser geworfen und mit eingebaut“, sagt er. Bange machen gilt aber nicht: „Die Jungs müssen mit den Routiniers Erfahrung sammelt“, macht Mamaci eine Ansage.

Nach vorn steht die Türkspor-Offensive für etliche Tore: „Kicken können die Jungs schon“, scherzt der Spielausschussvorsitzende über die geballte Stürmerschar. „Wir sind da sehr gut besetzt.“ Der neue Trainer kommt gut an, die Beteiligung ist trotz der Urlaubszeit in Ordnung. „Hart und diszipliniert“ sind die Einheiten – wie man Sönmez eben kennt.

Da noch Ferien sind, kann Mamaci keine großen Aussagen über die Fitness treffen. Dazu sind noch zu viele Cracks in Urlaub. Auf jeden Fall weiß Türkspor-Mann aber eines: Der Rundenauftakt Anfang August wird ein Knaller. Da gibt’s ein 100-prozentiges Derby gegen den FC Odin Schönmattenwag, mit dem man sich auf dem Sportplatz in Unter-Schönmattenwag in der Saison das Heimrecht teilt.

„Wir sind wieder mit dem Ziel Aufstieg in die Runde gegangen“, betont Oktay Mamaci rückblickend. In den beiden Vorjahren hatte sich der Bergsträßer Fußball-C-Ligist dieses auch gesetzt, blieb dann aber in der Endabrechnung jeweils auf Platz 3 hängen. Dieses Mal lief es besser: Man rückte Tabellenführer ISC Fürth gefährlich nah auf die Pelle, musste sich am Schluss zwar mit der Silbermedaille begnügen, stieg aber trotzdem direkt in die B-Klasse auf.

Der Start in die Saison 17/18 war holprig. Unter dem neuen Trainer Sahin Aktan gab es im ersten Spiel eine hohe Klatsche gegen den ISC Fürth. Was gleichzeitig für den Coach das sofortige Aus bedeutete. Es übernahm Fentci, der das Team schon 2014 zur Meisterschaft in der D-Klasse geführt und mit ihm den Aufstieg geschafft hatte. Zwischenzeitlich gab es zwar noch einmal den einen oder anderen kleinen Durchhänger, doch gerade zum Ende der Runde hin bewies das Team eine große Konstanz. Mit dem Aufstieg hörte aber auch der Erfolgstrainer wieder auf.

Die neue alte Aufgabe reizt Sönmez wieder: „Er sieht die Qualität gerade der jungen Spieler, will sie rauskitzeln und zu optimaler Leistung führen“, sagt Mamaci. „Er kann die Jungs gut motivieren.“ Damit ist er Coach genau der richtige für das Ziel, die Mannschaft zu verjüngen. Tufan Sönmez ist ein Trainer mit großer Erfahrung. Er war früher als Spieler bei Türkspor und Eintracht Wald-Michelbach aktiv, trainierte auch die Eintracht-Jugend und zwischendurch Türkspor Beerfelden. Der Trainer mit A-Lizenz „ist mit seiner Routine optimal, um die Jungs zu führen“, freut sich Mamaci.

Für die neue Runde ist es erklärtes Ziel, ein paar junge Wilde zu integrieren. Denn das bisherige Durchschnittsalter des Teams ist etwas hoch. „Sonst hätten wir längerfristig keine Chance gegen junge, hungrige Mannschaften“, meint er. „Wir müssen eine gute Mischung finden.“ Es gibt die eine besondere Baustelle: „Dem Team hapert es am Läuferischen, an Kraft und Ausdauer“, weiß Mamaci. Spielerisch haben es die Türkspor-Mannen allemal drauf.

Das erklärte Ziel der Elf ist es, „in der B-Klasse guten Fußball zu spielen“. Da mit (unter anderem) Affolterbach, Weiher, Trösel, Birkenau, Fürth, Schönmattenwag und Mörlenbach viele Teams aus Überwald und Weschnitztal dabei sind, freut sich Mamaci über viele Derbys. Ganz praktisch  dabei: Die Türkspor-Elf muss nicht mehr so oft die weite Reise an die Bergstraße antreten.

Türkspor Wald-Michelbach

Abgang: Dennis Proyer (SG Wald-Michelbach)

Zugänge: Arben Cermjani (ISC Fürth), Okan Bekyigit (SG Unter-Abtsteinach) , Sahad Adam (SG Wald-Michelbach), Ayhan Aran (TSV Aschbach), Tura Baris (JFV Wald-Michelbach), Oktay Karatas (Eintracht Wald-Michelbach), Jose Martin Dermenci (TSV Weiher), Tarik Sönmez (Sportfreunde Siepen)

Kader: Sinan Tuna, Levent Salimov, Koray Tunca, Yasar Yilmaz, Kemal Keskin, Assad Jamac,  Tamer Keskin, Tolga Palantekin, Yasin Tekin, Tayfun Büyükodabasi, Necati Bekyigit, Savas Keskin,  Tugay Altinbay, Cengizhan Baris, Semih Isik, Oguzhan Gökdemir, Sedat Baris, Tuna Hakan, Milen Mihaylov, Semih Berkan Mamaci, Arben Cermjani, Okan Bekyigit, Sahad Adam, Ayhan Aran, Tura Baris, Oktay Karatas, Jose Martin Dermenci, Tarik Sönmez

Trainer: ab dieser Saison wieder im Amt Tufan Sönmez (zuvor bereits bis 2004 sowie 2014 bis 2016)

Ziel: Sich in der B-Liga etablieren und guten Fußball spielen

Favorit: SV Kirschhausen

 

Alter Bekannter wird neuer Trainer bei Türkspor Wald-Michelbach

Im dritten Anlauf hat es geklappt. „Wir sind wieder mit dem Ziel Aufstieg in die Runde gegangen“, betont Türkspor-Spielausschussvorsitzender Oktay Mamaci. In den beiden Vorjahren hatte sich der Bergsträßer Fußball-C-Ligist dieses auch gesetzt, blieb dann aber in der Endabrechnung jeweils auf Platz 3 hängen. Dieses Mal lief es besser: Die Mannen von Mesut Fentci rückten Tabellenführer ISC Fürth gefährlich nah auf die Pelle, mussten sich am Schluss zwar mit der Silbermedaille begnügen, stiegen aber trotzdem direkt in die B-Klasse auf. Dort wird sie ein alter Bekannter trainieren: Tufan Sönmez übernimmt den Trainerstab von Fentci.

Hauptsache es hat geklappt, meint Mamaci. „Wir wurden vom Aufstieg kalt erwischt“, lacht er. Erst auf der Heimfahrt nach der 4:3-Niederlage in Zwingenberg realisierten die Türkspor-Mannen, dass sie nicht in die Relegation müssen. In Wald-Michelbach angekommen, war die Elf dann so richtig  in Feierlaune. Mit einem kleinen Autokorso wurde der direkte Aufstieg gefeiert, in den zwei Stammkneipen ging es dann abends noch weiter.

Der Start in die Saison war holprig. Unter dem neuen Trainer Sahin Aktan gab es im ersten Spiel eine hohe Klatsche gegen den ISC Fürth. Was gleichzeitig für den Coach das sofortige Aus bedeutete. Es übernahm Fentci, der das Team schon 2014 zur Meisterschaft in der D-Klasse geführte und mit ihm den Aufstieg geschafft hatte. „Als ehemaliger Spieler kennt er unsere Leute und den Verein bestens“, hat dieser den besten Türkspor-Einblick.

Zwar tat sich die Mannschaft auch unter Fentci erst noch ein bisschen schwer, doch je länger die Saison lief, desto besser kam sie ins Spiel. Im Laufe der Hinrunde fand man wieder zu früherer Stärke zurück, was auch mit einer konstanten Aufstellung und der Rückkehr von der Vierer- zur Dreier-Kette zu tun hatte. Die Spieler hatten ihre festen Positionen und dazu gab es keine größeren Ausfälle.

Zwischenzeitlich gab es zwar noch einmal den einen oder anderen kleinen Durchhänger, doch gerade zum Ende der Runde hin bewies das Team eine große Konstanz. Durch die fortwährenden Siege von Türkspor wurde es für den ISC Fürth immer enger, der ein paar Punkte kurz vor dem Ende unnötigerweise liegen ließ.

Jedoch ist die Fentci-Zeit schon wieder vorbei: Der Erfolgstrainer wollte nicht in der höheren Klasse weitermachen. „Alle Überredungsversuche sind gescheitert“, bedauert Mamaci. Denn mit seinem Alter, seiner Ausstrahlung und seiner „Härte“ war er eine Respektsperson. „Das war wirklich Gold wert, was er für den Verein erreicht hat“, hebt der Spielausschussvorsitzende das segensreiche Wirken von Fentci hervor.

Mit dem neuen Trainer „wird es eine Welle der Euphorie geben“, ist er sich sicher. Denn Sönmez coachte das Team bereits zwei Mal: 2004 schaffte er den Aufstieg in die B-Klasse. Dann war er noch einmal zwischen September 2014 und Januar 2016 im Amt. Seitdem trat der 52-Jährige fußballerisch  etwas kürzer und trainierte nur noch eine Fußball-AG an der Schule in seinem Wohnort Rimbach.

Die neue alte Aufgabe reizte ihn wieder: „Er sieht die Qualität gerade der jungen Spieler, will sie rauskitzeln und zu optimaler Leistung führen“, sagt Mamaci. „Er kann die Jungs gut motivieren.“ Damit ist Sönmez genau der richtige für das Ziel, die Mannschaft zu verjüngen. „Nachdem Mesut gesagt hat, dass er nicht mehr weitermacht, haben wir nach Alternativen geschaut“, erläutert er. Letztlich entschied sich der Vorstand mit großer Mehrheit, weil dieser die Sprache kann und „ein Gefühl für die Mentalität hat“.

Tufan Sönmez ist ein Coach mit großer Erfahrung. Er war früher als Spieler bei Türkspor und Eintracht Wald-Michelbach aktiv, trainierte auch die Eintracht-Jugend und zwischendurch Türkspor Beerfelden. Der Trainer mit A-Lizenz „ist mit seiner Routine optimal, um die Jungs zu führen“, freut sich Mamaci.

Die Runde verlief laut Mamaci etwas ruhiger als die vorhergehende. „In Hüttenfeld war’s bisschen heiß“,  sagt er. Die Schwanheimer verließen in der 70. Minute den Platz, was aber mit der Schiri-Leistung zu tun hatte. Manchmal gab’s  auch untereinander ein bisschen Zoff, aber nach dem Spiel hatten sich die Streithähne wieder beruhigt. Die wechselhafte Trainingsbeteiligung stößt ihm aber sauer auf.

Für die neue Runde ist es erklärtes Ziel, ein paar junge Wilde zu integrieren. Denn das bisherige Durchschnittsalter des Teams ist etwas hoch. „Sonst hätten wir längerfristig keine Chance gegen junge, hungrige Mannschaften“, meint er. „Wir müssen eine gute Mischung finden.“ Die Vorbereitung auf die neue Runde muss konzentriert laufen. Denn es gibt eine besondere Baustelle: „Dem Team hapert es am Läuferischen, an Kraft und Ausdauer“, weiß Mamaci. Spielerisch haben es die Türkspor-Mannen allemal drauf.

Das erklärte Ziel der Elf ist es, „in der B-Klasse guten Fußball zu spielen“. Da mit Affolterbach, Weiher, Trösel, Birkenau, Fürth, Schönmattenwag und Mörlenbach viele Teams aus Überwald und Weschnitztal  dabei sind, freut sich Mamaci über viele Derbys. Ganz praktisch  dabei: Die Türkspor-Elf muss nicht mehr so oft die weite Reise an die Bergstraße antreten.

 

Sinan Tuna, Torwart, 30, Produktionsmitarbeiter: Hat so einige Punkte gerettet durch glänzende Reaktionen auf der Linie, gute Reflexe

Levent Salimov, Torwart, 30, Angestellter: Ganz stark auf Linie und 1 gegen 1, gute Abschläge

Sahin Aktan, Torwart, 42, selbstständig: Großer Bruder im Team, genießt viel Respekt, ist immer da wenn‘s klemmt – im Tor und auf dem Feld

Koray Tunca, rechter Verteidiger, 31, Straßen- und Verkehrstechniker: Sunnyboy des Teams, stark in der Abwehr mit Ruhe und Übersicht, zurecht Kapitän

Yasar Yilmaz, Libero, 33, Einzelhandelskaufmann: Urgestein der Abwehr, hat überall einen Fuß drin, so dass der Ball hängen bleibt. Leider ein bisschen trainingsfaul

Dennis Proyer, linker Verteidiger, 26, Möbel-/Küchenmonteur: Eine Lauf- und Kampfmaschine, gegen den Linksfuß in der Abwehr taten sich einige Gegner schwer

Kemal Keskin, defensives Mittelfeld, 26, Produktionsmitarbeiter: Meister für Fernschüsse – wenn der Ball Richtung Tor geht, ist er drin. Läuferisch hapert es.

Assad Jamac, linkes Mittelfeld, 27, Produktionsmitarbeiter: laufstark, macht die linke Seite unsicher und läuft dort hoch runter

Tamer Keskin, Stürmer, 33, selbstständig: Immer noch Weltklasse, treffsicher, der Ball klebt an ihm

Tolga Palantekin, zentrales Mittelfeld, 32, Produktionsmitarbeiter: Ganz starke Übersicht, Pass kommt millimetergenau an, überragender Linksfuß, technisch grandios

Yasin Tekin, Mittelfeld, 22, Schüler: läuferisch stark, muss noch Spielpraxis sammeln

Tayfun Büyükodabasi, Mittelfeld, 21, Schüler: der Muskelmann, blitzschnell, Kämpfer, manchmal zu hektisch

Necati Bekyigit, Stürmer, 20, Elektroniker für Nutzfahrzeuge: Joker des Teams, bei Kurzeinsätzen einige Treffer erzielt, muss Praxis sammeln

Savas Keskin, Sturm/rechtes Mittelfeld, 31, Maschinenführer: sehr flink und unangenehm als Gegner, guter Schuss, manchmal nicht abgeklärt genug

Tugay Altinbay, Mittelfeld, 25, Elektroniker für Betriebstechnik: nach langer Fußballpause im Winter dazugekommen, muss viel Praxis sammeln

Cengizhan Baris, Libero/defensives Mittelfeld, 33, Produktionsmitarbeiter: räumt alles ab vor der Abwehr, laufstark, guter Linksfuß

Semih Isik, rechter Verteidiger, 21, Bürokaufmann: laufstark, Kämpfer, manchmal orientierungslos, mit etwas mehr Praxis kann man auf ihn zählen

Oguzhan Gökdemir, Verteidiger, 19, Einzelhandelskaufmann: berufsbedingt wenig Training, dadurch kaum Einsätze, dennoch immer dabei, sorgt für gute Musik

Sedat Baris, defensiver Mittelfeld, 27, Kraftfahrer: Kämpfer, der nie aufgibt, ist mit Herz und Seele beim Verein dabei, Schatzmeister der Mannschaftskasse

Yalcin Basaran, Stürmer, 33, Produktionsmitarbeiter: erfahrener Stürmer, war schon höherklassig, abgeklärt vorm Tor, aber trainingsfaul

Hakan Tuna, defensives Mittelfeld, 33, Angestellter: vom Stürmer zum Sechser gewandelt, enorme Kampfbereitschaft, gibt nie auf, sehr erfahren

Milen Mihaylov, rechts Mittelfeld, 27, Produktionsmitarbeiter: hört man gar nicht auf dem Platz, sehr schnell und spritzig

Mit drei Neuzugängen will der FC Odin Schönmattenwag in der Kreisliga B oben angreifen

Nach oben hin sind noch alle Chancen gewahrt, personell sieht es besser aus und die Spieler machen mit: Spielausschuss-Vorsitzender Toni Wurzel zieht eine positive Zwischenbilanz beim FC Odin. „Mit dem Verlauf der Runde sind wir zufrieden“, meint er zum bisherigen Abschneiden in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B. Bis auf die enteilte und quasi schon aufgestiegene SG Unter-Abtsteinach II trennen den Verfolger-Siebener nur drei Punkte. Alles ist möglich. Deshalb heißt die Devise von Trainer Jan Schörling auch: „Konstanz, Konstanz, Konstanz.“

Das Ziel zum Saisonstart lautete beim FC oberes Tabellendrittel. „Das haben wir ganz gut erreicht“, freut sich Wurzel. Er weiß aber auch, dass ein einziges Spiel über vier oder fünf Tabellenplätze entscheiden kann. „Wenn alle fit und an Bord sind, können wir vorn mitmischen“, sagt er. Um zu wissen, ob die Elf noch in den Aufstiegskampf mit eingreifen kann, gilt es abzuwarten, „wie wir aus der Winterpause rauskommen“.

Die Trainingsbeteiligung war Schörling zufolge durch den engen Kader und die vielen Verletzten etwas durchwachsen. „Die ist aber nötig, um 90 Minuten volle Leistung zu bringen“, weiß er. Gegen Ende der Hinrunde hin wurde es besser. „Da waren wir auf einem guten Weg.“ Deshalb kam die Winterpause fast ungelegen, ist aber praktisch, sodass sich alle auskurieren können.

Damit mehr Beständigkeit einkehrt, hat der FC bereits personell nachgelegt. Denn die fehlende Konstanz rührte auch daher, dass man bisher einen (zu) kleinen Kader hatte. „Wenn zwei oder drei wichtige Leute ausfielen, war es schwierig, die Leistung zu halten“, erläutert Wurzel. Das passierte nicht nur einmal, soll aber nach der Winterpause möglichst der Vergangenheit angehören. „Wenn die drei neuen mit einsteigen, haben wir in der Rückrunde ein paar Alternativen“, meint er.

Im Februar wird mit dem 18-jährigen Marcel Berbner ein Nachwuchstalent eingesetzt. Nico Helfrich, vorher beim TSV Aschbach, läuft ebenfalls mit auf wie auch Lars Keßler, zuvor bei der Eintracht 1b aus Wald-Michelbach aktiv. Mit Jonas Werner, der sich wieder in Richtung seines Wohnorts Eulsbach orientierte, gibt es nur einen Abgang. „Ich bin sehr froh über die Neuzugänge“, ergänzt Schörling. Das belebt die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft. Ihn freut es daneben, dass der Langzeit-Verletzte Patrick Brand im Frühjahr wieder einsteigen will.

Die Planung für die kommende Saison läuft ebenfalls schon, verrät Wurzel. Natürlich würde der Verein gern Spielertrainer Jan Schörling halten. Entschieden ist noch nichts, „aber wir sind guten Mutes“, so der Spielausschuss-Vorsitzende. Daneben hält der FC auf dem Spielermarkt Ausschau nach weiteren Kickern.

„Die ersten drei oder vier Begegnungen sind entscheidend“, betont Wurzel mit Blick auf den Start aus der Winterpause. Wenn der FC gut loslegt und die Euphorie mitnimmt, könnte man durchaus beim Ringen um den zweiten Platz mitreden, denkt er. „Die Jungs haben es selbst in der Hand“, hebt Wurzel hervor. „Das Umfeld passt und wir haben einen super Trainer“, sagt er.

Trainingsstart soll Ende Januar sein, wenn es die Platzverhältnisse zulassen. Sonst weicht der FC Odin ins Haus des Gastes von Schimmeldewog aus. Vorbereitungsspiele gibt es dann je nach Wetterlage. Nachdem der Verein in den vergangenen Jahren schlechte Erfahrungen mit Hallenturnieren machte, lässt man diese aufgrund der hohen Verletzungsgefahr dieses Mal ausfallen. „Bis der reguläre Spielbetrieb startet, wollen wir aber bisschen Abwechslung reinbringen“, hofft Toni Wurzel.

Ob das Nachholspiel beim Ligavierten Fehlheim Ende Februar stattfindet, steht noch in den Sternen. Der dortige Naturrasen ist ziemlich anfällig. Die erste reguläre Partie gegen den Tabellenvorletzten FC Fürth II ist dann gleich dazu geeignet, Selbstvertrauen und Punkte zu tanken. „Wir wollen in diesen beiden Begegnungen unsere Leistung komplett abrufen“, ist der Wunsch von Spielertrainer Schörling.

Spielerisch sieht er seine Elf topfit. Schörling spricht dem Team ein Riesenlob aus, wie es mitzieht. Ansetzen will er bei der mentalen Einstellung. „Auf dem Platz muss der Kopf frei sein“, sagt er. Daran will Schörling weiter arbeiten. „Fußball spielen können wir bereits alle“, lacht er. Nach der Pause will er immer von Spiel zu Spiel schauen. Gerade weil sieben Teams praktisch gleichauf liegen, ist die Konstanz sehr wichtig. Vielleicht ist es durch diese auch möglich, sich einen kleinen Abstand zu erarbeiten, so seine Hoffnung.

Als kleiner Verein hat der FC seinen Worten nach ganz andere, schwierigere Voraussetzungen als größere Teams, die noch eine zweite Mannschaft aufstellen können. „Wir wollen das Optimale herausholen“, sagt er deshalb. Sollte es am Ende der Runde der zweite Platz der Kreisliga B sein, der zu den Relegationsspielen berechtigt, „nehmen wir den natürlich auch gern mit“, grinst Schörling.

FC Schönmattenwag hatte beim Überwald-Derby der Fußball-Kreisliga B gegen den SV Affolterbach mit 5:3 die Nase vorn

Viel mehr kann man eigentlich von einem Derby nicht erwarten. Zahlreiche Torchancen auf beiden Seiten, Spannung pur, acht Tore, viele Emotionen bei den Teams: Das Überwald-Duell der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B zwischen dem FC Odin Schönmattenwag und dem SV Affolterbach hielt, was es versprach. Mit einem glücklicheren Ende für die Hausherren. Die gewannen 5:3, nachdem sie ihre 4:0-Führung Ende der zweiten Hälfte fast noch verspielt hatten.

In der Pause schien schon alles klar: Der FCO lag mit 4:0 in Front. Das war nicht unbedingt der drückenden Überlegenheit der Gastgeber geschuldet, sondern der klar besseren Chancenverwertung. Fast alle Schüsse aufs Tor fanden auch den Weg in den SVA-Kasten. Auf der anderen Seite hatte der SVA einfach kein Glück beim Abschluss, was auch der Glanzleistung von Torwart Ramon Jöst an diesem Tag geschuldet war.

Der zeichnete sich gleich mehrfach aus. So als er in der 14. Minute einen Schuss von Dörsam aus kurzer Distanz abwehrte oder vier Minuten später den Schuss von Guthy aus zwölf Metern parierte. Wie auch in der 42. Minute gegen denselben Spieler. „Unser Keeper machte ein super Spiel“, hatte FC-Spielausschussvorsitzender Toni Wurzel nur lobende Worte für den Ersatzmann. Aber auch Frank Sattler beim SVA, der schon in der 17. Minute für Krause rein musste, holte ein paar sicher geglaubte Dinger raus. Etwa in der 23. Minute, als er einen Kopfball von Patrick Walter glanzvoll hielt.

Verkehrte Welt dann nach der Pause. Nachdem Knapp das 5:0 in der 50. Minute auf dem Fuß hatte, aber der Ball noch von der Linie geholt wurde, kam der SVA ran. Beim FC schlich sich angesichts der vermeintlich hohen Führung etwas der Schlendrian ein. Der SVA witterte Morgenluft. In der 60. Minute klärte Jöst noch gegen Heckmann, aber dann kam der Gäste-Sturmlauf. Nach dem 4:1 waren die Blauen fast nur noch in der Hälfte der Einheimischen zu finden. Die kamen gehörig ins Schwimmen. Das 4:2 nach einem schönen Fernschuss von Guthy bildete den Auftakt zu einer nervösen Schlussphase, in der es ein ums andere Mal laut wurde und sich die Nickligkeiten häuften.

Ein heiß diskutierter Elfer für die Gäste, bei dem Seitz Jöst keine Chance ließ, war der Startschuss für spannende zehn Minuten, in denen die Besucher ihre Herztropfen nicht vergessen durften. Erst hatte der FC zwei gute Chancen durch Freistöße, ehe dann die Querlatte dem SVA den Ausgleich verwehrte. Ein Nachschuss ging weit übers Tor. Auf anderen Seite ein ähnliches Bild. Zink hätte in der 86. Minute alles klar machen können, aber auch ihm war das waagrechte Metall im Weg.

Gebrülle auf den Ersatzbänken, laute Rufe Richtung Schiedsrichter und Diskussionen der einzelnen Entscheidungen: Die Nerven lagen blank. Für die Erlösung sorgte endlich in 90. Minute Walter mit der erlösenden 5:3. Die zahlreichen Foul-Unterbrechungen ließen noch einige Nachspielminuten vergehen, in denen Dörsam mit Gelb-Rot wegen Meckerns vom Platz flog, ehe endlich der Abpfiff folgte.

„Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen“, so Wurzel. Wieder einmal spielte der FC nicht konzentriert über 90 Minuten durch. „Das müssen wir in den Griff kriegen.“ Nach der „super ersten Hälfte“ schaltete die Elf einen Gang zurück und bekam prompt die Quittung. Helmut Sattler auf SVA-Seite sah nach einer „indiskutablen ersten Halbzeit“, in der die Chancenverwertung unter aller Kanone war, nach der Pause durchaus noch Chancen für die Gäste auf den Ausgleich. „Ein Punkt wäre gerecht gewesen“, meinte er. Letztendlich „haben wir es uns aber selbst zuzuschreiben“, dass die drei Zähler in Schönmattenwag blieben.

FC Odin Schönmattenwag: Jöst, Sauer, Schörling, Gerl, Patrick Walter, Selzer, Knapp, Smieja (23. Heiser), Stefan Walter (63. Zink), Patzak, Heißer (70. Wilhelm)

SV Affolterbach: Krause (17. Sattler), Mottl, Seitz, Planicka, Heckmann, Scholl, Guthy, Slusarz, Banaszkiewicz (46. Seeberger), Dörsam, Reim (60. Sejaric)

Tore: 1:0 P. Walter (6.), 2:0 Schörling (15.), 3:0 Patzak (24.), 4:0 P. Walter (38.), 4:1 Dörsam (70.), 4:2 Guthy (75.), 4:3 Seitz (78., Elfmeter), 5:3 P. Walter (90.), Zuschauer: 70