Bei Türkspor Wald-Michelbach steht in der C-Liga eine eingespielte Truppe auf dem Platz

Kontinuität steht hoch im Kurs beim Fußball-C-Ligisten Türkspor Wald-Michelbach. Denn gegenüber der vergangenen Runde gab es in der Sommerpause keine Abgänge beim vorherigen Tabellendritten. Stattdessen kamen zwei bewährte Kräfte hinzu, die das eingespielte Team in der kommenden Saison beim Blick nach oben tatkräftig unterstützen wollen. Und natürlich mit Sahin Aktan ein neuer Trainer, der vorher in der Pfalz wirkte.

Wie der sportliche Leiter Oktay Mamaci sagt, ist die Mannschaft in der vergangenen Saison zusammengewachsen. Dass es praktisch keine Veränderungen gab, wertet er deshalb als sehr positiv. Man kann damit dort weitermachen, wo es Anfang Juni endete. Damals hieß das Endergebnis Platz 3, was aber nicht unbedingt an der Rückrunde lag. In der hatten die Mannen zwischenzeitlich eine gute Serie hingelegt und waren nahe an die Aufstiegsränge gerückt.

Letztendlich war es der verpatzte Start in die Runde 2016/17, der durch die damit fehlenden Punkte noch bis zum Saisonende hin ausstrahlte und somit verhinderte, dass sich die in Unter-Schönmattenwag beheimate Elf einen Platz an der C-Liga-Sonne sichern konnte. Nach der Trennung vom damaligen Trainer folgte eine Siegesserie von zehn Spielen. Dann aber zog man bei sechs Punktspielen wieder den Kürzeren.

Trotz allem, betont der Vereinsfunktionär, wurde eine gute Saison gespielt. Zwei Jahre in Folge den dritten Platz zu belegen „ist doch auch was“. Als sehr erfreulich nennt er den soliden Rang in der Fairnesstabelle. „Es gab keinen Platzverweis in der ganzen Runde“, betont Mamaci, nachdem es in der Saison 2015/2016 noch ganz anders ausgesehen hatte. Von größeren Verletzungen blieb man ebenfalls schon verschont.

Auch wenn Mamaci sagt, dass Türkspor „oben mitspielen“ will, liebäugelt die Mannschaft unterschwellig natürlich immer mit einem besseren als dem dritten Platz. Die Neuzugänge Cengizhan Baris und Yalcin Basaran sind dabei alte Bekannte. Ersterer spielte bis zur Winterpause selbst noch bei Türkspor und soll mit seiner Rückkehr der Abwehr zu Stabilität verhelfen.

Denn die war in der Vergangenheit oftmals die Achillesferse des Teams. Das macht vorn drei, vier, fünf Treffer, bekommt aber hinten oftmals in gleicher Anzahl die Hütte voll und vergab deshalb Begegnungen leichtfertig. „Baris wird hinten eine große Stütze sein“, hofft der sportliche Leiter. Was aber nichts daran ändern wird, „dass wir generell an der Abwehr arbeiten müssen“.

Basaran, der in früheren Jahren schon Gruppenliga-Erfahrung sammelte, ist eigentlich gelernter Stürmer. Aber aufgrund seiner vielen Jahre am Ball inzwischen universell einsetzbar. „Der wird uns eine große Unterstützung sein“, sagt Mamaci. In den Startlöchern steht noch ein potenzieller Neuzugang aus Bulgarien, für den er jetzt gerade die Unterlagen beantragt hat.

Der sportliche Leiter tut sich schwer, die Ligakonkurrenten einzuschätzen. Aus dem Ried hält er die SG Hüttenfeld für einen Mitfavoriten. „Die haben ihren Kader gehalten und sich gut verstärkt.“ Auch hat die SG Hammelbach/Scharbach den Kollegen aus dem Überwald durch ihre Rückrundenleistung ohne eine Niederlage Respekt eingeflößt. Dazu noch 17 Neuzugänge – das macht Eindruck.

In der kommenden Runde will Türkspor auf jeden Fall einen solchen Fehlstart wie vergangenes Jahr verhindert. Ein erfolgreicher Beginn wäre laut Mamaci schon die halbe Miete, um sich in der Liga gut zu positionieren. Er ist vorsichtig optimistisch, dass dies auch gelingt. Denn das Team dürfte bis auf Torwart Salimov beim ersten Spiel im August komplett an Bord sein.

 

Abgänge: keine

Zugänge: Trainer Sahin Aktan, gleichzeitig Trainer (Türkgücü Neustadt), Cengizhan Baris und Yalcin Basaran (beide Anatolia Birkenau)

Kader: Levent Salimov, Sahin Aktan, Koray Tunca, Yasar Yilmaz, Dennis Proyer, Kemal Keskin, Assad Jamac, Tamer Keskin, Tolga Palantekin, Yasin Tekin, Tayfun Büyükodabasi, Necati Bekyigit, Semih Berkan Mamaci, Tanju Keskin, Ibrahim Öz, Semih Isik, Oguzhan Gökdemir, Sedat Baris

Trainer: Sahin Aktan (ab dieser Saison), sportlicher Leiter Oktay Mamaci

Saisonziel: oben mitspielen

Favoriten: SG Hüttenfeld, SG Hammelbach/Scharbach

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Die Zweite der KSG Mitlechtern will in der kommenden C-Liga-Runde weiter oben stehen

In seiner ersten vollen Saison als Spielertrainer will Manuel Seberkste ein besseres „Endergebnis“ hinlegen als in der vergangen Fußball-C-Liga-Runde. Damals war die zweite Mannschaft der KSG Mitlechtern in der Schlusstabelle auf Platz 9 gelandet, was seinen Worten zufolge nach der guten Hinrunde etwas unbefriedigend war. Allerdings unterm Strich durchaus noch akzeptabel, wenn man die Erwartungen vor dem Start betrachtet.

Damit die Männer aus dem Lörzenbachtal aber weiter oben stehen, gilt es ein Manko auszumerzen: die schlechte Trainingsbeteiligung. „Die muss unbedingt besser werden“, schwört Seberkste seine Teamkollegen auf eine regelmäßigere Beteiligung an der Vorbereitung ein. Zwar trainiere man in der Regel zusammen mit der Ersten, „aber von der reinen Zweiten waren vor allem in der Rückrunde zu wenige da“.

Besonders zum Ende der Runde hin machte sich der Personalmangel immer drängender bemerkbar. „Teilweise sind wir nur mit elf Mann zu Spielen gefahren“, ärgerte er sich. Und diese Rumpfelf musste er vorher auch noch zusammentelefonieren. Für Seberkste „nicht das, was man sich als Trainer vorstellt“. Zu wenige kamen ins Training, um Spielsituationen effektiv einüben zu können „und dann in den Begegnungen was zu reißen“. Dann kann laut dem Coach „auch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht werden“. Teilweise halfen sogar ein paar Cracks aus der Soma aus, weil sonst nicht genug Leute angetreten wären. Denen ist er sehr dankbar für die Unterstützung.

Was im Gegensatz dazu erreicht werden konnte, wenn der Kader mal komplett war, zeigte sich zu bestimmten Anlässen auch. „Dann stimmte das Spielerische“, beobachtete der Trainer erfreut. Hinten stand die Mannschaft immer ziemlich gut, nach vorn drückte allerdings etwas der Fußball-Schuh dahingehend, dass nicht genug Bälle den Weg ins Tor fanden. Weswegen er Spielaufbau und Offensiv-Aktionen in den Fokus seiner kommenden Tätigkeit vor Rundenbeginn – und danach – richten möchte. „Das Angriffsspiel soll forciert werden“, so Seberkste, damit man sich mehr Torchancen erarbeitet. Und diese logischerweise auch verwertet.

„Ich hatte schon gehofft, in der Endabrechnung weiter oben zu stehen“, gibt der Trainer unumwunden zu. Doch wenn vor der Runde jemand Platz 9 – der es dann auch war – genannt hätte, „wäre ich zufrieden gewesen“. Mit Blick auf die vertanen Möglichkeit und das Potenzial der Elf dann doch aber „etwas enttäuschend“. Das soll jetzt besser werden, auch wenn es für ihn in der C-Liga andere Favoriten gibt. Etwa die SG Hammelbach/Scharbach, die mit ihrem Lauf der Rückrunde ohne verlorenes Spiel alle beeindruckte.

Der Kader verändert sich gegenüber der vorigen Runde kaum, so der Trainer. Die vier Soma-Abgänge werden teilweise im Fall der Fälle einspringen, sollte es trotz aller guten Worte noch einmal eng werden. Jan Rössling aus der eigenen Jugend soll in der Abwehr verstärken, Olad Zakariya mit seiner Erfahrung im Mittelfeld.

Seberkste, seit einem halben Jahr in Amt und Würden, kann auf die große Unterstützung aus dem Verein zählen. „Die Orga in der KSG ist top“, freut er sich. Mit der ersten Mannschaft gebe es eine gute Zusammenarbeit. „Es herrscht ein super Klima“. Innerhalb des Fußballclans „verstehen wir uns alle“.

Zugänge:  Jan Rössling (eigene Jugend), Olad Zakariya (SV/BSC Mörlenbach)

Abgänge: Dirk Jentsch, Michael Gruß, Bastian Wolf, Christian Stumpf (alle Soma), Tobias Baier, Christopher Schröder (beide FSV Rimbach), Joachim Hademer (TSV Hambach)

Kader: Daniel Berauer, Martin Bitsch, Michael Fechler, Marcel Garotti, Marius Glatz, Philipp Gross, Tim Hofmann, Felix Hohrein, Ali Karaca, Alexander Kilian, Simon Krauss, Abdirahman Mohamed, Pascal Naumann, Mehmet Anil, Julian Rettig, Niklas Ripper, Marcel Ritter, Jan Rössling, Holger Schlue, Heiko Schmidt, Steffen Schmitt, Georg Schneider, Manuel Seberkste, Axel Sellenthin, Maximilian Snoppek, Jan Strohmenger, Volkan Türkoglu, Timo Ziegler, Mathias Uhlir, Alexander Sanns

Trainer: Manuel Seberkste (seit Februar)

Saisonziel: besseres Abschneiden als in der vergangenen Runde mit Platz 9

Favorit: SG Hammelbach/Scharbach

Nach dem Fehlstart in die C-Liga-Runde will die SG Hammelbach/Scharbach im Rest der Rückrunde angreifen

„Wir hatten uns zu Beginn der Runde etwas anderes vorgenommen.“ SVH-Vorsitzender Rainer Wolk macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, dass die SG Hammelbach/Scharbach als Absteiger aus der B-Liga nicht gleich in der C-Liga nach unten durchgereicht werden wollte. „Auch wenn wir Abgänge von ein paar Leistungsträgern hatten, war das gesicherte Mittelfeld unser Ziel“, betont er. Es sollte anders kommen. Erst in den Partien vor der Winterpause berappelte sich die SG und spielte sich mit eigenen Kräften aus der Abstiegszone.

Eigentlich „wollten wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, meint Wolk. Doch durch den schlechten Start zu Beginn der Saison fand sich die Spielgemeinschaft der beiden Grasellenbacher Ortsteile plötzlich auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Sich von dort wieder rauszuarbeiten, oblag Interimscoach Manfred Greulich, der Mitte der Hinrunde das Training übernahm. Wie es mit Provisorien so ist, wird Greulich, der eigentlich nur für ein paar Begegnungen einspringen wollte, das Team nun bis Ende der Saison 2016/17 trainieren.

Ihm gelang es, die durch mehrere Niederlagen mental etwas angeschlagene Truppe wieder aufzurichten. „Die Mannschaft hat Selbstvertrauen getankt“, beobachtete Wolk. Alles läuft jetzt in geregelten Bahnen. Von der Körpersprache her ist das Team seinen Worten nach aufs Neue präsent auf dem Platz. „Manfred Greulich hat die Spieler erreicht, konnte sie motivieren“, lobt er.

Zusammen mit dem gestärkten Selbstbewusstsein kam auch der Erfolg auf dem Fußballplatz zurück. Die SG arbeitete sich nach und nach auf den Platz vor dem Relegationsrang und überwintert jetzt dort. Im Rest der Rückrunde „wollen wir so schnell wie möglich unser eigentliches Saisonziel anpeilen“, betont Wolk. Nämlich das gesicherte Mittelfeld.

Um sich nach hinten abzusichern, war es seinen Worten nach erst einmal wichtig, „die Defensive zu stabilisieren“. In den Begegnungen vor dem Jahreswechsel „ist das gut gelungen“, freut sich der SVH-Vorsitzende. Wenn das Team hinten sicher steht, soll es in spe auch darum gehen, an der Chancenverwertung zu arbeiten. „Die lässt manchmal noch zu wünschen übrig“, so Wolk.

Sehr erfreulich ist die Trainingsbeteiligung. Zwischen 16 und 20 Mann finden sich immer auf dem Platz ein, wenn Manfred Greulich das Team coacht. Sicherlich trägt hierzu auch der gute Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft bei, der sich im vergangenen halben Jahr herausgebildet hat. „Die Jungs verstehen sich“, meint Wolk. Das kommt auch in vielen gemeinsamen Aktivitäten außerhalb des Sportfeldes zum Ausdruck.

Nicht nur das stimmige Gemeinschaftsgefühl, sondern auch die Konstanz im Kader stimmt Wolk positiv für die Rückrunde. „Wir haben in der Winterpause keine Abgänge“, sagt er. Vielmehr ist die SG Hammelbach/Scharbach mit ein paar erfahrenen Cracks im Gespräch, die früher höherklassig agierten, dann die Sportschuhe einige Zeit an den Nagel hängten, aber jetzt vielleicht wieder für die Spielgemeinschaft auflaufen werden. „Es ist aber noch nichts spruchreif“, so der SVH-Vorsitzende.

Die C-Liga-Saison lief bisher für den SV Fürth II viel besser als erwartet

„Die Runde ist eindeutig besser gelaufen als wir uns das vorgestellt hatten“, freut sich Trainer Andreas Sielmann. Der SV Fürth II war mit dem Ziel in die C-Liga-Runde gestartet, „wieder mal ein paar Spiele zu gewinnen und Tore zu schießen“. Zwischen Platz 6 und 8 peilte man damals an. Es kam besser – ziemlich viel besser. Aktuell liefern sich die Weschnitztaler als Tabellenführer einen Zweikampf mit Olympia Lampertheim um die Krone in der C-Liga. Die anderen Verfolger sind schon etliche Punkte hintendran.

Sielmann möchte trotzdem nicht in zu viel Euphorie verfallen. „Fürs Erste gilt weiter unser bisheriges Saisonziel“, betont er. Sollte der SV im Laufe des Aprils immer noch ganz vorne stehen, „können wir über mehr reden“, schmunzelt er. So lange „denken wir weiter von Spiel zu Spiel“. Der Coach lobt „die sehr gute Trainingsbeteiligung“ bereits während der der gesamten Hinrunde. 20 bis 22 Spieler allein aus der zweiten Mannschaft waren immer dabei. „Auch, die nicht auf dem Platz zum Zug kamen“, stiegen motiviert ein und blieben am Ball.

Dass sein Team so breit aufgestellt ist, erwies sich Sielmann zufolge im Verlauf der bisherigen C-Liga-Saison als großer Vorteil. Daneben stimmt es auch charakterlich in der Elf. „Die Jungs passen sehr gut zusammen“, die Mannschaft ist sehr homogen, hat er festgestellt. Dass die Spieler auch außerhalb des Fußballplatzes viel miteinander unternehmen, ist für den Trainer ein weiteres positives Zeichen.

Hinten steht die Abwehr gut, nach vorn könnte noch mehr gehen, fasst Sielmann die Begegnungen bis zur Winterpause zusammen. „Wir haben uns in der Vorrunde durch ein kompaktes Defensivverhalten ausgezeichnet“, lobt er die Mannschaft. Hinten wurde relativ wenig zugelassen. Allerdings fehlt dem Spiel seinen Worten nach noch etwas das schnelle Umschalten in die Offensive. „Wir müssen noch etwas mehr nach vorn Gas geben“, nennt er eine Arbeitseinheit in der Winterpause.

Weiterer Ansatzpunkt: „Bei der Verwertung der Torchancen ist noch Luft nach oben“, beschreibt der Coach die Situation, dass man mit mehr Treffern das eine oder andere Spiel nicht verloren hätte. Gerade die Partien gegen andere Spitzenteams der C-Liga wie Lampertheim oder Mitlechtern „hätten wir drehen können“ – aber die Torschüsse wiesen eine nur „mangelhafte“ Erfolgsquote auf. Im Training „werden wir deshalb an der Treffsicherheit arbeiten“, kündigte er an.

„Gezielt arbeiten“ will Sielmann am schnellen Kombinations- und direkten Spiel. Das hat bisher schon in den Ansätzen gut geklappt, hebt er hervor. Weiterhin möchte er die Laufwege optimal gestalten. „Wir sind auf einem guten Weg“, beschreibt er die aktuelle Umsetzung seines „Steckenpferds“. Ihm zur Seite steht bei der Umsetzung Co-Trainer Jonas Maurer, dem der Coach für die neuen Ideen und Trainingskonzepte sehr dankbar ist.

Was in 2016 gut war, kann 2017 nicht falsch sein: Getreu diesem Motto wird sich der Kader der „Zweiten“ des SV Fürth für den Rest der Rückrunde praktisch nicht verändern. Ein Neuzugang ist geplant („ein guter Fußballer“). Abgänge wird es nach aktuellem Stand nicht geben, sagt Sielmann, womit der bis dato erfolgreiche Kader ab März wieder auf Tore- und Punktejagd gehen wird. Mitte Januar will der Trainer dann zusammen mit dem Spielausschuss in die Planung der kommenden Runde einsteigen. Sein Vertrag inklusive, der aktuell erst einmal bis Ende der Saison 2016/17 läuft.

Türkspor Wald-Michelbach will in der C-Liga nach der Winterpause nochmal oben angreifen

Keine Frage, es hätte besser laufen sollen, gibt Türkspor-Funktionär Oktay Mamaci in seiner Winterbilanz freimütig zu. Das Team war mit dem klaren Ziel in die C-Liga-Saison gestartet, beim Aufstieg ein lautes Wörtchen mitreden zu wollen. „Das haben wir definitiv verfehlt.“ Denn nach einer wechselvollen Saison sind die beiden begehrten wärmenden Plätze mit Blick auf die B-Liga-Sonne schon ein ganzes Stück weit entrückt. „Allerdings nicht unerreichbar“, wie Mamaci betont.

Mit großen Ambitionen, verstärktem Kader und neuem Trainer war Türkspor hoffnungsvoll in die Hinrunde gestartet. Aber gleich die erste Partie ging gegen den jetzigen Tabellenletzten Reichenbach hoch verloren – ein Vorzeichen für die weitere Saison, bei der Licht und Schatten oftmals nah beieinander lagen. Dem Fehlstart folgten ein paar gewonnene Spiele, dann gab es wieder einen kleinen Einbruch, aus dem sich die Elf aber an den eigenen Haaren herausspielte und eine beeindruckende Siegesserie vor der Winterpause hinlegte.

Diesem Lauf ist der versöhnliche vierte Tabellenplatz zu verdanken, auf dem Türkspor jetzt überwintert. Vor dem Start in den Rest der Rückrunde könnte man den Bürstädtern sogar noch Platz 3 abnehmen, wenn die Nachholpartie in Schwanheim gewonnen wird. Mamaci lässt keinen Zweifel daran, dass die „Mission Aufstieg“ im neuen Jahr nach vor im Fokus steht. „Wir können das noch schaffen“, zeigt er sich überzeugt – auch weil die direkten Konkurrenten alle nochmal auf die heimische Sportanlage in Unter-Schönmattenwag kommen.

„Wir müssen unsere Leistung auf dem Platz regelmäßiger abrufen“, macht der Vereinsfunktionär deutlich, dass einfach derzeit noch die Konstanz fehlt. „Denn das Team hat die Möglichkeiten dazu“, zeigt immer wieder, welche spielerische Fähigkeiten in ihm stecken. Läuft es dann mal ganz gut, „kommt dann auch noch das Glück des Tüchtigen dazu“, hebt er auf knapp gewonnene Begegnungen kurz vor der Winterpause ab. „Wenn wir weiter unten gestanden hätten, wären die uns flöten gegangen“, meint er. Auch haben manche Leistungsträger ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft. „Das macht sich bemerkbar.“

Das bewährte Team soll es auch für den Rest der Rückrunde reißen. Ein Neuzugang und ein Abgang sind derzeit zwar im Gespräch, aber noch nicht spruchreif. Der Rest des Kaders bleibt laut Mamaci zusammen. Vorsitzender Suat Bekyigit, der nach der Trennung von Coach Sven Dechant Mitte der Hinrunde das Traineramt übernommen hatte, wird auch weiterhin laut seine Stimme vom Spielfeldrand erklingen lassen.

Zuerst wollte man in der Winterpause nach einem neuen Trainer schauen, so Mamaci. Doch zum einen ist die Suche aktuell nicht einfach, weil der Markt leergefegt ist, zum anderen müsste sich ein neuer Coach erst mit der Mannschaft vertraut machen. Und bis dahin ist die Runde auch schon fast wieder vorbei. Deshalb will Türkspor lieber zielgerichtet für die kommende Saison mit einem neuen Mann planen.

Über die Winterpause ist die Elf aber beileibe nicht untätig. Derzeit läuft das Hallentraining, dann sollen auch drei Hallenturniere gespielt werden. Einer kurzen Pause schließt sich das Nachholspiel an. „Wir müssen eine gute Vorbereitung machen“, betont Mamaci. Bisherige Ausrutscher sollen vermieden werden, um zu den schon weiter enteilten Fürth und Lampertheim noch aufschließen zu können.

Das neue Team des C-Ligisten TSV Gras-Ellenbach wird durch dick und dünn gehen

„Wir wollen eine neue Mannschaft formen, die durch dick und dünn geht“: Gras-Ellenbachs Spielertrainer Ronny Sauer möchte an seiner ersten Wirkungsstätte in diesem Amt nach dem Wechsel von Ober-Abtsteinach ein Team bilden, „das die nächsten Jahre zusammenbleibt“. Dabei kann er auf die Unterstützung des TSV-Vorstands zählen, der sich stark reinkniete und neun Neuzugänge oder Wiedereinsteiger für den C-Ligisten begeistern konnte.

Wenn es um die selbst gesteckten Ziele geht, stapelt Sauer noch etwas tief. Zuerst einmal ist es für ihn wichtig, dass der TSV wie in den vergangenen Jahr auch „nichts mit dem Abstieg“ zu tun hat. Angepeilt wird somit das gesicherte Mittelfeld. Denn zuallererst, betont der Coach, stand bei der Neuverpflichtung das „Menschliche“ im Vordergrund. „Es musste passen“, so Sauer. Nach den ersten Trainingseinheiten habe sich aber bereits auch gezeigt, dass die Zugänge „fußballerischen einen absoluten Gewinn darstellen“.

Große Stücke hält der Spielertrainer von seinem langjährigen Weggefährten beim FCO, Julian Schmitt. Der habe „ein großes Potenzial“, sei „pfeilschnell, ein absoluter Teamplayer und hat einen guten Abschluss“. André Kunkel mit seinem guten linken Fuß werde in der Verteidigung auf der linken Seite helfen. Er sei immer „mit 100 Prozent dabei“, lobt der Coach. Sauer lobt darüber hinaus Torwart Mike Fodor, der als 16-Jähriger zwar noch nicht bei den Senioren mitspielen darf, aber bei den Trainingseinheiten dabei ist.

Boris Camper als „absoluter Techniker und Super-Zehner“ sieht Sauer als willkommene Verstärkung im Offensivbereich, in dem es vergangene Saison manchmal mit dem Abschluss haperte. Auch der neue Trainer will bei den erfolgreichen Torschüssen ein Wörtchen mitreden. Marco Wernersbach wiederum bringe A-Liga-Erfahrung mit. Björn Scheuermann als Sechser könne vom alten Hasen Mircea Mera bestimmt so einige Tricks und Kniffe lernen.

„Wir wollen kompakter auftreten und am System feilen“, kündigt Sauer an. Der Spielaufbau solle konsolidiert vor sich gehen. Es gelte, als Mannschaft selbst zu agieren und nicht auf den Gegner zu reagieren. Der Coach orientiert sich dabei an Pep Guardiolas Ausspruch, selbst den Ball zu haben und ihm nicht hinterher zu jagen.

Vom FCO möchte der neue Trainer das nötige Maß an Gelassen- und Geschlossenheit mitbringen, mit dem es dem dortigen Team immer wieder möglich war, sich selbst zu motivieren und aus einem Tief zu ziehen. „Das hat den Verein stark gemacht“, meint Sauer. Einen solchen Zusammenhalt wünscht er sich auch beim TSV. Auch wenn die Elf gerade mit dem Training begonnen hat, sieht er die besten Ansätze dafür.

Kräftig an dieser guten Grundkonstellation hat auch der TSV-Vorstand mitgewirkt. Mit viel Elan gingen die Verantwortlichen für die neue Saison zu Werke und holten insgesamt neun neue Akteure. „Der Vorstand hat sehr gute Arbeit geleistet“, lobt deshalb auch Sauer. Mit „Vereinslegende“ Kai Hiller als Torwart- und Co-Trainer habe er einen sehr guten Mann an seiner Seite. „Der bringt wahnsinnig viel Input von außen“, betont Sauer. Und zusätzlich unheimlich viel Stimmung in die Truppe.

Neuzugänge: Ronny Sauer, Julian Schmitt (beide FC Ober-Abtsteinach), Boris Camber, André Kunkel, Björn Scheuermann (alle SV Affolterbach), Marco Wernersbach (FC Phönix Otterbach), Kai Hiller (TSV Weiher)

Abgänge: Sven Dechant, Dennis Proyer, Dennis Steiner (alle Türkspor Wald-Michelbach), Carsten Press (SV Affolterbach SOMA), Alexandru Stefan (ISC Fürth), Roberto Baviera, Roberto (FSV Groß-Zimmern)

Kader: Kai Hiller, Bastian Freudenberger, Yasin Suna, André Bihn, Boris Camber, Armin Gandenberger, Alexandru Gavrila, Virgil Gavrila, Constantin Ilie Gavrila, Manuel Günl, Martin Günl, Bastian Haberzettl, Dennis Jirat, André Kunkel, Mircea Mera, Ronny Sauer, Dennis Sauter, Domenik Schäfer, Björn Scheuermann, Julian Schmitt, Marius Steinmann, Leo Trautmann, Sorin Varga, Marco Wernersbach, Eric Wolf

Trainer: Ronny Sauer (erstes Traineramt ab dieser Saison, zuvor Spieler FC Ober-Abtsteinach)

Saisonziel: gesichertes Mittelfeld

Favoriten: Türkspor Wald-Michelbach, KSV Mitlechtern, SV Fürth, Olympia Lampertheim