Bodenbrand an den Stillfüssel-Windrädern simuliert

Der generelle Einsatzplan ist in Ordnung“, freute sich Wald-Michelbachs Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani nach der Einsatzübung an den „Stillfüssel“-Windkraftanlagen. 100 Feuerwehrleute waren dort bei einem simulierten Bodenbrand auf etwa einem Hektar Fläche zugange. „Im Wesentlichen hat alles so funktioniert wie geplant“, sagte er. Was für Capuani doppelter Grund zur Freude war, denn der Plan war von ihm und er fungierte auch als Einsatzleiter.

Die Ortseilwehren aus Wald-Michelbach Mitte, Schönmattenwag, Affolterbach und Kreidach waren ebenso auf die Höhe ausgerückt wie der Einsatzleitwagen des Kreises Bergstraße aus Lampertheim sowie die Tanklöschfahrzeuge (TLF) aus Abtsteinach, Wahlen, Mörlenbach und Hirschhorn. Capuanis Annahme sah vor, dass es beim Wechsel von 900 Liter Getriebeöl an einem Windrad eine Leckage gab. Von der Gondel tropfte es auf einen am Boden stehenden Lkw herab, der noch einmal diese Menge an Öl geladen hatte.

Durch die Entzündung an der Auspuffanlage stand der Laster schnell in Vollbrand, während das Öl von oben fröhlich weiter tropfte und das Feuer noch anheizte. Die Windkraftanlage selbst war dem Szenario zufolge nicht betroffen, aber der angrenzende Wald nordöstlich entzündete sich. So entstand ein Bodenfeuer, das sich bis auf einen knappen Hektar Fläche ausbreitete.

Dass fürs Löschen die mit 20 Kubikmeter Wasser gefüllte Zisterne nicht ausreichen würde, war klar. Deshalb legten die Wald-Michelbacher Wehren eine Leitung von der Systelios-Klinik hin zum Zollstock. Von dort ab es einen Pendelverkehr der dann befüllten Tanklöschfahrzeuge hin zur Windkraftanlage, um die Zisterne immer wieder nachzufüllen. „Wir haben dadurch eine Kapazität von 30 Kubikmeter in der Stunde“, so der GBI. Für ein Bodenfeuer sei diese Menge ausreichend. Wäre mehr Wasser nötig gewesen, etwa bei einem Waldbrand, „hätten wir die Kapazität erhöhen können“.

Vom WKA-Betreiber Entega waren zwei Mitarbeiter vor Ort, um sich das Geschehen anzuschauen. Ebenso war Revierförster Stefan Aßmann dabei, der als Fachberater im Einsatzgremium mitwirkt. Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares gab dem Einsatzplan seinen Segen. Bürgermeister Dr. Sascha Weber dankte den beteiligten Wehrleuten aus der Großgemeinde für ihren ehrenamtlichen Einsatz und auch denen aus den umliegenden Kommunen für die Unterstützung.

Nach etwa zwei Stunden war das Feuer, wie im Einsatzplan vorgesehen, gelöscht. Danach wurde die Zisterne wieder gefüllt, um für den Fall der Fälle ordentlich gerüstet zu sein. Im Anschluss ließen sich die Brandschützer das am Tag zuvor von drei Wehrleuten zubereitete Gulasch schmecken. Dazu gab’s die Manöverkritik.

„An der einen oder anderen Stelle hakte es noch bisschen“, so Capuani. Er stellte kleinere handwerkliche Fehler fest, die aber den positiven Gesamteindruck nicht schmälerten. Dazu gab es noch ein paar Hinweise, was verbessert werden könnte. So könnte unter anderem die Einbahnregelung für die TLF präzisiert werden. Auch die Aufstellflächen für die Feuerwehrfahrzeuge direkt vor Ort könnten vergrößerte werden.

Der GBI war froh darüber, dass es am Übungstag nicht so heiß war wie die Tage zuvor. Denn aufgrund der Topographie waren die Wehrleute in stetig ansteigendem Gelände tätig. „Bei Hitze gehen die Einsatzkräfte dadurch schnell auf dem Zahnfleisch“, machte er die Knochenarbeit plastisch deutlich. Selbst bei „nur“ 20 Grad waren die Schlauch verlegenden Einheiten am Ende des Tages mit den Kräften am Ende.

„Wir haben 1200 Meter Schlauchleitung verlegt“, machte Capuani die Dimensionen deutlich. Die TLF hatten vom Zollstock zwei Kilometer bis zur Einsatzstelle zurückzulegen. Durch den Kreisverkehr war die Rückfahrt sogar noch ein Stück länger. Von der Zisterne zur Einsatzstelle galt es noch einmal 80 Meter zu bewältigen.

„Trotz der Entfernung der Wasserversorgung war es aber überschaubar“, meinte der GBI. Würde es wirklich zum Ernstfall kommen, „könnten wir die doppelte Menge an Schlauchmetern verlegen“, erläuterte er. Um sich nach diesen Worten auch eine Auszeit zu gönnen und einen Nachschlag vom leckeren Gulasch zu holen.

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Ausrichtende Feuerwehr ist mit der Ober-Schönmattenwager Kerwe „extrem zufrieden“

Besser hätte die Kerwe für die Freiwillige Feuerwehr als Veranstalter kaum laufen können. „Ich bin extrem zufrieden mit den vier Tagen“, meinte Vereinsvorsitzender Jürgen Walter in der Rückschau. „Es lief alles super.“ Mit dem Bunten Abend am Sonntag fanden die viele Programmpunkte ihren Abschluss, ehe dann am Montag der gemütliche Kehraus einsetzte, der aber trotzdem noch einmal bis in die Abendstunden dauerte. Denn auch der Ausklang war gut besucht.

Unter dem Motto „Schimmeldewog 2.0“ hatten die verschiedenen Ortsgruppen einen Bunten Abend gestaltet, der die Gäste in der Jagdgenossenschaftshütte aufs Beste unterhielt. Bis spät in die Nacht saß man gemütlich zusammen. Highlight waren die drei Tenöre vom Männerballett, die mit schwarzen Perücken und Schnurrbart verkleidet ihre Arien ins Publikum schmetterten, aber durch eine Art Fußfessel etwas in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren. Holger Wetter, Dieter Walter und Harald Falter hatten die Lacher mehr als einmal auf ihrer Seite.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten wurde von Lea und Jürgen Walter in Form von Sketchen ein Bogen vom Mittelalter bis ins Jahr 2030 gespannt. Jürgen Walter mimte dabei den Begriffsstutzigen, der alles wörtlich nimm -, so eindrücklich, dass die Gäste ihre helle Freude dabei hatten. Zuerst ging es um Johannes Gutenberg und das Buch, mit dem Lea ihre Schwierigkeiten beim Öffnen hatte. „Heute liest man E-Paper“, versuchte sie erklären.

Die Registrierung nahm Jürgen natürlich wörtlich und meinte, er wäre schon auf der Gemeinde registriert. Auch das Passwort („wozu brauche ich ein Wort für den Pass“) oder das Codewort („so etwas Ekliges brauche ich nicht“) wurden von ihm buchstabengetreu umgesetzt. Tanz, Gesang und Sketche unterhielten die Gäste im Folgenden prächtig.

Einige Lieder von Alleinunterhalter Florian Koch zwischen den einzelnen Programmpunkten sorgten für kräftig Stimmung und animierten zum Mitschunkeln oder sogar Tanzen auf der Bühne. Die Jüngsten erhielten zum Auftakt gleich Zugaberufe. Die Kerwekids in WM-Kleidung bekamen bei ihrem anschließenden Tanz bestimmt mehr Beifall als die deutsche Mannschaft beim müden Kick gegen Mexiko.

„So soll es sein“ und „Drei Dinge fein“ hieß es vom 35-köpfigen Chor der Harmonie. Die Jugendfeuerwehr hatte es sich in Liegestühlen bequem gemacht und bot einen lustigen Tanz mit Fußpuppen. Ganz im Westernstyle war die Gruppe Ratz-Fatz auf der Bühne unterwegs. Jürgen und die Technik: Sein Versuch, sich einen Laptop zu kaufen, ließ die Angestellte des Computershops verzweifeln. „Hat der Internet“, meinte der Feuerwehr-Vorsitzende unter anderem. Das Ende vom Lied: Er bekam den Laptop geschenkt, damit er bloß schnell geht.

Ähnlich die Erlebnisse mit der Störungshotline in Wald-Michelbach. Da wurde dann in natura ein Fenster geschlossen oder Jürgen Walter ging nach entsprechender Aufforderung „raus“ – statt aus dem Programm aus dem Saal. Nur blöd, dass man dann die Stimme aus dem Computer nicht mehr hörte. Die futuristisch gekleidete Kerwejugend und die Kerweweiber als alte Frauen mit Rollatoren bildeten weitere Programmpunkte, ehe Stephanie und Renate Walter mit einem Sketch unterhielten.

„Ein sehr guter Sonntag“, meinte der Vereinsvorsitzende im Rückblick. Erst war die Hütte bei der Kerwepredigt brechend voll, dann bleiben auch viele zum gemeinsamen Fußballschauen bei der Feuerwehr und litten mit der deutschen Mannschaft. Bis auf die Niederlage gab es strahlende Gesichter bei den Verantwortlichen. „Die Kerwe hervorragend gelaufen“, meinte Walter im Rückblick. Freitag- und Samstagabend gab es eine Riesenstimmung. Am Samstag, der bisschen zögerlich begann, füllte sich die Halle später immer mehr und alle feierten bei der Musik von DJ MaStr aus Aschbach friedlich zusammen. Nach dem Kerweumzug war das Zelt bei der Kerwepredigt voll bis obenhin. Der nahtlose Übergang zum bunten Abend wurde besonders gelobt.

Foto: Fritz Kopetzky/OZ

Kerweparre hatte in Ober-Schönmattenwag wieder viel zu tun

Wehe dem, der sich im vergangenen Jahr etwas zuschulden kommen ließ. Kerweparre Sascha Oberle hatte die Verfehlungen der Einwohner akribisch notiert und tat sie in seiner Kerwepredigt am Sonntagnachmittag kund. Wie üblich fand die in der proppenvollen Jagdgenossenschaftshütte statt. Oberle ist ja in Sachen Recherchearbeit in Owwer-Schimmeldewog bereits ein alter Hase und weiß die Missgriffe und Missgeschicke seiner Mitmenschen rhetorisch geschickt zu verpacken, sodass sich die Halle vor Lachen biegt und sich selbst die Betroffenen ein Lachen abringen können.

Zuvor startete der Kerweumzug durch den Ort ab dem Kerweplatz und führte wieder zu diesem zurück. Er wurde von Kindern und Jugendlichen mit geschmückten Fahrrädern, dem Kerwekomitee mit Oberle, Mundschenk Sebastian Hirsch, Kerweborschd Ramon Jöst und Bajazz Stefan Walter sowie dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr begleitet. Hauptzweck war die Ausgrabung der Kerwe, wozu der Parre mit der Hacke die versteckte Weinflasche befreien musste.

Drei Bier und ein Wasser fürs Kerwekomitee: Dass der Kerweborschd dem Gerstensaft entsagt, war sogar einen Vermerk in der Kerwepredigt wert. Der „is glaab weltweit der oanzisch anti-alkoholische Kerweborscht“, meinte Oberle. Er hat eben andere Qualitäten. „Sou konn der mit soine zarte Finger en klasse Hefeteig fer den Kerwekuche knete, der koann die Fleischworscht wie koan zwoate biege un koann die Borschtegawwel doisch Owwer troage ohne uff die Gosch zu fliege.“

Im benachbarten „Unner“ gibt es keine Kommunionskinder mehr. Die Welt gerät aus den Fugen. Ein katholischer Ort ohne Kommunion. Sascha Oberle wusste wieso: „Ich häb do des Gfühl de Kommunionsunnericht is net sou schäi, wie zum Parre Gam in die Kerwejugend zu gäi.“ Denn der dortige Kerweparre ist schwer aktiv: „Bischt Kaum uff de Welt, duscht in die Windel noch saiche, dut schun der Gams Jens mim Kerwejugend-T-Shirt um dich rum schleiche.“

Oberle wusste weiter: „Awwer de Papscht hoat jetzt gsacht, ewe is schluß, mer vum Vatikan schicke en Unnersuchungsausschuss. Do wärt doann mol jeder Unner-Schimmeldewäer Stoa rumgedreht, so dass im nächschte Joahr wiar ä Unner-Schimmeldewäer Kommunionsmannschaft in de Käisch steht.“

Noch ein Seitenhieb Richtung unten: Der Kerweparre hatte notiert, „dass unser Ortsschild immer weiter in Richtung Unner dut  maschiern. Jetzt sag ich eich mol als Feststellung blouß, das Haus des Gastes seit ihr Unner-Schimmeldewäer jetzt ach offiziell lous. Die Hall, die stäiht jetzt goanz ohne Froag, zu 100 % in Owwer-Schimmeldewog.“ Er prophezeite: „Un ich denk, des geht weider …bis in ein paar Jaaaahr, geht Owwer-Schimmeldewog bis zu de Korsikaaa.“

Oberle wusste daneben vom Geheimrezept, mit dem der FC Odin seine Spieler kuriert, wenn sie angeschlagen oder malad sind: das Geheime-Odin-Elixier. „Das Produkt, das ich meine is wohl jedem bekannt, im Volksmund wird es üblicherweise Eistee genannt.“ Beim Odin „is nix anneres als Eistee im Sanikoffer drin“, grinste er. „Der Knoche beim Päddel noooch nem Foul halwer doisch… auf druff mit dem Eistee-Zeusch. Vum letschte Kopfballduell erschüttert das Spieler Gehirn, ah do hilft nur oans… sofort Eistee druffschmiern.“

Der Italienurlaub eines Schimmeldewäers hatte keinen guten Start, so der Kerweparre. Denn beim Packen wurde etwas Wichtiges vergessen: „Die letscht Dasch is drinn jetzt schnell ins Bett, wenn der na nochmol noch de Autotür geguckt hätt. Die stäiht nämlich bis Nachts sperrongelweit uff, un soigt sou defär, dass de Akku geht druff. Das, durch die offene Tür ausgelöste Fahrzeug-Innenraum-Licht, hat in denne paar Stunn die Autobatrrie hiegericht.“

Vom heimischen Malheur eines rüstigen Rentner bekam er ebenfalls Kenntnis: Die Frau „hätt gern gebügelt, doch des Brett war verklemmt, der Mann sofort sich mit aller Kraft dagegen gestemmt.

Die Füß von dem Bügelbrett warn irgendwie blockiert. Und plötzlich sind ganz unverdrosse, des Bügelbretts Beine nach obe geschosse. Die schnalse uff warn steckesteif, und schlage den krankenhausreif. Doch in der Ambulanz habe die ganz diskret, die Platzwund wieder zugenäht.“

Bild: Philipp Reimer/OZ

Fußballspiel auf „Überwälder“ Rasen als große Gaudi bei der Ober-Schönmattenwager Kerwe

Die Owwer-Schimmeldewäer Kerwe startete am Freitagabend absolut gelungen. Die Freude darüber stand auch am Tag danach noch Jürgen Walter von der veranstaltenden Feuerwehr ins Gesicht geschrieben. Diese veranstaltet im Wechsel mit dem Gesangverein Harmonie die Kerwe. Über 300 Fans feierten beim Konzert von „Thousand Years Later“ und „SixPack“ bis gegen 4 Uhr nachts. Die beiden Bands wechselten sich bei ihren Auftritten ab und begeisterten dabei die jeweiligen und auch anderen Fans.

„Thousand Years Later“ mit Katharina Zink, Timo Walter und Tobias Walter (Gesang), Benedikt Breitwieser (Bass), Sven Dörsam (Gitarre), Janina Becker (Keyboards) sowie Benedikt Staat (Drums) machten den Auftakt. Die musikalische Bandbreite ihrer Songs reichte von aktuellen Hits aus Rock und Pop über deutsche Schlager bis hin zu Klassikern.

Abba und Bon Jovi, aber auch Kings of Leon, Inner Circle, Prince („Purple Rain“) und Tina Turner hießen die Interpreten auf der Setliste, von der um die 30 Songs gespielt wurden. Abgerundet mit Nena („99 Luftballons“), den Ärzten („Westerland“), Andreas Gabalier („Türlich Türlich“), Kim Wilde oder Peter Schilling („Major Tom“) oder Matthias Reim („Verdammt ich lieb dich“). Die größere Songbandbreite wurde durch die Mitwirkung von Keyboarderin Janina Becker ermöglicht.

(Rock-)Musik eher für die etwas älteren Semester steuerten „SixPack“ bei. In der Besetzung Christof Klos und Harry Falter (Gitarre), Kai Aures (Schlagzeug), Patrick Gräber (Gesang und Bass) sowie Steffi und Steffen Walter (Gesang) gab es viel Cover-Rock zu hören. Unter den Songs waren „Gimme all your loving“ (ZZ Top), „Dead or alive“ von Bon Jovi, „Sweet Child O’Mine“ von Guns’n’Roses oder von Queen „Hammer to fall“. Melissa Etheridge, Status Quo, Metallica oder die Cheap Trick steuerten ebenfalls Songs zur Setliste bei.

Am Samstagabend rockte die Kerwe-Band „Ourewäller Uurumbl“ die Hütte. In der Besetzung Christof Klos und Mara Mottl (Gitarre), Benedikt Breitwieser (Bass/Gesang), Janina Becker (Keyboards), Tobias Walter (Schlagzeug/Gesang) sowie Timo Walter und Steffi Walter (Gesang) gab’s ein buntes Potpourri an Liedern zu hören. Auf „Bitte mit Sahne“ folgte unter anderen „Don’t stop believing“ von Journey oder „I still haven’t found…“ „Sonne in der Nacht“ war ebenso auf der Setliste wie „Verdamp lang her“ von BAP.

Im zweiten Set schlugen die sechs dann eine härten Gangart mit „Purple Rain“ von Prince oder dem „Crocodile Rock“ ein. Zum Schluss wurde der Spider Murphy Gang mit „Schickeria“ oder dem „Skandal im Sperrbezirk“ gehuldigt. „Angels“ von Robbie Williams bildete den vielumjubelten Abschluss. Danach legte DJ MaStr alias Marius Strauch aus Aschbach auf. Mit ihm feierten die vielen Gäste noch weit in die Nacht. Erst gegen 3 Uhr war Schluss. Gab es zu Beginn noch Platz in der Halle, füllte diese sich im Verlauf des Abends immer mehr, sodass die Feuerwehr als Veranstalter auch mit diesem Programmpunkt sehr zufrieden war.

Nachmittags hatte die Gaudi im Vordergrund gestanden. Eigentlich sollten ja die Feuerwehren aus Owwer und Unner ein Gaudi-Fußballspiel veranstalten, aber letztendlich war jeder willkommen, der gegen den Ball treten wollte. Die beiden altgedienten Tore hatten die Brandschützer vom FC Odin organisiert. „Die Vereine helfen sich halt gegenseitig“, freute sich Feuerwehr-Vereinsvorsitzender Jürgen Walter.

Vom FC gab’s darüber hinaus auch gleich noch ein paar Cracks, deren Klasse im bunten Teilnehmerfeld etwas herausstach. Das Fußballfeld war nichts für Techniker. „Wir sind mit dem Mulcher drübergefahren“, lachte Walter. Ein zweiter Rasenschnitt war geplant, fiel aber mangels Zeit aus. Entsprechend nahm der Ball oftmals seine eigenen Wege. „Das ist kein englischer Rasen“, grinste er. Eher ein Überwälder.

„Wir wollten quasi ‚Back to the roots‘ gehen“, meinte Holger Wetter, zu den Kerweursprüngen zurückkehren. Denn früher wurde immer samstags gekickt, wenn das höchste Fest des Jahres anstand. „Ohne viel Kenntnisse, nur mit Spaß an der Sache“, lautete die Maxime. So wird an der Kerwe auch mal etwas Sport getrieben, lachte er. Das Ganze natürlich auch noch passend zur Fußball-WM.

Mit Helmut Knapp vom FC Odin hatte man sich auch einen „Profi-Schiedsrichter“ an Land gezogen, der die Begegnungen pfiff. Zwischenzeitlich meldete noch eine reine Frauenmannschaft nach, der die Männer großzügig einräumten, dass eine Halbzeit beim Spiel nur zwölf statt 15 Minuten dauern sollte und deren Tore doppelt zählen. Die Damen nahmen’s mit gequältem Lächeln zur Kenntnis.

Die Männer kamen bei der Moderation von Tobias Walter aber auch nicht ungeschoren weg. Der hatte zu den verschiedenen Situationen und zur Fitness der Cracks einige süffisante Bemerkungen parat. „Weiß der überhaupt schon, auf welches Tor er schießen muss“, hieß es über einen, der am Abend zuvor lange gefeiert hatte. „Hat jemand die Zeckenzange dabei“, meinte der Moderator zum weiten Ball in die Büsche.

Dass ein Team beim 11:5 die Aufholjagd beginnen sollte, war wohl auch eher seiner Vorstellungskraft geschuldet. Walter gab jedoch auch selbstkritisch zu, dass er überhaupt nichts mit Fußball am Hut hat und wohl Schwierigkeiten hätte, den Ball zu treffen. Das Ergebnis der Spiele war Nebensache. Oft genug ging es sowieso am Orga-Tisch unter, weil zu viele Biergläser im Weg standen. Ein Glück, dass Schiri Knapp immer auf der Höhe war.

Wald-Michelbacher Feuerwehr besuchte französische Delegiertenversammlung

Eine Delegation der Wald-Michelbacher Brandschützer war vor kurzem zu Gast beim 112. Congrès Départementale des Sapeurs Pompiers, der Bezirksversammlung der Feuerwehren de la Marne. Dieser wurde dieses Jahr in der französischen Partnerstadt Montmirail ausgerichtet. Pünktlich traf man nach einer Abfahrt in den frühen Morgenstanden gegen Mittag in Frankreich ein. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung und einer kleinen Stärkung stand schon der erste Programmpunkt eines langen Tages an.

Zunächst wurde die Delegiertenversammlung besucht, bevor sich alle Teilnehmer im Hof des Schlosses von Montmirail einfanden, das eine einzigartige und beeindruckende Kulisse für die sich nun anschließende Verleihung von Auszeichnungen und Ehrenzeichen darstellte. Für die Wald-Michelbacher war es eine besondere Ehre, zusammen mit den französischen Kameradinnen und Kameraden anzutreten, um diese Ehrungszeremonie aktiv zu begleiten.

Es wohnten außerdem etwa 150 Nachwuchsfeuerwehrmänner dieser Veranstaltung bei. Wenn ihnen auch die aufkommende Hitze unter ihren Helmen und Uniformen etwas zu schaffen machen schien, meisterten sie ihre Aufgabe mit Stolz und Bravour und taten es somit den „Großen“ gleich.  Im Anschluss setzte sich der Umzug mit Feuerwehrfahrzeugen aus der gesamten Region und etwa 400 Feuerwehrleuten in Bewegung.

Da das Wetter prächtig mitspielte, fanden sich am Straßenrand und in den Cafés zahlreiche Bürger Montmirails ein, um dieser beeindruckenden Präsentation der Feuerwehren beizuwohnen und zahlreichen Applaus zu spenden. Vor allem  für die „Kleinen“, die den Feuerwehrfahrzeugen immer wieder begeistert die Hände entgegenstreckten, war dies ein besonderes Erlebnis. Ziel des Umzuges war das „Denkmal der Verstorbenen“, wo unter den Klängen  der „Marseillaise“ durch den Präfekt de la Marne, Denis Conus, und den Bürgermeister von Montmirail, Étienne Dhuicq, mehrere Blumengebinde niedergelegt wurden.

Im direkten Anschluss lud die Stadt die teilnehmenden Wehren und die Bevölkerung zu einem  Umtrunk ein. Hier gab es die Gelegenheit, Dankesworte an die Versammlung und die vielen Ehrengäste zu richten. Gemeindebrandinspektor Peter Capuani bedankte für die Einladung zu dieser Veranstaltung und erinnerte daran, dass vor bald 50 Jahre Menschen aus Montmirail und Wald-Michelbach eine Freundschaft per Vertrag besiegelten.

„Eine Freundschaft zwischen Ländern und Staaten kann es nicht geben, wenn sie nicht durch Freundschaften zwischen Menschen getragen wird“, sagte Capuani weiter. Gleichzeitig brachte er seine Freude zum Ausdruck,  viele Kameraden der Partnerwehr schon in wenigen Monaten in Wald-Michelbach wiederzusehen. Eine entsprechende Einladung wurde ausgesprochen.

Im Anschluss ging man  zum geselligen Teil der Veranstaltung über. Im „Salle des Fêtes“ saß man bei bester Unterhaltung, Tanz und Musik noch lange zusammen, um einen tollen und sehr beindruckenden Tag kameradschaftlich ausklingen und noch einmal Revue passieren zu lassen. Ein  Besuchers dieser Veranstaltung zog folgendes Resümee: „Herrliches Wetter, eine tolle Leistung, ein schöner Umzug, interessante Reden, kurzum: ein Erfolg in jeder Hinsicht.“ Dem hatten die Mitgereisten nichts hinzuzufügen.

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hammelbach: Unterrichtsraum in Eigenarbeit umgebaut

Auf ein ereignisreiches Jahr blickte die Freiwillige Feuerwehr bei ihrer Jahreshauptversammlung zurück. Ein Dachstuhlbrand in Hammelbach war im vergangenen Jahr der größte Einsatz. Schlimmeres konnte durch schnelles Eingreifen verhindert werden. Ende 2017 waren 23 aktive Wehrleute im Einsatz, davon elf 11 Atemschutzgeräteträger. Von September bis Dezember wurde der Unterrichtsraum größtenteils in Eigenarbeit umgebaut und modernisiert. Hierbei fielen 620 Arbeitsstunden an.

Vorsitzender Walter Bauer eröffnete die Versammlung. In seinen Bericht fasste er die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres zusammen, beginnend mit dem Besuch des Schlachtfests der Kameraden aus Weschnitz. In den Mai wurde bei der Feuerwehr Scharbach zum Haxenfest getanzt. Das Straßenfest an Fronleichnam war wieder ein Erfolg. Beim Grillfest Anfang August sorgte die Band „Eurostars“ bei herrlichem Wetter für ausgelassene Stimmung. Die Cocktailbar wurde wieder gut angenommen. Einen Tag später fand der Frühschoppen statt. Auch dieses Mal konnte das Fest nur durch die Unterstützung der ortsansässigen Vereine realisiert werden, bedankte er sich.

Der Kameradschaftsabend im Oktober und das Rollbratenschießen beim SSV Hammelbach blieben in Bauers Auflistung nicht unerwähnt. Anschließend gab er die Termine für dieses Jahr bekannt. Die Feuerwehr Hammelbach wird den Delegiertentag des Kreisfeuerwehrverbandes am 15. Juni in der Nibelungenhalle ausrichten. Daneben stehen das 50-jährige Bestehen der Jugendwehr und das 125. Jubiläum der Einsatzabteilung an. Beides wird im Rahmen des Grillfestes Anfang August mit einer Aktionsmeile für Jung und Alt gefeiert.

Wehrführer Marco Stein sprach für 2017 von 19 Übungen. Hierbei kamen 703 ehrenamtliche Stunden zusammen. Zusätzlich wurden für Lehrgänge und Fortbildungen 141 Stunden abgeleistet. Die Wehr wurde 2017 zu 15 Einsätzen alarmiert- sieben Brand- und acht Hilfeleistungseinsätze mit 96 Stunden. Anfang Oktober besuchte der Kindergarten Purzelbär aus Hammelbach die Einsatzabteilung. Die Nibelungenringrallye wurde auch mit Unterstützung von Hammelbacher Kameraden abgesichert.

Jugendwart Marvin Bauer gewährte einen Einblick in die Tätigkeiten der Jugendfeuerwehr, deren Übungen in Kooperation mit den anderen Jugendwehren der Gemeinde regelmäßig montags stattfanden. Hierbei wurden insgesamt 113 Stunden in den Bereichen allgemeine Feuerwehrtechnik, Spiel und Spaß sowie weitere Freizeitangebote geleistet. Die Jugendlichen sammelten wieder ausgediente Weihnachtsbäume ein.

Die Abteilung besteht aktuell aus sechs Mitgliedern. Drei Austritten stehen vier Neuzugänge gegenüber. 2017 konnte man wieder in der ersten Sommerferienwoche am Kreiszeltlager in Viernheim teilnehmen, so Bauer. Im vergangenen Jahr wurden weitere Spenden durch die Jugendsammelwoche erzielt. Die Hälfte des Geldes kommt der Jugendwehr Hammelbach zugute, die andere Hälfte wird für Projekte in Deutschland und Entwicklungsländern verwendet.

Stellvertretend für den abwesenden Gerätewart Daniel Hohmeister berichtete Christopher Schmitt über die Arbeiten des vergangenen Jahres, darunter jegliche Reparatur-, Prüfungs- und Instandhaltungsarbeiten. Die Schlauchwerkstatt stellte auf ein neues Kupplungssystem um, damit die Reparatur der Schlauchleitung nun effizienter durchgeführt werden kann.

Kassenwart Jürgen Emig trug seinen Bericht vor, wobei er einen Verlust für 2017 durch den Umbau des Unterrichtsraums nannte. Die Kassenprüfer Herbert Hörr und Marc Katzenmayer bestätigten, dass sich die Kasse in einem einwandfreien Zustand befindet und beantragten die Entlastung des Vorstandes, der einstimmig stattgegeben wurde. Marc Katzenmeyer (für ein Jahr) Timo Schmitt (für zwei Jahre) sind die neuen Kassenprüfer.

Es folgten einige Worte von Bürgermeister Markus Röth, der sich erfreut über die gut funktionierende Arbeit in der Wehr zeigte. Der Umbau des Unterrichtsraums sei eine Wertsteigerung des Feuerwehrgerätehauses. Gemeindebrandinspektor Timo Lammer überbrachte die Grüße aller Wehren der Gemeinde und dankte für die gute Zusammenarbeit.

Ehrungen/Beförderungen

Petro Rademacher-Mota wurde von Gemeindebrandinspektor Timo Lammer zum Oberfeuerwehrmann befördert. Stephanie Tippacher wurde als Feuerwehrfrau in die Einsatzabteilung übernommen.

Bürgermeister Markus Röth überreichte die Verleihungsurkunde des Landes Hessens für zehn Jahre ehrenamtliche Tätigkeit an Marco Stein und Timo Schmitt.

Wehrführer Marco Stein nahm an den meisten Übungen teil. Neben ihm wurden die zehn teilnahmestärksten Kameraden geehrt.

Hammelbacher Feuerwehrleute packten bei der Sanierung beherzt an

Frischzellenkur für einen 50 Jahre alten Raum. Vor einem halben Jahrhundert wurde das Feuerwehrgerätehaus im Hammelbacher Weschnitzquellenweg erbaut. Aus dieser Zeit stammt auch noch der Schulungs-, Gruppen- und Aufenthaltsraum der Aktiven und Jugendfeuerwehrleute. Er brauchte dringend eine Generalsanierung. Zwei Monate lang spuckten die Feuerwehrleute um Kommandant Marco Stein in die Hände und verhalfen der 42 Quadratmeter großen Räumlichkeit in 600 Stunden Eigenleistung zu neuem Glanz.

Die Ideen, Einfälle und Vorschläge aller Aktiven und der Alters- und Ehrenabteilung zum Umbau flossen in das Ergebnis mit ein und wurden weitestgehend verwirklicht und umgesetzt. Der gesetzte Zeitrahmen konnte eingehalten werden, freute sich Vereinsvorsitzender Walter Bauer. Ab Anfang Oktober wurde gewerkelt, sodass jetzt zusammen mit allen Unterstützern und Helfern bei einem reich gedeckten Büffet Einweihung gefeiert wurde. Grußworte gab es von Bürgermeister Markus Röth, der noch eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde ankündigte.

Alles war früher sehr verschachtelt und in die Jahre gekommen, wusste Marco Stein aus eigener Erfahrung. Der Raum wurde quasi komplett entkernt, auch das WC mit Sanitäranlagen erhielt eine Auffrischung. Die 23 Kameraden der Einsatzabteilung plus vier von der Alters- und Ehrenabteilung gingen in unterschiedlicher Besetzung unter der Woche jeden Abend und den ganzen Samstag zu Werke. Frauen und Freundinnen sorgten für die Verpflegung an den langen Samstagen.

Der Putz wurde abgeklopft, der Boden, Theke und Elektroleitungen entfernt. 1,7 Tonnen Bauschutt kamen auf diese Weise zusammen, die von der Feuerwehr entsorgt wurden. Was entfernt wird, muss wieder neu installiert werden. Elektroschlitze für die neuen Leitungen wurden gezogen, Kernbohrungen für die Energieversorgung durchgeführt, Wasser und Abwasser gelegt, neue Heizkörper angebracht.

Die Wände erhielten einen neuen Rauputz, ein neuer Boden wurde gelegt, Decke und Elektrik sind ebenfalls saniert. Die Schränke bekamen eine frische rote Farbe. Dazu kamen Beamer und Musikanlage. Die Beleuchtung geschieht über ein LED-Panel. Der Wehrführer listete eine Bausumme von 10.000 Euro auf. Nur Verputzarbeiten und Bodenlegen geschah über eine Fachfirma, alle anderen Arbeiten wurden in Eigenregie geleistet.

Der Fahrlehrer und weitere Nutzer des Raums, Uli Friedrich, war in seiner ersten Unterrichtsstunde vom erneuerten Raum ebenso hellauf begeistert. Vorsitzender Walter Bauer, zweiter Vorsitzender Christopher Schmitt und Wehrführer Marco Stein dankten allen Helfern und Spendern für ihren Beitrag und ihre Unterstützung. Ohne die großartige Mitwirkung wäre das Projekt nicht möglich gewesen, so Bauer. Bis tief in die Nacht wurde der neue Raum feierlich eingeweiht.

Firmen aus der Region, Privatleute, Gaststätten, Vereine und Geschäfte spendeten insgesamt 3560 Euro für die neue Küche. Dazu kam der Kühlschrank für 500 Euro. Die Küchenausstattung wurde von der Feuerwehr zugekauft. Nicht zu vergessen ist das kostenlos zur Verfügung gestellte Material für manche Arbeiten. Stein freute sich über die große Resonanz auf die Anfrage nach Unterstützung. Fast alle seien sofort bereit gewesen, für die Belange der Feuerwehr in die Tasche zu greifen. Wenn einmal ein Werkzeug oder eine Schraube fehlte, „gab es immer ein Ja“, sagte er.

Walter Bauer rief alle zum Anstoßen auf das entstandene Ergebnis auf und eröffnete das reich gedeckte und durch ihn geplante Büffet. Der 42 Quadratmeter große Raum war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt. Über die im Zuge der Sanierung verbaute Technik wurde eine Bilderpräsentation gezeigt. Es war zu sehen, wie der Raum vom ersten Handschlag bis zur letzten ausgeführten Arbeit Schritt für Schritt wuchs und zum jetzigen Ergebnis kam. Alle Spender wurden an der Wand neben der neuen glänzenden Küche verewigt.

Im Jubiläumsjahr 2018 (125 Jahre Einsatzabteilung und 50 Jahre Jugendfeuerwehr) steht neben der Teilnahme am Straßenfest auch die Ausrichtung der Delegiertenversammlung im Juni auf dem Plan. Beim Grillfest im August wird es sonntags eine Aktionsmeile mit Präsentation/Ausstellung einiger Hilfsorganisationen, der Polizei, alter Bundeswehrfahrzeuge der Reservisten sowie deren Equipment und Fahrzeuge geben. Spiel und Spaß für Kinder, Jugendliche und Familien werden natürlich nicht fehlen.