Gemeinsamer Feuerwehrverein für Schönmattenwag steht

Der neue Verein ist schön gegründet, die beiden bisherigen existieren aber noch nebenher: Die Feuerwehrvereine aus Ober- und Unter-Schönmattenwag wollen den endgültigen Zusammenschluss am 4. Mai insofern besiegeln, als dass sie sich dann auflösen. Beim jetzigen Termin war dies noch nicht möglich, weil dafür vier Fünftel der Mitglieder beider Vereine an der gemeinsamen Jahreshauptversammlung hätten teilnehmen müssen. Der historische Schritt wurde jedoch bereits in den Wortäußerungen allenthalben hervorgehoben.

Mit den Worten „Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Ende großartig“ eröffnete Wehrführer Tobias Walter seinen Bericht. „Ich glaube, das spiegelt die eine oder andere Phase der vergangenen zwölf Monate durchaus wieder“, meinte er mit Augenzwinkern. „Ein ereignisreiches Jahr liegt wieder hinter uns“, sagte er. Die Einsatzbereitschaft war immer gewährleistet, freute sich der Kommandant.

Drei Brände, 15 Hilfeleistungen und sechs Brandsicherheitsdienste waren in 2018 zu verzeichnen. Walter erwähnte stellvertretend das Feuer in Siedelsbrunn, den Flächenbrand in der Wüstenbach und die mehrere Tage andauernde Personensuche im Sommer. Für 2019 „sieht es schon jetzt mit der Ausbildungsbereitschaft sehr gut aus“, betonte der Kommandant.

Im vergangenen Jahr wurden 15 Regel- und Inspektionsübungen durchgeführt, außerdem vier Atemschutzsonderübungen und ein Notfalltraining. Den Katastrophen- und Gefahrgutzug unterstützt die Wehr aktuell mit fünf Einsatzkräften. Die neue Brandschutzkleidung wurde Anfang des Jahres entgegengenommen „und kam sehr gut an“, dankte er der Gemeinde für ihre Investitionsbereitschaft.

„Ausgebildete und gut ausgestattete Einsatzkräfte benötigen ein Gerätehaus, das den heutigen Anforderungen entspricht“, hob der Kommandant hervor. Mit den zu Ende gehenden Umbaumaßnahmen und der Umstrukturierung der Umkleide „können wir diesen Anforderungen endlich – zumindest übergangsweise – gerecht werden, bis 2021 der benötigte Anbau durchgeführt wird“, erläuterte Walter. „Es ist großartig geworden, was hier aus den in schlechtem Zustand vorgefundenen Kegelbahn-Räumlichkeiten gemacht wurde“, sagte er. Unzählige Arbeitseinsätze, Besprechungen und Diskussionsrunden liegen hinter den Wehrleuten.

Alles was das Ehrenamt ausmacht, ist am Ende „der Spaß an der Sache“. Ohne den „können wir nicht die Motivation aufbringen, die dieser Aufgabe gebührt“, mahnte der Wehrführer. Aber: Die Motivation der Truppe spielt eine zentrale Rolle. Allerdings nehme die Aufgabenfülle der Führungskräfte und Verantwortlichen immer mehr zu. „Die Aufgabenträger der Feuerwehren sind durchaus überlastet sind und die gemeindlichen Gremien und Verantwortlichen dürfen dies nicht aus dem Auge verlieren dürfen“, legte er den Finger in die Wunde.

„Zusammen erreicht man einfach mehr“, betonte Walter. Alleine hätte keine der beiden Wehren das Geleistete schaffen können, blickte er positiv auf die Fusion der Einsatzabteilungen vor drei Jahren zurück. Die Feuerwehrvereine „werden dieses tolle Projekt Zusammenarbeit“ weiter unterstreichen, so der Wehrführer. „Die Gewinner der Zukunft werden die sein, die es verstehen, gemeinsam Dinge zu erreichen“, betonte er.

In seinem Rückblick bezeichnete der Vorsitzende des Feuerwehrvereins aus Unter-Schönmattenwag, Ralf Scheib, 2018 als ein sehr arbeitsintensives Jahr. Neben den Übungen und Einsätzen wurden die Umbauarbeiten im Haus des Gastes weiter vorangetrieben. Es wurde intensiv an der Zusammenführung der Vereine gearbeitet. Jetzt werden die Arbeiten in der ehemaligen Kegelbahn beendet. Das restliche Material aus dem Lager im ehemaligen Rathaus wird dann dorthin gebracht.

Scheib sprach daneben die Durchführung der Kerwe 2020 in Ober- und Unter-Schönmattenwag an. An zwei aufeinander folgenden Wochenenden kann nur ein Verein nicht in zwei Ortschaften die Kerwe ausrichten. „Deshalb befinden wir uns mit den anderen Ortsvereinen in Gesprächen, wie es mit der Kerwe weiter geht“, erläuterte er. „Im Raum steht die Gründung eines Kerwevereins in Unter-Schönmattenwag“, so Scheib.

Auf die Umbauarbeiten ging auch sein Kollege Jürgen Walter aus Ober-Schönmattenwag ein. „Wir hatten uns ein großes Ziel gesetzt und sind dabei es zu erreichen“, hob er hervor. Die von den Vereinen bezahlte Kücheneinrichtung ist zum Teil schon eingebaut und wird zeitnah fertig gestellt. Die Events mit der „unteren“ Feuerwehr „sind sehr harmonisch verlaufen“. Dies beweise, „dass wir mit der Zusammenlegung auf dem richtigen Weg sind“, sagte Walter. Der erstmals ausgerichtete Feuerwehrbrunch „hat mir gezeigt, dass wir ein tolles Team aus Ober- und Unter-Schimmeldewog sind“.

Vorstand gemeinsamer Feuerwehrverein: Vorsitzender Jürgen Walter, zweite Vorsitzende Karin Sauer, Kassenwart Rolf Sauer, Schriftführerin Sonja Beutel, Alters- und Ehrenabteilung Ernst Siefert, Beisitzer Erhard Möckel, Stefan Siefert, Yvonne Ballmann, Jörg Wetter, Doris Falter, Holger Wetter, Michael Koudele, Georg Walter, Nico Walter, Marcel Sauer, Wehrführer Tobias Walter, Stellvertreter  Marc Ritter, Jugendfeuerwehrwart Kevin Lörsch, Kindergruppenleiterin Nadine Koudele, Leiter Musik Danny Lörsch.

Kassenprüfer Feuerwehrverein Unter-Schönmattenwag Annika Ritter, Christiane Koudele, Ober-Schönmattenwag Pia Fischer, Ramon Jöst

Beförderungen: Oberfeuerwehrfrau/-mann Nadine Koudele, Sven Sauer, Oberlöschmeister René Zink, Brandmeister Tobias Walter, Oberbrandmeister Sven Falter

Anerkennungsprämie: 40 Jahre aktiver Dienst Harald Falter und Dieter Walter, zehn Jahre Johannes Becker, Tanja Wolk, Max Haberkorn, Sven Sauer

Beste Übungsteilnahme 2018: Max Haberkorn, Marcel Sauer

Feuerwehr-Oscar: Stefan Siefert

Musikerehrung 15 Jahre: Daniel Möckel, Dominik Beutel, Marcel Sauer

Brandschutzehrenzeichen Silber 25 Jahre: Jochen Knapp

Brandschutzehrenzeichen 40 Jahre: Jürgen Walter, Karin Sauer, Wolfgang Walter

Vereinsehrung: Walter Steffan, Jens Falter, Roland Krämer, Daniel Möckel, Sven Sauer, Karin Sauer, Wolfgang Walter, Jürgen Walter, Jochen Knapp, Dominik Beutel

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Übung in Hammelbach: Rettungshunde sind schnell bei der Sache

. Balou, Marto und Elu hießen die „Stars“ des Abends. Mit den drei Flächensuchhunden, zwei Labradoren und einem Bordercollie, waren die Mitglieder der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis zu Gast bei der Feuerwehr, um sich zu präsentieren und auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen aufzuzeigen. Denn neben den Aktiven der Scharbacher und Hammelbacher Einsatzabteilung waren Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus der Gesamtgemeinde sowie des DRK-Ortsvereins vor Ort – zusammen etwa 35 Personen.

Die Jugendlichen wurden auch gleich in die Übung mit eingebunden. Sie durften sich auf dem Gelände des ehemaligen Spielplatzes verstecken und von den Hunden finden lassen. Durch die Aktionsmeile anlässlich des Jubiläums der Hammelbacher Wehr im vergangenen Jahr kam der Kontakt zustande, erläutert Kommandant Marco Stein. „Wir kannten uns aber schon vorher durch verschiedene Einsätze“, sagt er. Es sei für die Brandschützer wichtig zu erfahren, wie die Staffel arbeitet, welches Equipment sie mitführt und wie ihre Vorgehensweise ist.

Claudia Schäfer aus Mörlenbach, Margitta Krämer aus Heppenheim und der Vereinsvorsitzende Harald Fertig aus Bensheim demonstrierten das Können ihrer Hunde. „Elu und Marto sind Verbeller“, teilte er mit. Sie geben Laut, bleiben bei der vermissten Person und warten dort so lange mit viel Wauwau, bis der Hundeführer zu ihnen gestoßen ist.

Balou wiederum ist ein „Freiverweiser“, der nach Auffinden des Vermissten wieder zurück kommt, in den am Gürtel hängenden Ball beißt als Zeichen, dass er jemanden gefunden hat und dann seinen „Chef“ oder die „Chefin“ zu der Person führt. Der Hund pendelt dann in dem großen Gebiet immer wieder zurück zur Halterin. Für Fertig ist es wichtig, dass das Zusammenwirken der verschiedenen Organisationen nahtlos klappt. Deshalb gibt es auch wieder Übungen wie jetzt mit der Feuerwehr. Die Aktiven bekommen damit ein Gefühl, was die Hunde leisten können. Denn das ist einiges.

„In 20 Minuten müssen die Tiere ein Gebiet von 30.000 Quadratmetern absuchen und zwei versteckte Personen finden“, nennt er als Vorgabe. Für solch eine große Fläche braucht es ungleich mehr Menschen, die außerdem mehr Zeit und mehr Equipment benötigen. „Hunde sind immer schneller“, grinst Harald Fertig. Wobei es die gegenseitige Ergänzung macht: Die Feuerwehr hat das nötige Material, um gerade bei Nacht eine Suche vernünftig durchführen zu können.

Seit Gründung vor sechs Jahren „hatten wir bereits 250 Einsätze absolviert“, erklärt er. Inzwischen sind es um die 50 im Jahr. Beileibe nicht nur an der Bergstraße oder im Odenwald, sondern auch in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und sogar einmal in Nordrhein-Westfalen. Vor zweieinhalb Jahren gab es eine großangelegte Suche in Grasellenbach, aber auch in Michelstadt oder Zotzenbach waren die Helfer schon aktiv.

Die Rettungshundestafel wird über die Polizei alarmiert, erläutert er. „Je früher, desto besser“, erhöht das die Chancen auf ein schnelles Auffinden. In Hessen, betont der Vorsitzende, seien die kurzen Reaktionszeiten einmalig. Man arbeite in der Kooperation hessische Rettungshunde neben der Polizei auch mit dem Innenministerium zusammen. Meistens erfolgt die Alarmierung abends, dann wird die Nacht durch gesucht und morgens, nach sechs bis acht Stunden Einsatz, gehen die Mitglieder dann wieder zur Arbeit. „Alles geschieht ehrenamtlich“, betont der Vorsitzende.

Der Verein hat derzeit um die 20 Mitglieder mit zehn Hunden. Bei einer Alarmierung rücken zwischen acht und zwölf Personen aus, erklärt Fertig. Da es sich um eine gemeinnützige Organisation handelt, „arbeiten wir ohne Zuschüsse nur auf Spendenbasis“. Die Ausrüstung wird selbst gekauft. „Wir haben gerade einen neuen Satz für 600 Euro angeschafft“, geht das laut Fertig ganz schön ins Geld. Außerdem fahren die Helfer mit Privat-Pkw zu den Einsatzorten. Allein in der letzten Zeit wurden drei Suchen erfolgreich abgeschlossen. „Das sind sehr emotionale Momente“, weiß er.

Info: Die nächste Übung der Rettungshundestaffel gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr findet am 8. März in Fürth-Krumbach statt. Mehr unter http://www.rettungshunde-bergstrasse.de

 

Feuerwehrleute ziehen zusammen ins Haus des Gastes

Die Brandschützer aus den beiden Ortsteilen zählen bereits die Tage runter: Im März soll das sehnlichst erwartete neue Einsatzfahrzeug LF 10/KatS übernommen werden, erläutert Kommandant Tobias Walter. Es ersetzt die beiden über 25 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeuge aus Ober- und Unter-Schönmattenwag. Bei diesen häuften sich in der Vergangenheit die kleineren und größeren Defekte. Parallel werkeln die Feuerwehrleute kräftig im Untergeschoss des Hauses des Gastes, das ein Teil des gemeinsamen Zuhauses der beiden vor drei Jahren fusionierten Wehren wird.

„Das LF 10/KatS kann auch für den Katastrophenschutz angefordert werden“, macht Walter den Unterschied deutlich. Es ist vom Land Hessen als Grundgerüst vorgegeben, das auch von diesem bezahlt wird. Von der Kommune wird es in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr für örtliche Belange angepasst und auf deren Kosten mit Gerätschaften versehen. Im Schimmeldewäer Fall ist dies laut Walter Wasserentnahme und –förderung, damit das Allradfahrzeug mit modernster Technik bei Wald- und Flächenbränden unterstützen kann. „Wir sind mit dem gemeinsam erarbeiteten Ergebnis sehr zufrieden“, betont er.

Das LF 10/KatS sei so ausgestattet, „dass zwei Löschgruppen damit arbeiten können“. Die gesamte Ausrüstung der Altfahrzeuge passt auf das neue drauf. „Vorher war die auf die kleineren verteilt und der Rest musste sogar noch auf einen Hänger“, erläutert der Kommandant. Er weist auf die taktischen Vorteile hin, „weil sofort alles an Bord und an der Einsatzstelle ist“. Außerdem hat das LF 10/KatS mit 1200 Litern deutlich mehr Wasser als das bisherige TSF-W (500) dabei. Nach der Auslieferung, kündigt Walter an, soll es zeitnah eine Einweihungsfeier geben, bei dem die Bevölkerung das Geschoss in Augenschein nehmen kann. Standort ist das Haus des Gastes, dessen Erweiterung in etwa zwei Jahren ansteht.

Um den Zwölftonner zu lenken, braucht es einen separaten Lkw-Führerschein. „Zum Glück sind wir in diesem Bereich, auch dank der Unterstützung der Gemeinde, gut aufgestellt“, freut sich der Wehrführer. Es gibt jährlich Ausbildungen, damit die Tageseinsatzstärke gewährleistet werden kann und genügend Brandschützer zur Verfügung stehen, die die notwendige Fahrerlaubnis besitzen.

Bereits im Winter 2016/17 starteten die Umbauarbeiten im Haus des Gastes im Zusammenwirken mit der Gemeinde. Bisher investierten die Brandschützer weit über 1000 ehrenamtliche Stunden, nicht zuletzt auch um die Gemeinde zu entlasten. Die seitherige Kegelbahn wurde zum Vereinslager umgebaut. Davor entstand ein großzügiger Versammlungsraum. Sanitärräume sowie Küche wurden erweitert und erneuert. Der Schulungsraum findet ebenfalls in diesem Bereich übergangsweise seinen Platz, bis er dann in den Anbau umziehen soll und die neu geschaffenen Räume komplett für die Vereinsarbeit zur Verfügung stehen.

Überall tat sich viel mehr Arbeit auf als vermutet. „Wir mussten alles entkernen, weil es in einem schlechten Zustand war“, schildert Walter. Das Nikotin quoll förmlich aus den Wänden. Bei der Einrichtung soll Traditionelles mit Neuem verbunden werden, berichtet er. Einrichtungsgegenstände aus dem – in einigen Jahren ehemaligen – Feuerwehrhaus Ober-Schönmattenwag sollen ihren Weg nach „unten“ finden, um so einen Wiedererkennungswert zu schaffen.

Die Umkleiden aus Ober und Unter sind aktuell provisorisch im bisherigen Versammlungsraum untergebracht. Sie waren vorher in der Fahrzeughalle, was jetzt nicht mehr zulässig ist. Wichtig war es für Walter, dass die Zusammenlegung der Einsatzabteilungen nach dem förmlichen Beschluss vor drei Jahren „jetzt auch räumlich vollzogen ist“. Denn bisher waren die unterschiedlichen Standorte hinderlich, „weil die Schläuche oben waren, aber bestimmte Kupplungsstücke vielleicht unten“, schildert er.

Im neuen Anbau, neben dem Haus des Gastes Richtung Unter-Schönmattenwag geplant, sollen zur Straße zwei Fahrzeugboxen entstehen, damit die Wehrleute ebenerdig ausrücken können. „Für uns ein idealer Standort“, sagt der Kommandant, weil er für die etwa 50 Einsatzkräfte aus dem Ober- und Unter-Ortsteil von beiden Seiten aus anfahrbar ist.

Dazu kommen die neue Umkleide, sanitäre Einrichtungen, Räume für Jugendfeuerwehr, Schulungen und Aufenthalt sowie eine Fläche für die Schlauchpflege im Bereich der heutigen Fahrzeughalle. Diese wird in Schönmattenwag zentral für alle Wehren der Großgemeinde eingerichtet. Wartung, Prüfung, und Reinigung sind dann hier angesiedelt.

Die Hilfsbereitschaft ist groß. „Es gab viele Helfer, bedankt sich Tobias Walter bei allen Unterstützern, so auch einigen ortsansässigen Firmen. Er weist darauf hin, „dass das neue Fahrzeug ja auch nicht der Wehr gehört“, sondern den Bürgern, für deren Sicherheit es gedacht ist. Bisher „sind wir sehr zufrieden mit dem, was entstanden ist“, hebt er hervor.

Besonders der Monnheimer-Großbrand forderte die Wählemer Wehr

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr. Mit über 50 Einsätzen waren die Wehren der Gesamtgemeinde in 2018 besonders gefordert. Die Abteilung Wahlen wurde allein 23 Mal alarmiert. Allerdings waren die Brandschützer auch auf Ortsebene aktiv und bereicherten das dörfliche Leben mit verschiedenen Veranstaltungen. Gewürdigt wurde auf der Versammlung häufiger Übungsbesuch. Wehrführer Rüdiger Dostal versieht seinen aktiven Dienst bereits seit 30 Jahren.

Vorsitzender Tobias Schork ging auf die verschiedenen Veranstaltungen des Feuerwehrvereins im vergangenen Jahr ein. Nach dem erfolgreichen „Schneefeuer“ Ende Februar ist das Frühlingsfest am 1. Mai ebenfalls eine feste Bank im Veranstaltungskalender. Die „Pommes-Knappheit“ soll in diesem Jahr der Vergangenheit angehören, schmunzelte er. Der Mehrtagesausflug führte nach Hamburg. Für 2020 plant das Orga-Team einen Trip nach München.

Herbstwanderung, Martinszug, Teilnahme am Volkstrauertag und Kameradschaftsabend waren weitere Aktivitäten, die von einem Ausflug auf den Weihnachtsmarkt nach Ludwigsburg abgeschlossen wurden. In diesem Jahr stehen wieder das traditionelle Fest am 1. Mai und ein Tagesausflug am 22. September an. Auch der Besuch eines Weihnachtsmarkts ist in Planung.

Der stellvertretende Wehrführer Sebastian Werner listete in seinem Bericht 23 Alarmierungen für die Wählemer Wehr auf. Er nannte 13 Brandeinsätze, davon zwei als nachbarschaftliche Löschhilfe nach Wald-Michelbach und Reichelsheim. Dazu kamen zehn Fehlalarme. Es wurden 605 Einsatzstunden gelistete, „davon allein 521 beim Großbrand im Sägewerk Monnheimer“. Dazu kamen weitere 160 Übungsstunden.

Werner dankte der „Reservistengruppe“, die immer für eine zahlreiche und tatkräftige Unterstützung gut ist. Bei der Erneuerung der Tore und Fenster im Gerätehaus packten viele Kameraden mit an. Er erwähnte außerdem die zahlreichen Besuche von Festlichkeiten anderer Wehren mit einer Abordnung. Der stellvertretende Wehrführer hob die Bereitschaft der Brandschützer hervor, sich in ihrer Freizeit in den Dienst der guten Sache zu stellen und an Übungen sowie Einsätzen teilzunehmen.

Patrick Kohl berichtete, dass die Jugendwehr derzeit aus sechs Jungen im Alter von neun bis 16 Jahren besteht – Tendenz gleichbleibend. Ende Mai 2018 fand das Berufsfeuerwehrcamp für die Gesamtgemeinde statt. Dabei wurden mehrere Einsatzübungen organisiert. Außerdem nahm man Ende Juni am Kreis-Jugendfeuerwehrzeltlager in Bürstadt teil. Für den Kindergarten organisierten die Jugendlichen am 11.11. das St. Martins-Feuer unter großem Anklang bei der Bevölkerung. Kohl nannte 192 ehrenamtliche Stunden der Betreuer.

Rechner Wilfried Greinert verlas den Kassenbericht. Er berichtete wegen der zahlreichen Anschaffungen und Investitionen in 2018 von einem kleinen Defizit. Die Kassenprüfer Karin Hartmann und Volker Heilmann betätigten ihm eine einwandfreie Buchführung. Sie beantragten die – im Anschluss einstimmig erfolgte – Entlastung des Gesamtvorstandes.

Bürgermeister Markus Röth nahm die Ehrung des (an diesem Abend abwesenden) Wehrführers Rüdiger Dostal mit der Anerkennungsprämie des Landes Hessen für 30 Jahre aktiven Dienst vor. Er dankte für dessen Engagement, verbunden mit dem Wunsch, dass dies auch in den nächsten Jahren so bleibe. Röth überbrachte zudem die Grüße der gemeindlichen Gremien und bedankte sich für die Arbeit der Feuerwehr Wahlen.

Sebastian Werner ehrte Norbert Kohl und Martin Keil für besonderen Übungsbesuch und übergab als Dank ein Rettungsmesser. Gemeindebrandinspektor Timo Lammer bedankte sich bei den Aktiven für ihr großes Engagement. Er hob die 50 Einsätze auf Gemeindeebene hervor. Lammer würdigte auch den Vorstand des Feuerwehrvereins, da nur durch dessen Aktivitäten das für den Einsatzdienst notwendige Gemeinschaftsgefühl geschaffen und gestärkt werden könne.

Zum Schluss übergab Vorsitzender Schork an Wolfgang Pütt und Karin Hartmann von der Initiative „Wir sind Wahlen“ eine anonyme Spende in Höhe von 100 Euro. Diese ging bei ihm mit der Bitte ein sie weiterzuleiten. Das traditionelle Schnitzelessen schloss sich nach Ende der Veranstaltung an.

Symbolbild Feuerwehr Hammelbach

Bodenbrand an den Stillfüssel-Windrädern simuliert

Der generelle Einsatzplan ist in Ordnung“, freute sich Wald-Michelbachs Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani nach der Einsatzübung an den „Stillfüssel“-Windkraftanlagen. 100 Feuerwehrleute waren dort bei einem simulierten Bodenbrand auf etwa einem Hektar Fläche zugange. „Im Wesentlichen hat alles so funktioniert wie geplant“, sagte er. Was für Capuani doppelter Grund zur Freude war, denn der Plan war von ihm und er fungierte auch als Einsatzleiter.

Die Ortseilwehren aus Wald-Michelbach Mitte, Schönmattenwag, Affolterbach und Kreidach waren ebenso auf die Höhe ausgerückt wie der Einsatzleitwagen des Kreises Bergstraße aus Lampertheim sowie die Tanklöschfahrzeuge (TLF) aus Abtsteinach, Wahlen, Mörlenbach und Hirschhorn. Capuanis Annahme sah vor, dass es beim Wechsel von 900 Liter Getriebeöl an einem Windrad eine Leckage gab. Von der Gondel tropfte es auf einen am Boden stehenden Lkw herab, der noch einmal diese Menge an Öl geladen hatte.

Durch die Entzündung an der Auspuffanlage stand der Laster schnell in Vollbrand, während das Öl von oben fröhlich weiter tropfte und das Feuer noch anheizte. Die Windkraftanlage selbst war dem Szenario zufolge nicht betroffen, aber der angrenzende Wald nordöstlich entzündete sich. So entstand ein Bodenfeuer, das sich bis auf einen knappen Hektar Fläche ausbreitete.

Dass fürs Löschen die mit 20 Kubikmeter Wasser gefüllte Zisterne nicht ausreichen würde, war klar. Deshalb legten die Wald-Michelbacher Wehren eine Leitung von der Systelios-Klinik hin zum Zollstock. Von dort ab es einen Pendelverkehr der dann befüllten Tanklöschfahrzeuge hin zur Windkraftanlage, um die Zisterne immer wieder nachzufüllen. „Wir haben dadurch eine Kapazität von 30 Kubikmeter in der Stunde“, so der GBI. Für ein Bodenfeuer sei diese Menge ausreichend. Wäre mehr Wasser nötig gewesen, etwa bei einem Waldbrand, „hätten wir die Kapazität erhöhen können“.

Vom WKA-Betreiber Entega waren zwei Mitarbeiter vor Ort, um sich das Geschehen anzuschauen. Ebenso war Revierförster Stefan Aßmann dabei, der als Fachberater im Einsatzgremium mitwirkt. Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares gab dem Einsatzplan seinen Segen. Bürgermeister Dr. Sascha Weber dankte den beteiligten Wehrleuten aus der Großgemeinde für ihren ehrenamtlichen Einsatz und auch denen aus den umliegenden Kommunen für die Unterstützung.

Nach etwa zwei Stunden war das Feuer, wie im Einsatzplan vorgesehen, gelöscht. Danach wurde die Zisterne wieder gefüllt, um für den Fall der Fälle ordentlich gerüstet zu sein. Im Anschluss ließen sich die Brandschützer das am Tag zuvor von drei Wehrleuten zubereitete Gulasch schmecken. Dazu gab’s die Manöverkritik.

„An der einen oder anderen Stelle hakte es noch bisschen“, so Capuani. Er stellte kleinere handwerkliche Fehler fest, die aber den positiven Gesamteindruck nicht schmälerten. Dazu gab es noch ein paar Hinweise, was verbessert werden könnte. So könnte unter anderem die Einbahnregelung für die TLF präzisiert werden. Auch die Aufstellflächen für die Feuerwehrfahrzeuge direkt vor Ort könnten vergrößerte werden.

Der GBI war froh darüber, dass es am Übungstag nicht so heiß war wie die Tage zuvor. Denn aufgrund der Topographie waren die Wehrleute in stetig ansteigendem Gelände tätig. „Bei Hitze gehen die Einsatzkräfte dadurch schnell auf dem Zahnfleisch“, machte er die Knochenarbeit plastisch deutlich. Selbst bei „nur“ 20 Grad waren die Schlauch verlegenden Einheiten am Ende des Tages mit den Kräften am Ende.

„Wir haben 1200 Meter Schlauchleitung verlegt“, machte Capuani die Dimensionen deutlich. Die TLF hatten vom Zollstock zwei Kilometer bis zur Einsatzstelle zurückzulegen. Durch den Kreisverkehr war die Rückfahrt sogar noch ein Stück länger. Von der Zisterne zur Einsatzstelle galt es noch einmal 80 Meter zu bewältigen.

„Trotz der Entfernung der Wasserversorgung war es aber überschaubar“, meinte der GBI. Würde es wirklich zum Ernstfall kommen, „könnten wir die doppelte Menge an Schlauchmetern verlegen“, erläuterte er. Um sich nach diesen Worten auch eine Auszeit zu gönnen und einen Nachschlag vom leckeren Gulasch zu holen.

Ausrichtende Feuerwehr ist mit der Ober-Schönmattenwager Kerwe „extrem zufrieden“

Besser hätte die Kerwe für die Freiwillige Feuerwehr als Veranstalter kaum laufen können. „Ich bin extrem zufrieden mit den vier Tagen“, meinte Vereinsvorsitzender Jürgen Walter in der Rückschau. „Es lief alles super.“ Mit dem Bunten Abend am Sonntag fanden die viele Programmpunkte ihren Abschluss, ehe dann am Montag der gemütliche Kehraus einsetzte, der aber trotzdem noch einmal bis in die Abendstunden dauerte. Denn auch der Ausklang war gut besucht.

Unter dem Motto „Schimmeldewog 2.0“ hatten die verschiedenen Ortsgruppen einen Bunten Abend gestaltet, der die Gäste in der Jagdgenossenschaftshütte aufs Beste unterhielt. Bis spät in die Nacht saß man gemütlich zusammen. Highlight waren die drei Tenöre vom Männerballett, die mit schwarzen Perücken und Schnurrbart verkleidet ihre Arien ins Publikum schmetterten, aber durch eine Art Fußfessel etwas in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren. Holger Wetter, Dieter Walter und Harald Falter hatten die Lacher mehr als einmal auf ihrer Seite.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten wurde von Lea und Jürgen Walter in Form von Sketchen ein Bogen vom Mittelalter bis ins Jahr 2030 gespannt. Jürgen Walter mimte dabei den Begriffsstutzigen, der alles wörtlich nimm -, so eindrücklich, dass die Gäste ihre helle Freude dabei hatten. Zuerst ging es um Johannes Gutenberg und das Buch, mit dem Lea ihre Schwierigkeiten beim Öffnen hatte. „Heute liest man E-Paper“, versuchte sie erklären.

Die Registrierung nahm Jürgen natürlich wörtlich und meinte, er wäre schon auf der Gemeinde registriert. Auch das Passwort („wozu brauche ich ein Wort für den Pass“) oder das Codewort („so etwas Ekliges brauche ich nicht“) wurden von ihm buchstabengetreu umgesetzt. Tanz, Gesang und Sketche unterhielten die Gäste im Folgenden prächtig.

Einige Lieder von Alleinunterhalter Florian Koch zwischen den einzelnen Programmpunkten sorgten für kräftig Stimmung und animierten zum Mitschunkeln oder sogar Tanzen auf der Bühne. Die Jüngsten erhielten zum Auftakt gleich Zugaberufe. Die Kerwekids in WM-Kleidung bekamen bei ihrem anschließenden Tanz bestimmt mehr Beifall als die deutsche Mannschaft beim müden Kick gegen Mexiko.

„So soll es sein“ und „Drei Dinge fein“ hieß es vom 35-köpfigen Chor der Harmonie. Die Jugendfeuerwehr hatte es sich in Liegestühlen bequem gemacht und bot einen lustigen Tanz mit Fußpuppen. Ganz im Westernstyle war die Gruppe Ratz-Fatz auf der Bühne unterwegs. Jürgen und die Technik: Sein Versuch, sich einen Laptop zu kaufen, ließ die Angestellte des Computershops verzweifeln. „Hat der Internet“, meinte der Feuerwehr-Vorsitzende unter anderem. Das Ende vom Lied: Er bekam den Laptop geschenkt, damit er bloß schnell geht.

Ähnlich die Erlebnisse mit der Störungshotline in Wald-Michelbach. Da wurde dann in natura ein Fenster geschlossen oder Jürgen Walter ging nach entsprechender Aufforderung „raus“ – statt aus dem Programm aus dem Saal. Nur blöd, dass man dann die Stimme aus dem Computer nicht mehr hörte. Die futuristisch gekleidete Kerwejugend und die Kerweweiber als alte Frauen mit Rollatoren bildeten weitere Programmpunkte, ehe Stephanie und Renate Walter mit einem Sketch unterhielten.

„Ein sehr guter Sonntag“, meinte der Vereinsvorsitzende im Rückblick. Erst war die Hütte bei der Kerwepredigt brechend voll, dann bleiben auch viele zum gemeinsamen Fußballschauen bei der Feuerwehr und litten mit der deutschen Mannschaft. Bis auf die Niederlage gab es strahlende Gesichter bei den Verantwortlichen. „Die Kerwe hervorragend gelaufen“, meinte Walter im Rückblick. Freitag- und Samstagabend gab es eine Riesenstimmung. Am Samstag, der bisschen zögerlich begann, füllte sich die Halle später immer mehr und alle feierten bei der Musik von DJ MaStr aus Aschbach friedlich zusammen. Nach dem Kerweumzug war das Zelt bei der Kerwepredigt voll bis obenhin. Der nahtlose Übergang zum bunten Abend wurde besonders gelobt.

Foto: Fritz Kopetzky/OZ

Kerweparre hatte in Ober-Schönmattenwag wieder viel zu tun

Wehe dem, der sich im vergangenen Jahr etwas zuschulden kommen ließ. Kerweparre Sascha Oberle hatte die Verfehlungen der Einwohner akribisch notiert und tat sie in seiner Kerwepredigt am Sonntagnachmittag kund. Wie üblich fand die in der proppenvollen Jagdgenossenschaftshütte statt. Oberle ist ja in Sachen Recherchearbeit in Owwer-Schimmeldewog bereits ein alter Hase und weiß die Missgriffe und Missgeschicke seiner Mitmenschen rhetorisch geschickt zu verpacken, sodass sich die Halle vor Lachen biegt und sich selbst die Betroffenen ein Lachen abringen können.

Zuvor startete der Kerweumzug durch den Ort ab dem Kerweplatz und führte wieder zu diesem zurück. Er wurde von Kindern und Jugendlichen mit geschmückten Fahrrädern, dem Kerwekomitee mit Oberle, Mundschenk Sebastian Hirsch, Kerweborschd Ramon Jöst und Bajazz Stefan Walter sowie dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr begleitet. Hauptzweck war die Ausgrabung der Kerwe, wozu der Parre mit der Hacke die versteckte Weinflasche befreien musste.

Drei Bier und ein Wasser fürs Kerwekomitee: Dass der Kerweborschd dem Gerstensaft entsagt, war sogar einen Vermerk in der Kerwepredigt wert. Der „is glaab weltweit der oanzisch anti-alkoholische Kerweborscht“, meinte Oberle. Er hat eben andere Qualitäten. „Sou konn der mit soine zarte Finger en klasse Hefeteig fer den Kerwekuche knete, der koann die Fleischworscht wie koan zwoate biege un koann die Borschtegawwel doisch Owwer troage ohne uff die Gosch zu fliege.“

Im benachbarten „Unner“ gibt es keine Kommunionskinder mehr. Die Welt gerät aus den Fugen. Ein katholischer Ort ohne Kommunion. Sascha Oberle wusste wieso: „Ich häb do des Gfühl de Kommunionsunnericht is net sou schäi, wie zum Parre Gam in die Kerwejugend zu gäi.“ Denn der dortige Kerweparre ist schwer aktiv: „Bischt Kaum uff de Welt, duscht in die Windel noch saiche, dut schun der Gams Jens mim Kerwejugend-T-Shirt um dich rum schleiche.“

Oberle wusste weiter: „Awwer de Papscht hoat jetzt gsacht, ewe is schluß, mer vum Vatikan schicke en Unnersuchungsausschuss. Do wärt doann mol jeder Unner-Schimmeldewäer Stoa rumgedreht, so dass im nächschte Joahr wiar ä Unner-Schimmeldewäer Kommunionsmannschaft in de Käisch steht.“

Noch ein Seitenhieb Richtung unten: Der Kerweparre hatte notiert, „dass unser Ortsschild immer weiter in Richtung Unner dut  maschiern. Jetzt sag ich eich mol als Feststellung blouß, das Haus des Gastes seit ihr Unner-Schimmeldewäer jetzt ach offiziell lous. Die Hall, die stäiht jetzt goanz ohne Froag, zu 100 % in Owwer-Schimmeldewog.“ Er prophezeite: „Un ich denk, des geht weider …bis in ein paar Jaaaahr, geht Owwer-Schimmeldewog bis zu de Korsikaaa.“

Oberle wusste daneben vom Geheimrezept, mit dem der FC Odin seine Spieler kuriert, wenn sie angeschlagen oder malad sind: das Geheime-Odin-Elixier. „Das Produkt, das ich meine is wohl jedem bekannt, im Volksmund wird es üblicherweise Eistee genannt.“ Beim Odin „is nix anneres als Eistee im Sanikoffer drin“, grinste er. „Der Knoche beim Päddel noooch nem Foul halwer doisch… auf druff mit dem Eistee-Zeusch. Vum letschte Kopfballduell erschüttert das Spieler Gehirn, ah do hilft nur oans… sofort Eistee druffschmiern.“

Der Italienurlaub eines Schimmeldewäers hatte keinen guten Start, so der Kerweparre. Denn beim Packen wurde etwas Wichtiges vergessen: „Die letscht Dasch is drinn jetzt schnell ins Bett, wenn der na nochmol noch de Autotür geguckt hätt. Die stäiht nämlich bis Nachts sperrongelweit uff, un soigt sou defär, dass de Akku geht druff. Das, durch die offene Tür ausgelöste Fahrzeug-Innenraum-Licht, hat in denne paar Stunn die Autobatrrie hiegericht.“

Vom heimischen Malheur eines rüstigen Rentner bekam er ebenfalls Kenntnis: Die Frau „hätt gern gebügelt, doch des Brett war verklemmt, der Mann sofort sich mit aller Kraft dagegen gestemmt.

Die Füß von dem Bügelbrett warn irgendwie blockiert. Und plötzlich sind ganz unverdrosse, des Bügelbretts Beine nach obe geschosse. Die schnalse uff warn steckesteif, und schlage den krankenhausreif. Doch in der Ambulanz habe die ganz diskret, die Platzwund wieder zugenäht.“

Bild: Philipp Reimer/OZ