Viele Freunde hatten Freude an der Blasmusik

„Blasmusik mit Freu(n)de(n)“ hatte die Feuerwehrkapelle ihr gemeinsames Konzert mit der Trachtenkapelle Lindenfels genannt. Freunde kamen zuhauf in die Rudi-Wünzer-Halle, und die wiederum hatten viel Freude bei dem dreistündigen Programm, das inklusive langer Pausen die Zuschauer bis in den späten Abend bei Laune hielt. „Wir sind mit dem Besuch sehr zufrieden“, sagte der organisatorische Leiter der Feuerwehrkapelle, Markus Riebel. Die Wald-Michelbacher waren dabei vereinfacht gesagt „eher für die moderneren Stücke“, die Lindenfelser für die böhmisch-mährische Stilrichtung zuständig.

Der Vorverkauf hatte bei den Veranstaltern noch ein paar Sorgenfalten auf der Stirn hinterlassen. Doch die waren an dem Abend vergessen, als sich die Reihen immer mehr füllten. Feuerwehr-Angehörige sorgten die ganze Zeit über fürs leibliche Wohl der Gäste. Riebel freute sich in seiner Begrüßung, neben Wald-Michelbachs Rathauschef Sascha Weber auch dessen Kollegen Michael Helbig aus Lindenfels begrüßen zu dürfen.

Beide Ensembles spielten in ihren eigenen Sets mehr oder weniger ihr gängiges Konzert-Repertoire, erläuterte Feuerwehrkapellen-Dirigent Klaus Weihrauch. Jeder musikalische Leiter, bei der Trachtenkapelle war das Peter Flath, traf die Musikauswahl selbst. Für die zusammen musizierten Stücke gab es nur eine Generalprobe. Bei der wie auch dann beim Konzert wurde es eng auf der Bühne, als fast 60 Musiker sich und ihre Instrumente dort platzierten.

Auf Feuerwehr-Seite führte Sebastian Schertel durchs Programm. Der ist zwar eigentlich Musiklehrer am Überwald-Gymnasium, freute sich aber, nicht nur den Abend zu moderieren, sondern auch mitspielen zu dürfen. „Ich bin seit Kindertagen der Blasmusik verbunden“, gestand Schertel, der am ÜWG die Big Band leitet.

„Blasmusik ist so unendlich vielfältig“, meinte er: von der Originalliteratur aus dem Bereich der Kirchenmusik oder der Militärmusik, dem Blasmusikgenre schlechthin, über die böhmische Blasmusik bis hin zu den Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester. Dazu kommen Arrangements für Blasorchester aus allen Bereichen der Musikwelt, seien es Klassik, Filmmusik, Jazz- oder Rock und Pop. Bestes Beispiel dafür: das „Concerto d’Amore“ von Jakob de Haan. Es vereinigt drei unterschiedliche Stile: Barock, Pop und Jazz.

Wie breit gefächert das Repertoire der Feuerwehrkapelle mit ihren 36 Musikern an diesem Abend war, zeigten zwei völlig verschiedene Titel: so „Nessaja“, ein Titel aus dem Musical Tabaluga von Peter Maffay. In ihm wird ebenso die Freundschaft beschworen wie auch in „I do it for you“ von Bryan Adams aus dem Film „Robin Hood“.

Dass die Wald-Michelbacher auch böhmisch-mährisch können, zeigten sie mit Konzertmarsch „Euphoria“ aus der Feder von Martin Scharnagl. Festlich und imposant kommt das Lied rüber, aber auch wieder verspielt mit Triolen und einem schönen Solo für die Holzbläser. Bei der „Mährischen Hochzeit“ ist das schnelle und temperamentvolle Tempo charakteristisch, das auch an die alten Tänze der slawischen Bevölkerung erinnert.

Als nach der Pause die 25 Trachtenkapellen-Musiker die Bühne enterten, trafen sie wie auch das Ensemble vor ihnen auf ein sehr klatschfreudiges Publikum. Peter Gärtner und Theo Unger sind in beiden Kapellen. Durch sie kam auch der Kontakt zustande und entstand die Idee, doch ein gemeinsames Konzert durchzuführen. Jobbes Gehbauer führte durchs Programm, das stark Ernst Mosch und seinen Original Egerländern verpflichtet war. Davon zeugten schon zu Beginn „Egerland Heimatland“ und „Wir sind Kinder von der Eger“.

Beim „Böhmischen Wind“ kommt die Erinnerung an die alte Heimat hoch, beim flotten „Bugler‘s Holiday“ holen sich Peter Flath, Theo Unger und Arno Gabelmann als Solotrompeter kräftigen Applaus ab. Roland Frodel und Jobbes Gehbauer waren für den Gesang zuständig. „Auf der Vogelwiese“, „Löffel-Polka“, „Rosamunde“ oder „Böhmischer Traum“: Die Trachtenkapelle hatten die Gassenhauer alle drauf, verführte die Besucher zum Schunkel und zum kräftigern Mitklatschen.

„Die Stars in der Manege sitzen nun in Form eines großen Blasorchesters auf der Bühne und bilden einen außergewöhnlichen Klangkörper“, führte Schertel in den drittel Teil mit beiden Orchestern ein. Der „Gruß an Böhmen“ mit seinem Wechselspiel zwischen dem hohen und dem tiefen Blech wurde, wie kann es anders sein, bekannt durch Mosch und seine Egerländer. Es folgte mit den „Gablonzer Perlen“ ein weiterer Klassiker des Genres. Nach dem Stück „Wir Musikanten“, von der Landtagsabgeordneten Birgit Heitland dirigiert, sollte eigentlich Schluss sein – aber natürlich ging’s nicht ohne Zugabe in Gestalt des „Fliegermarsches“ von der Bühne.

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So vielfältig kann Blasmusik sein: Big Band des Überwald-Gymnasiums und die Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach bekamen begeisterten Applaus

Zum Schluss, nach mehr als drei Stunden Konzert inklusive zwei Umbaupausen, gab es Standing Ovations. Und das absolut verdient. Denn was die Big Band des Überwald-Gymnasiums und die Feuerwehrkapelle zuerst einzeln, dann in fünf Stücken gemeinsam auf der Bühne der Rudi-Wünzer-Halle geboten hatten, war allererste Sahne. Böhmisch-mährische Blasmusik, Swing, Pop und Blues: Die beiden Ensembles unternahmen eine hörenswerte Reise durch Musikgenres und -zeiten.

Vor allem die gemeinsam gespielten Songs und Medleys waren es, die ein ums andere Mal für begeisterten Applaus bei den Besuchern sorgten. Da machte sich die monatelange Probearbeit bemerkbar, bei der beide Klangkörper mit Musikstücken zu tun hatten, die sie eigentlich gar nicht im Repertoire haben. Die Polka „Wir Musikanten“ bedeutete Neuland für die Big Band unter der Leitung von Sebastian Schertel, das sie bravourös meisterte.

Überhaupt die Big Band: Wie sich diese innerhalb des vergangenen Jahres „mauserte“, zum qualitativ hochstehenden Swing-Orchester mit ihrem Repertoire an Musical-, Soul- und Bluesstücken nebst Filmmusiken wurde, ist bemerkenswert. Die jungen Musiker agierten selbstsicher vor großer Kulisse, wagten sich auch an die schwierigen Läufe heran oder glänzten mit Soli. Getreu dem Anspruch von Schertel, nicht nur eine AG, sondern ein vollwertiges Orchester zu führen. Dem wurde er, das wurde den Gästen in der sehr gut besetzten Halle klar, bestens gerecht.

Vor allem die beiden Medleys waren es, die für einen Begeisterungssturm sorgten – nachdem die Ensembles beim Konzert unter dem Titel „Big Band meets Friends“ schon mit ihren einzelnen Sets zahlreichen Applaus eingeheimst hatten. „Bugs Bunny and friends“ hieß denn auch passenderweise die Zusammenstellung von Erkennungsmelodien aus Zeichentrick- und Klamaukserien. Die Titelstücke aus „Tom und Jerry“, „Dick und Doof“ oder „Paulchen Panther“ waren herauszuhören.

Sie wurden vom 60-köpfigen Orchesterzusammenschluss mit einer Dynamik gespielt, dass keiner dabei ruhig sitzen bleiben konnte. Mitklatschen war angesagt. Zum großen Konzertsaal, in dem Jake und Elwood Blues im Film auftraten, wurde die Wünzer-Halle beim Medley der bekanntesten Blues- und Soulsongs aus dem Kultfilm. Ein fulminanter Höhepunkt, dem Reinhard Meys „Gute Nacht Freunde“ in einer Form folgte, wie man es sonst auch nicht zu hören bekommt.

Nach der Begrüßung durch die beiden Schüler Jana Grohmann und Vincent Capuani übernahmen Saskia Kunkel und Peter Capuani die Moderation des Abends. Sie streuten immer wieder Wissenswertes und Hintergrundinfos zu den einzelnen Stücken ein. „Don´t cry for me Argentina” als Evergreen aus dem Evita-Musical ging gleich direkt ins Ohr. Der schwungvolle, volltönende, swingende Beginn der Big Band setzte sich mit dem „Carnival del Soul“ fort, bei dem das Schlagzeug-Solo von Robin Beckenbach lauten Zwischenapplaus erhielt.

„California Dreamin’” oder „Stand By Me” sind wahre Klassiker, die ebenso auf den Punkt gespielt wurden wie das groovende „It Don´t Mean A Thing”. Ein richtiger Knaller dann „Freeze Frame” von der J. Geils Band, sehr pointiert dargeboten durch den Einsatz der verschiedenen Instrumentengruppen und die Tempiwechsel. Rockklänge mal ganz anders bot die Big Band mit Led Zeppelins „Stairway to Heaven”.

Ein echtes Paradestück dann das Thema aus dem Rocky-Film: „Gonna Fly Now“ schwebte fanfarenartig-majestätisch durch die Halle, als wäre sie die Boxarena, in der Sylvester Stallone das erste Mal in den Ring stieg. Kein Wunder, dass danach eine Zugabe in Form des Muppet-Show-Themas folgte, bei der Schertel noch einmal, wie ein Irrwisch dirigierend, mit Erfolg Höchstleistungen von den jungen Musikern forderte.

Kontrastprogramm danach von der Feuerwehrkapelle unter Leitung von Klaus Weihrauch. Gediegen-traditionell, aber auch angereichert mit Popsongs, präsentierte sich das Repertoire der 30-köpfigen Kapelle. Das musikalische Flaggschiff der Wald-Michelbacher Wehr begeisterte mit seiner Vielseitigkeit. Der Einstieg war ganz böhmisch-mährisch mit zwei Polkas, „So schön ist Blasmusik“ von Erich Brecht und „Von Freund zu Freund“ von Martin Scharnagl.

Dann ging es aber schon Richtung Musical. „Nessaja“ von Peter Maffay sowie „Ich gehör‘ nur mir“ von Michael Kunze und Sylvester Levay wiesen die Richtung hin zu den folgenden Popstücken. „Matrimony” von Gilbert O´Sullivan und „I’ll do it for you” von Bryan Adams zeigten eindrucksvoll das breit aufgestellte Repertoire der Kapelle. Immer wieder gab es lang anhaltenden Beifall für die Darbietungen. Wie auch nach dem „Concerto d’amore“, einer moderne Ouvertüre von Jacob de Haan, mit der die Feuerwehrkapelle ihren Set vielbeklatscht beschloss.

Die musikalische Zusammenarbeit der ÜWG Big Band in einem gemeinsamen Konzert startete mit der Feuerwehrkapelle. Bei der fünften Auflage ging es somit „Back to the roots“. Für Klaus Weihrauch, den Dirigenten der Feuerwehrkapelle, eine schöne Möglichkeit, das volle Repertoire des Ensembles zeigten zu können. „Eigentlich sind wir ja ein klassisches Blasorchester“, erläuterte er. Aber eben auch nach allen Seiten offen.

Seine Liedauswahl war ganz dem Motto Freundschaft geschuldet. In allen Songs ging es irgendwo um dieses Thema, um Liebe, um Ehe. „So schön ist Blasmusik“ etwa war das Motto das Grand Prix der Blasmusik. „Wir Musikanten“ handelt davon, wie man durch Musik und Gesang auch vereint im Leben ist. Zu Bryan Adams’ Schmusesongs muss man sowieso nichts mehr sagen.

In der Feuerwehrkapelle, die Weihrauch seit 2011 leitet, sind über 30 Musiker von 13 bis 70 Jahren aktiv. „Ein bunter Altersquerschnitt“, schmunzelte der Dirigent. Entsprechend vielfältig sind auch die Musikvorlieben. Geprobt wurde zusammen mit der Big Band seit etlichen Wochen. Es gab Probensamstage und am Freitag vor dem Konzert noch eine gemeinsame Generalprobe im Feuerwehrhaus.

Sebastian Schertel, der die Big Band des ÜWG seit 2010 leitet, wollte mit den dargebotenen Stücken eine möglichst große Bandbreite aufzeigen. „Von Swing bis Beat, von balladenhaft bis rockig-fetzig“ fand sich deshalb Etliches in dem einstündigen Programm. Er gliederte die einzelnen Abschnitte nach Stil und Charakter, etwa südamerikanisch, Swing, Rock und Pop. Für die Bewirtung am Konzertabend sorgten die Feuerwehr Wald-Michelbach und der Förderverein des ÜWG.

Ein Hauch von Las Vegas bei der Kerwe in Hartenrod

Volles Haus beim „Hitreder Owend“ im Mehrzweckhaus. Gesangverein Immergrün und der Ortsbeirat als Organisatoren der Kerwe waren „sehr zufrieden“, wie Ortsvorsteher Stefan Aßmann sagte. Drei Stunden lang boten die örtlichen Akteure dem Publikum volles Programm und unterhielten es aufs Beste. Motto diesmal: „Las Vegas“. Entsprechend bunt war die Show, auch wenn sie manchmal nur indirekt mit dem amerikanischen Zockerparadies zu tun hatte: Unter anderem gaben sich Elvis, die Backstreet Boys oder die Blue Man Group die Ehre.

„Jedes Jahr haben wir ein neues Motto“, erzählt Stefan Doetsch, der sowohl mit dem Chor als auch bei der Blue Man Group auf der Bühne stand. Das vergangenes Jahr stand im Zeichen von „Wetten, dass?“. Gleich nach Weihnachten, sagt er, „beginnen die Vorbereitungen für die nächste Kerwe“. Die Proben würden, je näher die Veranstaltung kommt, immer intensiver. Um die 30 Aktive sind jedes Mal aktiv. Der älteste davon, „Zauberer“ Bernd Schwappacher, ist 73, der jüngste Teilnehmer mehr als 60 Jahre jünger.

Der Startschuss für den bunten Abend kam vom GV Immergrün mit Liedern von „Country home“, „Lollipop“ oder den berühmten „Über sieben Brücken musst du gehen“ von Karat. Dann wurde es amerikanisch. Danilo Fioriti als Larry King und Ulrike Gölz als Mary Sue enterten nach Anmoderation von Silja Scholz die Bühne, um mit US-Slang durchs weitere Programm zu führen. Natürlich durfte das Glücksrad nicht fehlen, an dem im Laufe des Abends das eine oder andere Mal gedreht wurde.

Zauberer Bernd Schwappacher sorgte mit seinem Assistenten Stefan Aßmann nach dem Solo-Tanz von Valentina Gölz für einen Hauch von Magie im Mehrzweckhaus. Freiwillig unfreiwillig durfte Silja Scholz bei den Kunststückchen assistieren. Dann traf Hollywood auf das Musikbusiness: Elke Jöst, Ulrike Gölz und Silja Scholz als Bette Midler, Cher und Kylie Minogue rockten die Bühne. Mit den „Backstreet Boys“ (im Hartenroder Fall: und „Girls“).

Nach der verdienten Pause ging’s in die zweite unterhaltsame Runde unter der Leitung von Danilo Fioriti und Ulrike Gölz. Die Blue Man Group mit Markus Temper, Stefan Aßmann, Stefan Doetsch, Marcel Gölz und Ralf Scholz enterten die Bühne mit Musik, Zirkusclownerie und Performance. Nach dem Tanz unter der Leitung von Nicole Schmitt und diversen Lotterien später dann der „King“ himself, Elvis wie er leibt und (doch noch) lebt. Herbert Fath sorgte für den gelungenen Abschluss des „Hitreder Owends“, ehe dann im großen Finale die Akteure nochmal ihr Bestes gaben. Natürlich war danach noch lange nicht Schluss, im Mehrzweckhaus saßen Gäste und Darsteller noch einige Zeit zusammen.

„Wie immer hat er nicht geklappt“, meint Ortsvorsteher Stefan Aßmann verschmitzt zum Fassbieranstich bei der Kerweeröffnung im kleinen Wald-Michelbacher Ortsteil. Aber irgendwie sei es auch schon eine Gaudi an sich, wenn beim Einschlagen des Zapfhahns etwas schief gehe, meint er. Auf die Rede, die er sowieso nicht hatte, habe zugunsten des fröhlichen Festtreibens gerne verzichtet, so Aßmann lächelnd.

Der erste Abend gehörte der Musik: Harald Walz spielte erst zur Unterhaltung, dann zum Tanz auf. Besucherwünsche waren dabei gerne willkommen, und so wurde es auch ganz schnell später bzw. früh. „Bis 3 Uhr morgens ging es“, so der Ortsvorsteher. Er ist, wie die anderen Aktiven auch, mit der gut besuchten Kerwe mehr als zufrieden. Die werde inzwischen seit mehr als 20 Jahren ausgerichtet und habe seit einiger Zeit mit dem Mehrzweckhaus einen sehr guten Ort gefunden. Die Gäste strömten in großer Zahl: Jeden Tag war die Halle voll, was über die drei Tage etwa doppelt so viele Besucher wie Einwohner (250) bedeutete.

Um die 40 Helfer von Gesangverein Immergrün und Ortsbeirat sind an den drei Tagen fast nonstop im Einsatz, berichtet Aßmann. Normalerweise feiere man sogar vier Tage lang, aber der Feiertag 1. Mai wurde dieses Jahr außen vor gelassen. „Man trifft die mal wieder, die man sonst das ganze Jahr über kaum zieht“, sagt er, denn viele arbeiteten doch auswärts.

Frühschoppen, Mittagessen unter Begleitung von Klängen der Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach und die nachmittägliche Unterhaltung mit Harald Walz leiteten über zur Kerwepredigt des neuen Kerwepfarrers Peter Gölz. Der hatte so manche örtliche Begebenheit im Blick und „führt die alte Tradition hervorragend weiter“, wie Aßmann sagte.

„Als naije Kerweparre staih isch hier“, wies Gölz gleich zu Beginn darauf hin, dass es nach zehn Jahren einen Wechsel auf dem Kerwepfarrer-Podium gab. „Fußball spiel isch bei de Mischelbäscher SG“, nannte er seine sportlichen Vorzüge. Für Heiterkeit sorgte sorgte das winterliche Grillexperiment seiner Mutter. Die ließ nämlich das heiße Utensil draußen stehen und wollte es erst am nächsten Tag ausschalten. Ergebnis: „De näxte Moiend de Opa ist gonz wild, die Heizung die iss nett im Bild“. Denn der Grill stand die ganze Nacht neben dem Thermostat, das dann 100 Grad hatte und prompt abschaltete…

Ziel seines Spotts waren daneben der letztjährige missglückte Fassbieranstich, der Vereinsausflug „in de Siede“ und „Ernas rode Ohre“, weil sie beim neuen Auto nicht die Gebrauchsanweisung las und somit die Fensterheber nicht bedienen konnte. „Die Gas is weg – wo dut se bloas stecke?“, kommentierte Peter Gölz den missglückten Versuch seiner Mutter, in Gumpen Ziegenzuwachs zu organisieren. Doch der Vierbeiner machte sich im Ort selbstständig, als plötzlich die Hundebox im Auto aufging. Doch Ende gut, alles gut, nach ein paar Stunde war die Flüchtige gefunden…

Der gestrige Montag stand im Zeichen des Kerwe-Ausklangs. Nach dem Frühschoppen folgte nahtlos das deftige Mittagessen mit Grillhaxen und Spießbraten, ehe die Hartenroder daran gingen, sich vom diesjährigen Fest zu verabschieden. „Das ist echt gut gelaufen“, resümiert Aßmann. Die nächste Kerwe kommt bestimmt…