Fünftklässler der Bachmann-Schule trainieren Sicherheit im Straßenverkehr

Auch in diesem Jahr besuchte der ADAC wieder die neuen fünften Klassen der Eugen-Bachmann-Schule und führte einen Workshop zum Thema „Achtung Auto!“ in der Straße „Spechtbach“ durch. Die wurde dafür vom Bauhof der Gemeinde extra gesperrt. Wie schnell kann das Auto zum Stehen kommen? Wie lang ist der Bremsweg? Solche und weitere Fragen testeten die Schüler mit ihren Klassenlehrerinnen und einem ausgebildeten Moderator des ADAC selbst durch praktische Übungen und Demonstrationen.

Außerdem sollten sie durch das Aufstellen von Verkehrshütchen den Bremsweg eines Fahrzeugs bei einer Vollbremsung einschätzen, wenn es 30 Stundenkilometer schnell ist. Man konnte den Kindern die Überraschung anmerken, als das Auto an ihren aufgestellten Pylonen vorbeirutschte und erst ein ganzes Stück später vollständig zum Stehen kam. Nur wenige hatten den Bremsweg im Vorfeld einigermaßen richtig eingeschätzt.

Die Schüler erlebten den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Bremsdauer und erarbeiteten anschließend gemeinsam die Faustregel „Reaktionszeit und Bremsweg ist gleich Anhalteweg“. Diese soll ihnen zukünftig helfen, den Anhalteweg von Autos besser einzuschätzen. Als Highlight durften die Fünftklässler ins Auto des ADAC-Mitarbeiters einsteigen und eine Vollbremsung bei 30 km/h erleben. Dabei lernten sie auch die lebensrettende Bedeutung der ordnungsgemäßen Sicherung im Fahrzeug kennen, denn das vorschriftsgemäße Anlegen des Sicherheitsgurtes hielt sie dabei in ihren Sitzen.

Das Programm „Achtung Auto“ trägt dazu bei, Schülern kritische Situationen im alltäglichen Straßenverkehr zu verdeutlichen, Unfallgefahren zu erkennen und durch vorausschauendes Handeln richtig zu reagieren, bilanzierte Schulleiter Thomas Wilcke.

Werbeanzeigen

Präventionsprogramm „Schleuderdrama“ an ÜWG und EBS in Wald-Michelbach setzt zur Abschreckung auch auf Schockeffekte

„Schleuderdrama“ heißt das Präventionsprogramm für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und mehr Zivilcourage. Ziel der Veranstaltung ist es, jugendliche Zwei- und Vierradfahrer sowie Mitfahrer für die Gefahren rund um Auto und Motorrad zu sensibilisieren. Getragen wird es im Kreis Bergstraße von der Polizei und diversen Hilfsorganisationen, aber auch Pflegediensten und Schulamt. Überwald-Gymnasium (ÜWG) und Eugen-Bachmann-Schule (EBS) führten es jetzt wieder gemeinsam durch.

„Themen der Workshops, die wir heute anbieten, ranken sich um Folgen von unangepasstem Verhalten, Fahrzeugtuning, Alkohol, Handynutzung, Drogenkonsum und deren Auswirkungen im Straßenverkehr“, sagte EBS-Schulleiter Thomas Wilcke in seiner Begrüßung an die 115 Schüler gewandt, die den Einstiegsvorträgen lauschten und dann in die verschiedenen Workshops gingen. Er hieß zusammen mit seinem ÜWG-Kollegen Udo Schäfer willkommen, der das Gymnasium derzeit kommissarisch leitet.

Sylke Fahrenkrug (EBS) und Anke Fibian (ÜWG) organisieren derzeit das Projekt. „Die Schüler empfinden die drastischen Schilderungen als gut“, hat Fibian beobachtet. Auch wenn teilweise mit Schockmethoden gearbeitet wird, ist es an der EBS die letzte Möglichkeit, „an die 15- bis 17-jährigen Schüler ranzukommen“, so Fahrenkrug. Dort sind die zehnte Realschul- und die Hauptschul-Abschlussklasse beteiligt.

Anders am ÜWG: Da haben die in der Regel 16-Jährigen noch etwas Schulzeit vor sich. Hier ist es die E-Phase des Gymnasiums, die am „Schleuderdrama“ teilnimmt. Insgesamt kamen so etwa 115 Heranwachsende in der Mensa zusammen, 60 von der EBS und 55 vom ÜWG. Laut Anke Fibian sind die Schüler „in einem wichtigen Alter“. Bald machten sie den Führerschein oder seien sogar schon mit Roller oder Motorrad unterwegs. Wenn die Spezialisten ihnen eindringlich schilderten, was passieren könne und wie man vorbeuge, „dann wirkt das viel besser, als wenn es Lehrer tun“.

Etwa die Erzählung von Jana Knaup (DRK). Selbst erst um die 20, konnte sie die Schüler sehr erreiche. Ihr Beispiel eines 17-Jährigen, der sich aus einer Laune heraus ins Auto seines 18-jährigen Freundes setzt und einen schweren Unfall baut, machte Eindruck. Den beiden Jungs passierte zwar nicht viel, aber eine Passantin litt ein Jahr später noch unter Panikattacken. „Auch Fußgänger nehmen am Straßenverkehr teil“, wollte Knaup damit verdeutlichen – natürlich neben der Aussage, dass solche Aktionen unterlassen werden sollten.

„Die ist extrem gut angekommen, weil sie auch altersmäßig so nah an den Schülern dran ist“, beobachtete Fibian. Wie überhaupt die Präsentationen bei den Schülern eine große Wirkung hatten. „Die Betroffenheit war sehr hoch, sie wurden wachgerüttelt.“ In den folgenden Workshops wurden die Themen noch einmal aufgegriffen und vertieft. Die Neunt- und Zehntklässler waren der Pädagogin zufolge sehr angetan von den alltagsnahen Themen, die ihnen auf ganz andere Art gezeigt werden.

Die beiden Lehrerinnen sind an ihren Schulen die Sucht- und Gewaltpräventionsbeauftragten. „Die Jugendlichen fanden es interessant“, beobachtete Fibian. Es gab ein sehr positives Feedback – auch von den Referenten. Die nahmen die Jugendlichen als „sehr wissbegierig“ wahr, die über die Workshop-Zeit hinaus viele Nachfragen hatten.

Peter Hoffmann, der Leiter des Projekts „Schleuderdrama“, führte in die Veranstaltung ein. „Ihr habt alle eure Zukunftswünsche“, meinte er an die Schüler gerichtet. Die Referenten seien nach Wald-Michelbach gekommen, „um eure Träume zu retten und wahr werden zu lassen“. Inzwischen gebe es diese Form der Prävention seit acht Jahren. Schwerpunkt waren dieses Jahr Motorradunfälle und ihre Folgen.

Jörn Metzler von der Polizei Heppenheim schilderte in drastischen Worten die Eindrücke eines Polizisten, wenn er an eine Unfallstelle kommt. Heimleiter Jörg Meinhof vom Pflegeteam Odenwald verdeutlichte sehr realistisch am Beispiel der 21-jährigen, pflegebedürftigen Nicole, wie Lebens- und Berufsträume innerhalb weniger Minuten durch einen Unfall zerplatzen können.

Der Schulpsychologe Tobias Knapp wies in seinen Worten darauf hin, dass es völlig unterschiedliche Formen gebe, mit solchen Ereignissen umzugehen. Reiner Agostin von der Feuerwehr schilderte anhand von Beispielen aus Bürstadt und Mörlenbach die Arbeit der Brandschützer und den Einsatz der Rettungsschere bei Unfällen. Von Schülerseite her wurde Hoffmann bei seiner Moderation von Damian Kragulj und Emely Trumpfheller (früher EBS, jetzt ÜWG) unterstützt. Enrico Meinhof (ÜWG) war für die Technik zuständig.

Referenten/Workshops

  • Peter Hoffmann, Leiter „Schleuderdrama“, Jugendkoordinator Polizeidirektion Bergstraße: Absprachen in der Peergroup, praktische Beispiele
  • Jörn Metzler, Polizei: Alkohol und Drogen, Ablenkung durchs Handy
  • Jörg Meinhof, Pflegeteam Odenwald: Bericht über die Arbeit mit Komapatienten
  • Gerald Wibbecke, Schulpsychologe staatliches Schulamt: Gruppendruck – „Ich kann auch Nein sagen“
  • Nikita Girard, Drogenberatung Prisma: „Ich fahr klar – mobil aber sicher“, Arbeit mit den Rauschbrillen
  • Reiner Agostin, Feuerwehr: „Arbeit der Feuerwehr an der Unfallstelle“
  • Hubert Simonis, Notfallseelsorge: „Aufgaben der Notfallseelsorge“
  • Jana Knaup, DRK: „Arbeit des DRK im Bereich Erste Hilfe“

 

Büffeln in den Osterferien: Schüler lernten an der Wald-Michelbacher Bachmann-Schule

Büffeln in den Osterferien hat in der Eugen-Bachmann-Schule bereits eine gute Tradition. Dieses Mal waren es wieder 57 Schüler, 15 Neuntklässler der Hauptschule und 49 Zehntklässler der Realschule, die auf freiwilliger Basis die Gelegenheit nutzten, sich intensiv auf die anstehenden schriftlichen Abschlussarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik vorzubereiten.

Betreut wurden die Schüler von verschiedenen Coaches, Lehramtsstudenten in Deutsch, Mathe und Englisch. Gearbeitet wurde in unterschiedlichen Gruppen, in denen die Betreuer den Lernenden fachlich zur Seite standen und sie beim selbstständigen Lernen unterstützten. Die Kosten für den Unterricht bzw. die Dozenten trägt das hessische Kultusministerium. Die Teilnehmer steuern lediglich pro Nase 30 Euro für Essen und Rundumversorgung bei.

Der Tag startete um 8 Uhr mit einem gemeinsamen ausgiebigen Frühstück in der Mensa. Kaffee, Tee, Wurst, Käse, frische Brötchen, Eier, Marmelade, Butter, Frischkäse oder Gurken schufen die beste Grundlage, um an jedem Tag bis 15 Uhr durchzuhalten. Anschließend wurden die Schüler nach ihren Bedürfnissen in den verschiedenen Fächern und thematischen Schwerpunkten in Gruppen eingeteilt. Freundschaften wurden bei der Gruppenbildung natürlich berücksichtigt.

Die Vorbereitung geschah durch Schulleiter Thomas Wilcke in Zusammenarbeit mit Sascha Fischer, der in bewährter Manier auf Seiten der Dozenten das Ostercamp organisierte. Morgens um 7 war nach der Zeitumstellung für alle die Welt noch in Ordnung. Hilfe erhielten beide von FSJ-Kraft Clara und Hausmeister Winkler.

Neben den Lernzeiten in entspannter Atmosphäre kam der Spaß auch nicht zu kurz: Beim gemeinsamen Mittagessen um 12 Uhr, für das das Cateringteam der Mensa verantwortlich zeichnete, sowie in den Erholungs- und Kaffeepausen (es gab eine ganztägige Versorgung mit Getränken, Snacks, Gebäck, Obst) konnte man sich allerhand erzählen. Es wurde viel gelacht und die gute Atmosphäre genossen, ging doch die reine Lernzeit über das gewohnte Maß eines Schulvormittags deutlich hinaus.

Das Feedback der Schüler war auch in diesem Jahr wieder durchweg positiv. Insbesondere die angenehme Arbeitsatmosphäre und die Möglichkeit der gemeinsamen Prüfungsvorbereitung begeisterten und überzeugten Teilnehmer sowie Coaches und Schulleiter gleichermaßen. „Das war eine tolle Veranstaltung, die mir viel gebracht hat“, lautete eine Rückmeldung.

„Jetzt weiß ich was ich noch für die schriftlichen Prüfungen lernen muss“, sagte ein Schüler. „Ich habe viel gelernt“, meinte eine andere Schülerin. Ein Jugendlicher ergänzte: „Das war eine tolle Atmosphäre, ganz anders als sonst in der Schule.“ Alle Beteiligten hoffen, dass die Tradition des Ostercamps an der EBS auch in Zukunft fortgeführt werden kann.

Verabschiedung an der Wald-Michelbacher Eugen-Bachmann-Schule: Der Abschied bedeutet auch einen Neuanfang

Es war eine im wahrsten Sinne des Wortes heiße Abschlussfeier bei warmem Wetter, die da im Haus des Gastes über die Bühne ging. Die Eugen-Bachmann-Schule verabschiedete ihre Haupt- und Realschüler des aktuellen Jahrgangs, 70 an der Zahl, im südlich gelegenen Ortsteil. Musikalisch wurde die Feuer umrahmt vom EBS-Blasorchester unter Leitung von Ben Schütz und der Schulband „School of Rock“ unter Claudia Spangenberg und Reinhard Kerner.

„Wir haben zusammen gelernt, ein Stück weit zusammen gelebt, zusammen Konflikte ausgetragen, uns zusammen gefreut, geärgert, miteinander, füreinander und manchmal auch gegeneinander gearbeitet“, sagte Schulleiter Thomas Wilcke in seiner Begrüßung. Oft allerdings wirke „die normative Kraft des Faktischen, dann hilft weder Weinen noch Protest“. Seien es Wechsel der Lehrkräfte oder Klassenleitungen, „wir haben es zusammen erlebt, ob es uns gefallen hat oder nicht“.

Wilcke hob hervor, dass Lernen im Leben nie aufhöre. „Ihr könnt Dinge, die ich nicht kann“, sagte er. Etwa den Umgang mit den neuen Medien oder sozialen Netzwerken. Er hob hervor, dass die Lehrkräfte und er diesen Umgang erlenen müssten, „da sie tief ins soziale Gefüge eindringen“. Eine gemeinsame Herausforderung, „die durch gemeinsames Lernen bewältigt werden muss“.

Der Schulleiter wies darauf hin, dass auch soziale Gebilde wie eine Schule nur funktionierten, „wenn es Regeln gibt“. Ein Abschlussstreich verletze diese bewusst, meinte er. Er fand es schade, „dass ich Schäden auflisten musste, statt an einer Feier auf dem Schulhof teilzunehmen“. Wilcke kritisierte, dass die Mehrheit von einer Minderheit vorgeführt wurde. „Den meisten war das Geschehene peinlich, „die fanden die gefährlichen und zerstörerischen Gags gar nicht gut“. Deshalb meinte er: „Schon mal was von Zivilcourage gehört?“

Er forderte dazu auf, nicht wegzuschauen. „Engagiert euch im Sinne der Freiheit, gegen Reglementierung“. Eigenen Nutzen zu ziehen sei nicht Schlechtes, „es ist nicht verwerflich.“ Allerdings müssten sich die Schüler bewusst sein, „dass eure Freiheiten ständig bedroht sind“. Die Zeit des gemeinsamen Lernens sei jetzt vorbei, „ich weiß aber, dass alle weiter lernen werden“, sagte er. Wilcke verabschiedete nach 15 Jahren Wolfgang Wojcik aus dem Schulelternbeirat, dessen Zeit als Vorsitzender nun mit dem Schulabschluss der Tochter zu Ende ging.

„Es wird nicht alles frei werden, auch wenn da Freiheit steht“, schloss sich Bürgermeister Joachim Kunkel in seinen Grußworten inhaltlich an. Er wünschte alles Gute für den weiteren Lebensweg. „Das habt ihr toll gemacht.“ Er wies darauf hin, dass eine gute Ausbildung die Grundlage für das gesamte Leben sei. Er würde sich freuen, „wenn ihr euch später aktiv in Staat und Gesellschaft, also etwa in Vereinen und Kommunalpolitik, einbringt“, sagte er.

Wenn junge Menschen ihre Schule verlassen, einen ersten Lebensabschnitt beenden, „dann heißt es auch Abschied nehmen“, so Kunkel. Er hoffe, dass alle entsprechend ihren Vorstellungen einen Ausbildungsplatz oder einen Platz an einer weiterführenden Schule fanden. Der Rathauschef forderte die Entlassschüler dazu auf, zu ihrem Wohl, aber auch zu dem der Gesellschaft zu handeln. „Mitmenschlichkeit und soziale Verantwortung sollten keine Fremdwörter in Ihrem Leben sein.“

Bettina Weith hatte ihre Verabschiedungsworte für das Kollegium rund um viele Liedzitate gestrickt, die sie unter großem Applaus des Publikums auch gesanglich vortrug. Der Abschluss kam so schnell, dass sich alle ganz schön „Atemlos“ fühlten, meinte sie. Vor allem in den ersten Jahren mussten viele „Don’t cry für me Argentina-Tränen“ getrocknet werden. Streitereien wurden mit „ein bisschen Frieden“ geschlichtet.

„Ooops, you did it again“ kommentierte sie diejenigen, denen es an der EBS so gut gefiel, dass sie ein Jahr dranhängten. Obwohl physisch anwesend, mussten einige sich der Pubertät geschlagen geben: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten.“ Unsaubere Handschriften warfen doch einige Fragen auf: „Was soll das bedeuten?“ Sie richtete auch einen Blick in die Zukunft: „Ein Hoch auf das, was vor euch liegt, dass es das Beste für euch gibt.“ Theatralisch nach eigener Einschätzung dann der Schluss: „Time to say goodbye.“

„Von Containerkindern zur Abschlussklasse“ umriss Lilly Klage für die Schülerschaft in ihren Worten die Jahre an der Schule. Sie bezog sich dabei auf die langjährigen Umbauarbeiten, bei denen der Unterricht statt in Klassenräumen in Containern abgehalten wurde. Die EBS sei immer eine besondere Schule gewwesen, betonte sie: „Wo wird man von den Lehrern noch mit Gebäck und Keksen verwöhnt?“

Rita Trojan vom EBS-Freundeskreis sagte, der Abschluss sei für die Schüler „ein besonderer emotionaler Tag“, mit dem jeder einzelne etwas anderes verbinde. Vor ein paar Jahren seien die Kinder noch mit Süßigkeiten in die Schule gebracht worden, heute würden sie „mit dem Zeugnis in der Tasche abgeholt“. Als Erinnerung vom Freundeskreis gab es einen kleinen Stein in Herzform. Den übergab Trojan zusammen mit den Auszeichnungen für besondere Leistungen durch Wilcke und Christian Mang. Zuvor hatten die Abschlussschüler ihre Zeugnisse erhalten.

Entlassschüler Eugen-Bachmann-Schule

Klasse 10aR: Arif Altinbay, Melina Baker, Güldane Baris, Luis Brücher, Thorben Czewerda, Celine Dürr, Rebecca Ehrhardt, Benita Friebe, Ann-Sophie Getto, Celine Gräber, Daniel Hornauer, Julian Johann, Johanna Jöst, Lilly Klage, Hannah Marie Kohl, Tolunay Konya, Laura Kredel, Celine Lather, Fabio Lima, Hannah Marsch , Eva Reitz, Julia Seccardi, Benjamin Stalf, Bastian Vogl, Zoe Weinhold, Alina Wojcik, Monika Ziener

Klasse 10bR: Fatma Baris, Nico Beisel, Urs Biesler, Katherine Blesing, Selina Brandenburger, Münevver Bulut, Marcus Burkhardt, Domenic Fries, Valentina Gölz, Aaron Heckmann, Elena Jäger, Tobias Jäger, Eva Jakob, Fabian Jöst, Sebastian Kernig, Katharina Knöll, Tobias Konrad, Joshua Niedergesäß, Selin Odabasi, Sarah Leonie Sauer, Merlin Schlickenrieder, Diana Walter, Noah Calwin Walz

Klasse 9H: Justin Bender, Nikita Bogdanov, Seyit-Han Cakar, Jérome Diehl, Denisa-Clarisa Dinescu, Patrick Erhardt, Jasmin Flück, Niclas Förster, Selina Gökdemir, Tonia Kirova, Sandro Morr, Yordanka Nedelcheva, Florian Neuber, Julia Neumann, Turgut Özkulaber, Anna Pasekel, Sascha Richter, Lisa Rühle, Sabrina Sauer, Jessica Spohn

Klassenbeste: 10aR Ann-Sophie Getto und Johanna Jöst, 10bR Sarah Sauer, 9aH Sandro Morr und Florian Neuber

DELF A2: Münevver Bulut, Sarah Sauer, Monika Ziener

SZO: Benita Friebe, Daniel Hornauer, Hannah Kohl, Eva Reitz, Benjamin Stalf (alle Schulsanitätsdienst), Celine Lather, Hannah Marsch, Julia Seccardi, Bastian Vogl, Diana Walter (alle Schulblasorchester)

Schulband: Lilly Klage, Celine Lather, Tobias Jäger

Jede Form von Rauchen ist gefährlich: Herzstiftung war mit der Aktion „Rauchzeichen“ zu Gast an der Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach

„Die trauen sich, Fragen zu stellen und sind neugierig“: Der Wald-Michelbacher Arzt Dr. Thomas Hering und Katharina Benedickt von der Deutschen Herzstiftung waren „begeistert“ vom Wissensdurst der Siebtklässler an der Eugen-Bachmann-Schule. Die wurden von beiden im Rahmen der Aktion „Rauchzeichen“ über die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit informiert. Das Projekt fand erstmalig an der EBS statt.

Jeweils eine Doppelstunde war für die siebte Jahrgangsstufe aus Real- und Hauptschule reserviert, erläuterte Daniela Riedinger, die als Sucht- und Präventionsbeauftragte die Veranstaltung koordinierte. Das große Interesse der Schüler zeigte sich auch daran, dass sie über die Pausenklingel hinaus sitzen blieben und weiter Fragen stellten. Die drehten sich ums Kiffen, um Marihuana in der medizinischen Anwendung, um die Gefahren einer Bong oder einer Shisha.

„Jede Art von Sucht ist gefährlich“, wollte Hering den Jugendlichen vermitteln. Er möchte sie dazu bringen, erst gar nicht mit Drogen egal welcher Art anzufangen. Der Arzt beleuchtete das Thema aus seiner täglichen Arbeit und freute sich über die Rückmeldungen. „Die Schüler haben toll mitgemacht“, lobte er.

Die Herzstiftung ist seit 2005 mit dem Projekt Rauchzeichen unterwegs. Zuerst im Großraum Frankfurt, dehnt sich nun der Radius aus. Präsentationen und Filme werden dabei mit praktischen Beispielen zum Anfassen verdeutlicht. So zeigte Benedickt anhand des schwarzen Flecks auf einem Taschentuch sichtbar, wie viel Teer nur durch eine Zigarette in der Lunge landet.

Im ersten kurzen Streifen berichteten Patienten über ihre Erfahrungen mit dem Rauchen und ihre Krankheiten. Im zweiten Film kamen Jugendliche zu Wort, die aus verschiedenen Gründen nicht rauchen. Wobei Benedickt eines klar machte: „Wir wollen das Rauchen nicht verbieten“, weil es eine persönliche Entscheidung jedes einzelnen sei. Es gehe darum, die Jugendlichen aufzuklären und zu warnen. „Sie sollen besser Bescheid wissen und bewusster entscheiden.“

Aber auch lediglich durch die reinen Fakten fand Katharina Benedickt deutliche Worte: „Nur eine Zigarette setzt das Reinigungssystem der Lunge drei Tage komplett außer Gefecht“, sagte sie. Weitere drei Tage funktioniere es nur eingeschränkt. Die Schüler brächten den heutigen Nikotinkonsum noch nicht in Verbindung mit Krankheiten, die sich erst Jahre oder Jahrzehnte später zeigten, sagte sie.

Fragen der Kids betrafen auch das Thema E-Shisha oder E-Zigarette. Die Langzeitstudien hierzu fehlten noch, so Benedickt. Schädlich sei der Konsum aber allemal. „Rauchen geht zurück, Kiffen wird stärker zum Thema“, meinte sie. Die Fachfrau will ans Verständnis der Jugendlichen für die damit verbundenen Gefahren zu appellieren. Sie kennzeichnete den Shisha-Rauch als noch giftiger gegenüber dem von Zigaretten, da der Tabak bei nur 400 statt 900 Grad verbrenne und deshalb noch mehr Giftstoffe enthalten seien.

Die Erfahrungen der Schüler in den drei teilnehmenden Klassen waren ihrer Wahrnehmung nach sehr unterschiedlich. Manche hatten noch gar nicht mit den diversen Suchtmitteln zu tun, andere waren bereits gut im Thema drin. Fragen drehten sich um die Schädlichkeit des Passivrauchens, wenn etwa der Partner oder die Eltern zur Zigarette greifen.

Benedecikt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit eine E-Zigarette zwar Passivrauchen vermieden werde. Andererseits sei im Liquid auch Frostschutzmittel enthalten – eine Aussage, „die die Schüler erschreckte“. Außerdem wies sie darauf hin, „dass in zwei von drei Fällen Nikotin enthalten ist“ – obwohl es anders angegeben sei. Egal welche Form von Rauchen man wähle: „Sie ist schädlich.“ Es gebe keine wirklich ungefährliche Form.

„Es wird oft durch die Blume gefragt“, beobachtete Benedickt. Viele Themen seien nicht nur für den jeweiligen Jugendlichen, sondern auch für seine Mitschüler interessant, sagte sie. „Sie brennen ihnen auf den Nägeln.“ Mit den Wesensveränderungen und dem Einfluss auf die Psyche versuchte sie zu begründen, warum Kiffen im Gegensatz zum Zigarettenkonsum illegal sei. Egal wie: Die Gesundheit werde immer beeinträchtigt. Denn bei jeder Verbrennung entstünden Teer und Kohlenmonoxid.

Wie die Mitarbeiterin der Herzstiftung weiter erklärte, ist Lungenkrebs nicht die einzige Form von dadurch möglicher Krankheit. Da die Giftstoffe ins Blut gelangten, steige auch das Schlaganfall-Risiko oder könne Krebs in anderen Körperregionen auftreten. Und es bestehe die Gefahr eines Raucherbeins, so Benedickt.

Schüler an der Wald-Michelbacher EBS freuen sich über die neue „Boulderwand“

Es darf geklettert werden. Neudeutsch „Boulderwand“ heißt die aktuellste Errungenschaft der Eugen-Bachmann-Schule (EBS), die jetzt an einer zum Tal hin gelegenen Seitenwand des Schulgebäudes eingeweiht wurde. Für die Realisierung stand der Förderkreis Pate, der die benötigten Gelder zur Verfügung stellte. Mit der Verwirklichung hatte man gewartet, bis die Komplettsanierung des Komplexes durch den Kreis Bergstraße über die Bühne gegangen war.

Schulleiter Thomas Wilcke dankte in seinen einleitenden Worten dem Förderverein. Denn der hatte die beim Sponsorenlauf anlässlich des 50. Jubiläums erlaufenen Gelder bisher verwaltet. Stolze 3300 Euro kostete die etwa acht Meter breite und 2,50 Meter hohe Wand. Sie wird von Hausmeister Waldemar Winkler in Schuss gehalten, der vor „Inbetriebnahme“ mit dem Inbusschlüssel noch einmal die letzten Griffelemente festzog.

„Die Schüler haben sich diese Kletterwand quasi erlaufen“, freute sich Wilcke in Anspielung auf die bewältigten Kilometer. In den Osterferien wurde sie angebracht und nun von zwei Klassen gleich mit Beschlag belegt. Der Schulleiter würdigte die Aktivitäten des Förderkreises, von dem Vorsitzende Rita Trojan, Wolfgang Wojcik, Yvonne Hölzel und Karin Vogl dem Ereignis beiwohnten. Wilcke betonte die Wichtigkeit des Vereins für die EBS. „Möglichst viele Eltern sollten Mitglied sein“, sagte er.

Denn der Verein unterstützt seinen Worten zufolge die Schule bei Veranstaltungen und hilft bei Anschaffungen, die der Kreis als Schulträger nicht (allein) leisten könne. „Man kann selbst mit dem kleinsten Beitrag Mitglied werden“, sekundierte Rita Trojan, selbst früher stellvertretende Leiterin an der Bachmann-Schule. Der Verein sprang unter anderem ein, als der Vorhang in der Mensa erneuert werden musste. Im Zuge des 1:1-Programms zahlte der Kreis die eine Hälfte der Kosten, der Förderkreis die andere.

Klettern ist laut Wilcke nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern dient auch dem sozialen Lernen. Deshalb sieht er die Boulderwand auch vor einem pädagogischen Hintergrund. Sie sei nicht allein für die Pausengestaltung da. Klettern schule hervorragend das Körperbewusstsein, das Gleichgewichtsgefühl und die Koordinationsfähigkeit des gesamten Körpers. Es trainiert vor allem den Schultergürtel und die Rumpfmuskulatur. Beides spielt eine bedeutende Rolle bei der Vermeidung von Haltungsschäden.

Auch soziale Aspekte spielen im wortwörtlichen Sinne mit hinein. Die Schüler kreieren ihre eigenen „Boulder“, definieren also eigene Kletterstellen. In Teams lösen sie dann diese Aufgaben, geben sich gegenseitig Tipps und lernen an den Bewegungsausführungen der anderen. Daneben gibt es verschiedene Spiele, die gemeinsam erlebt werden können. Mit der Boulderwand ist die Unterstützung des Fördervereins aber lange noch nicht zu Ende. Wenn es an den Schulhof geht, ist er auch wieder mit im Boot.

Feriencamp an der Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach: Schüler büffelten freiwillig in den Osterferien

Schüler büffeln in den Osterferien freiwillig Mathe, Deutsch und Englisch? Unvorstellbar? Doch, das gibt es. Seit zehn Jahren findet an der Eugen-Bachmann-Schule das Feriencamp statt – jedes Mal mit guter Beteiligung und schönen Erfolgen. 45 Teilnehmer waren es in diesem Jahr, die in Kleingruppen mit insgesamt acht Coaches ihr Wissen in diesen drei Fächern auffrischen oder verbessern wollten. Sie kamen jeweils aus den letzten Klassen der Haupt- und Realschule, die in diesem Schuljahr ihre Prüfungen ablegen.

Wie Schulleiter Thomas Wilcke erläuterte, ist die Teilnahme absolut freiwillig. Bei manchen Schülern werde sie als Bestandteil des Förderplans angeregt. Eigentlich vom Konzept her für solche Jugendlichen aus den neunten und zehnten Klassen gedacht, „die Schwierigkeiten haben“, kommen inzwischen auch welche, „die richtig gut werden wollen“. Was sich laut Wilcke sehr positiv auswirkt: „Die ziehen die etwas Schwächeren mit.“

Das Feriencamp wird dem Schulleiter zufolge vom hessischen Kultusministerium finanziert. Das bezahlt die Coaches, meist Lehramtsstudenten, die sich in dieser Zeit etwas hinzuverdienen. Manche von ihnen sind schon ein paar Jahre dabei, andere kommen wiederum jedes Jahr neu dazu. Die Schule setzt darüber hinaus 30 Euro für die Verpflegung in den vier Tagen an. Denn gelernt wird zwischen 8 und mindestens 15 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und einer Mittagspause in der Mensa.

Dass Externe die Kurse leiten, hat Wilcke zufolge auch einen praktischen Grund. Es soll kein Lehrer das Wissen vermitteln, der später in diesen Fächern die Noten verteilt. „Damit können die Schüler ganz entspannt an die Sache rangehen“, erläuterte er. Sie könnten sich ihre Zeit frei einteilen und Pausen je nach Gusto einlegen. Wobei er mit Blick auf den leeren Schulhof schmunzelte, dass sehr konzentriert gelernt werde. Darüber hinaus sprechen die Coaches „eher die Sprache der Schüler“, da der Altersunterschied viel geringer sei.

Der Lernerfolg „ist deutlich messbar“, erzählte Wilcke. Anhand eines Fragebogens werden auch die Erfahrungen ausgewertet. Wenn darüber hinaus die Schüler eigene Fortschritte spüren, dann spreche sich das über die Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Jugendlichen herum. Und im kommenden Jahr machen dann wieder die nächsten mit. Das Lernen in den Kleingruppen gestaltet sich außerdem viel konzentrierter und lockerer.

Was auch Lehramtsstudent Sascha Fischer aus Wahlen bestätigte, der das Feriencamp koordiniert. In den kleinen Gruppen „können die Schüler Tempo und Rhythmus selbst bestimmen, individuell arbeiten“, sagte er. Die Heranwachsenden nähmen es gerne an, merkte er. Andererseits könnten sich auch die Coaches besser auf den jeweils einzelnen einlassen und dessen Denkstrukturen nachvollziehen.

Für Fischer ist es ein „ganz großer Vorteil, dass die Schüler freiwillig hier sind“. Dadurch sei die Motivation viel größer. „Es ist keiner dabei, der keinen Bock hat“, grinste Schulleiter Wilcke. Die Schüler bekämen Selbstvertrauten, „wenn sie das Thema kapiert haben“, meinte er. Und hätten auch die Zeit, sich einzuarbeiten. Laut Fischer war eine absolut flexible Belegung möglich: so etwa vier Tage am Stück Mathe, aber auch jeden Tag ein anderes Fach oder ein spontaner Wechsel nach der Mittagspause.

Und was meinen die Schüler zu ihren Lernerfolgen, während sie sich gerade mit mathematischen Gleichungen herumschlagen? „In Deutsch hat es mir eindeutig was gebracht“, sagte Lisa. Wenn jemand Jüngeres ein Thema erkläre, „der sprachlich näher an uns dran ist“, kann dieses ihrer Meinung nach besser rübergebracht werden. Sabrina stellte Verbesserungen in Mathe und Englisch fest. „Das Klima ist ganz anders in einer großen Klasse“, freute sich sie. Mit weniger Schülern in einem Raum „lernen wir viel konzentrierter“.