Der Überwald zauberte bei der Traumnacht wieder ein Lächeln auf die Gesichter

Kurz vor der Traumacht-Eröffnung ging der Blick von Gundolf Reh durch die Menge. „Das sind mehr als im vergangenen Jahr“, freute sich der Vorsitzende des Museums- und Heimatvereins mit Blick auf die beschirmten Gäste, die den Aufbau auf der neuen Hofwiese gerne nutzten und sich vor den Sonnenstrahlen schützten. In ihrer zehnten Auflage war die Kulturveranstaltung des Überwalds wieder einmal vom Wetter verwöhnt. Sehr lange hielten es die Gäste abends bei lauschigen Temperaturen vor dem Einhaus aus, während auf der Stage-Bühne die „Travellers“ spielten.

Während die Sänger vom MGV 1951 für die Bewirtung sorgten, hatte Dieter Kunkel bereits am Morgen das Backhaus angeworfen. Zuerst waren über Mittag die beliebten Sauerteigbrote verkauft worden, die wieder reißenden Absatz fanden. Abends gab es dann Flammkuchen, der ebenso schnell seine Abnehmer fand. Die verschiedenen Sitzgelegenheiten auf der Hofwiese waren ruckzuck in Beschlag genommen und die Plätze wurden knapp, als die Shuttlebusse immer weitere Gäste ausspuckten.

„Der Überwald zaubert ein Lächeln“: So hatte Reh vor neun Jahren die erste Traumnacht eröffnet. Zwei Stunden zuvor wäre ihm das damals fast vergangenen, schmunzelte er. Denn es regnete und schüttete. Aber „jede Traumnacht fand seither im Trockenen statt“, sagte er. Als Idee von Stoewer-Fan Manfried Bauer, doch eine Lange Nacht der Museen im Überwald zu veranstalten, stieg man zu dieser Zeit in die Traumnacht-Planungen ein, erläuterte Gundolf Reh.

Inzwischen sei man mit der Unterstützung der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) sehr weit gekommen, beleuchtete er die Entwicklung. Ganz zu Beginn der Reihe waren die Besucherreihen noch spärlicher besetzt. Aber im Lauf der Jahre zog die Veranstaltung immer mehr Zuschauer an, weil sie sich auch weiterentwickelte. „Sie verbindet den ganzen Überwald“, so Reh, und war der Beginn einer interkommunalen Zusammenarbeit, „die ganz ohne Probleme funktioniert“.

Er freute sich, auch in diesem Jahr wieder ein hervorragendes Programm „mit einer super Pyro-Show zum Abschluss“ ansagen zu können, das sich aus den Acts der vergangenen neun Male speiste. Ohne die vielen Unterstützer wäre aber alles nichts, weswegen der Vorsitzende den 50 Ehrenamtlichen dankte, die jeweils im Laufe der Jahre an diesem Abend im Einsatz waren und sind.

„Kultur gibt es nie kostenlos“, meinte ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder. Als Gast sei aber der Traumnacht-Besuch kostenfrei, wozu Sponsoren beigetragen hätten. „Mit ganz viel Herzblut“ werde die Veranstaltung vorbereitet, wies er auf das Engagement von ZKÜ-Mitarbeiterin Eva Sattler hin. „Menschen machen die Traumnacht so erlebenswert“, sagte Schörder. Gundolf Reh transportiere die Idee über alle Kanäle, nannte er unter anderem den Live-Auftritt des Vereinsvorsitzenden im hessischen Rundfunk.

„Liebe Traumtänzer“, begann Apfelkönigin Sina Schmitt ihre Begrüßungsworte. Die Traumnacht habe sich zu einem kulturellen Highlight der Region entwickelt. „Ohne sie würde was fehlen.“ Sie wünschte den Gästen, sich von dem einmaligen Erlebnis verzaubern zu lassen. Bürgermeister Dr. Sascha Weber dankte den mitwirkenden Vereinen. „Ohne deren Engagement wäre die Veranstaltung nicht möglich“, betonte er. Für eine Gemeinde dieser Größe habe Wald-Michelbach eine beachtliche Anzahl von Museen und Denkmälern, „die sich bestens präsentieren“.

2500 bis 3000 Besucher dürften es in allen Orten gewesen sein, schätzte Sebastian Schröder im Nachklapp. Etwa so viele wie in den vergangenen beiden Jahren. „Diesmal kamen aber auch zahlreiche von außerhalb“, beobachtete er. Er traf Besucher aus Hanau, Weinheim oder Zwingenberg an. „Genau darauf haben wir abgezielt“, freute sich Schröder. „Die Traumnacht scheint sich im weiteren Umkreis immer mehr rumzusprechen.“

Highlight des Abends war die Feuershow der Pyromantiker. Dafür war extra der große Schirm eingefahren worden, damit der Blick in den Himmel frei wurde. „Fast noch einen Tick besser“ als die Lasershow im vergangenen Jahr empfand er diese Darbietung. Das Lapidarium, die Sammlung bearbeiteter historischer Steine am Einhaus, wurde mit Einbruch der Dunkelheit schön illuminiert. Schröder zog „ein sehr positives Fazit“. Die Künstler haben einen sehr guten Job gemacht, meinte er. Dazu kamen noch Optimierungen wie die bessere Taktung des Shuttlebusses.

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Alle sind sich einig: Die Wald-Michelbacher Hofwiese hat enorm gewonnen

Die Überwald-Gemeinde hat ein zweites Veranstaltungszentrum. Bietet die Rudi-Wünzer-Halle optimale Voraussetzungen für Indoor-Termine, so ist die jetzt eingeweihte Hofwiese vor dem Einhaus bestens geeignet für Freiluft-Events. Der Platz erhielt im vergangenen Jahr ein völlig neues Aussehen und wirkt jetzt heimeliger und einladender als zuvor. 170.000 Euro ließ sich die Gemeinde die Umgestaltung kosten. Für den Sonnen- und Regenschirm Marke XXL, wie es einen auch in Rimbach gibt, wurden noch einmal 40.000 Euro in die Hand genommen.

Für den Gemeindevertreter-Vorsitzenden Nothung Köhler begrüßte Stellvertreter Stefan Doetsch (CDU) die vielen Gäste aus der Kommunalpolitik, Planer, ausführende Firmen, aber daneben ebenso interessierte Bürger. Um gleich das Ambiente unter dem Schirm auszutesten, waren die Sitzgarnituren darunter aufgestellt worden. Ein Gläschen Sekt zu Beginn stimmte auf die Festworte ein. Für die Bewirtung und die musikalische Umrahmung sorgte der MGV 1951, der im Einhaus sein Vereinsdomizil hat.

Doetsch freute sich, dass der Platz nach der provisorischen Zwischeneinweihung beim Weihnachtsmarkt nun offiziell seiner Bestimmung übergeben werden kann. Die Gemeindevertretung habe vor einem Jahr „die gute und weise Entscheidung getroffen“, die Umgestaltung in dieser Form in die Wege zu leiten. Die Hofwiese „hat enorm gewonnen und ist sehr schön geworden“, sagte er. Doetsch lobte die Kombination aus Zweckmäßigkeit und schönem Ambiente. Sie biete nun das passende Umfeld für Kerwe, Heimatfest und Weihnachtsmarkt.

Architekt Hans-Dieter Bretschneider wies auf den ursprünglichen Zustand des Platzes hin, der die Überlegungen für eine Neugestaltung in Gang setzte. „Er war geschottert, es bildeten sich immer wieder Wasserlachen“, sagte er. Wichtig sei bei den Planungen gewesen, „dass ein repräsentativer Platz entsteht“, der für Feste nutzbar sei. Gleichzeitig ging es darum, die Parkplätze zu erhalten.

Klar war bei den Gedanken seinen Worten zufolge, „dass das Einhaus den Platz dominieren soll“. Dies habe man mit der gepflasterten Fläche davor erreicht, „die das Gebäude mitsamt Backhaus einfasst“. Bretschneider zufolge dienen die Pflasterkreise als Orientierungsfunktion. Im Zuge der Umgestaltung wurden daneben Zufahrten und Gehwege verbreitert oder neu geordnet.

Wie der Architekt weiter erläuterte, ist die restliche Fläche als Schotterrasen ausgebildet, sodass die komplette Hofwiese weiter als Festplatz nutzbar ist. Das direkte Parken vor dem Einhaus werde jetzt durch Poller unterbunden. Auf den Freiflächen finden sich Bretschneider zufolge mehrere Steinblöcke von im Odenwald kommenden Sorten – eine Idee von Theo Reichert.

„Die Bauzeit war relativ knapp“, schmunzelte er. Ganze elf Wochen zwischen Gassen- und Weihnachtsmarkt standen zur Verfügung. Dazu kam, „dass wir viel Unvorhergesehenes im Untergrund gefunden haben“. Ohne das beherzte Anpacken der Baufirma und Wochenend-Arbeit hätte man den Termin nicht halten können, lobte Bretschneider. Neben 800 Quadratmeter Pflasterfläche sind 500 qm Schotter, 27 Stellplätze und ein Behindertenparkplatz entstanden.

Miriam Kubat, die mit ihrer Kollegin Carin Engel seitens der NH Projekt Stadt für Planung und Finanzierung zuständig war, hob hervor, dass Wald-Michelbach und Grasellenbach ab 2008 beim Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ punkten konnten. Die Hofwiese werde nun den Bedürfnissen der künftigen Nutzer gerecht, sagte sie. Sie reihe sich erfolgreich in die Reihe der bisherigen Maßnahme wie Gass und Bereich zwischen den Kirchen ein.

Laut Kubat hat der Überwald „alle Erwartungen als Pilotstandort erfüllt“, lobte sie. Eigentlich mit einer Laufzeit von acht Jahren angedacht, habe man eine Verlängerung des Förderprogramms erreicht. Seit 2008 seien 6,2 Millionen Euro geflossen – bei einer Förderquote von 70 Prozent durch das Land Hessen. Dieses begleite die aktiven Kernbereiche „wohlwollend“, sagte sie.

Wie Bürgermeister Joachim Kunkel ergänzte, hat das Programm „uns in den vergangenen Jahren sehr geholfen“. Der Ortskern habe dadurch „unglaublich an Qualität gewonnen“. Die Gemeinde fühlte sich bei der NH „sehr gut aufgehoben“. Mit dem Ergebnis „können wir glücklich und zufrieden sein“. Man habe sich beim Planungs- und Umsetzungsteam bestens aufgehoben gefühlt. Bei den 2015 begonnenen Planungen waren laut Bürgermeister auch die Vereine immer mit eingebunden.

Neben noch laufenden privaten Maßnahmen soll als Abschluss auf der Hofwiese ein Pavillon entstehen. In diesen soll dann möglichst noch in diesem Jahr die ZKÜ einziehen. Denn der Wunsch ist, die Wirtschaftsförderung und Tourismusagentur ins Zentrum der Gemeinde zu holen, dort, wo sich das gesellschaftliche und kulturelle Leben abspielt.

Premiere des Wald-Michelbacher Begegnungscafés ist ein voller Erfolg

Im oberen Saal des Einhauses ist kein Durchkommen mehr. Dicht gedrängt sitzen und stehen die Gäste beim ersten Wald-Michelbacher Begegnungscafé. Ein buntes Stimmengewirr dringt durch das ganze Gebäude, als sich nach der Eröffnung die Besucher aufs ganze Haus verteilen. Die einzelnen Tische sind voll beladen mit verschiedenen Spezialitäten aus aller Welt. Die Auftakt-Veranstaltung ist ein voller Erfolg, die Initiatorinnen strahlen übers ganze Gesicht.

Über den Nachmittag reißt der Zustrom nicht ab. Immer wieder kommen neue Gäste vorbei, haben etwas zu essen im Gepäck, sodass man beim Begegnungscafé eine kulinarische Reise durch die ganze Welt unternehmen kann. Syrien, Iran, Irak, Afghanistan, Somalia, Eritrea, Äthiopien und Serbien heißen die Herkunftsländer. Schnell finden sich kleinere und größere Gruppen zusammen, in den Flüchtlinge, Paten, Betreuer, Ehrenamtliche und Einheimische ins Gespräch kommen.

Und genau das ist das Ziel: „Kennen lernen, verstehen lernen, Kontakte knüpfen“ lautet das Motto. Das Treffen soll Flüchtlinge und Bürger im direkten Wortsinn „an einen Tisch“ bringen. Sie sind Gastgeber und Gäste zugleich, heißen willkommen und decken den gemeinsamen Tisch. Und essen an ihm gemeinsam, wie sich unschwer feststellen lässt. Für den 21. Mai und 18. Juni, jeweils 15 Uhr im Einhaus, sind weitere Treffen geplant.

Aus den Ortsteilen wie Aschbach, Affolterbach und Siedelsbrunn, aber auch aus der Kerngemeinde sind sie gekommen: Migranten, die schon länger in Wald-Michelbach leben, sich bereits in die Sprache eingearbeitet haben, aber auch solche, die erst ganz frisch im Überwald eingetroffen sind. Jüngster Teilnehmer: der einen Monat alte Miran, der hier zu Welt kam. Seine Mutter Khanat war mit ihrem Mann, der Mutter und Mirans kleinem Bruder aus Syrien geflüchtet.

Ein herzliches Willkommen oder auch „Salam“ richtete Flüchtlingskoordinatorin Gabi Michel-Mieslinger an die Erschienenen. Sie sei „vor Freude fast sprachlos“, dass so viel los sei. Großen Dank richtete sie an Gertrud Lammer und ihr Team, die das Fest vorbereitet hatten. Für die Kinder hatte Michel-Mieslinger noch eine Überraschung parat: Von der Aktion „Herz für Kinder“ in Hamburg gab es eine große Spende als Dank für die ehrenamtliche Arbeit. 13 große Kisten voll mit Spielzeug wollten verteilt werden.

„Wir begegnen uns schon ganz oft im Alltag“, meinte Gertrud Lammer. Aber zusammen unterhalten tue man sich fast nie. „Deshalb soll das jetzt geschehen“, wünschte sie sich „gute Gespräche“. Zwar seien auch „ganz viele Paten“ erschienen, aber weiterhin würden welche gesucht. Es gebe nun die Gelegenheit, mit diesen ins Gespräch zu kommen und mehr über die Tätigkeit zu erfahren.

Lammer kündigte an, dass das Begegnungscafé regelmäßig einmal im Monat stattfinden werde. Dank ging an die Gemeinde, die dafür das Einhaus zur Verfügung stellt. Sie wünschte sich, dass aus der Veranstaltung mehr entstehen solle. Gertrud Lammer könnte sich etwa regelmäßige Kochabende vorstellen. Gleichzeitig wies sie aufs Kinderbasteln hin, das noch mehr Teilnehmer vertragen könne.

Jutta Monnheimer ging auf den 14-täglichen Spieletreff im katholischen Gemeindehaus ein, der für alle Eltern gedacht sei. Dies auch vor dem Hintergrund, dass es aktuell keine weiteren Kindergarten-Plätze gebe. Sie dankte für die „sehr vielen Spenden“, die die Initiatorinnen des Begegnungscafés erreicht hätten. Aktuell seien fünf Frauen mit der Organisation ehrenamtlich beschäftigt. „Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr werden“, sagte Monnheimer.

Bürgermeister Joachim Kunkel brachte in seinen Begrüßungsworten den Dank der Gemeinde „für alles, was in Wald-Michelbach getan wird“, zum Ausdruck. Die jetzige Veranstaltung sah er als „guten Beitrag für die Willkommenskultur“, die in der Gemeinde „fantastisch gelebt wird“. Es gelte, an der Integration weiter tatkräftig zu arbeiten, „damit diese gut gelingen kann“. Das gemeinsame Ziel sei es, mehr zusammenzuwachsen.

Wie der Bürgermeister sagte, seien derzeit über 170 Migranten in Wald-Michelbach und seinen Ortsteilen untergebracht. Allgemein gehe es derzeit etwas ruhiger zu, da es weniger Zuweisungen gebe. Im Gegensatz zum vergangenen halben Jahr, in dem sich die Zahl der Flüchtlinge praktisch verdoppelte. Kunkel sieht dies aber auch als Chance an, „Dinge aufzubauen“ und die Integration zu vertiefen

Großer Andrang auf dem Wald-Michelbacher Weihnachtsmarkt

Man hätte meinen können, die komplette Bevölkerung aus dem gesamten Überwald war da und hatte auch noch einige Gäste aus den angrenzenden Orten mitgebracht. Am Samstagabend herrschte teilweise dichtes Gedränge auf dem Wald-Michelbacher Weihnachtsmarkt. Der findet immer in stimmigem Ambiente auf dem Platz vor dem Einhaus statt. Schon zur Eröffnung mit Bürgermeister Joachim Kunkel, Landrat Christian Engelhardt und der Blaskapelle der Eugen-Bachmann-Schule am Freitagabend hatten sich viele Besucher eingefunden. Der Sonntag war bei herrlichem Wetter ebenfalls bestens besucht.

Bei den weihnachtlichen Geschenkideen war der Auswahl keine Grenzen gesetzt. An den zahlreichen Ständen von Wald-Michelbacher Vereinen und Gruppen, aber auch von auswärtigen Anbietern, wurde das Stöbern zur wahren Lust. Die verschiedenen Schulfördervereine waren mit etlichen selbst gefertigten Produkten vor Ort. Im Einhaus war die evangelische Frauengruppe mit in Handarbeit gestrickten und gehäkelten Sachen dabei. Dort fand sich ebenfalls das Antiquariat des Lions Clubs. Bei den Kunsthandwerkern fand man unter anderem Stoff- und Strickarbeiten, Holzfiguren, Schmuck, Seidentücher, Silber- und Goldschmuck, Kaminholzfiguren, Laubsägearbeiten und Weihnachtsanhänger.

Natürlich durfte es an zahlreichen Leckereien nicht fehlen, sodass allein die Gerüche danach die Waage Alarm schlagen ließen. Wer wollte, der fand nicht nur alles von süß bis herzhaft als feste Nahrung vor, sondern auch mehr oder minder Hochprozentiges neben dem Glühwein, um sich am Abend kräftig von innen aufzuwärmen, wenn die warmen Temperaturen am Tag noch nicht gereicht hatten. Brände und Liköre, Fruchtaufstriche, Chutneys, Pralinen, Flammkuchen, Heidelbeer- oder Kirschglühwein, Weihnachtsgebäck, Kartoffelpuffer und Bratwurst in allen Formen und Facetten lauteten nur einige der Angebote.

Holz-Bastelarbeiten, Gewinnspiele, NABU-Artikel, Feuerwehrartikel, Mützen, Sterne, Schals, Weihnachtsdeko, Kinderkleidung, Schlüsselanhänger, Schmuck, gehäkelte Körbe oder Teelicht-Halter konnte man ebenfalls erstehen. Auf der Bühne gab es dazu ein großes musikalisches Rahmenprogramm, wodurch sich davor immer wieder Menschentrauben bildeten. Es spielten der evangelische Posaunenchor Wald-Michelbach, die Trachtenkapelle Kocherbach, die Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach, die Big Band des Überwald-Gymnasiums und die Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Mehr Bilder gibt’s hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1064263673617781.1073741880.100001024761983&type=1&l=269ab9f1b6

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Eine Reise in längst vergangene Zeiten: Zehn Museen waren bei der Überwälder Traumnacht „in Aktion“

Es war wie eine Zeitreise 50, 80 oder 100 Jahre zurück: Eine alte Registrierkasse erinnerte an Kaiser- und Weimarer Zeit, der Gemischtwarenladen ließ die Jahre vor und nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig werden: Das Museum für historische Reklame und Läden bietet auf kleinstem Raum einen Blick zurück in die Zeit zwischen 1900 und 1960, lässt die Besucher in Nostalgie schwelgen.

Und davon waren es viele während der Überwälder Traumnacht, die einen Blick in einen der vier Original-Läden mit den Artikeln aus eben dieser Zeit werfen wollten. Das Museum war aber nur eine von vier Stationen in Hammelbach, die bei der Traumnacht die Gäste in Scharen anlockten. Zusammen mit einem ansprechenden Rahmenprogramm war dafür gesorgt, dass sich die Besucher vor allem in hinteren Bereich der Schulstraße bis weit in die Nacht aufhielten.

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Die Leidenschaft für alte Sachen entwickelte Peter Heiß bereits in seiner Jugend. Vor 20 Jahren fiel ihm das erste Emaille-Reklameschild in die Hände. Von da an wusste er: „Davon muss ich mehr haben.“ Als es im eigenen Haus immer enger wurde, folgte 2011 der Entschluss, einen Laden einzurichten. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, genauso wenig wie die Resonanz: Immer mehr Stücke erforderten eine Erweiterung.

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Nachdem Garage und Werkstatt als neue Räume umgebaut worden waren, sind seit Frühjahr 2014 hunderte Original-Artikel und zahlreiche Emaille-Reklameschilder in historischem Ambiente am Ende der Schulstraße zu finden. Dr.-Oetker-Puddingpulver, noch volle Coca-Cola-Flaschen, Zopfspangen, Persil-Waschmittel und unzählige andere Waren aus alten Tante-Emma-Läden gibt es hier zu bestaunen.

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Auch Fritz Röth ist jemand, der sich mit Herz und Seele einer Sache verschrieben hat: dem Motorrad. Seit 1873 gibt es bereits die Firma in Familienhand, zu den Hoch-Zeiten war man in Deutschland Generalimporteur für 40 Motorradmarken und vertrat 800 Händler. „Mein Herz hängt an den alten Maschinen“, sagt Fritz Röth, als er vor einem Moto Guzzi-Gespann aus dem Jahr 1934 steht. „Die läuft noch wie eine Eins“, meint er stolz über diesen Blickfang vor dem Eingang des Motorradmuseums.

Dort gab es daneben alte Modelle von Suzuki oder Ducati zu sehen, aber auch Trophäen von ZR-Fahrern, einstigen Deutschen Meistern, Vize-Weltmeistern und mehr. Denn die Röths statteten immer auch die Rennteams aus – oder saßen wie Fritz Röth selbst oft genug im Sattel.

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Als wäre es heute, erinnert sich Röth an seine erste Begegnung mit der Faszination Motorrad zurück: Als Elfjähriger musste er eine Miele mit 98 ccm und 3 PS von Weschnitz zur Werkstatt schieben. „Nachdem der Bürgermeister zuvor mit ihr in den Graben gefahren war“, schmunzelt er. Nach ausgiebigem „Beschnuppern“ setzte er sich selbst auf die Maschine und zuckelte über die Wiese des Nachbarn. Danach war Röths Weg quasi „vorgezeichnet“: Bereits als 14-Jähriger fuhr er mit einer 125er NSU Rennen mit.

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Unweit des Motorradmuseums, im alten Schultheißenhaus, zeigten die Eisenbahnfreunde in ihren Vereinsräumlichkeiten neben alten Eisenbahnutensilien mehrere Modellbahnanlagen. Sechs bis acht echte Bastler gibt es in ihren Reihen. Verschiedene „Spuren“, wie die Gleisbreiten der Modelleisenbahnen heißen, finden sich bei den im Zimmer untergebrachten Anlagen. Dazu zählt auch eine alte „Spur 0“ von Märklin, die „Mutter aller Modelleisenbahnen“ und erste von der Firma hergestellte aus der Vorkriegszeit. Eine Spur N ist ebenso dabei wie die Spur G, wobei das G für Gartenbahn steht.

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„Licht, Bilder und Skulpturen“ hieß es in der evangelischen Kirche, während oberhalb in der gotischen Kapellruine alle halbe Stunde klassische Musik gespielt wurde. Nachtwächter Aloys Dörr hatte zwei al am Abend „volles Haus“. Jeweils fast 30 Gäste wollten seine Rundtour entlang der nostalgisch beleuchteten Museumsmeile mit dem Pranger sowie Abstechern in die benachbarten Gassen verfolgen.

Im historischen Zent-Rathaus in der idyllischen „Gass“ ist in Wald-Michelbach das Heimatmuseum untergebracht. „Der Wald als Lebensgrundlage des Überwaldes“ und die größte Kleiderbügel-Sammlung Deutschlands waren dort zu sehen. Landwirtschaftliche Gegenstände, Sattlerwerkzeuge, eine Schuhmacherwerkstatt, ein kleiner Schulsaal, die Bergbauabteilung mit Mineralien-Sammlung, das „Adam-Karrillon-Zimmer“ und vieles mehr gab es zu entdecken. Im Stoewer-Museum wird das Wirken der Automobil-Pioniere Stoewer in Stettin gewürdigt wird.

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Das Einhaus war das Zentrum der Überwälder Traumnacht. Hier herrschte bis nach Mitternacht, als die beeindruckende Lasershow über die Bühne gegangen war, ein stetes Kommen und Gehen. Der Backofen glühte auf Hochtouren, spuckte, von Dieter Kunkel bedient, ein ums andere Brot und Flammkuchen aus. Das Lapidarium, die Sammlung bearbeiteter historischer Steine, wurde mit Einbruch der Dunkelheit schön illuminiert. Die „Travellers“ unterhielten dazu ihr Publikum bestens.

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Die Museums-Druckerei im Heag-Turm am Wetzkeil wurde 2002 eingerichtet und vermittelte einen guten Eindruck von der Arbeit einer Druckerei Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert. Sie umfasst eine komplette Setzerei, die Druckerei und die Buchbinderei. In der Aschbacher Heckenmühle konnte man an Führungen durch das historische, seit 1996 stillgelegte Mühlengebäude teilnehmen und die modernen Anlagen besichtigen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde das weitläufige Gelände mit vielen Windlichtern und Lagerfeuern romantisch beleuchtet.

In der Gustav-Adolf-Kirche Affolterbach wurden Lieder aus verschiedenen Ländern und Zeitepochen gespielt. Begleitend konnten Interessierte Informationen zur Geschichte der Jugendstilkirche von Prof. Friedrich Pützer aus dem Jahre 1906 erhalten. Die katholische Kirche St. Bonifatius Ober-Abtsteinach war erstmals Gastgeberin. Führungen in der im 17. Jahrhundert erbauten, stattlichen Barock-Kirche gaben Gelegenheit, die Besonderheit dieses Kleinods zu würdigen.

Gleich zehn „Museen in Aktion“ bei der Überwälder Traumnacht am 11. Juli

Die „Überwälder Traumnacht“ lockt am Samstag, 11. Juli, als gemeinsame Kultur-Veranstaltung der drei Überwald-Gemeinden die Menschen in die Museen der Region. Präsentiert werden dabei kulturelle Schätze in lebendiger und anschaulicher Weise. Musikfreunde, Museums- und Kleinkunstliebhaber kommen bei den vielen verschiedenen Programmpunkten von 18 bis 24 Uhr an, in und zwischen den teilnehmenden Museen voll auf ihre Kosten.

Eine bunte Palette interessanter Künstler, Führungen in den verschiedenen Museen und kulinarische Köstlichkeiten sollen auch die 8. Traumnacht zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Um alle Stationen bequem erreichen zu können, sind Shuttlebusse und ein Planwagen im Einsatz. Deren Nutzung sowie der Besuch der Museen und das umfangreiche Rahmenprogramm sind kostenlos. Durch den Erwerb eines Filzanhängers für drei Euro können die Gäste einen Kulturbetrag zur Traumnacht leisten. Damit helfen sie mit, dass auch zukünftig ein hochwertiges und abwechslungsreiches Programm bei weiterhin freiem Eintritt ermöglicht wird.

Wald-Michelbach: Im historischen Zent-Rathaus in der idyllischen „Gass“ ist das Heimatmuseum untergebracht. „Der Wald als Lebensgrundlage des Überwaldes“ und die größte Kleiderbügel-Sammlung Deutschlands sind dort zu sehen. Landwirtschaftliche Gegenstände, Sattlerwerkzeuge, eine Schuhmacherwerkstatt, ein kleiner Schulsaal, die Bergbauabteilung mit Mineralien-Sammlung, das „Adam-Karrillon-Zimmer“ und vieles mehr gibt es zu entdecken.

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Im April 2002 eröffnete Manfred Bauer das private Stoewer-Museum in Wald-Michelbach, in dem das Wirken der Automobil-Pioniere Stoewer in Stettin gewürdigt wird. Neben wundervoll restaurierten Oldtimern sind hier auch Fahrräder sowie Näh- und Schreibmaschinen sowie zahlreiche weitere Exponate aus der Zeit zu sehen.

Das Einhaus ist ein in Wald-Michelbach wiederaufgebautes, typisches Odenwälder Bauernhaus um 1800. Nebenan gibt es das Lapidarium, eine Sammlung bearbeiteter historischer Steine mit Baumkelterstein, Apfelquetsche, Brunnentrögen, alten ausgelaufenen Grenzsteinen, Mühlstein, Kollergangstein und eine seltene Sandsteinbrücke zu sehen. Im Backhaus ist Brotbacken oder Blechkuchenherstellung wie anno dazumal möglich.

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Die Museums-Druckerei im Heag-Turm am Wetzkeil wurde 2002 eingerichtet und vermittelt einen guten Eindruck von der Arbeit einer Druckerei Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert. Sie umfasst eine komplette Setzerei, die Druckerei und die Buchbinderei. Druckvorführungen und Papierschöpfen vermitteln die Handwerkskunst der damaligen Zeit.

Aschbach: Die idyllisch gelegene Heckenmühle bei Aschbach wurde 1654 erstmals genannt. 2006 wurde das Anwesen von der Familie Schumacher übernommen und vor allem energietechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Es besteht die Möglichkeit, an Führungen durch das historische, seit 1996 stillgelegte Mühlengebäude teilzunehmen und die modernen Anlagen wie Wasserrad, Photovoltaikanlage, Pelletkessel, solare Wärmegewinnung und Elektrofahrzeuge zu besichtigen. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das weitläufige Gelände mit vielen Windlichtern und Lagerfeuern romantisch illuminiert. Bewirtung mit Odenwälder Spezialitäten, Lagerfeuer mit Stockbrot.

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Affolterbach: In der Gustav-Adolf-Kirche werden Lieder aus verschiedenen Ländern und Zeitepochen auf einem Dudelsack gespielt. Dazu hören die Gäste passende Geschichten, Märchen und Gedichte. Begleitend können Interessierte Informationen zur Geschichte der Jugendstilkirche von Prof. Friedrich Pützer aus dem Jahre 1907 erhalten. Vor und nach den Veranstaltungen warten auf die Gäste mediterrane Köstlichkeiten.

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Ober-Abtsteinach: Die katholische Kirche St. Bonifatius ist in diesem Jahr erstmals Gastgeberin. Führungen in der im 17. Jahrhundert erbauten, stattlichen Barock-Kirche geben Gelegenheit, die Besonderheit dieses Kleinods zu würdigen. Im benachbarten Rathaus sind Bilder und Skulpturen einiger Schüler von Martin Hintenlang zu besichtigen. Ein musikalisches Unterhaltungsprogramm, traditionelle Speisen und Getränke runden das Angebot ab.

Hammelbach: Im Motorradmuseum Röth werden historische Motorräder ab dem Jahr 1925 sowie Urkunden und Schriftwechsel mit der Firma Opel in Rüsselsheim seit dem Jahr 1899, als diese noch Fahr- und Motorräder baute, präsentiert. Zeithistorische Dokumente des Unternehmens und seiner Geschäftspartner wie Suzuki, Ducati oder Moto Guzzi, für die Röth Generalimporteur in Deutschland war, geben Einblicke in die Entwicklung des internationalen Motorradrennsports.

Außerdem gibt es Schnittmodelle wie Wankel-Motoren, Rennmaschinen von Ducati, Horex, ein seltenes Gespann von Moto Guzzi, Trophäen von ZR-Fahrern, einstigen Deutschen Meistern, Vize-Weltmeistern und mehr zu sehen. Vor dem Museum ist ein Spalier von gepflegten Renn- und Serienveteranen der Hammelbacher Motorradfreunde zu bewundern.

Unweit des Motorradmuseums, im alten Schultheißenhaus, zeigen die Eisenbahnfreunde in ihren Vereinsräumlichkeiten neben alten Eisenbahnutensilien mehrere Modellbahnanlagen. Speziell für Kinder bietet sich die Möglichkeit, selbst einen Zug über die Anlage zu steuern.

Die von den Einheimischen liebevoll als Museumsmeile bezeichnete Schulstraße hat am Abend der Traumnacht Einiges zu bieten: Vom Motorradmuseum ausgehend vorbei am Eisenbahnmuseum gelangt man direkt zur evangelischen Kirche, wo 2015 erstmals eine Veranstaltung mit dem Titel „Licht, Bilder & Skulpturen“ zu sehen ist. Gegenüber liegen die gotische Kapellruine sowie der Pranger. Besucher können an Führungen mit dem Nachtwächter entlang der nostalgisch beleuchteten Meile teilnehmen und dürfen die eine oder andere Überraschung erwarten.

Im Kleinen Museum für alte Läden und Reklame heißt es „Shopping wie vor 100 Jahren…“. Dr.-Oetker-Puddingpulver, noch volle Coca-Cola-Flaschen, Zopfspangen, Persil-Waschmittel und unzählige andere Waren aus alten Tante-Emma-Läden gibt es hier zu bestaunen. Beachtlich ist auch die Sammlung originaler Emaille-Reklameschilder. Dieses Jahr bietet das Museum nach umfangreichen Umbaumaßnahmen gleich vier Original-Läden aus verschiedenen Epochen. Während die Musiker von „Bonanzaz“ kräftig einheizen, gibt es deftiges Essen und Kulinarisches von den Odenwälder Feinen Bränden und der Weschnitztaler Braumanufaktur.

Info: http://www.überwälder-traumnacht.de

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Backtage: Der Geruch von frisch gebackenem Kuchen führt ans Ziel

Auch ohne die Schlange der Wartenden vor dem Backofen gesehen zu haben, macht der verführerische Duft nach frischem Kuchen deutlich, dass nun Eile angesagt ist: Wer ein Stück des von den Überwälder Landfrauen gebackenen Streusel- oder Apfel-Streusel-Hefekuchen ergattern will, muss sich sputen. Innerhalb einer Viertelstunde ist mehr als die Hälfte der 120 Stücke bereits verkauft.

Wie auch die gleichzeitig gebackenen 36 Sauerteig-Brote beim ersten Backtag des Jahres, durchgeführt vom Überwälder Heimat- und Museumsverein. Den richten die Mitglieder schon seit einigen Jahren aus. Sie möchten damit eine alte Tradition bewahren und gleichzeitig Backwaren aus früheren Zeit mundgerecht für den heutigen Gaumen zubereiten.

„Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war“, wird heute von den Landfrauen je nach Jahreszeit frisch belegt und dann im Ofen am Einhaus bei 170 Grad gebacken. Die Backtage des Heimat- und Museumsvereins selbst finden mehrmals im Jahr statt. 2015 folgen noch sechs weitere Termine, an denen man sich mit Brot und Kuchen eindecken kann. Jedoch bekommt dann der Streuselkuchen saisonbedingt immer eine andere Auflage. Von Rhabarber über Kirschen bis hin zu Zwetschgen reichen die Variationen.

Die „tollen Rezepte“ stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen. Dass die Rezepte auch in heutiger Zeit ankommen, macht der reißende Absatz deutlich. Drei Bleche mit je 40 Stück Kuchen waren im Ofen.

Da der Backofen einige Zeit zum Vorheizen braucht, wird er schon am Vortag angeworfen. Zweieinhalb Stunden dauert die Befeuerung mit Holz, dann ist die komplette Ladung drin, erläutert Dieter Kunkel. So wird der Backofen am ersten Tag auf 560 Grad vorgeheizt, ehe er wieder runterkühlt, damit die Zweipfünder-Brote reingeschoben werden können. „Die Glut wird dann auf die Schamottsteine verteilt“, erläutert Dieter Kunkel.

Wenn diese weiß würden, sei die entsprechende Hitze erreicht. Wofür die Bäcker in früheren Zeiten durch die häufige Arbeit damit schon ein Gefühl hatten, muss heute erst noch einmal sorgfältig geprüft werden. Mit einer Zeitung. „Wenn die verbrennt, ist der Ofen zu heiß“, sagt Kunkel. Sie dürfe nur schwarz werden. Dann, bei 280 Grad, kommen die Sauerteigbrote rein. 36 am Freitagabend, nochmal 36 am Samstag. Mehr geht nicht. Der besondere Geschmack entsteht unter anderem durch die beim Backprozess absinkende Temperatur.

Die zweieinhalb Stunden Vorlaufzeit braucht es auch am Samstag. Weswegen Dieter Kunkel schon um 6.30 Uhr am Ofen steht, damit kurz vor 11 Uhr die Brote noch dampfend und herrlich duftend fertig sind. „Die kann man auch ohne Probleme zuhause machen“, sagt Kunkel. Benötigt werde nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekomme – oder bei einem Bäcker bekomme, der noch damit arbeite. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen.

„Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert Kunkel. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben. Auch bei den Ein-Kilo-Laiben gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Innerhalb kürzester Zeit geht die Samstags-Brot-Fuhre über die Theke. Wer zu kurz kommt, der kann sich immerhin im Einhaus noch einen Imbiss ergattern, bevor der Magen zu stark knurrt. Dort gibt’s das Sauerteigbrot auch mit Aufstrich: entweder süß in Form von selbstgemachter Marmelade oder eher deftig mit Kochkäse.

Info: Weitere Backtage finden statt am 9. Mai, 13. Juni, 11. Juli, 8. August, 19. September und 10. Oktober, jeweils 11 bis 14 Uhr, am Backhaus in der Hofwiese, In der Gass 14a, Wald-Michelbach. (Bild: Fritz Kopetzky)