Mit dem CV Kapital ging’s in den Schimmeldewäer Narren-Dschungel

Und ab in den Dschungel. Der CV Kapital entführte bei der traditionellen Rosenmontagssitzung seine Gäste in fremde, feucht-fröhliche, heiße und unbekannte Welten. Viele närrische Gestalten tummelten sich im Urwald auf der Bühne wie auch auf den Bänken im Haus des Gastes. „Welcome to the jungle“ hieß es bei den Schönmattenwager Narren. Sie hatten dafür neben den eigenen Kräften wieder etliche närrische Unterstützer aus Neckartal, Überwald und Weschnitztal zusammengetrommelt.

Überdimensional bestimmte das von Willi Kristen wie schon in den Vorjahren gemalte Bild auf der Rückwand im Haus des Gastes, wohin die Reise des CV Kapital gehen würde. Dem hatten sich auch die Gäste angepasst, tief in die Kostümkiste gegriffen und kannten bei ihren Verkleidungen keine Zwänge. Moderator Sebastian Siefert machte die über 300 Besucher mit dem Motto der Sitzung vertraut.

Die ließen sich vier Stunden lang von den Narren trefflich unterhalten. Die Hirschhorner Ritter sind traditionell mit im Kapital-Boot. Sie hatten ihre Minigarde, die vielbeklatschte „Rhythmix“-Gruppe und den Solistenblock vorbeigeschickt. Sie entboten dem Verein die besten Grüße aus der Fastnachtshochburg das Ulfenbachtal abwärts. Das Urgestein, die Löhrbacher „Apolonia“ Tanja Kunkel, Teilnehmerinnen des Tanzstudios Phantasie aus Birkenau oder die „Power Generation“ vom CCA Affolterbach schauten ebenso vorbei.

Siefert machte das Publikum zu Beginn mit den närrischen Regularien vertraut. In vier Stufen sollte der Beifall immer tosender werden: „Wir klatschen mit den Händen, wir trampeln auf den Boden, wir pfeifen, wir nehmen die rechte Hand und schreien Ahhh.“ Wie gut es der Saal verstanden hatte, ließ sich nach jeder Darbietung ablesen. Zwischendurch gab‘s auch ab und an eine Dschungelrakete, wenn eine Gruppe sich besonderen Applaus verdient hatte. Natürlich durften zwei Stimmungsrunden nicht fehlen, um die Besucher noch einmal kräftig anzuheizen.

Zu einer richtigen Sitzung gehören nach einer Garde zu Beginn natürlich auch Ehrengäste. Siefert freute sich, nach dem Hirschhorner Prinzenpaar im vergangenen Jahr dieses Mal die Hoheiten des OKACLU Abtsteinach, Prinzessin Marielena I. und Prinz Sascha II., begrüßen zu dürfen. Die Minis des CV Kapital sorgten für einen wahren Jubel- und Beifallssturm, wie sie ohne jede Scheu über die Bühne hopsten. Bei den kleinen Leos steppte der Bär.

Ein Geburtstagsständchen gab es für Giulia Tavaglione, die an diesem Tag acht Jahre alt wurde. Viel Beifall heimsten auch die Kleinsten der Hirschhorner Ritter, die Minigarde, gleich zu Beginn ein. „Das war ein Auftritt voller Power, was die kleinen Mädels hier aufgeführt haben“, lobte Siefert. Die Junge Garde des CV glänzte wie auch die „alte Garde“ mit ihrer in Eigenregie einstudierten Darbietung.

Die „Löhrbächer Apolonia“ Tanja Kunkel, dieses Mal als vor Kannibalen gerettete Dschungelkönigin in Aktion, hatte so etliche Weisheiten im Gepäck. In den Urwald ging es mit der Affolterbacher Power Generation. „Schmetterlinge und Amazonen“ lautete der Titel ihrer Darbietung. Eine reiche Fauna und Flora für viele Arten, die im Glanz der Sonne ihre Tänze vollführten, war garantiert. „Storytime“ und „Played Alive“ hießen die beiden Songs, zu denen die jungen Frauen anmutig tanzten.

Saskia Thielen aus der Birkenauer Metropole Löhrbach würde sich im Dschungel so gar nicht zurechtfinden. Ohne Smartphone und WLAN geht bei Ihr gar nichts. Am Wochenende geht sie am liebsten feiern, war ihrer ersten Bütt zu entnehmen. Was bei einem Kinobesuch alles passieren kann, zeigten dann einige CV-Aktive im gleichnamigen Sketch.

Nachdem der Solistenblock der Hirschhorner Ritter über die Bühne gewirbelt war, hatte die Gruppe „Rhythmix“ das Kriegsbeil ausgegraben, weil der weiße Mann Feuerwasser ausschenkte, und zeigte als Indianer tänzerisch die Schönheiten der Natur. Farbenprächtige Kostüme, fetzige Rhythmen und tolle Tanzeinlagen waren ein Augen- und Ohrenschmaus. Auch vom Tanzstudio „Phantasie“ aus Birkenau gab es grazile Bewegungen als „Company of Fantasy“ zu sehen. Die Hip-Hop-Formation Serenity ist Deutscher und Westdeutscher Meister des Jahres 2017 und wurde viel bejubelt.

Eine Rakete gab’s für die Showtanzgruppe des CV Kapital, „Limited Edition“, nach ihrer gelungenen Darbietung. „Ich habe Leopardenschmetterlinge noch nie so toll tanzen sehen“, schmunzelte Siefert. Im letzten Jahr vermisst, jetzt wieder dabei: „Ratz Fatz“. Der Burlesque-Gruppe gefiel es im australischen Dschungel beim CV Kapital so gut, dass sie gar nicht mehr nach Hause möchte. Ein krönender Abschluss des Programms, das dann im großen Finale mit allen Aktiven auf der Bühne mündete.

Ein paar Dankesworte gab’s auch noch: Sebastian Siefert, der als Indiana Jones durchs Programm führte, freute sich, dass der langjährige Sitzungspräsident Heinz Höfler als Balou kurzfristig für Mathias Sauer eingesprungen war. Er hatte zusammen mit Katharina Zink seine Ideen in die Moderation mit einfließen lassen. Helfer auf der Bühne war Werner Weihrauch, Mann an der Technik Manuel Ritter. Die Helfer vom MGV Sängerbund packten in der Halle kräftig mit an.

Ein schallendes Helau verabschiedete zwar offiziell, aber natürlich ging es an der Bar noch lange, lange weiter. Schluss war aber dann wie in den Jahrzehnten der CV-Kapital-Rosenmontagssitzung zuvor noch lange nicht: Erst in den frühen Morgenstunden gingen die letzten nach Hause.

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Mit dem CV Kapital ging’s am Rosenmontag in Schönmattenwag in ferne Welten

Fremde Welten galt es zu erkunden, noch nie gesehene Wesen zu erleben und Raum und Zeit zu durchqueren. Die Schönmattenwager Narren traten eine „Reise durchs Weltall“ an. Überdimensional bestimmte das vom Vorsitzenden Willi Kristen gemalte Bild auf der Rückwand im Haus des Gastes, wohin die Reise durch ferne Galaxien bei der Rosenmontagssitzung des CV Kapital gehen würde. Dem hatten sich auch die Gäste angepasst, tief in die Kostümkiste gegriffen und kannten bei ihren Verkleidungen keine Zwänge.

Moderator Sebastian Siefert machte die über 300 Gäste mit dem Motto der Sitzung vertraut. Die ließen sich fast vier Stunden lang von den Narren trefflich unterhalten. Unterstützt wurde Siefert auf der Bühne von Matthias Sauer und Werner Weihrauch. Für die richtige Technik sorgte Manuel Ritter. Neben etlichen Eigengewächsen oder Schönmattenwager Leihgaben von anderen Vereinen machten auch Fastnachter aus der Umgebung dem CV Kapital ihre Aufwartung.

Die Hirschhorner Ritter hatten ihre Minigarde, den Solistenblock und ihre Hoheiten vorbeigeschickt. Denn Tina I. und Lothar II., die im 50. Jubiläumsjahr zusammen mit Funkenmariechen Steffi Mölle die Karnevalisten vom Neckar repräsentieren, wohnen gerade ein paar Meter weiter in Unner-Schimmeldewog. Sie entboten dem Verein die besten Grüße aus der Fastnachtshochburg das Ulfenbachtal abwärts.

Beide, in der Hirschhorner Verwaltung tätig, schmunzelten, dass das Prinzenpaar-Dasein fast in Stress ausarte, da sie es als Rathausmitarbeiter nicht so sehr mit der anstrengenden Arbeit hätten. Die Löhrbacher „Apolonia“ Tanja Kunkel, das Tanzstudio Phantasie aus Birkenau oder „Power Generation“ vom CCA Affolterbach schauten ebenso vorbei wie die Hirschhorner „Rhythmix“-Gruppe.

Siefert machte das Publikum zu Beginn mit den närrischen Regularien vertraut. In vier Stufen sollte der Beifall immer tosender werden: „Wir klatschen mit den Händen, wir trampeln auf den Boden, wir pfeifen, wir nehmen die rechte Hand und schreien Ahhh“. Wie gut es der Saal verstanden hatte, ließ sich nach jeder Darbietung ablesen. Zwischendurch gab‘s auch ab und an eine Rakete, wenn eine Gruppe sich besonderen Applaus verdient hatte.

Die Minis des CV Kapital in Glitzerkostümen sorgten für einen wahren Jubel- und Beifallssturm, wie sie ohne jede Scheu über die Bühne hopsten. Viel Beifall heimsten auch die Kleinsten der Hirschhorner Ritter, die Minigarde, ein. Ihr elfjähriges Bestehen feierte in diesem Jahr die CV-Garde. Sie glänzte mit ihrer in Eigenregie einstudierten Darbietung.

Die „Löhrbächer Apolonia“ Tanja Kunkel hatte so etliche Weisheiten übers Alter, die Männerwelt und ihren Misserfolg bei derselbigen im Gepäck. Wenn Adeles Willi erst Freitag statt Dienstag beerdigt wurde, fragte sie: „Geht’s ihm wieder besser?“ Auch das Malheur mit der Urne war für einige Lacher gut. Dann noch die Verwechslung von Rhein und Neckar mit der A5, und fertig war die krachende Bütt.

Wummernde Discobässe begleiteten die Gruppe „Power Generation“ von der CCA Affolterbach bei ihrem Auftritt, mit dem sie ins „Highschool Musical“ von Walt Disney entführte. Puschel, Bälle, hautenge Kostüme und viel Tanz begeisterten. Vom Moderator gab’s am Abend auch mal wieder einen Witz über seinen Freund Herbert, der so allerlei erlebte. Der Gag zum Schluss kam unten im Publikum dann erst auf den zweiten Sitz an, dafür umso heftiger.

Michaele Noe und Luzia Siefert demonstrierten in ihrem Auftritt die Schwierigkeiten von Frau bei der Führerschein-Prüfung. Es ging natürlich schief, was schief gehen konnte, als im heimischen Wohnzimmer die Trockenübung stattfand. Selbst ein Knöllchen für zu schnelles Fahren holte sich die Testpilotin. Ein Riesenlacher war die Geschichte mit dem Publikum, zu der Siefert drei „Freiwillige“ herausdeutete. Die machten die Märchen-Erzählung aber aus dem Stehgreif zusammen mit Matthias Sauer zu einer großen Gaudi, bei der sich die Zuschauer vor Lachen bogen.

Nachdem der Solistenblock der Hirschhorner Ritter über die Bühne gewirbelt war, entführte die Gruppe „Rhythmix“ zu Alice ins Wunderland. Farbenprächtige Kostüme, fetzige Rhythmen und tolle Tanzeinlagen waren ein Augen- und Ohrenschmaus. Auch vom Tanzstudio „Phantasie“ aus Birkenau gab es grazile Bewegungen zu sehen. Die Mädchen hatten sich in Robotorkostüme geschmissen, von denen es im Halbdunkel nur so blinkte und blitzte. UV-Effekte taten ein Übriges für die gelungene Darbietung.

Mit dem Männerballett ging es dieses Mal in die USA. An Trump kamen auch die Fastnachter nicht vorbei. Dessen Extravaganzen und erratische Entscheidungen brachten die Männer unter dem Gejohle der Zuschauer bestens rüber. Denn die „MGV Schwalben“ ließen auch Putin oder Erdogan einmarschieren, wobei sich dann die Potentaten wahlweise von russischen Schönheiten oder türkischen Bauchtänzerinnen verwöhnen ließen und eine große Bunga-Bunga-Party feierten. Angela Merkel machte den Abschluss dieser illustren Runde.

Eine Rakete gab’s für die Showtanzgruppe des CV Kapital, „Limited Edition“, nach ihrer gelungenen Darbietung. Als kleine grüne und größere blaue Männ- bzw. Mädchen entführten sie in Narrenwelten, die noch nie ein Fastnachter zuvor gesehen hatte. Ein krönender Abschluss des Programms, der dann im großen Finale mit allen Aktiven auf der Bühne mündete.

Ein schallendes Helau verabschiedete zwar offiziell, aber natürlich ging es an der vom MGV Sängerbund betriebenen Bar noch lange, lange weiter. Schluss war aber dann wie in den Jahrzehnten der CV-Kapital-Rosenmontagssitzung zuvor noch lange nicht: Erst in den frühen Morgenstunden gingen die letzten nach Hause.

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Das volle Zelt am Kerwesonntag versöhnte die Organisatoren in Unter-Schönmattenwag

Ein bisschen, so der Blasmusik-Vorsitzende Hans Vogel augenzwinkernd bei der Begrüßung der Kerwegäste am Sonntagnachmittag, hatte er schon die Befürchtung, „die einheimische Schimmeldewöger Bevölkerung ist ausgestorben“. Er bezog sich damit auf den schwacheren Besuch am Freitag und insbesondere am Samstag. Mit Blick aufs volle Zelt am Festtag zeigte er sich aber beruhigt, dass dem nicht so sei. Vogel war erfreut über den sehr guten Zuspruch beim Nachmittagsprogramm.

Der Sonntag hatte mit dem von Pfarrer Peter Pristas gehaltenen Zelt-Gottesdienst begonnen. Er thematisierte darin den Unter-Schönmattenwager Schutzpatron St. Johannes den Täufer und erläuterte, wie die Notennotierung eines lateinischen Lieds in die heutige Zeit überliefert wurde. Der Musikverein Dossenheim spielte im Anschluss an den Gottesdienst zum Frühschoppen auf.

20 Musiker, darunter auch einige aus Unter-Schönmattenwag, musizierten unter dem gemeinsamen Dirigenten Marcel Hamaekers. Zu Gehör kamen Titel wie „Dancing Queen“, Welthits aus Italien, die Polka „Böhmischer Traum“, „Does your mother know“ oder auch Glenn Millers „American Patrol“. Von Blasmusik- bis hin zu Big-Band-Stücken war alles vertreten, was heutzutage ein Ensemble „draufhaben“ muss.

Das Festzelt auf dem Kerweplatz blieb weiterhin sehr gut gefüllt, so dass die Veranstalter später die „Tischreserven“ aufbauen mussten. Denn das Nachmittagsprogramm zog noch einmal zahlreiche Gäste an. Zuerst waren die Kinder des Kindergartens St. Marien mit Sing und Tanzspielen dran. Nach der Begrüßung durch das Lied „Hallo, guten Tag!“ folgten der Dino- und der Hockey-Cockey-Tanz. Fast alle Kinder hatten sich mit ihren Erzieherinnen dazu auf der Bühne versammelt.

Die Tanzgruppe des Carnevalsvereins Kapital war mit einem Dschungeltanz dabei, bei dem unter anderem Titel etwa aus dem Musical „König der Löwen“ zu hören (und zu sehen) waren. Hans Vogel dankte dem Team des Kindergartens und den Leiterinnen der Tanzgruppe, besonders den Kindern, mit Karten für Sommerrodelbahn und der schönen Plüschfigur Flip (aus Biene Maja)

Am Nachmittag setzte dann der Ansturm auf Kaffee und Kuchen ein. Etwa 30 von den Vereinsmitgliedern selbstgebackene Kuchen ließen keine Wünsche der Schleckermäuler offen. Dazu spielten die „Original Rhein Neckar Böhmische“. Dahinter verbergen sich 15 Musiker aus dem Raum Ladenburg, ambitionierte und begeisterte Blasmusiker, die sich auch in verschiedenen Kapellen zusammengefunden haben.

Seit einem Jahr mit „mehr oder weniger Proben“, so Leiter Günter Hofmann, war bei der Unter-Schönmattenwager Kerwe der erste öffentliche Auftritt. Hofmann ist im Ort kein Unbekannter. Er unterstützte schon mehrfach die Schimmeldewöger Blasmusik bei Konzerten als Gastmusiker. Das Ensemble brachte bekannte, aber teilweise auch schon fast vergessene Volksmusikweisen wie „Tief im Odenwald“ zu Gehör. Hofmann moderierte die Stücke immer wieder mit lustigen Anekdoten an. Als Abschluss gab’s den „Rocking March“ mit Schlagzeugsolo.

Die Befürchtung der Organisatoren, dass die Live-Übertragung des Fußballspiels im Zelt auf geringere Resonanz stoßen könnte, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Denn nachdem sich einige Tische kurzzeitig geleert hatten, füllte sich das Zelt wieder mit Fußballbegeisterten in Nationalmannschaftstrikot und Deutschland-Fahnen. Begeistert wurde die Partie gegen die Slowakei auf der großen Bühnen-Leinwand mitverfolgt. Nach dem 3:0-Sieg der Deutschen waren die Gäste in bester Feierlaune – und das bis in die späten Abendstunden.

Den ganzen Tag über herrschte auf dem Festplatz schöner Betrieb. Durch das schöne Wetter waren auch viele Familien mit Kindern gekommen. Die Kleinen konnten sich auf Karussell oder Schiffsschaukel austoben. Für die etwas größeren Meisterschützen gab’s die „Jagd-Hütte“. Und Freunde des Süßen kamen am Crepes-Stand sowie der Süßenkeitenhütte auf ihre Kosten.

Der gestrige Montag startete mit dem traditionellen Frühschoppen. Die musikalische Unterhaltung dazu kam wie bereits seit vielen Jahren vom Nibelungen-Duo Harald Walz und Linde Sauer. Freibierspenden örtlicher Vereine und Geschäfte ließen den Gerstensaft in Strömen fließen. Nach dem Mittagessen mit Wellfleisch und Sauerkraut fand am Nachmittag der Ausklang statt.

Wie Vorsitzender Vogel meinte, stemmt die Blasmusik „eine der letzten Zeltkerwen in der Region“. Allerdings sei dies immer auch mit hohen Kosten verbunden. Dieses Jahr habe man bereits das Zelt verkleinert, um etwas zu sparen. Er beobachtete daneben, dass „das Volk beim Programm Standard will“. Es sei schwer, ein bekanntes Ensemble wie die Augustiner-Festkapelle wie vor vier Jahren zu refinanzieren, so Vogel.

Mit dem Schönmattenwager CV Kapital ging’s närrisch in die Wunderwelt von Walt Disney

Walt Disney ließ grüßen: Überdimensional bestimmte das vom Vorsitzenden Willi Kristen gemalte Bild auf der Rückwand im Haus des Gastes, wohin die Reise bei der Rosenmontagssitzung des CV Kapital gehen würde: Märchen- und Comicfiguren aus der Feder des amerikanischen Unterhalters standen im Mittelpunkt des fröhlichen Abends. Dem hatten sich auch die Gäste angepasst, tief in die Kostümkiste gegriffen und kannten bei ihren Verkleidungen keine Zwänge.

König der Löwen, Schöne und das Biest, Dschungelbuch, Peter Pan, Micky Maus, Donald Duck und Goofy seien nur ein paar der bekannten Figuren aus Disney-Filmen, machte Moderator Sebastian Siefert die über 300 Gäste mit dem Motto der Sitzung vertraut. Die ließen sich über vier Stunden lang von den Narren trefflich unterhalten. Unterstützt wurde Siefert auf der Bühne von Mathias Sauer und Werner Weihrauch. Für die richtige Technik sorgte Manuel Ritter.

Neben etlichen Eigengewächsen oder Schönmattenwager Leihgaben von anderen Vereinen machten auch Fastnachter aus der Umgebung dem CV Kapital ihre Aufwartung. Die Hirschhorner Ritter hatten ihre Minigarde und eine Bütt vorbeigeschickt. Die Löhrbacher Apolonia Tanja Kunkel, die Akrobatikgruppe der SG Wald-Michelbach oder „Power Generation“ vom CCA Affolterbach schauten ebenso vorbei wie das Rimbacher Tanzstudio Phantasie.

Siefert machte das Publikum zu Beginn mit den närrischen Regularien vertraut. In vier Stufen sollte der Beifall immer tosender werden: „Wir klatschen mit den Händen, wir trampeln auf den Boden, wir pfeifen, wir nehmen die rechte Hand und schreien Ahhh“. Wie gut es der Saal verstanden hatte, ließ sich nach jeder Darbietung ablesen. Zwischendurch gab‘s auch ab und an eine Rakete, wenn eine Gruppe sich besonderen Applaus verdient hatte.

Die Minis des CV Kapital, die zum einen den König der Löwen, zum anderen Hercules als Tanz aufleben ließen, durften gleich nochmal ran: Es hatte den Zuschauern so gut gefallen, dass eine Zugabe gefordert wurde. Viel Beifall heimsten auch die Kleinsten der Hirschhorner Ritter, die Minigarde, ein. Ihr zehnjähriges Bestehen feierte in diesem Jahr die CV-Garde. Sie glänzte mit ihrer in Eigenregie einstudierten Darbietung.

Die „Löhrbächer Apolonia“ Tanja Kunkel hatte so etliche Weisheiten übers Alter, die Männerwelt und ihren Misserfolg bei derselbigen im Gepäck. Als „blühendes Leben“ habe sie wohl doch schon zu viel Nachtfrost abbekommen, wurde ihr mitgeteilt. Freundin Margot nutzt statt Facebook ein „uraltes Windows-Programm“, meinte Apolonia: Sie schaut aus dem Fenster. Und selbst beim Tanztee bekommt sie keinen ab, klagte die Löhrbächerin.

Wummernde Discobässe begleiteten die Gruppe „Power Generation“ von der CCA Affolterbach bei ihrem Auftritt, ehe Sebastian Siefert als besondere Gäste Dieter Martin sowie Franz und Hans Ritter begrüßte. Vom Moderator gab’s auch den Abend über immer mal wieder ein paar eingestreute Witze über seinen Freund Herbert, der so allerlei erlebte und den einen oder anderen Streit mit seiner Frau bekam.

Michaele Noe und Luzia Siefert demonstrierten in ihrer vielbeklatschten Pantomime die Schmink-Unterschiede zwischen Stadt- und Landpflanze. Wo die eine akkurat drauf achtet und die richtigen Accessoires verwendet, greift die andere zu verfügbaren Hausmitteln: Tomatenmark als Lippenstift, Nutella als Rouge, den Topfdeckel als Spiegel, Maggi als Parfüm und die Klobürste als Lockenwickler. Viel Gelächter war der verdiente Lohn.

Die Akrobatikgruppe der SG Wald-Michelbach zeigte nach der Pause auf einer eigens ausgelegten Matte, was die Mädels alles an Bewegungen, Sprüngen und Salti drauf haben. Auch vom Tanzstudio Phantasie aus Birkenau gab es grazile Bewegungen zu sehen. Zwei Lästerschwestern aus Hirschhorn hatten sich danach auf den Weg das Ulfenbachtal hinauf gemacht, um beim CV Kapital den neuesten Tratsch loszuwerden. Im Kosmetikstudio von Vera Kralle wurde mächtig gelästert, denn „Vera Kralle krallte sich gerne alle“, um über sie herzuziehen – am liebsten über ihre Freundin.

Eine Rakete gab’s für die Showtanzgruppe des CV Kapital, „Limited Edition“, nach ihrer gelungenen Darbietung. Die Tanzgruppe Ratz-Fatz aus Ober-Schönmattenwag hatte sich dieses Jahr etwas ganz Besonderes ausgedacht. In Anlehnung an den Disney-Film „Die Eiskönigin“ kamen die Frauen verkleidet als Eisköniginnen und Schneeflocken auf die Bühne und nahmen die Besucher mit auf eine Reise ins ewige Eis.

Vor dem Finale dann der Höhepunkt: das Männerballett der „MGV-Schwalben“. Als Minions verkleidet gaben die Sängerbund-Mitglieder absolut alles und wurden durch eine Rakete belohnt. Zusammen mit den über 100 Aktiven des Abends folgte als Abschluss eine Polonaise durch den Saal. Schluss war aber dann wie in den Jahrzehnten der CV-Kapital-Rosenmontagssitzung zuvor noch lange nicht: Erst in den frühen Morgenstunden gingen die letzten nach Hause.

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Praller närrischer Terminkalender im Überwald bis zum 9. Februar

Die närrische Zeit ist in vollem Gange. Prunk-, Fastnachts- und Elferratssitzungen geben sich die Klinke in die Hand. Ende Januar/Anfang Februar wird’s dann ernst: Kinderfasching, Maskenbälle, Umzüge, Straßenfastnacht oder Prinzeinholung stehen auf dem Programm. Hier eine Auflistung der Veranstaltungen, die aktuell für den Überwald gemeldet sind: Der Abtsteinacher OKACLU setzt seine Prunksitzungen am 15., 16., 17. und 22. Januar, jeweils 20.11 Uhr im katholischen Pfarr- und Jugendheim, fort. Motto: „Zu Gast in Bangkok“.

Am 15., 16., 22. und 23. Januar, jeweils 20.11 Uhr, findet die Fastnachtssitzung der Aschbacher Hussmouge unter dem Motto „Nachts im Museum“ in der Mehrzweckhalle am Sportplatz statt. Eine Elferratssitzung steigt in Gras-Ellenbach am 16. und 23. Januar, jeweils 20.11 Uhr. Es heißt: „Piraten … eine abenteuerliche Zeitreise“. Ort ist die Nibelungenhalle.

Die beiden Fastnachtssitzungen des Carnevalsclubs Affolterbach (CCA) finden am 30. Januar und 6. Februar um 20.11 Uhr in der Peter-Heckmann-Halle statt. Das Thema lautet „Burgfest“. Am 29. und 30. Januar sowie 5. und 6. Februar, jeweils 20.11 Uhr, laden die Unter-Abtsteinacher Kirchenfastnachter zu Fastnachtssitzungen ein. Diese finden im Saal St. Marien der katholischen Pfarrgemeinde statt. Am 31. Januar findet um 11 Uhr die Prinzeinholung des OKACLU beim Café Staier in Ober-Abtsteinach statt. Der Kinderfasching des SV Rot-Weiß Wahlen beginnt an diesem Tag um 14.11 Uhr im Wahlener Sportlerheim.

Am 3. Februar findet abends ab 19.11 Uhr die närrische Bürgermeistersitzung im Pfarr- und Jugendheim Ober-Abtsteinach statt. Veranstaltet wird sie von OKACLU und Gemeinde. Die Überwälder Frauenfastnacht steigt am 4. Februar um 19.11 Uhr in der Peter-Heckmann-Halle Affolterbach. Sie wird vom CCA ausgerichtet.

Am 6. Februar beginnt um 14.11 Uhr der Hammelbacher Kinderfasching im Haus Aicher Cent. Um 20 Uhr startet der FUMABA-Preismaskenball im Sportlerheim Wald-Michelbach (Rudi-Wünzer-Straße), organisiert von der SG. Am gleichen Abend lädt der GV Harmonie Ober-Schönmattenwag um 20.11 Uhr zum Kappenabend ins evangelische Gemeindehaus ein.

Der Fastnachtsumzug „Boa Narrhalla“ des OKACLU bewegt sich am 7. Februar ab 14.11 Uhr durch die Straßen Ober-Abtsteinachs. Anschließend steigt die Fastnachtsparty im Pfarr- und Jugendheim, veranstaltet vom Malteser Hilfsdienst. Am 8. Februar lädt der MGV Harmonie Aschbach um 20.11 Uhr zum Rosenmontagsball in die Mehrzweckhalle ein. Die Rosenmontagssitzung des CV Kapital beginnt zur gleichen Zeit im Haus des Gastes Schönmattenwag. Auch um 20.11 Uhr beginnt der Rosenmontagsball des SV Rot-Weiß Wahlen im Sportlerheim.

Der 9. Februar ist der Tag der Kindermaskenbälle. Um 14.11 Uhr starten sie in Affolterbach, Peter-Heckmann-Halle (CCA); Aschbach, Mehrzweckhalle (MGV Harmonie), mit Fackelwanderung gegen 17 Uhr zum Fastnachtsfeuer der Feuerwehr am Festplatz Geopark im Wiesental; Ober-Schönmattenwag, Haus des Gastes (CV Kapital); Gras-Ellenbach, Nibelungenhalle (Feuerwehr).

Zum Familienfasching lädt der SV Scharbach um 14.11 Uhr ins Haus der Vereine ein. Am Einhaus Wald-Michelbach steigt zur selben Zeit die Straßenfastnacht des SV Eintracht. Der Kinderfasching des OKACLU beginnt um 14.31 Uhr im Gasthaus „Goldener Bock“ Unter-Abtsteinach. Den Abschluss des Tages bildet um 18 Uhr der Fastnachtshaufen der Freiwilligen Feuerwehr Schönmattenwag im Haus des Gastes.