Grenzenlose Begeisterung für die Europareise der Blasmusik

„Musik ohne Grenzen“ in Zeiten des Brexits und der unseligen Rückbesinnung aufs Nationale: Die Blasmusik Schimmeldewog setzte mit ihrem Jahreskonzert unter der Leitung von Christian Schuppel ein Zeichen für die (musikalische) Völkerverständigung. Mehr als zwei Stunden lang brachte das Ensemble im sehr gut besetzten Haus des Gastes ein flottes, eingängiges Stück nach dem anderen zu Gehör. Durch das Programm führte in bewährter Manier Donat Skroch.

Italienische Opernklassiker, ein deutsches Volkslied, ein englisches Traditional, ein schwedischer Abba-Evergreen oder das unverwüstliche Azzurro, bekannt durch Adriano Celentano, wussten das Publikum zu begeistern. Das kam bereits im ersten Set gut in Fahrt, klatschte beim weltbekannten Thema von Bizets „Carmen“ mit, um dann nach der Pause voll einzusteigen. Das Orchester durfte sich über herzlichen bis überbordenden Applaus für seine Leistung freuen.

Den hatte sich die Blasmusik auch redlich verdient. Der etwa 30-köpfige Klangkörper mit drei Gästen folgte dem Dirigenten auf den Punkt. Voll, majestätisch, aber dann auch wieder zart, fein, kamen die einzelnen Melodien zum Tragen. Einmal leise Querflöten, dann wieder donnerndes Schlagzeug zeigten zusammen mit dem eindrucksvollen Tutti die gesamte Bandbreite des Könnens.

Kein Wunder, dass eine begeisterte Menge die Musiker nach Ende des regulären Programms nicht ziehen lassen wollte. Dafür war das von Paolo Conte stammende „Azurblau“, also Azzurro“, der perfekte Anheizer, um damit den Wunsch nach mehr kräftig zu befördern. Der wurde auch erfüllt – und wie: „Pfeffer und Salz“, berühmt durch Ernst Mosch, brachte die Egerländer in den Überwald. Kein Konzert ohne das Markenzeichen der Blasmusik: Zum Ausklang ertönte das obligatorische „Schimmeldewog-Lied“ bei stehendem und mitsingendem Publikum.

Ein weiterer Höhepunkt nach der Pause: „The Blues“ von Arrangeur Zane van Auken. Die lebhafte Solisten-Parade wurde durch die Zuschauer immer wieder mit „One more Time“-Rufen unterstützt, wenn Schuppel die Hand hob. Alle Register spielten stehend ihren Part und die Füße der Gäste wippten im Takt mit. Zum Schluss musizierte dann das komplette Orchester im Stehen.

War der erste Set musikalisch sehr anspruchsvoll, so kam im zweiten die Nähe der Stücke zum „normalen“ Konzertbesucher noch hinzu. Das Feedback war von allen Seiten sehr positiv. Es gab Lob und Anerkennung für die musikalische Leistung sowohl von Laien als auch von den zahlreich anwesenden „Spezialisten“ anderer Ensembles.

Urdeutsch vom Ursprung Idee her, aber erfrischend flott und mitreißend gestaltete sich der Auftakt mit „Along the Weser“. Jacob de Haan gestaltete, inspiriert vom traditionellen „An der Weser“, eine Hommage an diesen doch sehr deutschen Fluss. „Wo Werra sich und Fulda küssen, sie ihren Namen büßen müssen; denn hier entsteht durch diesen Kuss, deutsch bis zum Meer, der Weser Fluss“: Das hat jeder schon mal irgendwo gehört.

Analog der Nationalflaggen im Programmheft prangten diese auch über der Bühne und waren auf den Tischen zu finden. Vorsitzender Hans Vogel forderte zu Beginn die Zuschauer auf schmunzelnd auf, sich die gewünschten Fähnchen zusammenzusuchen, „wenn einer nicht mit Brexit in Verbindung gebracht werden will“. Patrick Walter am Schlagzeug, das erste Mal dabei, holte sich später ein dickes Lob von Donat Skroch ab. Dennis Nußbeutel vom Blasmusikverband Rhein-Neckar nahm zwischenzeitlich Ehrungen vor.

Von Heinz Briegel stammt die Bearbeitung des Folksongs „Scarborough Fair“ für Blasorchester. Denn eigentlich ist das Lied durch Simon & Garfunkel weltbekannt. Briegel malt die magisch, mystische Liebesgeschichte in dunklen Klangfarben aus, die weltbekannte Melodie kann ihre traurige Schönheit in ergreifenden Bläserklängen entfalten, um schließlich leise in der Ferne zu verklingen.

Salzburg? Klar, die Mozartstadt. Da ist es nur naheliegend, in der „Salzburg Impression“ das Andante in G-Dur KV 501 von Wolfgang Amadeus Mozart umzuarbeiten. Dizzy Stratford alias Jacob de Haan, der sich in etlichen Songs wiederfand, war hier wieder einmal am Werk. Er nahm die bezaubernde, leichte Melodie und setzte sie in ein etwas moderneres, aber ebenso leichtes und reizvolles Stück für Blasorchester um.

Sehr beeindruckend durch seinen Abwechslungsreichtum: „Crith Mhonadh“ von Alfred Bösendorfer, der sechs musikalische schottische Bilder zeichnet. Das stimmungsvolle, wunderschöne „Only Time“ von Enya hat sich 2001 im Nachgang des 11. September wohl in alle Herzen eingebrannt. An „Poupée de cire, poupée de son“ von Serge Gainsbourg werden sich die Älteren noch gut erinnern, denn von France Gall gesungen gewann es den Eurovision Song Contest 1965.

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Blasmusik Schimmeldewog: musikalische Ausrichtung angesprochen

Die Gründung einer Jugendband und die musikalische Ausrichtung der Blasmusik Schimmeldewog beschäftigten die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung im katholischen Pfarrheim. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Hans Vogel folgte der Bericht von Schriftführer Dr. Albrecht Bärenz über die Aktivitäten in 2018. Es gab insgesamt 22 musikalische Einsätze, die meisten periodisch wiederkehrende Veranstaltungen, berichtete dieser. Neu war die Mitwirkung am Weihnachtsmarkt in Unter-Schönmattenwag.

Kassenwart Norbert Walter hob neben den Einnahmen durch Auftritte, Mitgliederbeiträge und Spenden das finanzielle Ergebnis des „Backens um die Kirche“ Ende Dezember positiv hervor. Außergewöhnliche Ausgaben ergaben sich seinen Worten zufolge im vergangenen Jahr nicht. Die Überprüfung durch die Kassenprüfer Heiko Walter und Matthias Sauer ergab keine Beanstandung. Sauer schlug die Entlastung des Vorstandes vor, welche die Versammlung einstimmig erteilte. Beide Revisoren amtieren 2019 weiter.

Matthias Staat stellte sich bei der Wahl des zweiten Vorsitzenden nicht gleich wieder zur Verfügung. Er fragte zuerst nach Alternativen. Staat beklagte die „Gesamtstimmung im Verein“. Seit Jahren vermisse er die Gemeinschaft außerhalb der Proben und Auftritte. Er betonte jedoch, dass sich dies weniger auf einzelne Personen oder die aktuell Anwesenden beziehe. Um die Arbeit als solches gehe es ihm nicht.

Auf der Versammlung zeigte sich unter den Anwesenden kein Interessent für das Amt. Es wurde deutlich und verschiedentlich geäußert, dass man sich den Verein ohne die Arbeit des langjährigen zweiten Vorsitzenden nicht vorstellen könne. Schließlich vereinbarte die Versammlung, die Wiederwahl von Matthias Staat zunächst auf ein Jahr zu beschränken, was auch seinem Wunsch entsprach. Er wurde einstimmig gewählt. Wie auch Schriftführer Dr. Albrecht Bärenz und die bisherige Beisitzerin der passiven Mitglieder, Thekla Vogel.

Vorsitzender Hans Vogel erwähnte in seinem Rückblick, dass es bei der Kerwe noch Klärungsbedarf gebe. Eventuell wolle sich ein Kerweverein gründen. Die Mitwirkung der Blasmusik an Organisation und Durchführung geschehe nicht als Gesamtverein, sondern durch einzelne Personen, hob er hervor. „Selbstverständlich ist für uns weiterhin die Mitwirkung als Musikverein im Kerweprogramm“, betonte Vogel. Aus der Versammlung wurde die Frage nach einem Tagesausflug gestellt. Dies wollte er angehen, wenn die restlichen Termine für 2019 bekannt sind. Ebenso kam die Anregung, ob man das gemeinsame Grillen nicht wieder aufnehmen könne.

Aus den Reihen der Mitglieder wurde daneben eine Jugendband thematisiert. Eine solche hatte es nur kurz vor etwa acht bis zehn Jahren gegeben. Dirigent Christian Schuppel äußerte ein großes Interesse daran. In der Vergangenheit hatte es meistens nicht geklappt, dass die Kinder von aktiven Musikern zur musikalischen Mitarbeit motiviert werden konnten. Es gab wenig konkrete Ideen, wie das Nachwuchsproblem gelöst werden könnte. Schließlich wurde als Termin für ein gemeinsames Brainstorming der Sonntag, 10. März, 17 Uhr, im Pfarrheim vereinbart.

Der Dirigent sprach abschließend noch die stilistische Ausrichtung des Orchesters an. Das hat sich unter seinem Dirigat fast ausschließlich auf konzertante Blasmusik-Literatur konzentriert. Schuppel wies darauf hin, dass er dies zu Beginn seiner Tätigkeit angekündigt habe. Diese Ausrichtung wolle er beibehalten. Die bisherigen Konzerte in dieser Form waren seinen Worten zufolge erfolgreich.

Vereinzelt hatte es Kritik aus den Reihen der Musiker gegeben, dass andere Musikstile zu kurz kämen. So sei gerade der Swing früher ein Alleinstellungsmerkmal der Kapelle gewesen. Eine gewisse stilistische Vielfalt sei auch für die Mehrzahl der Veranstaltungen notwendig, die meistens keinen eindeutig konzertanten Charakter hätten, hieß es. Letztlich gab es eher eine Bestätigung für den derzeitigen musikalischen Kurs, da schließlich der Dirigent die stilistischen Vorgaben machen müsse.

Blasmusik-Termine 2019

  1. März: Luisenpark Mannheim
  2. April: Jahreskonzert
  3. Juni: Wachenburg Weinheim/Burschenschaften-Umzug
  4. Juni: Mitwirkung beim 90-jährigen Bestehen des Posaunenchors Wald-Michelbach
  5. Juni: Mitwirkung an der Fronleichnams-Prozession angedacht

Unklar ist noch, ob das Konzert am 30. Mai im Herzogenriedpark Mannheim zustande kommt.

Viel Beifall und Standing Ovations für die Blasmusik

Eine alte Tradition neu aufleben lassen: Das erste Neujahrskonzert für Schönmattenwag stieß in der katholischen Kirche Johannes der Täufer auf viel Interesse. Die Blasmusik Schimmeldewog unter der Leitung von Christian Schuppel hatte die Gäste zu einem bunten Potpourri unterhaltsamer Melodien eingeladen. Klänge aus dem Barock, Musik von Jacob de Haan, Musicals oder Balladen: Es war in dem eineinhalbstündigen Konzert einfach für jeden etwas dabei.

Mindestens genauso lange wie die Veranstaltung selbst dauerte die „After-Show-Party“, bei der Musiker und Besucher bei dem einen oder anderen Glühwein gemütlich miteinander verweilten, das alte Jahr Revue passieren ließen und sich über die kommenden zwölf Monate austauschten. Durch das Programm führte gewohnt eloquent Donat Skroch, der Wissenswertes zu den einzelnen Stücken mitgebracht hatte.

Das Publikum wusste den unterhaltsamen Querschnitt von verschiedenen Stilrichtungen und Epochen zu würdigen. Viel Beifall und Standing Ovations zum Schluss sprachen für sich. Auch optisch machte das Orchester im Kirchenschiff einiges her, vom besonderen Hall im Gotteshaus ganz zu schweigen. Es war das erste Konzert, das Dirigent Christian Schuppel seit seiner Übernahme des Klangkörpers vor eineinhalb Jahren komplett alleine auf die Beine gestellt hatte.

Gänsehautfeeling gab es bei der „Carmina Burana“, dem Titel einer Kantate von Carl Orff. Die Blasorchester-Instrumente verwandelten die Töne in eigene magische Bilder von der Fragwürdigkeit materieller Werte und der Flüchtigkeit des Lebens. Die Musik war von einer Intensität, „dass es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen ist“, meinte Moderator Skroch.

Ähnlich eindrucksvoll gestaltete sich das letzte reguläre Stück des Abends, „Any Dream Will Do“. Andrew Lloyd Webber und Tim Rice komponierten „Wie vom Traum verführt“ für „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ von 1968. Es ist Anfang und Schlusslied des Musicals. Die äußerst frei interpretierte biblische Erzählung von Joseph und seinen elf Brüdern ist ein spaßiger Trip durch drei Jahrzehnte Musikgeschichte mit rockendem Pharao, Flower-Power-Guru und Technobeats.

Natürlich war danach noch nicht Schluss. „Thank you for the music“ von Abba zeigte die Blasmusik noch einmal auf der Höhe ihres Schaffens. Die Musiker bewiesen mit ihrem Schaffen ein sehr hohes Niveau für den kleinen Ort. Sie wurden bei ihrem Spiel inspiriert vom Feedback des Publikums, das immer wieder sein Wohlwollen zum Ausdruck brachte, was natürlich die Darbietenden motivierte.

Mit „Alla Hornpipe“ aus Händels Wassermusik eröffnete die Kapelle. Der lebhafte Tanz machte gleich Lust auf mehr. Anlass für die Komposition war eine Bootsfahrt auf der Themse, die König Georg I. 1717 veranstaltete. „Der Popstar des Barocks: Georg Friedrich Händel“, meinte Skroch augenzwinkernd.

Beim „Golden Pass“ von Jacob de Haan ratterte ein Panorama-Zug durch die Kirche. Denn der Titel bezieht sich auf eine exklusive Panorama-Zuglinie, die durch die Schweizer Alpen von Montreux nach Luzern führt. Vor dem geistigen Auge flogen am Fenster weidende Kühe auf saftig grünen Wiesen, traditionelle Chalets, wunderschöne Bergseen, Wasserfälle und beeindruckende Berggipfel vorbei.

Sie zählt zu den viel gespielten Opern Händels: „Xerxes“, die nicht zuletzt wegen der Arie „Ombra mai fu“ berühmt geworden ist. Nach ihrer Uraufführung zuerst ein vollkommener Misserfolg, wurde das Stück „Largo“ von 1738 dann „das“ sentimentale Trauerlied des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Enrico Carusos Aufnahme von 1920 ist unvergessen. Joseph Kanz´ Bearbeitung für Blasorchester enthält alles, was diese Musik so besonders macht: ausgesprochene Schlichtheit, attraktive Melodielinie und verblüffend ausdrucksvolle Klangfülle.

Mit dem weltbekannten Barock-Kanon von Johann Pachelbel ging’s in die zweite Hälfte. Warum es als eines der populärsten klassischen Musikstücke gilt, zeigte sich beim klangvollen Spiel der Blasmusik. Wie sich das Orchester immer mehr in der Melodie verfängt, die einzelnen Aspekte herausstellt und schließlich nach ruhigem Intermezzo zum schönen Finale emporschwingt, hat schon was. „Children of the World“, eigentlich ein Lied der Bee Gees von 1976, passt in der Bearbeitung André Waignein, eigentlich in jedes Konzert. Denn alle Kinder dieser Welt sehnen sich nach Frieden.

Ob der „Song of Liberation“ von Jacob de Haan über die Befreiung Europas am Ende des Zweiten Weltkrieges, „Una Furtiva Lagrima“ aus der Oper „Liebestrank“ von Gaetano Donizetti oder „You’ll Never Walk Alone“ von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II aus dem Broadway-Musical „Carousel“: Das Ensemble bewies sein Können auf allen Feldern der Musik.

Blasmusik Schimmeldewog unternimmt beim Weihnachtskonzert eine abwechslungsreiche Reise durch die Musikwelt

Ein monumentaler, fanfarenartiger Beginn, der das ganze Kirchenschiff ausfüllt, macht klar, wohin die weihnachtliche Reise mit der Blasmusik Schimmeldewog gehen würde. Bei seinem traditionellen Konzert am zweiten Weihnachtsfeiertag entführt das Ensemble die Besucher in der vollbesetzten Kirche St. Johannes der Täufer nicht nur in die besinnliche Weihnachtswelt, sondern unterhält auch mit Pop- und Rocksongs sowie Film- und traditionellen Melodien.

„Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss ist ein Beginn, der aufhorchen lässt. Wie das Orchester mächtig-musikalisch auftrumpft, dass die bekannten Klänge auch außerhalb noch gut zu hören sind, zeigt bereits jetzt die Klasse der 27 Musiker mit ihrem Dirigenten Christian Schuppel. Der übernahm nach den Sommerferien den Taktstock und machte sich auch gleich daran, die ersten Weihnachtsstücke aufzulegen. Wie sowieso das komplette Programm von der Auswahl her seine Handschrift trägt.

Vom fiktiven Denker Nietzsches mit dem Namen des persischen Religionsstifters hinauf auf die Dolomiten: Dr. Albrecht Bärenz bringt den Zuhörern in seiner launigen Moderation die einzelnen Stücke und ihren Hintergrund näher. Schuppel, auf seinem Podest alle überragend, weiß nicht nur in dem Lied von Jacob de Haan das Orchester zu Höchstleistungen anzuspornen. Erst getragen, geht’s nach einem Break in der Mitte plötzlich sehr flott die Bergkette hoch, zeigen die Ensemble-Mitglieder ihr Können.

Zu „Ave Maria“ in der Version von Franz Schubert fügt sich prächtig in die stimmungsvoll-weihnachtlich dekorierte Kirche. Rechts die Krippe, hinten die schön geschmückten Bäume, dazu noch das sowieso schon beeindruckende Ambiente des Gotteshauses: Es passt einfach, wie auch Bärenz ausführt. Es gibt viele Variationen dieser „sehr schönen Melodie“. Getragen-ruhig unter dem Einsatz der Querflöten zeigt die Blasmusik, wieso Schuberts Variante zu diesen zählt.

„Camille“, das André Waignein seiner Tochter widmete, sieht Manfred Kunkel mit einem Flügelhorn-Solo. Dominiert erst sein Instrument das Klangbild, setzt das Orchester mittendrin machtvoll ein, übernimmt die Leitung, sodass aus dem Song fast schon ein flotter Marsch wird, gibt sie zum Schluss hin aber auch wieder ab. Über das folgende „Amazing Grace“ muss man keine Worte mehr verlieren.

Vor dem geistigen Augen lässt das Orchester machtvoll den Bergwind blasen, als es beim „Mountain Wind“ von Martin Scharnagl die Hügel musikalisch erklimmt, sich auf den höchsten Gipfel empor schwingt und vom Gipfelkreuz aus einem gewaltigen Rauschen gleich die Instrumente zur Geltung kommen lässt. Besonders Jörg Abelshauser an der Trompete, aber auch die drei Schlagzeuge mit Pauken, drei Posaunen, zwei Tuben, vier Trompeten, vier Tenorhörner, ein Waldhorn, sieben Saxophone, fünf Klarinetten und zwei Querflöten sorgen für den vollen Klang an diesem späten Nachmittag.

Wahrlich europäisch wurde es mit „Freude schöner Götterfunken“, dem als Europahymne verwendeten Stück von Ludwig van Beethoven. Da sitzt jeder Ton, da passt jeder Einsatz – wie bei den anderen Stücken auch belohnt reicher Beifall die Musiker und ihre Leistung. Was passt besser in eine Kirche als das „Amen“ von Pavel Stanek, das das Ensemble auf seinen Instrumenten mit jeder Pore atmet.

„Who wants to live forever”, 1986 von den Queen-Mitgliedern Brian May und Freddie Mercury geschrieben, hatte fast einen prophetischen Charakter. Denn der Sänger war damals schon an Aids erkrankt und wusste um sein baldiges Lebensende. Wie das Orchester die Titelmelodie aus den Highlander-Film mit Christopher Lambert interpretiert, entführt die Zuschauer auf die grünen Hügel der schottischen Highlands und deren unendlichen Weiten, lässt sie teilhaben an der gesamten, fulminanten Power des Klangkörpers.

Ob es noch die schwedischen Pop-Giganten von Abba mit „The way old friends do“ oder „Cinderella‘s Dance“ von Karel Svoboda aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sind – die Blasmusik beweist einmal mehr, wie breitgestreut ihr Repertoire ist. „Happy Christmas” von Manfred Schneider als Abschluss unterstreicht ebenso diese Vielfältigkeit und entlässt ein begeistert applaudierendes Publikum mit der Erkenntnis in den Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages, mal wieder einem musikalischen Highlight beigewohnt zu haben.

Blasmusik Schimmeldewog lädt zum Weihnachtskonzert am 26. Dezember ein

Der weihnachtliche Höhepunkt der Blasmusik Schimmeldewog steht an. In der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer werden die knapp 30 Musiker am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, beim Weihnachtskonzert ein buntes Programm an Weihnachtsliedern, Spirituals, klassischen Stücken aber auch modernen Popsongs bieten. Wer das Ensemble kennt, weiß, dass es wieder einen unterhaltsamen Nachmittag auf sehr hohem musikalischem Niveau geben wird.

Um 17 Uhr geht es am bewährten Ort, der Pfarrkirche Unter-Schönmattenwag, los. Der Eintritt ist wie immer frei. Spenden (wie auch Kollekte) sind erbeten. Diese sollen schwerpunktmäßig der Pfarrgemeinde zugutekommen, denn die Blasmusik probt auch im katholischen Gemeindehaus. Das Orchester steht unter der Leitung seines neuen Dirigenten Christian Schuppel, der seit Sommer dieses Jahres das Zepter führt. Das Konzert findet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Musizieren am 24. Dezember zur Christmette statt. Weiterer traditioneller Auftritt ist das Jahreskonzert im Haus des Gastes.

Das Ensemble hat zu Weihnachten einige konzertant-klassische Stücke im Programm. Dazu zählt „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauß, „Ave Maria“ in der Version von Schubert, die sich deutlich von der bekannteren Bachs unterscheidet, und „Freude schöner Götterfunken“, der Schlusschor aus der 9. Beethoven-Symphonie. Im Repertoire finden sich auch Eigenkompositionen zeitgenössischer Komponisten für Blasmusik. Dazu zählen „Camille” von André Waignein, „Mountain Wind“ (Martin Scharnagl), „Amen“ von Pavel Stanek oder „Queen of the Dolomites“ (Jacob de Haan)

Auf den Blechblasinstrumenten kommen Bearbeitungen traditioneller Nummern wie „Amazing Grace“ natürlich sehr majestätisch rüber. Brian May und Freddie Mercury (Queen) sind mit „Who want‘s to live forever?“ vertreten. „The way old friends do“ ist die Bearbeitung eines Abba-Songs. Hinter „Happy Christmas“ verbirgt sich ein Medley der bekanntesten Weihnachtslieder von Manfred Schneider.

Beim Konzert empfiehlt es sich, nicht zu spät zu kommen. Denn die Zuschauer füllen die Kirche in der Regel schon einige Zeit vor Beginn bis auf den letzten Platz. Auf den Kirchenbänken sitzt man dicht an dicht, selbst die Empore ist voll bis in die hinterste Ecke. Mit dem imposanten Bläserklang ist es den Musikern aber auch ein Leichtes, das Kirchenschiff bis in den letzten Winkel mit feinsten Tönen zu beschallen.

Blasmusik Schimmeldewog kommt mit neuem Dirigenten zur Wählemer Kerwe

Kaum haben die Proben begonnen, steht auch gleich der erste öffentliche Auftritt mit dem neuen Dirigenten an. Der Wald-Michelbacher Christian Schuppel leitet seit Ende der Sommerpause die Blasmusik Schimmeldewog. Er folgte Marcel Hamaekers nach, der dort sieben Jahre lang den Taktstock schwang. Mit Schuppel an der Spitze geht es für die Kapelle zur Wählemer Kerwe, wo sie die musikalische Umrahmung des sonntäglichen Frühschoppens und Kerwegottesdiensts am 3. September bestreitet.

Der neue Chef im Ring kam zu seinem Job wie die Jungfrau zum Kinde. Da seine Frau eine Zeitlang in der Kapelle mitgespielt hatte, war er dort schon hinlänglich bekannt. Da war es nur folgerichtig, dass Schuppel vom Vorstand darauf angesprochen wurde, „ob ich das machen will“. Nach einem Blick in seinen Terminkalender – er leitet noch zwei weitere Ensembles – hieß die Antwort: „Ja, freitags habe ich Zeit“, lacht er. Dass er einige Musiker schon kennt und damit nicht komplett ins kalte Wasser springen musste, kommt ihm sehr zupass.

„Mindestens ein eigenes Konzert“ steht neben den vielen weiteren Verpflichtungen der Blasmusik auf dem Wunschzettel des neuen Dirigenten. Passend dazu ist ein solches am zweiten Weihnachtsfeiertag in der katholischen Kirche Unter-Schönmattenwag in Planung. Ort und Zeitpunkt haben bei der Kapelle bereits eine lange Tradition.

Die Unterhaltungsmusik will Schuppel weiter pflegen. Das bisherige Repertoire wird von ihm gesichtet. „Ein paar Lieder werde ich aussortieren“, meint er, dafür aber auch andere, neue mit reinnehmen. „Natürlich werden weiterhin bekannte Stücke zu hören sein“, betont er. Aber jeder Dirigent hat so sein eigenes Faible. Deshalb hebt „der Neue“ hervor, dass seine Musikauswahl „nicht Richtung Bigband gehen wird“.

Traditionelle Lieder werden wieder mehr im Vordergrund stehen, sagt Schuppel. Schlager à la Udo Jürgens oder Pop-Klassiker Marke „Oye como va“ werden aber ebenso wie konzertante Stücke Richtung Filmmusik oder Musicals zu hören sein. Als Dirigent „fordere ich, dass das Orchester bereit ist, sich weiterzuentwickeln und mit mir neue Wege zu gehen“. In seinen ersten Einsätzen bekam er von den Blasmusik-Mitgliedern bereits „Lob für mein extrem gutes Gehör“. Falsche Töne werden somit sofort erkannt, schmunzelt er.

Die Vielzahl der bisherigen Auftritte möchte der Wald-Michelbacher weiterführen. Die sind sehr breit gestreut von Kerwegigs wie dem kommenden bis hin zu Konzerten im Mannheimer Luisenpark. 20 bis 25 Musiker zählt das Ensemble derzeit. Händeringend werden Querflötisten gesucht, aber auch in den anderen Registern ist Nachwuchs immer willkommen. Wenn jemand ein Instrument erlernen will – egal ob Blech- oder Holzbläser -, dann ist er beim Verein ebenfalls richtig. „Wir begrüßen auch gerne Jugendliche, die in einem Orchester mitspielen möchten“, so der Dirigent.

Christian Schuppel blickt bereits auf 18 Jahre als Dirigent und 50 Konzerte zurück. Trotz seiner großen Erfahrung bezeichnet er es „immer als etwas Schönes“, bei einem neuen Verein den Taktstock in die Hand zu nehmen, weil die Motivation sehr hoch ist. Deshalb ist bei ihm auch die Vorfreude auf seine Tätigkeit groß. Die teilt er mit dem Vorsitzenden Hans Vogel. Dem lag auch der reibungslose Übergang am Herzen, sodass die aktuellen Auftritte in bewährter Manier bewältigt werden können.

 

Der 38-jährige Christian Schuppel wohnt in Wald-Michelbach. Er studierte Musik auf Lehramt an der Uni Heidelberg. Seit 18 Jahren arbeitet er als Dirigent. Der studierte Trompeter Schuppel leitet außerdem die Feuerwehrkapelle an Kirchheim am Neckar und den Musikverein Kirchardt. Er ist derzeit als Lehrer an einer Schule in Höchst tätig.

Interessierte Musiker können sich beim zweiten Vorsitzenden Matthias Staat unter Telefon 06207-82833 oder E-Mail post@blasmusik-schimmeldewog.de melden.

Hommage an die Musik-Größen: Am 20. Mai lädt die Blasmusik Schimmeldewog zum Jahreskonzert im Haus des Gastes ein

Das Highlight des Vereinsjahres naht: Die Blasmusik Unter-Schönmattenwag veranstaltet ihr Jahreskonzert am Samstag, 20. Mai, um 20 Uhr im Haus des Gastes. Der Vorverkauf läuft bereits. Unter der Leitung von Marcel Hamaekers kommt ein buntes Potpourri an Melodien zu Gehör, die von Märschen über Pop- und Schlagerstücke bis zu Rock-Hits reichen. Der Dirigent hat eine Hommage an teilweise schon in jungem Alter von uns gegangene Musik-Größen zusammengestellt. Die Moderation übernimmt in bewährter Manier Donat Skroch.

Etwa 30 Musiker werden beim Konzert auf der Bühne stehen – und dies in den unterschiedlichsten Instrumentengruppen. Zu hören sind Saxofon, Tuba, Posaune, Horn, Flöte, Trompete, aber auch Flügelhörner und Schlagzeug. Seit Herbst laufen bereits die Proben. Einmal in der Woche kommen die Musiker im katholischen Pfarrheim zusammen und üben die speziellen Blasmusik-Arrangements für die jeweiligen Stücke ein. Da ist dann schon mal ein Stück von Udo Jürgens darunter, ein Song von Prince oder Roger Ciceros größte Erfolge.

Um die Songauswahl kümmert sich Dirigent Marcel Hamaekers, unter dessen Regie das Jahreskonzert bereits zum siebten Mal stattfindet. „Die Titel sind immer eine Bauchgefühl-Entscheidung“, sagt er. Sie müssten zum Orchester passen „und gut ins Ohr gehen, die Leute erreichen“. Hamaekers mag die ausgewogene Mischung der einzelnen Musikstile – „es gibt keine Schwerpunktthemen“. Amy Winehouse gibt’s deshalb ebenso zu hören wie „Saxophon-Date“, ein Medley, in dem der Saxofon-Satz brillieren darf, oder die schönsten Melodien von Paul Anka.

Die Jahreskonzerte, weiß der zweite Vorsitzende Matthias Staat, „sind meist an anspruchsvoller und moderner Blasmusik ausgerichtet“. Bei den Kurkonzerten in Wald-Michelbach und Gras-Ellenbach „wird es ab und an auch mal volkstümlicher“, unterstreicht er die große musikalische Bandbreite des Orchesters. Das kommt im Laufe des Jahres ziemlich weit rum: Auf der Wachenburg in Weinheim gibt es im Mai zum Festkommers einen jährlich wiederkehrenden Termin, ebenso in den Mannheimer Parks.

15 bis 20 größere Auftritte sind es so übers Jahr verteilt, dazu kommen noch einige bei Festlichkeiten im Ort selbst. Bei diesem Pensum – aber beileibe nicht nur deswegen – sind neue Gesichter bei der Blasmusik herzlich willkommen. „Wir freuen uns über Nachwuchs in allen Instrumentenarten“, betont Vorsitzender Hans Vogel.

„Im Moment sind wir in unseren Freitagsproben in der letzten Vorbereitung“, erläutert Vogel. Jeder Satz, etwa Saxofone, Klarinetten, Trompeten oder das „tiefe Blech“ mit Hörner, Posaunen und Tuba, trifft sich zusätzlich zu sogenannten „Satzproben“, um für den notwendigen Feinschliff zu sorgen.  „Im Mai wird von uns alles gefordert“, hebt Staat hervor, da die Blasmusik zusätzlich zum Jahreskonzert an jedem Sonn- und Feiertag einen Auftritt hat.

Das geht bereits am Samstag, 29. April, mit dem Freundschaftsspielen bei der Trachtenkapelle Kocherbach los, setzt sich fort am 1. Mai mit dem Frühschoppen beim MGV-Maifest in Unter-Schönmattenwag und am 7. Mai im Herzogenriedpark Mannheim. Am 14. Mai steht das Muttertagskonzert in Gras-Ellenbach an, nach dem Jahreskonzert wird am 25. Mai zum Vatertag beim Musikverein Dossenheim aufgespielt und am 27. Mai folgen wieder Festkommers und Fackelzug auf der Wachenburg.

Info: Jahreskonzert der Blasmusik Schimmeldewog Samstag, 20. Mai, 20 Uhr, Haus des Gastes Schönmattenwag. Karten gibt es ab sofort bei der Bäckerei Beutel und der Sparkasse in Wald-Michelbach, über die Musiker oder per E-Mail an post@blasmusik-schimmeldewog.de. Weiteres auf der Homepage http://www.blasmusik-schimmeldewog.de