SG Hammelbach/Scharbach hat in der Fußball-Kreisliga C das obere Tabellendrittel im Visier

„Mal schauen, was geht“, lautete die Devise von SG-Coach Manfred Greulich im Sommer vor Beginn der Saison in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga C. Es ging relativ viel, lacht er im Rückblick auf das Jahr 2017. Denn erst legten die Überwälder in der Rückrunde 2016/2017 eine beeindruckende Aufholjagd hin, nachdem das Team als B-Liga-Absteiger vor einem Jahr noch am Tabellenende rangierte. Der Lauf setzte sich in der neuen Saison erst einmal unvermindert fort. Aktuell belegt die SG den vierten Platz mit 34 Punkten.

„Wir haben die Rückrunde in der aktuellen Hinrunde nochmal getoppt“, freut sich Greulich. Die war mit 29 Punkten schon sehr gut, jetzt waren es sogar 31 Zähler. „Es kommt immer mehr Konstanz ins Spiel“, nennt der Trainer als einen Grund. Er zeigt sich deshalb mit der aktuellen Tabellensituation sehr zufrieden. „Die Mannschaft ist sehr trainingswillig“, nennt er ein weiteres Kriterium für den Platz im oberen Drittel und zollt damit seiner Elf ein großes Lob. „Wenn ich denen was vorgebe, setzen die es auch um.“ Insgesamt eine sehr wissbegierige junge Truppe. Kein Wunder, denn vergangenen Sommer stieß fast die komplette ehemalige A-Jugend dazu.

Diese Lernwilligkeit trug dazu bei, dass sich die Abwehr gegenüber früher stabilisierte. „Wir haben nur 28 Gegentore kassiert“, so Greulich. Davon elf gegen die beiden Spitzenteams ISC Fürth und Türkspor. „Damit kann ich sehr gut leben.“ Zusätzlich zur massiveren Defensive wurde das Team nach vorn hin in der Breite gefährlicher, was sich in 44 Toren zeigte. Allerdings muss der Coach seinem jungen Team noch einbläuen, dass zum Sturm auch die Rückwärtsbewegung zählt. „Die denken manchmal nicht dran, was hinten passieren könnte“, schmunzelt er.

Dadurch kamen ein paar Rückschläge zustande. Doch die machen dem Trainer nicht allzuviel Kopfzerbrechen. Zwischenzeitlich war eine Niederlage „fast schon praktisch“, um dem Überflug Einhalt zu bieten. Etwa als die SG das ganze Jahr 2017 noch ungeschlagen war und sich dann Nachlässig- und Überheblichkeiten einschlichen. Prompt gab’s die erste Niederlage auswärts, wie auch später die Heimserie riss. „Im November haben wir bisschen geschwächelt“, sagt er. Für Greulich ist das aber alles kein Beinbruch.

Denn seine Mannschaft wächst langsam, aber stetig immer mehr zusammen. Er sieht es als Pluspunkt, dass inzwischen fast alle Spieler aus Hammel-, Litzel- oder Scharbach kommen. „Die kennen sich schon seit Kindesbeinen und spielen gemeinsam Fußball“, sagt er. Das stärkt die verschworene Truppe der Einheimischen. Wenn es darum geht, neue Akteure für die kommende Saison zu gewinnen, wird deshalb auch der Fokus auf Ex-SG-Leute gelegt, um das Kollektiv zu stärken.

Mit einem solchen Ehemaligen, der früher in der Kreisoberliga kickte, ist der Verein aktuell im Gespräch, damit der noch Ungenannte zur Rückrunde ins Geschehen mit eingreifen kann. Abgänge wird es keine geben, freut sich der Coach. Der Kader ist weiter sehr breit aufgestellt. Fast alle, die zu Beginn der Saison dazu stießen, blieben auch dabei. „Zumindest alle, die für die erste Mannschaft in Frage kommen“, meint Greulich. Er selbst plant für sich erst einmal bis Ende der Runde, würde aber auch danach gerne bei der SG weitermachen. Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits. „Wir hätten gerne ein paar Ex-Hammelbacher zurück“, lacht der Trainer. Alexander Tempels führt dahingehend bereits Gespräche.

Einen „unfreiwilligen“ Abgang haben die Hammelbacher allerdings zu verzeichnen. Torjäger Alidou, der bei der Begegnung gegen den FC Biblis II vom gegnerischen Spielertrainer übel umgesenst wurde, wird wohl seine Fußballer-Karriere beenden müssen. „Zu 95 Prozent kann er nicht mehr spielen“, bedauert Greulich. Die Achillessehnen-Verletzung stellte sich als zu schlimm heraus.

Im Rest der Rückrunde will die SG am oberen Tabellendrittel dranbleiben. „Mit dem Kader ist es auch machbar“, weiß Greulich. Als Bewährungsprobe steht gleich als erste Partie im März die gegen den Tabellenzweiten Türkspor an. „Wenn wir nach oben noch was reißen wollen, müssen wir die gewinnen“, sagt er. Doch die Wald-Michelbacher sind mit dem ISC Fürth für ihn die besten Teams der C-Liga. Deshalb versteift sich der Coach nicht auf die beiden ersten Tabellenplätze.

Im Januar spielt die SG noch zwei Hallenturniere in Fürth und Zotzenbach, um sich auf den Rest der Rückrunde vorzubereiten. Wie es sich für harte, an die Witterungsverhältnisse gewohnte Überwälder gehört, wird danach nicht in der Halle trainiert. Am 26. Januar geht es draußen los. Natürlich nur, wenn es die Platzverhältnisse auf dem Hammelbacher Berg zulassen.

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Am 13. Januar ist es wieder soweit: Schlachtfest des MGV Unter-Schönmattenwag

Bei seinem traditionellen Schlachtfest kann der MGV Sängerbund auf den guten Hunger nicht nur der Einwohnerschaft aus „Owwer-„ und „Unner-“, also den beiden Schimmeldewäer Ortsteilen, sondern auch der Gäste von weiter her zählen. Die knapp 170 Plätze im Sängerheim an der Hauptstraße Süd sind nach dem Worten des Vorsitzenden Christian Jöst immer „ruckzuck belegt“, wenn sich um 18 Uhr die Pforten öffnen. Am Samstag, 13. Januar, ist es wieder soweit, dann geht das Beste aus Küche und Keller über die Theke.

Odenwälder Wurstsuppe, Wellfleisch mit Sauerkraut, hausgemachte Würstchen sowie Schwarze Brüh und Erbsenbrei sind die Bestandteile des reichhaltigen Büffets, an dem sich jeder Gast nach Herzenslust bedienen kann. Wem das zu üppig ist, für den gibt es als Alternative Bratwurst mit Sauerkraut. Zur Zubereitung des Erbsenbreis stellen sich die Aktiven des MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag im Vorfeld selbst in die Küche. Der Rest wird wie jedes Jahr vom örtlichen Metzger Dingeldein bezogen, der für seine gute Qualität bekannt ist.

Um das deftige Essen zu genießen, muss man allerdings nicht zwingend im Sängerheim Platz nehmen. Es ist auch ein Verkauf außer Haus oder neudeutsch „to go“ möglich. „Seit Beginn wurde das Schlachtfest immer sehr gut angenommen“, freut sich die zweite Vorsitzende Anette Wiegel über die schöne Resonanz auf diesen Start ins prall gefüllte Veranstaltungsjahr des Vereins.

 

 

Info: Platzreservierung ist bei Hans Ehret, Telefon 06207/1694, möglich.

Türkspor Wald-Michelbach hat in der Fußball-C-Liga weiter das gesetzte Saisonspiel vor Augen

Dieses Mal klappte es mit dem vor der Saison selbst gesetzten Ziel. „Wir wollen oben mitspielen“, hatte Türkspor-Spielausschussvorsitzender Oktay Mamaci vergangenen Sommer formuliert. Das tat die Elf aus dem Überwald in der aktuellen Saison der Bergsträßer Fußball-Kreisliga C tatsächlich. In der Winterpause belegt das Team von Trainer Fentci den zweiten Tabellenplatz. Vier Punkte Abstand sind es zum Ligaprimus ISC Fürth. Mamaci geht davon aus, dass beide Mannschaften Meisterschaft und Aufstieg unter sich ausmachen werden.

Die Lage sah in der Hinrunde 2016/17 anders aus. Damals legte Türkspor einen klassischen Fehlstart hin und war den kompletten Rest der Saison damit beschäftigt, den verlorenen Punkten hinterher zu laufen. Vergeblich. Denn am Schluss reichte es nicht mehr, die „Mission Aufstieg“ zu einem glücklichen Ende zu bringen. Platz 3 hieß das Endergebnis, weit hinter den beiden Erstplatzierten.

Aus den Fehlern der Vergangenheit lernte man: Nachdem es in dieser Runde durch die Klatsche im ersten Spiel schon wieder nach einem Fehlstart aussah, zog der Verein ganz schnell die Notbremse und trennte sich vom gerade erst engagierten Trainer Aydin Aktan. Der stand dem Team aber weiterhin als Aushilfstorwart zur Verfügung. „Das war sehr fair von ihm“, dankt Mamaci dem Ex-Coach.

Mit dem neuen Trainer Mesut Fentci lief die Hinrunde für die Türkspor-Mannen ziemlich gut. Trotz engem Kader schaffte es die Elf – wie kurz vor der Winterpause gegen Riedrode -, aus engen Partien drei Punkte zu holen. „Ich habe Respekt vor dem Team, dass es noch einiges rausgerissen hat“, sagt Mamaci. Manchmal hat eine erfolgreiche Mannschaft eben auch das Glück des Tüchtigen, das sich vielleicht nicht einstellen würde, wenn man weiter unten in der Tabelle rangiert.

Die beiden Begegnungen gegen den Tabellenführer gingen für Türkspor verloren. Das waren für Mamaci aber nicht die Schlüsselspiele der bisherigen Saison. „Mich ärgert es sehr, dass wir in Hüttenfeld verloren haben. Das war unnötig“, meint er. Denn es fehlen damit nicht nur die drei Punkte nach oben hin, sondern auch im Vergleich mit dem direkten Konkurrenten aus dem Ried, der nur zwei Zähler hinter den Überwäldern auf Platz drei rangiert. Auch das 3:3 in Gronau war laut dem Spielausschusssitzenden vermeidbar.

Zuhause ist Türkspor aber eine Macht. Außer gegen den ISC gab es keine Niederlage. Mamaci ist jedoch bewusst, „dass bis zum Ende der Runde noch viele Siege zu holen sind“. Nach bisherigen Stand kann der Verein dabei auf die bewährten Kräfte bauen. Abgänge wird es keine geben, lediglich ein Neuzugang ist noch im Gespräch. Coach Fentci wird bis Ende der Saison an der Seitenlinie stehen. Wie es personell in der kommenden Runde weitergeht, wird sich Mamaci zufolge auf der Vereinsversammlung im April/Mai entscheiden. „Wir planen meistens eher kurzfristig“, schmunzelt er.

„Mach vorn stimmt es meistens“, ist er vom Offensivspiel seines Teams überzeugt. Das liegt an den technisch guten Akteuren, die oft Erfahrung aus höheren Klassen mitbringen. Allerdings „sind wir läuferisch ein bisschen schwach“. Seiner Beobachtung nach liegt das daran, dass „zu wenige Spieler zu wenig trainieren“. Deshalb hapert es beim Umschalten auf die Defensive, weshalb „wir zu viele Tore durch individuelle Fehler kassieren“. Daran will die Elf in der Rückrunde arbeiten.

Für Türkspor ist der ISC Fürth ganz klar der Hauptkonkurrent. „Alle anderen Teams sind schlagbar“, gibt sich Mamaci selbstbewusst. Es dürfte schwer werden, dem Tabellenführer das Wasser zu reichen, weiß er. „Die haben junge, hungrige Spieler“, betont der Spielausschussvorsitzende. „Die laufen wie bekloppt“ und machen dadurch wett, dass es nicht so viele technisch beschlagene Akteure in der Mannschaft gibt.

Andererseits müsste für die Überwälder „noch viel schieflaufen, dass wir den zweiten Platz abgeben“. Der ist das erklärte Ziel und „wir wollen ihn unbedingt halten“. Allerdings stehen noch ein paar schwierige Begegnungen an. Die erste gleich als Nachholpartie zum Start in die restliche Rückrunde zuhause gegen den TSV Gras-Ellenbach. Eine Woche später folgt das nächste Überwald-Derby bei der SG Hammelbach/Scharbach.

Die Zeit bis dahin überbrücken die Mentci-Mannen mit dem Hallentraining im Haus des Gastes, das Mitte Januar wieder startet. Dann laufen auch die beiden Turniere in Rimbach und Fürth. „Keine Experimente“, hält es Mamaci für den Rest der Saison mit Adenauer. „Wir setzen auf Bewährtes.“ Die verletzten und kranken Spieler haben sich regeneriert, Türkspor kann seine volle spielerische Kraft auf den Platz bringen. Das ist auch nötig: „Wir müssen mit aller Macht starten.“ Ganz wichtig ist es, die manchmal fehlende Konstanz zu zeigen.

Steeldart-Turnier der SG Wald-Michelbach war eine Spitzensache

Voller Erfolg für die SG: Das erste Steeldart-Turnier nach dem System „301 Double out“ war nicht nur von der Teilnehmerzahl mit 32 Startern ausgebucht, sondern zog auch viele Interessierte dieser Sportart bei heftigem Schneetreiben ins Sportlerheim. Durch die Darts-WM im Londoner Alexandra Palace, auch „Ally Pally“ genannt, war André Schmitt auf die Idee gekommen, zeitglich ein Amateur-Turnier in Wald-Michelbach zu veranstalten. Natürlich durfte eine Großbildleinwand nicht fehlen, auf der man die Cracks bei ihren Würfen zuschauen konnte. Sieger war Vitali Loenko.

Sein Bruder Dimitri hatte im vergangenen Jahr die traditionsreiche Darts-WM in der britischen Hauptstadt besucht und von dort die Überlegung in den Überwald mitgebracht. Das „Ally Pally“ ist seit Ende 2007 jährlicher Austragungsort der PDC-Dartsweltmeisterschaft. Damit setzte sich die lange Tradition der Turniere im Palace fort, in dem unter anderem bis 1990 das „News of the World Darts Tournament“, das älteste Dartsturnier der Welt, ausgetragen wurde.

„Im Sommer haben wir gemeinsam überlegt, welche Events wir durchführen können“, erzählte Georg Maurer von der SG. „Steel Dart ist richtiges Dart“, schmunzelte Maurer. „Das hat was Uriges durch die Metallspitze“. Und damit den Charakter „wie früher in der Kneipe“. Auf vier Scheiben durften die Teilnehmer, unter denen viele Fußballer aus den Region an den Start gingen, zielen. „Weder Alter noch Fitness sind bei diesem Gesellschaftssport wichtig“, stellte Organisator Loenko heraus. „Wir wollten als Attraktion mal etwas anderes bieten.“ Natürlich half dabei auch der Hype um die Darts-WM.

Gespielt wurde im Vereinsheim nach dem System 301 „Double out“ im Doppel-K.o.-System. Viele Teilnehmer, die aus dem gesamten Überwald nach Wald-Michelbach kamen, hatten ihre eigenen Pfeile mitgebracht. Fünf Sets hielt die SG auch zur Ausleihe bereit. „Es gehen nur Amateure an den Start“, meinte Loenko. Aber die lieferten sich seiner Beobachtung nach sehr gute Spiele.

Fünf Euro Startgebühr galt es zu zahlen, um die Chance auf einen drei Pokale zu haben. „Das Turnier war sehr schnell ausgebucht“, freute sich Dimitri Loenko. „Wir werden es auf jeden Fall wieder veranstalten.“ Nur der Rahmen ist noch nicht klar – eventuell muss man bei mehr Teilnehmern auf zwei Tage gehen. Das Doppel-K.o.-System sorgt dafür, dass eine Niederlage nicht zum sofortigen Ausscheiden führt. Selbst wer im Halbfinale den Kürzeren zieht, kann über den Umweg der Verliererrunde noch einmal aufschließen und das gewinnen.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 mit ihren 60 Punkten, also den äußeren Ring ganz oben, zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? „Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, wissen die Dart-Cracks. Einen besonderen Kniff gibt es nicht. Der Odenwald ist eher das Reich der Amateure. Dartligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt.

Dort ist dann auch eher E-Dart (Automatendart) angesagt. Die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt, ist den Turnieren vorbehalten, wie auch in Ober-Hainbrunn eines vom dortigen Dartclub „Double Trouble“ veranstaltet wird. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro.

Die Richtung halten ist das A und O beim Wurf. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance und schießen den Pfeil an die falsche Stelle. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass der rote Punkt in der Mitte, das „Bulls Eye“, die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist beim Double out sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Metallring möglich.

Die Kunst beim „301 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von der 301 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden. Das ginge höchstens noch mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Ergebnisse Dart-Turnier SG Wald-Michelbach:

Teilnehmer: 32. Sieger: Vitali Loenko vor Alex Theobald, Dennis Sauter, Valeri Loenko, Markus „Magic“ Gries und Dominik Schütz. André Roth holte mit den drei Würfen den Highscore von 174 Punkten. Die ersten Drei erhielten Pokale, weitere fünf Teilnehmer Verzehrgutscheine.

Blasmusik Schimmeldewog unternimmt beim Weihnachtskonzert eine abwechslungsreiche Reise durch die Musikwelt

Ein monumentaler, fanfarenartiger Beginn, der das ganze Kirchenschiff ausfüllt, macht klar, wohin die weihnachtliche Reise mit der Blasmusik Schimmeldewog gehen würde. Bei seinem traditionellen Konzert am zweiten Weihnachtsfeiertag entführt das Ensemble die Besucher in der vollbesetzten Kirche St. Johannes der Täufer nicht nur in die besinnliche Weihnachtswelt, sondern unterhält auch mit Pop- und Rocksongs sowie Film- und traditionellen Melodien.

„Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss ist ein Beginn, der aufhorchen lässt. Wie das Orchester mächtig-musikalisch auftrumpft, dass die bekannten Klänge auch außerhalb noch gut zu hören sind, zeigt bereits jetzt die Klasse der 27 Musiker mit ihrem Dirigenten Christian Schuppel. Der übernahm nach den Sommerferien den Taktstock und machte sich auch gleich daran, die ersten Weihnachtsstücke aufzulegen. Wie sowieso das komplette Programm von der Auswahl her seine Handschrift trägt.

Vom fiktiven Denker Nietzsches mit dem Namen des persischen Religionsstifters hinauf auf die Dolomiten: Dr. Albrecht Bärenz bringt den Zuhörern in seiner launigen Moderation die einzelnen Stücke und ihren Hintergrund näher. Schuppel, auf seinem Podest alle überragend, weiß nicht nur in dem Lied von Jacob de Haan das Orchester zu Höchstleistungen anzuspornen. Erst getragen, geht’s nach einem Break in der Mitte plötzlich sehr flott die Bergkette hoch, zeigen die Ensemble-Mitglieder ihr Können.

Zu „Ave Maria“ in der Version von Franz Schubert fügt sich prächtig in die stimmungsvoll-weihnachtlich dekorierte Kirche. Rechts die Krippe, hinten die schön geschmückten Bäume, dazu noch das sowieso schon beeindruckende Ambiente des Gotteshauses: Es passt einfach, wie auch Bärenz ausführt. Es gibt viele Variationen dieser „sehr schönen Melodie“. Getragen-ruhig unter dem Einsatz der Querflöten zeigt die Blasmusik, wieso Schuberts Variante zu diesen zählt.

„Camille“, das André Waignein seiner Tochter widmete, sieht Manfred Kunkel mit einem Flügelhorn-Solo. Dominiert erst sein Instrument das Klangbild, setzt das Orchester mittendrin machtvoll ein, übernimmt die Leitung, sodass aus dem Song fast schon ein flotter Marsch wird, gibt sie zum Schluss hin aber auch wieder ab. Über das folgende „Amazing Grace“ muss man keine Worte mehr verlieren.

Vor dem geistigen Augen lässt das Orchester machtvoll den Bergwind blasen, als es beim „Mountain Wind“ von Martin Scharnagl die Hügel musikalisch erklimmt, sich auf den höchsten Gipfel empor schwingt und vom Gipfelkreuz aus einem gewaltigen Rauschen gleich die Instrumente zur Geltung kommen lässt. Besonders Jörg Abelshauser an der Trompete, aber auch die drei Schlagzeuge mit Pauken, drei Posaunen, zwei Tuben, vier Trompeten, vier Tenorhörner, ein Waldhorn, sieben Saxophone, fünf Klarinetten und zwei Querflöten sorgen für den vollen Klang an diesem späten Nachmittag.

Wahrlich europäisch wurde es mit „Freude schöner Götterfunken“, dem als Europahymne verwendeten Stück von Ludwig van Beethoven. Da sitzt jeder Ton, da passt jeder Einsatz – wie bei den anderen Stücken auch belohnt reicher Beifall die Musiker und ihre Leistung. Was passt besser in eine Kirche als das „Amen“ von Pavel Stanek, das das Ensemble auf seinen Instrumenten mit jeder Pore atmet.

„Who wants to live forever”, 1986 von den Queen-Mitgliedern Brian May und Freddie Mercury geschrieben, hatte fast einen prophetischen Charakter. Denn der Sänger war damals schon an Aids erkrankt und wusste um sein baldiges Lebensende. Wie das Orchester die Titelmelodie aus den Highlander-Film mit Christopher Lambert interpretiert, entführt die Zuschauer auf die grünen Hügel der schottischen Highlands und deren unendlichen Weiten, lässt sie teilhaben an der gesamten, fulminanten Power des Klangkörpers.

Ob es noch die schwedischen Pop-Giganten von Abba mit „The way old friends do“ oder „Cinderella‘s Dance“ von Karel Svoboda aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sind – die Blasmusik beweist einmal mehr, wie breitgestreut ihr Repertoire ist. „Happy Christmas” von Manfred Schneider als Abschluss unterstreicht ebenso diese Vielfältigkeit und entlässt ein begeistert applaudierendes Publikum mit der Erkenntnis in den Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages, mal wieder einem musikalischen Highlight beigewohnt zu haben.

Kocherbacher Verein Luna ist Pate für zwei Gras-Ellenbacher Wasserbüffel-Kälbchen

Der Verein zur Förderung umweltverträglicher, nachhaltiger und artgerechter Landwirtschaft Luna hat rechtzeitig zum Weihnachtsfest den zweiten vierbeinigen Nachwuchs bekommen. „Kabul“, ein kleines Wasserbüffel-Kälbchen, kam am 15. Dezember zur Welt. Bereits Ende Oktober, pünktlich zum Luna-Kartoffelfest, vergrößerte eine junge Dame die Gallowayherde der Luna-Partner und zertifizierten Biolandwirte Wolfgang Schierenbeck und Joachim Mauermann in Gras-Ellenbach. Der Verein hat die Patenschaft für die beiden Kälbchen übernommen, die weiterhin bei ihren Müttern und in der jeweiligen Herde artgerecht aufwachsen dürfen.

Luna hat im ersten Jahr seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit die anvertrauten Flächen von etwa 15 Hektar mit seinen Partnern tadellos bewirtschaftet, berichtete Vorsitzender Dr. Thomas Michel zu diesem Anlass. Auch ohne „Gülle“ und Pestizideinsatz wurden seinen Worten zufolge hervorragende Ergebnisse erzielt und die gesetzten Ziele weit übertroffen. Jeder Besitzer eines Gartens oder landwirtschaftlicher Flächen „trägt Verantwortung sowie kann und sollte etwas für unsere Natur tun“, betonte Vorstandsmitglied Jürgen Klieber.

Dies könne dadurch geschehen, in dem er als Eigentümer die bestehende Pacht kündige, um dann in absehbarer Zeit (2020) selbst über seine Flächen bestimmen zu können und diese nachhaltig sowie umweltverträglich bewirtschaften zu lassen. Dies ist Heinz Trautmann zufolge ein weiterer Schritt um zu zeigen, „dass auch im Überwald nachhaltig und artgerecht Nahrungsmittel erzeugt werden“. Einige wenige Landwirte praktizierten dies ja erfreulicherweise immer noch.

Die Umstellung ist laut Luna auch bitter nötig. Denn nicht von ungefähr vervielfältigten sich die Berichte über Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf die Natur, Artenvielfalt, Wasserqualität und damit auf den Menschen immer mehr, weiß Vorstandsmitglied Thomas Langer. Glyphosat dürfte alleine und fachgerecht verwendet relativ wenig krebserregend, so Gerhard Ader. Es sei aber das am häufigsten eingesetzte und potenteste „Pflanzenschutzmittel“, somit Pestizid und Gift.

Überdüngung verseuche das Grundwasser, betont Michel. In Deutschland sei die kritische Marke vielfach weit überschritten. Weshalb nach einer Klage der EU-Kommission eine neue Düngeverordnung zum Schutz des Wassers her musste. Diese wurde im November vorgestellt. Vertreter von Luna waren bei der Präsentation in Reichelsheim dabei. Es wird Verbesserungen geben, sagte der Vorsitzende, wenn sich alle an die Verordnung hielten. „Die einflussreiche Lobby konnte sich aber wieder vielfach durchsetzen“, beklagt er.

Anfang Februar werden auf der Grünen Woche in Berlin vermutlich neue Interpretationen vorgestellt. Luna-Mitglieder sind dort dabei. Danach ist eine Veranstaltung für Vereinsmitglieder und interessierte Bürger geplant, auf der dieses Gesetz vorgestellt wird. Jürgen Klieber wies auf die Folge von zu häufigem Einsatz von Pestiziden und Überdüngung hin. „Zuerst sterben die Pflanzen, dann die Insekten, dann die Vögel und dann…“ sei ein geflügelter Satz.

Luna war im abgelaufenen Jahr vielfältig aktiv. Es wurde einige Informationsveranstaltungen ausgerichtet und einige besucht. Besonders erfreute den Verein, dass Theresa Bartmanns Projekt für ökologische Pferdehaltung an der Heckenmühle von der Sparkassenstiftung Starkenburg mit einem Sonderpreis gefördert wurde. „Mittlerweile freuen sich drei Reitpferde über die große Weide und den neuen Unterstand“, so Langer.

Zu den Aktivitäten zählten auch die Anpflanzung von zehn Obstbäumen mit Hilfe eines neuen Erdbohrers und das erfolgreiche Kartoffelfest. Aufgrund der großen Nachfrage muss die Anbaufläche für die Nicola-Kartoffel 2018 erheblich erweitert werden. Es gab spontane Vereinseintritte und Angebote zur Anpachtung von neuen Flächen. An der nachhaltigen Nutzung ihrer eigenen landwirtschaftlichen Flächen interessierte Mitbürger könnten sich überlegen, noch in diesem Jahr ihre Flächen zu kündigen, meinte der Vorsitzende. Sie hätten dann die Möglichkeit, ab 2020 über ihr eigenes Gelände zu verfügen. „Luna berät gern“, betonte er. Jeder könne etwas für Natur und Heimat tun, Landbesitzer besonders. „Nur in einem gesunden Boden kann gesunde Nahrung wachsen.“

Allerdings wäre der Verein nicht so erfolgreich ohne seine Mitglieder, Helfer, Unterstützer, Sponsoren und Kunden, betonen die Vorstandsmitglieder. Deshalb gilt diesen am Jahresende ihr großer Dank. Im kommenden Jahr steht weiterhin der fachgerechte Schnitt der Obstbäume an, daneben das Vermessen und Markieren der neu angepachteten Flächen. Im Frühjahr folgt dann der Anbau von Kartoffeln und Gemüse.

In Imasgo wird mit Hammelbacher Hilfe eine Schulbibliothek aufgebaut

Der Aufbau einer Bibliothek im afrikanischen Imasgo ist das nächste große Projekt des Birkenauer Vereins „Christen für Afrika“, dem auch Martine Rüdinger aus Hammelbach angehört. Sie hatte im vergangenen Januar einen runden Geburtstag im „Ochsen“ gefeiert und die 120 Gäste statt Geschenken um Spenden gebeten. Mit großem Erfolg: 3000 Euro kamen zusammen. Vor kurzem war Rüdinger nun in Burkina Faso, um mit dem Geld und weiteren Spenden die nötigen Arbeiten anzustoßen.

Der Wunsch nach einer Bibliothek war im afrikanischen 22.400-Einwohner-Ort aufgekommen. Dort unterstützte der Verein bereits den Aufbau einer Grund- und Realschule. Bisher gab es nur einen unansehnlichen Raum, der für diese Zwecke verwendet wurde und in dem die Bücher auf den Regalen vor sich hin staubten, berichtet Rüdinger. Außerdem kümmerte sich niemand um die Schülerlektüre.

Im Zuge ihrer Recherche stieß die Hammelbacherin auf einen der französischen Nationalbibliothek angeschlossenen Verein, der Projekte in frankophonen Ländern unterstützt. An ihn wandte sie sich und stieß auf Resonanz. „Dort wird ein spezielles Büchersortiment für den jeweiligen Zweck und für die Verwendung in Afrika zusammengestellt“, erläutert sie. Neue Exemplare werden für 2,40 Euro pro Stück weitergegeben – nimmt man die Preise für die oft teure Schulliteratur, ist das ein Schnäppchen. Die Bücher sind auf Kinder und Jugendliche abgestimmt. Sowohl französische als auch afrikanische Autoren werden berücksichtigt. Dazu kommen Lexika und Atlasse.

Der Verein stellt das benötigte Sortiment selbst zusammen und liefert es dann ab Straßburg aus. „Wir haben 1000 Bücher bestellt“, so Rüdinger. Die gehen Anfang Januar auf die Reise nach Afrika. Zusammen mit den Frachtkosten kommen 2700 Euro zusammen. Das große Paket wird Ende Januar in der Hauptstadt Ouagadougou erwartet, wo lokale Partner bereit stehen. Anfang Februar will Rüdinger dann mit dem Vereinsvorsitzenden Franz Stevens vor Ort sein, um alles in Imasgo in Empfang zu nehmen und einzurichten.

Dort war sie jetzt auch, um beim Umbau eines kleineren Gebäudes mitzuwirken, das die katholische Gemeinde für Bibliothekszwecke zur Verfügung stellt. Es befindet sich auf dem Schulgelände. „Davor ist ein großer Mangobaum, der dazu einlädt, darunter zu schmökern“, schwärmt sie vom Ambiente. Für die Sanierung der Räume wurde neben dem restlichen Geld auch eine weitere private Spende verwendet. Anstrich, Bänke, Türen, Schränke, Regal, Fenstergitter: Es galt viel zu tun und zu kaufen.

Zur Betreuung der Werke wird gerade ein Bibliothekar ausgebildet. Der junge Mann lernt seinen Job derzeit bei einem Praktikum in einer anderen Bücherei. Um ihn bezahlen zu können, stellt sich Rüdinger eine Art Patenschaft vor. Ein Modell, wie es bei der Ausbildung der jungen, vor Zwangsheirat geflohenen Frauen, schon erfolgreich praktiziert wird. Diese werden durch einen Spender aus Deutschland in ihrer Ausbildung zur Schneiderin oder Weberin unterstützt. 16 Mädchen befinden sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr, das an das Erlenen und Lesen und Schreiben gekoppelt ist. Drei katholische Ordensschwestern betreuen sie.

Seit etlichen Jahren kümmern sich die „Christen für Afrika“ auch um den Aufbau der Schule in Imasgo. Durch eine Großspende konnte jetzt ein Gebäude für drei zusätzliche Klassen errichtet werden, freut sie sich. Dadurch wird die Realschule erweitert. In diesem Jahr wurde außerdem mit der gymnasialen Oberstufe begonnen. In der wird Deutsch als Fremdsprache angeboten.

200 Kinder besuchen die Grundschule und werden dort von fünf Lehrern mit einer sehr engagierten Rektorin betreut. Auch die Eltern bringen sich stark ein. So haben sie einen Gemüsegarten angelegt, der „Material“ für die in Eigenregie betriebene Kantine liefert. Die Realschule besuchen laut Rüdinger derzeit 350 Jugendliche. Nächster Ziel ist der Aufbau einer Berufsschule, die sich unter anderem mit der Vermittlung von Kenntnissen zur Nutzung von Solarenergie vermitteln soll. Denn hier versprechen sich die Helfer Wachstumspotenzial.

Eine Solaranlage wünscht man sich auch für die Bibliothek, da die Region mit Strom nicht gut versorgt ist. Die Bücher sollen erst einmal nur für die Schüler zugänglich sein. Als Fernziel hat der Verein aber ein Kulturzentrum im Auge. Wie es weitergehen soll, besprechen die Christen für Afrika am 10. Januar. Dann werden in einer Arbeitssitzung die Projekte der nächsten drei Jahre geplant. Dies immer in Abstimmung mit den afrikanischen Partnern. WhatsApp macht es möglich, dass ein sehr zeitnaher Austausch gewährleitet ist. „Wir wollen nichts überstülpen“, betont Rüdinger. Deshalb gehe man auch die Wünsche der Aktiven vor Ort ein, sofern dies möglich ist.

Ihren Aufenthalt in Burkina Faso nutzte Martine Rüdinger auch zu einem Besuch in der Hauptstadt. Dort schaute sie bei verschiedenen Kunsthandwerkern vorbei. „Von denen habe ich fürs Imasgo-Atelier 80 Kilo Waren im Überseekoffer mitgebracht“, deutet sie auf die große Kiste. Bronzefiguren, Batik, Holzarbeiten, Möbel als Recyclingarbeiten aus alten Ölfässern: Diese und viele Dinge mehr werden im Souterrain ihres Hauses für den guten Zweck verkauft.

Der Erlös fließt zu 100 Prozent nach Afrika. Die Menschen dort sind verstärkt auf die Verkäufe und Aufträge aus dem Odenwald angewiesen, hat die Helferin festgestellt. Denn seitdem es in Ouagadougou zwei Anschläge gab, kommen weniger Leute in die Hauptstadt. Alles steht unter dem Aspekt der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kunsthandwerker etwa bekommen durch den Verkauf ihrer Waren im Überwald wieder neue Aufträge und können sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen