Gras-Ellenbacher Ferienspaß-Kinder erkundeten zwei Stunden die Gemeinde

Zum Schluss des Ferienspaßes waren die Prioritäten dann doch ziemlich klar. „Wann gibt’s etwas zu essen?“, krähte es aus der einen Ecke. „Wo sind die Getränke?“, wollte ein anderes Mädchen wissen. Die Verpflegung hatten sich die 16 Grundschüler aber auch redlich verdient. Denn vorher waren sie knapp zwei Stunden bei der Foto-Rallye des Kneipp-, Kur- und Verkehrsvereins durch den Ort gelaufen, um an verschiedenen Stellen Fragen zu beantworten und ihr Wissen zu markanten Punkten zu testen.

Das waren im Endergebnis doch einige, sodass Sylke Teichert und Ludmilla Reinhard als Betreuerinnen die Sieben- bis Elfjährigen ab und zu doch etwas motivieren mussten weiterzulaufen. Eine zwischenzeitliche Erfrischung mit Capri-Sonne wirkte Wunder, damit das letzte Teilstück bewältigt werden konnte. Ehe es zum Abschlussgrillen wieder an den Ausgangspunkt, die Nibelungenhalle, zurückging.

Dort war auch der Start, an dem die 16 Teilnehmer – so viele wie im vergangenen Jahr – herausfinden mussten, wann der Brunnen vor der Halle fertiggestellt wurde. Durch die angebrachte Jahreszahl 2000 gestaltete sich dies nicht allzu schwierig. Weiter galt es zu wissen, wie viele Kräuter und Gewürze sich unterhalb im Kräutergarten befinden. 50 lautete die richtige Antwort.

Bei der Kneipp-Anlage in der Strieth konnten die Kids das Gefragte bei Sonnenschein gleich selbst testen. Wie lange die Arme ins Becken getaucht werden sollten, lautet die Frage. Zehn bis 20 Sekunden sollten es in dem kalten Wasser sein. Was gleich ausprobiert wurde. Inklusive Kneipp-Treten. Dass 1770 das Hirtenhäuschen, das älteste Gebäude im Ort, erbaut wurde, ließ sich leicht herausfinden. Aktuell wird es saniert.

Eine weitere Jahreszahl betraf mit 1992 als Erbauungsdatum den Dorfbrunnen. Das auch für die Öffentlichkeit nutzbare Freibad im Hotel „Siegfriedbrunnen“ hat eine Größe von 21 mal 17 Metern, erfuhren die Ferienspaßkinder vor Ort. Und brachten auch in Erfahrung, dass es neben dem Spiel- einen Tennisplatz gibt, wo eine Stunde Nutzung zehn Euro kostet. Weiter ging’s Richtung Gassbachtal, wo das Café mit dem leckeren Kuchen montags Ruhetag hat.

Direkt gegenüber befindet sich die Theater-Freiluftbühne, deren Name mit Zwerg Alberich Odeon in Erfahrung gebracht werden musste. Und dann war es auch nicht mehr zum richtigen Siegfriedbrunnen, wo der Nibelungensage nach Hagen den Siegfried hinterrücks meuchelte. Bei den einzelnen Aufgaben hatten die fünf direkt aus Gras-Ellenbach stammenden Kids natürlich gewisse Heimvorteile. Sie gaben den „Auswärtigen“ aus den anderen Ortsteilen der Großgemeinde Tipps, wo sich die Antworten finden ließen.

Eindeutiger Favorit bei den Kindern war das Kneippbecken. „Das Tretbecken hat Spaß gemacht“, sagte Fynn. „Das war schön kühl.“ Auch dem siebenjährigen Constantin als jüngstem Teilnehmer gefiel es sehr gut. Paul wiederum fand wie Fynn „fast alles gut“ – mit dem Kneipp-Treten als Favorit. „Ich fand’s schön heute“, meinte Finja, während Jolina sagte, dass die Tour anstrengend war und lange dauerte. Für Emely war die Aufgabe mit dem Dorfbrunnen einfach, weil sie in der Nähe wohnt.

Nachdem die Meute wieder an der Nibelungenhalle angekommen war, galt es zuerst, eine rote Box zu finden, die als abschließende Belohnung fürs Mitmachen mit Süßigkeiten gefüllt war. Plötzlich waren die Kinder auch wieder voller Energie, spielten verstecken oder rannten auf dem Gelände herum. So lange bis Grillmeister Volker Reinhard die ersten Brat- und Rindswürste fertig hatte. Dazu gab’s leckeren Kräuterquark und Salat, die aber neben Wurst und Brötchen nur eine untergeordnete Rolle spielten. Und schon waren drei Stunden Ferienspaß wie im Flug vorbei.

Lob für den „top geführten Vorzeigebetrieb“: Besichtigung des Keil-Hofs in Kocherbach

Es gab Lob von allen Seiten für den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Keil in Kocherbach. Mitglieder von Gemeindevorstand und -vertretung, des Ortsbeirats, der ehemalige Bürgermeister Joachim Kunkel, Mitglieder der Geschäftsführung der Hohenloher Molkerei sowie von den Keils eingeladene Bekannte nahmen an einer Führung die Neuerungen auf dem Hof in Augenschein. Die Besucher waren sehr angetan vom „top geführten Vorzeigebetrieb“. Der neue Bürgermeister Dr. Sascha Weber mit Wurzeln in Kocherbach war ebenfalls eingeladen, konnte wegen privater Termine aber nicht teilnehmen.

„Wir wollten den Interessierten zeigen, wie eine familiengeführte Landwirtschaft funktioniert“, sagte Seniorchef Franz Keil, der zusammen mit seinem Sohn Manuel den Hof leitet. Vier Familienmitglieder sind in die tägliche Arbeit eingebunden. Derzeit leben vier Generationen auf dem Hof, dessen Ursprünge sich mehr als 200 Jahre zurückverfolgen lassen. Dazu kommen eine festangestellte Kraft und ein Auszubildender, weshalb man auch als Lehrbetrieb fungiert. Artgerechte Tierhaltung und Bewirtschaftung standen im Mittelpunkt des Rundgangs, dem sich ein gemütliches Beisammensein am Wohnhaus anschloss.

Besonderes Augenmerk der Besuchergruppe galt dem vor zwei Jahren neu erbauten Stall und der vergangenes Jahr in Betrieb genommenen Biogasanlage. „Der Stall entspricht den neusten Richtlinien für artgerechte Tierhaltung“, betonte Manuel Keil. Er sei fast rundherum offen. Die Kühe „sind nicht angebunden“, gehen von allein zum Melken, könnten sich in ihm frei bewegen und auch in den Außenbereich laufen. Gemolken wird durch einen Melkroboter, der ebenfalls auf dem aktuellsten Stand der Technik ist.

Die Biogasanlage liefert im Jahr 600.000 kW Strom. Sie wird nur mit Gülle und Mist aus dem eigenen Gelände betrieben. Zugeliefert werde nichts. Damit wird laut Keil der Gülle-Geruch minimiert, der früher durch den Ort waberte. Die Verminderung der Geruchsbelästigung sei mit ein Grund für die Errichtung gewesen, um Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen. Natürlich ging es daneben auch um die Stromerzeugung. Was man nicht für den Betrieb braucht, wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist. Noch einmal 400.000 kW PV kommen aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Das Futter für die Kühe, Gras, Mais, Heu, wird auf den eigenen Flächen produziert, erläuterte Manuel Keil. „Wir kaufen nichts zu.“ Die Besucher waren fasziniert von den verschiedenen Anlagen mit ihrer gesamten Technik. „Viele wissen gar nicht mehr, wo die Milch herkommt und wie Landwirtschaft von statten geht“, lachte Keil. Ein Grund für die angebotene Besichtigung sei auch gewesen, die heutige Arbeitsweise zu vermitteln.

Manuel Keil freute sich über die vielen positiven Rückmeldungen nicht nur am Tag selbst, sondern auch noch im Nachhinein. „Ich bin oft darauf angesprochen worden“, sagte er. Die Tour sei von allen sehr positiv aufgenommen worden. „Der Hof macht was her“, so eine Äußerung. „Eine sehr ansehnliche Anlage“, lautete eine weitere Reaktion.

Die Keils freuten sich, dass mit Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzendem der Hohenloher Molkerei in Schwäbisch-Hall auch Vertreter des Milch-Abnehmers zugegen waren. Deren Produkte würden auch in hiesigen Geschäften angeboten. Bei der Besichtigung war die ganze Familie mit dabei, von Manuel Keils Großvater bis zu seinen Kindern, die als vierte Generation schon in den Startlöchern stehen.

Gasflaschen und Benzinfässer flogen durch die Luft: Großübung der Wald-Michelbacher Wehren auf dem Igena-Gelände

Es krachte, loderte, rummste und bummste kräftig: Zur Begrüßung des neuen Bürgermeisters Dr. Sascha Weber und der Verabschiedung des ehemaligen Rathauschef Joachim Kunkel hatte die komplette Wald-Michelbacher Feuerwehr mit 120 Personen eine Großübung auf dem Igena-Gelände konzipiert. Dabei kam viel Pyrotechnik zum Einsatz, sodass das Spektakel für großes Aufsehen sorgte. An mehreren Stellen auf dem Firmengelände wurden zeitgleich bestimmte Ereignisse simuliert.

Vier Lokaltermine waren laut Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani seit Oktober notwendig, um einen umfassenden Regieplan für die Übung mit sieben unterschiedlichen Szenarien und realistischer Schadensdarstellung zu entwickeln. Das Planungsteam bestand aus ihm, Übungsleiter Lars Gremm und dem Leiter der Pyrotechnik Bergstraße, Matthias Frank aus Lautertal, der mit seinem Team insbesondere für die realitätsnahen Effekte verantwortlich war.

Schon eine Woche vor der eigentlichen Übung wurden Probesprengungen durchgeführt, um die Standfestigkeit der Gebäude zu testen und die Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Am Tag des Dienstantritts von Weber traf sich das Vorbereitungsteam schon zeitig für die zum Teil sehr aufwendige Inszenierung. 18 Pyrotechnik- und Verletztendarsteller waren am Start, die zum Teil aus Braunschweig, Pforzheim, Darmstadt und dem Taunus kamen.

„Die zu lösenden Aufgaben waren allesamt sehr realistisch dargestellt und entsprachen dem, was einem im Feuerwehralltag auch begegnen kann“, erläuterte Capuani. Pünktlich wurde mit zwei überdimensionalen Luftböllern die Übung gestartet und die ersten Einheiten alarmiert. Die Einsatzkräfte hatten es mit mehreren Explosionen, umherfliegenden Gasflaschen und Benzinfässern zu tun. Andere führten einen Innenangriff mit Menschenrettung durch und waren „sehr überrascht“, schmunzelte der GBI, als im Gebäude Deckenteile auf sie einstürzten.

Bei einem weiteren Szenario im Freien musste ein Gasflaschenbrand gelöscht werden. Hier wurden die Einsatzkräfte von explodierenden Flaschen behindert. Ein Fahrzeug war außerdem in einen Hackschnitzelhaufen gefahren und verschüttet. Hier galt es, den verletzten Fahrer zu befreien, was durch eine Kraftstoffexplosion erschwert wurde. Die erlernten Suchtechniken mussten bei einem Brand in einem ausgedehnten Versandlager angewendet werden, um das fast 100 Meter lange Gebäude lückenlos abzusuchen und alle Vermissten zu finden.

Weil bei dem großen Szenario mit vielen „Verletzten“ zu rechnen war, wurde ein Sammelplatz eingerichtet, auf dem alle versorgt wurden. Das waren immerhin neun Darsteller, die zum Teil „erschreckend echt“ geschminkt waren. Dazu kamen mehr als 15 Dummys, wovon eine Puppe 130 Kilo wog und über ein Klettergerüst sowie durch ein Treppenhaus gerettet werden musste. Die damit betrauten Feuerwehrleute waren an der Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Bis auf zwei Fahrzeuge des Gefahrgutzugs war alles unterwegs, was Räder hat, war Capuani erfreut über die großartige Beteiligung der Wehren. Zur Unterstützung, falls es zu einer ungeplanten Verletzung gekommen wäre, waren das DRK Wald-Michelbach sowie der Malteser Hilfsdienst aus Abtsteinach vor Ort.

Nach der Übung stellten sich die 120 Feuerwehrleute der Manöverkritik, die überwiegend positiv ausfiel. Ebenso wie das Feedback durch die Teilnehmer. Capuanis besonderer Dank ging an die Igena und Geschäftsführer Steffen Reinsch, der den GBI bei seinem Vorhaben unterstützte. Ebenso dankte er Bürgermeister a.D. Joachim Kunkel für seine Arbeit mit den und für die Feuerwehren, die schon lange vor seiner Zeit als Rathauschef begonnen habe.

Gemeinsam nahmen Kunkel und Weber die Auszeichnung von Ralf Weiß mit der bronzenen, Thomas Johann mit der silbernen und Erwin Hartmann mit der goldenen Ehrennadel der Gemeinde vor. Anschließend überreichte Capuani dem Neupensionär eine Grillschürze, die extra für ihn aus der Feuerschutzkleidung der Feuerwehr geschneidert worden war. Diese wird er auch brauchen, denn verbunden damit ist ein Grillevent, bei dem der Altbürgermeister den gesamten Wehrführerausschuss Wald-Michelbachs verwöhnen darf. Unterstützt wird er dabei vom Profi Daniel Hagen-Wolf aus Gras-Ellenbach, der ihm sicher noch einige Tipps zum Thema Grillen geben kann.

„Die Feuerwehr ist die Armee des Bürgermeisters“, stellte Capuani die Truppe dann dem neuen Rathauschef und Vorgesetzten Dr. Sascha Weber vor – verbunden mit dem Wunsch auf eine gute Zusammenarbeit. Sollte der neue Bürgermeister bei größeren Einsätzen selbst am Einsatzort erscheinen, dann bitte nur in geeigneter Schutzkleidung, lachte er. Aus den Händen des GBI erhielt Weber einen kompletten Satz Feuerwehrkleidung, inklusive Helm, Stiefeln und Bereitschaftstasche sowie einem Rückenschild mit der Aufschrift „Bürgermeister“. Weber bedankte sich für die tolle Übung und suchte später beim Heimatfest noch das Gespräch mit den Feuerwehrleuten.

Ein bisschen Regen vermiest den Überwäldern nicht die Feierlaune beim Heimatfest

Für Musik war am Heimatfest-Sonntagnachmittag wahrlich gut gesorgt. Nachdem der Fanfarenzug der Goldstadt Pforzheim die Teilnehmer des Umzugs und viele Gäste auf der Hofwiese mit flotten Weisen begrüßt hatte, stand nach den Ansprachen schon die Feuerwehrkapelle in den Startlöchern, damit keiner unbeschallt blieb. Zwischen stimmte das Duo Sattler bekannte Hits an, sodass die Besucher gerne bis in den Abend verweilten.

Die diversen Tropfen, die in der Zeit zwischen dem Umzug und dem Start des Programms gegenüber dem Einhaus ihren Weg nach unten gefunden hatten, hörten nach und nach auf, sodass der Rest trocken über die Bühne gehen konnte. Aber auch für den Fall der Fälle hatten die Organisatoren vorgesorgt und auf die Schnelle zum sowieso schon aufgestellten Zelt noch zwei weitere neben der Bühne errichtet. Sehr gut frequentiert wurden außerdem die Sitzplätze unter dem neuen, überdimensionalen Schirm.

Der neue Bürgermeister Dr. Sascha Weber ging in seiner Begrüßung auf die gemeinsame Teilnahme am Heimatfest zusammen mit seinen Amtskollegen Angelika Beckenbach (Abtsteinach) und Markus Röth (Grasellenbach) ein. Er dankte allen Teilnehmern an dieser Traditionsveranstaltung, besonders auch den Einsatzkräften für die Sicherung. Passend zum Wetter hatte die ZKÜ für die auf der Bühne versammelten Hoheiten aus dem Nibelungenland Regenschirme parat.

Apfelhoheit Sina Schmitt hatte als Wald-Michelbacherin ein Heimspiel. Sie freute sich, zusammen mit ihrer Prinzessin Melanie Oden- und Überwald auf vielen Terminen präsentieren zu dürfen. Aber eine besondere Ehre sei es immer, im Heimatort zugegen zu sein. Dazu hatte sie auch einige andere Hoheiten mit eingeladen. Die stellten sich im Folgenden vor. Vierburgenkönigin Sophia war mit Burgfräulein Maren aus Neckarsteinach angereist, Apfelblütenkönigin Katharina mit ihrer Prinzessin Amelie aus Höchst und die ehemalige Spargelkönigin Stefanie aus Lampertheim.

Heinz Fischer von der Wirtschaftsvereinigung Überwald würdigte die „großartige Idee“, die besten Wagen und Fußgruppen beim Heimatfestumzug zu prämieren. Sein Dank galt Ernst Gräber vom Hauptamt, „ohne den nichts geht“. Jubel gab es für den Wagen-Hauptpreis an die Kreidacher Vereine. Dass der evangelische Kindergarten als beste Fußgruppe die Auszeichnung ebenfalls verdient hatte, ließ sich aus den zustimmenden Äußerungen der Zuschauer erkennen.

Nach der Preisübergabe herrschte an den Ständen und Buden reger Betrieb. Schiffsschaukel und Karussell wurden von den Kleinsten mit ihren Eltern kräftig belagert. Die bewirtenden Vereine verzeichneten den gesamten Nachmittag über einen großen Ansturm auf ihr Angebot. Viel Gedränge war in den Zelten und unter dem Schirm auszumachen, es ging ziemlich eng auf der Hofwiese zu. Prämierung und Moderation kommen immer sehr gut an, freute sich Fischer.

„Das Heimatfest auf der neuen Hofwiese ist wunderschön geworden“, lobte Weber. Er hob die „tolle Atmosphäre“ hervor. Das nasse Wetter habe gezeigt, wie sinnvoll es gewesen sei, die Anlage zu befestigen. „Der Platz ist schon fast zu klein“, meinte er. Bei Sonne wäre er sicherlich aus allen Nähten geplatzt.

Seinen ersten Arbeitstag hatte Sascha Weber gleich mit einem freudigen Ereignis verbunden. Er gratulierte einer Wald-Michelbacherin zum 80. Geburtstag. Eine schöne Pflicht, die am nächsten Tag gleich noch einmal anstand. „Wahnsinnig gefreut“ hat sich der neue Rathauschef über die Großübung der Gemeindefeuerwehr, die es ihm und seinem Amtsvorgänger zu Ehren auf dem Igena-Gelände so richtig krachen ließ.

Als oberster Feuerwehrmann der Gemeinde bekam Weber von den Brandschützern eine komplette Montur geschenkt, „damit ich auch nachts mit auf Einsätze kann“, schmunzelte er. Der Übergang war für ihn fließend, so Weber, da er in den vergangenen Wochen bereits bei den Sitzungen des Gemeindevorstands dabei war und somit „in den Themen drin“. Im ersten Moment war es dann doch ein schönes Gefühl, „jetzt verantwortlich zu sein“.

Für seine neue Abtsteinacher Kollegin Angelika Beckenbach war es ein besonderes Erlebnis, auf dem Umzug als Mitfahrerin dabei gewesen zu sein. Sie hob die Verbundenheit zwischen den Überwald-Bürgermeistern hervor. „Ich habe die Überwälder als Gemeinschaft erlebt“, sagte sie. Der Platz sei nach seiner Umgestaltung eine „unheimliche Bereicherung“. Beckenbach hob die „sehr schöne Stimmung hervor“.

25 Kilometer bergauf und bergab durch die Region: Mountainbiketour anlässlich des Wald-Michelbacher Heimatfestes

Die Mountainbike-Tour anlässlich des Heimatfests hat immer ihre Liebhaber, auch wenn es bei den Teilnehmerzahlen wetterbedingte Schwankungen gibt. „Zwischen 20 und 30 Starter haben wir im Schnitt“, meinte Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ), der wieder den Tourguide auf der 25 Kilometer langen Strecke gab. Die war mit ihren 800 Höhenmetern rund um Überwald und Weschnitztal aber nicht allein dem sportlichen Aspekt vorbehalten, sondern vermittelte auch Wissenswertes aus der Region.

18 Radler waren es bei wechselhaftem, kühlem Wetter, die sich vom Einhaus aus auf die Strecke machten. Bei Sonne und besseren äußeren Bedingungen zählte man auch einmal 40, sagte Schröder. Die erste Etappe führte zum Steinbruch Mengelbach, wo Wolfgang Wagner die Mountainbiker bereits erwartete. Bis in die 70er Jahre wurde hier abgebaut, dann noch einmal von Mitte der 90er bis 2005.

Wagner wies weiterhin auf das Geozentrum hin und die Absicht, das Gebiet als „begehbares Biotop“ weiterzuentwickeln – aufgrund von drei besonderen, dort vorkommenden Arten. Er erwähnte auch die verbotenen touristischen Nutzungen. Seine Frage ging in die Tiefe: Welchen Wasserpegel hat der See im Steinbruch aktuell? 19 Meter lautete die richtige Antwort.

Über Weiher folgte der lange Anstieg zum über 500 Meter hohen Götzenstein bei Ober-Abtsteinach hinauf. Dort erläuterte Schröder die weit in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte. Auf diesem Hügel trat der Sage nach der fränkische Herrscher Dietbert zum Christentum über. Anlass soll die Rettung eines Kindes aus seiner Sippe vor dem Feuer allein durch den Glauben eines Christen gewesen sein. Schröder wollte deshalb wissen, wann die Franken zum Christentum konvertieren und sich taufen ließen. Rund um das Jahr 500 hieß die Lösung.

Dritte Station war an den Sühnekreuzen vom Wald-Michelbacher Draisinenbahnhof hoch zur Kreidacher Höhe.  Immer wenn ein Mensch ermordet wurde, wurde laut Sage ein Kreuz aufgestellt. Deshalb wird die Stelle auch mit dem früheren Galgen auf der nahe gelegenen Höhe in Verbindung gebracht. Hier ging es für die Teilnehmer darum, den letzten Galgen Deutschlands zu verorten. Der steht nicht weit weg, in Beerfelden, und ist ein Denkmal von besonderer überregionaler Bedeutung.

Die Tour charakterisierte Schröder als sehr angenehm. Man wartete immer auf die etwas langsameren und war so als Gruppe unterwegs. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken der näheren und weiteren Region. Die Auswärtigen hielten sich nach Rückkehr noch einige Zeit auf dem Heimatfest auf, freute sich der ZKÜ-Geschäftsführer. Den ersten Preis beim Quiz gewann Hannes Schweickert aus Zwingenberg, gefolgt von Sabine Steinbeck (Gernsheim) und Reiner Schmid (Rimbach).

Mit den „Irish Voices“ geht’s am 9. Juli in Birkenau nach Irland und Schottland

Der Odenwald glänzt mit seinen grünen Hügeln, die Toskana ist ebenfalls sehr bekannt davor, aber das Copyright in Sachen saftig grüne wellige Erhebungen hat eindeutig Irland. Und zu den dortigen Hügeln entführt das das Folk-Quartett „Irish Voices“ bei seinem Heimspiel. Die Odenwälder Gruppe ist am Sonntag, 9. Juli, Open-Air um 10.30 Uhr beim Kerwefrühschoppen im Garten des Bistros Toskana (beim Alten Rathaus) zu Gast. Wer die Gruppe kennt, weiß, dass mit viel Liebe und Herzblut die irische Musik auf verschiedenen Instrumenten rübergebracht wird.

Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Das Folkquartett „The Irish Voices“ gibt es seit 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders selbst komponierte oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs. Neben dem Gesang kommen an Instrumenten Gitarre, Bodhran, Whistle, Querflöte und Fiddle zum Einsatz.

Die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige von Friederike Hornauer etwa bestimmen das Lied „Washerwoman“. Der Ursprung stammt aus dem Jahr 1651, gespielt wird der Song auch von den „Dubliners“. Mitreißend, zum Klatschen animierend, ist das lustige und temperamentvolle Medley „It ain’t gonna rain“. Country-Anklänge und der immer wiederkehrend Refrain machen es zum Ohrwurm. Auch „A tell me ma“ ist ein solcher Klassiker, der in den irischen Pubs hoch und runter läuft. „Such a little time“ heißt die Eigenkomposition, die einen kritischen Blick auf den Zustand der Welt wirft und zu mehr Menschlichkeit auffordert.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Das Wetter ist egal: stimmungsvoller Auftakt des Wald-Michelbacher Heimatfestes

Für seine erste „offizielle“ Amtshandlung hätte sich der frischgebackene Bürgermeister Dr. Sascha Weber sicherlich besseres Wetter gewünscht. Angesichts des fortwährenden Geplätschers von oben galt es aber, bei der Heimatfest-Eröffnung das Beste aus der nassen Sache zu machen. Was auch hervorragend gelang, denn Freibier mundet bei allen Temperaturen. Der überdimensionale Schirm auf der Hofwiese vor dem Einhaus erlebte somit gleich seine erste Bewährungsprobe als Regenschutz.

Die Kocherbacher Trachtenkapelle leitete mit ihren schmissigen Weisen aus Polka, Walzer und Märschen den Abend ein. Zu diesem hatte sich trotz der ungemütlichen Witterung eine schöne Anzahl Bürger eingefunden. Von Ernst Gräber, Heinz Fischer und Nothung Köhler wurde das Schmucke(r) Freibier-Fass für den Anstich entsprechend vorbereitet, sodass nichts schiefgehen konnte.

Weber wird es den rührigen Helfern danken, dass mit zwei gezielten Schlägen von ihm bereits der Gerstensaft floss, nachdem sich der scheidende Bürgermeister Joachim Kunkel im vergangenen Jahr lange umsonst abgemüht hatte. Damals war ein neuer Zapfhahn zum Einsatz gekommen, dessen Widerborstigen Zähmung nicht recht gelingen wolle. In diesem Jahr, schmunzelte Thorsten Heckmann von der Schmucker-Brauerei, kehrte man wieder zum Altbewährten zurück.

Der neue Rathauschef freute sich in seinen Begrüßungsworten, neben den beiden Landtagsabgeordneten Karin Hartmann und Birgit Heitland auch seinen Bürgermeister-Kollegen aus Montmirail, Etienne Dhuicq, mit Familie begrüßen zu dürfen. Auch die Kreisbeigeordnete Diana Stolz wohnte der Eröffnung bei. Wie viele Feuerwehrangehörige, die nach der nachmittäglichen Großübung zu Ehren der beiden Bürgermeister Präsenz auf dem Heimatfest zeigten.

Weber dankte dem Hauptamt für die Organisation des Fests im Vorfeld. Auch würdigte er den Einsatz der vier Vereine, die den Ablauf stemmen. Dies sind die SG mit verschiedenen Abteilungen, TSV Aschbach, TV 02 Siedelsbrunn und ÜSC. „Es ist schön, als erste Amtshandlung das Heimatfest zu eröffnen“, sagte der Bürgermeister. Den Kocherbachern, bei denen erst selbst früher mitspielte, dankte er für die musikalische Umrahmung.

Die Kapelle war es auch, die nach geglücktem Anstich ein „Prosit“ spielte. Zuvor hatte Heckmann seitens der Brauerei viele Glückwünsche an den neuen Bürgermeister überbracht. „Der Schirm erfüllt seinen Zweck“, meinte er mit Blick auf die vielen Tropfen. Das Freibier fand im Anschluss viele Abnehmer unter dem Schirm und im Zelt.

Der restliche Abend gehörte dann zwei Bands aus der Region. Die „Knetkepp“ und „The RoxXx“ spielten nach Kräften gegen den Regen an und hatten damit auch schönen Erfolg. Bis zum Ende des Doppelkonzerts um halb 2 Uhr morgens waren die Besucher dabei. Denn die Setliste der Gruppen bot für jeden Geschmack etwas, sodass alle auf ihre Kosten kamen.

Die „Knetkepp“ mit Daniel Arnold (Schlagzeug), Janina Becker (Keyboard), Patrick Gräber (Bass und Gesang), Sonja Schmitt (Gesang) sowie Nico Böhm und Michael Jungmann (Gitarre) hatten Schlager, Volksmusik, Rock, Pop, Alpenländisches, Neue Deutsche Welle und Blues parat. „Ein Kompliment“ hatte die Band für die Gäste, sah aber auch den „Long train running“ oder es ging „Sexy“ zu. „Let me entertain you“ von Robbie Williams ist bereits ein Klassiker, ebenso die „Schwarze Natascha“ oder die „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang. Udo Jürgens wurde ebenso berücksichtigt wie Tina Turner oder BAP und Andreas Gabalier – „Bed of Roses“ von Bon Jovi darf in keinem Set fehlen.

Die Setliste von „The RoxXx“ umfasste vom klassischen Rock-Sound über Pop- und Partysongs von früher und heute bis hin zu aktuellen Hits alles, was das musikbegeisterte Herz begehrte. Musiker und Gäste waren gut drauf und sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Das Programm las sich wie ein „Who’s who“ der bekanntesten Pop- und Rocksongs der vergangenen 30 und mehr Jahre. Bryan Adams „Summer of 69“ war ebenso dabei wie „Footloose“ von Kenny Loggins, genauso aber „99 Luftballons” von Nena oder „Edge of Glory“ von Lady Gaga.

Im abschließenden Set setzte die Band rockig noch einen drauf. Da standen dann die Scorpions mit „Rock you like a Hurricane“ auf dem Programm. Die alten Recken von Manfred Mann’s Earth Band kamen mit der Gotthard-Version ihres Hits „Mighty Quinn“ zu ihrem Recht. Der Journey-Knaller „Don’t stop believin“ sorgte ebenso wie „Knocking on heavens door” in der Guns’n‘Roses-Version dafür, dass die Stimmung bis zuletzt auf dem höchsten Level blieb.