Bei den Tagen des offenen Ateliers wurde im Hammelbacher Imasgo-Atelier die Fotoausstellung „Schwarze und weiße Berufe“ gezeigt

Es gibt viele Kontraste, aber auch unvermutete Gemeinsamkeiten. „Schwarze und weiße Berufe“ lautete der Titel der Fotoausstellung, die an den Tagen des offenen Ateliers im Imsago-Atelier von Martine Rüdinger auf der Hard in Hammelbach zu sehen waren. Die Bilder von handwerklichen Berufen aus dem westafrikanischen Land hatte die im Verein „Christen für Afrika“ aktive Rüdinger geschossen. Die Oden- und Überwälder Motive steuerte der Scharbacher Hobby-Fotograf Peter Hahn bei.

Das Atelier hatte Martine Rüdinger mit Vereinsunterstützung im Frühsommer eingerichtet. Dort werden Waren aus Imasgo verkauft, deren Erlös dann getreu des Prinzips „Hilfe zur Selbsthilfe“ den Menschen vor Ort zugutekommen soll, damit die daraus wiederum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. So arbeitet der von ihr fotografierte Schneider dem Verein zu. Der im Bild festgehaltene Tischler wiederum stellt Möbel für die von der Birkenauer Organisation aufgebaute Schule her.

Peter Hahn schoss die Bilder in der direkten Umgebung des Überwalds oder in Birkenau. Er suchte sich hiesige Werkstätten, in denen der gleiche Beruf ausgeübt wird. Hahn orientierte sich dabei an den von Martine Rüdinger mitgebrachten Motiven. Dabei stellte er trotz aller Unterschiede auch immer wieder Gemeinsamkeiten fest.

Aber allein die spartanische Ausstattung der Werkräume in Burkina Faso im Gegensatz zu den hiesigen Arbeitsweisen zeigt, auf welch unterschiedlichem Standard gearbeitet wird. Hahns Aufnahmen aus der näheren Umgebung haben auch einen gewissen Wiedererkennungswert. So hängt ein Bild des Eiscafés in Wahlen neben dem eines Cafés aus Imasgo. Ein Schulzimmer des Ortes in Burkina Faso kontrastiert mit einem Raum aus der Wahlener Ulfenbachtal-Schule. Und auch die beiden Kirchen werden gegenüber gestellt.

Hahn, im Hauptberuf Förster im Bereich Kühkopf im Kreis Groß-Gerau, hat sich auf Porträtbilder und Theateraufnahmen spezialisiert. Seine Zusammenarbeit mit Martine Rüdinger hatte bereits einen Vorläufer in der Fotoserie von Odenwälder und afrikanischen Frauen. Während hierzulande oft die Großeltern mit dabei sind, „ist es dort die Ausnahme“, so Hahn. Der Grund: „Die Menschen werden nicht so alt.“ Rüdinger brachte die Porträts von ihren Reisen mit, Hahn ergänzte sie mit seinen Aufnahmen.

Ihm geht es darum, „auf die Situation der Menschen in Burkina Faso hinzuweisen“. Und gleichzeitig aufzuzeigen, „wie arm das Land ist“. Mit den einfachsten Mitteln lasse sich den Leuten dort helfen. Hahn wünscht sich, mit den Fotos auch Spenden zu generieren. Das in der Ulfenbachtal-Schule entstandene Bild hatte einen solch positiven Effekt. Die Schüler spendeten spontan 500 Euro aus der Klassenkasse.

Regelmäßig kommen Waren aus Burkina Faso als Nachschub in Hammelbach an. Diese Woche wird wieder ein Container erwartet, weil die Christen aus Afrika am 24. September auf dem Handwerkermarkt bei der Schreinerei Bellut in Airlenbach dabei sind und dort neue Dinge in Angebot haben möchten.

Seit der Eröffnung Ende Juni haben weitere Möbel aus Burkina Faso den Weg in den Überwald gefunden, erläuterte Rüdinger den interessierten Gästen beim Tag des offenen Ateliers. Diese wurden aus Holz für den Sitz und Ölfässern für Lehne und Beine gefertigt. Stühle und typisch afrikanische Sitzbänke gibt es in dieser Form. Recycling in bestem Sinne also. Auch Tabletts wurden aus Ölfässer-Resten hergestellt.

Das ist jedoch nur eine kleine Palette der Waren, die aus Burkina Faso den Weg nach Deutschland finden. Darunter sind auch afrikanische Tiere aus Ebenholz oder Kaïcedra, von den Dorfbewohnern hergestellter Schmuck aus Glas, Papier, Horn und Stoff, filigrane Basteleien in Form von Autos oder Fahrrädern aus alten Blechdosen oder ein nach Traubenzucker schmeckendes Produkt aus dem Inneren der Affenbrotbaum-Frucht. Aus der Turareg-Region in Nord-Burkina ist Silberschmuck zu finden.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, mit dem Produktverkauf die Menschen in Imasgo zu unterstützen, damit sie auf eigenen Beinen stehen können“, betonte Rüdinger. Deshalb habe man den Laden auch komplett von den anderen Projekten wie etwa der Schule getrennt. „Die Menschen in Afrika sollen genug Geld verdienen, um sich Dinge des täglichen Lebens selbst finanzieren zu können.“

Dazu gab es Essen und Getränke nach afrikanischen Rezepten. So Dégué aus Hirse, Quark und braunem Zucker und frischer Mango, weiter ein Gericht aus Kochbananen, den Hibiskustee Bissap mit Ingwer, braunem Zucker und Limonen oder eine leckere Erdnuss-Suppe, die Marcello Capello kreiert hatte. Das Gewürz Soumbala, aus dem Baum Neré gewonnen, wurde abgepackt verkauft.   tom

 

Informationen: http://christen-fuer-afrika.de

 

Advertisements

Wald-Michelbacher Feuerwehr simulierte bei Inspektionsübung die Explosion in einer Biogasanlage auf dem Hartenroder Petershof

„In der Summe war es eine hervorragende Übung“, zollte Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani den 43 Wald-Michelbacher Wehrleuten sein Lob. Die hatten am Petershof in Hartenrod eine Explosion im Fermenter, der (noch nicht existenten) Biogasanlage, im Rahmen einer Inspektionsübung simuliert. „Das ist kein einfaches Objekt“, meinte Capuani. Es sei gut, wenn man damit umzugehen wisse, betonte er mit Blick auf die Zunahme von Anlagen dieser Art. Er dankte der Familie Gölz, die ihren Hof zur Verfügung stellte.

Einsatzleiter Matthias Gutfleisch hatte sich mit einer Methanexplosion in der Biosgasanlage auseinander zu setzen. Über den Funkenflug entstand in der Übungsannahme ein Brand am Wohngebäude, das an den Stall angrenzt. Die Hauptaufgabe, so Gutfleisch, „war eine Riegelstellung aufzubauen“. Zuerst sei noch unklar gewesen, wie viele Personen sich im Gebäude aufhielten oder verletzt waren. Deshalb wurde das Löschfahrzeug (LF) 20 zur Menschenrettung eingesetzt.

Danach kamen das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 16 zusammen mit Rüstwagen und Feuerwehrleiter AL 18 zum Einsatz, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) setzte Gutfleisch ein, um aus der Zisterne Wasser zu entnehmen. Mit Hilfe des Schlauchwagens wurde aus dem Hartenroder Hydranten über eine längere Strecke eine Doppelleitung an den Einsatzort gelegt. „Die Versorgung klappte gut“, freute sich der Einsatzleiter.

Der Gerätewagen Messtechnik (GW-Mess) war dafür zuständig, Luftmessungen vorzunehmen. Damit sollte festgestellt werden, ob es über dem Einsatzort noch eine explosive Atmosphäre gibt. Im weiteren Verlauf alarmierte Gutfleisch Kräfte nach, um den Brand im Fermenter zu bekämpfen. Von beiden Seiten her rückten die Brandschützer dem „Brand“ am Wohnhaus zu Leibe.

„Der Plan ist aufgegangen“, lobte der GBI. Capuani hatte nur Kleinigkeiten zu bemängeln, die vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Werner Trares unter dem Gelächter der Wehrleute aber teilweise relativiert wurden. Er beobachtete ein „verhaltenes Übungstempo“, meinte der Feuerwehr-Chef aus Wald-Michelbach. „Wenn es heiß unterm Hintern wird, gehe ich davon aus, dass es auch schneller geht“, flachste er. Trares führte augenzwinkernd das etwas gemächlichere Herangehen auf den Sicherheitsaspekt in einem unwegsamen Gelände zurück.

Man habe lange um die Anschaffung einer zweiten Wärmebildkamera gekämpft, sagte Capuani weiter. Deshalb sollte diese doch bitte auch zum Einsatz kommen und nicht im Fahrzeug liegen bleiben, meinte er. Die Fahrzeugaufstellung war seiner Meinung nach etwas ungeschickt, da Straße und Hof blockiert wurden.

„Der Einsatzbefehl war super“, betonte Capuani jedoch. Es habe eine „klare Ansprache“ gegeben. „Die Leute wussten, was zu tun ist.“ Insgesamt gesehen lobte der GBI: „Hut ab, das war eine tolle Sache.“ Trares sekundierte: „Eine sehr schöne Übung.“ Er beglückwünschte Bürgermeister Sascha Weber für die „tolle Truppe“.

Der Rathauschef gab das Kompliment gerne weiter. Er dankte den Brandschützern für ihr Engagement im Dienst der Mitmenschen in ihrer Freizeit. Eine Biogasanlage gebe es bereits in der Gemeinde, eine zweite kommt auf dem Petershof dazu, eine dritte ist in Planung, meinte er. Deshalb habe dieses Szenario eine immer größere Bedeutung. „Es ist gut, dass so etwas frühzeitig eingeübt wird“, sagte Weber.

Ortsvorsteher Stefan Assmann freute sich über die „Demonstration der Schlagkraft“ auf dem Petershof. „Wir können uns in Hartenrod auf euch verlassen“, dankte er den Wehrleuten. Neben einigen Zaungästen, auch aus Gemeindevertretung und -vorstand, wohnten ebenso die Kommandanten der Ortsteilwehren der Übung bei. Zum Abschluss gab’s dann die verdiente Stärkung in Form von Fleischkäs-Brötchen und Getränken.

Thomas Johann ist 40 Jahre bei der Wald-Michelbacher Feuerwehr aktiv

Bürgermeister Dr. Sascha Weber, li., hatte zur Feuerwehr-Inspektionsübung nach Hartenrod an den Petershof auch eine hochkarätige Urkunde mitgebracht. Thomas Johann ist bei der Wald-Michelbacher Feuerwehr schon seit 40 Jahren im aktiven Dienst. Er konnte nicht beim abendlichen Kameradschaftsabend in Kreidach dabei sein, deshalb wurde ihm die hohe Auszeichnung schon nachmittags überreicht. Weber würdigte die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen und seine Freizeit zu opfern. „Das ist schon etwas Besonderes“, meinte er mit Blick auf die lange Dienstdauer in der Einsatzabteilung. Er verlas das Dankesschreiben von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, das auch auf die Anerkennungsprämie Bezug nahm. Dazu gab’s noch eine Urkunde, die von Innenminister Peter Beuth unterzeichnet war. Gratuliert wurde dem Jubilar daneben von Gemeindebrandinspektor Peter Capuani (2.v.r.) und dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Werner Trares (re.).

Viele Ehemalige schwelgten beim Treffen am Überwald-Gymnasium in Erinnerungen

Es war richtig viel los. Vor allem am späteren Abend, als die beiden Bands aufspielten, drängten sich die Ehemaligen in der Aula des Überwald-Gymnasiums (ÜWG). Aus allen Ecken und Enden der Region und selbst aus Übersee waren sie angereist, um sich mit den damaligen Mitschülern auszutauschen und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Die weiteste Anreise hatte Thilo Kunkel aus Philadelphia, Abijahrgang 2001.

Das Konzept aus dem vergangenen Jahr hatte sich bewährt: Über alle zur Verfügung stehenden Kanäle hatten die Organisatoren Werbung gemacht und damit einen schönen Erfolg. Denn 2015 krankte die Veranstaltung noch ein wenig am mangelnden Interesse und war über eine Fortführung nachgedacht worden.

Wie immer waren Jubiläumsjahrgänge dabei. Dieses Mal einer mit Ex-Bürgermeister Joachim Kunkel und OZ-Fotograf Fritz Kopetzky, die vor 40 Jahren ihr Abi am ÜWG gemacht hatten. Auch der Jahrgang 1997 war stark vertreten. Den Preis für die größte Gruppe sicherte sich aber aktuelle Abi-Jahrgang von 2017. Die ausgelobten Preise für die weiteste Anreise, den ältesten und den größten Jahrgang bildeten eine Neuerung in diesem Jahr. Auch neu war die Popcorn-Maschine des Fördervereins.

Das Ganze fand dieses Mal wieder nur in der Untergeschoss-Aula statt, damit sich die Gäste nicht im ganzen Gebäude verloren. Gut genutzt wurde der neue Außenbereich, wo der Bratwurst-Grill glühte und sich viele versammelten, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Auch die gerade sanierte Sporthalle stieß auf großes Interesse. Wie überhaupt die Ehemaligen sehr angetan waren von den Veränderungen in den vergangenen Jahren, als das ÜWG aufwändig renoviert worden war.

Natürlich durften die musikalischen Flaggschiffe des ÜWG nicht fehlen: Die Big Band unter Sebastian Schertel, etwa 25 Musiker ab Klasse 7 aufwärts, spielte ihr bewährtes Repertoire aus Musical- und bekannten Popstücken. Unter anderem dabei: „Somewhere over the rainbow“, „Stairway to heaven“ oder „Memory“ aus dem Musical Cats.

Zu hören war auch die Irish-Folk-Bank „Pub of Éire“ unter der Leitung von Thomas Braun. Traditionell war der Song „Wild Rover“, aber auch „Don’t be so shy“ oder „Wonderwall“ von Oasis gehörten zum Repertoire. Zwischendurch und danach war mit Musik „aus der Dose“ dafür gesorgt, dass alle Geschmäcker bedient wurden. Von Helene Fischer über Abba bis hin zu Hip Hop oder Rockmusik aus verschiedenen Jahrzehnten war alles dabei.

Das Ehemaligentreffen bei freiem Eintritt finanziert sich aus dem Erlös von Ausschank und Essen. Die Bewirtung erledigte in bewährter Manier der Förderverein, unterstützt durch den Q3-Jahrgang, die 12. Klasse. Die kümmerte sich auch um Auf- und Abbau sowie den Küchendienst. Auf Seiten der Schule organisierten Katrin Gölz, Susanne Arnold und Sebastian Schertel die Veranstaltung, vom Förderverein wirkten Beate Schinkoweit und Claudia Grohmann mit. Bar, Bonkasse und Eingang wurden durch Lehrkräfte besetzt. Die Technik AG sorgte dafür, dass es bei Ton und Licht nicht klemmte.

Wie schon aus dem Vorjahr bekannt boten Schulleiter Reinhard Fahrenholz und sein Stellvertreter Udo Schäfer sowie Martin d’Idler Führungen durch Gebäude an. Seitdem dort die Sanierungsarbeiten fertiggestellt sind, präsentiert es sich in einem völlig neuen Licht und ist für frühere Jahrgänge kaum noch wiederzuerkennen. Aktuell abgeschlossen wurden die Arbeiten in der Sporthalle. Mittelfristig soll auch der Rest der alten Gebäudeteile saniert werden.

 

Den Ehemaligen ist eines gemein: das Erstaunen darüber, wie sich das Überwald-Gymnasium in den vergangenen Jahren durch die verschiedenen Sanierungen verändert hat. Bürgermeister Sascha Weber, auch ÜWG-Schüler, kam mit Katrin Gölz ins Gespräch über die zahlreichen Veränderungen. „Die Cafeteria entstand erst später, als ich schon weg war“, meinte er. Damals gab es nur einen Pizza-Verkauf über die SMV und den Hausmeister-Kiosk. Die Frikadellen sind Weber gut im Gedächtnis geblieben. Die neuen naturwissenschaftlichen Räume fanden sein besonderes Lob. Aus den ehemaligen Jungs-Toiletten wurde das MIZ, lachte er.

17 Schüler waren es vor 40 Jahren in seiner Klasse, erinnerte sich Ex-Bürgermeister Joachim Kunkel. Er war im letzten Jahrgang vor Einführung des Kurssystems. Neun von den damaligen nahmen an der Führung teil. Den Jahrgang hat es teilweise weiter weg nach Karlsruhe, Mainz oder Ulm verschlagen, „einige blieben auch in der Region“, so Kunkel. Als Siebtklässler „sind wir ins neue Gebäude eingezogen“, erinnerte er sich. Zuerst war die Klasse im Kaiserhof angesiedelt, dann in der ehemaligen Grundschule.

Die großen Investitionen der vergangenen Jahre sind spürbar, meinte Kunkel. Die heutige Raumsituation sei überhaupt nicht mehr vergleichbar mit früher, obwohl es damals auch eine neue Schule war. Andererseits gebe es heute ganz andere Standards. Ihn freue es zu sehen, unter welchl guten Bedingungen heute am ÜWG gelernt werde.

Nicole Scholl, die vor 26 Jahren ihr Abi in Wald-Michelbach machte, lobte die schöne Atmosphäre in der „kleinen gemütlichen Schule“. Wenn es Probleme gebe, könne man sie direkt ansprechen. Das funktioniere viel besser als in einem Massenbetrieb. „Für mich war die Schule noch gechillter“, meinte sie mit Blick auf ihre Tochter Laura, die noch das G8 absolvieren muss. Mit Blick in die Runde schmunzelte sie „Es gibt Lehrer, die immer noch da sind“. Das ÜWG damals und heute sei kaum mehr zu vergleichen.

 

Preisverleihung

Weiteste Anreise: Thilo Kunkel aus Philadelphia, USA (Abijahrgang 2001)

Ältester teilnehmender Abijahrgang: Hans Helfrich (1966). Seine Enkeltochter Selina ist im Moment am ÜWG und hatte mit der Big Band einen Auftritt. Er selbst war auch Musiklehrer.

Gewinn: jeweils eine ÜWG-Tasse und ein Zehn-Euro-Gutschein.

Größter Jahrgang, der fast komplett vertreten war: 2017. Gewinn: ein Kasten Bier

Zuschussantrag für Sanierung des Kunstrasenplatzes der SG Unter-Abtsteinach erfordert gründlichere Beratung

Der Kunstrasenplatz der SG Unter-Abtsteinach muss im kommenden Jahr erneuert werden. 372.000 Euro wird die Maßnahme nach einer aktuellen Aufstellung des Vereins kosten. Die SG wandte sich nun an die Gemeinde, um eine Förderung nach den Vereinsförderrichtlinien zu erreichen. Der Gemeindevorstand, der einen Zuschuss bis 25.000 Euro hätte gewähren können, reichte die Entscheidung weiter an die Mandatsträger.

Denn es geht um eine Grundsatzfrage, wurde in der Beratung deutlich. Neben der SGU spielt ebenso der FC Ober-Abtsteinach auf einem Kunstrasenplatz. Auch der wird in den kommenden Jahren eine Auffrischung brauchen. Damit nicht mit zweierlei Maß gemessen wird, kam man im Haupt- und Finanzausschuss überein, eine möglichst einheitliche Regelung zu finden, mit der neben den beiden Sportverein auch anderen Rechnung getragen werden kann.

Die SG listet in ihrem detaillierten Finanzierungsplan eine aktuelle Deckungslücke von 81.500 Euro auf. Wie Bürgermeisterin Angelika Beckenbach verdeutlichte, hat der Verein während der Pachtzeit (bis 31. März 2030) alle anfallenden Sanierungen und Reparaturen, die durch den Betrieb der Sportanlage und der auf dem Sportgelände befindlichen Nebengebäuden entstehen, auf eigene Kosten durchzuführen. „Eine vertragliche Verpflichtung seitens der Gemeinde zur Bezuschussung liegt somit nicht vor“, sagte sie.

Allerdings bieten die Förderrichtlinien der Gemeinde eine Möglichkeit. „Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Leistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht“, betonte die Rathauschefin. Außer Frage stehen ihren Worten zufolge die „erheblichen finanziellen Investitionen“ des Vereins für den Platz. Nach einer gewissen Zeit löse sich der Kleber des alten Kunstrasens und die Fläche sei nicht mehr bespielbar, erläuterte sie.

Frank Wetzel (FW) wies darauf hin, dass man schon vor über zehn Jahren, bei der Anlegung des Kunstrasenplatzes, über die Folgekosten gesprochen habe. Er erwähnte wie auch Beckenbach, dass in spe andere Vereine mit investiven Maßnahmen auf die Gemeinde zukommen könnten, um eine Förderung zu erfragen. „Die Vereinsförderrichtlinien geben nichts Klares her“, meinte er.

Auch gelte es die Haushaltslage zu berücksichtigen. „Wir müssen das nicht heute entscheiden“, betonte er. „Zu Höhe könnte ich sowieso überhaupt noch nichts sagen.“ Er hätte sich gewünscht, meinte Wetzel unter dem Kopfnicken anderer Ausschussmitglieder, dass der Gemeindevorstand auch über das Thema beraten und nicht nur verweisen würde.

Das damalige Zuschussdarlehen bei Herstellung des Platzes läuft noch weiter, entgegnete Rainer Berbner auf eine Frage von Karin Oberle (CDU). Beckenbach ergänzte, „wir können nicht aus dem Vollen schöpfen“. Es werde sowieso ein „spannendes Spiel“, den Haushalt 2018 angesichts der angespannten Finanzlage auszugleichen. Allerdings sollte man bei einer Entscheidung auch immer bedenken, was (nicht nur diese) beide Vereine für das sportliche und kulturelle Leben im Ort leisteten.

Damit nahm Beckenbach wie einige andere Gemeindevertreter Bezug auf die zahlreichen Aktivitäten, die aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Ähnlich Brigitte Wetzel (CDU): „Die Gemeinde hilft dem Verein und schenkt ihm nichts“, sagte sie. Dieser wiederum „leistet auch etwas für den Ort“. Laut Janina Becker (FW) ist es wichtig, „dass alle gleich behandelt werden und der Betrag festgezurrt wird“.

Die finanzielle Seite sah Ursula Jonasdofsky (SPD) kritisch. Eine Unterstützung dürfe nicht dazu führen, dass woanders etwas gekürzt werde oder Sätze erhöht werden müssten. Sie sprach sich dafür aus, eine bestimmte Grenze zu setzen. Die SPD-Frau regte an, einen fiktiven Betrag anzusetzen und dann auszurechnen, was die Zuschussgewährung für den Haushalt bedeute.

Peter Jöst (CDU) hatte mit der Zuschussanfrage seine Probleme. Den Vertrag habe man 2006 nicht ohne Grund so abgeschlossen, wies er auf die schlechte Haushaltslage vor elf Jahren hin. „Die hat sich nicht groß geändert“, meinte er. Jeder wusste seinen Worten zufolge damals, „dass die Lebensdauer des Kunstrasens nicht so lang ist“. Was ihn zur Aussage führte: „Wie oft wollen wir das noch machen?“

Ausschuss-Vorsitzende Oberle schlug aufgrund des großen Beratungsbedarfs vor, alles noch einmal in den Fraktionen zu besprechen. Dort könne man sich dann auch über Zahlen unterhalten. Grundsätzlich, wurde ebenfalls deutlich, müssten die Vereinsförderrichtlinien präzisiert werden, um in Zukunft fundierter entscheiden zu können. Das Thema soll auf der nächsten Ausschusssitzung am 9. November wieder behandelt werden.

Reiches Programm beim Hammelbacher Pfarrfest am 1. Oktober

Das alljährliche Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde zu Erntedank findet am Sonntag, 1. Oktober, statt. Ort ist das Pfarrheim „St. Maria“ in Hammelbach, Veranstalter der Katholische Pfarrgemeinderat. Beginn ist gegen 11 Uhr im Anschluss an die Messe in der benachbarten Kirche, die um 10 Uhr startet. Eingeladen sind alle Bürger der Gemeinde Grasellenbach, aber auch konfessionsübergreifend Gäste und Freunde der Kirche aus der Pfarrgruppe Überwald. Bei schönem Wetter kann auch draußen gefeiert werden.

Marianne Verona und Marcello Cappello werden wieder in bewährter Manier ihre Kochkünste aufbieten und die Gäste mit leckeren Gerichten verwöhnen. Auf der Speisekarte stehen ab etwa 12 Uhr Kraftbrühe mit Markklößchen, Gemüselasagne mit Parmesan und Mariannes Hirschkalbsgulasch mit Spätzle. Selbstgemachte Salate ergänzen das Angebot. Am Nachmittag lockt ein reichhaltiges Kuchenbüffet, dazu gibt es Kaffee.

Zu Beginn wird Bonita Piccardo-Selg die Gäste mit ihrem Akkordeon auf den Tag einstimmen. Der gemischte Chor der Scharbacher Chöre wird gegen 13 Uhr einige neue und dennoch bekannte Lieder präsentieren. Danach spielt das Pfarrfest-Trio ab etwa 14 Uhr unter Leitung von Reinhold Karey auf Akkordeon, Gitarre und Geige beliebte Melodien im Stil der Wiener Kaffeehausmusik.

Aber es ist nicht nur Musik zu hören, sondern auch Kabarett zu sehen: Corina Tatzel wird zwischendurch gegen 13.30 Uhr ihr Alter Ego „Margot“ auftreten lassen. Diese hat sich bereits über die Grenzen des Überwalds hinaus eine große Fangemeinde erworben. Sie beschäftigt sich mit den Irrungen und Verwirrungen in Leben, Liebe und Beziehungen. Außerdem „übersetzt“ sie bekannte Popsongs in den Ourewäller Dialekt und befasst sich auf spezielle Art dem Thema Erntedank.

Die Pfarrbücherei ist geöffnet und stellt Lesestoff zur Verfügung. Beim Bücherflohmarkt kann sich jeder aus dem ausliegenden Angebot bedienen, der seine eigene Bibliothek bereichern möchte. Über Salatspenden freut sich das Organisationsteam, ebenso wie über Kuchen und Torten für die Kaffeezeit. Sie werden gerne am gleichen Morgen angenommen. Der Erlös des Pfarrfestes dient der Erneuerung der defekten Außenbeleuchtung des Pfarrheims und der Anschaffung von Stehtischen.

Schmutzwassergebühr soll in Abtsteinach ab dem kommenden Jahr auf 2,40 Euro pro Kubikmeter sinken

Die Bürger können sich freuen: Ab dem kommenden Jahr soll die Schmutzwassergebühr von 2,64 auf 2,40 Euro pro Kubikmeter verbrauchten Frischwasser sinken. Vorerst auf drei Jahre bis 2020. Die Niederschlagswassergebühr bleibt bei 59 Cent pro Quadratmeter versiegelte Fläche. Diese Zahlen stellte Kommunalberater Stefan Kasteel jetzt dem Haupt- und Finanzausschuss auf dessen Sitzung vor. Der empfahl der Gemeindevertretung einstimmig die Beschlussfassung.

Kasteel verdeutlichte dem Gremium, dass es noch eine kleine Unsicherheit in der Kalkulation gibt. Denn aus 2013 existiert noch ein Defizit von 62.000 Euro, das bis Ende 2018 ausgeglichen werden sollte. Wohlgemerkt „sollte“, da das Gesetz hier kein „Muss“ vorschreibt. Auch ist der Jahresabschluss 2013 schon „durch“, wie Finanzchef Rainer Berbner seitens der Verwaltung darlegte. Womöglich erledigt sich das Thema aber auch von selbst, indem 2017 ein Überschuss erwirtschaftet wird, der die „Miesen“ (zumindest teilweise) auffängt.

Als schlechteste aller Lösungen wurde sowohl vom Fachmann als auch von den Mandatsträger das Aufschnüren der auf drei Jahre angelegten Gebührenkalkulation für 2018 bis 2020 angesehen. Denn dieser längere Zeitraum wurde extra so gewählt, um eine gewisse Konstanz zu erreichen und Schwankungen aus einem im nächsten Jahr auffangen zu können. Sollte es wirklich ganz dicke kommen und sich ein höherer Fehlbetrag ansammeln, wären die Gemeindevertreter frei, auch innerhalb dieses Zeitraums kurzfristig zu reagieren, machte Kasteel deutlich.

Die Erlöse beim Schmutzwasser kennzeichnete der Kommunalberater für die kommenden drei Jahre als relativ konstant. Sie unterscheiden sich nur darin, ob es größere Investitionen gibt. Im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2016 gebe es keine großen Unterschiede. Die in Aussicht gestellte Gebührensenkung kommt durch den höheren Verbrauch zustande. Der zeichnete sich schon in 2015 und 2016 in Höhe von 110.000 Kubikmeter pro Jahr ab, nachdem es 2014 noch 96.000 m³ gewesen waren.

Für die neue Kalkulation nahm man nun diese höheren Werte als Richtschnur, so Kasteel. Obwohl die Gesamtkosten über die drei Jahre höher sind als im Zeitraum zuvor, sinken die Gebühren. „Es wird mehr Wasser verbraucht, deshalb wird der Satz günstiger.“ Das hat vor allem mit dem Bedarf einer großen Firma am Ort zu tun. Da sich die versiegelten Flächen kaum ändern, bleibt der Satz beim Niederschlagswasser konstant.

2018 und 2020 entstehen höhere Kosten durch die Leerung von zwei Klärteichen, erläuterte der Mann von der Firma Allevo Kommunalberatung. Diese müsse alle paar Jahre erfolgen. Die Maßnahme ist seinen Worten zufolge um einiges teurer als früher, da der Klärschlamm nicht mehr auf die Felder entsorgt werden darf, sondern thermisch verwertet werden muss.

In den Jahren 2012 und 2013 hatte die Gemeinde noch ein Minus von 188.000 Euro im Abwasserbereich angesammelt. Da es aber von 2014 bis 2016 ein Plus von 117.000 Euro gab, konnten zwei Drittel dieser Miese somit abgedeckt werden. Für den Rest muss eine der vorgenannten Lösungen her. Wobei das Gremium einheitlich dazu tendierte, das geringe Risiko einzugehen und auf den Abschluss 2017 zu warten. Denn im aktuellen Jahr dürfte der Verbrauch ähnlich hoch sein wie in den beiden Jahren zuvor – bei alten, höheren Gebühren.

Ein Überschuss ließe sich dann verrechnen. Wobei es eben nicht den Zwang dazu gibt, weil der Jahresabschluss schon den Segen der Aufsichtsbehörde hat. Und laut Kasteel 2013 das letzte Jahr vor der Umstellung auf Schmutz- und Niederschlagswassergebühr war und Gemeinden an dieser Stelle gerne einen Schnitt machen.

Ursula Jonasdowfsky (SPD) fragte, ob aktuell dringende Kanalsanierungen anstehen, die eventuell die Bilanz beeinflussen könnten. Wie Rainer Berbner und auch Bürgermeisterin Angelika Beckenbach sagten, sei dies nicht der Fall. Notwendige Maßnahmen wurden bereits in die Kalkulation eingestellt. Peter Jöst (CDU) wollte wissen, ob die vorgesehenen Beträge für die Leerung der Klärteiche ausreichen. Laut Berbner „haben wir gut kalkuliert“, weswegen er davon ausgeht.

Frank Wetzel (FW) fragte nach, ob die jährlichen 110.000 Kubikmeter realistisch seien. Nach aktuellem Stand ja, meinte Berbner. Er wies darauf hin, dass mit der Erweiterung des Gewerbegebiets und dem Betreuten Wohnen zwei große Projekte in absehbarer Zukunft realisiert werden oder schon sind, bei denen dann auch Wasserbedarf herrsche. Von daher, so Berbner, rechne er zumindest nicht mit einem Rückgang.