Ortsbürger besuchten das Sommerfest der Feuerwehr in großer Zahl

Das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Alten Schulhof war dieses Mal sehr gut aus dem Dorf besucht, freute sich Kommandant Lars Gremm. Denn das Wetter war super, nach vielen feuchten Wochen wärmte endlich einmal die Sonne kräftig. Gegen zu heiße Strahlen hatten die Brandschützer ein Zelt und einige Sonnenschirme aufgestellt. Waren die Wehrleute letztes Jahr enttäuscht vom geringen Besuch der Ortsbürger, so kamen diese jetzt in umso größerer Zahl.

„Die Wehr ist jederzeit für die Bürger da“, meinte Gremm. Deshalb begrüßte er es, dass zu einem solchen Anlass das Engagement der Ehrenamtlichen durch einen Abstecher gewürdigt wird. „Zumal der Erlös solcher Veranstaltungen auch wieder der Bevölkerung zugutekommt“, hob der Wehrführer hervor. Ein Teil wird in die Vereinskasse fließen und unter anderem in den Unterhalt des Fahrzeugs gesteckt. Ein anderer Teil soll für die Anschaffung eines Laptops verwendet werden, um die Ausbildung auf modernere Füße zu stellen.

„Wir möchten uns bei den Gästen sehr für ihren Besuch bedanken“, sagte Gremm. Denn „es war immer gut was los“, gefühlt mehr als im vergangenen Jahr, meinte er. Die kurzfristig organisierten Kinderspiele wurden gut angenommen, beobachtete er. Dosenspritzen, Malen oder Schlauchkegeln stießen bei den Kleinen auf viel Widerhall.

Es war wie immer „ein schönes Fest“, freute sich der Kommandant. Am Nachmittag gingen sogar langsam Essen und Getränke zur Neige, sodass die Brandschützer schnell Nachschub herankarrten. Schaschlik, Pommes Frites, Steak, Brat- und Currywurst wurden in bewährter Manier angeboten. In den Spitzenzeiten kümmerten sich zwölf Feuerwehrleute um das Wohl der Gäste. Dazu kamen noch die für Auf- und Abbau sowie für die Ablösung.

Traditionsgemäß kommen immer die benachbarten Wehren aus der Gemeinde vorbei, um einen geselligen Nachmittag zu verleben. Dieses Mal war sogar die Wald-Michelbacher Feuerwehrkapelle zugegen und unterhielt mit ihren schmissigen Weisen. Das Sommerfest fand zum inzwischen fünften Mal statt, so Gremm. Davor gab es immer ein Herbstfest. Nächstes Jahr feiert die Feuerwehr Siedelsbrunn ihr 125-jähriges Bestehen, kündigte der Wehrführer an. Dann soll das Sommerfest an zwei Tagen stattfinden. Termin ist wie bewährt im Frühsommer.

Bild: Feuerwehr

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Bei Stillfüssel geht’s jetzt in die Hauptklage

Verbinden und nicht spalten: Unter dieses Motto hatten die Initiatoren von Bürgerinitiativen (BI) Gegenwind Siedelsbrunn und Ulfenbachtal ihr zweites „Schwachwindfest“ gestellt, das – guter Planung sei Dank – dieses Mal nicht den Wetterunbilden ausgesetzt war, sondern im Bürgerhaus stattfand. Drei Bands spielten am Nachmittag und Abend auf, während fürs leibliche Wohl bestens gesorgt war und natürlich die Info-Vermittlung im Mittelpunkt stand.

„Es war eine gute Veranstaltung“, bilanzierte Organisator Udo Bergfeld. Der Zuspruch litt im Außenbereich leider unter dem Wetter, aber drinnen war es zu jeder Zeit gut besucht. Er stellte eine stetes Kommen und Gehen fest. Auch die Bands kamen seiner Beobachtung nach „hervorragend an“. Auf der Bühne waren Peter Geisinger mit „Jazz & Samba by P.M.D.“, die „Paraberries“ und die „Old farts on stage“ (Ofos) vertreten.

In Sichtweite der fünf Windräder am Windpark Stillfüssel, die sich gemächlich in der Wolkendecke drehten, meinte Bergfeld: „Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen.“ In diesen Zusammenhang stellte er auch die Infos über die sogenannten Weißflächen, die dem Windenergie-Regionalplan am 14. Juni in der Regionalversammlung zur Verabschiedung verhelfen sollen. Dabei handelt es sich um Gebiete, die aufgrund bestimmter Kriterien wie besonders schützenwerte Fauna erst einmal aus der Planung herausgenommen werden sollen.

Für Bergfeld handelt es sich dabei aber um „eine Hütchenspielerei“. Denn diese Gebiete würden nur vorübergehend zurückgestellt. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid wolle mit diesem „Taschenspielertrick“ nur erreichen, dass über den Regionalplan abgestimmt werde „und die Flächen dann zur Verfügung stehen“. Den BI geht das gegen den Strich. Sie setzen sich laut Bergfeld vehement für eine dritte Offenlage des Regionalplans ein und wollen in deren Rahmen weitere Gutachten erstellen lassen. „Wir kämpfen dafür“, ergänzte auch Matthias Vercrusse.

Denn: „Die Weißflächen sind nicht aus der Planung draußen, sondern können wieder reingenommen werden“, betonte Bergfeld die „Augenwischerei“. Die Bürger werden seiner Meinung nach getäuscht, weil ihnen suggeriert werde, dass Flockenbusch oder Meisenberg auf Wald-Michelbacher Gemarkung windradfrei blieben. Beide seien zwar im Flächennutzungsplan der Gemeinde nicht enthalten, aber eben im Regionalplan. Und der greift im Zweifelsfall, da er auf höherer Ebene verabschiedet werde, hob der Aktive hervor.

Der BI-Sprecher führte mehrere Argumente gegen Windräder ins Feld: Inzwischen gebe es 31.000 davon in Deutschland, „aber keine CO2-Reduzierung“. Und die Förderung erneuerbarer Energien werde ja immer damit begründet, dass man dem durch fossile Energieträger forcierten Klimawandel infolge von zu viel Kohlendioxid-Ausstoß entgegentreten will. Zweiter Punkt: Der Strom wird immer teurer. „Die Deutschen zahlen in Europa den höchsten Preis“, so Bergfeld. Je mehr Windräder gebaut werden, desto größer sei deren Förderung über die EEG-Umlage, desto höher der Preis für die Endverbraucher.

Bergeld wies in seinen Worten auf die zahlreichen Aktionen der vergangenen Zeit hin. So etliche 10.000 Einwendungen gegen den Bau des Windparks, 21.000 Unterschriften gegen den Teilflächennutzungsplan Erneuerbare Energien, wie der Regionalplan ausgeschrieben heißt, oder das deutschlandweite Lichtermeer am 7. März. Was ihn zur pauschalen Aussage führte: „Die Leute sind nicht damit einverstanden, dass Windräder gebaut werden.“

Denn letztlich, bemängelte der BI-Mann, könnten die Überschüsse sowieso nicht gespeichert und müssten ins Ausland verkauft werden. Paradox: Wenn der Wind zu heftig weht und damit sehr viel Strom produziert wird, müssen die Anlagen abgeschaltet werden, weil man nicht wisse, wohin mit der ganzen Energie. Die die leistungsfähigen Leitungen fehlten.

Mit dem Windpark Stillfüssel „gehen wir jetzt in die Hauptklage“, erläuterte Bergfeld. Auch wenn es vielleicht durch vorherige Entscheidungen so aussehen könnte, „ist noch nichts aussichtslos“, betonte er. Denn letztendlich fange das Verfahren jetzt ganz neu am Darmstädter Verwaltungsgericht an. Er rechnete damit, dass es sich ein paar Jahre hinziehen wird.

„Was den Betreibern weh tut“, weiß Bergfeld, seien die Abschaltzeiten etwa wegen Fledermausflug. Er wies daneben auf den Schaden hin, den die Rotoren in der Insektenwelt anrichteten. Dass diese ein- bis zweimal im Jahr gereinigt werden müssten, weil sonst die Leistung zurückgehe, komme nicht von ungefähr. „Die richten so viel Schaden an wie im Jahr 40 Millionen Autos“, sagte er.

 

Herrliches Wetter sorgt für viele Besucher beim Maifest in Siedelsbrunn

„Wir hatten bis in den späten Nachmittag rein einen richtig guten Besuch“, freute sich Ortsvorsteher Helmut Gremm. Beim Maifest von Ortsbeirat und Vereine waren die Sitzplätze in der Sonne durchgehend belegt. „Seit langer Zeit konnten wir endlich wieder einmal komplett im Freien feiern“, sagte er. Die Besucher genossen die wärmenden Sonnenstrahlen, denn am Wochenende soll ja leider der Winter noch einmal ein Comeback feiern. „Viele Auswärtige sind hier“, stellte Gremm mit einem prüfenden Blick in die Menge fest. Der traditionelle Hammelstanz zählte mit über 100 Teilnehmern so viele wie lange nicht mehr.

20 geschmückte Fortbewegungsmittel waren beim Umzug mit den Sommertagsstecken dieses Mal durch Siedelsbrunn unterwegs. Der geht immer unter der Regie des Kindergartens über die Bühne und wird von der Freiwilligen Feuerwehr begleitet. Allerdings hätte sich Gremm ein paar mehr Zaungäste entlang des Weges gewünscht. Früher, wusste er, wurden den Kindern noch Bonbons zugeworfen.

Viele „wunderschön geschmückte Fahrräder“, Kinderwagen und dazu noch mit viel Liebe zum Detail hergerichtete Bollerwagen (beim Bau bringt sich immer Jochen Kreis ein) erfreuten das Auge. Zwar weniger als im vergangenen Jahr, „aber von der Qualität her besser“, sagte Gremm. Die Kindergartenkinder führten auf dem Sportplatz einen von Elke Baron-Köhler und Gertrud Bernhard einstudierten Frühlingstanz auf.

Zur Begrüßung der blühenden Jahreszeit wurden Lieder gesungen. Alleinunterhalter Theo Kohl, der später auch die Besucher im Bürgerhaus unterhielt, begleitete die fröhliche Schar und spielte „Winter ade“ oder „Alle Vögel sind schon da“. Die Verbrennung des Winters geschah in Gestalt des zuvor gebauten Schneemanns.

Der Ortsbeirat hatte zusammen mit vielen Helfern der örtlichen Vereine das Fest im Bürgerhaus und auf dem Außengelände organisiert. Für die Bewirtung sorgten die Jugend-Handball-Spielgemeinschaft (JSG) von TV Siedelsbrunn und SG Wald-Michelbach. Die Sommertagsbrezeln wurden traditionell von der Gemeinde gestiftet, die Schützen verteilten sie und kümmerten sich um den Hammelstanz.

Der Kirchenchor unterstützte die Sammlung im Ort. Mit der wird im Vorfeld Geld zusammengetragen, damit eine Prämierung der schönsten Fahrräder, Roller oder Dreiräder durch eine Jury erfolgen kann. Gremm bedauerte, dass manche Sammler an den Haustüren unwirsch abgewiesen wurden. „Wenn jemand nichts geben will, dann ist das in Ordnung“, sagte er. Aber man solle doch zumindest freundlich bleiben. Denn es wird immer schwieriger, überhaupt noch Ehrenamtliche fürs Sammeln zu bekommen.

Um die Prämierung kümmerten sich Ernst Siefert, Franziska Böddicker und Jana Röth. „Wir sich besonders viel Mühe gab, bekam auch ein bisschen mehr“, sagte Gremm. Das Material für den gebauten Winter wird ebenfalls mit dem gesammelten Geld bezahlt. Der andere Teilbetrag soll dem Kindergarten für notwendige Anschaffungen zugutekommen.

„Ich bin froh, dass der Ortsbeirat so viele Unterstützer an seiner Seite hat“, meinte Gremm. „Ohne die Vereine ginge es gar nicht“, dankte er allen Beteiligten. Zusammen mit dem Ortsbeirat hatten die Handballer den Maibaum auf dem Sportplatz errichtet. „Der ist dieses Mal kerzengerade“, freute sich der Ortsvorsteher nach einem prüfenden Blick. Nicht wie im vergangenen Jahr, als er eine leichte Schieflage hatte.

Der traditionelle Hammelstanz um den Maibaum fand bei herrlichem Wetter statt. Es gingen über 100 Teilnehmer an den Start, was sogar die Top-Zahl aus dem Jahr 2016 knackte. Zur Begleitung spielte Theo Kohl Marsch-Lieder. Gewinner 2019: David Sattler und sein Sohn Mika. Sie beiden erhielten den Gegenwert eines Hammels in bar.

Der Hammelstanz ist eine Gaudi mit einer Tradition mindestens so alt wie das Frühlingsfest, das bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gefeiert wurde. Bei ihm laufen Paare zur Musik rund um den Maibaum über einen Strick, der von zwei Personen gehalten wird. Nach ein paar Runden gibt im Wald der Förster einen Schuss ab. Das Paar, das vor oder über dem Strick steht, ist Gewinner.

Die Jugendlichen waren für die Bewirtung der vielen Gäste zuständig. Die Kuchenspenden fürs große Büffet kamen aus allen Abteilungen. In die JSG-Vereinskasse floss dann auch der Gewinn aus der Bewirtung. Gremm zollte den ihnen ein großes Lob. Das Frühlingsfest sei eine Veranstaltung mit und von Jugendlichen und Kindern sei, da die eingenommenen Gelder in vollen Umfang diesen zugutekommen.

Erster gemeinsamer Kinderkirchentag der beiden evangelischen Kirchengemeinden Siedelsbrunn und Hammelbach

Das Motto des ersten gemeinsamen Kinderkirchentags der beiden evangelischen Kirchengemeinden Siedelsbrunn und Hammelbach war durchaus wörtlich zu nehmen. „Wurzeln wachsen lassen“ hieß es bei herrlichem Frühlingswetter in der und rund um die evangelische Bergkirche. 30 Kinder zwischen vier und elf Jahren bastelten, malten und schnippelten, was das Zeug hielt, unterbrochen von einigen Tob-Einheiten auf der Wiese. Die beiden Pfarrer Stefan Ningel und Jörg Michas waren sehr zufrieden mit der Resonanz und kündigten eine Fortsetzung an.

Gabriela Fieber trieb die Zusammenarbeit zwischen den Kirchenteams voran, die sich bei gemeinsamen Seminaren kennenlernten. „Bei ihr laufen alle Fäden zusammen“, zeigte sich Ningel dankbar für die Organisation des Kinderkirchentags. Beim Seminar, das die Kindergottesdienst-Referentin des evangelischen Dekanats Bergstraße, Katja Folk, durchführte, „haben wir gespürt, dass es passt“, sagte Ningel. Die evangelischen Kirchengemeinden von Hammelbach und Affolterbach hatten eine solche Veranstaltung bereits zusammen durchgeführt, erläuterte er.

In der Kirche ging’s los mit Liedern und Gebeten zum Mitmachen sowie einem Theaterstück: Bauer Klug und Bauer Eilig bestellen beide ihr Feld, aber doch ganz anders. Während Bauer Klug der Aussaat fürs Wachsen Zeit gibt, zieht Bauer Eilig die Feldfrüchte immer schnell aus dem Boden und ist auf den schnellen Profit aus. „Die Kinder wachsen mit dem Theaterstück“, betonte Ningel. Michas ergänzte: „Sie sollen eine gute Ernte sein, im Glauben Wurzeln schlagen.“ Die Kirchen wollen sie nicht erst zum Konfirmationsunterricht erreichen, sondern bereits in jüngerem Altern.

Danach drehte sich alles um Wurzeln. Draußen wurden zwei vom Hammelbacher Revierförster zur Verfügung gestellte Wurzelblöcke mit viel Detailfreude gestaltet. Moose, Flechten und leere Schneckengehäuse fanden ihren Platz, die Kinder verkünstelten sich förmlich bei der Anbringung.  Schnell entbrannte die humorvolle Diskussion darüber, welche Kirchengemeinde die größere Wurzel erhält. Denn jeweils eine soll ihren Platz an der jeweiligen Kirche finden. Drinnen wurde derzeit Wurzelgemüse geschnippelt und in leckere Karottenmuffins umfunktioniert.

Aus Wald-Michelbach, Abtsteinach, Siedelsbrunn und Hammelbach kamen die Heranwachsenden, die mit Katja Folk eine Fantasiereise zum Thema Wachsen und Wurzeln schlagen unternahmen. Mit viel Liebe zum Detail gestalteten die Kinder Blumentöpfe, die sie dann mit Samen bepflanzten. Lila, grün, gelb, blau, orange oder pink: Der Fantasie und den Formen, ob jetzt waagreicht, in Linien oder in Tupfern, waren keine Grenzen gesetzt.

Pia und Hanna-Noa aus Hammelbach wie auch Antonius aus Unter-Abtsteinach hatten ebenso wie Emily und Dennis aus Ober-Abtsteinach viel Spaß. Beim Gottesdienst blieben noch viele Eltern dabei, die ihre Sprösslinge später wieder abholten.  Ein Schubkarrenparcours und der Abschluss mit Liedern und Segen bildeten weitere Bestandteile des Nachmittags. Wer eine Pause von den angebotenen Stationen machen wollte, tollte auf dem Rasen herum oder spielte Fußball.

Die vier Pfarrer im Überwald arbeiten jetzt schon etwa bei den Gottesdiensten Hand in Hand. Auch die Verwaltungsarbeit wird gemeinsam erledigt. Außerdem gibt es verschiedene Jugendprojekte. Der Kinderkirchentag ist laut Ningel nur ein weiterer Bausteller der evangelischen Zusammenarbeit. Dank der engagierten Mitarbeiter, die sich bereits in der Vorbereitung mit ihren Ideen einbrachten, war der Tag ein voller Erfolg.

Der Hammelbacher Pfarrer erwähnte besonders die mitgestaltenden ehemaligen Konfirmandinnen. „Ohne die würde es nicht gehen.“ Michas freute sich über die „sehr positive Resonanz“. Die Veranstaltung „erfüllt unsere Erwartungen“, betonte auch Ningel. Sie soll eine Fortsetzung erfahren.

Theatergruppe Siedelsbrunn: Geheimnisse werden im Hochzeitsbett gelüftet

Auf der Bühne geht’s rund. Jeder gegen jede oder wahlweise alle gegen eine(n) heißt es bei „Leih dir einen Mann“. Das ist nicht nur der Titel der Komödie in drei Akten von Regina Rösch, sondern auch Name der Agentur von Rosi Strauß (Christiane Schmitt). Die hat zu Beginn eigentlich eher Luxusprobleme und rangelt sich mit ihrer Teilhaberin Anni Seidenspinner (Stefanie Schmitt) um die Couch oder wer ans selten klingelnde Telefon gehen muss. Doch dann läuft alles aus dem Ruder.

Witzige Kostüme, Missverständnisse, skurrile Figuren und viel Lokalkolorit sind die Grundbestandteile der Komödie, wie sie die Theatergruppe von MGV Harmonie und TV 02 Siedelsbrunn auf die Bühne des Bürgerhauses bringt. Was sich langsam hochschaukelt, eskaliert langsam, aber sicher im dritten Akt zum großen Finale. Kaum etwas ist, wie es scheint, die wildesten Vermutungen werden angestellt, was nur geht, in den falschen Hals bekommen: beste Bestandteile für eine abendfüllende Unterhaltung.

Das Büro-Wohnzimmer der Agentur vermittelt einen biederen Charme. Hier das Aktenregal, dort das Küchenboard, in der Mitte der Schreibtisch mit nicht funktionierendem Computer und an der Wand das „Potenzial“: vier gerahmte Männerbilder mit den Besten, was die Vermittlung zu bieten hat. Eine „Ahnengalerie“, wie später ein Besucher spöttelt. Alles Herren im besten Alter. Genau das ist ja auch das Problem.

„Ob jung, ob alt, wir sind zur Stelle, wir ham‘ den Mann für alle Fälle“: Unter diesem Motto preisen Rosi Strauß und Anni Seidenspinner die eigenen Männer an. Die sind damit nicht so glücklich, denn sie spüren den kontrollierenden Atem der Frauen immer im Nacken. Grund: Bei einem früheren Auftrag trieben sie es zu dolle. Die Meuterei nimmt ihren Anfang, als Egon (Heinz Schmitt) als Hinkel beim Langklinger Hof stehen muss, Lui (Dietmar Schwebel) als Wiener Würstchen vor der Metzgerei Kumpf. Die beiden empören sich wortreich und derb über die Zumutungen.

Zu allem Überfluss gibt’s auch noch Hochzeitsvorbereitungen. Rosis Sohn Florian will die Adoptivtochter von Gretchen Fischer heiraten. Gestritten wird um Leberknödel- oder Markklößchensuppe, den abbestellten Sauerbraten, das richtige Kleid. Mit dem Auftritt von Detlef (Stefan Mathes) kommt Leben in die Bude. Denn der ist an „Starmodel“ Dieter Hummel im Johannes-Heesters-Outfit interessiert. Was diesem unheimlich ist: „So werde ich nicht einmal von den Frauen angemacht“.

Die lokalen Anspielungen sind das Salz in der Suppe. Gerätselt wird, wo die Hochzeit stattfinden soll: beim „Bock“ in Stoanisch, beim „Grünen Baum“ in Mackene oder beim „Heid“ in Mischelboch. Sieger: der „Morgenstern“ in Siedelsbrunn. Running Gag: die Anspielungen darauf, dass Detlef „vom anderen Ufer“ ist. Und jeder felsenfest versichert: „Der ist nicht aus Stoanisch.“

Angestachelt von den Vorschlägen des interessierten Monteurs, proben Hinkel und Würstchen langsam aber sicher den Aufstand. Den Frauen entgleitet die Situation. Und dann noch die nervige Gretchen Fischer (Jennifer Gansmann). Zickenkrieg hoch drei. Die Männer sind begeistert, dass die Frauen auch vermittelt werden sollen, auch wenn sie nicht mehr die jüngsten sind (Detlef: „Ich habe schon ganz andere Oldtimer in Schuss gebracht“). Es zeichnet sich ab, dass es in den weiteren beiden Akten hoch hergeht.

Drei Wochen am Stück lang probten die Akteure vor der Premiere jeden Abend, verrät Heinz Schmitt. „Die Versprecher sorgten für viele Lacher“, erinnert er sich. Oder es wurden im Manuskript vier Seiten übersprungen, ohne es zu merken. „Plötzlich kam einer reingestürmt und meinte, ich bin doch noch gar nicht dran“, lacht der langjährige Theaterspieler. Das „Wurschteln“ in die verschiedenen Kostüme, seien es nun Spanier, Wienerlei, Hinkel oder Holländer, war auch immer eine Gaudi für sich.

42 Jahre ist Hinkel Schmitt nun schon bei der Theatergruppe dabei. Dietmar Schwebel als Leidensgenosse Würstchen Lui folgt ihm mit 29. Die beiden amüsieren sich immer noch darüber, welche Konsequenzen es hat, wenn etwas nicht so läuft wie geplant: „Das wirkt sich dann auf mehrere aus.“ Die schönste Szene ist für ihn die, wenn sich plötzlich alle sturzbetrunken während des dritten Akts im Hochzeitsbett wiederfinden.

Denn Gretchen bringt viel Unruhe mit ihrer Wahrsagung rein, dass der leibliche Vater von Braut Marita genau zwölf Stunden nach dem Ja-Wort seiner Tochter in der Hochzeitsnacht tot umfallen wird. Jetzt geht das Rätselraten los. Die beiden Schwerenöter haben Angst, etwas damit zu tun haben. Was genau das ist, wird bei der zweiten Vorstellung am 27. April verraten.

Info: „Leih dir einen Mann“ von Regina Rösch wird noch einmal am Samstag, 27. April, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus Siedelsbrunn aufgeführt. Kartenvorverkauf zu acht Euro bei Deutsches Haus und Bäckerei Jäger, Siedelsbrunn, sowie Modegeschäft Landadel, Wald-Michelbach. Abendkasse ab 18 Uhr neun Euro, Saalöffnung 18.30 Uhr. Keine nummerierten Karten.

Theatergruppe von MGV Harmonie und TV 02 Siedelsbrunn führt zwei Mal das Stück „Leih dir einen Mann“ auf

„Leih dir einen Mann“ heißt das humorvolle Stück in drei Akten von Regina Rösch, das die Theatergruppe von MGV Harmonie und TV 02 Siedelsbrunn im April aufführt. Die beiden Aufführungen finden am 6. und 27. April statt. Der Vorverkauf läuft. Mit der Verschiebung in den Frühling statt rund um Weihnachten haben die Akteure im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht. Die Komödie wird an beiden Theaterabenden jeweils um 19.30 Uhr im Bürgerhaus aufgeführt. Eine Probe nur für Kinder findet bei freiem Eintritt am Samstag, 6. April, um 14 Uhr statt.

Zum Inhalt: Rosi Strauß und Anni Seidenspinner führen ein erfolgreiches Familienunternehmen: die Agentur „Leih dir einen Mann“. Nach dem Motto: „Ob jung, ob alt, wir sind zur Stelle, wir ham‘ den Mann für alle Fälle!“ vermieten sie neben Dieter Hummel, ihrem Star-Modell im Johannes-Heesters-Outfit, vor allem ihre nicht mehr ganz taufrischen Ehemänner Egon und Lui.

Seit die drei Herren vor über 20 Jahren bei einem Auftrag im Hamburg schwer über die Stränge geschlagen haben, achten Rosi und Anni jedoch peinlich genau darauf, dass bei Einsätzen ihrer Ehemänner keinerlei Gefahr von „Frauenseite“ droht. Egon und Lui werden streng kontrolliert und überwacht, was den beiden überhaupt nicht gefällt. Zu all den Problemen, die der „stressige“ Geschäftsbetrieb der Agentur mit sich bringt, kommen die Querelen um die Hochzeit von Rosis Sohn Florian mit der Adoptivtochter von Gretchen Fischer, einer dorfbekannten „Wahrsagerin“.

Zu allen Dingen und sei es die Wahl zwischen Leberknödel- oder Markklößchensuppe, befragt Gretchen ihre Karten. Nur die Frage nach Maritas leiblichem Vater bleibt unbeantwortet. Als Rosi wieder einmal die Sorge um die unbekannten „Gene“ ihrer zukünftigen Schwiegertochter plagt, liest Gretchen etwas in ihren Karten, das alle in Aufruhr versetzt: Maritas leiblicher Vater wird genau zwölf Stunden nach dem Ja-Wort seiner Tochter in der Hochzeitsnacht tot umfallen.

Während die Frauen dies für eine gerechte Strafe halten, keimt vor allem in Dieter Hummel der Verdacht, Marita könnte das Ergebnis jener bewussten Nacht in Hamburg sein. Er sieht sich dem Tode nahe. Die Hochzeitsnacht bricht an, der Countdown läuft. Egon und Lui lassen nichts unversucht, um ihren Freund Dieter zu retten und die Hochzeitsnacht zu verhindern. Und so kommt es, dass statt trauter Zweisamkeit des Ehepaares das Brautgemach völlig überbevölkert ist und sich nach und nach der Großteil der Hochzeitsgesellschaft im Ehebett einfindet. Doch die „Nacht der Nächte“ nimmt ein völlig unerwartetes Ende, das gleichzeitig für einige ein neuer Anfang ist.

Laut Theater-Grandseigneur Heinz Schmitt ist der spätere Termin sehr angenehm. „Es wird nicht so stressig“, da an Weihnachten auch viele in Urlaub sind. Die Proben der neun Mitspieler laufen längst auf Hochtouren. Neben den altgedienten Laien-Schauspielern ist mit Sabine Bieleveld eine Akteurin dabei, die vor längerer Zeit schon einmal mit im Boot war und jetzt nach einer Pause wieder eingestiegen ist.

Im Vorfeld der Stückeauswahl wurden Bücher von mehreren Verlagen bestellt, die von der Schauspielerzahl her stimmten. Klar war nur, dass es wieder eine Komödie sein sollte. 30 Möglichkeiten gab es zur Auswahl. Welche Aufführung in Frage kommt, hängt auch von der jeweiligen Personenanzahl und den örtlichen Möglichkeiten ab. „Das Stück ist gut“, hat Schmitt bereits festgestellt.

„Wir haben uns dann nach dem Lesen getroffen und die Meinungen ausgetauscht“, erläutert er. Die favorisierten Skripte kamen in die Endauswahl, bevor es dann „Leih dir einen Mann“ wurde. Die einzelnen Akte haben alle ungefähr die gleiche Länge von einer dreiviertel Stunde, weiß Schmitt. Somit kommt man locker über zwei Stunden Spielzeit. Die Namen wurden so geändert, dass es wieder einen gewissen Lokalkolorit gibt.

Schon jahrzehntelang unterhält die seit über 130 Jahren bestehende Theatergruppe die Bevölkerung von Siedelsbrunn mit ihren Stücken aufs Beste und heimst dabei viel Applaus ein. Der gilt nicht nur den Schauspielern, sondern auch den Akteuren hinter der Bühne. Das Bühnenbild ist jedes Mal eine Augenweide und mit viel Liebe zum Detail hergestellt.

Info: „Leih dir einen Mann“ von Regina Rösch am Samstag, 6. und 27. April, 19.30 Uhr, Bürgerhaus Siedelsbrunn, Kartenvorverkauf ab sofort bei Deutsches Haus und Bäckerei Jäger, Siedelsbrunn, sowie Modegeschäft Landadel, Wald-Michelbach. Vorverkauf 8 Euro, Abendkasse ab 18 Uhr 9 Euro, Saalöffnung 18.30 Uhr. Keine nummerierten Karten. Die Tickets gelten nur für den jeweiligen Tag.

Überwälder Umwelt-Initiativen bündeln Kräfte

„Es ging um ein erstes Kennenlernen und darum, mögliche Wege der Zusammenarbeit auszuloten“, erläuterte Jürgen Klieber von Verein für ökologische Landwirtschaft (Luna) die Hintergründe des ersten Treffens der beiden Umwelt-Initiativen in Siedelsbrunn. Anwesend waren der gesamte Vorstand des gemeinnützigen Kocherbacher Vereins und Aktive der Blühwieseninitiative Wald-Michelbach (Bwi Wamiba).

Die lose Bwi-Gruppierung um Alfons Schmitt, Jürgen Baron und Frank Derikatz ist seit 2012 in Aktion und hat es sich zur Aufgabe gemacht, brachliegende Flächen durch Umwandlung in Blühwiesen ökologisch aufzuwerten, um den Lebensraum für Insekten zu erhalten. „Angesichts des massiv voranschreitenden Bienen- und Insektensterbens ein wichtiger Beitrag“, findet Luna-Vorstandsmitglied Thomas Langer. Dessen Verein mit Schwerpunkt auf ökologischer Landwirtschaft und Naturschutz hat in der Vergangenheit bereits ebenfalls durch das Anlegen von Blühstreifen an den von Luna nach biologischen Rahmenbedingungen bewirtschafteten Feldern für mehr Blütenpracht gesorgt.

Ebenso sorgt Luna durch eine nachhaltigere Nutzung ihrer Wiesenflächen für eine stetig wachsende Blüten-, Insekten- und somit auch größere Vogelvielfalt. Boden- und Grundwasserschutz, Ausbau von Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen – auch bei anderen Themen waren sich die Vertreter beider Abordnungen schnell einig.

„Wir haben die gleichen Ziele“, bilanzierte Bwi-Mitglied Helmut Siefert den Abend. So verständigte man sich darauf, künftig Knowhow und Erfahrungen stärker auszutauschen. Gemeinsame Veranstaltungen und gegenseitige Hilfe bei Arbeitseinsätzen sollen ebenfalls Schwerpunkte einer Zusammenarbeit beider Umwelt-Initiativen sein. Heinz Trautmann vom Luna-Vorstand sieht in der Vernetzung von Gleichgesinnten den nächsten logischen Schritt. „Gemeinsam können wir viel mehr erreichen und die Zukunft des Überwaldes effektiver gestalten.“ Interessierte eingeladen, sich zu beteiligen.

Info: Ansprechpartner sind Alfons Schmitt von der Blühwieseninitiative (Telefon 06207/82165) und Gerhard Ader von Verein Luna (Telefon 0160/97514051).