Die drei MGV-Chöre freuen sich riesig auf den Auftritt bei der Überwälder Chorgala in Unter-Schönmattenwag

. Ein Highlight im Jahreskalender des MGV Sängerbund steht an: Die dritte Überwälder Chorgala findet am Samstag, 18. November, um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche „St. Johannes der Täufer“ Unter-Schönmattenwag statt. Es gibt ab 18 Uhr noch einige Restkarten an der Abendkasse. Die Besucher erwartet ein Gesangserlebnis der besonderen Art. Denn neben den drei MGV-Chören ist mit der „Vocapella Limburg“ unter der Leitung von Tristan Meister ein international renommiertes Ensemble höchster Güte zu Gast.

Männer- und Frauenchor des MGV hatten in den vergangenen Wochen Sonderproben, um sich besonders auf den Höhepunkt zum Sänger-Jahresabschluss einzustimmen. „Die Chöre sind sehr gut vorbereitet“, schmunzelt MGV-Vorsitzender Christian Jöst. Der Männerchor mit seinem Leiter Hans-Joachim Karl freut sich auf eine Uraufführung, auf die er eifrig hingearbeitet hat. Denn ihm ist es gelungen, den renommierten lettischen Komponisten Eriks Esenwald dazu zu bewegen, für die dritte Überwälder Chorgala ein Männerchorwerk zu komponieren.

Auf den lateinischen Text „O Salutaris Hostia“ wird eine neue Komposition aufgeführt. Die steht im Anschluss im Verlag Peters Frankfurt auch anderen Chören zur Verfügung. Der Männerchor sieht sich als ambitionierter Laienchor, der regelmäßig an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnimmt. Die Erfolge bestätigen den besonderen Einsatz. Klassensiege und Tageshöchstwertungen sind der Lohn des großen Zusammenhaltes, zuletzt im Mai beim Internationalen Chorfestival in Lindenholzhausen. Dirigent HaJo Karl versteht es immer wieder aufs Neue, die Sänger besonders zu motivieren. Durch die Vielfalt aus moderner und traditioneller Chorliteratur sind Männer von 19 bis 80 Jahren im Chor vertreten.

Der Frauenchor mit seiner neuen Leiterin Anna Stumpf ist nach der Feuertaufe anlässlich des Gratulationssingens bei den Sängerbund-Frauen Ober-Flockenbach zu deren 25. Jubiläum ebenfalls ganz heiß darauf, sein Können vor großem Publikum zu präsentieren. Die Frauen können kommendes Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Der mit 24 Sängerinnen eher kleine Chor mit einer Altersstruktur von 15 bis 70 Jahren hat sich neben den Männern längst etabliert und kann auf einige Erfolge zurückschauen. Mit großer Motivation erarbeiten sich die Frauen ein breitgefächertes Repertoire an Chorliteratur auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch und Latein.

Der Kinderchor, die „Cantante Cintura Kids“, freut sich riesig auf seinen Auftritt mit der musikalischen Leiterin Katharina Zink. Der Chor wurde im April 2014 neu gegründet. Mittlerweile singen 20 Kinder mit. Seit April 2016 steht er unter der Leitung von Zink, der es mit viel Einfühlungsvermögen gelingt, den Kids traditionelles Liedgut, aber auch moderne Songs näherzubringen. Die Kinder sind mit viel Spaß und Enthusiasmus bei der Sache und konnten sich in der Vergangenheit schon bei mehreren Auftritten präsentieren.

Vocapella Limburg unter der Leitung von Tristan Meister, der Sieger des Deutschen Chorwettbewerbs in Weimar, bringt ein tolles Programm mit. Das 2007 gegründete Ensemble besteht aus jungen Männern aus der Region Limburg, die ihre gemeinsamen musikalischen Wurzeln bei den Limburger Domsingknaben haben und sich unter der Leitung von Meister dem anspruchsvollen Männerchorgesang widmen. Der Chor hat sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird regelmäßig zu Auftritten im In- und Ausland eingeladen. Konzertreisen führten die Sänger bereits nach Brasilien, Argentinien, Paraguay, Ungarn, Belgien, Bulgarien und durch ganz Deutschland. Er brillierte bei etlichen internationalen Chorfestivals.

Aktuell beschäftigt sich das Ensemble mit der Gesamteinspielung aller a-cappella-Männerchorwerke von Max Reger anlässlich seines 100. Todestags. Die erste der zwei CDs umfassenden Arbeit ist Ende 2016 erschienen. Das Repertoire des Chors umfasst geistliche und weltliche Männerchorliteratur aller Epochen und erstreckt sich von Werken aus der Renaissance bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Vertonungen.

Info: Vorverkaufskarten gibt es zu 14 Euro bei der Sparkasse Starkenburg in Wald-Michelbach sowie Bäckerei Beutel und Metzgerei Dingeldein in Unter-Schönmattenwag oder telefonisch unter 06207/1694. An der Abendkasse kosten die Karten 16 Euro. Die „Cantante Cintura Kids“ (Kinderchor) proben freitags von 17.30 bis 18.15 Uhr, der Frauenchor danach von 18.30 bis 20 Uhr, der Männerchor ebenfalls von 18.30 bis 20 und jeden ersten Freitag im Monat von 20.30 bis 22 Uhr. Bei der Sängerbundfamilie sind alle Altersstrukturen vertreten.

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Feuerwehr, Kindergarten und Grundschule laden am 2. Dezember zum Weihnachtsmarkt auf dem Festplatz Unter-Schönmattenwag ein

Wie in den Jahren zuvor wird der Reigen der Weihnachtsmärkte in der Großgemeinde Wald-Michelbach am Samstag, 2. Dezember, mit dem auf dem Festplatz im Alten Weg eröffnet. Zur sechsten Auflage lädt die fusionierte Feuerwehr Schönmattenwag in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und der Grundschule Schimmeldewog ein.

Seit der Premiere 2015 agieren die beiden Feuerwehrvereine aus „Ober“ und „Unter“ gemeinsam bei dieser Veranstaltung. Um 15 Uhr geht es im Alten Weg los – mit offenem Ende. Auf die Besucher wartet wieder eine heimelige, besondere Atmosphäre, zu der der schön geschmückte Weihnachtsbaum und die diverse Schwedenfeuer ihren Teil beitragen.

Der Förderverein der Grundschule wird dabei sein und Plätzchen, Gebasteltes sowie Marmelade und selbstgemachte Kräutersalze verkaufen. Auch der Kindergarten hat an seinem Stand verschiedene selbst gebastelte Dinge im Angebot. Dazu kommen verschiedene Stände von Privatpersonen aus dem Ort mit Gehäkeltem, Gestricktem, Holzarbeiten, Gebasteltem und Adventskränzen.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Von Waffeln bis hin zur Bratwurst ist alles dabei. Die Feuerwehr bietet neben Glühwein und Kinderpunsch auch die „regulären“ kalten und warmen Getränke an. Außerdem sorgen die Wehrleute fürs Essen: Außer Steak und Wurst gibt es auch Lachsbrötchen und Kartoffelchips. Der große Weihnachtsbaum, vor Ort direkt im Schimmeldewäer Wald gefällt und auf den Platz transportiert, wird von den Floriansjüngern gestellt und geschmückt. Die Jugendfeuerwehr wird ebenfalls dabei sein, die Fackeln „betreuen“ und beim Verkauf helfen.

Yvonne Ballmann bietet wieder Adventskränze an. Es wird daneben wie im vergangenen Jahr gebrannte Mandeln bei Oliver und Tatjana Jöst geben. Peter Sauer ist aufs Neue mit seinen verschiedenen Holzarbeiten dabei. Der Kindergarten hat neben Waffeln und heißer Schokolade auch Gebasteltes im Angebot. Dorothee Rüdiger ist mit ihren Häkelarbeiten vor Ort. Für die musikalische Umrahmung ist gesorgt.

„Gefühlt hatten wir auf jeden Fall mehr Besucher als in den vergangenen Jahren“, meinte Ralf Scheib, der Vorsitzende des Unter-Schönmattenwager Feuerwehrvereins, nach der Veranstaltung 2016. Zum fünften Mal hatten die Floriansjünger aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil vergangenes Jahr die Bevölkerung eingeladen. Die etwas milderen Temperaturen führten dazu, dass die Gäste länger verweilten und der Bierabsatz höher war.

Wenn auch vor allem Einheimische auf den Alten Festplatz drängten, so beobachtete Scheib dieses Mal doch auch ein paar „Heimgekehrte“, die zwar früher weggezogen waren, aber für den Weihnachtsmarkt wieder zurück in die alte Heimat kamen. „Wir haben jedes Jahr ein bisschen mehr Waren bestellt“, schlug sich laut Scheib der Andrang positiv auf den Verkauf nieder. Auch sein Kollege aus dem oberen Ortsteil, Feuerwehrvereins-Vorsitzender Jürgen Walter, zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden.

Dass nun im dritten Jahr die beiden Feuerwehrvereine die Ausrichtung gemeinsam stemmen, macht laut Scheib die Organisation einfacher. Denn es stehen so mehr Helfer zur Verfügung. Für die Hilfe aus dem oberen Ortsteil revanchieren sich die Brandschützer aus „Unter“ dann beim dortigen Pfingstfest.

Klangvolle Geburtsständchen für die Harmonie: Viele Chöre machten dem Aschbacher MGV ihre Aufwartung

So erfolgreich wie sich die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 135-jährigen Bestehen des MGV Harmonie Aschbach angelassen hatten, setzten sie sich auch am Sonntag mit dem Freundschaftssingen fort. Chöre der drei Überwaldgemeinden, des Sängerkreises Überwald/Weschnitztal sowie die Ewald-Ensembles und weitere befreundete Vereine gratulierten der Harmonie im Haus des Gastes zum Geburtstag. Klangkörper aller Kategorien (Projekt-, Männer-, Frauen- und gemischte Chöre) von 15 bis über 60 Sänger zeigten sich dabei sehr gut vorbereitet und motiviert.

Das Repertoire der verschiedenen Ensembles erwies sich als sehr vielfältig: Von populären und humoristischen Liedern bis hin zu Wettbewerbsprogrammen mit höchstem Anspruch war alles dabei. So war etwa der Volkschor Birkenau mit seinem Repertoire zugegen, das er beim hessischen Chorwettbewerb am 12. November darbieten wird. Auch der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag glänzte mit seinen Wettbewerbsstücken und setzte damit den klangvollen Schlusspunkt eines qualitativ sehr hochwertigen Freundschaftssingens.

Dass, wie es in den Ansprachen anklang, der Sängerkreis bestens aufgestellt ist, kam im sehr abwechslungsreichen Programm auf hohem Niveau zum Ausdruck. Es gab kaum Überschneidungen in der Liedauswahl der verschiedenen Chöre. Damit bewiesen die Klangkörper der Region ihre ungebrochene Vitalität und zeigten den Gegentrend im Sängerkreis und insbesondere im Überwald zum allgemeinen Tief im Chorgesang volltönend auf.

Das „Haus des Gastes“ war den ganzen Tag über durchgängig sehr gut besetzt. Viele Freunde der Chormusik und interessierte Sänger waren offensichtlich nicht nur für ihren eigenen Auftritt gekommen, sondern verweilten auch länger. Eine sehr gute Disziplin auch bei den Zuhörern stellten die Veranstalter fest. Die gekonnte Moderation erfolgte durch Michael Pleiner. Er unternahm mit den Gästen zwischen den Chorbeiträgen (also beim Auf- und Abgang) eine Zeitreise durch 135 Jahre Harmonie Aschbach mit einzelnen Highlights.

Mit einem Schiller-Zitat verwies Landrat Christian Engelhardt in seinem Grußwort darauf, dass „Musik die Macht hat, Kummer und Trübsal zu vertreiben“. Sie mache Freude und schaffe Harmonie, ging er auf den Namen des Jubelchores ein. Es sei eine ganz besondere Leistung, über 135 Jahre die musikalische Gemeinschaft zu bewahren und auf einem solch hohen Niveau zu halten. Hervorragende Vereinsarbeit, engagierte Dirigenten und tolle Sänger seien hierfür die Grundpfeiler.

Engelhardt lobte die Anstrengungen des großen Chors mit seinen über 50 Sängern, die Jugend miteinzubinden. „Alle wissen, wie schwierig das in der heutigen Zeit ist.“ Er sei froh, so der Landrat, dass sich die Chöre im Kreis Bergstraße in einer solch guten Verfassung präsentierten. „Die Ensembles liebten ihre Heimat und drücken das durch den Gesang aus“, sagte er. „Das macht unsere Heimat lebenswert.“ Ohne den Chorgesang, meinte er, wäre vieles ärmer.

Bürgermeister Dr. Sascha Weber, bekanntermaßen selbst dem Gesang verbunden, freute sich deshalb besonders, dass in Großgemeinde und Region so ausgiebig und dauerhaft gesungen wird. „Wir haben sehr viele Chöre, deren Mitglieder mit Begeisterung dabei sind.“ Der Aschbacher MGV beweise eindrucksvoll, wie man den Gesang und damit auch gleichzeitig das Dorf am Leben erhalte.

Für die CDU-Landtagsabgeordnete Birgit Heitland sind Gesangvereine wie der Jubilar „aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken“. Ohne diese „wäre unsere Gesellschaft um ein Vielfaches ärmer“. Mit klugen Konzepten habe die Harmonie dafür gesorgt, dass es immer weitergeht. „Auf die Idee, einen Jubiläumschor zu gründen muss man erstmal kommen“, meinte sie anerkennend. Der Name Harmonie sei Programm. Der Verein sei so etwas wie ein ruhender Pol, eine Gelegenheit sich einzubringen und mit Gleichgesinnten zu treffen.

SPD-Landtagskollegin Karin Hartmann würdigte die „tollen Liedbeiträge“ in einem „sehr hochkarätigen Freundschaftssingen“. In der Region könne man stolz auf ein breites gesangliches Angebot sein, sagte sie. Mit dieser Vielfalt hebe man sich von anderen Gegenden ab. Die hiesigen Gesangvereine verstehen es laut Hartmann bestens, die Menschen „mit modernem und traditionellem Liedgut zu begeistern“.

Dem konnte Wolfgang Schlapp nur beipflichten. Der Vorsitzende des Sängerkreises Weschnitztal/Überwald freute sich über die die Entwicklung bei der Harmonie. Die Gründung des Projektchors vor zehn Jahren bezeichnete er als „mutige und richtige Entscheidung“. Denn: „Man muss sich ständig neu erfinden.“ Die MGV-Verantwortlichen werden es gerne gehört haben, dass Schlapp im Anschluss das Aschbacher Geburtstagskind als „Leuchtturm und Aushängeschild im Sängerkreis“ bezeichnete.

Teilnehmende Chöre: KSG Kreidach Liederkranz, MGV Wallonia Wahlen, Voice Art MGV Liederkranz Trösel, Volks-Chor Birkenau, Chorgemeinschaft GV Gorxheim/MGV Trösel, MGV Affolterbach, GV Sängerlust Schlierbach, MGV Sängerbund Heiligkreuzsteinach, MGV Harmonie Brombach-Kröckelbach, MGV Eintracht Birkenau, MGV Lyra Schriesheim, Gemischter Chor Waldeslust Scharbach, Gesangverein Eintracht Fahrenbach, GV Frohsinn Lörzenbach, Crescendo Scharbach, Singkreis Gras-Ellenbach, GV Harmonie Ober-Schönmattenwag, Projektchor des MGV Union Wald-Michelbach, GV Immergrün Hartenrod, MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag.

Rauschender Beifall fürs Jubiläumskonzert: MGV Aschbach macht sich zum 135-jährigen Bestehen selbst das schönste Geschenk

Frenetischer Jubel, Standing Ovations, kaum enden wollender Beifall: Was der MGV Harmonie unter dem Motto „Aschbach in Concert“ im Haus des Gastes zu seinem 135-jährigen Bestehen bot, fand begeisterte Aufnahme im ausverkauften Saal. Mehr als 400 Besucher lauschten dem über zweistündigen Best-of der Aschbacher Sangeskunst, das MGV, Projekt- und Jubiläumschor sowie verschiedene Solisten auf die Bühne zauberten. Dass diese geballte Demonstration aus vielen Kehlen nicht ohne Zugabe bleiben würde, war klar.

„Guten Abend, gute Nacht“ versammelte als allerletztes Stück eines berauschenden Abends alle Chöre mitsamt Solisten und Begleitband auf der Bühne. Die wurde bei 70 Mitwirkenden ziemlich eng. Schon zuvor hatte es mit dem „Feuerzeug“ eine erste Zugabe mit Solo von David Heiligenthal gegeben. Dass die Zuschauer mehr fordern würden, war spätestens nach dem letzten Set klar, den der Männerchor bestritt.

„Katrin“ von den Black Fööss präsentierte mit Matthias Strauch einen kongenialen Sprecher, der sich zur Freude der Gäste immer mehr in die Sache reinsteigerte. Das Stück selbst ist ja hinreichend bekannt und hat viele Fans. Nach „The Drummer & The Cook“ über den Schlagzeuger und die Köchin richtete MGV-Vorsitzender Dirk Breitwieser Dankesworte an alle Mitwirkenden und Gäste. Für die Damen gab es einen Blumenstrauß.

Wortgewaltiger Abschluss dann mit der Liverpool-Hymne „You’ll never walk alone“. Am Piano von Marius Skibka begleitet, entführte der Chor die Besucher ins Stadion an der Enfield Road. Zum Schluss wurde der Song richtig mächtig und schallte bis in die letzten Winkel der Halle. Das lauteste Stück im Repertoire, auf das langanhaltender Applaus folgte. Und eben die Zugabe-Rufe ohne Ende. Das schönste Kompliment für die Aschbacher gab’s von einem Gast. Der hatte noch nie ein Gesangverein-Konzert erlebt, „bei dem so viele junge Leute unter den Besuchern waren“.

Aber nicht nur unter den Besuchern: Auch auf der Bühne gab es in den drei Chören sehr viele junge Gesichter. Zwei von ihnen, Lukas Jäger und Marius Strauch, hatten die Moderation übernommen und stellten die einzelnen Stücke in Stichworten vor. Ein sehr lobenswerter Ansatz, um fremdsprachige Texte zu verstehen und mehr Infos über bestimmte Lieder zu erhalten.

Viel Vorschussapplaus brandet auf, als die Chormitglieder zu Beginn auf die Bühne kommen und diese sich langsam immer mehr füllt. Als Dirigent Frank Ewald die Stufen heraufschreitet, bekommt er noch einmal extra Beifall. Er nimmt Aufstellung, gibt den Ton auf dem Klavier an und auf sein Zeichen geht es sofort los. Nach leisem Beginn lassen die versammelten Männer bei „Agonie“ mächtig ihre Stimmen ertönen und schaffen es so, den Saal bis in den hintersten Winkel zu beschallen.

Stolz auf die „bunte Mischung allein aus Aschbacher Kraft“ zeigen sich die beiden Moderatoren. Chormitglieder und Solisten stammen alle aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil. Das Haus des Gastes ist zum Festival der Aschbacher Musik sehr stimmungsvoll indirekt ausgeleuchtet. Die eher besinnliche Stimmung kommt auch in den folgenden beiden, eher spirituellen Stücken zum Ausdruck. In „Jacobs Ladder“ hört man den Chor förmlich musikalisch die Ton-Stufen emporklettern. Mit jedem Tritt nach oben wird es auch lauter.

Jenny Heiligenthal, die wie auch später Stephanie Schmitt und Patricia Knapp als Solistin dabei ist, heimst mit „In deiner kleinen Welt“ bereits heftigen Applaus ein. „Si jamais j’oublie“ von Schmidt und „True Colors“ von Knapp, jeweils von der Begleitband mit Ralf Eisenhauer (der auch den Projektchor leitet), Thomas Sattler und Benedikt Breitwieser untermalt, sind weitere Glanzpunkte im Programm.

Anlässlich des Jubiläums hatte sich der MGV an zwei neue Stücke gewagt. „La marche des rois“ und der „Reh im Park-Blues“ zeigten die ganze Wandlungsfähigkeit des Chors. Und auch seine Vielstimmigkeit unter dem Dirigat von Ewald. Der Marsch der Drei Könige zum Jesuskind baut sich immer mehr auf, je näher sie Jesus kommen, bevor er achtstimmig endet. Zwei sehr schwierige Lieder, die sich die Männer da draufgeschafft haben. Nächster umjubelter Höhepunkt: Das Männerquartett mit einer A-cappella-Version von Uncle Crackers „Follow me“.

Leonard Cohens „Halleluja“ ist ein Klassiker. Das mächtige Stück mit leisen Zwischentönen beschließt diesen Set, bevor dann der „Jubiläumschor 135“ die Bühne betritt. Der huldigt erstmal dem schönen Heimatort: Das Aschbacher Lied erklingt in Ourewäller Dialekt. Die Hochzeit der Frösche, eigentlich aus Jugoslawien stammend, könnte genauso gut im Wiesental stattfinden, scherzen Jäger und Strauch. Ein weiteres bekanntes „Halleluja“ von Kobi Oshrat leitet in die Pause über.

Nach der geht‘s genauso abwechslungsreich weiter. Den Anfang macht der Projektchor mit drei Liedern. Da ist dann Joe Jackson dabei, aber auch Làszló Halmos und – ein bayrisches Medley. Mit der Schickeria, dem Skandal im Sperrbezirk und Fürstenfeld wird es den Gästen ganz weiß-blau in der Halle. Eher stillere Songs bilden den Mittelteil. Darunter das schwierige Seefahrerlied „Lowlands“ über eine traurige Liebe. Die drei Solistinnen gemeinsam mit „Imagine“ von John Lennon leiten dann über zum furiosen Finale mit bekanntem Ausgang. Bei der anschließenden „After-Show-Party“ wird noch bis in die Puppen gefeiert.

Mitwirkende

MGV Harmonie Aschbach, Projektchor, Jubiläumschor 135

Chorsolisten: Benedikt Breitwieser, Gerhard Hannowski , David Heiligenthal, Thomas Hindenlang, Lukas Jäger, Peter Jäger, Patrick Scholz und Marius Strauch; Sprecher: Matthias Strauch

Projektchor-Solisten: Benedikt Breitwieser, David Heiligenthal, Thomas Hindenlang, Marius Strauch, Florian Lindner und Michael Weihrauch

Solisten: Jenny Heiligenthal, Patricia Knapp, Stephanie Schmitt

Klavier: Marius Skibka

Begleitband: Benedikt Breitwieser, Ralf Eisenhauer und Thomas Sattler

Männerquartett: Benedikt Breitwieser, David Heiligenthal, Thomas Hindenlang, Marius Strauch

Moderation: Lukas Jäger, Marius Strauch

Medikamente immer mit Leitungswasser einnehmen: Dr. Nadine Heß von der Brunnen-Apotheke sprach beim VdK-Ortsverband Schönmattenwag

Die vielen interessierten Nachfragen aus der Runde machten deutlich, dass der VdK-Ortsverband Schönmattenwag mit dem Vortragsthema ins Schwarze getroffen hatte: Inhaberin Dr. Nadine Heß von der Brunnen-Apotheke in Rimbach, Tochter des VdK-Kreisvorsitzenden Georg Spilger, sprach im katholischen Gemeindesaal über das Thema Arzneien. Für den Ortsverband begrüßte dessen Vorsitzende Renate Lautenschläger die Gäste im erfreulich gut besetzten Saal.

Ob elektronische Gesundheitskarte, die Lagerung von Medikamenten beim Urlaub in südlichen Ländern, die Wechselwirkung bei der Einnahme von mehreren Präparaten oder der richtige Einnahme-Zeitpunkt: Die Senioren hatten so einiges auf dem Herzen, was ihnen Dr. Heß fundiert beantwortete. Dazu gab es auch gleich praktische Tipps, aber immer auch mit dem Hinweis, im Zweifelsfall den Rezept ausstellenden Arzt zu konsultieren.

Ein Hinweis blieb den Anwesenden gut in Erinnerung: Die Apotheken-Chefin empfahl, Medikamente grundsätzlich mit Leitungswasser einzunehmen. Denn die Kohlesäure könnte wiederum – je nach Präparat – mit diesem reagieren und seine Wirkung abschwächen. Gleiches gilt für Kaffee, Tee, Milch oder Grapefruitsaft. „Im Krankenhaus habe ich nie Hahnenwasser bekommen“, meinte dazu ein Gast. Heß wies darauf hin, dass man je nach (nicht so guter) Qualität des Tropfens aus der Leitung natürlich auch stilles Wasser mit niedrigen Kalzium- und Natriumwerten verwenden könne.

Sehr zielführend ebenso ihre Antwort auf die Frage nach der Anwendung von Augentropfen: „Mehr als ein Tropfen bleibt nie im Tränensack drin“, beruhigte sie eine Fragende. Sie empfahl, eine halbe Minute lang den Tränennasengang zuzudrücken, um eine bessere Wirksamkeit zu erreichen. Der genaue Zeitpunkt einer Medikamenteneinnahme ist ihren Worten zufolge „zwar kaum praktikabel“, aber für deren Wirksamkeit am besten.

Viel Raum nahmen Informationen über Generika ein. Also Medikamente, deren Patent des Original-Herstellers nach zehn Jahren abgelaufen ist und die nun über einen anderen Anbieter günstiger auf den Markt kommen. „Der Wirkstoff ist zu 100 Prozent gleich“, sagte Heß. Allerdings könnten die Inhaltsstoffe variieren. Dies wäre ein möglicher Grund, warum manche Nachahmer-Präparate doch nicht so gut wirken wie das Original. So könne „eine Tablette fester oder lockerer gepresst sein“, erläuterte sie. Und damit nicht so gut anschlagen.

Es ist jedoch nicht so einfach, ans Original zu kommen, hob sie hervor. Das müsse der Arzt explizit (durch Markieren des Aut-idem-Kreuzes) verschreiben. Die Krankenkasse, so die Apothekerin, „will einen Beleg, warum der Patient das Original benötigt“. Denn die Ärzte seien aus Kostengründen dazu angehalten, Generika zu verschreiben. Das können bei regelmäßiger Einnahme in jedem Monat andere sein, erläuterte sie. Denn es gebe laufend neue Rabattverträge der Hersteller mit den Krankenkassen. Insgesamt, sagte sie, „eine nicht zufriedenstellende Situation“.

Dr. Heß ging daneben auf den unterschiedlichen rechtlichen Status der Medikamente ein. „Freiverkäufliche“ ließen sich auch im Supermarkt oder in der Drogerie erhalten. Apothekenpflichtig bedeute, dass die Präparate ohne Rezept in den Apotheken erhältlich seien und in der Selbstmedikation bei leichten Erkrankungen eingesetzt würden. Verschreibungspflichtig heiße, dass stark wirksame Medikamente, die auch Nebenwirkungen hervorrufen können, nur gegen Vorlage eines Rezeptes durch die Apotheke ausgegeben werden dürften.

Die Inhaberin der Brunnen-Apotheke wies außerdem darauf hin, dass die Haltbarkeit eines Medikaments auf jeder Verpackung, Blister und Flasche angegeben sei. Die Aufbrauchfrist wiederum sei der Zeittraum, in der das geöffnete Arzneimittel verwendet werden dürfe. Brausetabletten solle man in einem Glas Leitungswasser auflösen, die Suspension vor Gebrauch immer gut schütteln und wie gefordert richtig dosieren.

Wichtig war Heß der richtige Einnahmeabstand zu den Mahlzeiten. Wenn von „nüchtern“ die Rede sei, dann bedeute dies eine halbe Stunde bis Stunde vor oder frühestens zwei Stunden nach dem Essen. Der Hinweis „vor dem Essen“ beziehe sich auf 30 Minuten davor. „Zum Essen“ bedeute während oder unmittelbar nach der Mahlzeit. Natürlich, sagte sie, lasse sich das manchmal schlecht realisieren. „Sie können ja nicht um 5 Uhr aufstehen, um Medikamente einzunehmen, weil sie um 7 Uhr frühstücken.“ Wichtig sei daneben die Tageszeit. Cholesterinsenker etwa sollten abends eingenommen werden.

„Arzneimittel sollten immer kühl, lichtgeschützt und trocken gelagert werden“, betonte Heß. Raumtemperatur bedeute dabei 15 bis 25 Grad. Das Badezimmer sei ein ungünstiger Ort, weil es dort eher warm und feucht sei. Brause- und Trinktabletten sollten kühl und trocken untergebracht sein, weil sie sonst Feuchtigkeit ziehen. Auch nach ihrem Vortrag, für den Lautenschläger der Referentin herzlich dankte, stand die Apothekerin den Besuchern für Fragen gerne zur Verfügung.

„Vocapella Limburg“ ist am 18. November bei der Überwälder Chorgala in Unter-Schönmattenwag zu Gast

Der MGV Sängerbund ruft alle Sangesfreunde zur dritten Überwälder Chorgala und präsentiert dabei einen besonderen Gast. Am Samstag, 18. November, tritt neben den drei MGV-Chören auch „Vocapella Limburg“ unter der Leitung von Tristan Meister auf. Um 18.30 Uhr (Einlass 18 Uhr) geht es in der katholischen Kirche „St. Johannes der Täufer“ Unter-Schönmattenwag los. Der Vorverkauf startet am 16. Oktober. Die Besucher erwartet ein Gesangserlebnis der besonderen Art.

Das 2007 gegründete Ensemble Vocapella Limburg besteht aus jungen Männern aus der Region Limburg, die ihre gemeinsamen musikalischen Wurzeln bei den Limburger Domsingknaben haben und sich unter der Leitung von Tristan Meister dem anspruchsvollen Männerchorgesang widmen. Der Chor hat sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird regelmäßig zu Auftritten im In- und Ausland eingeladen. Konzertreisen führten die Sänger bereits nach Brasilien, Argentinien, Paraguay, Ungarn, Belgien, Bulgarien und durch ganz Deutschland.

Aktuell beschäftigt sich das Ensemble mit der Gesamteinspielung aller a-cappella-Männerchorwerke von Max Reger anlässlich seines 100. Todestags. Die erste der zwei CDs umfassenden Arbeit ist Ende 2016 erschienen. Das Repertoire des Chors umfasst geistliche und weltliche Männerchorliteratur aller Epochen und erstreckt sich von Werken aus der Renaissance bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Vertonungen. Vocapella Limburg ist nach collegium vocale limburg, Ensemble Rossignol, Cantabile Limburg und Camerata Musica Limburg das fünfte Ensemble, das die Tradition der Männerkammerchöre ehemaliger Limburger Domsingknaben fortführt.

Der Männerchor im MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag unter der bewährten Leitung von Hans-Joachim Karl feierte 2015 sein 140-jähriges Bestehen. Er sieht sich als ambitionierter Laienchor, der regelmäßig an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnimmt. Die Erfolge bestätigen den besonderen Einsatz der Männer. Klassensiege und Tageshöchstwertungen sind der Lohn des großen Zusammenhaltes, zuletzt im Mai beim Internationalen Chorfestival in Lindenholzhausen.

Nicht zuletzt ist dies der Arbeit von Dirigent HaJo Karl zu verdanken, der es immer wieder aufs Neue versteht, die Sänger besonders zu motivieren. Durch die Vielfalt aus moderner und traditioneller Chorliteratur sind Sänger von 19 bis 80 Jahren im Chor vertreten und haben große Freude. Der Chor schreckt auch nicht vor der Herausforderung einer Uraufführung im Rahmen der Chorgala zurück. Dass sich der renommierte lettische Chorkomponist Eriks Esenvalds bereit erklärte, ein Chorstück eigens für den MGV zu komponieren, zeugt vom Bekanntheitsgrad und Können des Klangkörpers.

Der MGV-Frauenchor unter der Leitung von Anna Stumpf kann kommendes Jahr sein 20- jähriges Bestehen feiern. Der mit 24 Sängerinnen eher kleine Chor mit einer Altersstruktur von 15 bis 70 Jahren hat sich neben den Männern längst etabliert und kann auf einige Erfolge zurückschauen. Zuletzt errangen die Damen den Klassensieg und die Tagesbestleistung beim Sängerfest in Schwanheim. Mit großer Motivation erarbeiten sich die Frauen unter ihrer neuen Chorleiterin Anna Stumpf ein breitgefächertes Repertoire an Chorliteratur auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch und Latein.

­Der Kinderchor im MGV, die „Cantante Cintura Kids“, wurde im April 2014 neu gegründet. Mittlerweile singen 20 Kinder mit. Seit April 2016 steht er unter der Leitung von Katharina Zink, der es mit viel Einfühlungsvermögen gelingt, den Kids traditionelles Liedgut, aber auch moderne Songs näherzubringen. Die Kinder sind mit viel Spaß und Enthusiasmus bei der Sache und konnten sich in der Vergangenheit schon bei mehreren Auftritten präsentieren.                       tom

 

Info: Vorverkaufskarten gibt es ab 16. Oktober zu 14 Euro bei der Sparkasse Starkenburg in Wald-Michelbach sowie Bäckerei Beutel und Metzgerei Dingeldein in Unter-Schönmattenwag oder telefonisch unter 06207/1694. An der Abendkasse kosten die Karten 16 Euro. Die „Cantante Cintura Kids“ (Kinderchor) proben freitags von 17.30 bis 18.15 Uhr, der Frauenchor danach von 18.30 bis 20 Uhr, der Männerchor ebenfalls von 18.30 bis 20 und jeden ersten Freitag im Monat von 20.30 bis 22 Uhr. Bei der Sängerbundfamilie sind alle Altersstrukturen vertreten.

Enduro-Fahrer aus ganz Europa sind bei der Classic-Fahrt des MSC Ulfenbachtal am Start

„Classic heißt schrauben“, bringt es Markus Hirsch auf den Punkt. Der sportliche Leiter des MSC Ulfenbachtal ist eines von 100 Vereinsmitgliedern, das bei der 15. ADAC Johann-Philipp-Jöst-Gedächtnisfahrt voll gefordert ist. Die Enduro Classic rief der MSC anlässlich seines 50-jährigen Bestehens wieder ins Leben. Fahrer aus ganz Europa sind ganz wild auf die Teilnahme, weiß Hirsch. Doch nur 140 dürfen an den Start. 250 wollten. Wegen Platz, Zeitrahmen und Fahrerlager muss der MSC aber das Starterfeld begrenzen.

Das Gelände im Überwald bietet eine der schönsten Enduro-Strecken in Deutschland. Was da rund um den Ort fährt, über Stock und Stein in der Wüstenbach, liest sich wie ein „Who’s who“ der alten Motorradmarken, bei denen jedem Fan das Herz aufgeht. Die BMW-Geländemotorräder sind darunter noch die bekanntesten, die bei der Enduro-Classic in Schimmeldewog loslegen. Java, Laverda, Bombardier, Maico, Sachs, Simson, Hercules, Puch sind weitere Exoten, gefolgt von KTM, MZ, SWM, Moto Monini oder Bultaco. Allen ist eines gemein: Sie müssen vor 1980 gebaut sein.

Mindestens genauso so alt wie ihre Untersätze sind auch die tollkühnen Männer auf ihren fahrbaren Kisten. Den Vogel schießen Hermann Schnurr und Burchard Lenz ab, die das Alter ihrer Zweiräder locker toppen. Beide sind 82 Jahre alt und bekamen damit auch Preise als älteste Teilnehmer. „Der Hermann Schnurr ging schon vor 40 Jahren bei uns auf die Strecke“, erinnert sich Hirsch. Ein passionierter Schrauber, dem das Benzin im Blut zirkuliert und der nach wie vor seine Honda XL 185 beherrscht. Wie ihn gibt es einige, die seit 50, 60 oder mehr Jahren dem Motorsport im Gelände verfallen sind.

Und das nicht irgendwo: „Hier geht’s nicht nur einmal um den Fischteich rum“, erläutert der Sportleiter die sehr anspruchsvolle Strecke. Entsprechend sehen Fahrer und Gefährt dann auch danach aus. Eine durchgehende brauen Schicht hat sich spätestens bei der dritten 25-Kilometer-Runde auf beide gelegt. „Manche überschätzen sich dabei auch“, weist Hirsch auf einen Gestürzten hin.

Schimmeldewog zählt neben Isny und Zschopau zu den drei renommiertesten deutschen Enduro-Strecken. Wobei „selbst die aus Isny sagen, bei uns ist es sehr schön“, freut sich Hirsch. Denn während im Bayrischen bei Regen alles absäuft, „ist bei uns noch alles befahrbar“. Kein Wunder, dass Teilnehmer aus Belgien, Italien, Kroatien, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden an den Start gehen.

„Das Highlight ist die Geländefahrt“, betont Markus Hirsch. Denn auf den 25 Kilometern gibt es nur 500 Meter Asphalt. Der Rest geht durch die Prärie, durch Feld, Wald und Wiesen im stetigen Auf und Ab. „Deshalb ist das auch so toll für die Fahrer.“ Außerdem „stimmt organisatorisch alles“ bekommt der MSC immer wieder als sehr positive Rückmeldung.

Mit dem 57-jährigen Pierfranco Muraglia auf seiner Fantic Caballero 125 hatte die 15. Enduro Classic einen ganz besonderen Gast. Denn der Italiener war in früheren Jahren mehrfacher italienischer, Europa- und Weltmeister auf Kawasaki, Aprilia oder Gilera. Etliche deutsche Meister und viele weitere namhafte Fahrer belegen die internationale Bedeutung der Veranstaltung in Schimmeldewog.

Das Wertungssystem ist komplex, macht aber auch deutlich, dass beim Wettbewerb viel Gaudi dabei ist. 14 verschiedene Klassen gibt es. Jeder Fahrer hat noch vor dem Start 200 Strafpunkte auf dem Konto. Davon werden Fahrer- und Motorradalter abgezogen. Sprich 100 Punkte, wenn beide 50 alt sind. Fährt ein 30-Jähriger eine 40 Jahre alte Maschine, sind es nur 70. Der Jungspund muss dann diese 30 Punkte in den Sonderprüfungen wieder aufholen.

Zu den Aufgaben zählt auch, in 20 Sekunden die alte Kiste zu starten und abzufahren. Auf der Cross-Strecke bedeutet jede gefahrene Sekunde einen Strafpunkt. Wer dann am Ende die wenigsten Zähler auf seinem Konto hat, gewinnt seine Klasse. Zusätzlich müssen drei Runden à 25 Kilometer in maximal je 90 Minuten absolviert werden. Laut Hirsch dient das aber lediglich als Zuverlässigkeitsprüfung. „Die ist locker zu schaffen“, meinte er.

Gleich zwei Motorräder aus dem Jahr 1955 zählten zu den ältesten des Wettbewerbs. Beide Male handelte es sich um eine DKW, einmal eine 175 GS, einmal eine RT 125. Das älteste Gespann nannte Siegfried Richter sein Eigen: eine BMW R 69 S 750 von 1962 mit Kaiserzylinder. „Das ist eine besondere Rarität“, schwärmt der sportliche Leiter. Wie bei den anderen Oldtimern auch müssen die Fahrer absolute Spezialisten für ihre Maschinen sind. „Alles muss selbst angefertigt werden“, erklärt Hirsch. „Denn Teile gibt es dafür keine mehr.“

Für den MSC ist der Event eine Herkulesaufgabe. Denn kaum ist die eine Veranstaltung vorbei, steht die des kommenden Jahres in den Startlöchern. „Bis Ende Oktober muss beim ADAC der Termin für 2018 gemeldet sein“, lacht Hirsch. Mit 100 ehrenamtlichen Helfern wird dieser Tag dann gestemmt. Sieben Streckenmarschalls sichern die Strecke und reparieren sie bei Bedarf auch.