Jetzt anmelden für die 12. Odenwälder Hochlandspiele bei den Köhlertagen auf der Raubacher Höhe

Die Tradition des Kohlenmeiler-Brauchtums lebt Ende Juli wieder auf. Auf der Raubacher Höhe oberhalb von Schönmattenwag kommen dann Liebhaber von Lagerfeuerromantik, schwarzen Gesellen und originellen Wettbewerben voll auf ihre Kosten. Denn dann ist auf dem Odenwälder Höhenrücken die beliebte Köhlerwoche angesagt, zu der die beiden Vereine Gesangverein Harmonie und FC Odin zusammen mit dem Köhlerteam von Freitag, 27. Juli, bis Sonntag, 5. August, einladen.

Der Startschuss fällt am 27. Juli um 18 Uhr, wenn der Holzkohlenmeiler feierlich entzündet wird. Dann wird im Beisein vieler Gäste die glühende Holzkohle in den Schacht hinabgelassen, sodass das Holz danach in zehn Tagen zur Kohle werden kann. Die wird am Abschlusstag verkauft. Dazu gibt es viel Musik, Infos und so manche Anekdote und witzige Geschichte rund ums Köhlerhandwerk. Anschließend schwelt der Meiler unter strenger Bewachung vor sich hin.

Die Köhler Joachim Sauer und Jürgen Walter freuen sich, wenn Petrus ihnen dazu zehn unwetterfreie Tage spendiert, aber auch über viele Besucher, die schauen, staunen und fachsimpeln – oder einfach auch nur den Arbeitstag in gemütlicher Runde mit einer Köhlermahlzeit ausklingen lassen wollen. Seit über 30 Jahren pflegen die beiden Vereine schon das alte Handwerk, das früher in den Odenwalddörfern weit verbreitet war.

In Schönmattenwag war es etwa Adam Knopf, der es noch von der Pike auf gelernt hatte und an den eine Gedenkplatte auf dem Festplatz erinnert. Jürgen Walter wird darüber hinaus immer gegen Abend das Binden von Reisigbesen vorführen, das er sich vor ein paar Jahren vom Schwiegervater abgeschaut und autodidaktisch gelernt hat.

Das uralte Geschäft mit der Kohle ist die arbeitsintensive Seite der Köhlerwoche. Viel wichtiger ist den Veranstaltern jedoch die erlebbare Tradition des „Kohlebrennens“, mit der sie auch ein stückweit dem Raubacher Jockel, der bekanntermaßen zu Lebzeiten gleichfalls mit der Köhlerei seinen Unterhalt bestritt, wenige Meter oberhalb seines Heimatortes seine Referenz erweisen.

Für die entsprechende Biergarten-Atmosphäre haben die beiden Vereine im Vorfeld den Waldplatz oberhalb der Raubach hergerichtet. Die vielen fleißigen Helfer der Küche bieten jeden Tag kulinarische Köhlerspezialitäten und leckere Tagesessen sowie kühle Getränke an. Als weitered Highlight wird am ersten Sonntag-Mittag ein über der Holzkohle gegrilltes frisches Odenwälder Wildschwein offeriert. Die Bewirtung auf dem Festplatz startet jeden Tag um 10 Uhr. Von Sonntag bis Sonntag gibt es (unter der Woche ab 18 Uhr, sonntags ab 12 Uhr) ein Tagesessen zusätzlich zu den normalen Angeboten.

Am zweiten Wochenende, wenn sich die Köhlerwoche dem Ende nähert und der Meiler zur Ernte ansteht, gehen die Raubacher Köhlertage am Sonntag, 5. August, nahtlos in die „Odenwälder Hochlandspiele“ in der mittlerweile 12. Auflage über. Heroisch-anmutend wird es dann, wenn Dudelsack-Musik ertönt und die Matadore der Hochlandspiele in die Waldarena einziehen. Ansonsten geht es bei dieser Odenwälder Variante der berühmten schottischen Highlandspiele locker und unverkrampft zu.

Die Teilnahme kostet nichts und auch die schicken Schottenröckchen – die Kilts -, die zu tragen während des Wettbewerbs heilige Pflicht ist, werden gestellt. Sie können aber selbstverständlich auch mitgebracht werden. Ein bisschen beweglich sollten die Kämpfer allerdings schon sein, außerdem Sinn für Humor und Spaß haben – und ein paar Muckis obendrein. Immer dabei sind die Disziplinen Baumstamm-Werfen und -Überschlag sowie Tauziehen. Die dritte Aufgabe variiert von Auflage zu Auflage und wird im Vorfeld noch nicht verraten, sondern hoch geheim gehandelt.

Zu erreichen ist der Festplatz auf der Raubacher Höhe bequem mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag oder Finkenbach, der Kreisstraße 37 Richtung Raubach folgend. Gleichfalls bietet sich der Kohlenmeiler auch als leicht zu erreichendes Wander- oder Fahrradziel an, so etwa von Ober-Schönmattenwag aus durch das Ellenbachtal mit dem sanften Anstieg zur Raubacher Höhe. Damit vermeidet man die gerade an den Wochenenden aufwändige Parkplatzsuche.

Info: Anmelden zur Teilnahme an den 12. Odenwälder Hochlandspielen können sich Teams mit drei Personen bereits jetzt bei den Vereinsvorsitzenden Bernd Egner (FC Odin) oder Christof Klos (GV Harmonie) unter Telefon 06207–81663 oder 921568.

 

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Das Zelt in Unter-Schönmattenmwag war quasi nonstop „brechend voll“

. „Die Kerwe ist super gelaufen“, freute sich MGV-Vorsitzender Christian Jöst nach den vier tollen Tagen. Der Sängerbund als Ausrichter der Traditionsveranstaltung hatte „nonstop volles Zelt“, so Jöst. Egal ob Einweihung des Kerwebrogges, Konzert mit Thousand Years Later, Kerwepredigt oder montäglicher Ausklang: Die Schimmeldewäer strömten in Scharen in den Alten Weg, um die Gastfreundschaft der Sänger zu genießen.

Die hätten alles aber nicht ohne die große Hilfsbereitschaft aus der Ortsbevölkerung stemmen können. 200 Helfer aus dem ganzen Dorf waren über die tollen Tage im Einsatz, nicht nur MGV-Mitglieder. Ihnen sprach Jöst deshalb seinen großen Dank und ein „Riesenkompliment“ aus, dass alles so vorbildlich funktioniert. „Wir wollen die alten Traditionen wieder aufleben lassen und fortführen“, umschreibt er das „Geheimnis des Erfolgs“, dass sich die Kerwe einer so großen Beliebtheit erfreute.

Die verschiedenen Kerwe-Gaudi-Trupps trugen ihr Übriges dazu bei: Jugend, Kids, Teenies und Muttis brachten sich super ein. Der Zusammenhalt in Unter-Schönmattenwag „ist eben hervorragend“, weiß der MGV-Vorsitzende. Als „überragend“ bezeichnete er die Resonanz auf die Kerwebrogge-Einweihung am Freitagabend als Neuerung bei der Kerwe. Ein Zuspruch, der sich auch Sonntag und Montag nahtlos fortsetzte.

Start war mit dem gut besuchten Gottesdienst im Festzelt durch Pfarrer Peter Pristas, umrahmt von der Old-fashioned-Band. Mit Blick auf die Fußball-WM und das mit verschiedenen Länderfahnen ausstaffierte Zelt erlaubte sich der Geistliche den Scherz, warum es in den verschiedenen Ländern bestimmte „Nationalgetränke“ gibt: in Russland Wodka, in Schottland Whiskey, in Deutschland Bier. Nämlich damit jedes Land an seiner eigenen Fahne erkennbar ist…

Zu Frühschoppen und Schnitzel-Mittagessen spielte die Blasmusik Schimmeldewog auf. Direkt im Anschluss startete das unterhaltsame Nachmittagsprogramm, bei dem das Kerwezelt aus allen Nähten platzte. Beim Auftritt des katholischen Kindergartens und des MGV-Kinderchors unter Leitung von Katharina Zink, verstärkt durch Mitglieder des Grundschulchors, gab es nur noch ein paar Stehplätze.

Durchs Programm führte Kerwepräsident Christian Jöst, der dann den Tanz von Kerwekids und Teenies ansagen durfte. Anschließend liefen zusätzlich zu diesen noch Kerwejugend und Parre Jens Gam samt seine Entourage zu „Hells Bells“ von AC/DC ins Festzelt ein. Als der Kerweparre mit seiner Redd loslegte, glühten so einigen die Ohren. Die Zuhörer waren begeistert und lachten viel über die Missgeschicke ihrer Mitmenschen.

Großes Aufreger-Thema war eine mögliche Einbahnstraßen-Regelung, weil mit schöner Regelmäßigkeit in der Kirchstraße morgendliches Verkehrschaos herrscht. Der Grund: Die Eltern fahren ihre Sprösslinge immer direkt bis an die Grundschule, anstatt sie unten an der Straße rauszulassen. Und dann das: „Des Verkehrschaos um kurz vor 8 soll zure Eibohnstroß reiche? En Skandal, er Lait, des sucht seines gleiche! Do wurd geredd, diskudiert und depadiert, in de Hoffnung, dass sou en unfug ned bassiert.“

Doch auf der Gemeinde war von den Plänen wenig bekannt. Deshalb: „Sou gab’s veel Stress um e Eibohnstroßeschild,  wou vielleicht die Käischstroß ziehrt, hoffendllich hawwe die Verursacher die Problematik dodemit kapiert. Do hawwe mer die Moral vun der Geschicht, Kinner an die Schul bis vor die Der, die fährt man nicht.“

Die aus Owwer hatten sich einen Scherz mit „Unner“ erlaubt, der wohl noch ein Nachspiel haben wird: „Awwer ehr Leid aus Owwer isch sag eisch ohns, ma sieht sich immer Zwo mal im Lewe.“ Die Kerwe-T-Shirts waren weg. „Die häwwe ledschd Woch, unser Kerwe T-Shirts als Geisel genumme.“ Abholung: bei der Kerwe in Ober. „Mit re sportlich kampferfahrene Mannschaft sinn ma do owwe eigeloffe, mim Parremobil uff unserm eigens reservierten Parkplatz gschosse, im Feschdzelt glei e paar Bier im Arm, bis es dann zur T-Shirt Übergabe kam.“

Der singende Landwirt Gerhard Pfeifer aus Lautertal unterhielt danach die Meute mit seiner Stimmungsmusik bestens. Von Schlagern bis hin zu aktuellen Hits war alles dabei, untermalt von einigen Witzen. Kein Wunder, dass die große Sause bis spät in die Nacht andauerte und auch die Cocktailbar mit ihren 25 süffigen Angeboten wieder stark frequentiert wurde.

Der Kerwemontag stand unter anderem im Zeichen des Freibiers: Mittags spendierte es der hessische Meisterchor des Sängerbunds zusammen mit dem Kerwepräsidenten, nachmittags floss der Gerstensaft dank Hans Ehret, seit 40 Jahren Rechner beim MGV, fer umme. Haxen und Wellfleisch sowie Kaffee und Kuchen wurden stark nachgefragt, während Alleinunterhalter Florian Koch aufspielte. Zum Abschluss wurde unter großem Wehklagen die Kerwe durch den Parre und sämtliche Beteiligte zu Grabe getragen, während der Musikus einen Trauermarsch spielte. Zwischendurch führten Kerwejugend, Teenies und Muttis noch einmal einen Tanz auf.

oben v.l. Lukas Milke, 1. Kerweborschd, Jens Gam,  Parre, Benedikt Staat, Mundschenk

    Oliver Jöst (li.) machte das Metall-Geweih, Klaus Sieber den Kerwebrogge

 

Fußball und Musik sorgen für volles Kerwezelt beim MGV Unter-Schönmattenwag

Das Fazit des MGV-Vorsitzenden Christian Jöst ist kurz und knackig: „Volles Haus beim Fußball und danach bei TYL auch. Enten wurden alle 100 verkauft und jede Menge Gaudi. TYL hat bis halb 3 gespielt und dann Feier bis es hell wurde.“ Was er damit sagen will: Der Sängerbund als diesjähriger Ausrichter der Unner-Schimmeldewäer Kerwe ist absolut zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Dorffestes.

Bevor die Plastikenten auf den Ulfenbach geschickt wurden, versetzte noch Zauberer Seppl im Festzelt am Alten Weg die Kinder mit seinen Kunststücken in Erstaunen. Währenddessen gingen auch noch die letzten der 100 quietschgelben Plastikentchen in den Verkauf, nachdem kurz vor knapp die 15 letzten auf ihre Besitzer gewartet hatten. Für die ersten drei Plätze gab es verschiedene Gutscheine für Kino, Eisdiele und Sommerrodelbahn, für die weiteren 97 hieß es: „Jede Ente ein Gewinn.“ Der MGV hatte verschiedene Trostpreise in petto.

Die Kerwejugend hatte zuvor den Lauf des Ulfenbachs auf einer Strecke von mehreren hundert Metern freigemacht und das Ufer ausgemäht, sodass den Enten keine Hindernisse im Weg lagen. Aus einem Kübel wurden die 100 Enten in den Bach gekippt und mussten sich dann ihren Weg von einer kleinen Brücke oberhalb des Festzeltes bis zu diesem suchen. Ein Trichter diente als Ziel, sodass es keine Unklarheiten über den Sieger geben konnte. Nach dem knapp zehnminütigen spannenden Rennen hieß der Gewinner Günter Gries.

Wie der Nachmittag begann, ging es am Abend weiter. Beim Public Viewing des WM-Vorrundenspiels Deutschland-Schweden herrschte im Festzelt volles Haus. Die Gäste litten erst mit, dann fieberten sie mit, als sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der zweiten Hälfte wieder ins Spiel hineinkämpfte. Der Siegtreffer von Kroos in der letzten Minute der Nachspielzeit ließ nicht nur das Zelt, sondern halb Schimmeldewog erbeben. Wildfremde lagen sich feiernd in den Armen.

Beste Bedingungen also für den Auftritt der Partyband „Thousand Years Later“ (TYL). Auch hier galt: Es war eine große Fete von Anfang an. Schon zu Beginn waren alle Sitzplätze belegt. „Es wurde viel getanzt und gefeiert.“ Denn Band weiß ihren Heimvorteil immer auszunutzen.

TYL, bestehend aus Katharina Zink, Timo und Tobias Walter (alle Gesang), Benedikt Breitwieser (Bass), Sven Dörsam (Gitarre) und Benedikt Staat (Drums), begeisterten ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm bis in den frühen Morgen. Unterstützung auf dem Keyboard gab es durch Janina Becker. Die Band machte um 2.30 Uhr Schluss, was aber noch lange nicht das Ende der Party bedeutete. Erst als es schon hell wurde, gingen die letzten Feierwütigen nach Hause.

Die musikalische Bandbreite der 55 Songs reichte von aktuellen Hits aus Rock und Pop über deutsche Schlager bis hin zu Klassikern. Peter Schilling mit „Major Tom“, „Westerland“ von den Ärzten oder auch „Purple Rain“ von Prince zeigten die große Bandbreite der Stücke auf, die großteils von Timo Walter gesungen wurden. „Hedonism“, „All about that base“ oder die „Hollaywood Hills“ ließen das Stimmungsbarometer ebenfalls nach oben schnellen.

Matthias Reims „Verdammt ich lieb dich“, die Spider Murphy Gang mit dem „Skandal im Sperrbezirk“, Abba mit „Waterloo“, Bon Jovi, aber auch Marius Müller Westernhagen, Joan Jett, Dschingis Kahn, Nena und Tina Turner („Simply the best“) lauteten die weiteren Interpreten der Setliste, die für super Stimmung sorgten. Nicht fehlen durfte natürlich „Hulapalu“ oder „Türlich, Türlich“ von Andreas Gabalier. Während sich zuerst die vorderen Reihen auf die Tanzfläche trauten, rückten später auch die hinteren nach.

Traditionspflege sorgt für volles Kerwezelt in Unter-Schönmattenwag

Das war ein Start nach Maß. Der Auftakt der Unner-Schimmeldewäer Kerwe zollte den alten Traditionen Tribut und wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Abholung des Kerweparres, die Einweihung des Kerwebrogges und der anschließende Fassbieranstich sorgten für ein großes Hallo im prall gefüllten Festzelt. Der ausrichtende MGV Sängerbund war schon nach den ersten eineinhalb Tagen mehr als zufrieden mit dem höchsten Ortsfest im Jahreslauf. Das Kinderprogramm am Samstagnachmittag fand ebenso wieder viel Anklang bei den Kids.

Die Kerwejugend machte zu Beginn viel Radau. Mit Einachser, Bulldog und geschmückten Wagen fuhr sie durch die Ortsstraßen. Viel Halli Galli und Musik ohne Ende gab es auf dem Weg zu Kerweparre Jens Gam, der von der lauten Schar zuhause auf Korsika abgeholt wurde. Dort wurde erst einmal Party gefeiert und sich für den weiten Heimweg gestärkt.

Beim Sängerheim stießen auf dem Rückweg noch Kerweminis und Kerweteenies dazu, sodass sich eine bunte Schar von über 60 Personen dann auf zum Kerwezelt machte. Viele Ortsbürger standen an den Straßen Spalier und grüßten die fröhliche Truppe. Die verschiedenen Kerwegruppen haben immer mehr Zulauf. Minis und Teenies gab es im vergangenen Jahr noch nicht. Die Akquise im Vorfeld derKerwe hatte großen Erfolg. Alle sind mit einem Kerwe-T-Shirts und Namen ausstaffiert.

Die Einweihung des „Kerwebrogges“ hinter dem Festzelt fand „einen riesigen Zuspruch“, freute sich MGV-Vorsitzender Christian Jöst. „Echt Wahnsinn, was da los war.“ Nach der Begrüßung durch Kerweparre Jens Gam ging’s an die Ausgrabung der Kerwe, einer Holzkiste mit Hirschgeweih, Trink-Hirschkrug des Parres, Schürze und Zapfhahn. Dazu spielte die Blasmusik das Schimmeldewäer Lied.

Den Sandstein-Kerwebrogge hatte Klaus Sieber hergestellt. Der über ein Meter hohe Findling wurde von ihm mit Schimmeldewäer Wappen und Kerwekranz verziert. Oliver Jöst baute ein Hirschgeweih aus Stahl mit ein. Zu seinen Füßen wird am heutigen Montag die Kerwe wieder vergraben.

Nach dem Einzug ins Zelt begrüßte Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin die Gäste. Er freute sich, dass die alten Traditionen wieder gepflegt werden. Dann durfte Bürgermeister Dr. Sascha Weber zum Fassbieranstich schreiten, den er unter den kritischen Augen von Jöst, Gam, Martin, Mundschenk Benedikt Staat und 1. Kerweborscht Lukas Milke fehlerfrei erledigt. Von der Blasmusik gab’s dazu den „Böhmischen Traum“, Polkas und Märsche sowie natürlich ein „Prosit“. MGV-Kerwepräsident Christian Jöst freute sich in seiner Begrüßung über das volle Haus.

Anschließend fand eine große Party am Zeltstrand statt. DJ Peter Henninger, bekannt von „Malle und Sonnenstrand“, legte nicht nur Mallorca-Schlager auf, sondern auch Strandparty-Musik und aktuelle Hits. Zu dem Anlass wurde das Zelt mit einem kleinen Pool, Sand und Palmen ausgestattet, damit sich die Gäste wie auf der Balearen-Insel fühlen konnten. Auch in flüssiger Form war die Illusion perfekt: Die MGV-Helfer mixten 25 verschiedene Cocktails, die super ankamen.

Katharina Zink, die Leiterin des Kinderchors „Cantante Cintura Kids“, gab am Samstagmittag auf der Bühne des Festzelts eine Schnupperchorstunde. Dazu konnte sie auch ein paar interessierte neue Gesichter begrüßen. Ganz im Stil einer klassischen Chorprobe wurde mit dem Aufwärmen begonnen, ehe die Kinder dann den Kanon „Tiri Tombai“ und „Chöre“ von Mark Forster sangen. „Das kannten fast alle“, freute sich Zink. Aktuell sind um die 20 Kinder im Chor dabei, drei oder vier zeigten sich bei der Kerwe angetan. „Die sind auch aus dem Ort“, hoffte die Chorleiterin auf Verstärkung.

Gerne würde sie auch ein paar Jungs im sehr mädchenlastigen Chor begrüßen. Es gibt zwar einige, die vorsichtig Interesse zeigten, aber sich erst dann trauen, wenn sie in einer größeren Gruppe auftreten. Nach den Sommerferien starten die Proben wieder am 10. August um 17.30 Uhr im Sängerheim. Zum Nachmittagsprogramm gehörte auch Zauberer Seppl, der die Kinder ein ums andere Mal mit seinen Kunststücken verblüffte.

VdK-Ortsverband Schönmattenwag ist stolz auf die knapp 200 Mitglieder

Seit 70 Jahren setzt sich der Sozialverband VdK in Deutschland erfolgreich für die Interessen seiner Mitglieder ein. Dieses Jubiläum wird auch beim Ortsverband Schönmattenwag gefeiert, der ebenfalls seit sieben Jahrzehnten besteht. Bei allen Veranstaltungen gibt’s kostenfrei Schnittchen, Kaffee und Kuchen nicht nur für die Mitglieder, sondern auch für Gäste, die den Weg zu den Veranstaltungen im katholischen Pfarrheim finden.

Mehr als 270.000 Menschen sind schon Mitglied im VdK Hessen-Thüringen, in ganz Deutschland sind es 1,8 Millionen – und es werden täglich mehr. Das hat laut Ortsverbands-Vorsitzender Renate Lautenschläger gute Gründe: parteipolitisch, religiös und weltanschaulich unabhängig, leiste der VdK wertvolle Hilfe in allen Fragen rund um Gesundheit, Behinderung, Rente und Pflege. Der hiesige Ortsverband zählt an die 200 Mitglieder, die nicht nur aus Schönmattenwag kommen.

Sorge bereitet der Vorsitzenden allerdings die Altersstruktur. Wenn Ende September die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen ansteht, befürchtet sie einige Lücken in der Vorstandschaft. Neben dem Alter kommen gesundheitliche Probleme hinzu, die die Reihen etwas ausdünnen. Sie richtet deshalb ihre Bitte an die Mitglieder, sich in die Vorstandsarbeit einzubringen.

Ein über ganz Hessen und Thüringen gespanntes Netz von Anlaufstellen mit Tausenden von ehrenamtlichen Helfern biete den Mitgliedern Schutz und die Möglichkeit des zwischenmenschlichen Austauschs in einer lebendigen Gemeinschaft, betont Lautenschläger. Im Überwald lädt der VdK übers Jahr hinweg immer wieder zu interessanten Veranstaltungen ein und organisiert Ausflüge.

Der jetzige Tagesausflug führte mit Zwischenstopp in Idar-Oberstein an die Mosel. Durch die Pfalz ging es nach Kirschweiler zum Edelsteinhaus Hess, wo die Verarbeitung von Edelsteinen in Augenschein genommen werden konnte. Fünf bis sechs Arbeitsgänge braucht es, um einen Schmuckstein herzustellen, erfuhren die 36 Teilnehmer. Ein mitfahrendes VdK-Mitglied wurde gleich als „Helferin“ verpflichtet und durfte schleifen und polieren. Den so gefertigten Stein gab es als Lohn obendrauf.

In Bernkastel-Kues angekommen, konnte man eineinhalb Stunden durch die historische Altstadt schlendern. Renate Lautenschläger hatte die Teilnehmer zuvor im Bus mit Informationen „gefüttert“. Eine einstündige Schifffahrt auf der Mosel schloss sich an. Herrliches Wetter erlaubte einen wunderschönen Blick auf die Burgruine Landshut. Bei Sonne ging’s zurück durch den Hunsrück, wo die vielen Windräder ins Auge stachen – deutlich mehr als im Odenwald. Abschluss war in der Gaststätte „Odenwald“ in Kreidach. Allen gefiel es sehr gut. „Es war ein wunderschöner Ausflug“, so der Tenor.

„Der VdK ist ein moderner Sozialverband für alle Generationen, der den Menschen eine Menge zu bieten hat“, sagt Lautenschläger. So auch im September. Dann steht vom 13. bis 18. der Mehrtagesausflug nach Celle und in die Lüneburger Heide auf dem Programm. Wenige Plätze sind noch frei. Aber es gibt auch immer Ratschläge zu aktuellen Themen.

„Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht zum Beispiel sind nur zwei kleine, aber wichtige Problemfelder, bei denen wir über den Kreisverband Betroffenen und Angehörigen weiterhelfen können“, so die Vorsitzende. Die Angebotspalette des VdK sei vielfältig und reiche von der Hilfe beim Ausfüllen von Formularen bis zu gemeinsamen Ausflügen wie den genannten.

Bekannt ist der Verband für seine hohe Fachkompetenz im Sozialrecht. Ob es um die Anerkennung einer Behinderung geht oder um Reha-Maßnahmen, eine Erwerbsminderungsrente oder die Anerkennung einer Pflegestufe, um Grundsicherung im Alter oder Arbeitslosengeld II – die VdK-Juristen des Kreisverbands in Heppenheim stehen den Mitgliedern hilfreich zur Seite.

Zur Verbandsarbeit gehört gleichzeitig ein entschiedenes sozialpolitisches Engagement, das sowohl konkreten Themen wie der Barrierefreiheit vor Ort gilt als auch dem bundespolitischen Kampf gegen die zunehmende soziale Spaltung in der Gesellschaft. „Das beherrschende Thema im VdK ist und bleibt soziale Gerechtigkeit“, betont Lautenschläger.

Info: Details im Internet auf www.vdk.de/ov-schoenmattenwag, Anmeldung für die Mehrtagesfahrt im September unter E-Mail ov-schoenmattenwag@vdk.de

Ausrichtende Feuerwehr ist mit der Ober-Schönmattenwager Kerwe „extrem zufrieden“

Besser hätte die Kerwe für die Freiwillige Feuerwehr als Veranstalter kaum laufen können. „Ich bin extrem zufrieden mit den vier Tagen“, meinte Vereinsvorsitzender Jürgen Walter in der Rückschau. „Es lief alles super.“ Mit dem Bunten Abend am Sonntag fanden die viele Programmpunkte ihren Abschluss, ehe dann am Montag der gemütliche Kehraus einsetzte, der aber trotzdem noch einmal bis in die Abendstunden dauerte. Denn auch der Ausklang war gut besucht.

Unter dem Motto „Schimmeldewog 2.0“ hatten die verschiedenen Ortsgruppen einen Bunten Abend gestaltet, der die Gäste in der Jagdgenossenschaftshütte aufs Beste unterhielt. Bis spät in die Nacht saß man gemütlich zusammen. Highlight waren die drei Tenöre vom Männerballett, die mit schwarzen Perücken und Schnurrbart verkleidet ihre Arien ins Publikum schmetterten, aber durch eine Art Fußfessel etwas in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren. Holger Wetter, Dieter Walter und Harald Falter hatten die Lacher mehr als einmal auf ihrer Seite.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten wurde von Lea und Jürgen Walter in Form von Sketchen ein Bogen vom Mittelalter bis ins Jahr 2030 gespannt. Jürgen Walter mimte dabei den Begriffsstutzigen, der alles wörtlich nimm -, so eindrücklich, dass die Gäste ihre helle Freude dabei hatten. Zuerst ging es um Johannes Gutenberg und das Buch, mit dem Lea ihre Schwierigkeiten beim Öffnen hatte. „Heute liest man E-Paper“, versuchte sie erklären.

Die Registrierung nahm Jürgen natürlich wörtlich und meinte, er wäre schon auf der Gemeinde registriert. Auch das Passwort („wozu brauche ich ein Wort für den Pass“) oder das Codewort („so etwas Ekliges brauche ich nicht“) wurden von ihm buchstabengetreu umgesetzt. Tanz, Gesang und Sketche unterhielten die Gäste im Folgenden prächtig.

Einige Lieder von Alleinunterhalter Florian Koch zwischen den einzelnen Programmpunkten sorgten für kräftig Stimmung und animierten zum Mitschunkeln oder sogar Tanzen auf der Bühne. Die Jüngsten erhielten zum Auftakt gleich Zugaberufe. Die Kerwekids in WM-Kleidung bekamen bei ihrem anschließenden Tanz bestimmt mehr Beifall als die deutsche Mannschaft beim müden Kick gegen Mexiko.

„So soll es sein“ und „Drei Dinge fein“ hieß es vom 35-köpfigen Chor der Harmonie. Die Jugendfeuerwehr hatte es sich in Liegestühlen bequem gemacht und bot einen lustigen Tanz mit Fußpuppen. Ganz im Westernstyle war die Gruppe Ratz-Fatz auf der Bühne unterwegs. Jürgen und die Technik: Sein Versuch, sich einen Laptop zu kaufen, ließ die Angestellte des Computershops verzweifeln. „Hat der Internet“, meinte der Feuerwehr-Vorsitzende unter anderem. Das Ende vom Lied: Er bekam den Laptop geschenkt, damit er bloß schnell geht.

Ähnlich die Erlebnisse mit der Störungshotline in Wald-Michelbach. Da wurde dann in natura ein Fenster geschlossen oder Jürgen Walter ging nach entsprechender Aufforderung „raus“ – statt aus dem Programm aus dem Saal. Nur blöd, dass man dann die Stimme aus dem Computer nicht mehr hörte. Die futuristisch gekleidete Kerwejugend und die Kerweweiber als alte Frauen mit Rollatoren bildeten weitere Programmpunkte, ehe Stephanie und Renate Walter mit einem Sketch unterhielten.

„Ein sehr guter Sonntag“, meinte der Vereinsvorsitzende im Rückblick. Erst war die Hütte bei der Kerwepredigt brechend voll, dann bleiben auch viele zum gemeinsamen Fußballschauen bei der Feuerwehr und litten mit der deutschen Mannschaft. Bis auf die Niederlage gab es strahlende Gesichter bei den Verantwortlichen. „Die Kerwe hervorragend gelaufen“, meinte Walter im Rückblick. Freitag- und Samstagabend gab es eine Riesenstimmung. Am Samstag, der bisschen zögerlich begann, füllte sich die Halle später immer mehr und alle feierten bei der Musik von DJ MaStr aus Aschbach friedlich zusammen. Nach dem Kerweumzug war das Zelt bei der Kerwepredigt voll bis obenhin. Der nahtlose Übergang zum bunten Abend wurde besonders gelobt.

Foto: Fritz Kopetzky/OZ

Kerweparre hatte in Ober-Schönmattenwag wieder viel zu tun

Wehe dem, der sich im vergangenen Jahr etwas zuschulden kommen ließ. Kerweparre Sascha Oberle hatte die Verfehlungen der Einwohner akribisch notiert und tat sie in seiner Kerwepredigt am Sonntagnachmittag kund. Wie üblich fand die in der proppenvollen Jagdgenossenschaftshütte statt. Oberle ist ja in Sachen Recherchearbeit in Owwer-Schimmeldewog bereits ein alter Hase und weiß die Missgriffe und Missgeschicke seiner Mitmenschen rhetorisch geschickt zu verpacken, sodass sich die Halle vor Lachen biegt und sich selbst die Betroffenen ein Lachen abringen können.

Zuvor startete der Kerweumzug durch den Ort ab dem Kerweplatz und führte wieder zu diesem zurück. Er wurde von Kindern und Jugendlichen mit geschmückten Fahrrädern, dem Kerwekomitee mit Oberle, Mundschenk Sebastian Hirsch, Kerweborschd Ramon Jöst und Bajazz Stefan Walter sowie dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr begleitet. Hauptzweck war die Ausgrabung der Kerwe, wozu der Parre mit der Hacke die versteckte Weinflasche befreien musste.

Drei Bier und ein Wasser fürs Kerwekomitee: Dass der Kerweborschd dem Gerstensaft entsagt, war sogar einen Vermerk in der Kerwepredigt wert. Der „is glaab weltweit der oanzisch anti-alkoholische Kerweborscht“, meinte Oberle. Er hat eben andere Qualitäten. „Sou konn der mit soine zarte Finger en klasse Hefeteig fer den Kerwekuche knete, der koann die Fleischworscht wie koan zwoate biege un koann die Borschtegawwel doisch Owwer troage ohne uff die Gosch zu fliege.“

Im benachbarten „Unner“ gibt es keine Kommunionskinder mehr. Die Welt gerät aus den Fugen. Ein katholischer Ort ohne Kommunion. Sascha Oberle wusste wieso: „Ich häb do des Gfühl de Kommunionsunnericht is net sou schäi, wie zum Parre Gam in die Kerwejugend zu gäi.“ Denn der dortige Kerweparre ist schwer aktiv: „Bischt Kaum uff de Welt, duscht in die Windel noch saiche, dut schun der Gams Jens mim Kerwejugend-T-Shirt um dich rum schleiche.“

Oberle wusste weiter: „Awwer de Papscht hoat jetzt gsacht, ewe is schluß, mer vum Vatikan schicke en Unnersuchungsausschuss. Do wärt doann mol jeder Unner-Schimmeldewäer Stoa rumgedreht, so dass im nächschte Joahr wiar ä Unner-Schimmeldewäer Kommunionsmannschaft in de Käisch steht.“

Noch ein Seitenhieb Richtung unten: Der Kerweparre hatte notiert, „dass unser Ortsschild immer weiter in Richtung Unner dut  maschiern. Jetzt sag ich eich mol als Feststellung blouß, das Haus des Gastes seit ihr Unner-Schimmeldewäer jetzt ach offiziell lous. Die Hall, die stäiht jetzt goanz ohne Froag, zu 100 % in Owwer-Schimmeldewog.“ Er prophezeite: „Un ich denk, des geht weider …bis in ein paar Jaaaahr, geht Owwer-Schimmeldewog bis zu de Korsikaaa.“

Oberle wusste daneben vom Geheimrezept, mit dem der FC Odin seine Spieler kuriert, wenn sie angeschlagen oder malad sind: das Geheime-Odin-Elixier. „Das Produkt, das ich meine is wohl jedem bekannt, im Volksmund wird es üblicherweise Eistee genannt.“ Beim Odin „is nix anneres als Eistee im Sanikoffer drin“, grinste er. „Der Knoche beim Päddel noooch nem Foul halwer doisch… auf druff mit dem Eistee-Zeusch. Vum letschte Kopfballduell erschüttert das Spieler Gehirn, ah do hilft nur oans… sofort Eistee druffschmiern.“

Der Italienurlaub eines Schimmeldewäers hatte keinen guten Start, so der Kerweparre. Denn beim Packen wurde etwas Wichtiges vergessen: „Die letscht Dasch is drinn jetzt schnell ins Bett, wenn der na nochmol noch de Autotür geguckt hätt. Die stäiht nämlich bis Nachts sperrongelweit uff, un soigt sou defär, dass de Akku geht druff. Das, durch die offene Tür ausgelöste Fahrzeug-Innenraum-Licht, hat in denne paar Stunn die Autobatrrie hiegericht.“

Vom heimischen Malheur eines rüstigen Rentner bekam er ebenfalls Kenntnis: Die Frau „hätt gern gebügelt, doch des Brett war verklemmt, der Mann sofort sich mit aller Kraft dagegen gestemmt.

Die Füß von dem Bügelbrett warn irgendwie blockiert. Und plötzlich sind ganz unverdrosse, des Bügelbretts Beine nach obe geschosse. Die schnalse uff warn steckesteif, und schlage den krankenhausreif. Doch in der Ambulanz habe die ganz diskret, die Platzwund wieder zugenäht.“

Bild: Philipp Reimer/OZ