Jan Schörling hört beim FC Odin Schönmattenwag auf

Nach dreieinhalb Jahren als Spielertrainer beim Fußball-B-Ligisten FC Schönmattenwag hörte Spielertrainer Jan Schörling mit der letzten Partie vor der Winterpause beim Verein auf. Seinen Rücktritt wollte er nicht an einem bestimmten Grund festmachen. Im Frühjahr 2016 war er von der Eintracht Wald-Michelbach nach Schönmattenwag zu seinem ersten Trainerposten gekommen. Schörling konnte damals Gruppen- und Verbandsliga-Erfahrung vorweisen.

Schörling leistete als Trainer eine ambitionierte und erfolgreiche Arbeit, würdigte der Spielausschussvorsitzende Toni Wurzel den scheidenden 32-Jährigen. Der Coach hatte in seiner Wirkungszeit mit quasi denselben Problemen zu kämpfen, die ihn auch schon zu Beginn begleiteten: ein schmaler Kader und viele Ausfälle.

Einen konkreten Grund für seinen Abschied nannte Jan Schörling nicht. Die Mannschaft blieb hinter seinen Erwartungen zurück, weiß Wurzel. Schon Ende der vergangenen Saison lief nicht alles rund. Zu Beginn der jetzigen Runde verabschiedeten sich dazu noch einige Leistungsträger aus dem ohnehin recht kleinen Kader. „Das Ziel, junge Akteure einzubauen, hat leider auch nicht recht funktioniert“, bedauert Wurzel.

Die Motivation im Team war nicht immer top, bemängelt er. Denn im Training war die Zahl der Spieler bei den Übungseinheiten „häufiger ein- als zweistellig“, notiert der sportliche Leiter. Gab der Sieg in Mörlenbach nochmals einen Funken Hoffnung, zerstob dieser durch die vielen individuellen Fehler in den darauffolgenden Spielen. „Die Akribie und Fußball-Besessenheit, die Jan Schörling vorgelebt hat, ließ die Mannschaft zumindest im Kollektiv vermissen“, analysiert Wurzel.

Schon vor der letzten Begegnung in diesem Jahr teilte der Trainer deshalb dem Verein mit, dass er nicht weitermachen wird. „Ein Schritt, der ihm nicht leicht gefallen ist“, weiß der Sportausschussvorsitzende. Schörling zog damit jedoch die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt. Der Vorstand bedankt sich bei ihm „für die geleistete Arbeit, seine einwandfreie menschliche Art, seine sportlichen Ideen und die hohe Identifikation mit dem Verein“, heißt es.

„Jan ist teilweise von den Spielern im Stich gelassen worden“, nimmt Wurzel kein Blatt vor den Mund. Er sieht die Mannschaft nun voll und ganz in der Verantwortung. „Ob es besser wird, liegt allein an den Spielern selbst.“ Es muss jeden bewusst sein, worum es geht. Das Ziel Klassenerhalt ist vorrangig. Der FC Odin war 2012 in die Kreisliga B aufgestiegen.

In der Winterpause werden die Vereinsverantwortlichen nun einen Nachfolger suchen, der die Elf darauf ausrichtet. Allerdings hat Wurzel schon bemerkt, dass der Trainermarkt in der Winterpause sehr dünn ist. In einer Vorstandssitzung wurden nun die Details angegangen. „Jetzt wollen wir potenzielle Kandidaten gezielt ansprechen“, verdeutlicht der Spielausschussvorsitzende.

Für Jan Schörling ist seine sportliche Zukunft noch offen. Bis zur letzten Partie machte er sich keine Gedanken, wie es weitergeht, erläutert er, „da für mich das letzte Spiel im Fokus stand“. In den kommenden Monaten wird der 32-Jährige, der im Wald-Michelbacher Ortsteil Aschbach zuhause ist, „sehen, was kommt, und wie es weitergeht“.

Theatergruppe Schönmattenwag bringt einen Klassiker auf die Bühne

So viele Zufälle kann es eigentlich nicht geben. Erst flattert Regisseurin Renate Walter bei ihrer Suche nach neuem Theaterstoff die Mitteilung in die Hand, dass es eine Neufassung des Klassikers „Charleys Tante“ gibt. Und dann steigt auch Hans-Dieter Martin wieder mit ein, der als einziger bei der Aufführung der Urfassung vor 32 Jahren schon dabei war. Beste Voraussetzung für ein vor Lachen bebendes Haus des Gastes, wenn die Theatergruppe diesen Schwank vom 20. bis 22. März drei Mal auf die Bühne bringt.

Die Komödie in früher drei, jetzt zwei Akten von Brandon Thomas, bereits Ende des 19. Jahrhunderts verfasst, ist zeitlos. Außer dass sie in der Urfassung sehr lang war. „Das ging damals bis nach Mitternacht“, erinnert sich der Ortsvorsteher. Timo und Jürgen Walter, Mara und Karin Mottl sowie Sascha Oberle und Nadine Pohl sind von der bekannten Theatertruppe wieder mit an Bord.

Es ist eine eingeschworene Gesellschaft, die sich derzeit zwei Mal in der Woche im evangelischen Gemeindehaus trifft. Es wird gewitzelt, gelacht, gefrotzelt. Die Theaterspieler lassen es sich dabei gut gehen. Denn es probt sich besser mit ein wenig Nervennahrung in fester und flüssiger Form. Den Rotwein auf dem Tisch begründet Jürgen Walter augenzwinkernd damit, dass er sich ja auf seine Rolle als ständig beschwipster Gärtner vorbereiten muss.

Noch hat die heiße Proben-Zeit für die drei Aufführungen Ende März nicht begonnen. Bis zum letzten Samstag vor Weihnachten geht’s erst einmal montagsabends und samstagmittags im normalen Rhythmus weiter, ehe die Winterferien eine willkommene Auszeit bedeuten. Denn immerhin treffen sich die Laienschauspieler bereits seit Anfang Oktober.

Nach Fasching geht’s in die Vollen. Dann wird jeden Tag geprobt. Ein Treffen mit den Bühnenbauern aus den beiden Gesangvereine GV Harmonie und MGV Sängerbund fand bereits statt, „damit die wissen, was gebraucht wird“, erzählt Renate Walter. Deren Mitglieder kümmern sich dann an den Aufführungstagen auch um die Bewirtung.

So viele Bücher wie in diesem Jahr „habe ich noch nie gelesen“, weist sie auf die anfängliche Schwierigkeit hin, einen geeigneten Stoff zu finden. Von drei Verlagen ließ sie sich Material kommen. Und dann war doch alles so einfach. „Wow, das ist es“, war Walter sofort von Charleys neuer Tante beeindruckt. Die Verfilmungen des Stoffs mit Heinz Rühmann oder Peter Alexander sind vor allem den älteren noch im Gedächtnis.

Jürgen Walter ist zusammen mit Karin Mottl und Sascha Oberle der „dienstälteste“ Laienschauspieler, wenn sie auch alle drei zwischendurch mal eine Auszeit hatten. Aber gegen den zurückgekehrten Hans-Dieter Martin ist das alles nichts. „Damals war ich noch gar nicht auf der Welt“, als der das erste Mal das Stück spielte, meint Mara Mottl. Martin nimmt die Zeitläufte mit Humor. „Damals musste man mich auf alt schminken“, erzählt er. Heute ist es leider umgekehrt.

„Wir bringen von Anfang an unsere Meinung mit ein und erarbeiten das Stück gemeinsam“, erläutert Timo Walter. Das letzte Wort hat dann aber die Chefin im Ring, Renate Walter. „Wir machen dann doch, was sie will“, grinst er mit frechem Seitenblick. Da das Stück im London der 50er Jahre spielt, müssen dafür die passenden Klamotten her. Teilweise sind die über Ebay aufzutreiben, vielleicht auch im Fundus der Oma.

Dazu zählt auch Frauenfummel für Jürgen Walters zentrale Rolle. Er kann sich in der Travestie kräftig ausleben, muss aber gleichzeitig die Anstandsdame geben. Das Sprechen mit hoher Stimme ist gar nicht so einfach, hat er festgestellt. Da passt es, dass Sohn Timo bei „Thousand Years Later“ singt und sich auskennt. Und so gibt’s für Charleys onkelhafte Tante stimmtherapeutische Maßnahmen.

Für Jürgen Walter ist die Vielfältigkeit der Rollen in all den Jahren das Besondere. Jonathan, Petrus, Hausmeister und Geschäftsmann: Er hat sie schon alle durch. Er bezeichnet sich als „richtig heiß auf den Auftritt“. Timo ergänzt die Vorfreude des Publikums auf die neuen Aufführungen, inklusive der Dankbarkeit und dem lang anhaltenden Applaus, wenn das Stück über die Bühne gegangen ist.

Renate Walter hat den Regiestuhl 2015 von Donat Skroch übernommen, nachdem sie als eine der dienstältesten Akteurinnen schon zuvor 25 Jahre auf der Bühne gestanden hatte. Bereits im Vorfeld der Stabübergabe hatte sie Skroch immer über die Schulter geschaut. Das aktuelle Stück ist ihre fünfte Regiearbeit und das 38. Stück der Theatergruppe aus beiden Ortsteilen.

Info: „Charleys Tante“ wird von der Theatergruppe Schönmattenwag von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. März, jeweils um 19.30 Uhr im Haus des Gastes aufgeführt. Gutscheine, die sich bestens als Weihnachtsgeschenk eignen, sind bei Renate Walter, Telefon 06207/7823, E-Mail re.die1961@gmail.com, oder allen anderen Mitspielern erhältlich. Der reguläre Vorverkauf startet am Rosenmontag.

 

Handlung:

„Charleys Tante“ ist ein Schwank von Brandon Thomas in einer Bearbeitung von Blaire Woodstein. Charles und Jack, zwei junge Studenten im England des beginnenden 20. Jahrhunderts, haben ein Problem: Sie sind schwer verliebt in Amy und Kitty, dürfen die beiden jungen Mädchen aber ohne Anstandsdame nicht treffen. Die reiche Tante aus Südamerika lässt auf sich warten, und so muss der Gärtner Brassett in die Rolle der Tante schlüpfen. Da dieser ohnehin gerade sein Kostüm vorführt, in welchem er die Rolle einer älteren Lady in einem Amateurtheater geben möchte, wird der lustige und dem Alkohol keineswegs abgeneigte Gärtner mit sanfter Gewalt zu Charleys Tante gemacht. Als Brassett immer mehr Gefallen an dieser Rolle findet und dann noch von dem skurrilen Colonel Sir Francis, Jacks Vater, heftig angeflirtet wird, ist das Chaos perfekt. Zu guter Letzt findet sich natürlich auch noch Charleys echte Tante ein.

„Ein Ergebnis, das man nicht alle Tage singt“

Selbst für den erfolgsverwöhnten MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag ist die Leistung beim sakralen Chorwettbewerb der Harmonie Bernbach, den diese anlässlich ihres 140-jährigen Bestehens durchführte, ein Meilenstein. Als „ein Ergebnis, das man nicht alle Tage singt“, bezeichnete Vorsitzender Christian Jöst Dirigenten-, ersten Klassen- und Sonderpreis für die beste Programmauswahl, gepaart mit einem Golddiplom für 23,88 Punkte. Die 30 Sänger unter dem Dirigat von Hans-Joachim Karl wuchsen über sich hinaus.

„Für uns gab’s das in dieser Höhe noch nie“, freute sich Jöst über die außergewöhnliche Auszeichnungs-Vielfalt. Nachdem der Chor vor ein paar Wochen in Pohl-Göns nicht seine volle Leistung abrufen konnte, „hat HaJo uns dieses Mal richtig heiß gemacht“, würdigte der Vorsitzende die Motivationsfähigkeite des Dirigenten. Die „Trotzreaktion“ mit perfekter Einstellung und Konzentration bildete den Grundstein für den großen Erfolg.

In der Bartholomäus-Kirche von Bernbach als einem von zwei Veranstaltungsorten traten 20 Chöre auf. Von diesen holte der MGV die zweitbeste Tagesleistung. In der „kleinen“ Männerchor-Klasse bis 35 Sänger „waren wir die besten“, erläuterte Jöst. Zugleich wurden aber auch größere Klangkörper von bis zu 60 Sänger „übersungen“.

„Non Nobis, Domine“ im Arrangement von William C. Powell bildete den Aufttakt. Hier holte der Sängerbund 23,63 Punkte. Zwei Mal glatte 24 waren es dann für das „Kyrie“ mit „Und wieder Windhauch“ aus Tre Stycken för Manskör von Sven-David Sandström sowie „Soon ah will be Done“ von William L. Dawson. „Eine überragende Leistung der ganzen Mannschaft“, würdigte Jöst das Auftreten.

Ehrensänger und –mitglieder sowie Sänger des Kinder- und Frauenchors ließen sich den Auftritt nicht entgegen und begleiteten den Männerchor bei der Busreise in den Main-Kinzig-Kreis. Nach der Rückkehr wurde der Erfolg beim letzten Wettbewerb in diesem Jahr noch lange im Sängerheim gefeiert. Glückwünsche gingen dabei auch an den Sängerbund Oberflockenbach, ebenfalls unter Leitung von Hans-Joachim Karl. Die Männer gewannen auch ihre Klasse und ersangen sich mit 23,84 Punkten Gold.

Die Oldies kommen zu späterer Stunde doch noch vorbei

Schien es zuerst, als würden es nach und nach immer weniger Oldies, die beim FC Odin kräftig abtanzen wollen, so relativierte sich dieser Eindruck im Laufe des Abends bei der Oldie-Night. Die leeren Stühle zu Beginn füllten sich zusehends, sodass gegen Ende hin ein dichtes Gedränge vor der Bühne und an den Tischen herrschte und die Veranstalter zum Schluss ein grundsätzlich positives Fazit zogen. Erste Gedanken bei Beginn, ob es im kommenden Jahr eine Wiederholung geben wird oder sich das Format langsam totgelaufen hat, dürften sich damit erledigt haben.

Schnell trauten sich gleich nach Beginn der Oldie-Night die ersten Tanzwilligen vor die Bühne, wo Harald Walz mit seinen Friends die bekanntesten Hits aus den 1960er und 70er Jahren bis tief in die Nacht spielte. Mit den Songs von bekannten Größen der damaligen Zeit wie Chris Norman, Suzi Quatro, Roy Orbison, Neil Diamond, Drafi Deutscher oder Peter Maffay herrschte eine super Stimmung.

„California Blue“, „Yesterday Man“, „Sommer in der Stadt“, „Rivers of Babylon, „The Way to Amarillo“ oder auch „Baby come Back“ und viele andere Stücke waren mit im Programm. Entsprechend der Originale wechselten sich die Musiker beim Gesang ab, womit jeder den einzelnen Stücken seinen Stempel aufdrücken kann. Ein alter Pop- oder Rock-Hit aus vergangenen Zeiten jagte den nächsten.

Die Musik aus der Jugend mal wieder zu hören, war für die Besucher ein besonderes Highlight. Da wurden die alten Knochen wieder jung und gelenkig, es kamen Erinnerungen an die ersten Tanzstunden oder Kerweabende auf, als diese Melodien hoch und runter liefen. Deshalb ist es für den FC-Vorsitzenden Bernd Egner auch „ein Stück weit Tradition“, wenn solche Abende stattfinden.

Er bedauerte die vielen Parallelveranstaltungen, die es bei der Erstauflage in Schönmattenwag vor drei Jahren noch nicht gegeben hatte. Denn der FC hatte bewusst das letzte Oktober-Wochenende ausgesucht, wenn in der Nacht die Zeit zurückgestellt wird und alle eine Stunde länger feiern können. In seinen Begrüßungsworten äußerte er seine Freude darüber, dass die Oldie-Night weiter relativ gut angenommen wird. Sie fand bis vor vier Jahren im Deutschen Haus in Siedelsbrunn statt. Von Harald Walz kam dann die Anfrage, ob der FC sie nicht im Haus des Gastes durchführen wollte.

Gestemmt wurde der Abend nur von Vereinskräften mitsamt Anhang, die tatkräftig bei der Organisation im Vorfeld und bei der Bewirtung der Gäste im Laufe der Veranstaltung mitwirkten. Wie Egner sagte, geht mit der Oldie-Night auch der Wunsch des FC in Erfüllung, die Ortsgemeinschaft zu stärken. Die Mannschaft selbst pflegt diesen Zusammenhalt innerhalb der beiden Schönmattenwags ebenfalls gerne durch den Besuch von Veranstaltungen befreundeter Vereine aus dem Dorf. „Wir freuen uns natürlich, je mehr das auf Gegenseitigkeit beruht“, sagte er.

Die Auswärtigen waren an diesem Abend fast stärker vertreten als die Einheimischen, beobachtete Egner. Später allerdings kam noch eine Delegation des MGV-Frauenchors vorbei, die zuvor in Hartenrod beim Jubiläum des GV Immergrün mitgewirkt hatte. Ab dem zweiten Set ließ sich beobachten, dass die Tanzbereitschaft zunahm. Mehr und mehr Besucher fanden sich vor der Bühne ein.

Eine feste Bank unter den Gästen ist der Fanclub von Harald Walz. Dessen Mitglieder kommen aus dem ganzen Odenwald und fahren die Termine mit ihren Wohnmobilen an. „Die sind bei jedem Konzert dabei“, staunte Egner. Über Facebook wird der Kontakt gehalten. Obwohl die treuen Fans alle um die 70 sind, ist für sie das soziale Netzwerk ein beliebtes Kommunikationsmittel. Allerdings werden auch diese immer weniger. „Statt sechs Campern im vergangenen Jahr sind heute Abend nur zwei da“, bedauerte er.

Auf die Tanzfläche wagte sich vorrangig erst die ältere Generation, deren Songs gespielt wurden. Ältere wie auch die Band selbst. Mit Günther Reinhard (Schlagzeug und Gesang) und Linda Sauer (Gesang) sowie Harald Walz (Gitarre, Keyboards, Saxofon und Gesang) sind heute noch drei Mitglieder aus den Anfangsjahren der „Outlaws“ dabei, der Band, die Walz zusammen mit Rudi Boml 1968 gründete.

Rüdiger Horst aus Unter-Schönmattenwag, der 2016 einstieg, ist an Bass, Saxophon und Gesang eine echte Bereicherung. Thomas Sattler aus Aschbach (Gitarre/Gesang), sonst eher als Hussmouge-Sitzungspräsident bekannt, war ebenfalls mit dabei und sorgte für einige neue Songs im Programm.                        tom

Im Alter auf das Essen achten

„Gesunde Ernährung auch im Alter“ hieß ein Vortrag beim VdK Schönmattenwag, zu dem Vorsitzende Renate Lautenschläger knapp 40 Mitglieder und Interessierte begrüßte. Referentin war die in Gadern wohnende Aruna Grace Whitworth. Nach dem Kaffeetrinken ging es später im Pfarrheim nahtlos mit Sitz-Yoga weiter. Angelehnt an ayurvedische Ernährungsempfehlungen gab sie Tipps aus naturheilkundlicher Sicht zu verschiedenen Beschwerden und berichtete über interessante Studien.

Aruna Grace Whitworth wurde in Auroville/Indien geboren und wuchs dort auch auf. Bereits in ihrem Heimatland erhielt sie eine mehrjährige Ausbildung, der sich vier Jahre Berufserfahrung bei Europas größter Ayurveda-Akademie in Bad Meinberg anschlossen. Sie ist ärztlich zertifizierte Ayurveda-Therapeutin und Heilpraktikerin in Ausbildung.

„Rohkost überwiegend morgens essen“, empfahl die Referentin. Obst bezeichnete sie als Zwischenmahlzeit, die vor dem eigentlichen Essen zu sich genommen werden sollte. Die Gewichtszunahme im Alter geschehe durch langsameren Stoffwechsel, deshalb sollte man die Essensmenge anpassen. Intervallfasten ist laut Aruna Grace Whitworth gut – über acht Stunden verteilt etwas essen und dann 16 Stunden nichts.

Bitterstoffe und Grapefruit-Kernextrakt-Tropfen regen den Stoffwechsel an, empfahl sie. Die Referentin warnte, dass im Alter oft zu wenig getrunken werde. Morgens solle man sich schon eineinhalb bis zwei Liter Wasser richten und über den Tag trinken. Etliche Fragen während des Vortrags beantwortete die Fachfrau direkt.

Bei Wechseljahr-Beschwerden und einer Östrogen-Dominanz ist Whitworth zufolge das natürliche, körperidentische Progesteron aus der Yams-Wurzel zu empfehlen. Grapefruit-Kernextrakt helfe bei allerlei Pilzbefall im Körper. Bittere Aprikosenkerne und Wasserstoffperoxid bekämpften und beugten Krebszellen vor. Eine Hand voll Nüsse, dreimal in der Woche gegessen, senkten das Herzkreislaufrisiko um 37 Prozent.

Beim Kaffee wurden außer Kuchen und Schnittchen passend zur gesunden Ernährung auch Rohkoststicks (Karotte, rote und gelbe Paprika und Gurkenscheiben mit Dip) angeboten. Danach folgten für die Teilnehmer hochinteressante, vielfältige Übungen im Sitzen, die alle Körperpartien betrafen. Es wurde von den Senioren rege an Stuhl-Yoga zur Muskelkräftigung, Dehnung und Gleichgewichtsstärkung teilgenommen. Renate Lautenschläger wies im Anschluss auf die letzte VdK-Veranstaltung in diesem Jahr hin: Die Weihnachtsfeier findet am Samstag, 7. Dezember, statt. Die Planungen für die Termine 2020 laufen.   tom

 

Info: Der Stuhl-Yoga-Kurs von Aruna Grace Whitworth im Abtsteinacher Gemeindehaus findet immer montags um 16 Uhr und mittwochs um 19.30 Uhr statt. Sie bietet auch Ayurveda-Massagen an, Telefon 0176/22622928. Weitere Bilder zur Veranstaltung auch auf http://www.vdk.de/ov-schoenmattenwag

Musikalisch geht es in die 60er und 70er Jahre

Es darf wieder zu musikalischen Evergreens getanzt werden, die einen über Jahrzehnte hinweg begleitet haben: Der FC Odin veranstaltet die „Oldie-Night“ gemeinsam mit der Band um den Aschbacher Tausendsassa Harald Walz zum vierten Mal am Samstag, 26. Oktober.  Insgesamt findet sie, früher in Siedelsbrunn beheimatet, bereits zum zwölften Mal statt. Um 20.30 Uhr geht es im Haus des Gastes los. Mit der Veranstaltung will man an die gelungenen Abende der vergangenen Jahre anschließen, als der Saal voll besetzt war und die Gäste kräftig das Tanzbein schwangen.

Unter dem Namen „Harald Walz & Friends“ hat der Aschbacher langjährige Weggefährten versammelt, mit denen er die 60er und 70er Jahre wiederauferstehen lässt. Mit ihnen veranstaltete er auch in diesem Jahr wieder eine Oldie- und Schlagernacht in Ober-Mossau. Mit Songs der Beatbands aus diesen beiden Jahrzehnten und Deutschem Schlager aus vergangenen Zeiten will die Band das Publikum begeistern. „Eine Veranstaltung nicht nur für Oldies, wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat“, freut sich Walz. Auch bei den Jüngeren kommt diese Musik gut an.

Mit Günther Reinhard (Schlagzeug und Gesang) und Linda Sauer (Gesang) sowie Harald Walz (Gitarre, Keyboards, Saxofon und Gesang) sind heute noch drei Mitglieder aus den Anfangsjahren der „Outlaws“ dabei, der Band, die Walz zusammen mit Rudi Boml 1968 gründete. Man spielte jedoch nur knapp zwei Jahre gemeinsam, bis Boml bei einem Unfall ums Leben kam.

Rüdiger Horst aus Unter-Schönmattenwag, der 2016 einstieg, ist an Bass, Saxophon und Gesang eine echte Bereicherung für die Band. Thomas Sattler (Gitarre/Gesang), den sicherlich viele von der Band Alive und dem Duo Sattler kennen, ist ebenfalls mit dabei.

Wie am Fließband spielen die Bandmitglieder die alten Hits hoch und runter und würden sich freuen, wenn sich am 26. Oktober die Tanzfläche mit begeisterten Besuchern schnell füllt. Denen es dann bestimmt viel Spaß macht, auf die Musik aus ihrer Jugendzeit zu tanzen. Songs von den Lords, Shadows, Stones, Bee Gees, Kinks, Roy Orbison, Smokie, aber auch deutsche Interpreten wie Peter Maffay, Drafi Deutscher, Flippers und viele andere werden mit im Programm sein. Ein alter Pop- oder Rock-Hit aus vergangenen Zeiten jagt den nächsten.

Der FC Odin stemmt den Abend nur mit Vereinskräften, die tatkräftig bei der Organisation im Vorfeld und bei der Bewirtung der Gäste im Laufe der Veranstaltung mitwirken. Auch bei der Deko bleibt man gerne in der Großgemeinde und besorgt diese vor Ort. Der Verein will mit der Veranstaltung die Ortsgemeinschaft stärken. Die Fußball-Mannschaft selbst pflegt diesen Zusammenhalt innerhalb der beiden Schönmattenwags ebenfalls gerne durch den Besuch von Veranstaltungen befreundeter Vereine aus dem Dorf.

Nach dem super Erfolg der vergangenen drei Jahre, „woran die Jungs vom FC Odin mit der Gestaltung der Halle auch einen großen Anteil hatten“ (Walz), freut er sich mit seinen „Friends“ auf den 26. Oktober. Aufs Neue soll eine schöne Party unter dem Motto „Back to the 60s“ gefeiert werden. Klamotten aus der damaligen Zeit sind gern gesehen. Karten gibt es an der Abendkasse.

Große klangliche Präzision

Das war eine Chorgala, die ihren Namen mehr als verdiente: Der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag hatte in die katholische Kirche St. Johannes der Täufer eingeladen. Gast: der Maulbronner Kammerchor, der zusammen mit den drei MGV-Ensembles die Besucher im vollbesetzten Gotteshaus immer wieder in Begeisterung versetzte. Nicht nur die, auch Männerchor-Dirigent Hans-Joachim Karl empfand die musikalischen Gäste als „sensationell gut“.

Die vielgefragten und hochbegabten Sänger aus der Klosterstadt waren eine „sehr sympathische Truppe“, freut sich Karl. „Die saßen nach dem Konzert noch lange mit uns im Sängerheim zusammen.“ Es war nie zu spüren, „dass die schon auf der ganzen Welt unterwegs waren“, haben die Maulbronner ihre Kraichgauer Bodenständigkeit nicht verloren, beobachtete er.

Das in Unter-Schönmattenwag dargebotene geistliche Programm „Ruhe bitte!“ ist sehr vielfältig über alle Epochen hinweg. Mit dem Schwerpunkt Romantik waren aber auch Stücke aus der Renaissance und Zeitgenössisches zu hören. Dazu noch eine selbst komponierte Ur-Aufführung von Kammerchor-Mitglied Peter Schertler: „Sei stille im Herrn“.

Die drei MGV-Chöre mussten sich nicht verstecken. Der Männerchor trug das geistliche Programm vor, das er übernächstes Wochenende auf dem Wettbewerb in Bernbach darbieten wird. Quasi eine Art Generalprobe. Darunter war das „Non Nobis dominae“ einer amerikanischen Komponistin, die Eichendorff-Vertonung „Einsiedler“ und zwei Strophen aus dem bereits bekannten „Tre Stycken för Manskör“ von Sven-David Sandström.

Der Frauenchor unter seiner Leiterin Anna Stumpf hatte drei Stücke extra für die Chorgala neu einstudiert. Unter anderem wurde das „Sanctus“ von Andre Kaple vorgetragen. Und natürlich hatten auch die Kinder ein paar Ohrwürmer im Gepäck. „Das war sehr auflockernd“, meinte Karl zu deren Beitrag. Die jüngsten MGV-Sänger genossen es danach sichtlich, in der ersten Reihe zu sitzen und den Maulbronnern zuzuhören.

Forderte schon deren Auftritt zu Standing Ovations heraus, so setzten die Gäste bei der Zugabe noch einen drauf. Sie stellten sich mit 28 Sängerinnen und Sängern rund um die Zuschauer an den Kirchenmauern auf und boten somit von allen Seiten Rheinbergers „Abendlied“. Hajo Karl zeigte sich stark beeindruckt von der „klanglichen Präzision“ und der Homogenität über alle Register hinweg. Dass der Kammerchor stilistisch absolut sicher sein würde, „war mir klar“, schmunzelte der MGV-Chorleiter.

Nicht nur Hugo Wolfs „Einklang“, ein sehr schweres Stück, wurde „toll und ausbalanciert gesungen“, meinte Karl. Auch Josef Gabriel Rheinbergers „Morgenlied“ zu Beginn, dazu noch mehrere Lieder von Mendelssohn Bartholdy, Richard Derings „Factum est silentium“ oder „Rest“ von Ralph Vaughan Williams bildeten vielbeklatschte Programmbestandteile. Als Kontrapunkt dazu John Cages 4‘33‘‘: Vier Minuten und 33 Sekunden lang herrschte – Stille.

Das A-cappella-Programm „Ruhe, bitte!“ setzte sich mit der Sehnsucht nach Ruhe auseinander und wollte der alltäglichen Hektik, dem allgegenwärtigen Lärm und der Reizüberflutung eine Perspektive der Entschleunigung und Einkehr entgegensetzen. Die klösterliche Tradition eröffnete mit ihrem Rückzug von der weltlichen Geschäftigkeit ihren eigenen Weg zu innerer und äußerer Ruhe, der heutzutage vielleicht nicht ganz zufällig wieder populärer wird.

Den MGV Sängerbund freute es besonders, dass zu dem Konzert auch der Gründer und langjährige Leiter des Kammerchors, Jürgen Budday, aus Leipzig angereist war. Er stand von 1983 bis Sommer 2016 den Maulbronnern vor. Als Nachfolger wurde dann der 29-jährige Benjamin Hartmann gewählt, selbst ehemaliges Mitglied des Kammerchors und einst Schüler im evangelischen Seminar. Hier wiederum wirkte Jürgen Budday fast 35 Jahre als Seminarmusiklehrer und künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte.

Der Auftritt des bekannten Ensembles zog Kreise: Weit über den Überwald hinaus, aus Richtung Heidelberg, dem Neckartal und der Bergstraße kamen die Zuschauer nach Schönmattenwag. „Die haben eine treue Fangemeinde“, so Karl anerkennend. Die Kammerchor-Mitglieder waren von der Gastfreundschaft der Schimmeldewäer und der Begeisterungsfähigkeit des Publikums beeindruckt und sagten, „dass sie gerne wieder zu uns kommen würden“.