Sanierung ist erst zum Schuljahresende fertig

Weil die Feuchtigkeit so stark war, dauerte die Trocknungszeit länger und verschiebt sich somit auch das Sanierungsende. In der Grundschule Schimmeldewog wurden mehrere Leitungen im Sanitärbereich von Ratten zerfressen, weswegen unter anderem im Frühjahr 200 Quadratmeter Estrich erneuert werden mussten. Auf Grund der unvorhersehbaren längeren Trocknungszeit „werden die Räume erst Ende Juni wieder genutzt werden können“, teilt die Pressestelle des Kreises mit. Also genau dann, wenn die Sommerferien beginnen. Geplant war Ende Mai.

Derzeit gibt es eine Interimslösung durch einen Toilettencontainer auf dem Schulhof. Quasi eine Wiederholung des Zustands während der Renovierung vor acht Jahren, als die Schüler ebenfalls aufs WC-Häuschen auf den Schulhof gehen mussten, wenn sie mal mussten. Durch die rattenzerfressenen Löcher in den Abwasserleitungen sickerte über mehrere Jahre unbemerkt Fäkalwasser in den Estrich. Aufgrund der dortigen Feuchtigkeit sei dann eine Heizungsleitung im Boden korrodiert und gerissen. Dadurch wiederum kam noch mehr Wasser in den Estrich, wodurch auch die angrenzenden Räume betroffen waren, heißt es vom Kreis.

Die Abbrucharbeiten wurden Anfang März abgeschlossen, so die Auskunft des Kreises als Schulträger. Danach erfolgte eine technische Trocknung des Sanierungsbereiches, „die auf Grund der vorhandenen Feuchtigkeit länger dauerte als geplant“. Nach der Trocknung wurde der Sanierungsbereich desinfiziert, heißt es seitens der Pressestelle. Danach erfolgte am Baumaterial eine Probenahme durch einen Bauchemiker. „Alle Proben waren negativ“, sodass der Sanierungsbereich für die folgenden Arbeiten ab dem 8. April freigegeben wurde.

Erneuert werden mussten neben dem Estrich zirka 80 Quadratmeter Trockenbauwände sowie 15 Meter Abwasser- und 40 Meter Heizungsleitungen. Als Präventionsmaßnahme wurden in die Grundleitungen so genannte Rattensperren eingebaut, teilte Pressesprecherin Cornelia von Poser mit.

Im April wurde eine Bodenabdichtung auf den Rohboden aufgebracht. Auch bauten die Handwerker neue Heiz-, Wasser- und Elektroleitungen eingebaut. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde der Estrich mit Wärmedämmung eingebaut. In dieser Woche (ab dem 6.5.)/in der vergangenen Woche startete der Einbau der Trockenbauwände. Die Höhe der Schadenssumme wurde von der Versicherung noch nicht genannt, so von Poser. Sie werde aber komplett von der Gebäudeversicherung getragen. „Dem Kreis Bergstraße wird durch diesen Vorfall kein finanzieller Schaden entstehen.“

Bemerkt wurde der Schaden laut Kreis-Pressestelle im Dezember 2018, als man einen hohen Verlust im Heizungssystem feststellte und gleichzeitig an den Trockenbauwänden feuchte Stellen mit Schimmelbefall sichtbar wurden. Die WC-Anlagen wurden daraufhin umgehend geschlossen. Im Schulhof wurde ein Toilettencontainer aufgestellt. Die Sanierungsarbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Schulleitung.

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Grundschule Schimmeldewog bekommt Ganztagsangebot

Das neue Schuljahr wird einen großen Einschnitt in der Geschichte der Grundschule Schimmeldewog bedeuten. Sie wird zu einer Ganztagsschule, worauf das Pädagogen-Team schon einige Zeit hingearbeitet. Die entsprechenden Planungen laufen bereits länger. Bei den Schnuppertagen für die Vorschüler des Kindergartens St. Marien war natürlich auch das erweiterte Angebot Thema. Für die Eltern gab es die entsprechenden Informationen, während ihre Kinder von den Paten mit der Schule vertraut gemacht wurden.

Ein Teil des Ganztagsangebots, montags bis mittwochs immer bis 14.45 Uhr, wird durch ein Landesprogramm kostenfrei gestaltet, erläutert Matthias Dautel. Er bildet zusammen mit Simone Hentschel-Gärtner die Schulleitung. Die anderen beiden Tage und die Zeit bis 16 Uhr muss seinen Worten zufolge bezahlt werden. Aktuell läuft auch die Personalplanung für die Betreuer, die zusammen mit den Lehrern das entsprechende Angebot machen.

Es soll Dautel zufolge Ruhepausen geben, Hausaufgabenbetreuung, AGs wie die Bienen, Projekte, aber auch Vertiefung des vormittäglichen Unterrichts. Das Mittagessen wird über einen Caterer geliefert. In der mittelfristigen Planung des Kreises als Schulträger werde auch über den Neubau einer Mensa nachgedacht. Wie der Pädagoge sagt, sind derzeit zwischen 30 und 40 für das kostenlose Nachmittagsangebot angemeldet, 20 davon für die restliche Zeit.

Derzeit zählt die Grundschule 66 Kinder, wovon 19 zum Ende des Schuljahres auf weiterführende Schulen abgehen. 21 kommen wieder dazu, neben den zwölf aus dem örtlichen Kindergarten auch neun von außerhalb, etwa Wald-Michelbach, Mengelbach oder Langenthal. Das belegt laut Dautel die weiterhin bestehende große Nachfrage nach der in Schönmattenwag praktizierten Unterrichtsmethode mit Freiarbeit.

Dautel findet es gut, „Schule so zu denken, dass auch nachmittags Unterricht stattfindet“. Denn damit kann man den Kindern mehr Zeit geben, das Gelernte zu vertiefen, andererseits durch ein freiwilliges Angebot Ort, Wald und Natur mehr zu integrieren. Mit einer Thematik könne man sich so in mehreren Stunden beschäftigten, was im regulären Unterricht sonst schwieriger sei. Außerdem wird der Ganztagsunterricht teilweise vom Klassenlehrer gehalten, womit dieser in der Lage ist, vormittags angeschnittene Punkte zu vertiefen.

Der Pädagoge weiß um den Bedarf von Ganztagsunterricht „auf dem Land“. Längst arbeiten auch hier beide Elternteile und sind deshalb auf die Betreuung ihrer Sprösslinge angewesen. „Das wird immer mehr nachgefragt.“ Dautel rechnet damit, dass die Nachfrage eher noch steigen wird. Er weist darauf hin, dass es sich um eine „Erweiterung des Lernangebots“ handelt. Eine Referendarin hat bereits neu in der Schule angefangen, Lehrpersonal fürs nächste Schuljahr wird noch gesucht. „Die Mittel dafür sind bereits genehmigt“, lächelt Dautel.

Zwölf neue ABC-Schützen wird die Grundschule Schimmeldewog im kommenden Schuljahr vom örtlichen Kindergarten St. Marien aufnehmen. Damit die sich gleich im neuen Umfeld zuhause fühlen und weniger Eingewöhnungsschwierigkeiten haben, gibt es für die baldigen Erstklässler im ausgehenden Schuljahr drei Schnuppertage im Abstand von zwei bis vier Wochen. Diese haben sich bestens bewährt und machen den Start in den „Ernst des Lebens“ leichter. Denn genau davor soll ihnen die Angst genommen werden – was nach Rückmeldung aus der Elternschaft auch sehr gut gelingt.

Im Kindergarten gibt es spezielle Vorschulprojekte, in die sich die angehenden Schüler einwählen dürfen, erläutert Leiterin Sabine Heutz. Da geht es unter anderem um die Polizei mit einem Besuch der Station in Wald-Michelbach oder das Erbacher Krankenhaus, wo Mutter und Opa eines Kindes arbeiten. „Alle sind richtig fit und fordern mehr“, hat Heutz beobachtet, dass die zwölf jetzt in der Schule gut aufgehoben sind. Fürs Abschiedsfest überlegten sie sich selbst ein Programm, üben ein Theaterstück ein und basteln die Requisiten selbst.

„Wir sind voll belegt“, gibt es laut der Kindergartenleiterin eine ständige Nachfrage nach freien Plätzen. Sie rechnet deshalb damit, dass es auch im kommenden Jahr wieder eine ähnliche Zahl Schulanfänger geben wird. Berührungsängste in der Schule gibt es nicht. Die „Neuen“ werden von ihren Paten an die Hand genommen und herumgeführt, mit der Freiarbeit vertraut gemacht. „Die sind begeistert, voller Vorfreude, neugierig“, hat Sabine Heutz beobachtet.

Schreiben lernen, ein Buch lesen, Kräuter bestimmen oder Zahlen in Mathe erforschen heißen die ersten Aufgaben der Schulanfänger, erläutert Matthias Dautel. Ziel ist es, einen fließenden Übergang zu gestalten. Den schaffen die angehenden Erstklässler in der Regel leichter als ihre Eltern. „Die Kinder haben viel weniger Probleme beim Loslassen“, hat der Pädagoge beobachtet.

Was den Kindern hilft, hilft aber auch den Lehrern. Denn nach der großen Pause gibt es eine „Schulstunde“, in der zusammen ein Bilderbuch gelesen oder etwas gebastelt wird. Während Dautel den Unterricht gestaltet, sind drei Kolleginnen dabei, die sich die neuen Erstklässler genau anschauen, um bereits einen Eindruck davon zu bekommen, was der eine oder die andere im kommenden Schuljahr vielleicht brauchen könnte.        Symbolbild

Proppenvolle Zelte beim 30. Maifest des MGV Unter-Schönmattenwag

Wenn der MGV Sängerbund zu seinem traditionellen Grill in den Mai ruft, dann kann er sich an zwei Tagen über ein volles Zelt freuen. Jetzt wurde zum 30. Mal gefeiert. Wobei ein Zelt ja viel zu kurz gegriffen ist. Sieben aneinander gebaute waren es dieses Mal. Denn die Besucherzahlen sind konstant auf hohem Niveau. Das im vergangenen Jahr angebaute siebte Zelt hatte sich bewährt. Es diente am Dienstagabend der Musik, gestern wurde dort die reichlich gefüllte Kaffee- und Kuchentheke aufgebaut.

Nachdem in der vergangenen Woche der Start in den Wonnemonat noch eher unwonniglich-regnerisch ausgesehen hatte, sorgte ein Zwischenhoch für aufklarenden Himmel und Mienen bei den Verantwortlichen. An beiden Tagen war es zu den Hoch-Zeiten brechend voll auf dem alten Kerweplatz. Der vorabendliche Start in den Maifeiertag war gemächlich, um aber später umso voller zu werden. Bereits am frühen Abend trudelten zahlreiche Wanderer und Besucher bei den Sängern ein. Die kamen zum einen von befreundeten Vereinen, zum anderen aber auch aus der weiteren Umgebung.

Denn die super Stimmung bei den Schimmeldewäern hat sich ebenso herumgesprochen wie das leckere Essen. An beiden Tagen gab es Haxen zum Grill zusätzlich zu den „normalen“ Maifeier-Speisen. Am Feiertag sind die Renner die von der Metzgerei Dingeldein angelieferten leckeren Schnitzel mit Pommes und Salat. Die gingen weg wie warmen Semmeln und waren wir die Haxen schnell ausverkauft.

Am späteren Abend wurde dann gerockt. „Thousand Years Later“ spielten alte Klassiker und neue Hits hoch und runter. Benedikt Staat (Drums), Benedikt Breitwieser (Bass, Backgroundgesang), Sven Dörsam (Gitarre), Tobias Walter (Backgroundgesang, Percussion) sowie Katharina Zink und Timo Walter (Gesang) legten kräftig los. Alle Tische und Bänke waren besetzt, vor der Bühne wurde kräftig getanzt, selbst in den Gängen war kein Durchkommen.

Neu sind zum Beispiel Footloose oder die zwei Rock-Medleys, erzählt Sängerin Katharina Zink. Aber auch Songs wie Macarena und der Ketchup-Song wurden super angenommen, beobachtete sie. „Extra für den Rock in den Mai haben wir viel Rockiges vor allem aus den 80ern gespielt“, freut sich sie über die gute Resonanz. „Die Bandbreite von Schlager über Pop aus dem Radio bis hin zu Rockklassikern kam wirklich gut an“, stellt Zink fest. Es gab viele positive Rückmeldungen.

Die Band bewies viel Durchhaltevermögen, die Zuschauer aber noch mehr. Drei Sets spielte die Gruppe bis 2 Uhr in der Früh. Da dann noch lange nicht Schluss war, wurden etliche Zugaben drangehängt. Knapp 60 Songs umfasst das TYL-Repertoire. You give love a bad name, All about that base, Your man oder This is the life wechselten sich ab mit Hard to Handle, Whiskey in the Jar, The Middle oder Sexy. Das Schürzenjäger-Rock-Medley,  Bad case of loving you oder Superstition gehörten ebenso zum Set wie Locked out of heaven, Macarena oder I wanna dance with somebody.

„Die Gäste kommen von weither, um die Band zu sehen“, weiß die zweite Vorsitzende Anette Wiegel. Als die Musiker fertig waren, waren es die Gäste noch lange nicht. Es war schon hell am Mittwochmorgen, als sich die letzten auf den Heimweg machten. „Es war wieder so voll wie im vorigen Jahr“, freute sich Wiegel. Die letzten konnten fast die ersten begrüßen, die dann am Morgen zum Frühschoppen vorbeikamen.

Der wird traditionell von der Blasmusik Schimmeldewog umrahmt. Trompetenecho, Böhmischer Traum, Ich war noch niemals in New York und zum Abschluss das Schimmeldewäer Lied lauteten einige der Songs, mit denen die Truppe unter der Leitung von Christian Schuppel über die Mittagszeit bestens unterhielten. Kaum war sie fertig, setzte auch schon der Sturm auf die Kaffee- und Kuchen-Theke ein. Tische wurden aus der Nachbarschaft herangeschafft, weil der Platz nicht reichte.

Frauenchor-Mitglieder und Ortsbevölkerung hatten dafür gesorgt, dass ein reiches Angebot für die Schleckermäuler zur Verfügung stand. Wie überhaupt der Sängerbund auf eine große Hilfsbereitschaft zählen kann, wenn er zu seinen Festen ruft. Seit 1989 wird in den Mai gefeiert, anfangs noch in einem Zelt. Um die 60 Leute dürfte der Verein in diesem Jahr an den beiden Tagen im Einsatz gehabt haben, meint Schriftführerin Anja Freudl.

Die hatten am Mittwoch noch einmal bis in den Abend hinein viel zu tun. Erst dann machten sich die letzten Maiausflügler schweren Herzens auf den Heimweg. Bereits vor einer Woche war der Zeltaufbau gestartet, ehe noch vor dem Wochenende alles fertig war und am Montagmorgen die Restarbeiten stattfanden. „Es hat alles super geklappt“, freue sich Jöst. Der Nachmittag gehörte dann den Kindern. Die freuten sich sowieso, dass sie unter der wärmenden Sonne auf dem Spielplatz herumtollen durften. Das Kinderschminken wurde von Johanna und Helen Jöst angeboten

MGV begrüßt grillend mit viel Musik den Mai

Es wird urig, gemütlich und musikalisch beim „Grill in den Mai“. Eineinhalb Tage feiert der MGV Sängerbund mit Unterhaltung für Groß und Klein, Alt und Jung den Start des Wonnemonats. Und natürlich den schon bekannten Speisen mit dem „Highlight“ Haxen vom Grill. Aber auch vielen anderen Spezialitäten, die keine kulinarischen Wünsche offen lassen. Mittwochs wird Kaffee und Kuchen angeboten.

Am Dienstag, 30. April, geht’s auf dem Kerweplatz im Alten Weg um 18 Uhr los, am Mittwoch, 1. Mai, um 11 Uhr weiter. Mittags ist dann Haxenzeit. 1989 führte der MGV sein erstes Maifest durch, damals noch mit einem Zelt. Inzwischen sind es sechs aneinander gebaute, in denen zwischen 50 und 60 Vereinshelfer an beiden Tagen für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Zusätzlich packen viele mit an, wenn es im Vorfeld darum geht, das Fest zu organisieren und die Zelte aufzubauen – und danach wieder den Kerweplatz aufzuräumen. „Gerade die Jungsänger engagieren sich stark“, stellt MGV-Vorsitzender Christian Jöst den Nachwuchs lobend heraus.

Am Dienstagabend gegen 21 Uhr bekommen die Gäste jeden Alters volles Programm: Knapp vier Stunden lang sorgt die Band „Thousand Years Later“ für beste Stimmung und spielt Songs bekannter Musiker hoch und runter. Eintritt frei. Benedikt Staat (Drums), Benedikt Breitwieser (Bass, Backgroundgesang), Sven Dörsam (Gitarre), Tobias Walter (Backgroundgesang, Percussion), Katharina Zink und Timo Walter (Gesang) gehen in bewährter Manier an den Start.

Knapp 60 Songs umfasst das TYL-Repertoire. „Schützenjägerzeit“ oder „Bitte mit Sahne“ wechseln sich ab mit „Hollywood Hills“ oder „Angel“.  „Wunder gibt es immer wieder“, „Die Hölle morgen früh“, Spliff mit „Carbonara“ oder „Ein Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews gehören ebenso zum Set wie „Bed of Roses“ von Bon Jovi oder „Purple Rain“ von Prince. Natürlich hat sich die Gruppe über den Winter auch einige neue Stücke draufgeschafft. „Die Gäste kommen von weither, um die Band zu sehen“, weiß die zweite Vorsitzende Anette Wiegel.

Der nächste Morgen gehört zum Frühschoppen der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Während deren Klängen füllt sich das Zelt in der Regel schnell. Dazu tragen auch die Haxen am Grill bei, für die man sich sputen muss. Ihre Qualität ist bekannt: Sie werden per Hand erst kurz vor dem Grillen gewürzt und sind in der Regel am frühen Nachmittag ausverkauft.

Grenzenlose Begeisterung für die Europareise der Blasmusik

„Musik ohne Grenzen“ in Zeiten des Brexits und der unseligen Rückbesinnung aufs Nationale: Die Blasmusik Schimmeldewog setzte mit ihrem Jahreskonzert unter der Leitung von Christian Schuppel ein Zeichen für die (musikalische) Völkerverständigung. Mehr als zwei Stunden lang brachte das Ensemble im sehr gut besetzten Haus des Gastes ein flottes, eingängiges Stück nach dem anderen zu Gehör. Durch das Programm führte in bewährter Manier Donat Skroch.

Italienische Opernklassiker, ein deutsches Volkslied, ein englisches Traditional, ein schwedischer Abba-Evergreen oder das unverwüstliche Azzurro, bekannt durch Adriano Celentano, wussten das Publikum zu begeistern. Das kam bereits im ersten Set gut in Fahrt, klatschte beim weltbekannten Thema von Bizets „Carmen“ mit, um dann nach der Pause voll einzusteigen. Das Orchester durfte sich über herzlichen bis überbordenden Applaus für seine Leistung freuen.

Den hatte sich die Blasmusik auch redlich verdient. Der etwa 30-köpfige Klangkörper mit drei Gästen folgte dem Dirigenten auf den Punkt. Voll, majestätisch, aber dann auch wieder zart, fein, kamen die einzelnen Melodien zum Tragen. Einmal leise Querflöten, dann wieder donnerndes Schlagzeug zeigten zusammen mit dem eindrucksvollen Tutti die gesamte Bandbreite des Könnens.

Kein Wunder, dass eine begeisterte Menge die Musiker nach Ende des regulären Programms nicht ziehen lassen wollte. Dafür war das von Paolo Conte stammende „Azurblau“, also Azzurro“, der perfekte Anheizer, um damit den Wunsch nach mehr kräftig zu befördern. Der wurde auch erfüllt – und wie: „Pfeffer und Salz“, berühmt durch Ernst Mosch, brachte die Egerländer in den Überwald. Kein Konzert ohne das Markenzeichen der Blasmusik: Zum Ausklang ertönte das obligatorische „Schimmeldewog-Lied“ bei stehendem und mitsingendem Publikum.

Ein weiterer Höhepunkt nach der Pause: „The Blues“ von Arrangeur Zane van Auken. Die lebhafte Solisten-Parade wurde durch die Zuschauer immer wieder mit „One more Time“-Rufen unterstützt, wenn Schuppel die Hand hob. Alle Register spielten stehend ihren Part und die Füße der Gäste wippten im Takt mit. Zum Schluss musizierte dann das komplette Orchester im Stehen.

War der erste Set musikalisch sehr anspruchsvoll, so kam im zweiten die Nähe der Stücke zum „normalen“ Konzertbesucher noch hinzu. Das Feedback war von allen Seiten sehr positiv. Es gab Lob und Anerkennung für die musikalische Leistung sowohl von Laien als auch von den zahlreich anwesenden „Spezialisten“ anderer Ensembles.

Urdeutsch vom Ursprung Idee her, aber erfrischend flott und mitreißend gestaltete sich der Auftakt mit „Along the Weser“. Jacob de Haan gestaltete, inspiriert vom traditionellen „An der Weser“, eine Hommage an diesen doch sehr deutschen Fluss. „Wo Werra sich und Fulda küssen, sie ihren Namen büßen müssen; denn hier entsteht durch diesen Kuss, deutsch bis zum Meer, der Weser Fluss“: Das hat jeder schon mal irgendwo gehört.

Analog der Nationalflaggen im Programmheft prangten diese auch über der Bühne und waren auf den Tischen zu finden. Vorsitzender Hans Vogel forderte zu Beginn die Zuschauer auf schmunzelnd auf, sich die gewünschten Fähnchen zusammenzusuchen, „wenn einer nicht mit Brexit in Verbindung gebracht werden will“. Patrick Walter am Schlagzeug, das erste Mal dabei, holte sich später ein dickes Lob von Donat Skroch ab. Dennis Nußbeutel vom Blasmusikverband Rhein-Neckar nahm zwischenzeitlich Ehrungen vor.

Von Heinz Briegel stammt die Bearbeitung des Folksongs „Scarborough Fair“ für Blasorchester. Denn eigentlich ist das Lied durch Simon & Garfunkel weltbekannt. Briegel malt die magisch, mystische Liebesgeschichte in dunklen Klangfarben aus, die weltbekannte Melodie kann ihre traurige Schönheit in ergreifenden Bläserklängen entfalten, um schließlich leise in der Ferne zu verklingen.

Salzburg? Klar, die Mozartstadt. Da ist es nur naheliegend, in der „Salzburg Impression“ das Andante in G-Dur KV 501 von Wolfgang Amadeus Mozart umzuarbeiten. Dizzy Stratford alias Jacob de Haan, der sich in etlichen Songs wiederfand, war hier wieder einmal am Werk. Er nahm die bezaubernde, leichte Melodie und setzte sie in ein etwas moderneres, aber ebenso leichtes und reizvolles Stück für Blasorchester um.

Sehr beeindruckend durch seinen Abwechslungsreichtum: „Crith Mhonadh“ von Alfred Bösendorfer, der sechs musikalische schottische Bilder zeichnet. Das stimmungsvolle, wunderschöne „Only Time“ von Enya hat sich 2001 im Nachgang des 11. September wohl in alle Herzen eingebrannt. An „Poupée de cire, poupée de son“ von Serge Gainsbourg werden sich die Älteren noch gut erinnern, denn von France Gall gesungen gewann es den Eurovision Song Contest 1965.

Bücher haben nichts von ihrer Faszination verloren

Lesen ist bei den Grundschülern in. Aber natürlich darf die sanfte Hinleitung zu dieser „Old-School-Wissensaufnahme“ nicht fehlen. Hier sind neben der Grundschule Schimmeldewog auch die Eltern gefragt, die im Wald-Michelbacher Ortsteil super mitziehen. Deshalb ist die Buchausstellung jedes Schuljahr „eine feste Bank“ im Veranstaltungskalender und immer sehr gut besucht. Da gerade der Mehrzweckraum saniert wird, wichen die Kinder dieses Mal in die verschiedenen Klassenräume aus.

Wie lange es bereits die Buchausstellung gibt, lässt sich nicht mehr feststellen. Aber mehrere Jahrzehnte. In diesen hat – trotz Fernsehen, Internet und Smartphone – das Gedruckte noch nichts von seiner Faszination verloren. Seit Anfang an ist auch die Buchhandlung Arb aus Schönau mit dabei und stellt die verschiedenen Werke zur Verfügung. Die neueste Kinder- und Jugendliteratur für die Klassen 1 bis 5 gibt’s neben den aktuellsten Kinderspielen dann zu sehen und zu kaufen. „Die Veranstaltung wird immer sehr gut angenommen“, freut sich Peter Arb.

„Bücher für alle Altersklassen“ haben die Arbs eingepackt. Das waren etwa Exemplare aus der Reihe des „Magischen Bauhauses“ von Mary Pope Osbourne für die für die Kleineren – mit großer Schrift und einigen Illustrationen. Oder Geschichten von „Petronella Apfelmus“ für die etwas Älteren und „Gregs Tagebücher“ für die Größeren, die langsam auf die Pubertät zugehen. Richtung weiterführende Schule kommt bei den Jungs Fantasy ins Spiel. Bei den Mädchen bahnen sich die ersten zarten Liebesromane an, aber auch die Einhorn-Geschichten stehen weiter hoch im Kurs.

Peter Arb hat festgestellt, dass Sachbücher immer angesagt sind. Und das in allen Grundschul-Klassen. „Mehr als die Belletristik“, weiß er. Da geht es um Pferde, Religion, Experimente, Feuerwehr oder Dinosaurier. Alles kind- und jugendgerecht aufbereitet. Aktuell sehr stark nachgefragt: die Kreativ-Kratzelbücher. Bei den Ausgaben für Jungs finden sich dann eher Krokodile oder Fahrzeuge drauf, bei denen für Mädchen Ponys.

„In Schönmattenwag sind die Kinder sehr lesebegeistert“, hat Arb bemerkt. Das ist heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich. Seiner Beobachtung nach hat das auch viel mit den Eltern zu tun. Und die sind an der Grundschule hinterher, dass ihre Sprösslinge kräftig schmökern. Allgemein, hat der Buchhändler nämlich beobachtet, geht die Lesefreudigkeit der Kids zurück. „Aber hier ist sie konstant“, sagt er.

„Die Buchausstellung ist immer sehr besucht“, weiß Matthias Dautel, der zusammen mit Simone Hentschel-Gärtner derzeit die Schule leitet. „Die Kinder lieben es zu stöbern.“ Die Eltern wiederum sind dankbar über Tipps, welche Literatur dem Nachwuchs gefallen könnte. Die lieb gewordene Tradition, neue Bücher vorzustellen, „fügt sich positiv ins Schulleben ein“, hebt er hervor.

„Für uns ist das ein wichtiger Baustein im Rahmen der Leseförderung“, so Dautel. Denn die wird groß geschrieben. „Wir wollen die Lesefreude wecken“, betont der Pädagoge. So haben die Schüler täglich in der Freiarbeitszeit die Möglichkeit zu lesen, können dazu auch eigene Bücher mitbringen, selbst Geschichten schreiben und diese den anderen vorlesen. Die Zeiteinteilung obliegt dabei ihnen.

Zwei Wochen hatten die Grundschüler im Vorfeld Zeit, in vier Projektgruppen den Tag vorzubereiten. Es ging ums Bücher binden, Papierschmuck und Buchkunst, letzteres angeleitet von Isabel Fontius. Seit diesem Schuljahr wieder in Betrieb ist die Schuldruckerei, betreut von Sabine Metz. „Wir wollen den Stellenwert des Lesens im digitalen Zeitalter hochhalten“, hob Dautel hervor. Wenn im kommenden Schuljahr das Ganztagsprogramm startet, wird auch das Lesen ein Schwerpunkt sein.

Märchenerzählerin Lisa Helfrich-Wolf aus Siedelsbrunn hatte ein Schulzimmer zu einem geheimnisvollen Raum umgestaltet, in dem sie den verschiedenen Klassen abenteuerliche Geschichten erzählte. Die Schüler waren direkt ins Märchen eingebunden und fieberten mit. Selbst die „coolen“ Viertklässler, die zu Beginn gewisse Vorhalte hatten („Märchen sind doch was für Babys“), kamen völlig begeistert wieder aus.

Wie immer, wenn es an der Grundschule eine Veranstaltung gibt, ist der Förderverein bei der Bewirtung mit im Boot. Er kann dabei auf die große Unterstützung der Eltern zählen, die die Kuchentheke gut bestückten und auch beim Verkauf halfen. Der Erlös soll gespendet werden. Die Schüler recherchierten dazu im Internet und wollen auf der kommenden Schulkonferenz vor den Osterferien entscheiden, wohin das Geld geht.

Und in die Spannung, da fällt ein Schuss: Theatergruppe Schönmattenwag führte die Krimikomödie „Wiedersehen auf Bora Bora“ auf

Es ist nichts, wie es scheint. Und es kommt natürlich sowieso ganz anders, noch schlimmer, als gedacht. Beste Voraussetzungen also für die Krimikomödie „Wiedersehen auf Bora Bora“, die die Theatergruppe Schönmattenwag drei Mal im sehr gut besuchten Haus des Gastes aufführte. Wenn sich zur Musik des „Rosaroten Panthers“ der Vorhang hebt, wissen die Zuschauer, dass sie eine vertrackte Handlung erwartet, bei der die Darsteller mit viel Liebe ihre teilweise skurrilen Figuren mit Leben erfüllen.

Da ist zum Beispiel Isabelle Sommer, gespielt von Mara Mottl. Deren Ehemann David ist vor einem Jahr spurlos verschwunden. Seitdem genießt die Strohwitwe, die ja weiß, dass sie kein Stroh im Kopf hat, ihr neues Singleleben. Wie sich Mara Mottl im Laufe des Geschehens von der selbstbewussten, party- und feierwütigen Diva, die scheinbar durch nichts zu erschrecken ist, zur hypernervösen, leicht reizbaren, ständig ausflippenden und rumbrüllenden Zicke wandelt, die dazu noch ständig mit Meret, der Schwester ihres (Ex-)Mannes, im Clinch liegt, ist schon eine Show für sich.

Nadine Pohl als diese ist wiederum genauso wenig durchschaubar. Auch bei ihr wird bereits im ersten Akt klar: Da ist irgendetwas nicht ganz koscher. Ständig betrunken über den Set wankend, beobachtet man sie plötzlich bei lichten Momenten und geheimnisvollen Telefonaten, in denen sie als eiskalter Engel rüberkommt, der genauso auf seinen Vorteil bedacht ist wie die geldgierige Isabelle.

Dass David Sommers Geschäftspartner (Jürgen Walter) in unsaubere Geschäfte verstrickt ist, wird den Besuchern schon in den Anfangsminuten klar – wie überhaupt die verschiedenen Szenen inklusive diverser Selbstgespräche einen Blick in die Handlung gewähren. Bereits zu Beginn fahrig, nervös, immer an sich rumzippelnd, holt Walter am Schluss sogar die Knarre aus der Tasche, als er sich in die Enge getrieben fühlt. Mit einem lauten Knall löst sich somit quasi alles auf – aber doch nur in Rauch?

Sascha Oberle, der ja bereits in früheren Aufführungen der Theatergruppe für die etwas schrägen Figuren gut war und diese immer mit viel Liebe zum Detail zeichnete, ist die des ein wenig begriffsstutzigen Fitnesstrainers Randy Hubacher wie auf den Leib geschrieben. Er kann sich in der Rolle richtig ausleben, hat schon die ersten Lacher, wenn er mit pinkfarbenem Muskel-Shirt, Sportshorts und weißem Haarband für die krausen Locken auf die Bühne kommt.

Er, der sowieso immer leicht panisch wirkt, darf dann später so richtig ausflippen, wenn er auf Geheiß seiner dominanten Geliebten Isabelle (die eindeutig die Starke in dem Duo ist) versucht, den zurückgekehrten David (ist er das aber wirklich?) alias Timo Walter über die Klippe zu schubsen. Der aber bleibt wie ein babbisches Gutsel immer wieder irgendwo kleben.

Dann ist da noch Hauswirtschafterin Luisa. Stephanie Walter macht sich einen Heidenspaß daraus, als Running Gag immer an die sowieso immer nervöser werdende Isabelle heranzuschleichen und diese mit einem „Madame“ an den Rand eines Herzinfarkts zu versetzen. Dazu lebt sie noch ihren Fusselfimmel aus, in dem die ständig einem Gast entfernt werden müssen. Doch auch sie hat es faustdick hinter den Ohren. Wie überhaupt jede(r) irgendwie verstrickt ist in das Kuddelmuddel, das sich im Verlauf des ersten Akts langsam andeutet und nach der Pause dann so richtig ausartet.

Der einzig Beständige in dem ganzen Drama scheint Dorfpolizist Fabio Caruso zu sein. Ramon Jöst, im „richtigen Leben“ tatsächlich Polizeischüler, unsterblich verliebt in Meret Sommer, verfolgt das Hin und Her meist ungerührt, Notizen machend. Er muss auch nicht wirklich viel tun, denn die Protagonisten der Show nehmen sich mit Hingabe selbst auseinander.

Am Ende kann er sich zwar rühmen, die Übeltäter gefasst zu haben, aber dabei menschlich von der Angebeteten absolut enttäuscht zu werden. Denn er wurde einfach nur benutzt – womit sich zeigt, dass Meret auch nicht besser ist als die verhasste Isabelle. Und schließlich noch die tollpatschige, halbblinde, Denglish babbelnde Mrs. Kennedy: Karin Mottl ist immer für ein paar Lacher gut, wenn sie durch den Set stolpert und mit verquerem Satzbau dem geliebten David nachtrauert.

Es kommt, wie es kommen muss. David (oder ist es „nur“ sein Halbbruder?) taucht wieder auf. Auch er ist nicht frei von dunklen Geheimnissen. Alle, die an sein Geld wollen, zerfleischen sich gegenseitig, überbieten sich in Schuldzuweisungen. Chaos pur auf der Bühne. Und in die Spannung, da fällt ein Schuss (aber ohne den Kriminal-Tango). Tumult. Der Geschäftspartner und die untreue Ehefrau werden abgeführt. Alle freuen sich mit David. Der Vorhang fällt. Und hebt sich wieder. Denn es könnte ja auch anders gewesen sein, zeigt der zweite Schluss: David ist wirklich tot, es lebe der Halbbruder Simon. Langanhaltender, frenetischer Applaus der Zuschauer belohnt das Ensemble für seine Leistung.

Das Ensemble

David Sommer: Timo Walter

Isabelle Sommer: Mara Mottl

Meret Sommer: Nadine Pohl

Tom Wagner: Jürgen Walter

Fabio Caruso: Ramon Jöst

Randy Hubacher: Sascha Oberle

Mrs. Kennedy: Karin Mottl

Luisa: Stephanie Walter

Souffleuse: Ulla Wilhelm

Frisuren/Schminke: Silke Jöst

Bühnenbild (federführend): Dieter Walter, Peter Wilhelm, Patrick Walter, Ernst Siefert

Technik: Tobias Walter, Manuel Ritter

Regie: Renate Walter

Bewirtung/Aufbau/Bestuhlung: MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag, Gesangverein Harmonie Ober-Schönmattenwag