Beim Pfarrfest: Verabschiedung nach mehr als 40 Jahren im Kindergarten

. Sie sah ganze Generationen von Kindern aufwachsen, für viele Dreijährige und später sogar noch jüngere Pimpfe ist/war sie „das“ Gesicht des Kindergartens St. Marien: Elfriede Schwöbel. Jetzt geht sie nach mehr als vier Jahrzehnten an der Spitze des Kindergartens in den Ruhestand und wird feierlich beim Pfarrfest von St. Johannes der Täufer am Sonntag, 23. September, verabschiedet. Gleichzeitig wird in diesem Rahmen die neue Leiterin Sabine Heutz begrüßt.

Erstmals beginnt in diesem Jahr das Pfarrfest mit dem Gottesdienst um 10.30 Uhr bereits im Haus des Gastes. Beim Familiengottesdienst steht das Thema „Danke/Erntedank“ im Mittelpunkt. Pfarrer Peter Pristas wird ihn mit der Gemeinde feiern und sicherlich in seiner bekannt herzlichen Art die Kinder in die Feier mit einbeziehen. Beim Gottesdienst werden die Erntegaben, die Früchte der Erde, gesegnet. Jeder ist aufgerufen, sein Erntekörbchen mit Früchten aus dem Garten und vom Feld mitzubringen. Fröhliche Lieder laden zum Mitsingen und Mitfeiern ein.

Beim Familien-Duell am Nachmittag sollen mehrere kleine Teams gegeneinander antreten. Ein Team sollte aus vier bis sechs Personen – idealerweise zwei bis drei Familien – bestehen. Es gilt dann, vier unterschiedliche Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Auf den Sieger wartet die Einladung zu einem außergewöhnlichen Event. Wer Lust hat mitzumachen, kann schon jetzt sein Team zusammenstellen und sich unter E-Mail info@pfarrgruppe-ueberwald.de anmelden.

Nach dem Gottesdienst unterhält die Blasmusik Schimmeldewog in der Mittagszeit die Gäste, wenn das Beste auch Küche und Keller aufgetischt wird. Bereits kurz nach 13 Uhr geht das unterhaltsame Programm weiter. Es singen dann der MGV-Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ und der Frauenchor des MGV Sängerbund. Mit „Danke Elfriede Schwöbel“ verabschiedet die große Gemeinde im Anschluss die Kindergarten-Leiterin nach mehr als 40 Jahren. „Herzlich willkommen Sabine Heutz“ heißt es für die neue „Chefin“. Umrahmt wird dieser Teil natürlich von den Kindergartenkindern.

Viel Spaß wartet auf die, die beim Familienduell mitspielen. Die Tanzgruppe „Limited Edition“ ist ein weiterer Höhepunkt an diesem Nachmittag. Die Speisekarte ist bekannt gut gefüllt. Schnitzel mit Spätzle, Würstchen und Salate zum Mittagessen, Kuchen, kühle Getränke, Kaffee und die Cocktailbar der Ministranten – es wird also niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen. „Wir freuen uns, wenn viele unsere Einladung zu diesem Fest annehmen“, betont Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Staat.

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Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe schwelt noch bis Samstag vor sich hin

Petrus hat doch einen etwas merkwürdigen Sinn für Humor. Wochenlang hatten Gesangverein Harmonie und FC Odin als Veranstalter der Köhlerwoche bis Ende Juli auf den erlösenden Regen gehofft. Vergebens: Der Event konnte wegen zu hoher Waldbrandbrandgefahr nicht durchgeführt werden. Jetzt, beim Nachholtermin, öffneten sich abends die Schleusen weit, sodass gefühlt all das auf einmal vom Himmel kam, was vorher gefehlt hatte.

Der Kohlenmeiler schwelt noch bis Samstag vor sich hin: Die Köhler Achim Sauer und Jürgen Walter entzündeten den schwarzen Klops mit seinen 32 Raummetern Buchen- und Eichenholz noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die kam am Nachmittag hinzu, erfreute sich am Anblick des rauchenden Ungetüms und an den kulinarischen Angeboten der beiden Vereine. Bis Samstag, 15. September, empfangen die ihre Gäste auf dem Festplatz bei der Raubacher Höhe werktags ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 11 Uhr.

Nach der Absage Ende Juli war nicht klar, ob die Veranstaltung überhaupt noch gestemmt werden könnte, denn sie bedeutet einen riesigen Aufwand an organisatorischer Vorarbeit. Sauer und Walter machten aber klar: „Wir brennen die Kohlenmeiler auf jeden Fall ab.“ Denn ein Abbau des Kolosses wäre viel zu aufwändig gewesen. Und zwei Jahre lang stehen lassen kam für sie nicht in Frage. Das Fest hilft daneben dabei, die entstandenen Unkosten zu decken.

So wurde ein Rahmenprogramm „light“ gestrickt, das nun bei entsprechender Feuchtigkeit greifen kann. Für die kommenden Tage ist herrliches Spätsommerwetter vorausgesagt. Beste Bedingungen. Nachdem jetzt alles gut durchfeuchtet ist. Die Nachhol-Köhlertage mussten etwas improvisiert werden, da nicht mehr so viele Helfer wie in den Sommerferien zur Verfügung stehen und andere Verpflichtungen wieder angelaufen sind.

Aber das war für die Organisatoren ein lösbares Problem. Die Köhlerarbeit verteilt sich einfach auf vier Schultern. Neben Walter und Sauer, die nicht mehr die komplette kommende Woche Urlaub haben, helfen auch Helmut Knapp und Ramon Jöst bei der „Schwarzarbeit“ mit. Harmonie-Vorsitzender Christof Klos äußerte zu Beginn seine Freude darüber, jetzt doch noch zur Tat schreiten zu dürfen.

In den ersten drei Tagen wurde der Kamin alle zwei bis drei Stunden (rund um die Uhr) von oben mit Kleinholz befüllt, damit er nach unten durchbrennt, erläutert Achim Sauer. Erst dann frisst sich die Kokelei von innen nach außen durch. Nach dem dritten Tag wird von außen die Luftzufuhr geregelt, indem immer mal wieder Zuglöcher hineingestochen werden. Bis Sonntagabend waren die beiden langjährigen Köhler 24 Stunden vor Ort, um ihr „Kind“ zu überwachen.

Seit über 30 Jahren pflegen die beiden Vereine schon das alte Handwerk, das früher in den Odenwalddörfern weit verbreitet war. In Schönmattenwag war es etwa Adam Knopf, der es noch von der Pike auf gelernt hatte und an den eine Gedenkplatte auf dem Festplatz erinnert. Rund um den Meiler lässt sich daneben Verschiedenes rund um das alte Handwerk in Erfahrung bringen.

Das uralte Geschäft mit der Kohle ist die arbeitsintensive Seite der Köhlerwoche. Viel wichtiger ist den Veranstaltern jedoch die erlebbare Tradition des „Kohlebrennens“, mit der sie auch ein stückweit dem Raubacher Jockel, der bekanntermaßen zu Lebzeiten gleichfalls mit der Köhlerei seinen Unterhalt bestritt, wenige Meter oberhalb seines Heimatortes eine Referenz erweisen.

„Viele warteten darauf, dass die Köhlerwoche doch stattfindet“, erklärt Jürgen Walter die Motivation. Das Interesse bei der Ortsbevölkerung ist groß. Noch vor der offiziellen Eröffnung kamen sogar ein paar Mannheimer vorbei, die den verfrühten Tipp übers Radio gehört hatten. Die blieben natürlich nicht unversorgt. Wie überhaupt das Köhlerteam klar macht: „Wer mittags reinschaut, bekommt logischerweise auch eine Bratwurst und ein Bier.“ Morgens sind die beiden Köhler beim rustikalen Frühstück anzutreffen, von dem sie ebenfalls eine Tasse Kaffee für frühe Wanderer entbehren können.

Um die 100 Helfer aus den beiden Vereinen, aber auch aus den Ortschaften, stemmen die zehn Tage. Die bekannten unterschiedlichen Tagesessen gibt es dieses Mal jedoch nicht, ebenso kommen keine Steaks auf den Teller. Bratwurst, Bratkartoffeln, Köhlerpfanne und Kochkäse sind wie bewährt im Angebot. Auch an Getränken herrscht kein Mangel. Nachmittags werden Kaffee und Kuchen aufgetischt.

Sauer und Walter schätzen, dass sie ab Mittwochabend die Kohle rausholen können, der Meiler also entsprechend runtergebrannt ist. Donnerstag und Freitag soll sie dann verkauft werden. Das Besondere an der gewonnenen Holzkohle ist der hohe, 95-prozentige Anteil von Kohlenstoff. „Die gibt mehr Hitze und brennt länger“, betont Sauer. 100 Kilo Holz ergeben etwa 20 bis 25 Kilo Holzkohle, weiß er aus Erfahrung.

Info: Zu erreichen ist der Festplatz auf der Raubacher Höhe bequem mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag oder Finkenbach, der Kreisstraße 37 Richtung Raubach folgend. Gleichfalls bietet sich der Kohlenmeiler auch als leicht zu erreichendes Wander- oder Fahrradziel an, so etwa von Ober-Schönmattenwag aus durch das Ellenbachtal mit dem sanften Anstieg zur Raubacher Höhe. Damit vermeidet man die gerade an den Wochenenden aufwändige Parkplatzsuche.

Und es gibt doch Kohle: Schönmattenwager Köhlertage „light“ starten auf der Raubacher Höhe am 6. September –

Die Köhlertage finden doch noch statt. Führten Hitze und Waldbrandgefahr Ende Juli dazu, dass es ein behördliches Durchführungsverbot gab, so können Gesangverein Harmonie und FC Odin aufgrund des Regens in den vergangenen Tagen nun zur Tat schreiten. Die beiden Köhler Joachim Sauer und Jürgen Walter werden dem schwarzen „Patienten“ am frühen Morgen des Donnerstags, 6. September, mit dem Anzünden „Leben einhauchen“. Danach wird bis zum Samstag, 15. September, auf der Raubacher Höhe gefeiert.

Dass die für Ende Juli und Anfang August geplanten Köhlertage sprichwörtlich ins Wasser gefallen sind, lässt sich in Anbetracht des trocken-heißen Sommers nicht wirklich behaupten. Nach dem Durchführungsverbot stellte sich den Verantwortlichen die Frage „Was passiert mit dem Meiler?“, denn ein Plan B war nicht gegeben. Ein Abbau kam nicht in Frage, dafür wurde im Vorfeld zu viel Zeit und Arbeit investiert. Also war die Durchführung zu einem späteren Zeitpunkt die Alternative. Seither wartete der Meiler gewissermaßen im „Standby-Modus“, mit kohlenschwarzer Erde abgedeckt, oberhalb der Raubach auf seine Aktivierung.

Nach den Regenfällen der letzten Tage steht die Kohlen-Ampel nun auf Grün. Joachim Sauer und Jürgen Walter können loslegen. Die beiden Schönmattenwager Vereine Harmonie und FC Odin werden – dank der Unterstützung der Helfer aus Ortsbevölkerung und beiden Vereinen – dazu einen angepassten Bewirtungsrahmen bieten. Werktags von 16 bis 23 Uhr sowie samstags und sonntags ab 11 Uhr bieten Küche und Ausschank leckere Köhlerspezialitäten und kühle Getränke.

Der Waldplatz um den Meiler erhielt wieder die bekannte Biergarten-Atmosphäre zum Verweilen bei hoffentlich schönen September-Tagen. Am zweiten Kohlenmeiler-Wochenende nähert sich dann die Köhlerwoche dem Ende und die Ernte der Holzkohle steht an. Damit beginnt für die Köhler die eigentliche schmutzige Arbeit im Vergleich zu den ersten Tagen, bei denen es zunächst vor allem um die Regulierung der Luftzufuhr zum kontrollierten und gleichmäßigen Verkohlen der rund 35 Raummeter Buchen- und Eichenholz geht.

Mit dem „Putzen“ werden noch vorhandene Grasreste und weitere störende Bestandteile entfernt, dann geht es an die Kohlegewinnung. Umlaufend wird die mit der Spitzhacke die Kohle herausgehauen. Dabei wird die vorhandene Glut fortlaufend mit Kohlestaub erstickt. Die ringsum den Meiler liegende Kohle wird nach zwei bis drei Stunden Abkühlzeit in Säcke abgefasst. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der Meiler letztlich komplett abgeräumt ist. Am Samstag, 15. September, ist die Köhler-Arbeit voraussichtlich getan und damit enden auch die Köhlertage.

Info: Zu erreichen ist der Festplatz auf der Raubacher Höhe bequem mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag oder Finkenbach, der Kreisstraße 37 Richtung Raubach folgend. Gleichfalls bietet sich der Kohlenmeiler auch als leicht zu erreichendes Wander- oder Fahrradziel an, so von Ober-Schönmattenwag aus durch das Ellenbachtal mit dem sanften Anstieg zur Raubacher Höhe sowie von Aschbach auf dem Höhenweg. Weitere Infos unter 06207/921568.

Neu aufgestelltes Team und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Schimmeldewog

Alles neu macht das neue Schuljahr: An der Grundschule Schimmeldewog gab es einige Veränderungen. Mit einem neu aufgestellten Lehrerkollegium und dem Angebot einer Nachmittagsbetreuung blickt die kleine Grundschule jetzt optimistisch in die Zukunft. Zum Ende des vergangenen Schuljahres ging die langjährige Leiterin Sabine Herold in den Ruhestand. Das Auswahlverfahren für diese Stelle läuft. Derweil hat Simone Hentschel-Gärtner die kommissarische Schulleitung zusammen mit Matthias Dautel inne. „Es ist eine Art Neubeginn bei uns“, sagt sie.

Größte Veränderung im Schulalltag ist die Nachmittagsbetreuung, für die es in der Vergangenheit bereits mehrere Anläufe gab. Die konzertierte Aktion seit Ende des vergangenen Jahres, von Eltern des Kindergartens und der Schule zusammen mit dem Lehrerkollegium auf den Weg gebracht, führte jetzt zum Erfolg. Von 12 bis 16 Uhr gibt es montags bis freitags ein Angebot, das derzeit 18 Kinder aus den Klassen 1 bis 4 nutzen. Die Eltern können zwischen einem Besuch an drei oder fünf Wochentagen wählen.

Der Verein Kubus kümmert sich um die finanzielle Seite und die Einteilung des Personals. Das wird zum Teil über den Verein gestellt, zum Teil sind es externe Kräfte. Bei einigen Nachmittagsbetreuern ist der Kontakt zur Schule bereits gegeben, erläutert Hentschel-Gärtner. „Wir haben ein paar Leute vorgeschlagen“, sagt sie. Dazu zählen die Mutter eines ehemaligen Schülers und eine ehemalige Hospitantin. Andere Kräfte wiederum kommen über den Verein. Eine Erzieherin aus Elmshausen ist federführend tätig, die bereits dort in dieser Rolle agierte.

Zu ihnen stößt auch der ehemalige Schüler Marco Amico, der nach seinem Abitur am Überwald-Gymnasium nun an der Grundschule seine Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) macht. „Das trifft sich super, denn er kennt unsere Strukturen“, freut sich Hentschel-Gärtner. Amico wird sowohl im morgendlichen Unterricht als auch in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt. Daneben ist es seine Aufgabe, unterstützt von den Eltern das Frühstück zu organisieren.

Das pädagogische Konzept des selbständigen, projektorientierten Lernens „wird auch in den Nachmittag übertragen“, betont die kommissarische Schulleiterin die Kontinuität. Dann sollen auch diverse Projekte angeboten werden. Das reicht vom Besuch des Hufschmieds oder einer Maskenbildnerin bis hin zur Akrobatik. Interessierte Personen, die ehrenamtlich etwas zum Angebot beisteuern wollen, können sich mit der Schule in Verbindung setzen.

Die frühere Schulleiterin Sabine Herold „hat bereits signalisiert, dass sie uns bei Projekten weiterhin unterstützen wird“, betont Hentschel-Gärtner. „Sie kann noch nicht wirklich ohne uns“, lacht sie. Derzeit ist Herold zusammen mit Dautel und den neuen Viertklässlern auf der Nordseeinsel Föhr. Die Unterrichtsfahrt mit dem Hauptthema Weltkulturerbe Wattenmeer wird später auch im Unterricht aufgearbeitet und in einer Präsentation nach außen vorgestellt.

Von den 67 Schulkindern sind 14 Erstklässler. Die durften gleich bei der Honigernte mithelfen, denn die Schule hat drei eigene Bienenvölker. Etwa 20 Prozent der Schüler kommen mit einer Gestattung aus anderen Orten, was die Attraktivität der Grundschule unterstreicht. Um alle kümmern sich vier Vollzeit-Lehrkräfte. Als Unterstützung in den beiden Flex-Klassen ist weiterhin Petra Schumann mit zwölf Stunden in der Woche an der Schule tätig. Zwei weitere Personen sind mit je 20 Stunden in der Woche für die Schulbegleitung von Kinder zuständig, die eine speziellere Betreuung brauchen.

Der Schwerpunkt in diesem Schuljahr liegt laut Hentschel-Gärtner „auf der Zusammenführung des neuen Teams“, zu dem jetzt auch Anna Bachner und Roland Gottselig gehören. Sie haben sich mit Unterstützung des Teams schon in das Konzept eingearbeitet und werden hierzu auch in den nächsten pädagogischen Konferenzen eigene Impulse mit einbringen, um gemeinsam die Schulentwicklung voranzutreiben. In dieser Konstellation „haben wir zwei männliche und zwei weibliche Lehrkräfte“. Die kommissarische Leiterin bezeichnet dies „als ganz wertvoll“, weil dadurch ein anderer, ausgleichende Blick auf die Dinge gewährleistet wird. Musical- und Theaterprojekte sollen dann ab dem Schuljahr 2019/20 wieder aufgenommen werden.

Der FC Odin Schönmattenwag will in der neuen Runde aufs Treppchen

Von einer „sehr interessanten Klasse“ spricht FC Odin-Spielertrainer Jan Schörling beim Blick auf die Bergsträßer Fußball-Kreisliga B. Nachdem die übermächtige SG Unter-Abtsteinach II aufgestiegen ist und mit Fehlheim II der ebenfalls sehr starke Zweitplatzierte ebenfalls künftig eins weiter oben kickt, bleibt eine Vielzahl von ähnlich starken Mannschaften zurück, die sich spannende Duelle liefern werden. Bei elf Odenwald-Teams von 16 stehen außerdem viele Derbys an.

In der vergangenen Runde „haben wir uns fußballerisch und vom System her weiterentwickelt“, betont Schörling. „Die Mannschaft machte einen Schritt nach vorn.“ Dass es letztendlich doch „nur“ für Platz 4 reichte, macht der Spielertrainer am dünnen Kader und einem längeren Durchhänger, gepaart mit einer manchmal fehlenden Konstanz in den Begegnungen, fest. Zum Ende der Saison hin wurde es aber besser. Schörling gibt deshalb für die Saison 18/19 das Ziel aus, aufs Treppchen zu kommen und einen besseren Rang als den vierten zu erreichen.

„Ziel muss es sein, über 90 Minuten auch mit dem Kopf auf dem Platz zu sein“, hebt er hervor. Über die komplette Spielzeit „müssen wir das volle Pensum abrufen“. Und das natürlich dann auch in allen Rundenspielen – ohne Aussetzer. Auch will er das Team fußballerisch weiter voran bringen. „Das Ziel ist Konstanz in allen Spielen“, betont er. Dann kann der FC auch gleichstarken Teams Paroli bieten und in den entscheidenden Partien die Nase vorn haben.

Qualitativ und quantitativ hat der FC Odin nachgelegt, nachdem in der letzten Runde der Personalbestand bisschen knapp war. Steffen Emig als sehr erfahrener Routinier mit Verbandsliga-Background „bringt Ruhe rein“, so der Spielertrainer. Auch Yannic Riesinger spielte bereits höherklassig. Bei Lukka Kessler und Marcel Berbner sieht Schörling viel Potenzial. Von den Jungen erhofft er sich einigen Ehrgeiz, sich durch konstante Leistung einen Stammplatz zu erarbeiten.

Der Abschied von Patrick Walter, der seine Karriere beendete, „tut sehr weh“, bedauert Jan Schörling. Der langjährige Kapitän war nicht nur auf dem Platz ein Vorbild. „Auch menschlich verliert das Team eine Riesenpersönlichkeit.“ Walter war „einer der besten, mit denen ich je trainierte“, so der Coach. Der Wechsel von Marcel Selzer zum FCO „hinterlässt auf der 6 eine Riesenlücke“, sagt er. Es spricht aber für dessen Qualität, „dass er jetzt in der Bezirksliga kickt“.

Drei Vorbereitungsspiele gab es bisher gegen durchweg höherklassige Gegner. Die gingen zwar verloren, aber Schörling hat daraus einige Erkenntnisse mitgenommen. „Der Augenmerk lag auf dem Läuferischen“, erläutert er. Diesen Part setzte die Mannschaft gut um. Ein weiteres Ziel ist es, die Neuzugänge so schnell wie möglich zu integrieren, damit sie ein Gefühl für die Mitspieler entwickeln und die Absprachen funktionieren. „Ich bin guter Dinge, dass dies bis zum Saisonstart über die Bühne gegangen ist“, hofft er.

Der Trainer will außerdem intensiv am Umschaltspiel von der Offensive auf die Defensive und umgekehrt vom Angriff auf die Verteidigung arbeiten. „Da ist noch Luft nach oben“, sieht er Verbesserungsmöglichkeiten. Denn das Team ist gefordert, hier schneller zu agieren, um anderen starken Teams nicht ins offene Messer zu laufen. Schörling sieht „einen besonderen Reiz“ in den vielen Derbys. Dass mit Türkspor ein Liga-Konkurrent auf dem gleichen Platz trainiert, ist für ihn ebenfalls ein nettes Schmankerl. „Wir sind alle spielerisch eng zusammen“, betont er.

Zugänge: Yannic Riesinger, Lukka Kessler (TSV Aschbach), Steffen Emig (SV Lörzenbach),    Patrick Vierling (Spvgg Ilvesheim), Nico Helfrich, Marcel Berbner (TSV Aschbach, Winterpause),  Lars Kessler (Eintracht Wald-Michelbach, Winterpause)

Abgänge:  Marcel Selzer (FC Ober-Abtsteinach), Patrick Walter (Laufbahn beendet), Jonas Werner (SV Lindenfels, Winterpause)

Kader: Marcel Berbner, Patrick Brand, Steffen Emig, David Gerl, Nico Grab, Eugen Heiser, Waldemar Heiser, Nico Helfrich, Ramon Jöst, Lars Kessler, Lukka Kessler, Steffen Knapp, Daniel Koudele, Sascha Noe, Daniel Patzak, Yannic Riesinger, Florian Sauer, Oliver Sauer, Jan Schörling, Nick Smieja, Patrick Vierling,  Mirco Walter, Stefan Walter, Max Wilhelm, Maximilian Zink.

Trainer: Jan Schörling (dritte Saison)

Ziel: verbessern im Gegensatz zur vergangenen Saison

Favoriten: keine, da die Liga zu ausgeglichen ist

Jetzt anmelden für die 12. Odenwälder Hochlandspiele bei den Köhlertagen auf der Raubacher Höhe

Die Tradition des Kohlenmeiler-Brauchtums lebt Ende Juli wieder auf. Auf der Raubacher Höhe oberhalb von Schönmattenwag kommen dann Liebhaber von Lagerfeuerromantik, schwarzen Gesellen und originellen Wettbewerben voll auf ihre Kosten. Denn dann ist auf dem Odenwälder Höhenrücken die beliebte Köhlerwoche angesagt, zu der die beiden Vereine Gesangverein Harmonie und FC Odin zusammen mit dem Köhlerteam von Freitag, 27. Juli, bis Sonntag, 5. August, einladen.

Der Startschuss fällt am 27. Juli um 18 Uhr, wenn der Holzkohlenmeiler feierlich entzündet wird. Dann wird im Beisein vieler Gäste die glühende Holzkohle in den Schacht hinabgelassen, sodass das Holz danach in zehn Tagen zur Kohle werden kann. Die wird am Abschlusstag verkauft. Dazu gibt es viel Musik, Infos und so manche Anekdote und witzige Geschichte rund ums Köhlerhandwerk. Anschließend schwelt der Meiler unter strenger Bewachung vor sich hin.

Die Köhler Joachim Sauer und Jürgen Walter freuen sich, wenn Petrus ihnen dazu zehn unwetterfreie Tage spendiert, aber auch über viele Besucher, die schauen, staunen und fachsimpeln – oder einfach auch nur den Arbeitstag in gemütlicher Runde mit einer Köhlermahlzeit ausklingen lassen wollen. Seit über 30 Jahren pflegen die beiden Vereine schon das alte Handwerk, das früher in den Odenwalddörfern weit verbreitet war.

In Schönmattenwag war es etwa Adam Knopf, der es noch von der Pike auf gelernt hatte und an den eine Gedenkplatte auf dem Festplatz erinnert. Jürgen Walter wird darüber hinaus immer gegen Abend das Binden von Reisigbesen vorführen, das er sich vor ein paar Jahren vom Schwiegervater abgeschaut und autodidaktisch gelernt hat.

Das uralte Geschäft mit der Kohle ist die arbeitsintensive Seite der Köhlerwoche. Viel wichtiger ist den Veranstaltern jedoch die erlebbare Tradition des „Kohlebrennens“, mit der sie auch ein stückweit dem Raubacher Jockel, der bekanntermaßen zu Lebzeiten gleichfalls mit der Köhlerei seinen Unterhalt bestritt, wenige Meter oberhalb seines Heimatortes seine Referenz erweisen.

Für die entsprechende Biergarten-Atmosphäre haben die beiden Vereine im Vorfeld den Waldplatz oberhalb der Raubach hergerichtet. Die vielen fleißigen Helfer der Küche bieten jeden Tag kulinarische Köhlerspezialitäten und leckere Tagesessen sowie kühle Getränke an. Als weitered Highlight wird am ersten Sonntag-Mittag ein über der Holzkohle gegrilltes frisches Odenwälder Wildschwein offeriert. Die Bewirtung auf dem Festplatz startet jeden Tag um 10 Uhr. Von Sonntag bis Sonntag gibt es (unter der Woche ab 18 Uhr, sonntags ab 12 Uhr) ein Tagesessen zusätzlich zu den normalen Angeboten.

Am zweiten Wochenende, wenn sich die Köhlerwoche dem Ende nähert und der Meiler zur Ernte ansteht, gehen die Raubacher Köhlertage am Sonntag, 5. August, nahtlos in die „Odenwälder Hochlandspiele“ in der mittlerweile 12. Auflage über. Heroisch-anmutend wird es dann, wenn Dudelsack-Musik ertönt und die Matadore der Hochlandspiele in die Waldarena einziehen. Ansonsten geht es bei dieser Odenwälder Variante der berühmten schottischen Highlandspiele locker und unverkrampft zu.

Die Teilnahme kostet nichts und auch die schicken Schottenröckchen – die Kilts -, die zu tragen während des Wettbewerbs heilige Pflicht ist, werden gestellt. Sie können aber selbstverständlich auch mitgebracht werden. Ein bisschen beweglich sollten die Kämpfer allerdings schon sein, außerdem Sinn für Humor und Spaß haben – und ein paar Muckis obendrein. Immer dabei sind die Disziplinen Baumstamm-Werfen und -Überschlag sowie Tauziehen. Die dritte Aufgabe variiert von Auflage zu Auflage und wird im Vorfeld noch nicht verraten, sondern hoch geheim gehandelt.

Zu erreichen ist der Festplatz auf der Raubacher Höhe bequem mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag oder Finkenbach, der Kreisstraße 37 Richtung Raubach folgend. Gleichfalls bietet sich der Kohlenmeiler auch als leicht zu erreichendes Wander- oder Fahrradziel an, so etwa von Ober-Schönmattenwag aus durch das Ellenbachtal mit dem sanften Anstieg zur Raubacher Höhe. Damit vermeidet man die gerade an den Wochenenden aufwändige Parkplatzsuche.

Info: Anmelden zur Teilnahme an den 12. Odenwälder Hochlandspielen können sich Teams mit drei Personen bereits jetzt bei den Vereinsvorsitzenden Bernd Egner (FC Odin) oder Christof Klos (GV Harmonie) unter Telefon 06207–81663 oder 921568.

 

Das Zelt in Unter-Schönmattenmwag war quasi nonstop „brechend voll“

. „Die Kerwe ist super gelaufen“, freute sich MGV-Vorsitzender Christian Jöst nach den vier tollen Tagen. Der Sängerbund als Ausrichter der Traditionsveranstaltung hatte „nonstop volles Zelt“, so Jöst. Egal ob Einweihung des Kerwebrogges, Konzert mit Thousand Years Later, Kerwepredigt oder montäglicher Ausklang: Die Schimmeldewäer strömten in Scharen in den Alten Weg, um die Gastfreundschaft der Sänger zu genießen.

Die hätten alles aber nicht ohne die große Hilfsbereitschaft aus der Ortsbevölkerung stemmen können. 200 Helfer aus dem ganzen Dorf waren über die tollen Tage im Einsatz, nicht nur MGV-Mitglieder. Ihnen sprach Jöst deshalb seinen großen Dank und ein „Riesenkompliment“ aus, dass alles so vorbildlich funktioniert. „Wir wollen die alten Traditionen wieder aufleben lassen und fortführen“, umschreibt er das „Geheimnis des Erfolgs“, dass sich die Kerwe einer so großen Beliebtheit erfreute.

Die verschiedenen Kerwe-Gaudi-Trupps trugen ihr Übriges dazu bei: Jugend, Kids, Teenies und Muttis brachten sich super ein. Der Zusammenhalt in Unter-Schönmattenwag „ist eben hervorragend“, weiß der MGV-Vorsitzende. Als „überragend“ bezeichnete er die Resonanz auf die Kerwebrogge-Einweihung am Freitagabend als Neuerung bei der Kerwe. Ein Zuspruch, der sich auch Sonntag und Montag nahtlos fortsetzte.

Start war mit dem gut besuchten Gottesdienst im Festzelt durch Pfarrer Peter Pristas, umrahmt von der Old-fashioned-Band. Mit Blick auf die Fußball-WM und das mit verschiedenen Länderfahnen ausstaffierte Zelt erlaubte sich der Geistliche den Scherz, warum es in den verschiedenen Ländern bestimmte „Nationalgetränke“ gibt: in Russland Wodka, in Schottland Whiskey, in Deutschland Bier. Nämlich damit jedes Land an seiner eigenen Fahne erkennbar ist…

Zu Frühschoppen und Schnitzel-Mittagessen spielte die Blasmusik Schimmeldewog auf. Direkt im Anschluss startete das unterhaltsame Nachmittagsprogramm, bei dem das Kerwezelt aus allen Nähten platzte. Beim Auftritt des katholischen Kindergartens und des MGV-Kinderchors unter Leitung von Katharina Zink, verstärkt durch Mitglieder des Grundschulchors, gab es nur noch ein paar Stehplätze.

Durchs Programm führte Kerwepräsident Christian Jöst, der dann den Tanz von Kerwekids und Teenies ansagen durfte. Anschließend liefen zusätzlich zu diesen noch Kerwejugend und Parre Jens Gam samt seine Entourage zu „Hells Bells“ von AC/DC ins Festzelt ein. Als der Kerweparre mit seiner Redd loslegte, glühten so einigen die Ohren. Die Zuhörer waren begeistert und lachten viel über die Missgeschicke ihrer Mitmenschen.

Großes Aufreger-Thema war eine mögliche Einbahnstraßen-Regelung, weil mit schöner Regelmäßigkeit in der Kirchstraße morgendliches Verkehrschaos herrscht. Der Grund: Die Eltern fahren ihre Sprösslinge immer direkt bis an die Grundschule, anstatt sie unten an der Straße rauszulassen. Und dann das: „Des Verkehrschaos um kurz vor 8 soll zure Eibohnstroß reiche? En Skandal, er Lait, des sucht seines gleiche! Do wurd geredd, diskudiert und depadiert, in de Hoffnung, dass sou en unfug ned bassiert.“

Doch auf der Gemeinde war von den Plänen wenig bekannt. Deshalb: „Sou gab’s veel Stress um e Eibohnstroßeschild,  wou vielleicht die Käischstroß ziehrt, hoffendllich hawwe die Verursacher die Problematik dodemit kapiert. Do hawwe mer die Moral vun der Geschicht, Kinner an die Schul bis vor die Der, die fährt man nicht.“

Die aus Owwer hatten sich einen Scherz mit „Unner“ erlaubt, der wohl noch ein Nachspiel haben wird: „Awwer ehr Leid aus Owwer isch sag eisch ohns, ma sieht sich immer Zwo mal im Lewe.“ Die Kerwe-T-Shirts waren weg. „Die häwwe ledschd Woch, unser Kerwe T-Shirts als Geisel genumme.“ Abholung: bei der Kerwe in Ober. „Mit re sportlich kampferfahrene Mannschaft sinn ma do owwe eigeloffe, mim Parremobil uff unserm eigens reservierten Parkplatz gschosse, im Feschdzelt glei e paar Bier im Arm, bis es dann zur T-Shirt Übergabe kam.“

Der singende Landwirt Gerhard Pfeifer aus Lautertal unterhielt danach die Meute mit seiner Stimmungsmusik bestens. Von Schlagern bis hin zu aktuellen Hits war alles dabei, untermalt von einigen Witzen. Kein Wunder, dass die große Sause bis spät in die Nacht andauerte und auch die Cocktailbar mit ihren 25 süffigen Angeboten wieder stark frequentiert wurde.

Der Kerwemontag stand unter anderem im Zeichen des Freibiers: Mittags spendierte es der hessische Meisterchor des Sängerbunds zusammen mit dem Kerwepräsidenten, nachmittags floss der Gerstensaft dank Hans Ehret, seit 40 Jahren Rechner beim MGV, fer umme. Haxen und Wellfleisch sowie Kaffee und Kuchen wurden stark nachgefragt, während Alleinunterhalter Florian Koch aufspielte. Zum Abschluss wurde unter großem Wehklagen die Kerwe durch den Parre und sämtliche Beteiligte zu Grabe getragen, während der Musikus einen Trauermarsch spielte. Zwischendurch führten Kerwejugend, Teenies und Muttis noch einmal einen Tanz auf.

oben v.l. Lukas Milke, 1. Kerweborschd, Jens Gam,  Parre, Benedikt Staat, Mundschenk

    Oliver Jöst (li.) machte das Metall-Geweih, Klaus Sieber den Kerwebrogge