Mit 24 leitet er die Schreinerei: Moritz Schumacher ist einer der jüngsten Betriebsinhaber im Odenwald

Wie wird man als 24-Jähriger Geschäftsführer einer Schreinerei? „Man muss sich trauen, etwas zu machen“, sagt Moritz Schumacher lapidar. Der Aschbacher hat zu Jahresbeginn die Führung des Betriebs im Oberzent-Stadtteil von Jürgen Bellut übernommen, nachdem er diesem bereits zwei Jahren als gleichberechtigter Geschäftsführer zur Seite stand. Ohne den Spaß an der Sache geht es nicht, betont der 24-Jährige. Und natürlich das Engagement: „Voll reinhängen“ heißt die Devise. Mit dieser Einstellung dürfte Schumacher einer der jüngsten Schreinerei-Inhaber im Odenwald sein.

Der Weg dahin war für ihn zwar nicht unbedingt vorgezeichnet, aber doch ziemlich passgenau. „Das ist genau der richtige Beruf“, hebt der Meister hervor. Er werkelte schon früh gern mit Holz herum. „Ich habe schon mit zehn Jahren angefangen zu basteln“, lacht der Schreinermeister. In einem Bauwagen am elterlichen Haus legte er mit diversem Kleinwerkzeug früh los. Die daraus entstandenen Holzarbeiten verkaufte er in der ersten Zeit zusammen mit dem Großcousin auf dem Weihnachtsmarkt.

Während seiner Ausbildung stellte sich der 24-Jährige so gut an, dass ihn Inhaber Jürgen Bellut bereits im dritten Lehrjahr fragte, „ob ich nicht den Betrieb in der Zukunft mal übernehmen will“. Der 58-jährige Firmenchef erkannte früh das Potenzial seines Azubis. Dass der Chef den richtigen Riecher hatte, bewies sich in der Prüfung. Die schloss der Azubi als Innungsbester seines Jahrgangs ab. Sein Meisterstück 2016 (wieder als Jahrgangsbester) war ein Tischkicker aus Nussbaum und Ahorn für den er 450 Stunden an Planungs- und Bauzeit benötigte.

Diese Prüfung sieht Schumacher als sehr wichtig an. „Ich habe vieles gelernt.“ Handwerkskammer sowie die Wirtschaftsförderung des Kreises Bergstraße und des Odenwaldkreises standen ihm dann bei der Betriebsübernahme zur Seite. Miet- und Stromverträge, Businessplan, Altersversorge: „Da ist viel mehr hintendran als gedacht“, schmunzelt er. Der 24-Jährige stellte sich geschickt an: Beim Gründerwettbewerb Bergstraße-Odenwald holte der Aschbacher im vergangenen Jahr den Hauptpreis in der Kategorie „Klassische Gründungen und Unternehmensnachfolge“.

Der Sprung in die Selbstständigkeit war schon immer sein Ding. „Ich wollte nach der Ausbildung nicht unbedingt studieren“, erzählt Schumacher. Allerdings hätte er nicht erwartet, „dass es so schnell geht“, lacht der 24-Jährige. Die gute Chemie zwischen Bellut und ihm machte vieles einfacher. Es passte beruflich und menschlich, sagt der neue Chef. Natürlich kam dem 24-Jährigen zupass, dass er nicht groß suchen musste, „sondern mir einiges in den Schoß fiel“.

Vor über 30 Jahren gründete Jürgen Bellut seine Schreinerei in Heppenheim, vor etwas mehr als acht Jahren zog er damit in den Odenwald. Drei Lehrlinge und ein Geselle sind derzeit in dem florierenden Betrieb tätig. Im April kommt ein weiterer junger Schreinermeister aus Airlenbach hinzu. „Heutzutage muss man den Mitarbeitern was bieten, damit sie bleiben“, weiß Moritz Schumacher. Es ist nicht mehr so einfach wie früher, als jeder einfach nur froh war, einen Job zu haben. Eine gewisse Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung mit Rücksicht auf die Familienverhältnisse sieht er als wichtig an.

Schumacher kann sich nicht vorstellen, nur im Büro tätig zu sein, genießt aber auch die Abwechslung, nicht nonstop in der Werkstatt zu stehen. Derzeit allerdings muss er oft am Schreibtisch sitzen. „Im letzten halben Jahr hat das deutlich zugenommen.“ Er hofft aber, ein paar Aufgaben weitergeben zu können, wenn der Kollege aus der Nachbarschaft im April dazustößt.

Was rät der Schreinereichef interessierten Jugendlichen? „Erst einmal ein Praktikum oder eine Ausbildung machen“, so Schumacher. Zwischendurch mal woanders reinschnuppern kann ebenfalls sinnvoll sein. „Wann man seinen Meister macht, ist eigentlich Typsache“, erläutert er. „Mir hat es gutgetan, es gleich zu machen“, so Schumacher. Er konnte gut mit anderen mithalten, „die schon seit fünf oder zehn Jahren Geselle waren“.

Der Begriff „Verantwortung übernehmen“ ist für ihn jetzt greifbar. Als Angestellter „geht man nach Feierabend einfach nach Hause“, meint Schumacher. In der Führungsposition rattert der Kopf etwas mehr. Wenn etwas nicht rund laufen sollte, „nehme ich das im Kopf jetzt schon mal mit heim“, erzählt er. „Erst einmal bleibt alles so wie bisher“, betont der Schreiner. Der Meister will schauen, wie sich der Betrieb weiterentwickelt. Seinen Fokus will er auf den Treppenbau legen, der aktuell schon 40 bis 50 Prozent der Aufträge ausmacht.

Moritz Schumacher, 24, wohnt in der Heckenmühle, die zum Wald-Michelbacher Ortsteil Aschbach gehört. Nach dem Realschulabschluss an der Eugen-Bachmann-Schule machte er eine Lehre bei der Schreinerei Bellut in Oberzent-Airlenbach und besuchte das Berufliche Schulzentrum Odenwaldkreis (BSO) in Michelstadt. Nach einem Dreivierteljahr bei der Schreinerei Müller in Birkenau begann er mit einem Stipendium der Handwerkskammer Rhein-Main seinen Meister in Schwetzingen. Ein halbes Jahr in den USA schloss sich nach der erfolgreichen Prüfung an, ehe Schumacher Anfang 2017 als gleichberechtigter Geschäftsführer bei der Schreinerei Bellut loslegte. Seit Beginn des Jahres ist er alleiniger Geschäftsführer, nachdem sich Gründer Jürgen Bellut zurückgezogen hat.

Info: Seine Meisterarbeit, den Tischkicker, vermarktet Moritz Schumacher jetzt als hochwertiges Unikat. Der ist aus Massivholz und kann ganz nach dem Wunsch des Kunden individuell hergestellt werden. „Ein Hingucker etwa für eine Hotellobby“, sagt er. Mehr unter www.massivholz-kicker.de oder Telefon 06068-479915.

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Viele Tänzer bei der Männerballett-Après-Ski-Party

An die 250 Gäste tanzten bis in den frühen Morgen: „Feuer, Eis und Flaschenbier“ hieß es bei Après-Ski-Party des CCA-Männerballetts. Bei leckeren Cocktails war der Andrang der Feierwütigen am Abend des ersten Weihnachtsfeiertags groß. „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg für uns“, freute sich Tim Schons. Die Aktiven hatten die halbe Peter-Heckmann-Halle passend dekoriert, Skier an die Decke gehängt oder einen Hinweis auf die „Affolterbacher Hütte“ der D.A.V.-Sektion Odenwald angebracht.

Eine Aprés-Ski-Party gab es vor etlichen Jahren bereits einmal, erinnerte sich Schons. Die 14 Männerballett-Tänzer mitsamt ihren beiden Trainerinnen wollten sie wieder aufleben lassen, um der Ortsbevölkerung an den sonst eher stillen Tagen zwischen den Jahren etwas zu bieten und gleichzeitig auch die Kasse für Kostüme aufzufüllen. Denn die für aktuelle Kampagne wird wieder einiges an Klamotten gebraucht.

„Die Party ist richtig gut angekommen“, beobachtete Tim Schons. Es wurde ruhig und gemütlich gefeiert. Dazu trug er auch selbst am Mischpult mit der passenden Musik bei. „Die Leute tanzten viel“, egal ob das jetzt zu „Cordula grün“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ war. Gerade bei letzterem ging die Meute voll ab und stand sogar auf den Tischen. Beim Oktoberfest hatte Schons seinen Einstand als DJ mit André Knapp gefeiert, jetzt schmiss er die Bude allein. „Es hat einfach gepasst“, bilanzierte er.

Beim bunt gemischten Publikum von Jung bis Alt kamen auch die 23 eigens kreierten Cocktails gut an. Bis 2.30 Uhr lief die Musik, danach machten sich die Besucher so langsam auf den Heimweg. Bei authentischen Bedingungen. „Als ich nach Hause gegangen bin, hatte es minus sechs Grad“, meint Schons. Die Ski hatte allerdings keiner mitgebracht, schmunzelte er. Da die Veranstaltung ein so großer Erfolg war, denken die Organisatoren an eine Neuauflage im kommenden Winter. Erst einmal steht aber jetzt das „Xtreme“-Konzert am 12. Januar an – ebenfalls in Form einer Aprés-Ski-Party.

Info: Die beiden Prunksitzungen des CCA finden an den Samstagen, 23. Februar und 2. März, jeweils um 20.11 Uhr in der Peter-Heckmann-Halle Affolterbach statt.

„Leise rieselt der Schnee“ gibt in Indien an Weihnachten nicht

„Weihnachten ist bei uns mitten im Sommer“, schmunzelt Pater Cyril. „Das ist nicht wie hier mit Schnee und Kälte“, sagt er. Denn der 41-Jährige stammt aus Kerala im äußersten Südwesten Indiens. 35 Grad sind dort rund um die Jahreswende normal. Der katholische Pfarrer von Mörlenbach und Weiher hatte allerdings schon einige Jahre Gelegenheit, sich ans Fest zu Christi Geburt in heimischen Gefilden zu gewöhnen. Seit 14 Jahren ist er in Deutschland, seit neun Jahren im Kloster Hirschhorn beheimatet.

„Weiße Festtage – das ist uns fremd“, meint Cyril Thundathil und schließt dabei seinen Karmeliter-Mitbruder Sudeesh mit ein, der wie er aus der der Provinz Kottayam in Zentralkerala stammt. Dort ist der Bevölkerungsanteil der Christen mit 40 Prozent besonders hoch. „Wir haben unsere eigenen Weihnachtslieder“, erläutert der Pater. Denn: „Leise rieselt der Schnee“ passt nicht, lacht er. Die Menschen sind aufgrund der Temperaturen eher sommerlich gekleidet.

In der Vorweihnachtszeit gibt es in der Heimat der beiden Patres eine völlig andere Tradition als hierzulande. „Bei uns wird vom 1. Dezember an bis zum festlichen Mitternachts-Gottesdienst am 24. Dezember gefastet“, erzählt Pfarrer Cyril. „Viele verzichten in diesen Tagen auf Fleisch, Fisch und Alkohol“, ergänzt Sudeesh. „Bei über 30 Grad gibt’s auch keinen Glühwein“, grinst er. Advents- oder Weihnachtsfeiern gibt es nicht, ebenso werden die vier Sonntage nicht festlich begangen.

Fladenbrot und Lammfleisch als traditionelle Speise beenden am Morgen des 25. Dezember die Fastenzeit. „Mittags wird dann richtig zugeschlagen“, lacht Sudeesh, der als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Überwald tätig ist. Statt der Plätzchen gibt es einen „Christmas Cake“. Überhaupt wird nicht so viel Süßes in dieser Zeit gegessen, hat er festgestellt. Beide Geistliche kennen die deutsche Form der Weihnachtsbeleuchtung nicht in dieser Form. In Indien schmücken die Familien, egal welcher Religion sie angehören, ihre Häuser unter anderem mit Sternen. Die Straßen werden nicht illuminiert.

Wie in Deutschland ist Weihnachten aber auch in Kerala ein Familienfest. Da zwischen den Jahren Ferien sind, kommen die über ganz Indien verstreuten Kinder nach Hause zu den Eltern. Aber: Es gibt bei den indischen Christen keine Bescherung. Auch die Erwachsenen schenken sich nichts. Das ist dem Nationalfest Onam Ende August vorbehalten.

Eine Besonderheit ist das „Carol-Singing“, das Weihnachtssingen. Gruppen von Jugendlichen laufen am Abend und in der Nacht des 25. Dezember von Haus zu Haus und singen festliche Lieder. „Die Einwohner warten darauf“, sagt Cyril. Egal ob es 10 Uhr abends oder 2 Uhr früh ist: Den Singenden wird die Tür geöffnet und sie bekommen Spenden. „Hier ist es unvorstellbar, dass jemand von einer Musikgruppe mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt wird“, grinst Sudeesh. Den Jugendlichen macht die Aktion, für die sie vorher die Lieder einüben, großen Spaß. Nikolaus als Christmas Papa und das Christkind sind bei dieser Gelegenheit auch mit dabei.

In der Heimat der Patres gibt es eine Art „Wettkampf“, wer die schönste Krippe baut, erzählen die beiden. In einem Gebetskreis sind zwischen zehn und 15 Familien organisiert, die sich übers Jahr abwechselnd treffen. Sie überbieten sich bei dieser „Challenge“ quasi selbst in der Gestaltung. Der Sieger bekommt einen Preis. Cyril erinnert sich, wie auch er früher mit den Eltern eine Krippe aufbaute und festlich schmückte. Damals gab es keinen Fernseher und keinen Computer. „Wir haben tagsüber draußen gespielt.“

Im ganzen Dorf gibt es am 25. Dezember quasi einen „Tag der offenen Tür“: Die Kinder gehen von Haus zu Haus, besuchen andere Familien und schauen sich die Krippen an. „Die kommen nur zum Essen wieder nach Hause“, meint Sudeesh. „Es ist so warm, dass sich die Menschen sowieso draußen aufhalten und alles offen ist“, erläutert er.

Den Tannenweihnachtsbaum haben die Inder erst in Deutschland kennengelernt. In Kerala „nehmen wir irgendeinen Baum und schmücken diesen mit Sternen, Kugeln und Glitzer“, lacht Cyril. Den Adventskranz mit seinen vier Kerzen kannte er auch noch nicht. „Das ist eine schöne Bereicherung“, sagt er. Das Anzünden der Adventskerze empfindet er als etwas Besonderes.

Das war’s dann aber auch mit dem Weihnachtsfest. „Einen zweiten Feiertag gibt es bei uns nicht“, erläutert Cyril. Wie auch keinen Nikolaustag oder Heilige Drei Könige. Da Hindus und Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen, werden nicht so viele christliche Feiertage begangen. Beide freuen sich schon, im Januar wieder in ihre Heimat zu fliegen – und in den Sommer.

Der 1977 geborene Cyril Thundathil trat nach der Schule in den Karmeliten-Orden ein. 2003 wurde er nach drei Jahren Theologiestudium zum Priester geweiht. Im Oktober 2004 kam er nach Deutschland. Zuerst lernte Cyril in Bonn und danach in Köln die deutsche Sprache, war danach fast fünf Jahre Mitglied im Karmeliterkloster Mainz. Vor der Pastoralausbildung absolvierte der Pater zwei Praktika, eines als Krankenhausseelsorger an der Charité in Berlin und eines in der Gemeindepastoral der Pfarrgruppe Nieder-Olm in Rheinhessen. Seit November 2006 war er dann im Bistum Mainz tätig. Dass es ihn nach Deutschland verschlagen würde, war nicht vorgezeichnet, aber auch kein absoluter Zufall. Denn die indische Niederlassung des dortigen Karmeliterordens war vor einigen Jahrzehnten von einem Deutschen gegründet worden. Seit knapp drei Jahren ist er nun Pfarrer in St. Bartholomäus Mörlenbach und Herz Jesu Weiher. Um 15 Uhr gestaltet er am 24. Dezember die Kinderkrippenfeier, um 17.30 Uhr den Weihnachtsgottesdienst und um 22.30 Uhr die Christmette, jeweils in St. Bartholomäus Mörlenbach.

Zwölf Jahre Ausbildung liegen hinter dem 38-jährigen Sudeesh. Für ihn war es schon früh klar, wohin sein Weg führen würde. Er war Ministrant in seinem Bezirk mit einem hohen christlichen Bevölkerungsanteil. Sudeesh entschied sich schon während der Schulzeit, Priester zu werden und fragte dort nach, aufgenommen zu werden. Er besuchte Priesterseminare der Karmeliter in Kothamangalam und Bangalore. „Das Christentum hat eine schöne Tradition in unserer Heimat“, erläutert der Pater. Er wurde nach seinem Studium 2008 zum Priester geweiht und kam 2015 nach Deutschland, wo in Mainz unter anderem Deutschkurse auf der Tagesordnung standen. Seit Sommer 2017 ist er im Kloster Hirschhorn. Der 38-Jährige ist als Pfarrvikar/Kaplan bei Pfarrer Peter Pristas in der Pfarrgruppe Überwald mit ihren Teilorten Wald-Michelbach, Unter-Schönmattenwag, Aschbach und Hammelbach tätig. In letzterem Ort hält er am 24. Dezember um 18 Uhr die Christmette in der katholischen Kirche.

Schöner Abschluss eines anstrengenden Jahres an der Grundschule

„Sehr gut besucht und eine tolle, besinnliche Atmosphäre“. So fasste Simone Hentschel-Gärtner den ersten kleinen Weihnachtsmarkt zusammen, den die Grundschule Schimmeldewog auf ihrem Schulhof veranstaltete. Das Orga-Team hatte Stehtische, Feuertonnen und –schalen sowie Sitzgelegenheiten organisiert, damit es trotz des kalten Wetters richtig schön gemütlich wurde. Kerzen und ein Weihnachtsbaum rundeten das weihnachtliche Ambiente ab.

Alles lief auf Spendenbasis: Wer sich an den verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten bediente, durfte etwas in die dafür vorgesehenen Dosen zugunsten des Fördervereins werfen. Die Betreuung, geleitet von Corina Mähler, Stephanie Weihrauch und Marco Amico, bot selbstgebackene Plätzchen an. Andere kulinarische Spezialitäten wurden über den Förderverein organisiert. Die Eltern gestalteten ein kleines Büffet, das in der Aufführungspause eröffnet wurde. Dazu gab es heiße Getränke wie Chai-Tee und warmen alkoholfreien Punsch sowie Kaffee.

Die beiden Schulsprecher Silas Brand und Aurelia Bogs führten durchs Programm, Jacob Abeln moderierte und sagte die Aufführungen an. „Die haben sich toll entwickelt“, freute sich die kommissarische Schulleiterin. Von den Eltern und Großeltern bekam Hentschel-Gärtner sehr positive Rückmeldungen.

Das Programm gestalten die Kinder selbst und holten sich dabei bei Bedarf Unterstützung durch die Lehrer. Die Veranstaltung wurde nicht nur mit Weihnachtsliedern eröffnet, sondern klang auch mit diesen aus. Musiklehrerin Anna Bachner hatte sie im Unterricht und beim Montagssingen eingeübt. Zwischendrin gab es zwei kleine Sketche der Theater-AG, die von Hentschel-Gärtner und Petra Schuhmann betreut wird.

Einige Schüler aus der vierten Klasse spielten auf ihren Instrumenten, unterstützt von ihrem Klassenlehrer Matthias Dautel. Von den Flexklassen gab es etwas auf der Flöte zu hören. Schüler der dritten Klasse trugen Gedichte vor, die ihre Klassenlehrerin Isabel Fontius mit ihnen eingeübt hatte. „Die Feier kam sehr gut an“, sagte Hentschel-Gärtner. Deshalb soll es auch eine Fortsetzung geben, aber nicht unbedingt im jährlichen Rhythmus. Denn Ende kommenden Jahres laufen gerade die Vorbereitungen für das große Theaterprojekt im Jahr 2020.

Die kommissarische Leiterin verdeutlichte, „dass wir kommendes Jahr auf jeden Fall wieder am Weihnachtsmarkt im Ort teilnehmen werden“. Das war dieses Mal aus organisatorischen, internen Gründen leider nicht möglich. Die schulische Veranstaltung, sehr kurzfristig angerannt und von den Kindern auf die Beine gestellt, war „ein schöner Abschluss eines anstrengenden Jahres“, betonte sie. „Wir sind ein bisschen zusammengerückt.“

Tolle musikalische Zusammenarbeit im MGV Sängerbund

Ein langer Abend in gemütlicher Runde mit vielen bekannten Gesichtern und einem großen Programm. Die Weihnachtsfeier des MGV Sängerbund ist schon schöne Tradition im Verein. Sie wurde bereichert durch diverse Liedbeiträge der verschiedenen Chöre. Natürlich durfte auch der Nikolaus nicht fehlen, der einige Geschenke für die Kleinen im Gepäck hatte. Neben einem Rückblick aufs abgelaufene Jahr standen daneben eine Vorausschau auf 2019 und Ehrungen von Mitgliedern an.

Die Kinder waren zuerst dran: Unter der Leitung von Katharina Zink gab es von den „Cantante Cintura Kids“ Lied- und Gedichtvorträge wie „In der Weihnachtsbäckerei“ oder „Feliz Navidad“ zu hören. Bevor der Nikolaus seine Gaben an die 40 anwesenden Jüngsten verteilte, trug ihm der Kinderchor noch ein Gedicht vor. Zwischendurch gab es eine kleine Gesangseinlage mit allen Besuchern, die in Form eines Kanons von Katharina Zink mit diesen humorvoll einstudiert wurde.

„Wieder naht der heilge Stern“, „Nativity Carol“ und „Es gibt nen Mann der alles kann“ hießen die Lieder des Frauenchors, die dieser unter der Leitung von Anna Stumpf vortrug. Gemeinsam mit Katharina Zink sang die Frauenchor-Leiterin im Anschluss das Weihnachtssegen-Duett aus der Oper Hänsel und Gretel. Die Männer, dirigiert von Hans-Joachim Karl, waren dann unter anderem mit dem „Trommellied“ und den „Weihnachtsglocken“ an der Reihe.

Hans Martin hat ein gutes Auge. Der jahrzehntelange Sänger gewann nach dem Vorjahr wieder das Schätzpaket. Es galt zu erraten, wie schwer der von der Metzgerei befüllte Teller mit Schinken und Wurst war. Das reichhaltige Nachtisch-Büffet hatten Sängerfrauen und Mitglieder gespendet.

Vorsitzender Christian Jöst dankte den drei Dirigenten für die tolle musikalische Zusammenarbeit und die in diesem Jahr erreichten Ziele. Aktuell hat der Kinderchor 18 Mitglieder, die Frauen zählen 25 Stimmen und die Männer 40 Sänger. Im kommenden Jahr will man mit Nachdruck Sängerwerbung betreiben, um wieder neue Mitglieder für die Mitwirkung in den Chören begeistern zu können. Jöst äußerte seine Freude über die stetige Weiterentwicklung der verschiedenen Klangkörper.

In seinem Resümee blickte der Vorsitzende unter anderem auf viertägige Tour des MGV an den Lago Maggiore zurück. Zusammen mit dem „Coro Arnica“ aus Laveno Mombello gaben Frauen- und Männerchor ein Benefizkonzert zur Orgelrenovierung in der Pfarrkirche Invenzione di Santo Stefano. Die berühmte Orgel im Ortsteil Mombello stammt von den Gebrüdern Pietro und Lorenzo Bernasconi aus dem Jahr 1874. Beide griffen dabei auf die schon einstudierte geistliche Literatur von der Romantik bis zur Moderne zurück, die bereits im Kirchenkonzert in St. Johannes der Täufer aufgeführt worden war. Der Coro Arnica brachte vor allem folkloristisches Liedgut zu Gehör. Die Chorfreundschaft der Italiener in den Odenwald wurde gefestigt und weiter ausgebaut.

Ein weiterer großer Erfolg war die Teilnahme am hessischen Chorfestival während der Landesgartenschau Bad Schwalbach. Das Golddiplom in der A-Klasse bedeutete den Titel „Meisterchor des Hessischen Sängerbundes 2018“. Außerdem gab es noch für den MGV als einzigen Teilnehmer den Sonderpreis für bestes Wettbewerbsprogramm und Literatur für die stilistische und technische Vielfalt der vier dargebotenen Stücke. Jöst erwähnte außerdem die Tagesbestleistung beim Singen in Graben-Neudorf.

2019 steigen die Frauen wieder in die Wettbewerbsteilnahmen ein, unter anderem in Reichartshausen. Außerdem gibt es am 16. März als Nachklapp zum 20-jährigen Bestehen des Frauenchors 2018 einen Workshop unter dem Titel „Reine Frauensache“. Hierzu sind auch Sängerinnen anderer Chöre sowie Einsteigerinnen eingeladen. Beide Chöre werden dann in Lampenhain ihre Stimmen erklingen lassen, die Männer außerdem noch in Pohl-Göns. In dieser Sängerhochburg wird wieder alles vertreten sein, was Rang und Namen hat, freute sich Jöst über die Herausforderung.

Sein Dank ging außerdem an die Mitglieder des 200 Köpfe zählenden Vereins, die in diesem Jahr wieder tatkräftig bei den verschiedenen Festen mithalfen. Kerwe, 1.-Mai-, Schlacht- und Oktoberfest wären ohne die Treue der Sängerfamilie gar nicht zu stemmen, meinte er. Der MGV unterstrich damit seinen Stellenwert als ein gewichtiger Träger des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Gefeiert wurde dann noch bis tief in die Nacht bei leckeren Cocktails an der Ski-Bar, um die sich jedes Jahr Kirsten und Holger Ehret kümmern.

Info: Am Samstag, 5. Januar, findet die alljährliche Winterwanderung des MGV Sängerbund statt, die um 14 Uhr am Sängerheim beginnt. Anmeldung noch bis zum 27. Dezember beim Vorsitzenden Christian Jöst, Telefon 0176/97900709. Am Freitag, 18. Januar, findet um 20 Uhr die Jahreshauptversammlung im Sängerheim statt.

VdK ist für viele Bürger eine wichtige Anlaufstelle

Volles Haus bei der Jahresabschlussfeier des VdK-Ortsverbandes Schönmattenwag. Im katholischen Gemeindehaus kamen Mitglieder und Gäste zu einem gemütlichen Beisammensein am Ende des 70. Jubiläumsjahres zusammen. Der VdK hatte aus diesem Anlass bei jedem Termin zu kostenlosen Schnittchen sowie Kaffee und Kuchen eingeladen. Mit einem kleinen Medley an Weihnachtsliedern stimmte Gabriele Forrester die Besucher auf den Nachmittag ein.

Die Vorsitzende Renate Lautenschläger begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Sie freute sich über den sehr guten Besuch. „Alle Plätze waren besetzt“, meinte sie. Bei ihren Dankesworten an die Vorstandskollegen erwähnte sie auch ihren Mann Michael, der sie im abgelaufenen Jahr tatkräftig unterstützte. Derzeit wird in Wald-Michelbach ein Seniorenbeirat gegründet, in dem sie eine Mitarbeit anstrebt, erläuterte Lautenschläger.

In Schönmattenwag sei der VdK für viele Bürger eine wichtige Anlaufstelle, ein Ort, „wo sie sich angenommen fühlen und sicher sein können, dass man ihnen Hilfe und Unterstützung bietet“, sagte die Vorsitzende. Das müsse nicht immer etwas Großartiges sein. „Manchmal ist es nur ein freundliches Wort“, die Frage nach dem Befinden eines erkrankten Angehörigen oder das Angebot, jemanden im Auto zu einer Veranstaltung mitzunehmen, betonte sie. „Jeder spürt, dass hier eine starke Gemeinschaft besteht, die den Einzelnen mitträgt.“

Lautenschläger nannte als Markenzeichen des VdK die Solidarität und die Unterstützung von Hilfebedürftigen. „Diesem Anspruch müssen wir gerecht werden.“ Denn für viele Menschen sei der Sozialverband die erste Anlaufstelle in Notsituationen – für manche sogar die einzige. „Wir lassen keinen allein. Für uns ist jeder wichtig“, laute das Leitbild.

Auf der kürzlichen Ortsbeiratssitzung monierte die nochmals die fehlenden Geländer auf dem oberen Teil des Friedhofs in Unter-Schönmattenwag und bat darum, da Abhilfe zu schaffen, erläuterte die Vorsitzende. „Ich werde dran bleiben“, versprach sie. Die immer weiter aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland und verschiedene Forderungen des VdK hatte Lautenschläger bereits auf der Jahreshauptversammlung thematisiert, wie sie darlegte.

Bürgermeister Dr. Sascha Weber übermittelte die Grüße der gemeindlichen Gremien und richtete Dankesworte an den Vorstand für die geleistete ehrenamtliche Arbeit. Er verwies auf den geplanten Seniorenbeirat und bedauerte, dass außer Renate Lautenschläger niemand aus Gesamt-Schönmattenwag bisher Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert habe.

Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin, selbst VdK-Mitglied, ging in erster Linie auf die „Vision Bergstraße“ ein und stellte diese ausführlich vor. Sein weiteres Hauptaugenmerk galt der „SOS-Dose“, die sowohl bei der Gemeindeverwaltung als auch bei der VdK-Ortsgruppe zu erhalten ist. Hier merkte Lautenschläger an, dass der Ortsverband für seine Mitglieder die Kosten hierfür übernimmt.

Bei der kommenden Veranstaltung im März soll die jetzt bestellte Dose in blauem VdK-Design ausgeteilt werden. Außerdem ist dann die Anmeldung für die geplanten Ausflüge möglich. Aus dem Kreise der Anwesenden wurde Interesse signalisiert. Hans-Dieter Martin erläuterte ausführlich den Inhalt und Nutzen. Er verdeutlichte darüber hinaus, dass der Ortsbeirat für alle Beschwerden, Wünsche und Anregungen der Bürger immer ein offenes Ohr hat.

Nach einem gemeinsam gesungenen Weihnachtslied wurde das Kuchenbuffet eröffnet. Zwischen zwei weiteren Liedern trug Margret Becker die Weihnachtsgeschichte „Himmelsfenster“ vor. Danach erfolgte eine Power-Point-Präsentation des diesjährigen Ausflugs nach Celle und in die Lüneburger Heide. Anhand von Fotos ließ Lautenschläger die sechs Ausflugstage anschaulich Revue passieren lassen und sorgte für so manches Hallo.

Mit dem Nikolaus-Lied wurde im Anschluss daran der Mann mit Rauschbart, VdK-Mitglied Heinz Höfler, begrüßt. Er leitete mit zwei kurzen Anekdoten die Bescherung ein. Zum Abschluss stellte Renate Lautenschläger noch die Termine für das kommende Jahr vor, wozu natürlich auch wieder Ausflüge zählen.

Info: Weiteres auf www.vdk.de/ov-schoenmattenwag/

Bei der „SOS-Rettungsdose“ handelt es sich um ein Angebot für Menschen, die zuhause leben. Weil man im Notfall nicht immer alle Fragen von Helfern gleich beantworten kann, enthält die Rettungsdose ein Datenblatt mit wichtigen persönlichen Informationen für den Notfall. Die SOS-Dose beinhaltet das ausgefüllte Blatt. Sie wird in der Innentür des Kühlschranks gut sichtbar aufbewahrt. Durch einen Aufkleber an der Wohnungs-/Hauseingangstür (innen) und einem zweiten an der Kühlschranktür (außen) wissen die Helfer-Dienste sofort, dass eine SOS-Dose vorhanden ist.

Die Jüngsten begeisterten bei der Senioren-Weihnachtsfeier die Ältesten

Drei Stunden lang beste Unterhaltung für Wald-Michelbachs Senioren: Die Gemeinde hatte die älteren Mitbürger in die Rudi-Wünzer-Halle zu einem unterhaltsamen Nachmittag eingeladen. Verschiedene Darbietungen ließen die Augen der weit über 300 Besucher glänzen. Die Jüngsten und die Ältesten standen dabei im Mittelpunkt, gab es doch eine Aufführung des Heinrich-Schlerf-Kindergartens Wald-Michelbach und die Ehrung der jeweils ältesten Teilnehmer. Durch Programm führte gewohnt eloquent und charmant Donat Skroch. Um das Wohl der Senioren kümmerten sich DRK-Mitglieder und freiwillige Helfer aus der Großgemeinde.

Bürgermeister Sascha Weber dankte in seinen einleitenden Worten allen Helfern des Nachmittags. Er freute sich über den guten Besuch der Veranstaltung. Er hob alle Beteiligte hervor, die unter der Regie von Markus Knapp seitens der Verwaltung an dem bunten Nachmittag mitwirkten. Uta Brand stellte im Anschluss „PauLa“ vor, die psychosoziale Fachkraft auf dem Land – ein Projekt des Kreises Bergstraße. Dabei handelt es sich im einen Baustein des Netzwerks ortsnahe Versorgung Odenwald (NoVO).

Wie Brand informierte, hilft PauLa dabei, Angebote und soziale Kontakte vor Ort zu nutzen sowie Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu vermeiden oder zu verringern. Ziel ist es, dass die Menschen „selbstbestimmt und glücklich zu Hause bleiben ohne zu vereinsamen“. Dafür kommt die Fachkraft auf Wunsch vorbei und macht sich ein Bild der Lebenssituation. Mehr Infos gibt es unter www.paula.kreis-bergstrasse.de. Zu Beginn und zwischendurch unterhielt das Überwälder Unterhaltungsensemble mit Herbert Zwerenz, Willi Hering, Ingrid Einicke und Karlheinz Müller die Besucher.

Pater Sudeesh, Pfarrvikar im Überwald, sprach in Vertretung von Pfarrer Peter Pristas. Ihm ging es um das friedliche Zusammenleben der Menschen und überhaupt den Frieden in der Welt. Weihnachten sah er aus dem Blickwinkel der Kinder. Skroch bezeugte seinen Respekt gegenüber den Bewohnern der Alters- und Pflegeheime, die sich aufmachten, um ein paar Stunden Spaß im Kreise anderer zu haben. Er würdigte daneben die Arbeit des Pflegepersonals und den Dienst am Nächsten.

Die 45 Kinder der Schlerf-Kita unter Leitung von Ulrike Schork trugen zuerst ein „Gedicht zum Kerzenschein“ vor, ehe es im Lied um „Dicke rote Kerzen“ ging. Es folgte ein Tanz: „Der Nikolaus hat viel zu tun.“ Skroch lobte die Kleinen im Anschluss, wie toll sie mitmachten. Die Kindertrachtengruppe des OWK Wald-Michelbach zeigte von Christine Mann und Mara Mottl einstudierte Stücke. Sie war die Augenweide des Nachmittags. Lang anhaltender Applaus aus dem Saal war den Kindern sicher.

Bei den Aktiven Senioren unter Leitung von Elke Gölz gab es Ausschnitte aus dem Gymnastikprogramm zu sehen. Sie motivierten den ganzen Saal zum Mitmachen. Zum einen gab es eine Schlittenfahrt frei nach den Zillertaler Schürzenjägern, außerdem wurde „I wish you a merry christmas“ gesungen. Wie im vergangenen Jahr hieß es beim „Körperzellenrock“ Richtung Saal, die müden Knochen zu bewegen. Die Aktivitäten der aktiven älteren Aktiven spielen sich im Einhaus ab: Dort wird bei Vorträgen, Spiele und kulturellen Veranstaltungen die Geselligkeit gepflegt.

Dass Frauen älter als Männer werden, zeigte sich den ältesten Teilnehmern: Eine 98-jährige Dame ließ den 89-Jährigen als ältesten Mann klar hinter sich. Donat Skroch hatte zwischenzeitlich den roten Mantel übergeworfen, den Bart angeklebt und den Bischofsstab in die Hand genommen. Als St. Nikolaus hatte er einige wohlgereimte Worte aus dem Leben des Heiligen für die Senioren dabei.

Senior soll sein, wer in Rente ist, so seine augenzwinkernde Forderung: „Der Bürgermeister Weber hat heute die Spendierhosen an, und die Gemeinde zeigt, was sie alles machen kann. Leider muss man 70 Jahre alt sein, dann darf man erst in die Halle rein. Doch bald kommt der Beirat für Senioren, da gibt´s für die Gemeindegremien rote Ohren. Denn die erste Forderung muss sein: Auch mit 65 darf man in die Halle rein.“