Nach zwölf Jahren kehrt der Landkreis Bergstraße in die gemeinsame touristische Vermarktung des Odenwalds zurück

West- und Ost-Odenwald sind wieder vereint. Oder wie es der Landrat des Odenwaldkreises, Frank Matiaske, formulierte: „Alte Liebe rostet nicht.“ Nach zwölf Jahren Pause machen die vier Landkreise mit Odenwald-Anteil in Sachen Tourismus wieder gemeinsame Sache, da der Kreis Bergstraße seine „Auszeit“ aufgab und zum bisherigen Trio zurückkehrte. Dessen Landrat Christian Engelhardt betonte ebenso wie sein Amtskollege die große Bedeutung dieses Schritts, um jetzt als Destination Bergstraße-Odenwald zusammen mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem bayrischen Miltenberg geschlossen auftreten zu können.

Seit Matiaske und Engelhardt im Amt sind, war es ein gemeinsames Vorhaben der beiden, die touristischen Aktivitäten wieder unter einem Dach zu bündeln. Viele Hürden galt es allerdings zu überwinden, bis es jetzt mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung soweit war. Um deren Überwindung kümmerte sich federführend Kornelia Horn vom Verein Touristik Service Odenwald-Bergstraße (TSOB). Der Beitritt gilt rückwirkend zum Jahresanfang.

Der Verein überweist die Mitgliedsbeiträge als Zuschuss an die Odenwald Tourismus-Gesellschaft, die das operative Geschäft erledigt, erläuterte Matiaske. In deren Vorstand wurde Engelhardt auf der Mitgliederversammlung als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats gewählt. Nach zwölf Jahren Trennung „kommen wir mit noch mehr Beteiligung zurück“, betonte dieser. Das neue Gebilde deckt sich seinen Worten zufolge „in großen Teilen mit dem Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald“.

„Es kostete viele Gespräche“, meinte Engelhardt. Dicke Bretter waren zu bohren. Er sieht aber in der Wiedervereinigung „eine tolle Chance für den Tourismus“. Dies mit Unterstützung des Landes Hessen, das „den Tourismus größer denken wollte“. Es lässt dafür auch etwas springen: 125.000 Euro. Der Landkreis Bergstraße, so Engelhardt, investiert sogar eine größere Summe: 200.000 Euro jährlich zusätzlich zu den bisherigen Mitteln, die in diesen Bereich flossen.

Der Landrat bezeichnete den Tourismus auf der einen Seite als Wirtschaftsfaktor, auf der anderen aber auch als Quell der Lebensqualität für die Bürger. „Gemeinsam sind wir das Land der Nibelungen“, hob er hervor, von Worms bis hin zu den Siegfriedbrunnen, die sogar im Bayrischen verortet werden. Die Gebiete „wachsen zu einer gemeinsamen Region zusammen“.

Der Mix aus Bergstraße und Odenwald mit ihren jeweiligen Produkten und die vielen Freizeitaktivitäten „machen die hiesige Lebensqualität aus“, so Engelhardt. Bereits im Vorfeld entfaltete Kornelia Horn einige Aktivitäten, was etwa in den Gruppenangeboten zum Ausdruck kommt. Denn Touristen schauen nicht nur auf die örtlichen Angebote, sondern wollen wissen, was in einem Umkreis von 50 Kilometern geboten wird. „Wir zeigen aber auch den Einheimischen, was es alles gibt“, sagte er. Durch die Förderung des Landes „können wir jetzt mehr machen“.

Mit den neuen finanziellen Möglichkeiten, zu denen auch eine Leader-Förderung über 150.000 Euro zählt, werden „ungeahnte Möglichkeiten eröffnet“, freute sich Matiaske. Vor fünf Jahren sei dies noch nicht möglich gewesen. Er zollte Kornelia Horn große Anerkennung. „Sie hat es wirklich hinbekommen, diese Allianz zu schmieden“. Der Odenwaldkreis-Landrat sprach von einer „Win-win-Situation für alle“.

Das Naturerlebnis sei ein „brandaktuelles Thema“, betonte Matiaske mit Blick auf die Grünen-Erfolge oder die „Fridays for future“-Bewegung. Engelhardt ergänzte: „Der Wunsch nach einer nachhaltig entwickelten Umwelt kann hiererfüllt werden.“ Durch die Eingliederung der Bergstraße sei man nun noch breiter aufgestellt.

Engelhardts Worten nach wurden „komplett neue Strukturen geschaffen“. Was aber nicht heißt, dass es unterschiedliche Ansprachen geben müsse: Deshalb wird eine zweite Strukturebene touristischer Arbeitsgemeinschaften installiert, für Bergstraße und vorderen Odenwald. Der Landrat sprach von einem „richtigen Leuchtturm“, der über die einzelnen Destinationen herausstrahlt. Matiaske wies schmunzelnd auf den Zusammenschluss auch beim Tischgetränk hin: Das Premium-Wasser der Odenwaldquelle wird in Oberzent-Finkenbach im Auftrag einer in Heppenheim sesshaften Firma abgefüllt.

„E kommt wieder zusammen, was zusammen gehört“, meinte für den Landkreis Darmstadt-Dieburg Hans-Georg Schöpp als ständiger Vertreter der Landrats. „Der Verbraucher macht nicht vor Landesgrenzen halt“, sagte er. Die Region hat unheimlich viel zu bieten: „Natur, Kultur, Wein, Brauereien“, schmunzelte er. Kornelia Horn zeigte sich begeistert, „welche Vielfalt jetzt angeboten werden kann“. Man wolle nun „an dem fantastischen Angebot weiter arbeiten“.

Der Verein Touristik Service Odenwald-Bergstraße (TSOB) umfasst die Gebietskulisse des hessischen und bayerischen Odenwaldes. Kooperationspartner im badischen Teil des Odenwaldes ist die Touristikgemeinschaft Odenwald. Ziele des Verbandes sind die Erhöhung des Bekanntheitsgrades des Odenwaldes, die Herausstellung der Vorzüge des Odenwaldes als attraktives Reiseziel, allgemeine Imagewerbung für den Tourismus im Odenwald, die Entwicklung und Umsetzung von Marketingkonzepten für den Odenwald, kreis- und länderübergreifende Kooperationen mit anderen Tourismusorganisationen zum Zweck der allgemeinen Tourismusförderung im Odenwald, allgemeine Marktforschung zum Tourismus im Odenwald.

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Ortsbürger besuchten das Sommerfest der Feuerwehr in großer Zahl

Das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Alten Schulhof war dieses Mal sehr gut aus dem Dorf besucht, freute sich Kommandant Lars Gremm. Denn das Wetter war super, nach vielen feuchten Wochen wärmte endlich einmal die Sonne kräftig. Gegen zu heiße Strahlen hatten die Brandschützer ein Zelt und einige Sonnenschirme aufgestellt. Waren die Wehrleute letztes Jahr enttäuscht vom geringen Besuch der Ortsbürger, so kamen diese jetzt in umso größerer Zahl.

„Die Wehr ist jederzeit für die Bürger da“, meinte Gremm. Deshalb begrüßte er es, dass zu einem solchen Anlass das Engagement der Ehrenamtlichen durch einen Abstecher gewürdigt wird. „Zumal der Erlös solcher Veranstaltungen auch wieder der Bevölkerung zugutekommt“, hob der Wehrführer hervor. Ein Teil wird in die Vereinskasse fließen und unter anderem in den Unterhalt des Fahrzeugs gesteckt. Ein anderer Teil soll für die Anschaffung eines Laptops verwendet werden, um die Ausbildung auf modernere Füße zu stellen.

„Wir möchten uns bei den Gästen sehr für ihren Besuch bedanken“, sagte Gremm. Denn „es war immer gut was los“, gefühlt mehr als im vergangenen Jahr, meinte er. Die kurzfristig organisierten Kinderspiele wurden gut angenommen, beobachtete er. Dosenspritzen, Malen oder Schlauchkegeln stießen bei den Kleinen auf viel Widerhall.

Es war wie immer „ein schönes Fest“, freute sich der Kommandant. Am Nachmittag gingen sogar langsam Essen und Getränke zur Neige, sodass die Brandschützer schnell Nachschub herankarrten. Schaschlik, Pommes Frites, Steak, Brat- und Currywurst wurden in bewährter Manier angeboten. In den Spitzenzeiten kümmerten sich zwölf Feuerwehrleute um das Wohl der Gäste. Dazu kamen noch die für Auf- und Abbau sowie für die Ablösung.

Traditionsgemäß kommen immer die benachbarten Wehren aus der Gemeinde vorbei, um einen geselligen Nachmittag zu verleben. Dieses Mal war sogar die Wald-Michelbacher Feuerwehrkapelle zugegen und unterhielt mit ihren schmissigen Weisen. Das Sommerfest fand zum inzwischen fünften Mal statt, so Gremm. Davor gab es immer ein Herbstfest. Nächstes Jahr feiert die Feuerwehr Siedelsbrunn ihr 125-jähriges Bestehen, kündigte der Wehrführer an. Dann soll das Sommerfest an zwei Tagen stattfinden. Termin ist wie bewährt im Frühsommer.

Bild: Feuerwehr

Der Soma-Ausflug ist bei der Kerweredd immer für eine Geschichte gut

Große Sause beim sonntäglichen Kerwenachmittag. Nach dem Fußballspiel der D-Jugend lud der SVA zum Frühschoppen und Familienmittagessen ein. Das wiederbelebte Straßen-Gaudi-Turnier zog danach viele Zuschauer an. Es fand vor etlichen Jahren schon einmal statt und bringt die Teams aus dem ganzen Ort zusammen.

Highlight des heißen Nachmittags: die Predigt im Rahmen der Kerweshow in der Peter-Heckmann-Halle. Kerwepfarrerin Yvonne Jännichen und Mundschenkin Lena Hufler hatten das vergangene Jahr über wieder tief in den Ereignissen des Ortes gegraben und dabei so einiges zu Tage gefördert, was die Betreffenden sicherlich lieber unter dem Deckel gehalten hätten.

Der Tag startete mit dem Kerwegottesdienst von (der echten) evangelischen Pfarrerin Tabea Graichen. Die freute sich über den guten Zuspruch mit 70 Besuchern in der Gustav-Adolf-Kirche. Kerwejugend und Kerweparrerin beteiligen sich mit der Lesung „Hilde Domin, Bitte“. Aus der Bibel kam die Geschichte vom barmherzigen Samariter zum Vortrag, gefolgt von den Fürbitten.

„Musik hält uns zusammen“, betonte Graichen in ihrer Predigt. Sie sei der „Soundtrack unsres Lebens“ und komme etwa in Sport-Hymnen zum Ausdruck. Lieder erinnerten außerdem im Alten Testament an das Volk Israel. „Gott ist nicht nur bei den Siegern“, betonte die Pfarrerin, „sondern erst recht dabei, wenn Lebenswege schwierig sind“. Deshalb, hob sie hervor, „stärkt Singen den Zusammenhalt“.

Viel los war beim Straßenturnier. Vier Mannschaften nahmen teil. Den ersten Platz sicherten sich Gartenweg, Mühlstraße und Salzberg vor der Hauptstraße. Am Roßklingen, Am Hofacker und Hofwiese wurden Dritter vor der Beerfeldener Straße. Ausgespielt wurde ein Wanderpokal, gestiftet von der Kerwepfarrerin. Die Teams wurden von ihren Fans lautstark angefeuert.

Die Gäste wurden erst mit Kaffee und Kuchen verwöhnt, ehe dann die Sportvereinigung die beliebten knusprigen Haxen servierte, um auf die Geschichten und Geschichtchen der Kerwepfarrerin vorzubereiten. So erwischte es die „Übertäter“ nicht auf nüchternen Magen. Jännichen wusste zuerst einmal etwas über ihre Kollegin im Geiste aus der naheliegenden Kirche zu berichten. Denn ein Wandertrip sollte zum Ireneturm gehen, „artete“ dann aber aus und führte unfreiwillig mit glühenden Fußsohlen nach Zotzenbach: „Zugute muss ich halt, sie waren ins Gespräch richtig vertieft und halt am falschen Orte, ä Frau hat halt an manche Tage zu viele Worte“, meinte Jännichen.

Der Ausflug eines Affelbeschers mit dem Moped nach Michelstadt wird diesem lange im Gedächtnis bleiben. Denn wer Gefährt liebt, der schiebt. Erst ruckelte der Untersatz kurz vor der Olfener Höhe, aber „weiter geht’s Buckel nunner, schneller un schneller, man kann ihn kaum sehn, bis nach Hüttenthal, daaa bleibt der Feuerstuhl nun endgültig stehn“. Trotz alledem: „Google Maps hat 15 Kilometer berechnet … ungeloge, soweit hat der nun sei Moped geschobe“.

Der Koffer eines Affelbeschers sollte nicht mit auf den Tagesausflug zum Junggesellenabschied in die Pfalz, aber der Vorgarten als Lagerort war ein schlechter Platz: „Do häwwe ä paar Helde doch den Koffer geklaut, alle Klamotte, auch Unterhose warn weg, einige versaut. Am nächste Tag hat ma dann in ganz Affelboch ein Aufschrei vernumme, denn soi dreckige Klamotte hat ma verstraat im ganze Ort gefunne.“

Der Soma-Ausflug ist bei jeder Kerwepredigt eine Geschichte wert. Dieses Mal wurde ein Hotelbett doch sehr in Mitleidenschaft gezogen, als sich zwei Teilnehmer dort breit machten. „Eine Anzeige vom Hotelier bekamen wir bis dato net ausgesproche, denn ich glaub 2 Füss vom Bett warn zusammegebroche. Aber die Verantwortlichen von der Soma musste am nächste Tag beichte, und beim Herbergsvadder ä Entschädigungszahlung für den Duschvorhang leiste.“ Denn der diente als Decke.

Die Trachtenkapelle Kocherbach sorgte 15 Mann und Frau hoch am Nachmittag für Stimmung. „Kerwe marsch“, „Auf der Kirmes“, „Schützenliesel-“ und „Kuschelpolka“ sowie „Bierwalzer-Potpourri“ versetzten die Gäste vor, während und nach der Kerweredd in Schunkellaune. Früher spielte die Kapelle einen Frühschoppen. Seit drei Jahren wird die Kerweredd umrahmt. Kerwekids und Kindergarten Affolterbach führten später noch ein paar Tänze in der sehr gut besuchten Halle auf.

Am gestrigen Montag war dann Abschiednehmen von der sechstägigen, längsten Kerwe des Überwalds angesagt. Nach dem traditionellen Frühschoppen spielte Alleinunterhalter Harald Walz auf. Zum Mittagessen gab’s noch einmal das traditionelle Wellfleisch. Bei der „Alles muss raus-Party“ purzelten die Preise.

Bild: SVA

Zum 41. Mal hatte die Union zum Vatertagsgrillfest auf den Kuhklingen eingeladen

Die Gäste drängen sich eigentlich immer auf dem Kuhklingen. Wenn da sWEtter wie dieses Jahr mitspielt, aber umso mehr. Entsprechend frühzeitig geht dann der Union Wald-Michelbach bei deren Vatertagsgrillfest das Essen aus. „Spitzenreiter“ war dieses Mal das Gyros, von dem bereits um 12.30 Uhr die letzte Portion ausgegeben wurde. Pommes und Kartoffelsalat waren zwei Stunden später nicht mehr verfügbar. Was anschaulich zeigte, wie viel dieses Mal auf dem Hügel los war.

Die Bilder gleichen sich, auch wenn das Fest inzwischen 41 Jahre auf dem Buckel hat: Seit Jahrzehnten dürfen sich die Sänger über volle Zelte freuen, wenn sie die Gäste mit leckeren Speisen und Getränken am Feiertag auf die Höhe locken. Die kommen teilweise sogar von weiter her gewandert, um die Gastfreundschaft des MGV zu genießen.

Viele nutzen den Tag zur Tour rund um Zollstock, Feriendorf, Schwimmbad und Seckenrain, um dann beim Grillfest einen zünftigen Abschluss zu feiern und verbrannte Kalorien wieder aufzufrischen. Mehrere hundert Besucher, darunter viel Stammkundschaft, kommen vorbei, um in angenehmer Gesellschaft und gut betreut durch die MGV-Mitglieder einen schönen Tag zu verleben. Um die Mittagsstunden wird es sehr eng auf den Bänken und an den Tischen.

Traditionell schauen die beiden Sänger-Brudervereine aus Unter-Schönmattenwag und Ober-Flockenbach beim Grillfest vorbei. Dirigent Hans-Joachim Karl sogar auf direktem Weg vom Flughafen, wo er morgens um 10 Uhr, aus dem Kongo kommend, gelandet war. Aber natürlich nicht nur die. Der Verein darf jedes Jahr etliche Stammgäste aus Wald-Michelbach und Umgebung begrüßen, die die Gastfreundschaft der Union zu schätzen wissen.

Um die 30 Helfer sorgen dafür, dass es den Besuchern an nichts mangelt. Eine große Zahl für einen Chor mit 25 Aktiven und insgesamt 95 Mitgliedern. Steak und Bratwurst, Mettbrötchen, Laugenstangen sowie natürlich nachmittags Kaffee und Kuchen sind heiß begehrt. So wie auch die Pommes Frites, für die inzwischen drei Fritteusen im Einsatz sind.

Am Samstag vorher starten bereits die Aufbauarbeiten fürs Fest. Matthias Fischer und Manuel Mietzker nehmen sich dafür die ganze Woche frei, damit es am Donnerstagmorgen losgehen kann. Der Abbau startet immer gleich am selben Abend. So mancher Gast blieb trotzdem noch lange sitzen und genoss die bis zuletzt ausgelassene und fröhliche Stimmung, auch wenn die Sänger dann irgendwann mit dem Abschlagen der Garnituren beginnen mussten.

Das eine große, hintere Zelt wurde dieses Mal nicht mehr mit eingepackt. „Es wird verschrottet“, lachte der zweite Vorsitzende Julius Rückert. Im kommenden Jahr sollen an seiner Stelle zwei neue stehen. „Die bedeuten dann weniger Aufbauarbeit“, ist das für die Sänger eine Erleichterung gegenüber der bisherigen Plackerei.

SVA-Fußballer auch beim Menschenkicker-Turnier fit

Der Titelverteidiger ist entthront: Das letztjährige Gewinnertrio des Menschenkicker-Turnier war dieses Mal nicht auf dem Treppchen zu finden. „Baller das rein – Instanbul“ siegte bei der großen Gaudi vor „Mein persönlicher Favorit“ und dem CCA-Männerballett „Druffunddewerrer“. Das setzte sich im kleinen Finale ebenso 3:1 gegen die Soma durch wie der Sieger im großen Finale. Sechseinhalb Stunden standen sich die Teams bei schweißtreibenden Temperaturen auf dem Sportplatz gegenüber.

Herzlich willkommen zum Turnier, das der SV am Samstagnachmittag anlässlich der Kerwe durchführte. Der Andrang und der Spaß waren groß: 20 Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Torwart kämpften im überdimensionalen Tippkicker-Feld um den Titel des Kerwemeisters. Hinter dem Sieger verbargen sich die Fußballer der B-Liga-Mannschaft, während der Zweitplatzierte vor allem aus der SVA-Jugend bestand. Übers Männerballett muss man keine Worte verlieren, das macht ja immer eine gute Figur.

Drei Mal griff eine Kerwejugend ins Geschehen ein: aus Affolterbach, Scharbach und Kocherbach. „Team Vikigang“, „Stoanisch United“, „FC Blumenkohl“, „Team Snake“ oder „Hacke Spitze Tor“ lauteten die weiteren illustren Namen der teilnehmenden Mannschaften. Eine Riesengaudi für alle Beteiligten, die sich immer großer Beliebtheit von Weinheim über Abtsteinach und Wald-Michelbach bis nach Wahlen erfreut.

Das Kicker-Turnier, 2015 Jahr das erste Mal durchgeführt, hat – neben den Konzerten – „den besten Zuspruch unserer Kerwe-Attraktionen“, freute sich Jörg Rettig vom SV-Förderverein. Auf dem Sportplatz war es richtig voll. Vier Mal fünf Mannschaften spielten je sieben Minuten in der Vorrunde in ihren Gruppen. Die Finalrunde lief nach dem bewährten K.o.-Prinzip ab. Das alles bei einer Hitze, dass der SVA nachmittags sogar die Beregnungsanlage anmachte, damit die Kinder ihren Spaß hatten.

Später, am Samstagabend, fand die große Party an der Beachbar statt. Beim Relaxen machte sich Strandfeeling breit. Es gab leckere selbst gemixte Cocktails. Bei herrlichem Frühlingswetter wurde es wieder ein langer Abend mit südlichem Feeling. Das DJ Team der „Nacht in Tracht“ verwandelte mit fetzigem Sound das Fest in eine Party-Hochburg. Der Besuch war laut Rettig allerdings „nicht so gut“, ähnlich wie im vergangenen Jahr, als der Samstagabend gegenüber den früheren Veranstaltungen zurückfiel. Bis 2 Uhr dauerte die große Sause an.

Am Abend zuvor hatte die Coverpartyband „Xtreme“ wieder für ein Kerwe-Highlight gesorgt. Über 500 Fans in der Peter-Heckmann-Halle feierten eine heiße, über vierstündige Party bis tief in die Nacht. Das eher jüngere Publikum kam erst zu späterer Stunde zahlreich in die Halle, aber zum Schluss hin war wirklich jeder in Bewegung. Vom Anfang bis zum Ende war die Peter-Heckmann-Halle voll. Keiner machte vor 2.30 Uhr schlapp, als das Licht wieder anging. Um 4 Uhr machten sich schließlich die letzten auf den Heimweg.

„Xtreme“ ist beim SVA immer als feste Größe gesetzt und nicht nur bei der Kerwe ein Garant für eine volle Hütte. Die Coverband, bei der auch wieder Lokalmatador Sascha Fischer aus Wahlen zum Mikro griff, spielt zu allen möglichen Gelegenheiten im Überwald. Die Peter-Heckmann-Halle „ist für uns fast wie das eigene Wohnzimmer“, schmunzelte Bassist Björn Buhl. Man kennt sich, die Leute sind gut drauf, gehen super mit – die Band hat leichtes Spiel. Der SV war „sehr zufrieden mit dem Abend“, so Rettig, „es herrschte eine super Stimmung“.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Neben Fischer auch Lukas Baum für den männlichen Part sowie Jenny Daniele für die weiblichen Stimmen sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Welle oder Schlager. Bastian Ludäscher (Gitarre), Björn Buhl und Simon Protzer (Schlagzeug) sorgten für die treibenden Rhythmen.

„I will survive“ von Gloria Gaynor“ oder „Westerland“ von den Ärzten hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie ein 90er- oder Malle-, Britney- oder Leserhosen-Medley, Songs von den Toten Hosen, Ärzten, Robbie Williams oder Nena. Zusammen mit Stücken von Queen („I want it all“), Mark Forster („Chöre“) oder AC/DC („Highway to Hell“) der beste Mix, um die Gäste bei Laune zu halten. Das abwechslungsreiche Programm der jungen Musiker, kombiniert mit einer aufwändigen Bühnen- und Lichtshow, machte auch nicht halt vor einem Ed-Sheeran- oder Wolfgang-Petry-Medley.

Bild SVA

Großer Einsatz der Mitglieder beim CV Kapital

Der CV Kapital blickte auf seiner Jahreshauptversammlung auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurück. Der Vorsitzende Peter Spreng wies darauf hin, dass die viele Arbeit nicht ohne den großen Einsatz der Mitglieder gestemmt werden kann. Die Rosenmontagssitzung war seinen Worten zufolge gut besucht, die Resonanz aus der Bevölkerung positiv. Auch finanziell rechnete sich die Veranstaltung. Bei den Teilvorstandswahlen wurden die bewährten Kräfte, die sich wieder zur Verfügung stellten, in ihren Ämtern bestätigt.

Spreng begrüßte zunächst die zahlreichen Mitglieder, die der Einladung gefolgt waren. Er bedankte sich für die geleistete Arbeit im vergangenen Vereinsjahr. Lob und Dank sprach der Vorsitzende „für die tolle Arbeit“ den Trainerinnen der Garde und der Showtanzgruppen, Katharina Zink, Anna Becker und Carolin Schäfer aus. „Sie leisten hervorragende Jugendarbeit“, betonte er. Ohne die vielen Mitwirkenden auf, vor und hinter der Bühne wären die Fastnachtsveranstaltungen nicht durchführbar, hob er hervor.

Danach gab Spreng das Wort an Schriftführerin Luzia Siefert weiter, die den Jahresbericht verlas. Die drei Trainerinnen sammelten bei einem Workshop im Tanzstudio Phantasie Ideen für die Tänze, berichtete sie. Der Verein beschloss, dies zu unterstützen und die Kosten zu übernehmen. Neben den regulären Proben, die immer donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr stattfinden, kann auch kurzfristig an freien Samstagen trainiert werden, wurde die Zusammenarbeit mit dem Hausmeister im Haus des Gastes gelobt.

Der eigentlich geplante Tagesausflug findet nicht statt, informierte Luzia Siefert, da die Kosten pro Person für den Bus zu hoch waren. Sie teilte mit, dass der Kindergarten St. Marien eine Spende über 200 Euro erhalten soll. Das Geld soll für den Bau einer Hütte auf der Spielwiese im Rothenberger Weg verwendet werden. Die Fastnachter wollten außerdem den FC Odin bei der Kerwe mit der Übernahme eines Helferdienstes unterstützen. Außerdem gibt’s vom Verein eine Freibierspende von 30 Euro für den Kerwemontag.

Die Hirschhorner Ritter, deren Tanzgruppen regelmäßig am Rosenmontag die Sitzung bereichern, wurden vom CV Kapital ebenfalls unterstützt. Michael Black und Sebastian Siefert stellten sich beim Hirschhorner Fastnachtsumzug als Ordner zur Verfügung. Luzia Siefert erläuterte weiterhin, dass die Preise für die Bargetränke sowie die für Speisen und Getränke etwas angehoben wurden, nachdem sie viele Jahre stabil waren. Anna Löffler und Katharina Ewert schmissen den Betrieb wieder in Eigenregie.

Danach verlas Kassenwartin Michaela Noe den Kassenbericht. Die Kassenprüfer Brigitte Ritter und Katharina Ewert berichteten von einer einwandfreien Kassenführung und baten die Versammlung um Entlastung des Vorstandes. Diese erfolgte einstimmig. Im Anschluss folgten die Teilvorstandswahlen. Gewählt wurden die geraden Zahlen. Festgelegt wurde bereits das Motto für die nächste Kampagne 2020: „Eine Reise um die Welt.“

Info: Der CV Kapital ist weiterhin auf der Suche nach Mitwirkenden auf der Bühne (Büttenrede, Sketch, Tanz) und für die Mitarbeit im Organisationsteam. Interessenten können sich bei Luzia Siefert melden, 06207/2033177. Das Helferfest für alle Mitwirkenden und Helfer findet am 14. September im Sängerheim statt. Es gibt eine Diashow von Bildern der letzten Rosenmontagssitzung zu sehen.

Teilwahlen des Vorstandes: Zweiter Vorsitzender Peter Sauer, Kassenwartin Michaela Noe, Beisitzer Dominik Beutel und Mathias Sauer, Kassenprüfer für ein Jahr Katharina Ewert und für zwei Jahre Anna Löffler.

Grundschüler erarbeiteten sich die Oper selbst

Es gab durchweg positive Rückmeldungen nach den beiden Aufführungen. „Wir waren sehr zufrieden“, sagte Lehrer Matthias Dautel. Es war für die komplette Grundschule Schimmeldewog eine super Woche, „in der wir wieder gemerkt haben, was man mit so tollen Kindern, Eltern und Kollegen auf die Beine stellen kann“, meinte der Pädagoge zum Werden des Stücks „Papageno und die Zauberflöte“. Bei dem zeigten die Grundschüler in Zusammenarbeit mit der Tourneeoper Mannheim (TOM) die Entstehung einer Oper in all ihren Facetten auf.

„Am Anfang klang das Opernsingen total komisch“, hieß es aus Kindermund. „Wir haben uns darüber lustig gemacht.“ Am Schluss, nach vier konzentrierten Tagen des Übens und zwei 80-mintüigen Aufführungen, klang das aber ganz anders: „Jetzt will ich auch so cool singen können“, so der Wunsch einer Schülerin. In fünf Gruppen waren die 66 Grundschüler die ganze Woche aktiv und leisteten in der kurzen Probenzeit Erstaunliches. Was aber auch damit zu tun hat, dass solche Projekte in der Grundschule bereits eine große Tradition haben. Zuletzt führte die Schüler im vergangenen Sommer ein Theaterstück auf.

Beide Vorstellungen waren sehr gut besucht. Nicht nur Eltern, auch viele Schimmeldewäer und Zuschauer aus anderen Ortsteilen wohnten den Präsentationen im Haus des Gastes bei. „Die Kinder sollen nicht nur die Präsentation, sondern auch das Entstehen einer Oper kennenlernen“, erläuterte Tanja Hamleh von der Tourneeoper im Gespräch. Die ausgebildete Sopranistin betonte die Zusammengehörigkeit als Grundstock der Arbeit: Alles baut aufeinander auf und alle sind aufeinander angewiesen. Zusammen mit Alishia Funken und Marc Schwämmlein begleitete sie die Woche.

Mit Kinderopern war Hamleh schon des Öfteren im Überwald, mit dieser Art Workshop das erste Mal in Schönmattenwag. „Die Kinder arbeiteten die ganze Woche in ihren Rollen“, erklärte sie die Vorbereitung. Jeder Schüler konnte sich die Rolle aussuchen. Es ging darum, dass die Heranwachsenden „nicht nur die Präsentation, sondern auch das Entstehen einer Oper kennenlernen“.

Die besonderen schweren Passagen wurden dabei von den ausgebildeten Opernsängern Alishia Funken und Marc Schwämmlein unterstützt. Der Schulchor wiederum hatte eigene Stücke einstudiert. Im Vorfeld der Probenwoche wurden die Texte verteilt und die Einteilung vorgenommen.

Die Grundschule ist „fast seit den Anfängen der Tourneeoper mit dabei“, sagte Schulleiterin Simone Hentschel-Gärtner. Sie würdigte das „sehr durchdachte Konzept“. Die Kinder hatten lediglich drei Wochen Zeit, ihre Rollen zu lernen – und wechselten sie zwischendurch sogar noch einmal. Gerade für die Viertklässler sei das „zum Abschluss des Schuljahres eine große Chance, in die Opernwelt reinzuschnuppern“, freute sie sich.

Hentschel-Gärtner bezeichnete die Woche als „sehr wertvoll aus pädagogischer Sicht“. Aus vielen kleinen Einzelteilen wird ein Gesamtprojekt gestaltet. „Jeder bringt sich mit seinen Stärken ein.“ Die Grundschüler können „ihre Grenzen abstecken“, weil das Stück sehr anspruchsvoll ist. Andererseits merken sie aber auch: „Ich kann es schaffen.“ Was wiederum das Selbstwertgefühl stärkt. „Aus vielen kleinen Einzelteilen wird ein Gesamtprojekt gestaltet“, meinte sie.

Über die Jahre hinweg betrachtet notierte Hentschel-Gärtner, wie sich die Erstklässler erst an kleinere Rollen trauten, sich beim nächsten Durchlauf schon an eine größere wagten und als Viertklässler dann richtig Selbstvertrauen gefasst hatten. „Das ist wie ein Schnellballsystem“, lachte sie. „Die werden richtig kompetent im Schauspiel.“ Es erfordert ihrer Beobachtung nach „ein hohes Maß an Eigendisziplin“, ein bestimmtes Ziel in einer bestimmten Zeit zu erreichen. Die Kinder leisteten in der Projektarbeit viel „und sind stolz darauf“.

Die Früchte der Arbeit sieht Hentschel-Gärtner, wenn sie Theater-Aufführungen an weiterführenden Schulen besucht. „Da sind oft unsere ehemaligen unter den Schauspielern“, schmunzelt sie. Das zieht sich wie ein roter Faden weiter. Auch bei den Sommerspielen Überwald sind frühere Schimmeldewäer Grundschüler inzwischen aktiv. „Das ist eine Bestätigung fürs Pädagogenherz“, gesteht sie. Die Lehrer, bei den sonstigen Aufführungen an vorderster Front aktiv, waren dieses Mal eher Helfer und durften „gespannt in andere Arbeitsweisen reinschauen“.

Hauptdarsteller

Erzähler: Leon, Papagena-Erzählerin: Fiona, Papageno-Erzähler: Ben, Tamino: Silas, Papageno-Geschichte: Emil, Papagena-Geschichte: Yasemin, Pamina: Melody, Sarastro: Daniel, Königin der Nacht: Giulia, alte Papagena: Lonia, drei Damen: Sophia, Marie, Carla, drei Knaben: Luke, Christian, Anthony, Reden/Intendanten: Tom, Aurelia