Mit Gustav Adolf weiß heute kaum einer mehr was anzufangen – die Affolterbacher Kirche trägt seinen Namen

Mit dem Namensgeber der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche im Wald-Michelbacher Ortsteil können heute nur noch die wenigsten etwas anfangen. „Gustav wer?“ heißt es zum schwedischen König des 17. Jahrhundert, der im Dreißigjährigen Krieg bei der Wahl der Mittel zur Verbreitung des protestantischen Glaubens nicht gerade zimperlich war. 400 Jahre ist es 2018 her, dass durch den eigentlich unspektakulären Prager Fenstersturz ein Brand auf dem Kontinent ausgelöst wurde, der diesen entvölkerte und gravierend veränderte. Auch der Überwald war danach praktisch menschenleer.

Gustav Adolfs Namen trägt heute noch die 1907 eingeweihte Kirche, für die im Juni 1906 Baubeginn war. Wobei Pfarrerin Tabea Graichen die Einschränkung macht, dass dafür durchaus auch das nach ihm benannte Gustav-Adolf-Werk Pate gestanden haben könnte, da es durch einen erklecklichen Geldbetrag den Bau erst ermöglichte. Das 1832, zu Gustav Adolfs 200. Todestag gegründete Werk mit Sitz in Leipzig ist auch heute noch weltweit sozialdiakonisch, missionarisch und baulich tätig.

Von den deutschen Protestanten wurde Gustav II. Adolf zu seiner Zeit als Vorkämpfer, Held und Retter des Protestantismus idealisiert. Gerade in der Romantik wurde der schwedische König deutlich überhöht. Sein Eingreifen in den Krieg verhinderte nach landläufiger Meinung einen katholischen Sieg. Sein Schlachtentod machte ihn in der öffentlichen Wahrnehmung zum Märtyrer des Glaubens. Eine ganze Weile lang „ging man unkritisch mit seinem Namen um“. Auch in der Romantik wurde er als Verbreiter des Protestantismus verklärt.

Anlässlich der 400. Wiederkehr des Kriegsausbruchs spielt Gustav Adolf wohl in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle mehr. „Ich wurde bisher überhaupt nicht darauf angesprochen“, so Graichen. Wenn überhaupt, können noch die älteren Gemeindeglieder etwas damit anfangen, die jüngeren nicht mehr, ist ihr Eindruck. Denn als sie mehr als zehn Jahren ihr Amt in Affolterbach antrat, „haben mich Besucher noch des Öfteren gefragt, warum die Kirche nach diesem Mann benannt wurde“.

Graichen sieht den Kirchen-Namen vor dem Hintergrund der Zeitläufte. Auch andere Gläubige, nach denen Gotteshäuser benannt sind, „haben nicht unbedingt nach den Zehn Geboten gelebt“, sagt sie. Beispiel Luther: „Der hat auch Klopper rausgehauen“, so die Pfarrerin, aber trotzdem die Reformen maßgeblich vorangebracht. Natürlich steht für sie die Frage im Raum, „ob man vor 400 Jahren dem Protestantismus mit anderen Mitteln zum Durchbruch verhelfen konnte“.

Die Methoden des Schweden „sind natürlich nicht mein Mittel der Wahl“, macht Graichen klar. Allerdings „habe ich auch nicht vor vier Jahrhunderten Jahren gelebt“. Gustav Adolf habe „sehr martialisch“ im Namen der Konfession in den Krieg eingegriffen. Allerdings müsse man alles „vor dem Hintergrund der damaligen Zeit sehen, auch wenn es das Tun nicht rechtfertigt“. Leider geschehen auch noch im Namen von Religionen Gräueltaten, bedauert sie.

Die Benennung der Kirche vor mehr als 110 Jahren sieht sie „als Zeugnis dieser Zeit und des Blicks auf Gustav Adolf“. Einer kritischen Auseinandersetzung stehe die Bewahrung nicht im Wege, „weil es Teil des protestantischen Erbes ist“. In den Kirchenprotokollen ist zumindest „noch nie die Idee aufgetaucht, die Kirche umzubenennen“. Sowieso ist die in Affolterbach ihrer Kenntnis nach eine der wenigen in der Region, die überhaupt einen Namen hat.

Das denkmalgeschützte Jugendstil-Kirchengebäude wurde von 1905 bis 1907 nach Plänen von Friedrich Pützer errichtet. Fast 200 Jahre lang war die Gemeinde zuvor ohne Gotteshaus, denn die erste erwähnte Kirche von 1568 wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts wegen Einsturgefahr geschlossen. Angeblich kümmerte sich der Landesherr nicht darum, einen zwischenzeitlichen Rechtsstreit verlor man aber. Danach fanden Gottesdienste in Wirtshaussälen statt, es gab aber auch 30 Jahre gar keinen eigenen.

„Affolterbach konnte sich damals einen Neubau mit 40.000 bis 50.000 Markt nicht leisten“, weiß Graichen aus der Kirchenhistorie. Mit allen möglichen Mitteln wurde versucht Geld zu akquirieren. Die Rede ist von einem Postkartenverkäufer, „der den Leuten kräftig auf die Nerven ging“, schmunzelt die Pfarrerin. Ab 1874 gab’s Pläne für einen Neubau, die immer wieder verschoben wurden. 1894 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der dann die großzügige Zusage des Gustav-Adolf-Werks erhielt. Sogar die Kaiserin von Russland, die öfters zur Sommerfrische im Überwald weilt, gab 100 Goldrubel zum Bau dazu.

Anfang des 20. Jahrhunderts „war Gustav Adolf immer noch populär“, erläutert Tabea Graichen. Gerade in einer katholischen Region mit reformierten Einsprengseln war er so etwas wie „der Held des Protestantismus“. In der Affolterbacher Kirchengemeinde, die sich zu dieser Zeit zu einer Filialgemeinde von Wald-Michelbach entwickelte, gab es sogar einen nach ihm benannten Verein und eine Jugend. Da war es mit seinem Namen für die Kirche nicht weit her. Unter den Wappen über der Kanzel ist neben dem von Landesherren und Reformatoren folgerichtig auch seines zu finden.

Gustav II. Adolf (geb. 1594 in Stockholm, gestorben 1632 bei Lützen, Kurfürstentum Sachsen) war von 1611 bis 1632 König von Schweden und eine der wichtigsten Figuren der schwedischen Geschichte und des Dreißigjährigen Krieges. Er trug durch Reformen und sein militärisch-politisches Handeln wesentlich dazu bei, Schweden eine Hegemonialstellung im nördlichen Europa zu verschaffen, die bis Anfang des 18. Jahrhunderts bestand. Sein Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland ab 1630 verhinderte einen Sieg des kaiserlichen Lagers der Habsburger und sicherte damit indirekt die Existenz des deutschen Protestantismus.

Allerdings war Gustav Adolf jedoch auch ein machtorientierter Realpolitiker, dessen Hauptziel die Herrschaft Schwedens über den Ostseeraum und die Absicherung als Großmacht im nordeuropäischen Raum war. Evangelische Überzeugungen und nationaler Ehrgeiz gingen in ihm eine untrennbare Verbindung ein. Damit passte er in seine Zeit, die auf der katholischen Seite von Männern wie Wallenstein und Tilly gekennzeichnet war.

 

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Mit den Heimkehrern soll es beim SV Affolterbach eine sichere Sache werden

Mit zurückgekehrten „Affelbeschern“ will der SVA in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B wieder ein Wörtchen mitreden. Nachdem die vergangene Runde vor allem gegen Ende hin vom Kampf gegen den Abstieg dominiert war, strebt der Verein auch mit Hilfe von Rückkehrern in der kommenden Saison das gesicherte Mittelfeld an. Mit den neuen Trainern Antonio Pietroluongo und Joachim Hademer kam zudem frischer Wind ins Team.

„Zwischendurch war es schon etwas eng“, meint Spielausschussvorsitzender Helmut Sattler im Rückblick. Zum Schluss hin berappelte sich die Elf aber, fuhr wieder ein paar Siege ein und zog sich so am eigenen Schopf aus dem Abstiegsstrudel. Sattler macht für das Hin und Her auch die Abmeldung der ersten Mannschaft des TV Lampertheim verantwortlich. Dadurch spielten ein paar leistungsstarke Akteure in der Zweiten mit, wodurch diese Auftrieb bekam, Begegnungen plötzlich gewann und damit die Tabelle etwas verfälschte.

„Ich bin glücklich, dass wir die B-Klasse gehalten haben“, betont Sattler. „In dieser Saison können wir jetzt darauf aufbauen.“ Denn natürlich ist ein B-Ligist für potenzielle Neuverpflichtungen, aber auch für die bisherige Elf attraktiver als ein C-Liga-Verein. Vor diesem Hintergrund war es auch einfacher, frühere SVA-Akteure oder aus „Affelboch“ stammende zurückzugewinnen. „Sonst wäre der eine oder andere vielleicht nicht gekommen“, gibt der Spielausschussvorsitzende freimütig zu.

Ein Rückkehrer ist Marcel Eckert, der von der TSG Weinheim in den Überwald zurückkommt. Von ihm versprechen sich die SVA-Verantwortlichen einiges. Der defensive Mittelfeldmann soll von hinten raus das Spiel ankurbeln. „Wir wollten uns in der gesamten Breite verstärken“, meint Sattler mit Blick auf die anderen Neuzugänge. Denn in der vergangenen Runde zeigte sich, dass es vorn an der Chancenverwertung haperte, aber andererseits die Abwehr nicht immer solide stand. „Wir müssen in allen Bereichen stärker werden“, betont er deshalb.

Der Verein setzt deshalb auch große Hoffnungen auf das neue Trainerduo. Gerade Pietroluongo hat Erfahrungen im A-Jugendbereich und weiß deshalb, wie er die junge Truppe anzupacken hat. „Der kann mit denen umgehen“, schmunzelt Sattler. Er ist mit seinem Co Hademer bereits engagiert bei der Sache. „Die hängen sich richtig rein“, hat er beobachtet. Beide haben einen guten Zugang zu den Spielern gefunden. „Ich bin sehr positiv gestimmt“, sagt der SVA-Mann deshalb.

Denn eine Zitterpartie wie in der letzten Saison soll es nicht mehr geben. Das Team strebt einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. Am Wochenende wird im Trainingslager erst einmal Kraft und Ausdauer gebolzt, ehe es dann zum Testspiel gegen den C-Ligisten Italia Bensheim geht. Mit dem SSV Schneppenhausen (bei Darmstadt) steht eine weitere Mannschaft auf der Testliste vor dem Rundenstart. „Im Training herrscht eine gute Stimmung“, gibt der SVA-Crack einen Stimmungsbericht.

Durch die Zugänge mit Stallgeruch möchte der SVA auch wieder eine größere Identifikation mit dem Dorf erreichen, hebt Sattler hervor. „Die Bindung zum Verein ist dann eine ganz andere“, sagt er. Die ist ganz anders, enger. Dahinter steckt auch die Hoffnung, dass sich die Zuschauerzahl bei den Heimspielen erhöht. Die ließ doch zwischenzeitlich etwas zu wünschen übrig. Sehr bedauert wird von ihm der Weggang von Jonas Guthy, der künftig beim TSV Gras-Ellenbach kickt. „Das tut schon weh und ist für uns schade“, so Sattler. Guthy war in der vergangenen Runde für einige Treffer gut. Mit Heckmann wird darüber hinaus ein „alter Fuchs“ fehlen.

Die jüngeren Spieler „müssen natürlich noch etwas an sich arbeiten und Routine bekommen“, weiß der SVA-Verantwortliche. Der Wechsel von den Jugend- in den Seniorenbereich bedeutet eine ziemliche Umstellung. Für Sattler ist aber klar: „Das schaffen die Jungs.“ Nicht zuletzt weil sie mit dem Coach einen erfahrenen Hasen an ihrer Seite haben, der der Tricks und Kniffe bestens kennt. Da zum Kader einige Schicht- und Montagearbeiter zählen, findet das Training bewusst neben dienstags auch freitags statt.

Zugänge: German Weigel (SV Fürth, Winterpause), Marcel Eckert (TSG 09 Weinheim), Jasmin Mesic (Türk Beerfelden), Majid Ismaeli (Eintracht Wald-Michelbach), Benedict Steffan (JFV Wald-Michelbach), Eric Bauer (SV Scharbach), Paul Ertel (fängt wieder an), Antonio Pietroluongo (KSV Reichelsheim), Joachim Hademer (KSV Reichelsheim)

Abgänge: Jonas Guthy (TSV Gras-Ellenbach), Pascal Seeberger, Patrick Dörsam, Piotr Eichler, Christof Heckmann (alle eigene Soma)

Kader: Leon Krause, Martin Mottl, Mirko Reim, Frank Sattler, Aldin Sejaric, Jacob Steffan, Benedict Steffan, Patrick Stulz, Marcel Eckert, Jasmin Mesic, Patryk Banaszkiewicz, Majid Ismaeli, Hendrik Scholl, Kevin Seitz, Darek Slusarz, Paul Ertel, Eric Bauer, Joachim Hademer, Antonio Pietroluongo, Anes Drobic, Thilo Kessler, Max Fischer, Nils Heldmann, Sven Hufler

Trainer: Antonio Pietroluongo für Pawel Karas (1. Saison)

Co-Trainer: Joachim Hademer für Sven Hufler (1. Saison)

Ziel: gesichertes Mittelfeld

Favoriten: keine

Das Bild entstand bei der Partie FC Schönmattenwag – SV Affolterbach

Frenetischer Beifall und Standing ovations für den goldenen Scharbock in Affolterbach

Ob das in zwei Jahren nochmal zu toppen sein wird? 1400 Gäste an drei Abenden, eine drei Mal ausverkaufte, dampfend-schwülheiße Peter-Heckmann-Halle, frenetischer Beifall, Standing ovations, restlos begeisterte Zuschauer. Die fünfte „Night of the golden Scharbock“ im 120. Jahr des Bestehens der Scharbacher Chöre war eine Demonstration von Sangeskunst, wie sie in der Region nur selten zu finden ist. Weit über 100 Sänger, hochkarätige Solisten und eine virtuose Begleitband machten die Abende zum Nonplusultra der Überwälder Veranstaltungen in diesem Jahr.

Kein Wunder, dass der Gesangverein aus dem Grasellenbacher Ortsteil Scharbach dieses Mega-Event nur alle zwei Jahren durchführen kann – zu gewaltig ist der Aufwand dafür. Aber die überschäumenden Reaktionen darauf lohnen jegliche Mühe. Wenn die musikalische Gesamtleiterin Susanne „Suse“ Hoffmann-Rettig in goldenem Mantel als ausgebildete Opernsängerin zusammen mit Sascha Fischer im Smoking zum Ende des ersten Sets wie Montserrat Cabellé und Freddie Mercury „Barcelona“ schmettert, dann kennt der Jubel keine Grenzen mehr.

Der 29-jährige Student Fischer aus Wahlen ist musikalisch ebenfalls „vorbelastet“. Zuerst mit der Coverrockband „NeRo“, jetzt mit „Xtreme“ tourt er durch Deutschland und hat in Frankenthal seine eigene Theaterrevue. Dass sein Herz für den Rock schlägt, merkt man auch bei „Summer of 69“ von Bryan Adams, das mit den 50-köpfigen Crescendo-Chor im Hintergrund eine voluminöse Intensität erreicht. Der ganze Saal steht, alle klatschen mit. „We’re not gonna take it“ von Twister Sister ist kurz vor Schluss noch einmal eine Verbeugung an einen ewigen Rockhit.

„Hits am laufenden Band“ hatten die Scharbacher Chöre in diesem Jahr ihre „Scharbock“-Aufführung betitelt, nachdem es vor zwei Jahren um „Musicals“ gegangen war. Im Jubiläumsjahr gab es einen bunten Streifzug durch die Musikgeschichte, der passenderweise mit „Music“ von John Miles eröffnet wurde. Dieser pompöse Klassiker aus über 100 Kehlen von gemischtem Chor und Chor: Das hat was. Martin Steffan, der den gemischten Chor leitet, kann aber nicht nur dirigieren. Der Tenor schmetterte danach Pavarottis „O sole mio“ eindrucksvoll von der Bühne.

Ob es nun ein Medley der Comedian Harmonists war, die Mimi ohne Krimi ins Bett sollte oder der „Wind of Change“ der Scorpions zusammen mit dem Kinderchor durch den Saal hallte: Quer durch alle Zeiten und Musikrichtungen ging die Reise der Chöre. Die wurden von einer hochkarätigen Band unterstützt: Michael Hubert (Drums), David Kirchner (Gitarre) und Nicholas Neumüller (Bass) erlern(t)en ihr Handwerk an der Popakademie Mannheim, während Keyboarder Achim Essig ein Urgestein der Odenwälder Musikszene ist.

Was wäre der Gesang ohne die Technik? Mit dem aus Wald-Michelbach stammenden Max Koch, der mittlerweile als Regie-Assistent bei den Bregenzer oder Bad Hersfelder Festspielen tätig ist, hat ein kreativer Kopf die Konzeption übernommen. Eine bewegliche, transparente Stoffwand, ein Hebebühnen-Podest und vor allem die eindrucksvolle Lasershow machten den musikalischen Eindruck erst zu einem stimmigen Gesamtpaket.

Heiß war es schon zu Beginn, noch heißer wurde es nach der Pause. „Celebration“ und „Sing Halleluja“ eröffnen einen fulminanten zweiten Set. Robbie Williams‘ „Let me entertain you“ sieht Dirigentin Hoffmann-Rettig nach einem Konfetti-Regen der überdimensionalen Geburtstagstorte entsteigen, während sich der Chor zu Höchstleistungen aufschwingt. Bei „Proud Mary“ rockt sie mit Sopranistin Doris Steffan-Wagner die Bühne, dass Tina Turner vor Staunen der Mund offen stehen bleiben würde. Alles natürlich mit dem vielstimmigen Chor im Hintergrund, der den Songs eine ganz besondere Klangfülle verleiht.

Die „Jungs“, der von Hoffmann-Rettig geleitete Kinderchor, huldigen mit „TNT“ AC/DC – eine gute Gelegenheit für Gitarrist David Kirchner, seine Fertigkeiten auf den sechs Saiten zu zeigen. „Titanium“ vom Jungen Chor, „Malaguena“ mit Solistin Corina Tatzel oder „Mama Loo“ mit den jungen Solisten Beni und Vincent bereiten den Boden für ein mächtiges „Walking on Sunshine“ von Kathrina and the Waves, nach dem keiner gehen wollte. Noch mehr Schweiß floss bei nicht enden wollenden Zugaberufen und Klatschorgien.

Die Resonanz war überwältigend: „Der Chor ist ein Aushängeschild im Kreis Bergstraße. Solch ein kleiner Ort und so eine große Show“, sagte Landrat Christian Engelhardt. Andere Sänger und Musiker zeigten sich begeistert: „Das ist toll, was die auf die Beine stellen“, meinte Siggi Winkler aus Weiher von der Folk Band „Irish Voices“. Christof Klos, Vorsitzender des Gesangvereins Harmonie Ober-Schönmattenwag, sprach von einer „großen Klasse“ der Aufführung. Trotz der tropischen Temperaturen im Saal „war es ein großartiges Konzerterlebnis, das in unserer Region einmalig ist“, so Wald-Michelbachs Bürgermneister Sascha Weber. „Ich freue mich bereits jetzt schon sehr auf die Rückkehr des goldenen Scharbocks in zwei Jahren“, so der Rathauschef. „Brutal gut“ fasste es Jörg Rettig kurz und knapp zusammen.

Mer Bilder hier:

Scharbacher Chöre

Posted by Thomas Wilken on Sunday, June 10, 2018

 

Bei der „Night of the golden Scharbock“ in Affolterbach wirken renommierte Musiker aus der Region mit

Wenn die Scharbacher Chöre zur „Night of the golden Scharbock“ rufen, dann trommeln sie neben den Vereinsmitgliedern auch eine Vielzahl von Gästen zusammen, die für den Erfolg der Veranstaltung sorgen. Zum einen kommen aus dem Überwald stammende Künstler wieder hierher zurück, zum anderen bringen sich überregional erfolgreiche und tätige Musiker in das Projekt ein. Frederic Michel, Joachim Essig und Sascha Fischer sind drei solche Beispiele.

„Hits am laufenden Band“ heißt es bei der fünften „Night of the golden Scharbock“. Die veranstalten die Scharbacher Chöre gleich dreimal vom 8. bis 10. Juni in der Affolterbacher Peter-Heckmann-Halle. Im Jahr des 120. Vereinsjubiläums ist der Aufwand wie üblich riesig, den Zuschauern etwas Einmaliges zu bieten. Crescendo- und Kinderchor, „Jungs“, Solisten und Band: Um die 120 Mitwirkenden werden jedes Mal auf der Bühne stehen.

Für die musikalische Umsetzung ist der aus Affolterbach stammende und in Mannheim wohnende Frederic Michel zuständig. Der Schlagzeuger kann zwar selbst nicht mitspielen, weil er mit der Sängerin „Lea“ auf Tour ist, koordiniert aber die Band-Arbeit. Für ihn sitzt Michael Hubert an den Drums. Achim Essig spielt Keyboard, David Kirchner Gitarre und Nicholas Neumüller Bass.

„Das ist mein Heimatdörfchen“, meint Michel augenzwinkernd. „Ich freue mich sehr, wenn ich dieses Projekt unterstützen kann.“ Als Berufsmusiker ist er ständig auf Tour und genießt es dann, ein wenig in der eigenen Gemeinde aktiv sein zu können. Wenn ein Laienchor „mit großem Engagement und Herzblut an ein solches Vorhaben geht“, ist das jede Ehre wert, betont er.

Den Profis „hängt irgendwie immer das Business im Nacken“, sagt Michel. Dagegen laufen die Proben mit der großen Scharbock-Familie sehr entspannt ab. Die musikalische Leiterin Susanne Hoffmann-Rettig erarbeitet mit dem Chor eine Liste an Songs, die in Frage kommen. „Die gehen wir dann zusammen durch, streichen vielleicht auch was und arrangieren bei Bedarf.“ Die Band versucht die Stücke dann so umzusetzen, dass sie den Belangen des Chors entsprechen.

Der 27-Jährige kennt seine Mitmusiker schon lange: Mit Kirchner und Neumüller studierte er gemeinsam in Mannheim an der Popakademie. Mit dem Wahl-Wahlener Achim Essig spielt Michel seit sieben Jahren in einer Gala-Band zusammen. Nach dem Abi am Überwald-Gymnasium verschlug es ihn für kurze Zeit an die Musikhochschule Hamburg, ehe er dann 2013 an der Popakademie startete.

Aus dem benachbarten Wahlen kommt Sascha Fischer, der nicht nur singt, sondern gemeinsam mit Martine Rüdinger die Veranstaltung auch moderiert. Der 29-Jährige hat sich schon früh seine Sporen als Sänger verdient: Zuerst mit der legendären Überwald-Coverband Nero, jetzt ist er mit den nicht minder erfolgreichen „Xtreme“ unterwegs. Die Kombination wie bei der Scharbock-Night mit Solosänger, Chor und Band „habe ich noch nie gemacht“, sagt er.

„Susanne hat es super vorbereitet“, zollt er Hoffmann-Rettig viel Lob. Auf diese Weise habe er problemlos reingefunden. Für Fischer ist es „immer wieder spannend, einmal etwas anderes zu machen“. In diesem Sinne hat er neben der Rock-Coverband auch eine eigene Schlagerrevue am Theater Frankenthal am Laufen. „Das ist eine coole Gemeinschaft“, sagt der Student der Bildungswissenschaften an der PH Heidelberg über die Scharbacher Chöre. Ihn beeindrucken Idealismus und Durchhaltevermögen. „Die wollen das unbedingt machen und ziehen es durch“, meint er bewundernd.

Achim Essig freut sich, dass die Aufführung dieses Jahr bei ihm terminlich passte. Die Scharbock-Termine „sind eine Institution in der Region“, weist er auf die große Bekanntheit hin. „Suse hat damit eine Lawine losgetreten“, sagt Essig. In dem Projekt „ist viel positive Energie drin“. Für ihn ist es schön, das große Engagement der Chormitglieder zu beobachten, die sich absolut reinhängen.

Das Klavierspielen wurde Achim Essig quasi in die Wiege gelegt. Mit vier Jahren hatte er seinen ersten Unterricht und arbeitet seit Ende der 70er Jahre als Profi-Musiker. Der gebürtige Mannheimer ist mit seiner eigenen Band „Transatlantic“ unterwegs, arbeitet in seiner Gala-Band mit Sascha Fischer zusammen, begleitete in früheren Jahren bereits auch so namhafte Künstler wie Bill Ramsey oder Karel Gott.

Info: Night of the Golden Scharbock Vol. 5, Thema „Hits am laufenden Band“, 8. bis 10. Juni, Beginn Freitag/Samstag 19.30 Uhr, Sonntag 18 Uhr, Peter-Heckmann-Halle in Affolterbach, Vorverkauf: Sparkasse Wald-Michelbach, Metzgerei Müller Affolterbach, Gemeindeverwaltung Hammelbach, Kurverwaltung Gras-Ellenbach, Tickethotline 06207/3452. Samstag ausverkauft.

„Friends live“ begeisterte bei der Affolterbacher Kerwe 500 Fans bis tief in die Nacht

Der Titelverteidiger hatte wieder die Nase vorn:  „Auf geht’s ihr Blauen“ holte aufs Neue den Titel beim vierten Menschen-Kicker-Turnier anlässlich der Affolterbacher Kerwe. „Stoanisch United“, der Sieger von 2016, zog im Finale der Kürzeren und musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Immerhin, denn im Jahr zuvor hatte es nicht einmal dafür gereicht. Die SCA Ultras, vereinigt mit den „Blue Boys Affolterbach“, 2017 noch auf Platz 2, holten dieses Mal die Bronzemedaille.

Drei Mal griff eine Kerwejugend ins Geschehen ein: aus Affolterbach, Wahlen und Scharbach. „Schobbepetzer“, „Team Snake“, „Druff un de wärrer“, FC Saufhemden oder FC Dauerdicht lauteten die weiteren illustren Namen der teilnehmenden Mannschaften. Die Dauerdichten wollten dieses Mal unbedingt ins Finale kommen und stellten deshalb sogar zwei Teams. Aber vergebens: die anderen Mannschaften waren besser.

Das Turnier veranstaltete der SVA am Samstagnachmittag anlässlich der Kerwe. Der Andrang und der Spaß waren groß: 18 Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Torwart kämpften über fünf Stunden lang im überdimensionalen Tippkicker-Feld um den Titel des Kerwemeisters. Eine Riesengaudi für alle Beteiligten, die sich immer noch großer Beliebtheit von Weinheim über Abtsteinach und Wald-Michelbach bis nach Wahlen erfreut.

Das Kicker-Turnier, 2015 Jahr das erste Mal durchgeführt, habe – neben den Konzerten – „den besten Zuspruch unserer Kerwe-Attraktionen“, freute sich Jörg Rettig vom SV-Förderverein. Auf dem Sportplatz war es richtig voll. Mannschaften und Zaungäste hatten bei tollem Wetter viel Spaß. Zwei Mal fünf und zwei Mal vier Mannschaften in je zwei vier Gruppen standen sich je sieben Minuten in der Vorrunde gegenüber. Die Finalrunde lief nach dem bewährten K.o.-Prinzip ab.

Am Abend zuvor hatte die Coverpartyband „Friends live“ für ein Kerwe-Highlight gesorgt. 500 Fans in der Peter-Heckmann-Halle feierten eine heiße und lange Party bis in den frühen Morgen. Das eher jüngere Publikum kam erst zu späterer Stunde zahlreich in die Halle, aber zum Schluss hin war wirklich jeder in Bewegung. „Ich bin um halb vier nach Hause und da haben die immer noch gespielt“, lachte Rettig. Um 7 Uhr war dann Kehraus. Vom Anfang bis zum Ende war die Peter-Heckmann-Halle voll.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Vitor Lopes Ramos aus Portugal brachte südländisches Flair ins Programm. Latinsongs brachten die Gäste ins Urlaubsfeeling. Dennis Bergsch und Katrin Reinhold sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Wetter oder Schlager.

Thomas Höflein (Gitarre), Joe Zenk (Bass), Florian Jöchner (Keyboard), Helder Lopes Ramos (Drums) waren für die treibenden Rhythmen zuständig. Ob es nun „Highway to hell“  von AC/DC war, „Westerland“ von den Ärzten oder „Dangerous“ von David Guetta: Diese Stücke hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie Songs von den Pitbull, Jan Delay, Robbie Williams oder Nena. Zusammen mit Stücken von Ed Sheeran („I see fire“), Linkin Park („In the end“) oder Bon Jovi („It’s my  life“) der beste Mix, um die Gäste bei Laune zu halten.

Der SV war sehr zufrieden mit dem Abend. Denn mit „Friends live“ hatte man die Truppe erstmals für die Kerwe verpflichtet. Zuvor hatte die Band nur vor etlichen Jahren einmal beim traditionellen Konzert zwischen den Jahren gespielt. Es herrschte „eine super Stimmung“ – wie bereits an den anderen Kerwetagen, die für die Veranstalter ebenfalls mehr als gut liefen.

Zum Relaxen machte sich am Abend Strandfeeling breit. Der SVA hatte eine Beachbar aufgebaut, an der es leckere selbst gemixte Cocktails gab. DJ Richy aus Fahrenbach legte viele Hits auf, sodass keine Langeweile aufkam. Bei herrlichem Frühlingswetter wurde es wieder ein langer Abend mit südlichem Feeling.

Der anfängliche Kerwegottesdienst mit Pfarrerin Tabea Graichen in der Gustav-Adolf-Kirche war sehr gut besucht. Er hatte Elia und die Ortsgemeinschaft zum Thema. In seinem Rahmen wurden auch sechs Konfirmanden eingeführt. Die Kerwekids wussten einige lustige Begebenheiten aus dem Ort. Danach zogen die Kinder und Jugendlichen durch den Ort und  machten sich auf die Suche nach der Kerwe. Die wurde dann am Salzberg ausgegraben.  In der Halle feierte die lustige Schar weiter.     (Foto: Friendslive-Fanpage)

Immer noch fehlen beim OWK Affolterbach die Vorstandsmitglieder

So langsam wird’s eng. Seit Jahren mahnt OWK-Vorsitzender Hansjörg Heimburger, dass die Vorstandsarbeit auf mehr Schultern verteilt werden muss. Seit Jahren tut sich aber nichts. Im vergangenen Jahr setzte er dann eine Frist von 36 Monaten, nach der sich mehr Aktive gefunden haben müssen, damit es weitergeht. Auf der aktuellen Versammlung im „Lamm“ konnte Heimburger aber keine Besserung für die Ortsgruppe des Odenwaldklubs vermelden.

„Der OWK kann nur dann überleben, wenn sich kurzfristig etwas ändert“, zitierte sich der Vorsitzende selbst aus seinem letztjährigen Bericht. Eben nur wenn in Affolterbach Akzeptanz und Bereitschaft da seien, an den Aktivitäten teilzunehmen und auch die Führung des Vereins zu übernehmen. In den kommenden drei Jahren würden die Weichen gestellt, meinte er damals. „Eines ist schon vorbei“, so Heimburger jetzt. Da in der Vergangenheit jegliche Bemühungen gescheitert sind, „droht nach der laufenden Wahlperiode der Kollaps des Vereins“. Für die Nachwahlen im Bereich Kommunikation und Wanderwarte habe sich trotz intensiver Bemühungen niemand zur Kandidatur bereit erklärt.

Schriftführerin Marion Höhn sagte, dass sich der Mitgliederstand zum Jahresende 2017 auf 153 Personen belief. Es gab sechs Neueintritte, zwei Sterbefälle und neun Austritte. 2018 konnte man bereits zwei Neueintritte verzeichnen. Hüttenwart Markus Höhn bedauerte, dass das „Ostereier-Werfen“ durch das schlechte Wetter ziemlich ins Wasser fiel. Beim Hüttenfest waren Resonanz und Stimmung hervorragend, freute er sich jedoch. Etwa 400 Gäste genossen einen wunderschönen entspannten Tag in idyllischer Umgebung und wurden kulinarisch sehr gut versorgt.

Bereits im Vorfeld wurden bei zwei Arbeitseinsätzen die Schutzhütte (Erneuerung des Schutzanstriches, Dachreinigung) sowie die Außenanlage (Reinigung, Mäharbeiten) gepflegt. Beim Adventsmarkt war der OWK mit einer Hütte und Verpflegung sowie selbstgemachten Plätzchen, Stollen und Pralinen vertreten.

Naturschutzwart Peter Assig erwähnte Pflege und Umgestaltung des Platzes rund um die Rainer-Türk-Hütte unter naturkundlichen Aspekten. Zielsetzung war, geeignete Bäume, Büsche, Sträucher und Hecken anzupflanzen, Nistmöglichkeiten anzubieten, um den vor dem Aussterben bedrohten Insekten/Wildbienen eine Nahrungsgrundlage zum Überleben zu bieten. Außerdem stand die Verschönerung des Bereichs als Entspannungs- und Rastmöglichkeit für Wanderer im Mittelpunkt.

Hansjörg Heimburger trug in Vertretung den Bericht von Schatzmeisterin Renate Sattler den Kassenbericht vor. 2017 war wieder ein positives Jahr, vermeldete er. Karl Heldmann und Reinhold Sattler führten die Kassenprüfung durch und bestätigten die vorgelegten Dokumentationen. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig.

Die Homepage ist Heimburger zufolge die wichtigste Informationsquelle für Mitglieder, Freunde und Gastwanderer. Im Nachgang werden die Wanderungen in der Bildergalerie zum Nacherleben für die Daheimgebliebenen nachbearbeitet. Neben dem Bereich Kommunikation betreut Heimburger kommissarisch auch den Wanderwart-Posten.

2017 wurden insgesamt 32 (Vorjahr 38) Aktivitäten mit 733 (950) Teilnehmern durchgeführt, erläuterte er hier. Sechs Halbtages-, 18 Tageswanderungen, 5 Extra-Touren, je eine Mehrtages-, Rad- und Motorradtour standen auf dem Programm. Die Mehrtagestour mit 34 Mitgliedern fand in der Osteifel statt.

80 Mitglieder nahmen an den OWK-Aktivitäten mindestens einmal teil. 42 Teilnehmer erreichten die Mindestpunktzahl von zehn Punkten. Die notwendigen 200 Kilometer fürs Deutsche Wanderabzeichen erreichten 16 Mitglieder, die höchste km-Zahl in 2017 betrug 363. In seinem Bericht als Vorsitzender hob Hansjörg Heimburger das Hüttenfest besonders hervor. „Es war wieder ein rundum erfolgreiches, abwechslungsreiches, arbeitsreiches Jahr mit vielen Höhepunkten“, bilanzierte er.

Für den turnusmäßig ausscheidenden Rechnungsprüfer Karl Heldmann wurde einstimmig Heinz Trautmann gewählt. Hermann Filip, Tromm-Bezirksvorsitzenden des Odenwaldklubs, übermittelte Grüße und wünschte ein gutes Gelingen bei der Umsetzung des neuen Wanderplans und bei den vielfältigen Aktivitäten der Ortsgruppe.

 

 

Ehrungen OWK Affolterbach

55 Jahre Gertrud Michel, 25 Jahre Ute Gölz, zehn Jahre Heide und Manfred Haneke, Agnes Heilmann, Olga und Helmut Kabel,   Wolfgang Krause, Dieter Luley, Karl-Theo Reichert, Jürgen Schelhaas, Marlene und Winfried Schröder,            Monika und Helmut Zander

SV Affolterbach will sich in der Fußball-B-Liga nach hinten absichern

Eine gesicherte Runde wollte der SV Affolterbach in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B spielen. „Das ist bisher nicht so ganz gelungen“, meint Spielausschussvorsitzender Helmut Sattler in der Rückschau. Zwar steht der SVA auf dem zehnten Platz eigentlich im Mittelfeld, nach unten hin ist die Luft zu den Abstiegsplätzen aber nur drei Zählerchen dünn. Andererseits klafft nach oben zu Platz 8 hin schon eine Elf-Punkte-Lücke, die in der Rückrunde nur schwer zu schließen sein wird. Deshalb ist auch das Machbare realistisches Ziel für die Saison: Platz 10 behaupten oder noch zu Rang 9 aufschließen.

Der schmale Kader machte es in der Vorrunde manchmal nicht einfach, eine schlagkräftige Elf auf den Platz zu bekommen. Da im Team einige Schichtarbeiter und Studenten aktiv sind, klappte es auch nicht immer mit einer konstanten Trainingsbeteiligung, bedauert Sattler. „Aber die Arbeit geht halt vor.“ Jedoch: Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, weiß er. Trainer Pavel Karas und sein Co Sven Hufler wissen die Jungs zu motivieren und „halten sie gut bei Laune“, schmunzelt er. „Wir haben volles Vertrauen in unser Trainerteam und in die Mannschaft und sind zuversichtlich, die Klasse zu halten“, betont der Spielausschussvorsitzende.

In der Rückrunde will man die Fehler des vergangenen Jahres möglichst ausmerzen. „Wir haben einige unnötige Dinger kassiert“, kritisiert Sattler. Das geschah vor allem deshalb, weil der SV in der Vorwärtsbewegung hinten nicht mehr sicher stand und damit für Tore anfällig war. „Das Umschalten muss besser funktionieren“, sagt er. Deshalb wird in den Vorbereitungen Wert drauf gelegt, „dass es hinten nicht mehr so oft rappelt“.

Das soll es dagegen vorn, im gegnerischen Tor, umso mehr. „Mit German Weigel können wir einen Neuzugang vermelden“, freut sich Helmut Sattler. Der Stürmer wechselt vom SV Fürth zum SVA und wird die Elf in der Offensive verstärken. „Mit ihm bekommen wir einen technisch versierten Spieler, der sicherlich unser Spiel nach vorne belebt“, hofft er.

Denn der Verlust von Jannik Müller, der vergangenen Sommer den Überwald in Richtung seiner Heimat in Nordhessen verließ, schmerzte im Sturm. Da die Begegnungen in der Vorrunde immer relativ knapp waren, will der Verein mit der neuen Offensivkraft so manches Ding drehen können. Allerdings wohl noch nicht gegen B-Liga-Überflieger SG Unter-Abtsteinach, bei dem die Nachholpartie am 18. Februar ansteht. „Das ist für eher ein Vorbereitungsspiel“, schmunzelt Sattler angesichts der Heimstärke des Tabellenführers. Wobei: In der wegen Schnee abgebrochenen Begegnung am Hardberg schlug sich der SVA damals sehr gut und verließ beim Stand von 1:1 den Platz.

Ernst wird es dann am 25. Februar beim SC Rodau. Der ist mit seinen 17 Zählern einen Platz hinter den Affolterbachern ein direkter Konkurrent. „Hier müssen wir zumindest einen Punkt mitnehmen“, weiß Sattler um die Brisanz der Begegnung. Im März stehen dann noch zwei weitere Spiele gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel an, die darüber entscheiden können, wohin sich der Blick der Karas-Elf im Frühjahr richten wird. „Da sich, wie man hört, der SV Fürth verstärkt hat, gibt es im Keller eine ganz enge Kiste“, befürchtet der Spielausschuss-Vorsitzende.

Der zehnte Tabellenplatz täuscht nämlich etwas. Denn der SVA hat nur 18 Punkte und damit lediglich drei Punkte Vorsprung auf Relegations- und gleichzeitig direkten Abstiegsrang. Da nur Olympia Lampertheim auf dem neunten Platz noch punktemäßig greifbar ist, müssen die Überwälder alles tun, um sich nach hinten abzusichern. Dazu zählen gewonnene Begegnungen gegen direkte Konkurrenten. Die Planungen für die neue Saison 2018/19 laufen zwar bereits, aber hier gibt es noch nichts Spruchreifes.

Die Vorbereitung des SVA startete. Geplant sind drei Vorbereitungsspiele, wovon eines zuhause gegen den A-Ligisten aus dem Odenwaldkreis, die SG Rothenberg, bereits fix ist. Turniere werden keine gespielt. Als kleiner Verein hat der SVA Sattler zufolge ganz andere, schwierigere Voraussetzungen als größere Teams, die noch eine zweite Mannschaft aufstellen können. „Wir wollen das Optimale herausholen“, sagt der Spielausschuss-Vorsitzende deshalb.