Verein Bushido Wald-Michelbach richtete internationales Karateturnier aus

Schnelligkeit sowie die absolute Beherrschung von Geist und Körper: Diese Attribute machen für Bundestrainer Klaus Bitsch die Faszination beim Kampfsport Karate aus. Dazu kommt noch trotz des „Draufhauens“, wie es der 54-Jährige schmunzelnd etwas plastisch ausdrückt, „der Respekt vor dem Gegner“. Beim „U21-Randori“ waren in der Großraumhalle 600 Starter aus 21 Nationen am Start, um sich für Europa- und Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Von den Mitgliedern seines Nationalkaders ist Bitsch überzeugt. „Da gibt es keine Überraschungen“, sagt er. „Wer sein Niveau mal hat, der hält es auch.“ Neben den Deutschen schätzt er auch  die Ungarn und Dänen als ziemlich starke Karate-Nationen ein. Allerdings laufen die Kämpfe im Modus jeder gegen jeden ab, weshalb alles möglich ist. „Es gibt 45 Finalkämpfe“, betont der Bundestrainer. In den verschiedenen (Alters-)Klassen ist somit alles offen. „Das wird ganz schön hart“, weiß er.

Klaus Bitsch wohnt zwar seit 27 Jahren nicht mehr im Odenwald, ist aber mit seinem Ourewällerisch selbst nach langer Zeit in Thüringen sofort als solcher zu erkennen. Er stammt aus Breitenwiesen, einem kleinen, zu Lautertal gehörenden Weiler. Das Turnier in Wald-Michelbach bezeichnet er als etwas Besonderes, da es das größte seiner Art in Deutschland ist. Es gibt noch ein weiteres im Westerwald und dann natürlich die Deutschen Meisterschaften, erläutert er.

„Alle, die in Deutschland im Karate eine Rolle spielen“, sind seinen Worten zufolge im Überwald am Start. Als Trainer „sieht er jeden gegen jeden kämpfen“, sagt Bitsch. Gerade die Konkurrenz mit anderen Nationen ist interessant. Die Creme de la Creme zwischen sieben und 21 Jahren ist hier am Start. Selbst die kleinsten Pimpfe haben die Bewegungen und Schreie schon voll drauf. Einer, der schon in den vorherigen Turnieren für Aufsehen sorgte, ist Mohamed Özdemir. Den nahm der Bundestrainer bereits bei früheren Teilnahmen in Wald-Michelbach in Augenschein. „Der ist jetzt so gut wie im Nationalkader“, weist er auf das große Talent des Kämpfers hin.

Markus Emmerich und den Helfern des Vereins Bushido ist es zu verdanken, dass das internationale Turnier nach dem Auftakt 2011 wieder einmal in Wald-Michelbach stattfand. Zwischendurch waren auch Mörlenbach und Rimbach dran.  Zur Eröffnung dieses besonderen Sportereignisses kamen auch Bürgermeister Sascha Weber und Landrat Christian Engelhardt vorbei. Grußworte entbot außerdem der Vizepräsident des deutschen Karateverbands, Falk Neumann.

Für den Verein mit seinen 50 Mitgliedern ist die Ausrichtung inzwischen fast Routine. Im ersten Jahr waren es noch 350 Starter, in Mörlenbach zwischenzeitlich 500, 2017 zählte man sogar 670 Teilnehmer. Unterstützung gibt’s von den befreundeten Vereinen in Mörlenbach, Rimbach, Viernheim und Birkenau, die bei der Organisation rund ums Turnier kräftig mit anpacken und die Verpflegung schmeißen.

Um das Sportliche kümmert sich Klaus Bitsch mit seinen Leuten. Island, Nepal, Saudi-Arabien oder Ägypten lauten unter anderem die Herkunftsländer der jungen Sportler. Die Internationalität zeigt sich auch am Stimmengewirr rund um das Verpflegungszelt. Luxemburg, Litauen, Polen, Frankreich, Schweiz oder Österreich sind andere Teilnehmerstaaten. „Ein solches breites Starterfeld findet man in Wald-Michelbach sonst bei Sportveranstaltungen nicht“, zeigt sich Emmerich stolz. „Sogar einer aus Hawaii war schon dabei.“ Denn das internationale Turnier des deutschen Karateverbands dient ja der Quali der Jugendlichen für EM und WM in Tokio im kommenden Jahr.

Für ihn ist es genau diese Internationalität, die das Besondere ausmacht. „Wir haben hier eine ganz tolle Atmosphäre“, schwärmt er.  Zusammen mit Eltern und Betreuern finden sich um die 1000 Besucher vor Ort ein. „Für uns als Verein eine große Leistung“, betont Emmerich. Was bedeutet, dass Hotels und Pensionen im Umkreis restlos ausgebucht sind. Aber die Erfahrung  macht es eben.  Samstagabend gab es die Übertragung des Pokalendspiels als weiteres Highlight.

Randori (japanisch wörtlich: das Chaos nehmen) ist eine Übungsform des Kampfes im Budō, den japanischen Kampfkünsten. Sinngemäß steht dabei der Übungskampf Randori dem Shiai − dem eigentlichen Wettkampf − gegenüber. Beim Randori geht es nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum die zuvor erlernten Techniken im Fluss des Kampfes anwenden zu lernen.

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Irish-Folk-Band Dhalias-Lane kommt am 1. Juni erstmals ins Hoftheater Tromm

Darauf haben die Gäste des Hoftheaters Tromm und Freunde des Irish Folk lange gewartet: Dhalias-Lane, eine der ersten Adressen in Sachen Irish und Celtic Folk in Deutschland, kommen auf Einladung des Hoftheaters erstmals in die Kulturscheune des Höhendorfes. Am Freitag, 1. Juni, geht es dort um 20 Uhr los. Vielen Fans ist die Band noch unter dem Namen „Wild Silk“ in guter Erinnerung. Auch heute sind mit Berk Demiray (Gitarre) und Rainer Burgmer (Flöten) noch zwei Musiker der Stammbesetzung mit an Bord.

So wundert es auch nicht, dass Dhalias-Lane neuerdings wieder viele alte Wild-Silk-Stücke im Gepäck haben, auf die sich die Fans besonders freuen dürfen. Der Zauber der keltischen Musik mit seinen traumhaften Balladen und mitreißenden Tänzen verschmilzt mit gefühlvollen Eigenkompositionen, orientalischen und mittelalterlichen Elementen sowie südländischen Einflüssen zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk, das an Ausdruck und Intensität Maßstäbe setzt und die Menschen begeistert.

Mit mehr als 1400 bundesweit gegebenen Konzerten, zahlreichen Auftritten in Funk und Fernsehen sowie sieben produzierten CDs gehören Dhalias-Lane zu einer der renommiertesten und beständigsten Gruppen dieses Genres hierzulande. Mit ihrer „Teufelsgeigerin“, der Musikpädagogin Bozena Woitasky, und Berk Demiray, der zu einem der besten Gitarristen der keltischen Musikrichtung zählt, wird die sympathische Gruppe auf der Tromm für Gänsehaut-Stimmung sorgen und die Gäste auf eine beeindruckende musikalische Reise entführen.

Anti-Windkraft-Bürgerinitiativen bleiben weiterhin am Ball

Wind ging zwar keiner, wie schon der Name „Schwachwindfest“ nahelegte. Aber leider gab es dafür umso mehr (nicht vorhergesagten) Regen, als die Windkraftgegner zum Grillfest an der Ober-Abtsteinacher Grillhütte eingeladen hatten. Doch zum Glück hatten die Organisatoren vorgesorgt und einige zusätzliche Zelte aufgestellt, sodass die Bürger bei Gegrilltem und Getränken gemütlich beisammen sitzen konnte. Dabei entwickelten sich dann etliche Informations- und Diskussionsgespräche.

„Wir wollen die Menschen aus dem Überwald mitnehmen“, erläuterte Udo Bergfeld die Motivation zur Veranstaltung. Es heiße oft, dass die Windkraft ganze Dörfer in zwei Lager teile. Die wolle man mit dem Fest wieder an einen Tisch bringen. Es gehe darum Brücken zu bauen, über das Thema zu reden und Informationen auszutauschen. „Wir wollen keine Zweiteilung“, betonte er.

Veranstaltet wurde das Fest vom Verein Naturschutz und Gesundheit Südlicher Odenwald in Zusammenarbeit mit den BIs Gegenwind Siedelsbrunn und Ulfenbachtal. Der Name ist dabei Programm: „Wir leben in einer Schwachwindzone“, verdeutlichte Bergfeld. In der aber trotzdem aufgrund der staatlichen Subventionen Windräder in die Landschaft zementiert werden.

Die BI wollten ihre Sicht der Dinge darstellen und damit dazu beitragen, dass die Bürger nicht nur einseitig mit den entsprechenden Infos versorgt werden, erläuterte er. Deshalb konnte man auf der Wiese auch Einblick in einen Teil der Dokumentation rund um die Entwicklung am „Stillfüssel“ nehmen.

Anhand der vielen Bilder könne man sich jetzt eventuell vorstellen, was beim Bau der Anlage alles vor sich ging, so Bergfeld. „Viele kennen den Stillfüssel in dieser Form vielleicht noch nicht‘“, meinte er. Außerdem ging es natürlich in den Gesprächen um die aktuellen Verfahren. Ganz konkret um den Widerspruch der BI gegen den Stillfüssel-Sofortvollzug, der vom Verwaltungsgericht Kassel abgelehnt worden war, wogegen die BI nun Einspruch einlegten.

„Wir sind in Revision gegangen“, erläuterte Stephan Hördt. Sollte man damit erfolgreich sein, „stehen hier fünf Schwarzbauten“, deutete er auf den gegenüber liegenden Höhenrücken. Bei dieser Klage gegen den Betrieb rechnet man mit einer Entscheidung im Laufe dieses Jahres. Die Hauptklage gegen das komplette Projekte vor allem aus naturschutzrechtlichen Gründen (Stichwort Schwarzstorch und Uhu) steht allerdings noch aus. „Die Entscheidung dürfte wohl noch zwei oder drei Jahre dauern“, meinte Hördt.

„Die Entega nutzt den Windpark auf eigenes Risiko“, verdeutlichte Bergfeld. Sollte die Klage der BI erfolgreich sein, kämen bei einem Rückbau keine Kosten auf die Gemeinde zu, betonte er. Die Aktivisten wollten beim Fest weiter darauf hinweisen, „dass es nicht mit fünf Anlagen getan ist“. Schon jetzt stehen am Kalhberg und am Greiner Eck weitere. Käme der Regionalplan zum Tragen, „werden noch viel mehr kommen“, warnte Hördt.

Wie Bergfeld ergänzte, „sollen die Leute begreifen, dass alles noch am Laufen ist“.  Auch die Anlagen auf dem Kahlberg seien gerichtlich noch nicht endgültig bestätigt. Deshalb werden die Donnerstagsdemos in Wald-Michelbach fortgesetzt. Die kommende am 24. Mai findet genau ein Jahr nach dem Start der Demonstrationen statt. Aktive der Bürgerinitiativen kümmerten sich beim Fest um das Wohl der Gäste, während auf der Bühne die Band „Ofos“ (Old farts on stage) bekannte Songs spielte

Für Bergfeld ist eindeutig: „Wir sprechen uns ganz klar gegen die dort projektieren Anlagen aus.“ Würde der Regionalplan 1:1 umgesetzt, wären sieben Prozent der Odenwaldfläche mit Windrädern zugepflastert. „Die gehören hier nicht her“, sagte er. Das Gebiet sei in sich ein Naturpark und diene den Menschen zur Naherholung. In Deutschland gebe es bereits 30.000 Windräder. Damit sei man bei den Erneuerbaren Energien am Limit angekommen, mehr lasse sich gar nicht nutzen. „Wir müssen bereits jetzt Strom ins Ausland abfließen lassen“, kritisierte er.

Schon jetzt zeigen sich laut Bergfeld die negativen Begleiterscheinungen der fünf Windräder auf dem Stillfüssel. Die Menschen in Siedelsbrunn und Schönmattenwag klagten über Schallbeschwerden durch die ständigen Rotorengeräusche. „Man kann sich nicht mehr auf den Balkon setzen“, verdeutlichte er.

Info: 44. Donnerstagsdemo gegen Windkraft in Wald-Michelbach am 24. Mai, 18 Uhr, Start Ecke Schul- und Ludwigstraße

 

„Friends live“ begeisterte bei der Affolterbacher Kerwe 500 Fans bis tief in die Nacht

Der Titelverteidiger hatte wieder die Nase vorn:  „Auf geht’s ihr Blauen“ holte aufs Neue den Titel beim vierten Menschen-Kicker-Turnier anlässlich der Affolterbacher Kerwe. „Stoanisch United“, der Sieger von 2016, zog im Finale der Kürzeren und musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Immerhin, denn im Jahr zuvor hatte es nicht einmal dafür gereicht. Die SCA Ultras, vereinigt mit den „Blue Boys Affolterbach“, 2017 noch auf Platz 2, holten dieses Mal die Bronzemedaille.

Drei Mal griff eine Kerwejugend ins Geschehen ein: aus Affolterbach, Wahlen und Scharbach. „Schobbepetzer“, „Team Snake“, „Druff un de wärrer“, FC Saufhemden oder FC Dauerdicht lauteten die weiteren illustren Namen der teilnehmenden Mannschaften. Die Dauerdichten wollten dieses Mal unbedingt ins Finale kommen und stellten deshalb sogar zwei Teams. Aber vergebens: die anderen Mannschaften waren besser.

Das Turnier veranstaltete der SVA am Samstagnachmittag anlässlich der Kerwe. Der Andrang und der Spaß waren groß: 18 Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Torwart kämpften über fünf Stunden lang im überdimensionalen Tippkicker-Feld um den Titel des Kerwemeisters. Eine Riesengaudi für alle Beteiligten, die sich immer noch großer Beliebtheit von Weinheim über Abtsteinach und Wald-Michelbach bis nach Wahlen erfreut.

Das Kicker-Turnier, 2015 Jahr das erste Mal durchgeführt, habe – neben den Konzerten – „den besten Zuspruch unserer Kerwe-Attraktionen“, freute sich Jörg Rettig vom SV-Förderverein. Auf dem Sportplatz war es richtig voll. Mannschaften und Zaungäste hatten bei tollem Wetter viel Spaß. Zwei Mal fünf und zwei Mal vier Mannschaften in je zwei vier Gruppen standen sich je sieben Minuten in der Vorrunde gegenüber. Die Finalrunde lief nach dem bewährten K.o.-Prinzip ab.

Am Abend zuvor hatte die Coverpartyband „Friends live“ für ein Kerwe-Highlight gesorgt. 500 Fans in der Peter-Heckmann-Halle feierten eine heiße und lange Party bis in den frühen Morgen. Das eher jüngere Publikum kam erst zu späterer Stunde zahlreich in die Halle, aber zum Schluss hin war wirklich jeder in Bewegung. „Ich bin um halb vier nach Hause und da haben die immer noch gespielt“, lachte Rettig. Um 7 Uhr war dann Kehraus. Vom Anfang bis zum Ende war die Peter-Heckmann-Halle voll.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Vitor Lopes Ramos aus Portugal brachte südländisches Flair ins Programm. Latinsongs brachten die Gäste ins Urlaubsfeeling. Dennis Bergsch und Katrin Reinhold sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Wetter oder Schlager.

Thomas Höflein (Gitarre), Joe Zenk (Bass), Florian Jöchner (Keyboard), Helder Lopes Ramos (Drums) waren für die treibenden Rhythmen zuständig. Ob es nun „Highway to hell“  von AC/DC war, „Westerland“ von den Ärzten oder „Dangerous“ von David Guetta: Diese Stücke hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie Songs von den Pitbull, Jan Delay, Robbie Williams oder Nena. Zusammen mit Stücken von Ed Sheeran („I see fire“), Linkin Park („In the end“) oder Bon Jovi („It’s my  life“) der beste Mix, um die Gäste bei Laune zu halten.

Der SV war sehr zufrieden mit dem Abend. Denn mit „Friends live“ hatte man die Truppe erstmals für die Kerwe verpflichtet. Zuvor hatte die Band nur vor etlichen Jahren einmal beim traditionellen Konzert zwischen den Jahren gespielt. Es herrschte „eine super Stimmung“ – wie bereits an den anderen Kerwetagen, die für die Veranstalter ebenfalls mehr als gut liefen.

Zum Relaxen machte sich am Abend Strandfeeling breit. Der SVA hatte eine Beachbar aufgebaut, an der es leckere selbst gemixte Cocktails gab. DJ Richy aus Fahrenbach legte viele Hits auf, sodass keine Langeweile aufkam. Bei herrlichem Frühlingswetter wurde es wieder ein langer Abend mit südlichem Feeling.

Der anfängliche Kerwegottesdienst mit Pfarrerin Tabea Graichen in der Gustav-Adolf-Kirche war sehr gut besucht. Er hatte Elia und die Ortsgemeinschaft zum Thema. In seinem Rahmen wurden auch sechs Konfirmanden eingeführt. Die Kerwekids wussten einige lustige Begebenheiten aus dem Ort. Danach zogen die Kinder und Jugendlichen durch den Ort und  machten sich auf die Suche nach der Kerwe. Die wurde dann am Salzberg ausgegraben.  In der Halle feierte die lustige Schar weiter.     (Foto: Friendslive-Fanpage)

Wald-Michelbacher Feuerwehr besuchte französische Delegiertenversammlung

Eine Delegation der Wald-Michelbacher Brandschützer war vor kurzem zu Gast beim 112. Congrès Départementale des Sapeurs Pompiers, der Bezirksversammlung der Feuerwehren de la Marne. Dieser wurde dieses Jahr in der französischen Partnerstadt Montmirail ausgerichtet. Pünktlich traf man nach einer Abfahrt in den frühen Morgenstanden gegen Mittag in Frankreich ein. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung und einer kleinen Stärkung stand schon der erste Programmpunkt eines langen Tages an.

Zunächst wurde die Delegiertenversammlung besucht, bevor sich alle Teilnehmer im Hof des Schlosses von Montmirail einfanden, das eine einzigartige und beeindruckende Kulisse für die sich nun anschließende Verleihung von Auszeichnungen und Ehrenzeichen darstellte. Für die Wald-Michelbacher war es eine besondere Ehre, zusammen mit den französischen Kameradinnen und Kameraden anzutreten, um diese Ehrungszeremonie aktiv zu begleiten.

Es wohnten außerdem etwa 150 Nachwuchsfeuerwehrmänner dieser Veranstaltung bei. Wenn ihnen auch die aufkommende Hitze unter ihren Helmen und Uniformen etwas zu schaffen machen schien, meisterten sie ihre Aufgabe mit Stolz und Bravour und taten es somit den „Großen“ gleich.  Im Anschluss setzte sich der Umzug mit Feuerwehrfahrzeugen aus der gesamten Region und etwa 400 Feuerwehrleuten in Bewegung.

Da das Wetter prächtig mitspielte, fanden sich am Straßenrand und in den Cafés zahlreiche Bürger Montmirails ein, um dieser beeindruckenden Präsentation der Feuerwehren beizuwohnen und zahlreichen Applaus zu spenden. Vor allem  für die „Kleinen“, die den Feuerwehrfahrzeugen immer wieder begeistert die Hände entgegenstreckten, war dies ein besonderes Erlebnis. Ziel des Umzuges war das „Denkmal der Verstorbenen“, wo unter den Klängen  der „Marseillaise“ durch den Präfekt de la Marne, Denis Conus, und den Bürgermeister von Montmirail, Étienne Dhuicq, mehrere Blumengebinde niedergelegt wurden.

Im direkten Anschluss lud die Stadt die teilnehmenden Wehren und die Bevölkerung zu einem  Umtrunk ein. Hier gab es die Gelegenheit, Dankesworte an die Versammlung und die vielen Ehrengäste zu richten. Gemeindebrandinspektor Peter Capuani bedankte für die Einladung zu dieser Veranstaltung und erinnerte daran, dass vor bald 50 Jahre Menschen aus Montmirail und Wald-Michelbach eine Freundschaft per Vertrag besiegelten.

„Eine Freundschaft zwischen Ländern und Staaten kann es nicht geben, wenn sie nicht durch Freundschaften zwischen Menschen getragen wird“, sagte Capuani weiter. Gleichzeitig brachte er seine Freude zum Ausdruck,  viele Kameraden der Partnerwehr schon in wenigen Monaten in Wald-Michelbach wiederzusehen. Eine entsprechende Einladung wurde ausgesprochen.

Im Anschluss ging man  zum geselligen Teil der Veranstaltung über. Im „Salle des Fêtes“ saß man bei bester Unterhaltung, Tanz und Musik noch lange zusammen, um einen tollen und sehr beindruckenden Tag kameradschaftlich ausklingen und noch einmal Revue passieren zu lassen. Ein  Besuchers dieser Veranstaltung zog folgendes Resümee: „Herrliches Wetter, eine tolle Leistung, ein schöner Umzug, interessante Reden, kurzum: ein Erfolg in jeder Hinsicht.“ Dem hatten die Mitgereisten nichts hinzuzufügen.

Kuchen und Brote sind beim Wald-Michelbacher Backtag ruckzuck verkauft

Wenn Heimat- und Museumsverein zusammen mit den Überwälder Landfrauen zum Backtag am Einhaus einlädt, dann kann er sich der gewaltigen Resonanz sicher sein. Am Samstagmorgen gab es ein ähnliches Bild wie bei vergangenen Terminen. Natursauerteigbrot und Riwwelkuchen (mit Rhabarber) wurden den Verkäuferinnen aus den Händen gerissen. 36 Kilo Brot gingen innerhalb  von fünf Minuten über die Theke.

Vorsitzender Gundolf Reh kümmerte sich um den Steinofen und zauberte schon am Freitagabend weitere 36 wohlschmeckende Laib Sauerteigbrot aus ihm hervor. Die gingen schon beim Start der ersten Nachtwächterführung von Theo Reichert, aber noch mehr am Samstagvormittag weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Als die Brote draußen waren, kamen drei große Bleche mit Riwwelkuchen und Rhabarbar rein. Da man eine größere Gruppe erwartete, kamen dieses Mal sogar noch zwei kleinere Bleche dazu. Auch die waren schon kurz nach dem Mittag komplett geputzt. Die Landfrauen hatten ihn wie üblich eigenhändig nach altem Rezept zubereitet und belegt.

Für den Teig waren Anita Jäger und Cäcilia Weihrauch zuständig. Sechs Kilo Mehl verarbeiteten sie nach einem alten Rezept von Lore Walter. Den Rhabarber putzte und schnitt Herta Walter. Helga Klos kümmerte sich um die Streusel. Mit weiteren zwei Helferinnen, Waltraud Schafhauser und Adelheid Staat, stemmten sich die Landfrauen schließlich dem Ansturm entgegen, der sofort einsetzte, als der Ofen geöffnet wurde. Auch Draisinenfahrer schauten wieder vorbei.

Zu den Zweipfündern werden selbstgemachte Marmeladen, aber auch Kochkäse nach einem eigenen Rezept angeboten, sodass sich das Sauerteigbrot gleich vor Ort genießen lässt. Der Kuchenteig ist selbst gemacht. Dazu wird dann um halb 6 aufgestanden und losgelegt. Die „Schlange quer über den Platz“ zeigt, wie begehrt das Backen auf traditionelle Art und Weise ist. „Was früher als Kuchenrezept gang und gäbe war“, wird heute von den Landfrauen je nach Jahreszeit frisch belegt und bei 170 Grad gebacken.

Die „tollen Rezepte“ stammen aus dem Backbuch „Walters Hefeteig“. In ihm hat die Wald-Michelbacherin Lore Walter Rezepte aus früheren Jahrhunderten zusammengefasst. Die – der Name sagt es schon – sich immer um den Hefeteig und seine wohlschmeckende Verarbeitung drehen. Dass die Rezepte auch in heutiger Zeit ankommen, macht der reißende Absatz deutlich.

Für Gundolf Reh hatte der Wochenend-Einsatz bereits am Freitagnachmittag begonnen. Um 14.15 Uhr hatte er den Ofen am Backhaus erstmals angeworfen und mit Holz befeuert. Bis auf 330 Grad heizt er sich beim Einschießen hoch, um sich dann innerhalb einer Stunde wieder auf 220 Grad abzukühlen. Drei Stunden dauert es, bis das Holz verbrannt und die Glut entstanden ist. Dann geht es daran, alles auszuräumen und zu putzen.

Eine Stunde sind die 36 Laib Brot im Ofen, ehe sie dann von Reh im Schweiße seines Angesichts rausgeholt werden. Am Samstagmorgen dann das gleiche Spiel. Um 7.15 Uhr ging es für den Vereinsvorsitzenden los. Die Sauerteigbrote kann man auch ohne Probleme zuhause machen. Benötigt wird nur der Natursauerteig zum Ansetzen, den man entweder in der Apotheke bekommt – oder bei Bäcker Lipp wie die Akteure des Backtags. Die Brote bestehen aus 90 Prozent Roggen und zehn Prozent Weizen. „Das Besondere daran ist die dicke Kruste“, erläutert er. Sie entsteht durchs Backen bei diesen hohen Temperaturen und sorgt dafür, dass die Brote länger frisch bleiben.

Die fest installierte Bank war am Samstag mit Ausflüglern ständig besetzt. Viele ließen es sich bei frischem Brot mit Kochkäse oder Marmelade sowie einem Stück leckeren Kuchen gut gehen und genossen die Gastfreundschaft der Landfrauen, die dazu auch Kaffee ausschenkten. Die vorbereiteten Bierbankgarnituren reichten für den Ansturm kaum aus.

Bereits am Freitagabend hatte sich eine große Gruppe von Gästen eingefunden. Während die Nachtwächterführung etwas schwächer aus sonst besetzt war, saßen umso mehr Besucher am wärmenden Backhaus. „Wir haben vier Laibe aufgeschnitten“, meinte Reh. Bestimmt um die 30 Leute machten es sich bis kurz vor Mitternacht gemütlich. Als dann Theo Reichert mit den Gästen seiner Nachwächterführung zurückkam, rutschte man direkt vor dem Ofen zusammen. „Ich habe die Klappe aufgemacht und dann war es mollig warm“, lachte Gundolf Reh.

Endlich mal wieder mehr Blutspender in Wald-Michelbach

Endlich mal wieder ein Aufwärtstrend. Seit September vergangenen Jahres war die Zahl der Blutspender bei den Aktionen der örtlichen DRK-Bereitschaft kontinuierlich nach unten gegangen. Jetzt wurde der Abwärtstendenz gestoppt und sogar kräftig umgekehrt. 87 Spender, davon vier das erste Mal, fanden den Weg in die Mensa der Eugen-Bachmann-Halle. Diese gute Zahl hatte sich schon zur „Halbzeit“ kurz nach 18 Uhr angekündigt, als bereits 50 Bürger vorbeigekommen waren.
„Das ist um einiges besser“, freute sich Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard über die höhere Spenderzahl. Denn im September 2017 fanden nur noch 82 Blutspender den Weg in die Mensa. Im Dezember waren es sogar nur noch 76, im Februar als Negativrekord 69. Der Schnitt ist eigentlich um die 100. Früher, vor ein paar Jahren, kamen noch 130 bis 140 Bürger vorbei, erinnert man sich beim DRK wehmütig.
Wer in früheren Jahren anfing, Blut zu spenden, bleibt in der Regel dabei. Wolfgang Wojcik ist so ein gutes Beispiel. Der wurde jetzt ausgezeichnet, weil er bereits zum 100. Mal einen halben Liter seines Lebenssaftes für andere gab. Gemeindebrandinspektor Peter Capuani ist davon noch acht Spenden entfernt, er war jetzt das 91. Mal dabei. „Die 100 schaffe ich wohl auch im nächsten Jahr noch nicht“, meinte er.
Bereits dreistellig sind auch Klaus Sieber mit 109 oder Rudi Sattler mit 124. Auf den wartet das nächste Mal eine besondere Ehrung, denn die 125 schafft nicht jeder. Außer er heißt vielleicht Georg Maurer aus Affolterbach, der mit seinen 138 Blutspenden schon stramm auf die 150 zugeht. Oder Winfried Schmitt aus Beerfelden, der bereits 130 Mal sein Blut gab.
Altbürgermeister Joachim Kunkel ist als Politrentner wieder ein häufigerer Gast. Denn früher schaffte er es nicht immer zum Blutspenden. Zu oft riefen die beruflichen Pflichten. Gerade im Dezember fiel der Termin aufgrund des Sitzungsmarathons oftmals aus. „Ich habe in der Bundeswehr damit angefangen“, erzählte er. „Blutkonserven werden immer gebraucht“, betont Kunkel. Von ihm gab es jetzt zum 70. Mal eine.
Georg Korfant sieht sich als Feuerwehrmann in einer gewissen Pflicht, anderen mit einer Blutspende zu helfen. „Der Bedarf ist doch immer gegeben“, sagt er, der jetzt zum 29. Mal bei einem Termin war. Der SG-Mann Hans-Georg Hering ist mit seinen 90 Spenden ebenso ein alter Hase wie Rudolf Siefert, der bereits auf 93 kommt. Der hat seinen Sohn Sebastian dazu animiert, der aktuell das vierte Mal bei einem Termin war. Auch Roswitha Ritter spendete schon 90 Mal.
Das ständige Kommen und Gehen setzte sich bis in den Abend hinein fort. Für zehnmalige Spende wurden Wolfgang Jöst, Sandra Beck und Eva Loseke geehrt, auf 65 brachte es Ria Schork, auf 107 Klaus Seils, 90 Mal spendeten Roland Kreuzig und Walter Franz: Die Blutspende lebt also ganz eindeutig von den vielen Mehrfachstspendern, für die es ein Dienst am Nächsten ist, sich regelmäßig einen halben Liter abzapfen zu lassen.
Zwei Ärzte, Mitarbeiter des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen und um die zehn Helferinnen des örtlichen DRK kümmerten sich um die Menschen, die freiwillig ihren Lebenssaft für andere geben. Als Dankeschön gab’s danach eine Tafel Schokolade und ein kräftigendes Essen. Wie Reinhard sagte, herrsche immer großer Bedarf an Blutkonserven, unabhängig von der Jahreszeit. „Neuspender sind immer willkommen.“ tom

Info: Wer Interesse an einer Mitarbeit im DRK-Ortsverband hat, kann sich bei Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard unter Telefon 0160/6777827 oder E-Mail reinhard.iris@online.de melden. Sie betreut auch die Jugendgruppe, bei der weitere interessierte Heranwachsende ebenfalls sehr gerne gesehen werden.