Blick hinter Polizei- und Feuerwehrkulissen

Polizei und Feuerwehr im Fokus: Im Rahmen der Sommertour besuchten Mitglieder des SPD-Ortsvereins sowie von Fraktion und Gemeindevorstand die beiden Hilfsorganisationen. Polizeihauptkommissar Thomas Schneiderheinze erläuterte den Sozialdemokraten die Arbeit der Polizei neben dem alten Unter-Wald-Michelbacher Bahnhof. Im Überwald, so sein Fazit, gebe es lange nicht so viel Kriminalität wie in den Städten.

Er warnte vor dem sogenannten Enkeltrick, bei dem sich Betrüger als Verwandte von älteren Mitbürgern ausgeben und diesen eine Notsituation vorgaukeln, um Geld zu erschwindeln. Da auf dem Land mehr Senioren lebten, habe man es hier immer wieder mit solchen Fällen zu tun. Der Beamte riet dazu, im Zweifelsfall lieber bei der Polizei anzurufen und nach Rat zu fragen.

Die Internet-Kriminalität spielt in Wald-Michelbach nur eine untergeordnete Rolle, informierte er die SPD-Besucher. Zusammen mit der allgemein guten Sicherheitslage im Odenwald fasste Schneiderheinze zusammen: „Man lebt hier ganz gut.“ Ein großes Augenmerk legen die Polizisten auf die Bekämpfung der Raserei, egal ob durch Auto- oder Motorradfahrer. Wobei der Polizeichef versucht, „mit den Leuten ins Gespräch zu kommen“.

Schneiderheinze lobte beim Rundgang durch die Polizeistation die gute Zusammenarbeit im Team. Ihn freute es, dass im Gegensatz zur Stadt die Uniformierten auf dem Land weiter als „Freund und Helfer“ wahrgenommen wurden und keine Anfeindungen erlebten. Bürgermeister und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dr. Sascha Weber, Fraktionschef Sven Wingerter und die Landtagsabgeordnete Karin Hartmann freuten sich, dass der Termin kurzfristig zustande gekommen war.

Weiter ging es danach zur Feuerwehr. Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani führte die Besucher durch die neue Feuerwache an der Ludwigstraße, erläuterten Gebäude und Fahrzeuge. Es sei mit Blick auf die Tageseinsatzstärke wichtig, sagte er, dass immer genug Wehrleute vor Ort tätig sind. Allerdings gehe die Tendenz dazu, dass immer mehr auswärts arbeiten. Aktuell zeigte sich der GBI aber mit der Personalstärke zufrieden.

Capuani hadert immer noch damit, dass der GW-Strahlenspürtrupp zu Jahresbeginn aus Wald-Michelbach ins Ried abgezogen wurde. Diese Maßnahme ist für ihn unsinnig, weil es dort nun drei davon gebe. Der GBI stellte daneben den SPD-Mitgliedern vor, welche Gerätschaften und Fahrzeuge im Ort gebraucht werden. Hier sei man gut aufgestellt, meine er.

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Äskulapnattern werden zur Landplage

Der Fluch der guten Tat: Die Die Äskulapnatter steht als bedrohte Schlangenart auf der roten Liste. Deshalb gibt es im Kreis Bergstraße seit 2009 ein Artenhilfsprogramm zusammen mit der ehrenamtlichen AG Äskulapnatter. Das Ergebnis: Die Tiere fühlen sich nun im Ulfenbachtal sehr wohl und vermehren sich wie verrückt. Ein Lied davon singen können die Flockenbusch-Bewohner. Dort gibt es diesen Sommer eine Nattern-Invasion. Die Viecher entwickeln sich zur Landplage.

Ortsbeirätin Martina Tavaglione thematisierte das Geschlängel auf der vergangenen Sitzung. Sie wohnt selbst im Flockenbusch und ist täglich mit den Tieren konfrontiert, die sie nicht nur in großer Zahl im Garten antrifft, sondern auch in Keller und Wohnzimmer. „Wer holt mir ein zwei Meter langes Vieh da raus“, meint sie. Denn auch wenn die Würgetiere ungiftig sind, beißen können sie trotzdem kräftig.

„Die Schlangen dringen immer mehr in den Lebensraum der Menschen ein“, beobachtet sie. Die Nattern werden ihrer Kenntnis nach bis zu 30 Jahre alt. Durch die günstigen Bedingungen ohne natürliche Feinde vermehrten sie sich in den vergangenen zehn Jahren extrem und gewöhnten sich parallel an die Menschen, „sodass sie sich nicht mehr vor uns fürchten“. Wenn sich die Tiere bedroht fühlen, „fauchen sie und gehen vielleicht sogar zum Angriff über“, weiß Tavaglione.

Im Flockenbusch finden die Äskulapnattern, vom Neckartal kommend, ideale Bedingungen vor. Denn die meisten Häuser sind nach Südwesten zur wärmenden Sonne ausgerichtet. Quellen vom Berg sorgen immer für eine gewisse Bodenfeuchte. Die heutigen Gebäude stehen oft auf den Resten von alten Bauernhäusern mit Sandstein-Fundamenten. „Die Tiere können herrlich in den Ritzen wohnen“, schildert die Ortsbeirätin.

Die Gärten sind ihrer Beobachtung nach nur noch partiell nutzbar, weil die schlängelnden Freunde an ganz vielen Stellen einfach im Gras herumliegen und nicht einmal Angst vor Hunden haben. „Draußen wäre es gerade noch erträglich“, so Tavaglione. Aber: „Sie suchen immer mehr den Weg in die Wohnungen“, sind unterm Esszimmertisch anzutreffen oder überwintern im Keller. „Das ist nicht mehr lustig.“ Dazu kommt: Die Tiere stehen unter Naturschutz. Man kann sie nicht einfach so umsiedeln, geschweige denn ihnen zu Leibe rücken.

Tavaglione sieht die Bürger bei diesem Thema auch ein Stück weit allein gelassen. Denn einerseits fördert der Kreis die Ansiedlung, andererseits bietet er keine Unterstützung an, wenn durch eine immer größere Population Probleme entstehen. In Australien etwa „kann man telefonisch Schlangenfänger ordern“, schildert sie. „Bei uns gibt es aber niemanden, den ich kontaktieren kann.“ Sie versuchte ihr Glück bereits bei allen möglichen Stellen.

Man will die Verbreitung der Schlangen fördern, aber die kriechen dann in bewohntes Gebiet und verschrecken die Leute, kritisiert sie. „Das kann nicht sein.“ Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben, die Bevölkerung zu schützen, fragte die Ortsbeirätin: „Wenn man schon ihrer Verbreitung Vorschub leistet.“ Sie sieht den Kreis dabei in der Pflicht, da er die Vermehrung unterstützt.

Laut dem Kreisbeigeordneten Karsten Krug, in dessen Bereich das Thema Naturschutz fällt, ist eine Informationsveranstaltung vor Ort angedacht, die zur Aufklärung beitragen und zum Umgang mit Äskulapnattern informieren soll. Sollten sie in Wohngebäuden gefunden werden, bittet er darum, Fotos zu machen und per E-Mail zuzusenden (buero.krug@kreis-bergstrasse.de). „Damit können wir zunächst überprüfen, ob es sich tatsächlich um diese Tierart handelt.“

Seitens des Kreises ist weiter angedacht, interessierte Bürger zu Beratern auszubilden, damit diese bei einem Fund vor Ort tatkräftige Unterstützung leisten können. Er äußerte sein Verständnis darüber, „dass es keinesfalls ein angenehmer Umstand ist, wenn eine Schlange in der eigenen Wohnung gefunden wird“.

Es gibt nur vier kleine Vorkommen der Äskulapnatter in Deutschland. Eines davon ist im südlichsten Kreis Bergstraße, im hessischen Neckartal. In Hessen gibt es ein zweites bei Wiesbaden. Dazu kommen noch zwei in Südostbayern bei Burghausen und Passau. Der Bestand ist mehr als stabil. Die Helfer gehen von mehreren tausend Tieren im Odenwald aus. An die 100.000 Euro investierte der Kreis in den vergangenen Jahren.

Von der AG wurden seit 2010 im Kerngebiet etwa 80 Eiablageplätze angelegt. Dazu wurden verschiedene Materialien wie Sägespäne und Pferdemist verwendet. Seit das Projekt intensiv läuft, sind an die 200 Gelege dokumentiert. Jede Äskulapnatter legt zwischen acht und zwölf Eiern. Aus 1650 Eiern schlüpften 1432 Schlangen, war der Stand vor zwei Jahren.

Äskulapnatter

Benannt wurde die Schlange nach dem griechischen Gott Asklepios, um dessen Stab sich eine solche Natter wand. Der Äskulapstab ist heute noch das Symbol der Heilberufe. Gefährdet ist sie durch den Verlust an Lebensräumen, so durch die Verbuschung von offenen, besonnten Biotopen oder durch Siedlungserweiterungen. Typische Lebensräume sind Wiesenhänge und Streuobstflächen mit guten Versteckmöglichkeiten wie Trockenmauern oder Holzstapel.

Die Pflege der bestehenden, aber oft zugewachsenen Biotope hat einen großen Anteil am Kreis-Projekt. Darüber hinaus wird mit der Neuanlage von Habitatstrukturen eine Verbesserung der örtlichen Lebens- und Fortpflanzungsstrukturen erreicht. Damit einher geht ein intensives Monitoring.

Die Natter ist für den Menschen ungefährlich. Die eher dünnleibige Würgeschlange ernährt sich vor allem von Kleinsäugern wie Mäusen und Eidechsen, aber auch von Vögeln, die sie aufgrund ihrer hervorragenden Kletterfähigkeit auch in Bäumen erreichen kann. Ihre Oberseite ist braun gefärbt, die Unterseite meist hellgelb. Von der Ringelnatter kann man die erwachsene Äskulapnatter durch das Fehlen der auffälligen hellgelben Flecke am Kopfende unterscheiden.

Die Grund- ist jetzt Ganztagsschule

Ratten tummeln sich nicht nur im Ort, sie machten auch mit ihrem Heißhunger auf Abwasserleitungen die Grundschule Schimmeldewog für ein halbes Jahr zur Baustelle. Wie Ortsbeirätin Martina Tavaglione informierte, sind die angefressenen Räume seit Ende vergangener Woche wieder nutzbar, sodass dem Schuljahresbeginn am Montag nichts mehr im Weg stand. Die Sanierung durch den Kreis Bergstraße dauerte länger als gedacht, sodass Schüler und Lehrer bis zu Ferien in die Provisorien ausweichen musste.

Nicht nur die Räume sind jetzt wieder neu, auch das Schulkonzept erfuhr einen grundlegenden Wandel: Die Grund- ist jetzt Ganztagsschule. „Es ging auch darum, konkurrenzfähig zu bleiben“, erläuterte Tavaglione. Denn der Bedarf und die Nachfrage nach einer Ganztagsbetreuung hatten in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Träger ist der Verein Purzel aus Fürth, Start soll an diesem Mittwoch sein.

In der Zeit von 7.45 bis 14.45 Uhr finden Unterricht und Betreuung kostenlos statt. Was darüber hinaus bis 16 Uhr geht, ist kostenpflichtig. Ein Mittagsessen schlägt mit vier Euro zu Buche, so die Ortsbeirätin. Es soll Ruhepausen geben, Hausaufgabenbetreuung, AGs wie die Bienen, Projekte, aber auch Vertiefung des vormittäglichen Unterrichts. Zwischen 30 und 40 Kinder sind aktuell für das kostenlose Nachmittagsangebot angemeldet, 20 davon für die restliche Zeit.

Im vergangenen Schuljahr zählte man 66 Erst- bis Viertklässler, wovon 19 auf weiterführende Schulen abgingen. 21 wurden neu angemeldet, neben den zwölf aus dem örtlichen Kindergarten auch neun von außerhalb, etwa Wald-Michelbach, Mengelbach oder Langenthal. Das belegt laut dem Lehrerkollegium die weiterhin bestehende große Nachfrage nach der in Schönmattenwag praktizierten Unterrichtsmethode mit Freiarbeit.

Ferienbetreuung ist an vier Wochen im Jahr geplant, sagte Tavaglione. Hier denkt man an eine Zusammenarbeit mit dem Kindergarten, um sie direkt vor Ort anbieten zu können. Denn die Betreuung ist in Schönmattenwag in der Regel nicht sehr stark besucht. Sonst müssten die Kinder vielleicht an andere Grundschulen in Wald-Michelbach ausweichen.

Auf der Ortsbeiratssitzung wurde daneben von Doris Falter der Saustall an der Neuwald-Schutzhütte angesprochen. Die liegt außerhalb von Ober-Schönmattenwag an der Straße Richtung Raubach und ist ein herrliches Plätzchen. Wenn sie nicht zugemüllt ist. Die Hütte ist von feiernden Jugendlichen stark frequentiert, weiß sie. Diese wurden vergangenes Jahr auch schon direkt angesprochen, doch für Ordnung zu sorgen. „Aber dieses Jahr gab’s schon wieder Sauerei.“

Falter ärgert vor allem die Masse an Zigarettenstummeln, die sich auf dem Waldboden wiederfinden. Und das neben dem Umweltaspekt in Zeiten hoher Waldbrandgefahr. „Wir haben gefühlt tausende eingesammelt“, schildert sie. Die Sache wurde bereits dem Ordnungsamt gemeldet. Man versuche es noch im Guten und hoffe auf Einsicht. Sie wie auch Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin ließen aber keinen Zweifel daran, dass am Ende auch eine Anzeige stehen könnte, die dann eine dicke Rechnung für die Beseitigung nach sich zieht. Denn: „Wir wissen, wer dafür verantwortlich ist.“

Max Koch: Jeder Tag hält spannende Herausforderungen bereit

Aus dem Überwald in die große Theaterwelt: Seine bisherige Regiekarriere führte den Wald-Michelbacher Max Koch jetzt auf den Posten des Spielleiters bei den Schlossfestspielen Ettlingen. Der 26-jährige Absolvent des Überwald-Gymnasiums arbeitete auch schon als Regieassistent bei den Tiroler Festspielen Erl und den Bregenzer Festspielen. Im kommenden Jahr kehrt er für die Regierarbeit beim „Goldenen Scharbock“ der Scharbacher Chöre in den Überwald zurück. Mit unserer Zeitung sprach er über die Herausforderungen in seinem Job, die Highlights und seine kommenden Vorhaben.

  • Herr Koch, was war für Sie die Motivation, die Theaterlaufbahn einzuschlagen?

Max Koch: Während meiner Oberstufenzeit habe ich erste intensive Einblicke ins Theater und in die Oper durch die Mitwirkung im Extrachor des Nationaltheaters Mannheim erhalten. Dazu kamen Regiehospitanzen dort und am Theater Heidelberg. Daraus entstand mein Wunsch, am Theater zu bleiben und Regie mit Schwerpunkt Musiktheater zu studieren. Das klappte in Hamburg, wo ich zuerst drei Jahre war. Dann unterbrach ich mein Studium, da ich merkte, dass mir der theoretische Unterbau fehlt. Deshalb habe ich ein weiteres, wissenschaftlich-theoretisches in Bayreuth begonnen und arbeite seitdem auch als freier Regieassistent und Regisseur.

  • Welche Aufführungen haben sie in der vergangenen Zeit bereits begleitet?

Koch: Als Regisseur habe ich unter anderem „Caliban“ von Moritz Eggert als deutsche und österreichische Erstaufführung am Stadttheater Rüsselsheim inszeniert. Dazu kamen das „Geisterschloss“ bei den Schlossfestspielen Ettlingen und „Birkenau 18/10“ am Staatstheater Nürnberg. Seit Anfang des Jahres bin ich zudem Spielleiter (künstlerische Gesamtorganisation) und Disponent bei den Schlossfestspielen Ettlingen in der Intendanz von Solvejg Bauer. Dadurch bin ich auch Teil der Festspielleitung.

  • Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, so oft an verschiedenen Orten tätig zu sein?

Koch: Unterschiedliche Orte kennenzulernen ist toll, aber auch sehr anstrengend. Ich bin in der Regel für eine Produktion nur sechs bis sieben Wochen vor Ort und muss mich immer wieder an neue Produktionssysteme sowie Gegebenheiten anpassen. Immer wieder neue Menschen kennenzulernen, ist jedoch auch ein großes Geschenk. Die Arbeits-Freundschaften halten oft über Jahre und man besucht sich immer gegenseitig. Natürlich entsteht dadurch ebenfalls ein großes Netzwerk aus Kontakten, aus dem ich schöpfen kann. Etwa dann, wenn ich mir meine Teams für eigene Produktionen zusammensuche.

  • Gibt es regionale Unterschiede bei der Resonanz durch die Besucher?

Koch: Die stelle ich eigentlich kaum fest. Es hängt eher mit der Art des Stücks zusammen, das ich inszeniere: Ist es ein szenischer Liederabend, eine Oper, eine musiktheatrale Umsetzung eines Oratoriums oder auch ein performativer Theaterparcours wie beim „Geisterschloss“ in Ettlingen? Man erreicht nie nur eine Publikumsschicht. Je nach Format kommen natürlich in erster Linie die Leute, die es auch interessiert. Und die Rückmeldungen sind in der Regel immer sehr positiv.

  • Was steht als nächstes an?

Koch: Nach der Spielzeit hier in Ettlingen, die bis 11. August dauert, bereite ich zusammen mit Intendantin Solvejg Bauer die nächste Spielzeit 2020 vor. Für das Stück „Rusalka“ (Regie: Florentine Klepper) bin ich erneut als Regieassistenz bei den Tiroler Festspielen Erl engagiert. Anschließend beginnen im Februar bereits die Proben für die kommende Saison in Ettlingen, in der ich auch zwei Produktionen inszenieren werde, zu denen ich aber noch nichts verraten darf (schmunzelt).

  • Was ist das Besondere an der Theaterarbeit?

Koch: Sie ist so unglaublich vielfältig. Jeder Tag ist anders und hält spannende, große Herausforderungen bereit – gerade als Teil einer Festspielleitung mit einer Verantwortung für mehrere hundert Menschen.

  • Gibt es eine Aufführung, bei der Sie mal mitwirken möchten?

Koch: Ich würde sehr gerne nochmal in Bregenz arbeiten und inszenieren. Ich habe ein paar kleine und große Träume für eine eigene Inszenierung: Ich würde unglaublich gerne mal „Werther“ von Jules Massenet, „Eugen Onegin“ von Peter Tschaikowsky, „Tosca“ von Giacomo Puccini und „Peter Grimes“ von Benjamin Britten machen. Aber das sind große Träume, die noch weit in der Zukunft liegen. Um als Regisseur am Stadttheater Fuß fassen zu können, muss man Anfang bis Mitte 30 sein, und selbst dann werden solche großen Stücke in der Regel auch noch nicht an einen herangetragen. Man braucht sehr viel Geduld, Glück und ein gutes Netzwerk. Das Theater ist ein knallhartes, aber auch wunderschönes Geschäft.

  • Welchem „großen“ Theaterregisseur würden Sie gerne mal einen Tag über die Schulter schauen?

Koch: Romeo Castellucci. Ich finde seine Arbeiten extrem spannend. Ich hatte in Hamburg das große Glück, einmal eine Produktion von ihm spielen zu dürfen: „La Passione“. Seitdem bin ich begeistert von seiner Ästhetik.

  • Zieht es Sie demnächst mal wieder in Überwald?

Koch: Privat zieht es mich immer mal wieder in die Heimat, wenn es die Zeit zulässt. Zum Glück ist Ettlingen nicht so weit von Wald-Michelbach entfernt. Und „beruflich“ sehen wir uns im kommenden Jahr wieder bei der „Night of the Golden Scharbock“ vom 8. bis 10. Mai 2020. (lacht).

  • Was beeindruckt Sie an dieser einheimischen Produktion?

Koch: Ich bin von der Gemeinschaft und der familiären Atmosphäre bei den Scharbacher Chören fasziniert. Jeder setzt sich absolut für den anderen ein. Alle packen gemeinsam an und jeder schafft dort, wo es ihm liegt. Das ist das Geheimnis des Erfolgs. Ich möchte mit der Aufführung ein Format etablieren, das mit konzertanter Musik anders umgeht. Zu jedem Song überlege ich mir eine szenische Umsetzung. Ich bediene die Musik visuell. Dieser hohe szenische Anteil hebt uns ab von den klassischen Chorkonzerten. Es soll eine Show daraus werden. Bei den Bühnenelementen mit Überraschungseffekten wird mit Videoprojektionen gearbeitet.

Max Koch, 26, machte sein Abitur am Überwald-Gymnasium Wald-Michelbach. Dort besuchte er bei der Opernsängerin und Leiterin der Scharbacher Crescendo-Chors, Susanne Hoffmann-Rettig, einen von Gesangsworkshop. In dessen Rahmen ging es auch ans Mannheimer Theater, was den Grundstein für seine Begeisterung für Gesang und Theater legte. Danach studierte Koch Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie an der Musiktheaterwissenschaft an der Universität Bayreuth bei Prof. Kordula Knaus und Prof. Anno Mungen. Ab 2013 übernahm er Regieassistenzen und -arbeiten, unter anderem bei den Tiroler Festspielen Erl, Schlossfestspielen Ettlingen, Staatstheater Nürnberg und den Bregenzer Festspielen. Bei der „Night of the Golden Scharbock“, die alle zwei Jahre von den Scharbacher Chören in der Peter-Heckmann-Halle Affolterbach veranstaltet wird, hat er zusammen mit Susanne Hoffmann-Rettig die künstlerische Gesamtleitung.

 

Es klappert die Heckenmühle am Ulfenbach

Die Ursprünge der Heckenmühle liegen irgendwo im geschichtlichen Dunkel. Die heutigen Besitzer, die Familie Schumacher, verorten ihre erste Nennung im Jahr 1654. Anderswo wird 1717 als Baujahr genannt. Wann es auch immer gewesen sein mag: Das Anwesen mit dem dominanten Mühlrad, das allerdings erst vor wenig mehr als zehn Jahren wieder instand gesetzt wurde, und früher auf Hartenroder Gemarkung gelegen, fällt von der Landesstraße her sofort ins Auge. Jedes Jahr ist das Anwesen bei der Überwälder Traumnacht ein beliebter Anlaufpunkt.

Der Mühlenplan von 1717 zeigt für den oberen Ulfenbach Ober-Aschbach und seine zwei Mühlen, so auch die (neue) Mühle in Hartenrod (Heckenmühle), ist in der Chronik „625 Jahre Aschbach im Odenwald“ zu lesen, die die Gemeinde Wald-Michelbach 1994 herausbrachte. Wieder in einem anderen Dokument wird ihr erstmaliges Auftauchen als Hecknemühle 1735 in einem Taufeintrag des Kirchenbuchs aufgeführt.

Joachim Jänsch widmete der Heckenmühle im Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte, „gelurt“, einen Aufsatz. Zu Hartenrod gehörig, liege sie aber „völlig abseits der Strecke“ an der ehemaligen Nebenbahn Mörlenbach-Wahlen, schrieb er 1998. Der Schriftsteller Adam Karrillon habe sie unter anderen Namen mehrfach in seinen Werken erwähnt. Jänschs Vermutung ist, dass sie ihm sogar als Vorlage für seinen Roman „Die Mühle zu Husterloh“ (1920) diente.

Er sieht sie als „neue Mühl“ 1717 erstmals und 1735 mit eigenem Namen erwähnt. Gelegentlich taucht auch „nova mola“ auf. Da die Mühle nur eine geringe Bodenfläche von 869 qm hatte, ist ein Antrag von Leonhard Fischer (1749-1800) belegt, der ein Stück Ödland dazu pachten wollte. Das wurde ihm 1790 gewährt, weshalb es heute fünf Grenzsteine mit der Beschriftung 1790 CA und dem eingerillten Mainzer Rad am Fuße des Großen Meisenbergs auf Aschbacher Gemarkung gibt.

Wenn es schon so viele Unklarheiten um das Baujahr gibt, so ist die Liste der Müller seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert ziemlich vollständig. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das über ein paar Generationen die Familie Jäger. Vom Nachfahren des letzten Müllers Kurt, Wolfgang Jäger, kauften 2006 die Schumachers ihren Gebäudeteil. Die Nachfahren eines anderen Familienzweigs, der sich auf die Landwirtschaft konzentrierte, leben immer noch nebenan.

Das ursprüngliche Wasserrad wurde 1935 durch eine Turbine ersetzt, weiß Ute Schumacher. Der Mahlbetrieb wurde 1996 eingestellt. Nach dem Kauf 2006 nahmen die Schumachers zuerst die Wasserkraftanlage wieder in Betrieb. Dann wurden der Mühlgraben instand gesetzt, eine Fischtreppe gebaut und ein neues Wasserrad mit Generator zur Stromerzeugung installiert. Beim Wohnhaus, erst in den 1950er Jahren erbaut, achtete man im Zuge der Sanierung vor allem auf den energietechnisch neuesten Stand. Photovoltaik kam dazu.

Mit der Industrialisierung „begann das Mühlsterben“, erläutert Schumacher. Denn der Wasserkraftbetrieb konnte mit den elektrischen Motormühlen nicht mithalten. Das galt vor allem für die größeren Städte, wo die Elektrizität früher als auf dem Land verfügbar war. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es wieder ein Aufflackern, weil in den Städten vieles zerstört war. Doch dieses Intermezzo hielt nicht lange an.

In den 1960er Jahren, erzählt Ute Schumacher, gab es sogar Stilllegungsprämien, wenn jemand sein Wasserrecht zurückgab. „Wenn das erst einmal weg war, dann ist es ganz schwierig zu reaktivieren“, erklärt sie. Über Mühlen und Müller „gibt es viele Mythen“, hat die heutige Besitzerin festgestellt. „Die waren den Leuten früher unheimlich“, weil die Gebäude außerhalb lagen.

Dazu kam, dass es sich im ausgehenden Mittelalter oft um Pachtmühlen handelte. Die Bürger mussten dort ihr Getreide mahlen und der Müller den Zehnten für die Lehnsherren einbehalten. Die Bevölkerung verstand diese Kombination früher nicht, so Schumacher. „Die dachten, der Müller haut sie übers Ohr.“ Deshalb galt dieser Beruf auch als unehrlich.

Eine kleine funktionierende Mühle „ist in der heutigen Zeit schon eine Herausforderung“, schildert sie. Es geht nicht nur um die Technik, auch ums Lebensmittelrecht und das Kaufmännische. Dazu kommt die körperlich schwere Arbeit. Der Mahlvorgang läuft auch heutzutage noch wie früher ab: Das Getreide wird aufgeschüttet, in der ersten Reinigungsstufe kommen Aspirateur und Rüttler mit verschiedenen Sieben zum Einsatz. Ein Magnet zieht die Metallteilchen raus.

In die Trommeln mit kleinen Schäufelchen passt genau ein Getreidekorn. Fremdsaaten werden so ausgesiebt. Dann geht’s in die Schälmaschine. Etliche weitere Schritte folgen, die Schumacher bei einem Mühlenrundgang anhand der Gerätschaften erläutert. Sie erzählt dabei auch über Walzenstühle, wovon einer noch bewundert werden kann.

Technische Daten Wasserrad:

Durchmesser drei Meter, Breite zwei Meter, Fallhöhe 2,8 Meter, Wassermenge 600 ‚Liter/Sekunde, maximale Leistung elf kW, Jahresertrag etwa 45.000 kWh

Photovoltaik: Fläche 145 qm, Leistung 18 kWp, Jahresertrag etwa 15.000 kWh. Inselanlage: Fläche 48 qm, Leistung 6 kWp, Jahresertrag etwa 42000 kWh

Pyromantiker lassen nichts anbrennen

Die Wiese oberhalb des Hoftheaters wird an diesem Abend zum großen feurigen Bauernhof mit Garten. Die Pyromantiker aus Berlin, Marlis Hirche und Oliver Dassing, haben ihn mit viel Liebe zum Detail gestaltet, um hier ein Feuerwerk abzubrennen. Nicht nur eines mit Raketen, sondern auch ein wortgewaltiges, in dem sich die beiden als Vadder und Mudder Schulten (mit Zwergenmasken) norddeutsch wie ein altes Ehepaar kabbeln, dass neben den Böllern auch die Pointen in einem fort zünden.

Sonnenblumen, Waschzuber, Milchkrüge, Kellen, Gartenzwerge, Laternen, Sonnenschirme und eine Kuh: Die beiden früheren Ensemblemitglieder des Kammertheaters Neubrandenburg waren den ganzen Nachmittag am Aufbauen. Denn fast jedem kleinen Teil kommt in ihrer Aufführung eine Bedeutung zu, als Vadder Schulten angeblich nur ein kleines Gartenfeuerwerk abbrennen will und damit aber mehr und mehr die Lunte zum Ärger seiner Frau legt.

Die ist als Sicherheitsbeauftragte eigentlich immer am Rennen, schleppt Wasser vom einen Ende zum anderen, ohne dem Mann jemals wirklich hinterher zu kommen. Köstlich der Versuch von Marlies Hirche, sich auf einen kleinen Zwergenstuhl zu platzieren. Slapstick pur. Wie auch Oliver Dassing immer wichtig über die Wiese schreitet, immer auf der Suche nach Brennbarem, und sich in Pose wirft, wenn was klappt.

Running Gag der beiden ist das Warten auf Angelika, die aber auf dem Hof nach den Eseln schauen muss („Können wir jetzt anfangen, Jürgen?). Daraus entwickelt sich inmitten einiger unfreiwilliger Mitwirkender wie zahlreichen Fledermäusen und einer Armada von Heuschrecken das Vorspiel zum bunt-leuchtendem Himmel, wie er bereits mit viel Geböller ein paar Minuten vorher aus Richtung Lindenfels vom Burgfest zu erahnen war.

Alles blitzt, funkelt, leuchtet. Ob’s der Gartenzaun ist, die Gießkanne Funken sprüht oder Oliver Dassing mit grünlichen Sensennebel als ebensolcher –mann über die Wiese schreitet: Die beiden Komödianten zelebrieren ein großes Schauspiel vor den Ahs und Ohs der Zuschauer, die beim einen oder anderen Knall heftig zusammenzucken. Das Ganze angereicht mit ein paar Geschlechterklischees und fertig ist ein 45-minütiges Schauspiel.

Pyro im Namen deutet daraufhin, dass viele der Aufführungen mit theatralisch eingesetzten pyrotechnischen Elementen arbeiten, was sich auf der Tromm bestens erleben ließ. Die Romantiker wiederum verweisen auf den Wesenszug in ihrer künstlerischen Arbeit, der an die Veränderung der Welt durch (Theater-)Kunst glaubt, der die Szene noch als einen Ort der Verwirklichung von Träumen und Sehnsüchten sieht.

Vadder Schulten ist eigentlich immer am Schrauben. Natürlich klappt nicht alles, was bei seiner Frau zu einigem Ärgernis führt. Kurzer Familienstreit und Versöhnung inklusive, wird kurzerhand die Kuh angebrannt, die sowieso aussieht, als wäre sie Gunther Hagens für seine Körperwelten in die Hände gefallen. Alles dient der Vorbereitung aufs große Finale: Wenn sich der Feuerregen auf die Wiese ergießt, die bunten Raketen in den Himmel schießen und die ganze Tromm im großen Feuerwerk den sommerlichen Abgesang erlebt.

Dem Mond einen musikalischen Kick versetzen

Ein wenig Wehmut klingt mit, als Trommer-Sommer-Mastermind Jürgen Flügge den letzten Act des 24. Veranstaltungsjahrs ansagt: die Frauenband „Kick La Luna“. Die hat an diesem Abend ein eher überschaubares Publikum, das aber umso begeisterter bei der Sache ist. Und das, obwohl an diesem Sonntag die Temperaturen nicht so schnell fallen wie sonst, es in der Mitte des Theaters-Dreiseithof nicht gleich in den Keller geht, sodass alle zu bibbern anfangen. Dafür sorgen auch die drei Frauen, die kräftig zum Mitsingen und –klatschen animieren.

Ein paar aus den Anfangsjahren „sind noch dabei“, meinte Flügge mit Blick in die Menge. Darüber freute er sich besonders, denn für den Trommer Sommer gibt es kein Abo, „wo man hingeht, weil man muss“, wie er schmunzelte. Sondern alle kommen freiwillig auf die Höhe. Deshalb galt den „Hardcore-Fans“ sein besonderer Dank. Gerade weil diese damit Kultur abseits des Mainstreams unterstützten, kleine Perlen, die man in dieser Form sonst nicht auf dem Land findet.

Flügge bedauerte, dass die Kultur in der hiesigen Region „noch nicht so sehr in den Menschen verankert ist“. Das zeigte für ihn auch die Diskussion am Vormittag mit Kulturmachern und politischen Entscheidungsträgern. Er ätzte, dass für Kanaldeckel und Sportplätze mehr Geld vorhanden sei. Das Trio „Kick La Luna“ machte jedenfalls noch einmal deutlich, was den Überwäldern ohne den Trommer Sommer an Kulturellem fehlen würde – wie auch der Rest des Wochenendes Veranstaltungen bot, die man sonst eher nicht zu sehen bekommt.

„Tanze aus der Reihe“ heißt der neueste Song der weiblichen Weltmusik-Band. Seit 1992 vermischen die Frauen Ethno-Funk, Bossa, Soul, A-Cappella-Perlen und pulsierende Rhythmen. Einen Querschnitt des bisherigen Schaffens gab es nun auf der Tromm. Die Texte und Kompositionen stehen für Vielfalt und ein friedvolles Miteinander, machen Mut, berühren, reißen mit und rütteln auf, sagen sie von sich selbst.

Großen Anteil daran hat Frontfrau Elke Voltz (Gitarre), die sich den Gesang mit Uli Pfeifer (Bass/Gitarre) teilt. Sie ist von Soul und Gospel geprägt, was auch deutlich in ihrer ausdrucksvollen, wandlungsfähigen Stimme zum Ausdruck kommt. Mit der dominiert sie die Songs, bekommt das eine oder andere Mal auch Zwischenapplaus, etwa wenn sie ohne jegliche Begleitung ein Stück anstimmt.

„Wir spielen eine Auswahl unserer Lieblingslieder“, hatte Voltz zu Beginn angekündigt. Dass die Spannbreite ziemlich weit sein würde, ergab sich von selbst. Ganz in Weiß gekleidet, waren zuerst die USA das Ziel der musikalischen Frauenreise – natürlich nicht ohne ein paar Seitenhiebe gegen den dortigen herrschenden Mann. Großteils sind die Stücke von „Kick la Luna“ selbst geschrieben. Und die wenigen gecoverten Ausnahmen hört man sonst auch nicht jeden Tag im Radio.

Etwa Uli Pfeifers Erfahrungen damit, oft unvernünftig entschieden zu haben und es super zu finden. Mit einer Stimme wie früher Sade gibt sie dem Song einen besonderen Klang. Wie sich überhaupt die beiden Frauen am Mikro sehr gut ergänzen: die eine dunkel, rauchig, sonor, die andere hell, soulig, mit viel Power drin.

Und dann noch Angela Frontera am Schlagzeug. Die ist ein kleines Energiebündel. Sie wuselt schon zu Beginn auf der Bühne herum, als sie verspätet ihr Schlagzeug zusammenschraubt und dann auch noch einen Stimmen-Soundcheck machen muss. Der funktioniert zur Belustigung des Publikums nur, wenn sie dazu die Schlagzeugstöcke in die Hand nimmt und den Takt klopft. Auch zwischendurch ist sie immer für ein paar Grimassen gut oder werkelt unbeobachtet hinter ihrem Drumset herum, während sich die anderen beiden unterhalten.

Die Anfänge der Band liegen in Frankfurt, als sich dort Elke Voltz, Uli Pfeifer und Anne Breick kennenlernen. Letztere ist zwar auf der Tromm nicht dabei, aber nach wie vor Teil der Gruppe. Die Chemie stimmte gleich trotz der unterschiedlichen Charaktere. Die beförderten eher die große Bandbreite an Songs und Stilarten. Lateinamerikanisch, afrikanisch, maorisch oder auch mal „ganz langweilig“ deutsch angehaucht sind die Stücke. Jazz, Funk, Gospel, Pop fließen zusammen.

Das ergibt einen eingängigen Mix aus Gute-Laune-Musik, der auch im Überwald bestens ankommt, wie der herzliche Beifall beweist. Südamerikanische Rhythmen entführen an den Trommer Strand, perlende Klänge machen spontan Lust auf „Ice in the sunshine“. Aber wer die Frauenband-Band kennt, weiß auch, dass sie sich einmischt, gesellschaftskritisch ist. Und dafür auch ihre Stimme erhebt, was an diesem Abend ebenfalls deutlich wird.