Feuerwehr Wald-Michelbach: Zahl der Einsatzstunden verdoppelte sich fast

Groß war die Zahl der Feuerwehr-Angehörigen, die sich zur Hauptversammlung der Abteilung Mitte im Feuerwehrhaus eingefunden hatten. Neben den Berichten der einzelnen Abteilungen gab es auch Ehrungen und Beförderungen. Zu Beginn begrüßte Wehrführer und Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani alle Anwesenden. Verschiedene Gäste würdigten die Bedeutung der Wehr und hoben das ehrenamtliche Engagement der Brandschützer hervor.

Der Mitgliederstand der Einsatzabteilung betrug Ende des vergangenen Jahres 56 Kameraden. Durch die Bereinigung der Personalakte um Personen, „die schon seit einigen Jahren nicht mehr den Weg zu uns gefunden haben“, sind das vier weniger als noch im Jahr zuvor, sagte Capuani. Dies, obwohl man mit Jasmin Reinhard und Phillip Rieger zwei neue Mitglieder begrüßen durfte.

Phillip Rieger spielt schon länger in der Feuerwehrkapelle und ist aktiver Atemschutzgeräteträger in Ober-Mumbach. Da er seit einigen Monaten als Landschaftsgärtner beim Bauhof arbeitet, „ist er uns besonders vor dem Hintergrund der Tageseinsatzstärke eine willkommene Verstärkung“, freute sich der Wehrführer.

Einen Abgang erwähnte er besonders. „Nach einem aufopferungsvollen Feuerwehrleben“ wurde im September das Ehrenmitglied Erwin Hartmann bei Vollendung seines 65. Lebensjahres in die Ehren- und Altersabteilung entlassen. „Seitdem musste ich gefühlt achtmal bei einer seiner Ausstandsveranstaltungen teilnehmen“, scherzte der Kommandant.

Die Struktur und die Qualifikation passen zwar sehr gut zu einer Feuerwehr und auch der Altersdurchschnitt ist durchaus in Ordnung, betonte der GBI. Jedoch sollte eine Feuerwehr mit vier Löschgruppen und 100 Prozent Ausfallreserve über 72 Einsatzkräfte verfügen. „Schon deswegen sollten wir uns um Verstärkung bemühen“, hob er hervor. Ein Grund, warum ihm die Jugendarbeit so am Herzen liegt. Aber auch junge Menschen aus der Gemeinde sollten Zielgruppe sein.

Im vergangenen Jahr wurde die Wehr laut Capuani zu 83 Einsätzen gerufen, einem weniger als 2017. Darunter waren zwölf Brände mit 457 Personenstunden. Von Klein- bis Großbränden innerhalb und außerhalb der Gemeindegrenzen war nahezu alles dabei. Die Anzahl sei zwar gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben, „die Einsatzstunden haben sich aber mehr als verdreifacht“, betonte Capuani.

Bei den 48 Hilfeleistungseinsätzen (plus zwei) hat sich mit 1424 Stunden der Aufwand nahezu verdoppelt. Die Personensuche Ende Mai schlug mit 550 Stunden zu Buche, der Gefahrguteinsatz „Öl auf Gewässer“ brachte es auf 350 Einsatzstunden. Die Zahl der Fehlalarme hat mit fünf weiter abgenommen, freute er sich. Diese Entwicklung spiegelt die Bemühungen der Betreiber von Brandmeldeanlagen wieder, die ihre Anlagen in Schuss halten. Insgesamt leisteten die Wehrleute rund 2200 ehrenamtliche Stunden, 1000 mehr als im Jahr zuvor.

Erfreulicherweise gab es im vergangenen Jahr wiederum keine nennenswerten Verletzungen bei den Einsatzkräften, sagte der Wehrführer. Das sei sicherlich auch „unserer sicherheitsbewussten Ausbildung zuzuschreiben“. Trotzdem müsse man sich auch weiterhin konsequent mit Gefährdungen und Unfallverhütung auseinandersetzen sowie der eigenen Sicherheit eine hohe Priorität einräumen. „Nur die Kombination aus hoher Qualität an Ausbildung und optimaler Schutzausrüstung bietet die nötige Sicherheit für unsere nicht ungefährlichen Aufgaben.“

Für 60 Übungen und Schulungen wurden 1800 Stunden aufgewendet, erläuterte der Kommandant. „Diese Stunden sind gut investiert“, sagte Capuani. Die Ausbildungsqualität habe ein hohes Niveau erreicht, „zumindest bei denen, welche die umfangreichen Angebote auch nutzen“. Die Nachhaltigkeit der Ausbildung der vergangenen Jahre sei erkennbar und die Mannschaft mit ihren Fähigkeiten breit aufgestellt. Mit 39 Lehrgängen und Seminaren wurden „noch niemals in der langen Geschichte unserer Feuerwehr so viele besucht“.

Kritisch äußerte sich Capuani zur Verlagerung des Strahlenspürfahrzeugs Richtung Ried. „Dramatisch, weil äußerst unklug“, sieht er die Entscheidung, beide Messfahrzeuge des Kreises im äußersten Westen zu positionieren. „Wer kommt auf die Idee, ein Strahlenspürfahrzeug, welches bei Unfällen im Bibliser Kraftwerk von immenser Bedeutung ist, ausgerechnet direkt neben dem Kraftwerk zu platzieren?“, fragte er. Vermutlich, weil es für diese Entscheidung keine nachvollziehbaren, rationalen Argumente gibt, „sondern Kumpanei und Machtspielchen ursächlich sind für diese Entscheidung, die im Übrigen gar niemand getroffen haben will“.

In den verschiedenen Tätigkeitsberichten der einzelnen Bereiche von Atemschutz und Gerätewart über Kapelle, Alters- und Ehrenamabteilung sowie Jugendfeuerwehr bis hin zum Gefahrgutzug wurde ein sehr komplexes Werk an Zahlen präsentiert, was die Feuerwehr Wald-Michelbach den Teilnehmern der Versammlung greifbarer machte. Ein wichtiger Aspekt ist die zeitnahe Ersetzung einzelner Fahrzeuge, die eventuell das nächste Mal nicht durch den TÜV kommen.

Kurz wurden die eigenen Feuerwehr-Veranstaltungen wie die Kerwe Wald-Michelbach und der sehr erfolgreiche Tag der offenen Tür gestreift. Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Christian Eck betonte bei den Ehrungen die Bedeutung des Engagements für die Bevölkerung. Grüße wurden außerdem überbracht von Kreisbrandmeister Sven Falter und Manfred Gölz als Vertreter des Gemeindevorstands.

Sorge bereitet an manchen Stellen laut Wehrführer Peter Capuani der Rückstand an Ersatzbeschaffungen. Zwar sind die Chemieschutzanzüge endlich komplett, dafür ist jetzt die Messtechnik überfällig. „Hier müssen wir kurzfristig Geld in die Hand nehmen, damit wir den gesetzlichen Bestimmungen nachkommen können“, mahnte er,

„Inakzeptabel, weil zeitkritisch“ sei die Beschaffungshistorie des Gerätewagen Gefahrgut (GW-G). Es wird schwierig, noch einmal TÜV für das Fahrzeug zu bekommen. Die Gemeinde sei zwar willens, ein entsprechendes Fahrzeug zu finanzieren und auch zu beschaffen, „jetzt scheitert es an der Technik“, kritisierte er. Laut Ministerium darf das Fahrzeug nur 6,5 Tonnen wiegen, laut Aufbauherstellern geht das bei der vorgegebenen Beladung gar nicht. Der Bau von zwei Musterfahrzeugen durch das Land scheiterte bisher an personellen Ressourcen.

Zum Abschluss griff der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Nothung Köhler, die Thematik der einzelnen Fahrzeugbeschaffungen auf und sicherte zu, dass mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet wird. Jedoch bat er um etwas Geduld. Er honorierte die immer wichtigere ehrenamtliche Tätigkeit jedes Feuerwehrmitgliedes.

Vor einem Jahr wurde eine Dienstsportgruppe gegründet, die sich vierzehntäglich donnerstags trifft. Heute lässt sich konstatieren: „Die anfängliche Euphorie hat in nachhaltige Begeisterung umgeschlagen“, so der Wehrführer. Die Gruppe ist stabil und „nach meiner Überzeugung sehr erfolgreich unterwegs“. Das Programm ist äußerst vielfältig, immer anspruchsvoll und doch sportlich ausgewogen. Sebastian Karl kann nicht nur sich selbst, sondern auch viele Anhänger immer wieder begeistern, die Einsatzkleidung gegen einen Sportdress zu tauschen.

Eine zweite neue Gruppe trifft sich ebenfalls donnerstags: Die Führungsstaffel übt im Stabsraum die Abarbeitung von Großschadenslagen. „Eine tolle Truppe“ (Capuani), die sich zwar noch in der Ausbildung und Findung befindet, aber bereits einsatzbereit ist und auch schon zeigte – nicht zuletzt bei der Besetzung des Einsatzleitwagens beim Brand in Siedelsbrunn -, dass sie als Führungsunterstützungseinheit sehr hilfreich sein kann. Nach einer kurzen Phase der weiteren Ausbildung will er diese Mannschaft in die Hände von Lars Gremm übergeben.

Der Verein Freiwillige Feuerwehr Wald-Michelbach (266 Mitglieder/teilweise Doppelmitgliedschaft) besteht aus der Einsatzabteilung (56), der Ehren- und Altersabteilung (17), der Kinder- und Jugendfeuerwehrgruppen (26), dem Musikwesen (44) und den fördernden Mitgliedern (126)

Übungsbesuche: Kevin Heiligenthal (45), Bernd May (42),Jörg May (37), Peter Capuani, Bernd Karl (je 36), Sebastian Karl (30).

Aufwandsentschädigung für geleistete Brandsicherheitsdienste: Mirco Helfrich (6), Nicole Schork (5), Jörg May, Saskia Kunkel, Georg Korfant (je 3), Matthias Gutfleisch, Sandra Becke, Ralf Weiß (je 2), Dominik Linzmaier, Markus Werner, Sebastian Karl, Peter Capuani, Yvonne Hölzel, Marcel Berbner, Stefan Berbner, Jan Keilmann, Mario Schmidt, Sven Wilhelm, Bernd May, Markus Riebel (je 1)

Beförderungen: Stephan May, Heiko Morr, Marcel Berbner Feuerwehrmann, Nicole Schork Hauptfeuerwehrfrau, Kevin Heiligenthal Löschmeister, Matthias Gutfleisch Hauptlöschmeister

Anerkennungsprämie für 30 Jahre aktiven Dienst: Tobias Johann

Kassenprüfer-Wahl: Kevin Heiligenthal wurde bestätigt, Andreas Mottl neu gewählt und Markus Werner Ersatzmann

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Ramazan Baris ist neuer Türkspor-Vorsitzender

Türkspor hat einen neuen Vorstand. Die Mitglieder des Wald-Michelbacher Fußballverein wählten auf ihrer Versammlung Ramazan Baris zum Nachfolger von Suat Bekyigit, der nicht mehr weitermachte. „Nach dem Hin und Her des vergangenen halben Jahres wollten die Mitglieder einen Neustart“, sagte der bisherige sportliche Leiter Oktay Mamaci im Auftrag des neuen Vorstands. Er gebe seine Aufgabe guten Wissens an seine beiden Nachfolger Taylan Sönmez und Arif Yilmaz weiter, betonte er. Natürlich steht Mamaci mit seiner jahrelangen Erfahrung weiter dem Verein zur Verfügung, hob er hervor.

Ramazan Baris ist kein Unbekannter. Er stand bereits in der Saison 2013/14 an der Spitze des Vereins, als Türkspor Meister in der D-Liga wurde und aufstieg, Inzwischen ist die Mannschaft in der Fußball-B-Liga angekommen. „Das ist einer, der objektiv an die Dinge rangeht“, so Mamaci. Auf der Versammlung stand nur einer Liste zur Wahl, die laut dem Sprecher mit großer Mehrheit angenommen wird.

Für die Mannschaft geht es nun darum, die Runde gut zu Ende zu bringen. Nach oben kann Türkspor sowieso nichts mehr reißen, nach unten wurde ein gewisses Polster geschaffen. In der kommenden Saison soll der Blick dann nach oben gehen. Mamaci hofft, dass einige bisherige Spieler wieder zurückkehren, die im vergangenen halben Jahr dem Team den Rücken kehrten.

„Es sollte Ruhe reinkommen“, beschrieb der Sprecher die Stimmung auf der Versammlung. „In den vergangenen sechs Monaten ist zu viel schief gelaufen.“ Mamaci, über zehn Jahre Vorstandsmitglied, zeigte sich optimistisch, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Er rechnet jetzt mit einem strukturierteren Vorgehen des jüngeren Vorstands, das sich auch auf dem Platz niederschlagen wird. Das Training wird ab sofort von Tamer Keskin und Murat Demirel geleitet.

Neuer Türkspor-Vorstand: Vorsitzender Ramazan Baris, zweiter Vorsitzender Aydin Aktan, Kassenwart Aykut Kartalci, Schriftführer Tolga Suna, sportliche Leiter Taylan Sönmez und Arif Yilmaz, Beisitzer Mesut Fentci, Nejdet Karatas, Yusuf Ahiskali und Yasar Yilmaz.

Historisches wird geschickt mit Lustigem gespickt

Der Überwald lockt wieder seine Gäste. „Nachtwächter“ Theo Reichert führt in diesem Jahr sechs Mal abends durch die Gassen von Wald-Michelbach und hat die entsprechenden Geschichten parat, um verwunschene Ecken und alte Gebäude wieder zum Leben zu erwecken. Start- und Zielpunkt des etwa 90-minütigen Rundgangs ist jeweils das Einhaus auf der Hofwiese. Darüber hinaus hat der Geopark-vor-Ort-Begleiter zwei Radtouren und zwei Wanderungen im Angebot.

Während der Nachtwächter-Touren lauschen die Teilnehmer seinen Anekdoten, mit denen er Historisches geschickt mit Lustigem spickt – das wird gewiss spannend. Termine sind immer freitags am 10. Mai, 20.30 Uhr, 7. Juni und 19. Juli, jeweils 21 Uhr, 9. August, 20.30 Uhr, 13. September und 18. Oktober, jeweils 20 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Daher ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 06207/94240. Für Gruppen gibt es Führungen jederzeit nach Terminabsprache.

Da das historische Backhaus bereits für den am Samstag stattfindenden Backtag vorgeheizt wird, besteht die Möglichkeit, vor Führungsbeginn dort einen kleinen Imbiss zu. Die Wald-Michelbacher Backtage sind am 13. April, 11. Mai, 8. Juni, 20. Juli, 10. August, 14. September und 19. Oktober, jeweils von 10 bis 13 Uhr. Der Überwälder Museums- und Kulturverein bietet in Kooperation mit den Landfrauen frisch gebackenes Natursauereteigbrot aus dem Backhaus mit Hausmacher sowie leckeren Kuchen an.

Ausgeweitet wird in diesem Jahr das Programm der ZKÜ, „Schlappe und Schlemme“. Das gab es in 2018 nur in Gras-Ellenbach und wird 2019 im gesamten Überwald stattfinden. Termine sind: 27. April, Siedelsbrunn; 4. Mai, Abtsteinach; 25. Mai, Gras-Ellenbach; 29. Juni, Wald-Michelbach; 14. September, Hammelbach; 28. September, Gras-Ellenbach. Unter der fachkundigen Führung eines Geopark-vor-Ort-Begleiters lernen die Gäste Natur und Kultur im nahen Umfeld und die lokale Gastronomie kennen.

„Mit den Radtouren musste ich leider zwei Jahre aussetzen“, erläutert Theo Reichert. „Jetzt bin ich aber soweit wieder fit, dass ich aufs Neue welche anbieten kann.“ Seine Radtour von Wald-Michelbach über die Tromm zur Walburgiskapelle findet am Samstag, 23. März, 13 Uhr, statt. Durch das Gassbachtal danach in Gras-Ellenbach angelangt, führt die Strecke auf der anderen Talseite weiter nach Wahlen sowie Affolterbach und von dort über den Radweg zurück nach Wald-Michelbach.

Das Tromm-Massiv mit seinen Granitformationen bittet zahlreiche Einblicke in die Erdgeschichte. All diese Punkte sind seit Jahrhunderten mit zahlreichen Sagen belegt. Am Kahlberg, auch Kapellenberg genannt, besuchen die Radler die Walburgiskapelle. Hier begann um das Jahr 800 die Besiedlung des Überwalds. Auf der Anhöhe oberhalb der Kapelle soll ein alter keltischer Kultplatz gewesen sein. Hier hielt Kaiser Karl der Große im Jahr 773 einen Gerichtstag ab, bei dem die Grenzen der Mark Heppenheim festgelegt wurden.

Zum „Roten Wasser“ führt eine weitere Radtour am Samstag, 20. April, 13 Uhr. Über die ehemalige Bahnstrecke geht es von Wald-Michelbach bis nach Gras-Ellenbach. Über den Spessartkopf wird in Richtung Olfen bis zum „Verbotsstein“ geradelt. Nach einer kurzen Besichtigung des Steinbruchs Olfen ist das Naturschutzgebiet „Roten Wasser“ das Ziel. Anschließend führt die Tour entlang des Hinterbachs bis in die Raubach und weiter über die „Falthers Ruhe“ ins Dürr-Ellenbachtal und von dort zurück nach Wald-Michelbach.

Moore sind auch im Odenwald sehr selten geworden. Eines der letzten „echten“ ist das „Rote Wasser“. Es ist ein Hochmoor, das entsteht, wenn kalkarmes Wasser (Regenwasser) nicht wegsickern kann. Hier vermodern Heidekräuter, Wollgräser, Birken, Weiden und vor allem Torfmoose, die die Bäume durch ihre Polster ersticken und absterben lassen. Da das Torfmoos in der Mitte am stärksten wuchert, wölbt sich das Hochmoor allmählich uhrglasförmig auf.

Anlässlich der 650-Jahr-Feier von Aschbach gibt es am Samstag, 13. April, 10 Uhr, eine Geschichtswanderung. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein am Geopark-Infozentrum im Wiesental geplant. „Von Steinen, Stollen und Schwellen“ heißt es am Samstag, 18. Mai um 13 Uhr. Eisenbahn, Bergbau und Industrie im Überwald Anfang des 20. Jahrhunderts sind Themen der Führung. Die sechs Kilometer lange Wanderung führt entlang der ehemaligen Bahnstrecke nach Aschbach. Es geht um die Bahngeschichte, aber auch um Industrieansiedlung wie Eisenhammerwerk, Papiermühle und Zündholzfabrik. Den Abschluss bildet ein Besuch der Grube Ludwig.

Eine „Waldlehrpfad-Wanderung“ ins Dürr-Ellenbacher Tal und zum Himmelreich gibt es am 5. Mai und 4. August mit Jürgen Wolf. Die Kunstwegewanderung „Siedelsbrunn/Wald-Michelbach“ mit Lisa Helfrich-Wolf steht am 5. Mai und 13. Oktober an. Der „Überwälder Wandertag“ findet in diesem Jahr am 20. Oktober in Gras-Ellenbach statt.

Info: Näheres zu diesen Touren und allen weiteren Aktivitäten der Geopark-vor-Ort-Begleiter im Überwald unter www.ueberwald.eu, Telefon 06207/94240 oder E-Mail info@ueberwald.eu.

 

 

Neujahrskonzert der Starkenburg Philharmoniker: Mit Musik wird das Leben lebenswert

„Freunde, das Leben ist lebenswert“: Angesichts des unwirtlichen, nasskalten Wetters vor der Rudi-Wünzer-Halle genau das richtige Motto fürs Neujahrskonzert der Starkenburg-Philharmoniker, um bei allem Schneematsch draußen drinnen knappe drei Stunden lang wohlige musikalische Wärme zu erzeugen. Nicht nur das Ensemble, sondern auch die beiden Solisten Antonio Rivera (Tenor) und Yvonne Smeulers (Geige) heimsten immer wieder viel Applaus ein.

Mit zwei anderen Besetzungen hatten die Philharmoniker unter ihrem künstlerischen Leiter Günther Stegmüller und dem Vorsitzenden Rúnar Emilsson einen Glücksgriff gelandet. Robert Trocina aus Atlanta durfte bereits anlässlich des Neujahrskonzerts im vergangenen Jahr bei ein paar Liedern als Gastdirigent ran. Der US-Amerikaner machte dabei seine Sache so gut, dass ihm dieses Mal die Leitung der kompletten Veranstaltung übertragen wurde.

Trocina schwingt nicht nur den Taktstock, er ist auch gleichzeitig Entertainer. Eine große Gaudi war das letzte Stück vor der Pause, Leroy Andersons „The Typewriter“, bei dem sich der Dirigent in bester Stummfilm-Manier einen Spaß draus machte, dem tippenden „Staatssekretär“ Clemens Hartmann Grimassen schneidend über die Schulter zu schauen. Buster Keaton ließ grüßen.

Eine zweite perfekte, wenn auch eher unfreiwillige Auswahl war die Moderation. Da die etatmäßige Moderatoren Dagmar Weber erkrankt war, sprang kurzfristig Jutta Werbelow ein, die man in der Region von den „Nachtigallen“ kennt. Sie war in dieser Rolle eine echte Bereicherung, führte charmant, witzig und spritzig durch ein doch sehr langes Programm, dem sich nach reichem Applaus noch zwei Zugaben anschlossen.

Waren die Konzertprogramme in den beiden vergangenen Jahren eher genreübergreifend konzipiert, kamen verschiedene Musikstile zur Aufführung, so hatte sich Stegmüller dieses Mal (außer den beiden Anderson-Stücken) eher aufs Klassische konzentriert. Zum Beginn hatte Bürgermeister Dr. Sascha Weber als Schirmherr die Besucher in der sehr gut besetzten Halle willkommen geheißen und seine Freude über das Neujahrskonzert als „feste Institution“ im Wald-Michelbacher Veranstaltungskalender geäußert.

„Das Leben ist nicht immer leicht und lustig“, meinte Werbelow einleitend. „Die Musik macht es lebenswert.“ Deshalb gab es zum Start gleich Franz Lehàrs titelgebendes Stück zu hören. Der Begründer der „silbernen Operette“ hatte es für sein Werk „Giuditta“ komponiert. Rivera setzte hier einen ersten Glanzpunkt, als er seine mächtige Stimme mit einer Inbrunst ertönen ließ, dass in den ersten Reihen fast die Programmhefte vom Stuhl flogen. Das Orchester lieferte dazu den wohltönenden Hintergrund-Soundteppich.

Der mexikanische Tenor dürfte auch ohne Mikro keine Schwierigkeiten haben, die Rudi-Wünzer-Halle bis in den hintersten Winkel zu durchdringen, so volltönend ist sein Organ. Auch bei den weiteren Stücken wie etwa „Gerne hab ich die Frauen geküsst“ (aus Lehàrs Paganini) bekam er begeisterten Applaus. Dieser Komponist durfte noch zwei Mal ran: Es folgte die „Lustige Witwe“ und später das weltbekannte „Dein ist mein ganzes Herz“.

Beschwingt, heiter, wie ein möglicher Soundtrack aus den Sissi-Filmen, kam die Ouvertüre der „Lustigen Witwe“ daher. Solo-Einlagen von Geige, Flöte und Trompete machten das Lied zusammen mit verschiedenen Tempi-Wechseln zum 20-minütigen Paradestück für die Philharmoniker, um in allen Instrumentengruppen ihr Können zu zeigen. Das konnten sie im Anschluss gleich noch einmal: Friedrich Smetanas „Moldau“ beschreibt die Fahrt auf dem tschechischen Strom als „Lebensreise“ des Komponisten, erläuterte Werbelow.

Die Geigen lassen die Wassertropfen der Quelle erklingen, ehe sich das kleine Bächlein musikalisch mit Wasser füllt und zu einem mächtigen Strom wird, den die Instrumente immer lauter in die Halle hineinfließen lassen. Trocinas Bewegungen werden immer ausholender, der Trommelwirbel setzt ein, die Trompeten-Fanfaren erklingen, ehe sich dann der breite Strom gemächlich-getragen dahinwalzt, bevor die Blechbläser den schwungvollen Refrain einläuten. Als sich die Stromschnellen ankündigen, hebt der Dirigent fast vom Podest ab, um dann das furiose Einmünden anzukündigen.

Bei Camille Saint-Saens‘ „Havanaise“ hatte Yvonne Smeulers das erste Mal Gelegenheit, ihr phänomenales Können auf den Geigensaiten zu demonstrieren. Völlig in ihr Spiel versunken, mit geschlossenen Augen, entlockte sie dem Instrument mit wirbelnden Fingern und schon fast glühendem Bogen erstaunliche Töne. Natürlich durfte sie auch in der zweiten Hälfte („Fiddle-Faddle“) und bei der Zugabe noch einmal ran.

Johann Strauss mit der Ouvertüre aus der „Fledermaus“ sowie „Geschichten aus dem Wienerwald“, Nicolò Paganinis „La Campanella“, Ernesto de Curtis und nochmal Leroy Anderson rundeten die Programmfolge ab, nach der sich das begeisterte Publikum natürlich eine Zugabe erklatschte. In der Pause hatte die Damen- und Herrenmannschaft der TV-02-Handballer für die Bewirtung gesorgt.

Das Heimspiel mit „Xtreme“ genießt Sascha Fischer besonders

Sascha Fischer ist musikalisch ein Hans Dampf in allen Gassen. Auch wenn der gebürtige Wählemer schon seit acht Jahren in Mannheim wohnt, ist er weiterhin der alten Heimat treu, wenn es um die vielfältige Bühnenpräsenz geht. An diesem Samstag steht der 30-Jährige mit der Cover-Show-Band „Xtreme“ auf der Bühne der Peter-Heckmann-Affolterbach, wenn der SVA dort zur großen Sause in den ausgehenden Winterferien einlädt. Los geht’s gegen 21.30 Uhr, Einlass ist um 20 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

Die Musik war für Sascha Fischer Ausgleich erst fürs Studium und ist es jetzt für den Beruf. Nachdem er Ende des vergangenen Jahr sein Bildungswissenschaften-Studium mit dem Master abschloss, ist er seitdem an der Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach tätig. Der Weg führte also zurück in den Überwald, wo er sich vor mehr als 20 Jahren im Chor der Ulfenbachtal-Grundschule Wahlen seine ersten musikalischen Sporen verdiente.

Von dort war es als Zehnjähriger nicht weit zum MGV Wallonia. „Mein Opa hat mich dahin mitgenommen“, schmunzelt der Wahl-Mannheimer. Dem Chor hält er bei verschiedenen Auftritten bis heute die Treue. Ein besonderes Erlebnis war für Sascha Fischer die erste eigene Band in Gestalt von „NeRo“. Die Gruppe mischte ab 2006 sechs Jahre lang, bis Ende 2012, nicht nur den Überwald mit ihren Coverrocksongs auf und genießt bis heute einen gewissen Kultstatus. Bei der Hammelbacher Kerwe gab es 2016 und 2017 ein umjubeltes Revival.

Nach der NeRo-Auflösung widmete sich der 30-Jährige zwei Jahre „nur“ dem Studium, ehe ihn dann Ende 2014 die Leidenschaft für Musik wieder packte. Er stieg bei der Coverband „Snow“ aus dem Öhringer Raum ein, die auch im Odenwald diverse Auftritte hatte. Ab 2015 kam eine völlig andere musikalische Sparte dazu. Erst spielte der Wählemer den „Piccolo“ in der Operette „Im Weißen Rössl“ des Theaters Alte Werkstatt in Frankenthal und ist seitdem dort festes Ensemblemitglied.

Ein Jahr später konzipierte er dann mit Kollegin Maria Breuer eine Schlagerrevue im Stil der „guten alten Samstag-Abend-Show“. Zuerst waren die 50er- und 60er-Jahre Thema der selbstgeschriebenen Show, inzwischen sind die beiden in den 70ern angekommen – und es geht weiter. Bestimmt 30 Shows wurden bisher gespielt. „Fast alle waren ausverkauft“, freut sich der Musiker. „Es geht darum, das Lebensgefühl der damaligen Zeit zu vermitteln.“ Außer der Reihe kamen eine „Lieblings-Weihnachtsshow“ und ein Italien-Special zum Dolce Vita der 50er Jahre hinzu. 2018 gab es sogar eine Open-Air-Show. „Ich habe den Schlager dadurch kennen und lieben gelernt“, betont er.

Dem Überwald blieb der 30-Jährige in all den Jahren aber immer treu. Seit Beginn des Scharbock-Musicals 2010 (co-)moderiert er diese Mammut-Veranstaltung der Scharbacher Chöre und tritt auch als Solist auf. Gut im Gedächtnis ist noch sein Auftritt im vergangenen Jahr zusammen mit Susanne Hoffmann-Rettig mit dem Song „Barcelona“. Ebenfalls seit neun Jahren singt Sascha Fischer in der Wählemer Kerweband, aus der heraus sich eine Gruppe formte, die unter dem Motto „Burg unplugged“ in der Burg Waldau ein Weihnachtskonzert gab.

Mehr oder weniger „Back to the roots“ hieß es für den 30-Jährigen vor zwei Jahren. Da stieg er bei der Coverband „Xtreme“ ein, nachdem er in der Zwischenzeit bereits mit mehreren Bands im Rhein-Neckar-Raum sporadisch zusammenarbeitete. Bei etwa 30 Shows im Jahr ist er gemeinsam mit dem etatmäßigen Sänger Lukas Baum am Mikro anzutreffen. „Das macht einfach Spaß“, sagt Fischer. „Da hängt mein Herzblut dran.“

Die Band hat zwar ein festgefügtes Programm mit abgestimmten Licht und Videowall, aber ein paar Lieblingsstücke darf der Sänger mit einbringen. Dazu gehören etwa „Anything for Love“ von Meatloaf, „Living on a prayer“ von Bon Jovi oder „Panic! at the Disco“.  Affolterbach „ist für mich etwas ganz Besonderes“, sagt Sascha Fischer. Denn dort fand in der Peter-Heckmann-Halle Ende 2012 das Abschiedskonzert von „NeRo“ statt. Im Folgejahr trat „Xtreme“ in die Fußstapfen der Überwald-Rocker und beschallt seitdem die vielen hundert Gäste.

„Ich freue mich aufs Heimspiel“, lacht der 30-Jährige. Denn sonst sind die Auftritt oft über 100 Kilometer entfernt bei Koblenz oder in der Rhön. Freunde und Arbeitskollegen haben sich für den Samstag bereits angekündigt. Fischer genießt es, mit diesen nach der Show bisschen feiern zu können, denn er hat von allen Bandmitgliedern mit Abstand den kürzesten Heimweg. „Ich übernachte bei meinen Eltern in Wahlen“, grinst er. In drei Minuten ist er dort. Wenn dann noch die Bude voll ist, dann wird die Party umso schöner.

Info: Die Coverpartyband „Xtreme“ spielt am Samstag, 12. Januar, 21.30 Uhr (Einlass 20 Uhr) in der Peter-Heckmann-Halle des SV Affolterbach. Karten gibt es an der Abendkasse.

Steeldart-Turnier der SG Wald-Michelbach war eine Spitze(n)-Sache

Voller Erfolg für die SG-Fußballer: Das zweite Steeldart-Turnier nach dem System „301 Double out“ war nicht nur mit 56 Startern sehr gut besetzt, sondern zog auch viele Interessierte dieser Sportart bei ungemütlichem Wetter ins Sportlerheim. Parallel lief die Darts-WM im Londoner Alexandra Palace, auch „Ally Pally“ genannt, auf der Leinwand, wo man den Profi-Cracks bei ihren Würfen zuschauen konnte. Durch sie war die Idee aufgekommen, zeitgleich ein Amateur-Turnier in Wald-Michelbach zu veranstalten. Sieger war dieses Mal Michael Ginader aus Bonsweiher.

Dieser, als E-Dart-Spieler in Kirschhausen „vorbelastet“, gewann das Turnier souverän. Er steigerte sich von Spiel zu Spiel. Sein einziges Leg verlor er im Viertelfinale, was ihn knapp an eine Niederlage brachte. „Konstant um die 100 Leute“ beobachtete SG-Fußballer Dimitri Loenko. Er hatte vor einiger Zeit die traditionsreiche Darts-WM in der britischen Hauptstadt besucht und von dort die Überlegung in den Überwald mitgebracht. „Steel Dart ist richtiges Dart“, schmunzelte er. „Das hat was Uriges durch die Metallspitze“. Und damit den Charakter „wie früher in der Kneipe“.

Auf fünf Scheiben durften die Teilnehmer, unter denen viele Fuß- und Handballer aus der Region an den Start gingen, zielen. „Weder Alter noch Fitness sind bei diesem Gesellschaftssport wichtig“, stellte Organisator Loenko heraus. „Wir wollten als Attraktion mal etwas anderes bieten.“ Was auch sehr gut angenommen wurde: Von elf bis 65 Jahren waren die Starter alt. Natürlich half dabei auch der Hype um die Darts-WM. Nach Regelkunde und Übungen wurde um 17 Uhr gestartet, Schluss war m 1.30 Uhr.

Gespielt wurde im Vereinsheim in der Gruppenphase nach dem System 301 „Double out“ im Doppel-K.o.-System. Ab dem Achtelfinale hieß es dann 501 Double out. Viele Teilnehmer, die aus dem gesamten Überwald und darüber hinaus nach Wald-Michelbach kamen, hatten ihre eigenen Pfeile mitgebracht. Auch aus Bonsweiher oder Lorsch kamen die Dart-Fans angefahren. Zehn Sets hielt die SG zur Ausleihe bereit, was sehr gut nachgefragt wurde. „Es gingen nur Amateure an den Start“, meinte Loenko. Aber die lieferten sich seiner Beobachtung nach sehr gute Spiele.

„Das Turnier war sehr schnell ausgebucht“, freute er sich. „Wir werden es auf jeden Fall wieder veranstalten.“ Allerdings ist noch nicht klar, in welchem Rahmen, denn durch die hohe Starterzahl stießen die Organisatoren an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Doppel-K.o.-System sorgte dafür, dass eine Niederlage nicht zum sofortigen Ausscheiden führte. Selbst wer im Halbfinale den Kürzeren zieht, kann über den Umweg der Verliererrunde noch einmal aufschließen und gewinnen.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 mit ihren 60 Punkten, also den äußeren Ring ganz oben, zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? „Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, wissen die Dart-Cracks. Einen besonderen Kniff gibt es nicht. Der Odenwald ist beim Steel-Dart eher das Reich der Amateure. Dart-Ligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt.

Dort ist dann auch eher E-Dart (Automatendart) angesagt. Die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen ist den Turnieren vorbehalten, wie auch in Ober-Hainbrunn am Vortag eines vom dortigen Dartclub „Double Trouble“ veranstaltet wurde. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro.

Die Kunst beim 301 oder 501 Double out ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von der 301 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert aber so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. Wer zum Schluss noch einen Punkt übrig hat, kann nicht beenden. Das ginge höchstens noch mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Die Richtung halten ist das A und O beim Wurf. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance und schießen den Pfeil an die falsche Stelle. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass der rote Punkt in der Mitte, das „Bulls Eye“, die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist beim Double out sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Metallring möglich.

Das „Ally Pally“ ist seit Ende 2007 jährlicher Austragungsort der PDC-Dartsweltmeisterschaft. Damit setzte sich die lange Tradition der Turniere im Palace fort, in dem unter anderem bis 1990 das „News of the World Darts Tournament“, das älteste Dartsturnier der Welt, ausgetragen wurde.

Ergebnisse Dart-Turnier SG Wald-Michelbach: Sieger Michael Ginader vor Marko Brenneis und Vorjahresgewinner Vitali Loenko aus Wald-Michelbach. Höchster Wurf: Marco Fitzer (mit 144 ausgecheckt)

 

Viel Beifall und Standing Ovations für die Blasmusik

Eine alte Tradition neu aufleben lassen: Das erste Neujahrskonzert für Schönmattenwag stieß in der katholischen Kirche Johannes der Täufer auf viel Interesse. Die Blasmusik Schimmeldewog unter der Leitung von Christian Schuppel hatte die Gäste zu einem bunten Potpourri unterhaltsamer Melodien eingeladen. Klänge aus dem Barock, Musik von Jacob de Haan, Musicals oder Balladen: Es war in dem eineinhalbstündigen Konzert einfach für jeden etwas dabei.

Mindestens genauso lange wie die Veranstaltung selbst dauerte die „After-Show-Party“, bei der Musiker und Besucher bei dem einen oder anderen Glühwein gemütlich miteinander verweilten, das alte Jahr Revue passieren ließen und sich über die kommenden zwölf Monate austauschten. Durch das Programm führte gewohnt eloquent Donat Skroch, der Wissenswertes zu den einzelnen Stücken mitgebracht hatte.

Das Publikum wusste den unterhaltsamen Querschnitt von verschiedenen Stilrichtungen und Epochen zu würdigen. Viel Beifall und Standing Ovations zum Schluss sprachen für sich. Auch optisch machte das Orchester im Kirchenschiff einiges her, vom besonderen Hall im Gotteshaus ganz zu schweigen. Es war das erste Konzert, das Dirigent Christian Schuppel seit seiner Übernahme des Klangkörpers vor eineinhalb Jahren komplett alleine auf die Beine gestellt hatte.

Gänsehautfeeling gab es bei der „Carmina Burana“, dem Titel einer Kantate von Carl Orff. Die Blasorchester-Instrumente verwandelten die Töne in eigene magische Bilder von der Fragwürdigkeit materieller Werte und der Flüchtigkeit des Lebens. Die Musik war von einer Intensität, „dass es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen ist“, meinte Moderator Skroch.

Ähnlich eindrucksvoll gestaltete sich das letzte reguläre Stück des Abends, „Any Dream Will Do“. Andrew Lloyd Webber und Tim Rice komponierten „Wie vom Traum verführt“ für „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ von 1968. Es ist Anfang und Schlusslied des Musicals. Die äußerst frei interpretierte biblische Erzählung von Joseph und seinen elf Brüdern ist ein spaßiger Trip durch drei Jahrzehnte Musikgeschichte mit rockendem Pharao, Flower-Power-Guru und Technobeats.

Natürlich war danach noch nicht Schluss. „Thank you for the music“ von Abba zeigte die Blasmusik noch einmal auf der Höhe ihres Schaffens. Die Musiker bewiesen mit ihrem Schaffen ein sehr hohes Niveau für den kleinen Ort. Sie wurden bei ihrem Spiel inspiriert vom Feedback des Publikums, das immer wieder sein Wohlwollen zum Ausdruck brachte, was natürlich die Darbietenden motivierte.

Mit „Alla Hornpipe“ aus Händels Wassermusik eröffnete die Kapelle. Der lebhafte Tanz machte gleich Lust auf mehr. Anlass für die Komposition war eine Bootsfahrt auf der Themse, die König Georg I. 1717 veranstaltete. „Der Popstar des Barocks: Georg Friedrich Händel“, meinte Skroch augenzwinkernd.

Beim „Golden Pass“ von Jacob de Haan ratterte ein Panorama-Zug durch die Kirche. Denn der Titel bezieht sich auf eine exklusive Panorama-Zuglinie, die durch die Schweizer Alpen von Montreux nach Luzern führt. Vor dem geistigen Auge flogen am Fenster weidende Kühe auf saftig grünen Wiesen, traditionelle Chalets, wunderschöne Bergseen, Wasserfälle und beeindruckende Berggipfel vorbei.

Sie zählt zu den viel gespielten Opern Händels: „Xerxes“, die nicht zuletzt wegen der Arie „Ombra mai fu“ berühmt geworden ist. Nach ihrer Uraufführung zuerst ein vollkommener Misserfolg, wurde das Stück „Largo“ von 1738 dann „das“ sentimentale Trauerlied des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Enrico Carusos Aufnahme von 1920 ist unvergessen. Joseph Kanz´ Bearbeitung für Blasorchester enthält alles, was diese Musik so besonders macht: ausgesprochene Schlichtheit, attraktive Melodielinie und verblüffend ausdrucksvolle Klangfülle.

Mit dem weltbekannten Barock-Kanon von Johann Pachelbel ging’s in die zweite Hälfte. Warum es als eines der populärsten klassischen Musikstücke gilt, zeigte sich beim klangvollen Spiel der Blasmusik. Wie sich das Orchester immer mehr in der Melodie verfängt, die einzelnen Aspekte herausstellt und schließlich nach ruhigem Intermezzo zum schönen Finale emporschwingt, hat schon was. „Children of the World“, eigentlich ein Lied der Bee Gees von 1976, passt in der Bearbeitung André Waignein, eigentlich in jedes Konzert. Denn alle Kinder dieser Welt sehnen sich nach Frieden.

Ob der „Song of Liberation“ von Jacob de Haan über die Befreiung Europas am Ende des Zweiten Weltkrieges, „Una Furtiva Lagrima“ aus der Oper „Liebestrank“ von Gaetano Donizetti oder „You’ll Never Walk Alone“ von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II aus dem Broadway-Musical „Carousel“: Das Ensemble bewies sein Können auf allen Feldern der Musik.