Geballte Kraft der Männerstimmen von Sängerbund Oberflockenbach und MGV Union Wald-Michelbach

Ein Fest für die Männerstimmen: Drei Chöre gestalteten ein ausverkauftes Konzert in der Mehrzweckhalle Trösel. Der Männerchor des Sängerbunds Oberflockenbach und der MGV Union Wald-Michelbach, beide unter der Leitung von Hans-Joachim Karl, hatten sich als Gäste das angesehene Männerchor-Vokalensemble Camerata Musica Limburg unter der Leitung von Jan Schumacher eingeladen. „Stimme, Stimmung, Emotion“ lautete der Titel des besonderen Höhepunkts im Sängerjahr.

Camerata Musica hatte im vergangenen Jahr ein Crowdfunding-Projekt gestartet, bei dem der Chor übers Internet finanzielle Unterstützer für die Produktion einer CD-Reihe suchte. Die zwei Karl-Ensembles entschlossen sich kurzerhand, diesem Projekt als Hauptsponsor beizutreten. Als Dankeschön erhielten sie ein exklusives gemeinsames Konzert. Neben den Besuchern aus Limburg rundete die Uraufführung einer Komposition von Alwin Michael Schronen das Konzert ab, der zu diesem Anlass aus dem Saarland anreiste.

Den Beginn machte die Union Wald-Michelbach, die eine kontrastreiche Kostprobe aus dem Repertoire der vergangenen zwei Chorprojekte vorstellte. Für einige Sänger, so der ansagende Uwe Jansen, war dies das erste große Konzert. Der Chor trug fünf Stücke vor, darunter den „Geistertanz“ von Franz Schubert, ein rhythmisch herausforderndes Chorwerk, sowie das italienische „Sabato di Sera“ von Gianni Malatesta, das eine Liebesgeschichte am Lago Maggiore beschreibt.

Auch das bekannte „Africa“, das Alex Morris basierend auf dem 80er-Jahre Welthit von Toto arrangiert hatte, gehörte zu diesem ersten Programmteil. Hans-Joachim Karl präsentierte stolz die einstudierten Stücke und den besonderen Chorklang, den er über viele Jahre verfeinert und nun mit neuen Stimmen angereichert hatte. Der brausende Beifall der etwa 300 Gäste, viele von ihnen bekannte Chorliebhaber aus der Region, belohnte alle für die Darbietung.

Nun betraten die 16 Sänger von Camerata Musica die Bühne. Chorleiter Schumacher, seines Zeichen Universitätsmusikdirektor und Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt, beglückwünschte die Gastgeber für die besondere Chorarbeit, deren Qualität stark von Hans-Joachim Karl beeinflusst sei. Er hatte in den Stunden zuvor zusammen mit den gastgebenden Chören in einem Workshop ausgewählten Stücken den letzten Schliff verpasst.

Das Programm beinhaltete verschiedene Lieder aus der vom Chor aufgenommenen CD-Reihe, welche zum Ziel hat, alle von Franz Schubert komponierten Stücke für Männerchöre zu vertonen. Die so entstandenen fünf Tonträger hatten die Gastgeber mit dem erwähnten Crowdfunding im vergangenen Jahr unterstützt. Neben diesen bat der Chor zudem ausgewählte Komponisten, eigens Stücke mit einem Bezug zu Schubert für das Projekt zu komponieren.

Schumacher war besonders geehrt, dass mit Alwin Schronen ein Komponist dieser Stücke anwesend war. Sein Werk „Ein heller, lichter, schöner Tag“ wurde neben den Schubert-Originalen wie „Frisch atmet des Morgens lebendiger Hauch“ und „Die Nacht“ mit einem beeindruckenden Chorklang und Präzision vorgetragen. Eingefangen von dem besonderen Klang des Ensembles, der die gesamte Halle auszufüllen schien, war die Begeisterung des Publikums schon während der Liedbeiträge zu spüren.

Ansager und Sänger Aren Hahn stellte den Männerchor Oberflockenbach zu Beginn des zweiten Programmteils vor. Den Anfang machte „O Sacrum Convivium“, ein weiteres Lied von Alwin Schronen. Daneben kamen unter anderem „Barbarossa“ von Friedrich Silcher und ein Udo Jürgens-Arrangement von Oliver Gies zum Vortrag. Ein besonderer Höhepunkt war „Trees“ des zeitgenössischen lettischen Komposition Ēriks Ešenvalds, bei dem der Chor den stimmungsvollen Gesang mit dem Klang von mit Wasser gefüllten Weingläsern mischte, die durch das Kreisen der Finger über den angefeuchteten Rand zum Singen gebracht wurden.

Beim zweiten Auftritt von Camerata Musica gab es eine Hommage an die King’s Singers zu hören, ein weltbekanntes Ensemble aus England. Die vorgetragenen Beiträge reichten von der Renaissance mit „Matona mia Cara“ von Orlando di Lasso über die Romantik mit „The winter is gone“ von Ralph Williams und einem modernen südafrikanischen Stück bis zum Abschluss mit dem Pop-Arrangement von „Eternal Flame“ durch Oliver Gies.

Jetzt waren die beiden Gastgeberchöre mit der Uraufführung des Stücks „Nachklang II“ dran, das Alwin Schronen eigens komponiert hatte. Es stellt das zentrale Element einer Trichotomie über das Leben Goethes dar. Karl berichtete über die Entstehung des Werks, welche er hautnah in der Zusammenarbeit mit Schronen miterleben durfte. Ein Gedicht Goethes an seine Frau beschreibt bildlich die Beziehung zur ihr in der Gestalt eines Blümleins. In Form eines Echos entstand dabei eine beeindruckende Klangwelt, die Schronen als Spiel zwischen den Chören entwickelt hatte.

Begleitet von tosendem Applaus betrat der Komponist nach Abschluss der Aufführung die Bühne und bedankte sich bei den zwei Chören und Hans-Joachim Karl. Als besondere Überraschung hatten diese zusammen mit Camerata Musica eine Aufführung von „Ergo Bibamus“, ebenfalls von Schronen, vorbereitet. Dieses Stück, so Karl, sei eines seiner bekanntesten Werke und werde von Chören Land auf, Land ab gesungen. Schronen kam der Bitte, es selbst zu dirigieren, begeistert nach.

Zum Abschluss trugen alle drei Chöre das äußerst klangvolle „Ave Maria“ in der Fassung von Franz Biebl vor. Karl überraschte dabei den jungen Nachwuchsdirigenten und Oberflockenbacher Sänger Alexander Schmitt und übergab ihm das Dirigat nach der ersten Hälfte des Stücks. Nach langen stehendem Applaus brachte Camerata Musica im Anschluss noch als Zugabe das lustige Lied „Zehn kleine Bierlein“ auf die Bühne.

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Schimmeldewäer stiegen im Glockenturm über sich selbst hinaus

Ein spezielles Glockenläuten für 20 kletterfreudige Besucher: Beim Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde im Haus des Gastes gab es Ende September ein „Familienduell“. Das machte den Teilnehmern viel Spaß, freute sich Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Staat. Deshalb wurden alle zu Siegern erklärt und zu einem besonderen Event eingeladen, dem „Frühstück auf dem Glockenturm“ von St. Johannes der Täufer. Jetzt war es soweit: 20 Kinder und Erwachsene stiegen hinauf.

Über zwei Leitern ging es zunächst oberhalb der Orgel durch eine Luke in den großen Kirchenspeicher, der sich über den gesamten Kirchenraum erstreckt. Hier kamen von den Kindern schon die ersten Ideen: „Wow, ist der riesig, was man da alles machen könnte.“ Weiter ging es dann in den Turm und dann erneut über eine steile Treppe etwa drei Meter weiter nach oben in den Glockenstuhl. Dort hängen die vier Glocken der Pfarrkirche.

Die älteste stammt aus dem Jahr 1404. Sie läutet jeden Tag zum Engel des Herrn. „Die alte Glocke“ trägt auf Latein die Inschrift „Im Jahre des Herrn 1404 nach dem Feste des Hl. Michael zu Ehren des hl. Kreuzes“, läutet in b und wiegt 400 Kilo. Die jüngste, „Ave Maria“, die große Glocke, wurde 1978 gegossen. Die läutet zu den Gottesdiensten an allen Sonn- und Feiertagen und schlägt zur vollen Stunde.

Die beiden mittleren Glocken, „Hl. Johannes der Täufer“ und „Christus König“, wurden in den Weltkriegen eingeschmolzen und im Jahr 1950 wieder gegossen. „Hl. Johannes der Täufer“ wiegt 230 Kilo und läutet in c. „Ich bin die Stimme des Rufenden in der Wüste“ ist dort zu lesen. Die Glocke stammte aus dem Jahr 1813 und wurde 1942 verschrottet. „Meister Hamm goss mich im Heiligen Jahr für Unter-Schönmattenwag“, ist anlässlich der „Wiederauferstehung“ 1950 zu lesen.

„Christus König“ stammt ursprünglich aus dem Jahr 1911. Die 550 Kilo schwere Glocke läutet in g. Sie wurde bereits im Ersten Weltkrieg 1917 eingeschmolzen, 1930 neu gegossen, 1942 wieder vernichtet und 1950 aufs Neue erneuert, ebenfalls von Hermann Hamm. „Lamm Gottes gib uns den Frieden“, heißt es hier. Die „alte Glocke“ von 1404 durfte immer Jahre im Turm hängen bleiben.

1978 beschloss man auf Initiative des damaligen Pfarrers Haßlinger, eine vierte Kirchenglocke anzuschaffen, die das Geläute zu einem schönen Klangkörper aus den Tönen c, b, g, und f vervollkommnen sollte. Sie wurde in Bad Friedrichshall gegossen. Mit 20 Zentner ist „Ave Marie“ in f die größte im Ensemble. Für diese Glocke musste Platz geschaffen werden, sodass die vorhandenen im Glockenstuhl nach außen rutschten.

Interessant war auch der Bericht über die Herstellung von Glocken. Sehr aufwändig werden diese mit heißer Bronze in eine gemauerte Form gegossen, erläuterte Staat. Sie müssen mehrere Tage auskühlen, bis sie dann ausgegraben werden können. Danach werden sie zum ersten Mal angeschlagen und man hört am Klang, ob die wochenlange Vorarbeit und der Guss gelungen sind.

Matthias Staat, der auch noch weitere Infos gab, schlug dann die „alte Glocke“ mit der bloßen Faust an. Es war still und man konnte minutenlang den Nachklang hören. Ein Zeichen für die außerordentlich gute handwerkliche Leistung beim Glockenguss, der jetzt schon mehr als 600 Jahre zurückliegt. Ergänzt wurde die Schilderung mit einer Videodokumentation zu einem Glockenguss.

Interessantes über Glocken gab es von Pfarrer Peter Pristas zu hören. So sollten Glocken früher das Böse vertreiben. Natürlich gab es auch Rivalitäten in benachbarten Orten, wer wohl mit der größeren Glocke das Böse in die Nachbargemeinden (ver-)treibt. Die größte frei schwingende Glocke in Deutschland hängt im Kölner Dom. Die Kölner nennen sie liebevoll ihren „Dicken Peter“. Sie wiegt 24 Tonnen.

Wichtig waren die Glocken zu jeder Zeit als Uhr, denn früher hatten die Bauern keine Armbanduhren wie heute. So riefen sie zum Mittagessen oder zum Feierabend. Heute rufen sie vor allem zum Gebet und zu den Gottesdiensten. Mit mehreren Rücksäcken war von den Helfern das Frühstück in den Turm transportiert worden. Es gab Tee, Kaffee, Kaba, belegte Brötchen, Würstchen und selbstgebackene Muffins. Es schmeckte allen – wurde aber schnell zur Nebensache bei so viel Interessantem.

Ein Höhepunkt war, als von Staat zunächst jede Glocke einzeln und dann alle vier gemeinsam geläutet wurden. Pfarrer Pristas meinte, „heute sind die Schimmeldewäer über sich selbst hinausgestiegen“. Begeistert waren die Kinder vom Läuten aller Glocken und von den vielen Leitern, bis man oben ist. Nach fast zwei Stunden stiegen alle wieder in die Kirche hinab, sehr angetan von der tollen Aktion.

Noch immer den Klang der Glocken in den Ohren, wurde es zum Abschluss noch einmal still im Kirchenraum. Flüsternd beteten die Teilnehmer gemeinsam mit Pfarrer Pristas das „Vater unser“. „Das war ein tolles Erlebnis“, waren sich alle einig. Weitere besondere Events in den Kirchen sollen folgen, sagte der PGR-Vorsitzende.

Solardraisine sorgt für viele Tagestouristen

Eine wie die Solardraisine gibt es sonst in Deutschland nicht, meinte Philipp Gruber. Für den zweiten Vorsitzenden des deutschen Draisinenverbands ein guter Grund, zusammen mit elf anderen Vereinsmitgliedern (von 21 bundesweit) eine Reise in den Überwald zu machen. Am Bahnhof Ober-Wald-Michelbach wurden sie von Solardraisinen-Geschäftsführer Holger Kahl, Bürgermeister Dr. Sascha Weber und dem Vorsitzenden der hiesigen Draisinenfreunde, Peter Maier, empfangen.

„Unser Ziel ist es, die Strecke und die kulturhistorischen Bauwerke zu erhalten“, sagte Kahl. Nicht nur um der Draisine willen, sondern vielleicht um auch irgendwann den ÖPNV auf der Überwaldbahn reaktivieren zu können. Die touristische Funktion ist elementar: „Wir locken damit die Städter aufs Land“, betonte er, „und zeigen, was der Odenwald zu bieten hat.“ Mit dem Ziel, dass die Ausflügler wiederkommen und so Geld in die Region bringen.

Bei der Solardraisine „handelt es sich um eine sehr erklärungsbedürftige Dienstleitung“, meinte der Geschäftsführer Richtung Besucher. Es geht um Fragen, ob der Hund mitgenommen werden kann oder was bei Regen passiert. „Es gibt viel Einweisungsbedarf“, so Kahl, „damit keiner dem anderen hintendrauf fährt“. Vier Personen sind ganzjährig im Büro tätig, vier weitere, externe Mitarbeiter kommen in der Saison für die Technik dazu.

Die Draisine macht im Jahr einen Umsatz von 430.000 Euro, berichtete er. Das sei „angesichts der Kosten viel zu wenig“. Betrieb und Instandhaltung der Strecke verschlingen das meiste Geld. Ohne die Zuschüsse der drei beteiligten Gemeinden und des Kreises Bergstraße ließe sich alles nicht stemmen. „Tunnel und Viadukte sind etwas ganz Besonderes“, hob er hervor, haben aber auch einen hohen Pflegeaufwand.

Laut Kahl wurde ein Großteil der an der Bahnstrecke notwendigen Maßnahmen bereits erledigt. „Jetzt sind wir an den Fahrzeigen dran“, erläuterte er. Denn der Verschleiß der Akkus ist zu hoch. Diese jedoch bedeuten einen hohen Kostenfaktor. Man wolle weg vom reinen Fahrbetrieb und die Draisine zum Erlebnis machen, postulierte der Geschäftsführer. Als ein Beispiel dafür nannte er die Teilnahme an der Überwälder Traumnacht.

26 Draisinen verkehren derzeit auf der Strecke zwischen Wald-Michelbach und Mörlenbach. In jede passen acht Personen. „Fahren Sie mindestens zu zweit“, empfahl Kahl augenzwinkernd. Denn der Beifahrer kann dann nach dem Tunnel die Ampel drücken, damit die Draisine ungefährdet die Straße überquert.

Wald-Michelbach sei mit 27 Prozent nach dem Kreis der zweitgrößte Anteilseigner, verdeutlichte Bürgermeister Weber. Die Gemeinde profitiere angesichts der damit in den Überwald kommenden Touristen vermutlich aber am meisten, meinte er. Seit es die Draisine gibt, „hat sich die Zahl der Tagestouristen stark erhöht“, berichtete er. Zwecks Weiterentwicklung der Fahrzeuge arbeite man mit drei verschiedenen Prototypen, so Weber.

Peter Maier stellte die Mithilfe des Vereins beim Erhalt der „wunderschönen Bahnstrecke“ heraus. Für ihn als „alten Eisenbahner“ sei dieses Ziel ganz wichtig. Nach der Aufgabe in den 1990er Jahren sei alles verwildert gewesen. Auch heute noch werde ein großer Aufwand für die Unterhaltung betrieben. „Wir helfen, wo es geht“, sagte er. Maier warf einen kurzen Blick zurück in die Geschichte. Von 1898 bis 1901 gebaut, umfasste die Strecke zwischen Mörlenbach und Wahlen sechs Bahnhöfe und zwei Haltestellen, sagte er.

Die Bahnanbindung Richtung Rheinebene war zum einen wichtig, damit die Arbeiter in die Industrieregion Rhein-Neckar kommen konnten, zum anderen, um Erze aus dem Bergbau transportieren zu können. Drei kleine Viadukte und das große bei Vöckelsbach, dazu noch der 679 Meter lange Tunnel unter der Kreidacher Höhe verschlingen heute den Hauptteil der Kosten. „Es wäre traurig, diese schönen Dinge nicht zu erhalten“, so Maier.

Seit 2010 treffen sich die Mitglieder des Draisinenverbands jährlich an einer anderen Strecke, erläuterte Gruber. Letztes Jahr war Thüringen dran. „Anschauen und der Erfahrungsaustausch“ stehen ganz oben auf der Liste. Es geht aber auch darum, Werbung für den jeweils anderen zu machen und sich die Bälle bzw. Gäste zuzuspielen. „Wir wollen in spe überall gewesen sein“, sagte er. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland bis hin nach Mecklenburg-Vorpommern. Überwiegend betreiben sie Fahrraddraisinen.

Stolze kleine und große Drachenbastler in Wald-Michelbach

Die Kinder und Erwachsenen der katholischen Pfarrgruppe hatten dieser Tage viel Spaß beim Drachen-Basteln und dem anschließen Steigen-Lassen in Wald-Michelbach. Der Einladung zu dem rund zweieinhalbstündigen Bastelevent am Samstagvormittag waren über 20 Kinder gefolgt, freute sich Irina Burger vom Orga-Team. „Es war für uns ein Riesen-Erfolg, dass auf die Einladung so viele kamen“, sagte sie. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“

Unter der Leitung von Pfarrer Peter Pristas, K. Gölz-Ehret und ihr selbst malten, klebten und bastelten die Kleinen und Großen hochkonzentriert an den Drachenbausätzen, die zu so manch einer Herausforderung einluden. Denn es handelte es sich doch dabei um einen Bausatz für ältere Grundschulkinder. Die jüngsten Teilnehmer waren auch gerade einmal vier Jahre alt. Doch wurde einander geholfen und unterstützt, wo man nur konnte.

Und so gelang es tatsächlich, alle Drachen am Mittag fertig zu stellen. Am darauffolgenden Tag luden die Organisatoren dann alle Teilnehmer zur gemeinsamen Gottesdienst-Feier ein, um im Anschluss daran die neu gebastelten Drachen auf dem nahe gelegenen „Weißkopf“ einer Feuertaufe zu unterziehen.

Ganz wohlgesonnen war jedoch das Wetter den Unternehmungslustigen nicht. Es nieselte, als man am Sonntag aus der Kirche trat. Doch dem Enthusiasmus der Kinder und Erwachsenen tat dies keinen Abbruch. So sah man auf der Höhe schon bald die ersten Drachen am Himmel fliegen. Durchnässt, aber stolz gingen die kleinen und großen Drachenbastler später nach Hause.

Hochkarätige Leistungen beim Freundschaftssingen zum 140-jährigen Bestehen der Harmonie

Besser hätte das Highlight des Jubiläumsjahres nicht laufen können. „Es hat alles super geklappt“, freute sich Christof Klos, Vorsitzender der Harmonie Ober-Schönmattenwag. Nach dem großen Festkonzert am Samstag, bei dem sich der Chor in all seiner Vielfalt präsentierte, machten am Folgetag 24 Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung der Harmonie ihre Aufwartung, um beim Freundschaftssingen musikalische Glückwünsche zum 140-jährigen Bestehen zu überbringen.

„Ein sehr anspruchsvolles Niveau mit guter Chorliteratur“ beobachtete Klos im gut besuchten Haus des Hauses. Er teilte sich die Moderation mit Sänger Holger Froh. Der Vorsitzende lobte das Publikum. Das war sehr diszipliniert, unterhielt sich bei den einzelnen Liedbeträgen praktisch nicht, war bei manchem „sogar mucksmäuschenstill“. Sehr schön war die Ruhe in der Halle bei allen Vorträgen, obwohl ständig ein Kommen und Gehen war. Einfach „ein reibungsloser Ablauf“, so Klos. Der Einsingraum wurde von der Feuerwehr im Untergeschoss zur Verfügung gestellt.

Christian Jöst vom MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag, der vor drei Jahren ebenfalls seinen 140. Geburtstag feierte, gratulierte der Harmonie aus dem oberen Ortsteil. Er dankte für die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit. Unter der Leitung von Hans-Joachim Karl wurde mit dem „Signore della cime“ ein Lied der italienischen Alpenchöre gesungen, das die Überwälder bei ihrer Konzertreise an den Lago Maggiore ebenfalls dargeboten hatten. „Vive l’amour“ und „Kung liljekonvalje“, zwei Klassiker in der MGV-Literatur, rundeten den Auftritt ab.

Die zwölf Cantante Cinture Kids unter der Leitung von Katharina Zink, der MGV-Kinderchor, begeisterten mit „Applaus, Applaus“ der Sportfreunde Stiller und „Un poquito cantas“, einem spanischem Lied. Susanne Hoffmann-Rettig dirigierte den Crescendo-Chor der Waldeslust Scharbach. „Music“ von John Miles schallte als Hymne durch das Haus des Gastes, „Viva la Vida“ von Coldplay und „Mama Loo“ von Les Humphries heimsten ebenfalls viel Applaus ein.

Eher traditionelle Männerchor-Literatur hatte der Volks-Chor Birkenau mitgebracht. „Hochzeit hielt das Mückelein“ oder „Parkplatzregen“ hieß es da aus 30 Kehlen. Gar 40 Mann brachte der MGV Aschbach auf die Bühne. Unter Leitung von Frank Ewald, der auch mit dem Sängerbund Heiligkreuzsteinach zu Gast war, gab es die „Katrin“ der Bläck Fööss“ zu hören. Außerdem hatten die Aschbacher das bekannte Stück „The drummer and the cook“ im Gepäck.

Ober-Hainbrunn, Wilhelmsfeld, Brombach, Finkenbach, Wald-Michelbach, Wahlen oder Hartenrod: Nicht nur aus dem Überwald, sondern auch aus dem Gorxheimertal, dem Badischen oder dem Odenwaldkreis spendeten die Chöre musikalische Grüße. Kein Wunder, dass Christof Klos von einem „krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres“ sprach. Er dankte am Ende des Freundschaftssingens noch einmal allen, die in diesem Jahr an den vielen Veranstaltungen mitgewirkt hatten.

Nicht nur für das Festkonzert mit seinem hervorragenden Klang, auch für die sonntägliche Veranstaltung gab es sehr viel positive Resonanz, registrierte der Vorsitzende. Lob erhielt die sehr schöne Bühnen- und Hallen-Dekoration, für die die Sängerinnen verantwortlich zeichneten. Am Samstag half die Feuerwehr in Küche und Wirtschaftsbetrieb, „den Sonntag haben wir dann mit eigenen Chorkräften gestemmt“, sagte Klos.

Ihm ist aus diesem Jahr das Shanty-Konzert mit dem OSC noch in bester Erinnerung. Der Kohlenmeiler fand zwar erst im dritten Anlauf statt, aber er fand statt. Während all der Zeit liefen die regelmäßigen Proben. „Wir haben uns lange aufs Konzert vorbereitet“, so Klos. Es waren einige „sehr intensiv geprobte Lieder“ dabei. Generell waren die Proben längerfristig angelegt, inklusive einem kompletten Samstag Anfang Oktober. Kurz vor knapp wollte man nicht jeden Tag ran.

Die Einbindung der zusätzlichen Instrumentalisten „hat super hingehauen“, beobachtete der Vorsitzende. Mit der eigenen Leistung der Harmonie zeigte er sich wie auch Dirigentin Ria Günther „sehr zufrieden“. Jetzt gilt es nach dem vollen Programm in den vergangenen Monaten „Luft zu schnappen und durchzuatmen“. Kommenden Freitag „fällt die Probe aus“, schmunzelte er. Das hat sich der Chor nach dieser Mammutleistung verdient.

SGW-Fußballer laden wieder zum Steel-Dart-Turnier ein

Das Steel-Dart-Turnier, im vergangenen Jahr das erste Mal von der Fußballabteilung der SG Wald-Michelbach ausgetragen, war ein großer Erfolg. Also beste Voraussetzungen für eine Wiederholung. Diese findet im Sportlerheim am Samstag, 29. Dezember, ab 16 Uhr statt. Es gilt dann für den Sieger Vitali Loenko, seinen Titel zu verteidigen, den er Ende 2018 im Finale gegen Alex Theobald errang.

Gespielt wird mit 64 Teilnehmern in 16 Gruppen á vier Spielern. Das Startgeld pro Teilnehmer beträgt fünf Euro. Nach dessen Zahlung lost sich der Spieler in seine Gruppe. Die Plätze eins bis drei erhalten Pokal- und Geldpreise. Für weitere Platzierungen gibt es ebenfalls Anerkennungen. Wer keine Pfeile hat: Die SG stellt für eine kleine Gebühr Pfeile zur Verfügung und bietet diese auch zum Kauf an.

Gespielt wird im System „501 – Double Out“ jeder gegen jeden. Somit hat jeder Teilnehmer drei garantierte Partien. Ein Spiel gilt als gewonnen, wenn man 501 Punkte vor seinem Kontrahenten runtergespielt hat und der letzte Pfeil in ein Doppel-Feld trifft. Es gibt eine Begrenzung an Pfeilen. Diese wird vor dem Turnier gesetzt und kommuniziert. Erreichen beide Spieler diese, ohne die Begegnung beendet zu haben, endet diese unentschieden. Die Plätze 1 und 2 jeder Gruppe qualifizieren sich für die KO-Phase. Diese wird auch im Modus „501 – Double Out“, aber diesmal „Best-of-3“ gespielt. Verliert man ein KO-Spiel, ist das Turnier für den Teilnehmer beendet.

Für besondere Würfe (High-Finish, 180er, oder Neun-Darter), die man bei den Profis tagtäglich zu sehen bekommt, lassen sich die SG-Fußballer besondere Preise einfallen. Im vergangenen Jahr wurde André Roth prämiert. Seine Punktzahl nach drei Pfeilen lautete 177. Das darf gerne übertroffen werden. Die Viertelfinalspiele der Profi-Darts-Weltmeisterschaft 2019 werden auf großer Leinwand live übertragen. Für reichlich Getränke und Speisen ist im Sportlerheim gesorgt. Auch einen Barbetrieb wird es während der gesamten Veranstaltung geben.

Die Anmeldung geschieht nach dem Prinzip „First Come – First Serve“, auf Deutsch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Anmeldung ausschließlich per E-Mail an Events@SGW-Fussball.de mit Angabe des vollständigen Namens und des Geburtsdatums. Die Bestätigung oder Absage der Anmeldung erfolgt ebenfalls per E-Mail. Sobald die Anmeldeliste voll ist, wird es eine Nachrückerliste (bis zu zehn Personen) geben.

 

Mehr Infos: http://www.facebook.com/events/1698087886969576/

 

Bei der Neuorganisation der Holzvermarktung für die Kommunen gibt es noch einige Unsicherh

Im Wald herrscht Unruhe. Die Vorgabe des Landes, dass die eigene Behörde Hessen Forst das Holz von Kommunen mit mehr als 100 Hektar Waldbesitz nicht mehr vermarkten darf, führte zu hektischen Aktivitäten, um eine neue Organisation zu gründen (wir berichteten). Beim Forstamt Beerfelden, das neben der Stadt Oberzent auch die beiden hessischen Neckarstädte Hirschhorn und Neckarsteinach sowie die drei Überwald-Kommunen betreut, ist man mit der Situation überhaupt nicht glücklich, machte Forstamts-Direktor Norbert Sasse bei der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG) deutlich.

Die Neustrukturierung war laut Sasse seit mehr als einem Jahr Thema. Nachdem aber das Kartellrechtsurteil gegen das Land Baden-Württemberg vom Bundesgerichtshof im Juni aufgehoben worden war, dachte er, „da wird sich doch nichts tun“. Pustekuchen. Obwohl es das benachbarte Bundesland war, reagierte Hessen im vorauseilenden Gehorsam. Grund ist wohl die Angst vor Schadenersatzforderungen. „Deshalb soll das Kartell aufgegeben werden.“

Das Problem dabei: „Wir wissen bis heute nicht, wie das aussehen soll“, monierte der Forstamtschef. Es gebe nur ein an die Kommunen adressiertes Schreiben vom Juli. Weitere Konkretisierungen: Fehlanzeige. Wenn der Kommunalwaldanteil in bestimmten Forstämtern mehr als 25 Prozent beträgt, müssen die in Zukunft ihr Holz selbst vermarkten, sollte der Waldbestand größer als 100 Hektar sein, erläuterte er. „Das betrifft ganz Südhessen.“

Der Privatwald ist davon nicht betroffen, sagte Sasse. Hier könnten alle Waldeigentümer weiterhin ihr Holz über Hessen Forst verkaufen lassen, das ja sowieso (auch für die Gemeinden) nach wie vor die Beförsterung übernimmt. Mitglieder der FBG mit weniger als 100 Hektar können dies ebenfalls in Anspruch nehmen. Sasse geht im Bereich des Forstamtsbereich Beerfelden davon aus, dass es eine Ausnahme für denjenigen gibt, der darüber liegt. Denn allein auf sich gestellt würde es keinen Sinn machen.

Der Forstamtdirektor wies darauf hin, dass es die Möglichkeit einer Förderung gibt, wenn die Gemeinden ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich also in Form eines Zweckverbands oder Anstalt öffentlichen Rechts zusammenschließen. 200.000 Euro im hiesigen Fall. Entsprechende Bestrebungen gibt es derzeit von den sechs Kommunen im Bereich des Forstamts Beerfelden, wo man aber über den Überwald hinaus bis ins Weschnitztal denkt. Grund: Ähnliche Waldstrukturen. Das Ried wiederum ist zu verschieden, um es mit aufzunehmen.

Eigentlich war Sasse der Meinung, „dass mit dem Urteil alles beerdigt ist“. Leider nahm die Sache stattdessen eher noch Fahrt auf. „Für uns ist das auch nicht schön“, betonte er. Da das Jahr inzwischen schon weit fortgeschritten ist, äußerte er seine Zweifel, ob die Änderungen überhaupt wie vorgesehen zum 1. Januar 2019 greifen werden. „Das wird immer unrealistischer.“

Der scheidende FBG-Vorsitzende Gottfried Görig ergänzte, dass man zwecks Vermarktung Kontakt mit der forstlichen Vereinigung Odenwald-Bauland aufgenommen habe. In dieser Genossenschaft seien unter den 33 Mitgliedern bereits Eberbach, Mosbach, Walldürn und Amorbach. „Für unsere Gemeinden wäre ein Beitritt machbar“, ergab sich aus Vorgesprächen. Die entsprechende Satzung für einen Zusammenschluss wird derzeit gerade vom Städte- und Gemeindebund geprüft.

Wald-Michelbachs Bürgermeister Dr. Sascha Weber, der ebenso wie sein Kollege Markus Röth aus Grasellenbach bei der Sitzung dabei war, betonte die Wichtigkeit, „dass sich die Kommunen einig sind und an einem Strand ziehen“. Die Waldbestände müssten von der Struktur her gut zusammenpassen. Derzeit liefen noch Gespräche mit Nachbargemeinden aus dem Bereich der Forstämter Lampertheim und Michelstadt, ob es dort auch Interesse gibt. „Wir haben in Oberzent und Wald-Michelbach eine stattliche Menge Wald (zusammen 4000 Hektar) und können den Weg vorschlagen“, so Görig.

Forstamts-Mitarbeiterin Gudrun Kranhold drückte im Sinne aller den Wunsch aus, dass die FBG als Gemeinschaft der Privat- und Kommunalwaldbesitzer weiter bestehen soll. Der neu gewählte Vorsitzende Ralf Kredel wollte dem Eindruck entgegentreten, dass sich die Gemeinden aus dem Vorstand zurückziehen. Es sei vor dem Hintergrund der Umstrukturierungen gewollt, dass der Vorsitz jetzt „in Privathand“ sei. Die Bürgermeister hätten weiterhin ihre Unterstützung zugesichert. Er äußerte seine Hoffnung, dass irgendwann das Gesetz wieder geändert werde und eine gemeinsame Vermarktung dann aufs Neue möglich sei.