„Lokalgeschichte macht einfach Spaß“: Klaus Lammer überarbeitete die Wald-Michelbacher Chronik

Eine wahre Fundgrube für ortsgeschichtlich Interessierte ist die Wald-Michelbacher Chronik von Michael Walter, die Jahrzehnte lang im Archiv der Gemeinde vor sich hin schlummerte. Klaus Lammer erweckte sie aus ihrem Dornröschenschlaf, überarbeitete sie, brachte sie auf den neusten Stand und ließ sie als Broschüre binden. Das 209-seitige Ergebnis, prall gefüllt mit vielen, bisher der Allgemeinheit unbekannten Fundstücken aus der Historie, ist seit kurzem an drei Verkaufsstellen erhältlich.

Der heute 81-jährige befasst sich schon seit 1990 mit der Geschichte seines Heimatortes. Bilder, die Bewohner, Ereignisse und Anekdoten sind für ihn von besonderem Interesse. „Ich bin damals nach alten Bildern hausieren gegangen“, schmunzelt Lammer. Früher, weiß der Hobby-Historiker, wurden nicht die Häuser fotografiert, sondern die Personen davor. Damit wollten die Besitzer zeigen, dass sie vermögend sind.

Auf die Chronik von Michael Walter (1878-1965) stieß er 1998 eher per Zufall. Lammer wertet sie „als sehr wertvoll für die Wald-Michelbacher Nachwelt“. Denn der Verfasser trug damals in akribischer Kleinarbeit aus Büchern, Zeitungen und verschiedenen Archiven unzählige Daten zusammen. „Mit Worten ist diese großartige Leistung kaum zu beschreiben“, zollt er dem Verfasser großes Lob.

Über Walters Detailgenauigkeit kann der Wald-Michelbacher nur staunen. „Da steht drin, wer die Post wo ausgetragen hat und welche Wege benutzt wurden“, nennt er ein Beispiel. So lief der Briefträger in früheren Jahren, als es noch keine Autos gab, von Mörlenbach kommend über Fürth, Grasellenbach und Wald-Michelbach wieder zum Ursprungsort zurück. „Das waren mehr als 30 Kilometer am Tag“, erwähnt Lammer mit Respekt.

Die Broschüre blickt auf die früheren Frondienste zurück, die die Wald-Michelbacher für die Feudalherren leisten musste. So wurden 20 Fuhrwerke aus dem Überwald angefordert, wenn die Kurfürsten ihren Hofstaat von Mannheim zum Sommerwohnsitz Schwetzingen verlegten. Oder es galt, Gemüse aus dem Odenwald über Wald-Michelbach auf den Mannheimer Markt zu schaffen. „Morgens um 3 Uhr ging es hier los“, weiß Lammer. Er ist daneben fasziniert von den vielen Münz- und Maßeinheiten in früheren Zeiten. Die Galgenhöhe deutet seinen Worten darauf hin, dass es dort früher einen Galgen gab.

Der 81-Jährige spielte auch Detektiv und suchte den Standort von Häusern. So lokalisierte er die „Wetzelshube“ in Unter-Wald-Michelbach, die „Bischofshube“ in der Rudi-Wünzer-Straße. Grundriss und Lageplan der Wehrkirche von 1780 finden sich ebenso in den Unterlagen wie die Aufzählung der früheren Leibeigenen. Bei der Gaderner Brücke, erfuhr er, wurde früher vom Bach das Wasser für den Wehrgraben abgezweigt. Darüber wurde auch die Mühle versorgt, die sich an der Stelle des heutigen Eiscafés befand. „Die Ludwigstraße gab es zu dieser Zeit noch nicht“, erklärt er.

Klaus Lammer wollte diese wertvolle Chronik den Bürgern zur Verfügung stellen und ihnen die Geschichte ihres Heimatortes näherbringen. Außerdem lag ihm daran, das Werk durch Digitalisierung für die Zukunft zu sichern. „So lassen sich einzelne Passagen ausdrucken, man kann Verbesserungen vornehmen und Veränderungen ergänzen“, erläutert er. Das tat er etwa mit der Fortschreibung der Einwohnerzahlen oder der Bürgermeisterliste, die im Jahr 1500 beginnt. Auch die Zahl der Gebäude in Wald-Michelbach „ist jetzt bis 2015 aktualisiert“, so Lammer.

Seit Anfang der 2000er Jahre war der Wald-Michelbacher am Digitalisieren. Das Ergebnis wurde zu einem Ringbuch gebunden und zuerst einmal im Bekanntenkreis zum Lesen rumgereicht. „Von dort kam auch die Anregung, es als Buch oder Broschüre zu veröffentlichen“, berichtet er. „Lokalgeschichte macht einfach Spaß“, bekennt der Hobby-Historiker, nämlich zu erforschen, „was man bisher nicht wusste“.

Um dem Leser die Lektüre zu erleichtern, brachte der 81-Jährige Walters Arbeit in eine verständlichere Form. Denn der Autor hatte, „scheinbar um Papier zu sparen“, jedes Blatt vollständig ausgenutzt. „Es gab auf den Seiten weder Ränder noch Absätze“. Deshalb war es seiner Beobachtung nach „oft anstrengend, den Inhalt aufzunehmen und zu verarbeiten“. Er hätte es sich „nie träumen lassen, was ich dabei so viel Neues über meinen Heimatort erfahren würde“, zeigt sich Lammer begeistert über das Gelesene.

Klaus Lammer arbeitete im Vorfeld der Veröffentlichung 14 Tage lang daran, bis die Sortierung stand. Zupass kam ihm dabei, dass er vor über 20 Jahren noch mit 60 einen Computerlehrgang machte. „Der zweitälteste war damals 25“, schmunzelt er. Alle Daten der Chronik sicherte der 81-Jährige auf einer externen Festplatte, damit auch bei einem Computerabsturz nichts verloren geht.

Info: „Chronik von Wald-Michelbach“, verfasst in den 1950er Jahren von Oberstudiendirektor i.R. Michael Walter, neu gestaltet von Klaus Lammer, 209 Seiten, Preis 20 Euro, erhältlich in Wald-Michelbach bei Aral-Tankstelle Lammer, Sparkasse Starkenburg und Gemeindeverwaltung.

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Seit 50 Jahren steht Hans Helfrich am Dirigentenpult

Fünf oder sechs „Urgesteine“ aus den Anfangszeiten singen immer noch in seinem Chor aus Falken-Gesäß, wenn der Scharbacher Hans Helfrich dort am 23. März mit einem festlichen Kommers sein 50. Chorleiter-Jubiläum begeht. Zu den Gratulanten gehören auch die Mitglieder des Gesangvereins Immergrün aus Hartenrod, den der 72-Jährige seit 1990 dirigiert. Die Musik wurde ihm schon in die Wiege gelegt. „Mein Vater sang 60 Jahre im Chor“, lächelt Helfrich.

Seine Begeisterung für Töne und Noten hat der ehemalige Musiklehrer und Chorleiter aus Passion auch einem Teil seiner Kinder und Enkel weitergegeben. Sohn Daniel ist bundesweit gefragter Musik-Kabarettist, Enkelin Selina Blessing, die gerade mitten im Abi steckt, spielt in der Big Band des Überwald-Gymnasiums mit und begleitet den Großvater bei Chorauftritten am Klavier.

Den Eintracht-Männerchor des Oberzent-Stadtteils übernahm Helfrich 1969, noch als Lehramtsstudent. Zu dem kamen im Laufe der Jahre Frauen- und gemischter Chor hinzu. Die Männer gibt es heute mangels Masse nicht mehr als eigenständigen Klangkörper, sie leihen ihre Stimme dem gemischten Chor. Insgesamt sind es um die 40 Sängerinnen und Sänger, die in Falken-Gesäß ihre Stimme erklingen lassen. Ebenfalls 1969, „vor einem halben Jahrhundert“, wie Helfrich im Rückblick andächtig feststellt, stieg er beim Liederkranz Oberzent-Gammelsbach ein. Den leitete er bis zum Jahr 2000.

„Jüngeren“ Datums sind seine noch aktuellen Engagements in Ober-Ostern und Hartenrod. Wobei sich das Wort „jünger“ seine Anführungszeichen durchaus verdient hat. Denn auch in diesen beiden Orten wirkt er seit fast drei Jahrzehnten, seit 1990, am Dirigentenpult. Der gemischte Gesangverein Immergrün zählt etwa 25 Köpfe, in Ober-Ostern bei Reichelsheim kommen bei Männer-, Frauen- und gemischtem Chor um die 40 Aktive zusammen.

Doch Hans Helfrich begleitete in seinen (bisherigen) 50 Jahren seines Chorleiterwirkens noch einige andere Klangkörper aus der Region. So lange den Männerchor Ober-Abtsteinach, den es heute nicht mehr gibt. „Zu seinen besten Zeiten hatte der noch 60 Sänger“, erinnert sich der Jubilar wehmütig. Zehn Jahre stand er beim MGV 1951 Wald-Michelbach am Dirigentenpult, außerdem leitete er – quasi als Heimspiel – von 1984 bis 2008 die Scharbacher Waldeslust mitsamt Kinderchor.

Der gebürtige Heppenheimer verbrachte seine Jugendzeit in Wald-Michelbach, war als Jugendlicher beim dortigen Sängerbund und der Feuerwehr-Kapelle sehr aktiv. Klarinette, Saxofon und Klavier sind seine erlernten Instrumente. Nach dem Abitur am Überwald-Gymnasium, dessen 50. Jubiläum er vor ein paar Jahren feierte, studierte Helfrich an der Heidelberger PH Lehramt für Grund- und Hauptschulen mit dem Schwerpunkt Musik.

1971 startete er seine berufliche Laufbahn an der Volksschule Unter-Abtsteinach, danach folgte die Schule für Lernbehinderte in Wald-Michelbach, ehe er ab 1974 bis zu seiner Pensionierung 2012 an der Ulfenbachtalschule Wahlen wirkte. Nach Scharbach hat es den Jubilar 1971 nach der Heirat mit seiner Karin verschlagen. Dort wurde das eigene Haus gebaut, das dann Heimat für die nach und nach auf fünf Köpfe anwachsende Familie war. Zu den drei Kindern kamen inzwischen zwei Enkel hinzu – „und es werden mehr“, lächelt er.

„Mein Leben ist erfüllt mit Musik“, betont der agile 72-Jährige. „Ich liebe meine Tätigkeit als Chorleiter“, verdeutlicht er seinen Wunsch, so lange weiterzumachen wie es die Gesundheit zulässt. Mit seinen Chören kommt er auch in der Welt rum. Seit 1989 führen Chorreisen in alle Winkel des Kontinents. Mit seiner Frau Karin testet Hans Helfrich die ausgewählten Ziele erst einmal an, bevor dann gemeinsam ein Programm erstellt wird. Konzertauftritte sind logischerweise inklusive wie vergangenen Herbst auf Malta.

„Das ist ein einmaliges Erlebnis für die Chöre aus dem Odenwald“, weiß der Dirigent aus Passion. In höchster Qualität: „Wir haben unsere Heimat in ganz Europa sehr gut verkauft“, schmunzelt er. Unter anderem bei einer Papstmesse mit über 100 singenden Teilnehmern aus allen von ihm geleiteten Chören im Petersdom. Oder in Moskau vor dem Patriarchen.

Am 23. März ist in Falken-Gesäß beim Festkommers neben den dortigen Chören auch der GV Immergrün dabei. Am 3. Mai wird dann in der Alten Turnhalle Beerfelden „groß aufgefahren“. Um die 90 Mitwirkenden erwartet der Jubelchorleiter bei der Aufführung „Vom Schlager bis zum Pop“. Dazu kommen noch Big Band und Solisten. Enkelin Selina, die seit fünf Jahren den Großvater bei Konzerten am Klavier begleitet, wird auch wieder mit an den Tasten sein.

Info: Am Samstag, 23. März, findet in Falken-Gesäß ein Festkommers anlässlich des 50. Chorleiter-Jubiläums von Hans Helfrich statt. Daran nimmt auch der GV Immergrün Hartenrod teil. Am 3. Mai steigt in der Alten Turnhalle Beerfelden die Aufführung „Vom Schlager bis zum Pop“. In dem dafür gebildeten Projektchor mit 60 Sängern sind auch Teilnehmer aus Hartenrod dabei. Eine extra gegründete Big Band sorgt für den guten Sound.

Gemeinsamer Feuerwehrverein für Schönmattenwag steht

Der neue Verein ist schön gegründet, die beiden bisherigen existieren aber noch nebenher: Die Feuerwehrvereine aus Ober- und Unter-Schönmattenwag wollen den endgültigen Zusammenschluss am 4. Mai insofern besiegeln, als dass sie sich dann auflösen. Beim jetzigen Termin war dies noch nicht möglich, weil dafür vier Fünftel der Mitglieder beider Vereine an der gemeinsamen Jahreshauptversammlung hätten teilnehmen müssen. Der historische Schritt wurde jedoch bereits in den Wortäußerungen allenthalben hervorgehoben.

Mit den Worten „Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Ende großartig“ eröffnete Wehrführer Tobias Walter seinen Bericht. „Ich glaube, das spiegelt die eine oder andere Phase der vergangenen zwölf Monate durchaus wieder“, meinte er mit Augenzwinkern. „Ein ereignisreiches Jahr liegt wieder hinter uns“, sagte er. Die Einsatzbereitschaft war immer gewährleistet, freute sich der Kommandant.

Drei Brände, 15 Hilfeleistungen und sechs Brandsicherheitsdienste waren in 2018 zu verzeichnen. Walter erwähnte stellvertretend das Feuer in Siedelsbrunn, den Flächenbrand in der Wüstenbach und die mehrere Tage andauernde Personensuche im Sommer. Für 2019 „sieht es schon jetzt mit der Ausbildungsbereitschaft sehr gut aus“, betonte der Kommandant.

Im vergangenen Jahr wurden 15 Regel- und Inspektionsübungen durchgeführt, außerdem vier Atemschutzsonderübungen und ein Notfalltraining. Den Katastrophen- und Gefahrgutzug unterstützt die Wehr aktuell mit fünf Einsatzkräften. Die neue Brandschutzkleidung wurde Anfang des Jahres entgegengenommen „und kam sehr gut an“, dankte er der Gemeinde für ihre Investitionsbereitschaft.

„Ausgebildete und gut ausgestattete Einsatzkräfte benötigen ein Gerätehaus, das den heutigen Anforderungen entspricht“, hob der Kommandant hervor. Mit den zu Ende gehenden Umbaumaßnahmen und der Umstrukturierung der Umkleide „können wir diesen Anforderungen endlich – zumindest übergangsweise – gerecht werden, bis 2021 der benötigte Anbau durchgeführt wird“, erläuterte Walter. „Es ist großartig geworden, was hier aus den in schlechtem Zustand vorgefundenen Kegelbahn-Räumlichkeiten gemacht wurde“, sagte er. Unzählige Arbeitseinsätze, Besprechungen und Diskussionsrunden liegen hinter den Wehrleuten.

Alles was das Ehrenamt ausmacht, ist am Ende „der Spaß an der Sache“. Ohne den „können wir nicht die Motivation aufbringen, die dieser Aufgabe gebührt“, mahnte der Wehrführer. Aber: Die Motivation der Truppe spielt eine zentrale Rolle. Allerdings nehme die Aufgabenfülle der Führungskräfte und Verantwortlichen immer mehr zu. „Die Aufgabenträger der Feuerwehren sind durchaus überlastet sind und die gemeindlichen Gremien und Verantwortlichen dürfen dies nicht aus dem Auge verlieren dürfen“, legte er den Finger in die Wunde.

„Zusammen erreicht man einfach mehr“, betonte Walter. Alleine hätte keine der beiden Wehren das Geleistete schaffen können, blickte er positiv auf die Fusion der Einsatzabteilungen vor drei Jahren zurück. Die Feuerwehrvereine „werden dieses tolle Projekt Zusammenarbeit“ weiter unterstreichen, so der Wehrführer. „Die Gewinner der Zukunft werden die sein, die es verstehen, gemeinsam Dinge zu erreichen“, betonte er.

In seinem Rückblick bezeichnete der Vorsitzende des Feuerwehrvereins aus Unter-Schönmattenwag, Ralf Scheib, 2018 als ein sehr arbeitsintensives Jahr. Neben den Übungen und Einsätzen wurden die Umbauarbeiten im Haus des Gastes weiter vorangetrieben. Es wurde intensiv an der Zusammenführung der Vereine gearbeitet. Jetzt werden die Arbeiten in der ehemaligen Kegelbahn beendet. Das restliche Material aus dem Lager im ehemaligen Rathaus wird dann dorthin gebracht.

Scheib sprach daneben die Durchführung der Kerwe 2020 in Ober- und Unter-Schönmattenwag an. An zwei aufeinander folgenden Wochenenden kann nur ein Verein nicht in zwei Ortschaften die Kerwe ausrichten. „Deshalb befinden wir uns mit den anderen Ortsvereinen in Gesprächen, wie es mit der Kerwe weiter geht“, erläuterte er. „Im Raum steht die Gründung eines Kerwevereins in Unter-Schönmattenwag“, so Scheib.

Auf die Umbauarbeiten ging auch sein Kollege Jürgen Walter aus Ober-Schönmattenwag ein. „Wir hatten uns ein großes Ziel gesetzt und sind dabei es zu erreichen“, hob er hervor. Die von den Vereinen bezahlte Kücheneinrichtung ist zum Teil schon eingebaut und wird zeitnah fertig gestellt. Die Events mit der „unteren“ Feuerwehr „sind sehr harmonisch verlaufen“. Dies beweise, „dass wir mit der Zusammenlegung auf dem richtigen Weg sind“, sagte Walter. Der erstmals ausgerichtete Feuerwehrbrunch „hat mir gezeigt, dass wir ein tolles Team aus Ober- und Unter-Schimmeldewog sind“.

Vorstand gemeinsamer Feuerwehrverein: Vorsitzender Jürgen Walter, zweite Vorsitzende Karin Sauer, Kassenwart Rolf Sauer, Schriftführerin Sonja Beutel, Alters- und Ehrenabteilung Ernst Siefert, Beisitzer Erhard Möckel, Stefan Siefert, Yvonne Ballmann, Jörg Wetter, Doris Falter, Holger Wetter, Michael Koudele, Georg Walter, Nico Walter, Marcel Sauer, Wehrführer Tobias Walter, Stellvertreter  Marc Ritter, Jugendfeuerwehrwart Kevin Lörsch, Kindergruppenleiterin Nadine Koudele, Leiter Musik Danny Lörsch.

Kassenprüfer Feuerwehrverein Unter-Schönmattenwag Annika Ritter, Christiane Koudele, Ober-Schönmattenwag Pia Fischer, Ramon Jöst

Beförderungen: Oberfeuerwehrfrau/-mann Nadine Koudele, Sven Sauer, Oberlöschmeister René Zink, Brandmeister Tobias Walter, Oberbrandmeister Sven Falter

Anerkennungsprämie: 40 Jahre aktiver Dienst Harald Falter und Dieter Walter, zehn Jahre Johannes Becker, Tanja Wolk, Max Haberkorn, Sven Sauer

Beste Übungsteilnahme 2018: Max Haberkorn, Marcel Sauer

Feuerwehr-Oscar: Stefan Siefert

Musikerehrung 15 Jahre: Daniel Möckel, Dominik Beutel, Marcel Sauer

Brandschutzehrenzeichen Silber 25 Jahre: Jochen Knapp

Brandschutzehrenzeichen 40 Jahre: Jürgen Walter, Karin Sauer, Wolfgang Walter

Vereinsehrung: Walter Steffan, Jens Falter, Roland Krämer, Daniel Möckel, Sven Sauer, Karin Sauer, Wolfgang Walter, Jürgen Walter, Jochen Knapp, Dominik Beutel

„Ideensammlung zugunsten der Natur“ am alten Sportplatz in Affolterbach

Als eine Art „Ideensammlung zugunsten der Natur“ bezeichnet Gerhard Ader das kürzliche Treffen des Vereins für ökologische Landwirtschaft Luna mit weiteren Gruppen, die sich im Überwald für die Umwelt einsetzen. Die beiden Nabu-Ortsgruppen Wald-Michelbach mit Margarethe Morper und Siedelsbrunn mit Alfred Wolf kamen auf Einladung von Luna ebenso wie die Mitglieder der Blühwieseninitiative um Alfons Schmitt nach Affolterbach, um sich zum einen näher kennenzulernen, zum anderen sich über zwei laufende Projekte informieren zu lassen.

„Es geht darum, nicht nebeneinander her zu schaffen“, ist laut den Initiatoren Hintergrund des gemeinsamen Brainstormings. Jeder soll über die Aktivitäten der anderen Initiativen informiert sein. Außerdem kann man vom Wissen und den Erfahrungen der anderen profitieren. Luna möchte der offenen Kulturlandschaft zu einer Renaissance verhelfen. Denn diese sei durch die intensive Landwirtschaft oftmals verschwunden.

„Wir wollen den Insekten wieder Futter und Lebensraum geben“, formuliert Ader den Hintergrund der Aktivitäten. Denn inzwischen hat das Insektensterben beängstigende Ausmaße angenommen – von bis zu 75 Prozent ist die Rede. Der alte Affolterbacher Sportplatz, am Ortsausgang Richtung Olfen im Wald gelegen, bietet sich für diesen Zweck an. Er wurde von der Gemeinde gepachtet. Das Gelände ist inzwischen völlig zugewuchert.

„Wir wollen sicher gehen, dass bei den Pflegemaßnahmen was Positives rauskommt“, betont der zweite Vorsitzende Heinz Trautmann. Deshalb steht man in intensivem Kontakt sowohl mit der unteren Naturschutzbehörde als auch mit Revierförster Stefan Aßmann. Ader kennt die Ecke noch gut von früher. Im Studium untersuchte er das Rote Wasser bei Olfen und hatte damals die Idee, auch die umliegenden Flächen zu kartographieren. Deshalb kann der Verein jetzt auf Material von damals zurückgreifen und erkennen, was in den vergangenen 40 Jahren gewachsen ist.

Luna will den alten Sportplatz „wieder auf Vordermann bringen“, sagt Kassenwart Jürgen Klieber. Das heißt, ihn wieder so aussehen zu lassen wie früher. Denn durch die Feuchtigkeit bildete sich im Laufe der Jahre eine Wiesenfläche und wuchsen Rohrpflanzen. Neben den Insekten könnten dort dann auch Vögel und Amphibien heimisch werden. Das in den vergangenen Jahren gewachsene Gebüsch mitsamt Bäumen wurde bei einem ersten Arbeitseinsatz „rausgezogen“.

Unter den 20 Anwesenden entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch über sinnvolle Maßnahmen. In sechs Wochen, wenn die Vegetation zu neuem Leben erwacht ist, soll ein weiteres Treffen stattfinden. Dann lässt sich besser erkennen, „was es an Pflanzen und Tieren gibt“. Auf jeden Fall attestiert Ader dem Gelände einen „halben Hektar mit großer biologischer Vielfalt“.

Der Vorsitzende sieht den alten Sportplatz als „Pilotprojekt“ an. Sonnentau und Torfmoose sollen dort wieder eine Heimat finden. Die Pflanzen brauchen allerdings freie Flächen. Da die Fläche verdohlt ist, will man außerdem daran gehen, das Wasser wieder an der Oberfläche zu halten, ergänzte Trautmann. „Die Natur ist schlauer als wir“: Die Aktiven möchten daneben ihre Lehren daraus ziehen, wie sich der Platz nach und nach entwickelt. Deshalb wird auch von Vegetations- zu Vegetationsperiode gearbeitet.

Auch ein zweites Luna-Projekt nahmen die Naturschutz-Aktivisten in Augenschein. Die Fläche zwischen Bahndamm und Ulfenbach wurde teilweise schon Jahrzehnte nicht mehr gemäht. „Dadurch ging dort die Artenvielfalt verloren“, bedauert Vorstandsmitglied Thomas Langer. Der Verein möchte auch hier wieder Lebensraum für die Tiere schaffen.

Info: Den Verein Luna gibt es inzwischen seit fünf Jahren. Die Mitgliederzahl bewegt sich auf die 100 zu. Aktuell werden etwa 20 Hektar nachhaltig bewirtschaftet. Projekt esind unter anderem der „Ulfenbachlehrpfad“ (die Konzeption eines Naturlehrpfads in Zusammenarbeit mit Geopark Bergstraße-Odenwald, UNB und Hessen Forst), die Flächenrückführung von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung zur extensiven Nutzung unter Verzicht von Gülleeinsatz sowie tierart- und tierbestandsorientierte Einzäunung der Flächen und Schaffung von artgerechten Weideplätzen. Mehr unter http://www.luna-kocherbach.de

Sparkassenstiftung unterstützt die „Lästige Witwe“ zur 650-Jahr-Feier Aschbachs

Die Banner an den beiden Ortseingängen künden es schon von weitem an: Aschbach wird 650 Jahre alt. Mit einer Reihe von Veranstaltungen begeht der heutige Wald-Michelbacher Ortsteil das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung. Neben dem Logo als ständigem Bestandteil wird großformatig immer auf die nächste bevorstehende Veranstaltung hingewiesen. Zum Auftakt ist das die heitere Operettenrevue „Die lästige Witwe“ am 30. März. Zur Unterstützung von deren Durchführung gab es nun eine Spende über 1600 Euro durch die Sparkassenstiftung Starkenburg.

Für den MGV, der im Rahmen der 650-Jahr-Feier als Veranstalter dieses kulturellen Highlights auftritt, freuten sich seitens des Orga-Teams Vorsitzender Birk Breitwieser, zweiter Vorsitzender Michael Heiligenthal und Schriftführer Michael Pleiner über die Zuwendung. Auch Ortsvorsteher Thomas Heiligenthal äußerte seine Dankbarkeit darüber, dass mit dieser Spende ein besonderer Auftakt für die Kulturinteressierten im Überwald geboten werden kann.

Die Aufführung der Tourneeoper Mannheim, quasi eine One-Woman-Show von Sopranistin Tanja Hamleh, traf genau den Geschmack des Orga-Teams. „Wir wollen etwas Kulturelles, aber auch etwas Lustiges bieten“, umschreibt Michael Heiligenthal die Intention dahinter. Andrea Helm von der Sparkassenstiftung konnte weiterhelfen und empfahl aus eigener Anschauung diese Operettenrevue.

Den Scheck hatte Vorstandsmitglied Gottfried Reinhard im Gepäck, der von früher noch gute Connections nach Aschbach hat. Für die Wald-Michelbacher Filiale des Bankhauses war Ludwina Altendorf dabei. Sie freute sich, „was hier im Ort alles auf die Beine gestellt wird“. Gerade auch im Blick auf die Jugend, die sich im Jubiläums-Orga-Team stark einbringt.

Lästige Witwe, Unschuld vom Lande, rassige Zigeunerin oder intrigante Diva? Tanja Hamleh bringt die verschiedenen Frauentypen der Operette so nah, dass die Gäste den Atem der Adele spüren können und ihre Füße im Csárdás-Rhythmus zu tanzen beginnen. Mit amüsanten Anekdoten über spleenige Komponisten und launige Diven erhalten die Besucher einen unvergesslichen Blick hinter die Kulissen großer Operetten und lauschen Evergreens aus Ufa-Filmen.

Die bei den Fastnachtssitzungen der „Hussmouge“ noch als Zirkuszeit geschmückte Halle wird zu einem Operettenhaus umgebaut und sicher damit zu einem besonderen Flair beitragen. „Ich freue mich schon sehr auf den Auftritt in Aschbach. Die Bühne sieht toll aus“, so Hamleh. Die Aufführung soll gerade für Neulinge im Bereich der klassischen Musik einen Einstieg darstellen. Das Organisationsteam hofft, dass insbesondere auch viele Aschbacher den Weg zu diesem sicher außergewöhnlichen Abend finden.

Beim Treffen blickte man auch auf die weiteren Aktivitäten im Laufe des Jubeljahres: So lädt der Ortsbeirat am Samstag, 13. April, ab 13 Uhr zu einer „ortsgeschichtlichen“ Wanderung durch Aschbach mit Theo Reichert ein. Anmeldung unter E-Mail info@650-jahre-aschbach.de. Weitere Veranstaltungen: 3. August Open-Air auf dem Festplatz im Wiesental mit „Me and the Heat“, 4. August Festakt mit Gottesdienst, Frühschoppen mit Blasmusik, Mittagessen und Rahmenprogramm, 13. Oktober Konzert des MGV 1882 Harmonie in der Mehrzweckhalle Aschbach.

Michael Heiligenthal gab den Sparkassenvertretern noch einen kleinen Abriss über die vergangenen 650 Jahre. 1369 gab es die Ersterwähnung von Aschbach im Zinsbuch der Kellerei Lindenfels. 1717 zeigt ein Mühlenplan für den oberen Ulfenbach Ober-Aschbach und seine zwei Mühlen, auch die (neue) Mühle in Hartenrod (Heckenmühle).

1840 erfolgt der Kauf eines eigenen Schulhauses in der heutigen Mittelstraße, 1842 verlassen Aschbach und Dürr-Ellenbach die Bürgermeisterei Gadern und bilden einen eigenen Bezirk. 1846 übernimmt Ludwig Anton aus Darmstadt die Papiermühle und errichtet eine große Zündholzfabrik, in der hunderte von Menschen beschäftigt werden.

1882 wurde der Männergesangverein Frohsinn gegründet, 1896 eine Turnabteilung im Gesangverein. 1920 wurde dann aus „Frohsinn“ und „Germania“ die heutige „Harmonie“, die Turner verließen den Verein und bildeten den heutigen TSV. Die Bahn hielt ab 1901 (bis 1983) am Ort, den ersten Strom gab es 1923. 1945 bis 48 gab es die Tonbandproduktion der BASF in Unter-Aschbach. Seit 1956 tragen alle Straßen eigene Namen, vorher hieß alles einheitlich „Ortsstraße“. Im selben Jahr geschah auch der Verkauf des Gemeindebullen.

Info: Operettenrevue der Tourneeoper Mannheim „Die lästige Witwe“, Samstag, 30. März, 19.30 (Einlass 18.45) Uhr, Mehrzweckhalle Aschbach. Vorverkaufskarten bei Elektro-Werner Aschbach, Optik Groß, BTR Office, Sparkasse und Gemeindeverwaltung, alle Wald-Michelbach sowie Tourist-Information Gras-Ellenbach und bei Ortsvorsteher Thomas Heiligenthal unter 0170/2453922.

 

Der CV Kapital beamte die Gäste zurück in die 80er

Mit der kapitalen Zeitmaschine ab in die 80er Jahre. Der Carnevalsverein  entführte bei der traditionellen Rosenmontagssitzung in die Jahre von Vokuhila, Glamrock, toupierten Haaren, weißen Tennissocken, Schulterpolstern, Espadrilles, Leggins, Pastellfarben und Karottenhosen, bauchfreien Shirts, meterlangen Ketten, Kruzifixen und Lederarmbändern. Viele närrische, in der Zeit stehen gebliebene Gestalten tummelten sich auf der Bühne wie auch auf den Stühlen im Haus des Gastes.

„Back to the 80s“ hieß es bei den Schönmattenwager Kapital-Narren. Sie hatten dafür neben den eigenen Kräften wieder etliche närrische Unterstützer aus Neckartal, Überwald und Weschnitztal zusammengetrommelt. Schon die Einladung war genau wie der damalige Filmerfolg „Zurück in die Zukunft“ mit Michael J. Fox gestaltet. „Die 80er Jahre sind sehr vielfältig“, freute sich Moderator Sebastian Siefert. „Man kann sehr viel in so einen Abend packen.“ Was die 130 Mitwirkenden des Vereins auch taten. Denn die 80er sind bekanntlich ja wieder „in“.

Früh übt sich: Die Jüngste auf der Bühne ist vier Jahre alt und hüpft begeistert bei den Minis des CV Kapital mit. „Dort beginnen die Kleinen bei uns mit dem Tanzen“, erläutert Siefert. Die älteste noch aktive Mitwirkende ist seine Mutter Luzia Siefert mit ihren 57 Jahren. „Sie hat schon mit 14 Jahren angefangen und ist seither immer aufgetreten“, schmunzelt der Sohn. Die eigenen Tanzgruppen beginnen schon im Juli des Vorjahres mit dem Training, weiß er. Im Vorfeld trifft er sich mit den Trainerinnen der Tanzgruppen „und wir entscheiden nach ausgiebigem Brainstorming und Ideen sammeln gemeinsam, welches Motto wir wählen“.

Faschingssitzungen gibt es seit Gründung des CV Kapital 1957 jedes Jahr. Seit 1983 wird am Rosenmontag im Haus des Gastes gefeiert, vorher trafen sich die Schimmeldewäer Narren abwechselnd in den Gaststätten des Ortes. Überdimensional bestimmte das von Willi Kristen – wie schon in den Vorjahren – gemalte Bild auf der Hallenwand, wohin die Reise gehen würde. Dem Thema hatten sich auch die Gäste angepasst, tief in die Kostümkiste gegriffen und kannten bei ihren Verkleidungen keine Zwänge.

Siefert machte das Publikum zu Beginn mit den närrischen Regularien vertraut. In vier Stufen sollte der Beifall immer tosender werden: „Wir klatschen mit den Händen, wir trampeln auf den Boden, wir pfeifen, wir nehmen die rechte Hand und schreien Ahhh.“ Wie gut es der Saal verstanden hatte, ließ sich nach jeder Darbietung ablesen. Zwischendurch gab‘s auch ab und an eine Rakete, wenn eine Gruppe sich besonderen Applaus verdient hatte. Natürlich durften zwei Stimmungsrunden nicht fehlen, um die Besucher noch einmal kräftig anzuheizen.

Der Moderator brachte den über 250 Besuchern das Motto der Sitzung näher. Die ließen sich vier Stunden lang von den Narren trefflich unterhalten. 40 Helfer sorgten im Saal und hinter den Kulissen dafür, dass es den Gästen an nichts mangelte. Die Hirschhorner Ritter sind traditionell mit im Kapital-Boot. Sie hatten ihre Minigarde, die vielbeklatschte „Rhythmix“-Gruppe und den Solistenblock vorbeigeschickt. Diese entboten dem Verein die besten Grüße aus der Fastnachtshochburg das Ulfenbachtal abwärts.

Das Urgestein, die Löhrbacher „Apolonia“ Tanja Kunkel, durfte natürlich nicht fehlen. Am besten war sie dann, wenn sie sich mit Sebastian Siefert wegen ihres Alters spontan kabbelte. Dass der ihr nicht die Treppe hinaufhalf und beim Auszug nicht mal den Becher Wasser gönnen wollte, nahm sie ihm schnippisch übel. Ansonsten bestimmte die Litanei über die Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen des Alterns ihre Bütt, inklusive ein paar ausschmückenden Details, die sie auch für sich hätte behalten können.

Ein wenig Schnee vom „Winter-Wonderland“ des CCA Affolterbach brachten die Mädels von „Power Generation“ mit ihrem Auftritt vorbei. Die Filme „Ghostbusters“ oder „Dirty Dancing“? Haben ihren Ursprung im Ulfenbachtal, erläuterte Siefert den verdutzten Besuchern anhand einer gespielten Geschichte. Besonders seine Tanzeinlage mit Katharina Zink als Hommage an Patrick Swayze und Jennifer Grey erntete viel Hallo.

Passend zum Motto „Back to the 80s“ hatten sich die Minis als Aerobic-Kids verkleidet und konnten es gar nicht abwarten, ihren Tanz zu präsentieren und die Halle zum Beben zu bringen. Was die Kleinsten auch ohne Probleme schafften. Gerade die Jüngeren unter ihnen bewegten sich so unbekümmert auf der Bühne, dass sie begeisterten Applaus einheimisten. Die erste Rakete des Abends war fällig. Einer der Höhepunkte war auch die seit drei Jahren aktive junge Garde des CV. Die Mädchen des Tanzstudios „Phantasie“ aus Birkenau schauten ebenfalls traditionell vorbei.

Der „Hengst von Löhrbach“, Matheus da Silva, spielte mit den Klischees. Als junger attraktiver Südländer war er natürlich zu 100 Prozent von sich überzeugt und der Meinung, dass die Frauenwelt ihm zu Füßen liegt. Die sah das wohl etwas anders und hätte sich gewünscht, er würde vor ihnen auf den Knien rutschen. Die eigene Showtanzgruppe „Next Generation“ tanzte zu bekannten Hits aus den 80er Jahren.

Von Schimmeldewog ging es nach Mexiko. Dort gibt es seit Jahrhunderten eine Tradition, welche am 2. November gefeiert wird. Der Tag der Toten, auf Spanisch „Dia de los Muertos“ wird auch in Europa immer populärer. Dieses Motto griff die Hirschhorner Tanzgruppe „Rhythmix“ auf. Die Showtanzgruppe „Limited Edition“ präsentierte anschließend einen Querschnitt durch die Hits der 80er.

Angela suchte ihr „Herzblatt“: Die bekannte Kuppelshow fand ebenfalls ihren Niederschlag. Bürgermeister Sascha Weber, Kerwepfarrer Jens Gam und Fabio Amico (alias Erdogan, Putin und Trump) wetteiferten um die Gunst von Rike Laudenklos (Angela M.). Ein großer Lacher. „Ratz Fatz“ aus Ober-Schönmattenwag, schon jahrelang bei uns ein fester Bestandteil der Rosenmontagsitzung, nahm die Gäste zum Schluss mit auf eine Reise in die eigene Vergangenheit und zeigte, wie bei einer Tanzprobe in den 80ern alles begann.

Ein schallendes Helau bildete zwar den offiziellen Schlusspunkt, aber natürlich ging es an der Bar noch ewig weiter. Schluss war wie in den Jahrzehnten der CV-Kapital-Rosenmontagssitzung zuvor noch lange nicht: Erst in den frühen Morgenstunden gingen die letzten nach Hause.

Mitwirkende Rosenmontagssitzung 2019 CV Kapital

Geschichten aus den 80er Jahren: Dominik Beutel, Katharina Zink, Sebastian Siefert

Minigarde der Hirschhorner Ritter: Marlen Heiß, Katharina Konrad, Elisa Daume, Pauline Dinger, Larissa de Frenne, Johanna Schmitt, Trainerinnen Corinna Denner und Yasmin Feller

Büttenrede „Apolonia“: Tanja Kunkel

Power Generation: Lea Hildebrandt, Lena Hufler, Lena Guthier, Jelena Lukic, Dana Sattler, Agnes Fiederlein, Carla Wilhelm, Fabienne Fröhsinger, Kerstin Unrath, Lea Stadler, Lisa Kurtz, Manuela Weber, Francessca Rösch, Fabienne Rösch, Katharina Mages, Mona Jäger, Verena Bär, Amelie Schwöbel, Trainerin Janina Sattler

Minis CV Kapital: Fiona Ehret, Amelie Walter, Lea-Marie Sauer, Giulia Tavaglione, Marie Gerlitschka, Fabienne Schmitt, Aurelia Bogs, Lea Kasper, Nala Pohl, Lina Walter, Trainerinnen Michaela Noe und Luzia Siefert

Junge Garde CV Kapital: Lea Spreng, Franziska Waldhauser, Celine Walter, Sophia Köbler, Marie Gerlitschka, Lina Falter, Trainerinnen Carolin Schäfer, Anna Becker, Katharina Zink

Garde CV Kapital: Anna Becker, Carolin Schäfer, Amelie Capuani, Nina Vogel, Katharina Zink, Trainerinnen Carolin Schäfer, Anna Becker, Katharina Zink

Tanzstudio „Phantasie“: Lara Gremmel, Valentina Tan, Alexander Stresler, Alisa Behnke, Ida Steinmann, Mija Schmitt, Ellen Sihmann, Chiara Schifano, Lilli Schmitt, Nelly Fiedler

Solistenblock Hirschhorner Ritter: Johanna Schmitt, Kiara Albert, Melina Fuchs, Melina Ganz, Naomi Kunkel, Laura Berisha, Trainerinnen Yasmin Feller, Samira Laick, Lea Holzschuh und Svenja Mayer

Büttenrede „Hengst aus Löhrbach“: Matheus da Silva

Next Generation: Franziska Waldhauser, Celine Walter, Sophia Köbler, Lea Spreng, Lina Falter, Svenja Ballmann, Trainerinnen Carolin Schäfer, Anna Becker, Katharina Zink

Frau Rauscher aus der Klappergasse: Michaela Noe, Luzia Siefert

Rhythmix: Lisa Eichler, Julia Schindele, Madeleine Schmidt, Julia Seibel, Katrin Golek, Katrin Eck, Patrick Kwiska, Laura Eck, Veronika Daum, Corinna Lauer, Michelle Grad, Nina Bundai, Katja Bauer, Trainerinnen Katja Bauer, Corinna Denner

Limited Edition: Amelie Capuani, Anna Becker, Nina Vogel, Emily Uhrig, Meike Bihn, Carolin Schäfer, Katharina Zink, Sarah Sauer, Diana Walter, Nadine Koudele, Julia Koudele, Trainerinnen Carolin Schäfer, Anna Becker, Katharina Zink

Ratz Fatz: Martina Uhrig, Alina Uhrig, Petra Stay, Ina Keil, Andrea Ballmann, Jutta Schmitt, Sandra Klos, Heike Wetter, Trainerin Anika Klos

Moderation: Sebastian Siefert

Technik: Manuel Ritter

Helfer hinter der Bühne: Werner Weihrauch und Katharina Zink

Wieder 112 Blutspender bei der DRK-Bereitschaft in Wald-Michelbach

Der Abwärtstrend scheint durchbrochen zu sein. Zum dritten Mal in Folge war der Besuch bei der DRK-Blutspende sehr gut und mit 112 Personen sogar wieder auf dem langjährigen Hoch von September 2018. Besonders in den letzten eineinhalb Stunden, ab 18 Uhr, drängten sich viele Spender in der Mensa der Eugen-Bachmann-Schule, sodass vor der ärztlichen Untersuchung und der eigentlichen Blutentnahme längere Schlangen entstanden.

Natürlich bedeutete der Andrang viel Stress für die örtlichen Helfer, aber auch freudestrahlende Gesichter bei der DRK-Bereitschaft Wald-Michelbach. Die Ehrenamtlichen kamen teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen, weil es nicht mehr so viel Betten wie früher gibt. „Die kamen fast alle zum gleichen Zeitpunkt“, stellte Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard fest.

Zusammen mit den Ehrenamtlichen aus Wald-Michelbach waren lediglich zwei Ärzte, zwei Laborkräfte und vier Punktierer des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen im Einsatz. Wenn wie bei früheren Terminen „nur“ 70 bis 80 Spendewillige kommen, reicht das natürlich locker, aber nicht unbedingt für einen solchen Ansturm.

Reinhard zeigte sich mehr als erfreut über die „super Resonanz“. Es waren sechs Erstspender dabei, davon auch einige aus Wald-Michelbach. Außerdem musste das Team leider acht Personen zurückstellen, entweder weil die letzte Spende noch nicht weit genug zurücklag oder sie krank waren. Frauen dürfen laut der Bereitschaftsleiterin nur vier Mal im Jahr Blut spenden, Männer sechs Mal.

Wie üblich gab es für die Blutspender als Dankeschön eine Tafel Schokolade und das deftige Essen mit Kassler, Wurst und Kartoffelsalat zur Stärkung danach. Dieses Mal hatte der DRK-Landesverband als besonderes „Goodie“ noch eine spezielle Thermoskanne „draufgelegt“. Die örtliche Verbundenheit, der Bekanntheitsgrad der jeweiligen DRK-Mitglieder und das rege Vereinsleben tragen dazu bei, dass es im Odenwald prozentual mehr Blutspenden (und langjährige Blutspender) gibt als in den größeren Städten der Ballungsgebiete.

Etwa einen wie Wolfgang Wojcik, der klaglos die lange Schlange in Kauf nimmt, damit er zum 103. Mal zur Ader gelassen werden kann. „Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr überzeugter Spender“, betont er. Wäre er zwischendurch nicht mal weg gewesen, „würde ich bestimmt schon auf die 140 zugehen“, schätzt der Wald-Michelbacher.

Jürgen Klieber aus Kocherbach ist ein ähnlicher „Wiederholungstäter“, der seit der Volljährigkeit ein regelmäßiger Gast bei den Blutspenden ist. „Das sollte jeder machen“, hebt er hervor. Für medizinische Eingriffe werden die Blutkonserven dringend benötigt. „Ohne Blut geht es nicht“, bringt  es Klieber auf den Punkt. Auch Iris Reinhard nutzt jedes Mal die Gelegenheit, wenn das örtliche DRK aktiv ist: Inzwischen kommt sie auf 52 Spenden.

Altbürgermeister Joachim Kunkel ist als Politrentner wieder ein häufigerer Gast. Denn früher schaffte er es nicht immer zum Blutspenden. Zu oft riefen die beruflichen Pflichten. „Ich habe in der Bundeswehr damit angefangen“, erzählte er. Beim DRK freut man sich aber auch darüber, dass die zwischenzeitliche Werbung Früchte trug und viele jüngere Leute zum Blutspenden begeistert werden konnten: Das machten die Zahlen 3, 4, oder 7 auf den Zetteln deutlich. Ganz zu schweigen von der relativ hohen Zahl an Erstspendern.

Das ständige Kommen und Gehen setzte sich bis in den Abend hinein fort. Um 19 Uhr öffnete sich fortwährend die Eingangstür und ließ neue Spender hinein, die einen halben Liter des benötigten Lebenssaftes für andere geben wollten. Die acht Liegen waren ständig belegt. Neben Wald-Michelbach kamen viele Spender aus dem Überwald, aber auch Weinheim war als Herkunftsort vertreten.

Statistisch gesehen wird laut DRK das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen zahlreiche Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. In der Urlaubszeit sinkt außerdem die Zahl der Spender, sodass es zu Versorgungsengpässen kommen kann.

Ehrungen: Holger Herzog und Gabriele Schmitt (10), Bianca Schmitt und Petra Stay (25 Spenden)

Info: Die nächste Blutspende ist am Mittwoch, 15. Mai, von 16.30 bisd 20 Uhr in der Mensa der Eugen-Bachmann-Schule. Wer Interesse an einer Mitarbeit im DRK-Ortsverband hat, kann sich bei Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard unter Telefon 0160/6777827 oder E-Mail reinhard.iris@online.de melden. Sie betreut auch die Jugendgruppe, bei der weitere interessierte Heranwachsende ebenfalls sehr gerne gesehen werden.