Dank für langjährigen Dienst: Wald-Michelbacher Feuerwehr ehrte beim Kameradschaftsabend einige Aktive

Punkt 21 Uhr begann nach dem gemeinsamen Abendessen der offizielle Teil des Kameradschaftsabends der Wald-Michelbacher Feuerwehr, in dem Ehrungen für langjährigen aktiven Dienst im Mittelpunkt standen. Die Feuerwehrkapelle sorgte für den musikalischen Auftakt. Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani freute sich über die zahlreiche Teilnahme der Brandschützer und lobte in seiner kurzen Ansprache noch einmal die hervorragend gelungene Inspektionsübung des Nachmittags.

Capuani ließ die zurückliegenden Monate Revue passieren, beginnend mit dem Einzug in das neue Feuerwehrhaus und die damit verbundenen Tätigkeiten sowie Ereignisse. Als Ehrengäste begrüßte der GBI Bürgermeister Dr. Sascha Weber sowie den Kreisbrandmeister und stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Sven Falter. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass der Bürgermeister auch seine Gattin Kathrin mitgebracht hatte. Dies zeige, dass es für ihn nicht nur um eine rein dienstliche Verpflichtung gehe, sondern sich die beiden auch für die Menschen in der Feuerwehr interessierten.

Kreisbrandmeister, Gemeindebrandinspektor und Bürgermeister nahmen dann gemeinsam die anstehenden Ehrungen vor. Das Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielt Jens Löffler. Er trat 1992 in die Jugendfeuerwehr Löhrbach ein. 1995 verlegte er mit seinen Eltern den Wohnort nach Wald-Michelbach und ist seitdem dort Mitglied. Der Oberlöschmeister ist Gruppenführer und verantwortlicher Atemschutzgerätewart für die Gesamtgemeinde.

Oberfeuerwehrmann Christian Roth, ebenfalls mit dem silbernen Abzeichen geehrt, trat 1992 in die Jugendfeuerwehr Aschbach ein, war später Mitglied der dortigen Einsatzabteilung und ebenso als Vereinswirt tätig. Nach der Auflösung der Feuerwehr Aschbach wechselte er in die Wald-Michelbacher Einsatzabteilung. Auch im neuen Feuerwehrhaus unterstützt er tatkräftig den Wirtschaftsbetrieb.

Das Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst bekam Roland Kreuzig. Er trat 1977 mit 14 Jahren in die Jugendfeuerwehr ein. Der Sohn des früheren Wehrführers und Ortsbrandmeisters Heinz Kreuzig war eine Säule der Wettkampfmannschaft in den 80er Jahren und erwarb 1988 das goldene Leistungsabzeichen. Daneben war der Löschmeister lange Jahre Gruppenführer und engagierte sich von 1991 bis 2001 als Rechner und Kassenwart auch im Vereinsvorstand.

Nicht nur der Kreisbrandmeister hatte stattliche Ehrungen dabei. Der Bürgermeister überreichte im Anschluss mehrere Anerkennungsprämien mit den besonderen Grüßen der Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (siehe unten). Nach dem offiziellen Teil, den wiederum die Feuerwehrkapelle beschloss, feierte man noch bis in die Nacht hinein. Dazwischen gab es mehrere vom Vergnügungsausschuss vorbereitete und sehr lustige Einlagen. Bei denen musste etwa der Bürgermeister im Maßkrugstemmen gegen den Gemeindebrandinspektor antreten. Er schlug sich dabei ebenso wacker wie beim anschließenden Austrinken.

Ehrungen: Zehn Jahre Saskia Kunkel, 20 Jahre Mirco Helfrich, Sven und Linda Wilhelm, 30 Jahre Ralf Weiß, 40 Jahre Thomas Johann (wurde bereits nach der Übung in Hartenrod überreicht)

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Der Wald-Michelbacher Lederer Frank Derikatz ließ sich bei den Tagen des offenen Ateliers über die Schulter schauen

Wer bei Frank Derikatz zur Tür reinkommt, dem fällt zuerst der Ledergeruch auf. Ein paar Schritte weiter wird dann klar, warum die Luft damit geschwängert ist. Ledertaschen, -jacken, -geldbeutel und –säckchen hängen auf Kleiderbügeln, auf Ständern oder sind in der Vitrine ausgestellt. Der Ledermacher mit seinem Label „Life Culture“ beteiligte sich zusammen mit Martina Seibel wieder an den Tagen des offenen Ateliers. Diesmal in neuen Räumlichkeiten im Feriendorf 40, die viel mehr Platz zum Arbeiten und für die verschiedenen Exponate boten.

Die am Fenster hängende Lederjacke könnte originalgetreu von Sam Hawkins aus den Winnetou-Filmen stammen. „Das Rentierleder stammt aus einer schwedischen Gerberei“, so Derikatz. Es wurde aus einer kompletten Haut geschnitten. Am aufwändigsten sind die über 1000 Löcher, um dort den Leinenzwirn hinein zu fädeln. Denn die „stanze ich alle von Hand“, schmunzelt er. Und sie müssen alle den gleichen Abstand haben, „sonst ist die Arbeit umsonst“. Darüber hinaus wird das Material dreilagig vernäht.

Die Knöpfe an der Jacke sind aus Elch- oder Rentierhorn, als Applikationen verwendet er Perlen oder Steine. 100 bis 120 Arbeitsstunden investiert Derikatz in das Einzelstück, das natürlich dann auch seinen Preis hat. Sein Lederfett stellt der 54-jährige ehemalige Bürgermeister-Kandidat selbst her. Dazu verwendet er auch Bienenwachs von eigenen Völkern im Garten. 250 Punziereisen nennt der Lederer sein Eigen, um damit Muster oder Löcher ins Leder zu schlagen.

Fast schon ein Klacks im Vergleich zur Jacke ist für ihn die Fertigung eines „normalen“ Ledergürtels. In 15 bis 30 Minuten hat Derikatz diesen mit seiner 36-jährigen Erfahrung fertiggestellt. „Es geht aber auch aufwändig mit vier bis fünf Stunden Arbeit“, erläutert er. Wenn etwa Muster eingeprägt werden sollen. In der Regel näht er die Schlaufen mit Leinenzwirn zusammen statt sie zu nieten. Eine Nietmaschine mit verschiedenen Einsätzen für Druckknöpfe steht aber auch auf seiner Arbeitsfläche.

Zuerst steht die Auswahl der richtigen Farbe an. Soll der Gürtel in Schwarz sein oder in einem angenehmen, dunklen Rotbraun? Natürlich will auch die richtige Länge gefunden werden. „Ich mag es nicht, wenn das Ende so rumschlabbert“, plädiert Derikatz eher für eine kurze Ausführung mit fünf Löchern. Wo die Enden überlappen, „schneide ich das Leder dünner“, sagt er. Die Schlaufe muss festsitzen.

Auch werden die Kanten von ihm zugeschnitten. Damit diese nicht ausfasern, arbeitet er mit extrem scharfen Skalpellen. „Es ist eine Kunst, diese scharf zu halten“, erläutert Derikatz. Zum Vernähen nutzt er als nachwachsenden Rohstoff Leinenzwirn und keinen Polyesterfaden. „Damit arbeite ich schon seit 36 Jahren“, so der Ledermacher. Die Punziereisen schlägt er mit einem Rohhauthammer ins Leder, den ihm ein Freund gedrechselt hat. Die Haut wiederum wurde von Indianern hergestellt. Zuletzt kommt das eigene Lederfett drauf.

Etwas Besonderes sind laut Frank Derikatz die aufwändigen Prägearbeiten auf Leder. Je nach Auftrag fertigt er dafür Zeichnungen am Computer an, bevor diese mit 20 Tonnen eingeprägt werden. „Eine Herausforderung“ war für ihn auch eine Messerscheide für ein ganz spezielles Schneidewerkzeug. Von Hand nähte er das Leder dreilagig zusammen.

Übers Wochenende kamen etliche Besucher in sein Atelier. „Die waren sehr interessiert an meinen Techniken und Produkten“, freute er sich. Es sei spannend, „dass jemand überhaupt noch so arbeitet“, bekam er als Rückmeldung. Aus Heppenheim, Weinheim, aber auch aus dem Fränkischen reisten die Gäste an. „Ich suche immer noch Lücken, wo ich mich verbessern kann“, meint Derikatz. Aber inzwischen wird das immer schwieriger, lacht er.

Sein Sortiment ist breit gefächert: Da sind Sattelbezüge oder Harleytaschen für Biker dabei, aber auch Schreibtischauflagen, Brillenetuis und -bänder, Portemonnaies in rustikalem Look, Handy- oder Pferdetaschen. Hundehalsbänder und -leinen gehören ebenso zu seinem Sortiment. Für seine Waren hat Derikatz ganz hohe Qualitätsansprüche.

„Alles wird in Handarbeit hergestellt“, lässt er keine Maschine daran. Der Lederer verwendet „nur naturgegerbtes Leder mit Zertifikat“, dessen Herkunftsort eindeutig bestimmt werden kann. Martina Seibel präsentierte daneben ihre Bilder mit Naturmotiven wie Bienen, Blumen und Vögeln. Kaffee, Tee, Kuchen, Kekse, Minzwasser und Muffins rundeten die Ausstellung ab.

Info: Frank Derikatz/Martina Seibel, Feriendorf 40, Wald-Michelbach, Telefon 06207/605744, E-Mail lifeculture@gmx.de, http://www.lifeculture.eu

Wald-Michelbacher Feuerwehr simulierte bei Inspektionsübung die Explosion in einer Biogasanlage auf dem Hartenroder Petershof

„In der Summe war es eine hervorragende Übung“, zollte Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani den 43 Wald-Michelbacher Wehrleuten sein Lob. Die hatten am Petershof in Hartenrod eine Explosion im Fermenter, der (noch nicht existenten) Biogasanlage, im Rahmen einer Inspektionsübung simuliert. „Das ist kein einfaches Objekt“, meinte Capuani. Es sei gut, wenn man damit umzugehen wisse, betonte er mit Blick auf die Zunahme von Anlagen dieser Art. Er dankte der Familie Gölz, die ihren Hof zur Verfügung stellte.

Einsatzleiter Matthias Gutfleisch hatte sich mit einer Methanexplosion in der Biosgasanlage auseinander zu setzen. Über den Funkenflug entstand in der Übungsannahme ein Brand am Wohngebäude, das an den Stall angrenzt. Die Hauptaufgabe, so Gutfleisch, „war eine Riegelstellung aufzubauen“. Zuerst sei noch unklar gewesen, wie viele Personen sich im Gebäude aufhielten oder verletzt waren. Deshalb wurde das Löschfahrzeug (LF) 20 zur Menschenrettung eingesetzt.

Danach kamen das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 16 zusammen mit Rüstwagen und Feuerwehrleiter AL 18 zum Einsatz, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) setzte Gutfleisch ein, um aus der Zisterne Wasser zu entnehmen. Mit Hilfe des Schlauchwagens wurde aus dem Hartenroder Hydranten über eine längere Strecke eine Doppelleitung an den Einsatzort gelegt. „Die Versorgung klappte gut“, freute sich der Einsatzleiter.

Der Gerätewagen Messtechnik (GW-Mess) war dafür zuständig, Luftmessungen vorzunehmen. Damit sollte festgestellt werden, ob es über dem Einsatzort noch eine explosive Atmosphäre gibt. Im weiteren Verlauf alarmierte Gutfleisch Kräfte nach, um den Brand im Fermenter zu bekämpfen. Von beiden Seiten her rückten die Brandschützer dem „Brand“ am Wohnhaus zu Leibe.

„Der Plan ist aufgegangen“, lobte der GBI. Capuani hatte nur Kleinigkeiten zu bemängeln, die vom stellvertretenden Kreisbrandinspektor Werner Trares unter dem Gelächter der Wehrleute aber teilweise relativiert wurden. Er beobachtete ein „verhaltenes Übungstempo“, meinte der Feuerwehr-Chef aus Wald-Michelbach. „Wenn es heiß unterm Hintern wird, gehe ich davon aus, dass es auch schneller geht“, flachste er. Trares führte augenzwinkernd das etwas gemächlichere Herangehen auf den Sicherheitsaspekt in einem unwegsamen Gelände zurück.

Man habe lange um die Anschaffung einer zweiten Wärmebildkamera gekämpft, sagte Capuani weiter. Deshalb sollte diese doch bitte auch zum Einsatz kommen und nicht im Fahrzeug liegen bleiben, meinte er. Die Fahrzeugaufstellung war seiner Meinung nach etwas ungeschickt, da Straße und Hof blockiert wurden.

„Der Einsatzbefehl war super“, betonte Capuani jedoch. Es habe eine „klare Ansprache“ gegeben. „Die Leute wussten, was zu tun ist.“ Insgesamt gesehen lobte der GBI: „Hut ab, das war eine tolle Sache.“ Trares sekundierte: „Eine sehr schöne Übung.“ Er beglückwünschte Bürgermeister Sascha Weber für die „tolle Truppe“.

Der Rathauschef gab das Kompliment gerne weiter. Er dankte den Brandschützern für ihr Engagement im Dienst der Mitmenschen in ihrer Freizeit. Eine Biogasanlage gebe es bereits in der Gemeinde, eine zweite kommt auf dem Petershof dazu, eine dritte ist in Planung, meinte er. Deshalb habe dieses Szenario eine immer größere Bedeutung. „Es ist gut, dass so etwas frühzeitig eingeübt wird“, sagte Weber.

Ortsvorsteher Stefan Assmann freute sich über die „Demonstration der Schlagkraft“ auf dem Petershof. „Wir können uns in Hartenrod auf euch verlassen“, dankte er den Wehrleuten. Neben einigen Zaungästen, auch aus Gemeindevertretung und -vorstand, wohnten ebenso die Kommandanten der Ortsteilwehren der Übung bei. Zum Abschluss gab’s dann die verdiente Stärkung in Form von Fleischkäs-Brötchen und Getränken.

Thomas Johann ist 40 Jahre bei der Wald-Michelbacher Feuerwehr aktiv

Bürgermeister Dr. Sascha Weber, li., hatte zur Feuerwehr-Inspektionsübung nach Hartenrod an den Petershof auch eine hochkarätige Urkunde mitgebracht. Thomas Johann ist bei der Wald-Michelbacher Feuerwehr schon seit 40 Jahren im aktiven Dienst. Er konnte nicht beim abendlichen Kameradschaftsabend in Kreidach dabei sein, deshalb wurde ihm die hohe Auszeichnung schon nachmittags überreicht. Weber würdigte die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen und seine Freizeit zu opfern. „Das ist schon etwas Besonderes“, meinte er mit Blick auf die lange Dienstdauer in der Einsatzabteilung. Er verlas das Dankesschreiben von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, das auch auf die Anerkennungsprämie Bezug nahm. Dazu gab’s noch eine Urkunde, die von Innenminister Peter Beuth unterzeichnet war. Gratuliert wurde dem Jubilar daneben von Gemeindebrandinspektor Peter Capuani (2.v.r.) und dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Werner Trares (re.).

Viele Ehemalige schwelgten beim Treffen am Überwald-Gymnasium in Erinnerungen

Es war richtig viel los. Vor allem am späteren Abend, als die beiden Bands aufspielten, drängten sich die Ehemaligen in der Aula des Überwald-Gymnasiums (ÜWG). Aus allen Ecken und Enden der Region und selbst aus Übersee waren sie angereist, um sich mit den damaligen Mitschülern auszutauschen und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Die weiteste Anreise hatte Thilo Kunkel aus Philadelphia, Abijahrgang 2001.

Das Konzept aus dem vergangenen Jahr hatte sich bewährt: Über alle zur Verfügung stehenden Kanäle hatten die Organisatoren Werbung gemacht und damit einen schönen Erfolg. Denn 2015 krankte die Veranstaltung noch ein wenig am mangelnden Interesse und war über eine Fortführung nachgedacht worden.

Wie immer waren Jubiläumsjahrgänge dabei. Dieses Mal einer mit Ex-Bürgermeister Joachim Kunkel und OZ-Fotograf Fritz Kopetzky, die vor 40 Jahren ihr Abi am ÜWG gemacht hatten. Auch der Jahrgang 1997 war stark vertreten. Den Preis für die größte Gruppe sicherte sich aber aktuelle Abi-Jahrgang von 2017. Die ausgelobten Preise für die weiteste Anreise, den ältesten und den größten Jahrgang bildeten eine Neuerung in diesem Jahr. Auch neu war die Popcorn-Maschine des Fördervereins.

Das Ganze fand dieses Mal wieder nur in der Untergeschoss-Aula statt, damit sich die Gäste nicht im ganzen Gebäude verloren. Gut genutzt wurde der neue Außenbereich, wo der Bratwurst-Grill glühte und sich viele versammelten, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Auch die gerade sanierte Sporthalle stieß auf großes Interesse. Wie überhaupt die Ehemaligen sehr angetan waren von den Veränderungen in den vergangenen Jahren, als das ÜWG aufwändig renoviert worden war.

Natürlich durften die musikalischen Flaggschiffe des ÜWG nicht fehlen: Die Big Band unter Sebastian Schertel, etwa 25 Musiker ab Klasse 7 aufwärts, spielte ihr bewährtes Repertoire aus Musical- und bekannten Popstücken. Unter anderem dabei: „Somewhere over the rainbow“, „Stairway to heaven“ oder „Memory“ aus dem Musical Cats.

Zu hören war auch die Irish-Folk-Bank „Pub of Éire“ unter der Leitung von Thomas Braun. Traditionell war der Song „Wild Rover“, aber auch „Don’t be so shy“ oder „Wonderwall“ von Oasis gehörten zum Repertoire. Zwischendurch und danach war mit Musik „aus der Dose“ dafür gesorgt, dass alle Geschmäcker bedient wurden. Von Helene Fischer über Abba bis hin zu Hip Hop oder Rockmusik aus verschiedenen Jahrzehnten war alles dabei.

Das Ehemaligentreffen bei freiem Eintritt finanziert sich aus dem Erlös von Ausschank und Essen. Die Bewirtung erledigte in bewährter Manier der Förderverein, unterstützt durch den Q3-Jahrgang, die 12. Klasse. Die kümmerte sich auch um Auf- und Abbau sowie den Küchendienst. Auf Seiten der Schule organisierten Katrin Gölz, Susanne Arnold und Sebastian Schertel die Veranstaltung, vom Förderverein wirkten Beate Schinkoweit und Claudia Grohmann mit. Bar, Bonkasse und Eingang wurden durch Lehrkräfte besetzt. Die Technik AG sorgte dafür, dass es bei Ton und Licht nicht klemmte.

Wie schon aus dem Vorjahr bekannt boten Schulleiter Reinhard Fahrenholz und sein Stellvertreter Udo Schäfer sowie Martin d’Idler Führungen durch Gebäude an. Seitdem dort die Sanierungsarbeiten fertiggestellt sind, präsentiert es sich in einem völlig neuen Licht und ist für frühere Jahrgänge kaum noch wiederzuerkennen. Aktuell abgeschlossen wurden die Arbeiten in der Sporthalle. Mittelfristig soll auch der Rest der alten Gebäudeteile saniert werden.

 

Den Ehemaligen ist eines gemein: das Erstaunen darüber, wie sich das Überwald-Gymnasium in den vergangenen Jahren durch die verschiedenen Sanierungen verändert hat. Bürgermeister Sascha Weber, auch ÜWG-Schüler, kam mit Katrin Gölz ins Gespräch über die zahlreichen Veränderungen. „Die Cafeteria entstand erst später, als ich schon weg war“, meinte er. Damals gab es nur einen Pizza-Verkauf über die SMV und den Hausmeister-Kiosk. Die Frikadellen sind Weber gut im Gedächtnis geblieben. Die neuen naturwissenschaftlichen Räume fanden sein besonderes Lob. Aus den ehemaligen Jungs-Toiletten wurde das MIZ, lachte er.

17 Schüler waren es vor 40 Jahren in seiner Klasse, erinnerte sich Ex-Bürgermeister Joachim Kunkel. Er war im letzten Jahrgang vor Einführung des Kurssystems. Neun von den damaligen nahmen an der Führung teil. Den Jahrgang hat es teilweise weiter weg nach Karlsruhe, Mainz oder Ulm verschlagen, „einige blieben auch in der Region“, so Kunkel. Als Siebtklässler „sind wir ins neue Gebäude eingezogen“, erinnerte er sich. Zuerst war die Klasse im Kaiserhof angesiedelt, dann in der ehemaligen Grundschule.

Die großen Investitionen der vergangenen Jahre sind spürbar, meinte Kunkel. Die heutige Raumsituation sei überhaupt nicht mehr vergleichbar mit früher, obwohl es damals auch eine neue Schule war. Andererseits gebe es heute ganz andere Standards. Ihn freue es zu sehen, unter welchl guten Bedingungen heute am ÜWG gelernt werde.

Nicole Scholl, die vor 26 Jahren ihr Abi in Wald-Michelbach machte, lobte die schöne Atmosphäre in der „kleinen gemütlichen Schule“. Wenn es Probleme gebe, könne man sie direkt ansprechen. Das funktioniere viel besser als in einem Massenbetrieb. „Für mich war die Schule noch gechillter“, meinte sie mit Blick auf ihre Tochter Laura, die noch das G8 absolvieren muss. Mit Blick in die Runde schmunzelte sie „Es gibt Lehrer, die immer noch da sind“. Das ÜWG damals und heute sei kaum mehr zu vergleichen.

 

Preisverleihung

Weiteste Anreise: Thilo Kunkel aus Philadelphia, USA (Abijahrgang 2001)

Ältester teilnehmender Abijahrgang: Hans Helfrich (1966). Seine Enkeltochter Selina ist im Moment am ÜWG und hatte mit der Big Band einen Auftritt. Er selbst war auch Musiklehrer.

Gewinn: jeweils eine ÜWG-Tasse und ein Zehn-Euro-Gutschein.

Größter Jahrgang, der fast komplett vertreten war: 2017. Gewinn: ein Kasten Bier

Feier zum 50-jährigen Bestehen des Feuerwehrhauses in Ober-Schönmattenwag am 24. September

Die beiden Feuerwehr-Vereine aus Ober- und Unter-Schönmattenwag veranstalten am Sonntag, 24. September, von 10.30 bis 19 Uhr am Feuerwehrhaus in „Owwer“ (Hansengasse) einen „Tag der Feuerwehr“. Gleichzeitig wird in diesem Rahmen das „50. Jubiläum des Feuerwehrhauses“ begangen. Hintergrund des Festes ist die erfolgreiche Zusammenlegung der beiden Einsatzabteilungen. Gleichzeitig soll der damalige Bau des Feuerwehrgerätehauses im oberen Ortsteile durch viele freiwillige Helfer gewürdigt werden. Es gibt ein großes Rahmenprogramm.

Die musikalische Umrahmung geschieht durch die Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach. Zu sehen ist das Löschfahrzeug LF10 KatS aus Hirschhorn als zukünftiges Fahrzeug für Schönmattenwag. Es gibt verschiedene Spritzspiele für Kinder unter Betreuung der Jugendfeuerwehr, eine Schauübung der Einsatzabteilung und eine Hüpfburg. Dazu werden Bilder von damals und heute zu sehen sein: eine Präsentation vom Bau des Feuerwehr-Gerätehauses vor 50 Jahren und die Vorstellung der aktuellen Planungen zum Um- und Anbau des neuen Gerätehauses der Schönmattenwager Wehr am Haus des Gastes.

Die Kerwe-Band „Ourewäller Uurumbl“ tritt unplugged auf. In der Besetzung Mara Mottl (Gitarre), Benedikt Breitwieser (Bass), Janina Becker (Keyboards/Ziehharmonika), Tobias Walter (Cajon/Schlagzeug) sowie Timo Walter und Steffi Walter (Gesang) gibt’s ein buntes Potpourri an Liedern zu hören. Auf „Bitte mit Sahne“ folgen auch diverse Rocksongs. Steffi Walter gibt bei „Die Hölle morgen früh“ die Helene Fischer. Katja Ebsteins „Wunder gibt es immer wieder“ ist ebenso auf der Setliste wie „Verdamp lang her“ von BAP. Zum Schluss hin schlagen die sechs dann eine etwas rockigere Gangart ein, soweit es unplugged „funktioniert“.

Zur Geschichte: Im Jahresbericht vom 26. Februar 1966 ist zu lesen, dass ernsthaft über den Neubau eines Gerätehauses diskutiert und nachgedacht wurde. Zuvor war das einstmalige Spritzenhaus im alten Gemeindehaus bei der ehemaligen Schule untergebracht. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Aktiven das neue Gerätehaus in Eigenarbeit erstellen. Mit dem Abbruch des Anwesens Fuhr wurde im März 1966 begonnen.

Nachdem viele Stunden mit der Herrichtung des Platzes aufgebracht worden waren, war Baubeginn des neuen Hauses am 1. Juni. Das Richtfest fand bereits am 10. September 1966 statt. Damit wurde ein Markstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Schönmattenwag gesetzt. Insgesamt wurden rund 10.000 freiwillige Arbeitsstunden bis zur Fertigstellung geleistet. Viele Ortsbürger waren fast jeden Samstag auf der Baustelle, um das Werk zu vollenden.

Auf einer außerordentlichen Feuerwehrvereins-Versammlung am 27. August 1966 wurde festgelegt, dass die Einweihung mit Bannerweihe vom 5. bis 7. August 1967 in größerem Rahmen stattfinden sollte. Zur Einweihung erschien viel Prominenz: stellvertretender Kreisbrandinspektor Schwöbel, Bezirksbrandmeister Zerbe, Kreisbranddirektor Rittersberger, Kreisbeigeordneter MdL Adam Schmitt und Stadtbaumeister Kern, der für die Planung verantwortlich zeichnete.

Dem Ortsbrandmeister Georg Jeck, damals auch Bürgermeister des noch selbständigen Gemeinde, wurde in Anerkennung seiner Verdienste das Feuerwehrkreuz in Silber verliehen. Brandschutzehrenzeichen erhielten: Georg Jeck, Georg Brehm, Reinhold Korfant, Hans Beckenbach und Heinrich Kramer. Die Bannerweihe erfolgte durch Dekan Trautmann, Zotzenbach. Zum Festzug waren 20 befreundete Wehren mit acht Spielmannszügen erschienen. Insgesamt kamen zu den Festtagen 52 Wehren. Ein Zeichen mehr dafür, wie gute Zusammenarbeit in freundschaftlicher Form gelingen kann.

Etliche Jahre später gab es noch einmal Grund zum Feiern: Das Feuerwehrgerätehaus wurde erweitert. Auch hier gab es wieder viel ehrenamtliche Leistung: 3000 freiwillige Arbeitsstunden erstpaarten der Gemeinde damals 120.000 Mark. Dies würdigte der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Dietrich bei der Einweihung in lobenden Worten.

Die im Erdgeschoss liegenden Räume für zwei Fahrzeug- und Geräteboxen wurden im Zuge dieser Arbeiten vergrößert. Installiert wurde auch eine neue Heizungsanlage, außerdem Dusche und weitere Toilettenräume eingerichtet. Der Unterrichts- und Mannschaftsraum im Obergeschoss wurde großzügiger gestaltet. Die Erweiterung wurde damals als „Meilenstein in der Geschichte der Brandschützer“ bezeichnet.

Programm Tag der Feuerwehr/50 Jahre Gerätehaus Ober-Schönmattenwag: 10.30 Uhr Start, 11 Uhr Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach, 12 Uhr Mittagstisch, ab 14 bis etwa 16.30 Uhr Aktionen und Spiele für Kinder, 15 Uhr Schauübung der Einsatzabteilung, 16 Uhr Ourewäller Uurumbl unplugged, ganztägig Fahrzeugausstellung, Ende gegen 19 Uhr.

Immer im Dienste der Mitmenschen tätig: Sozialstation Diakonie Überwald und Hospizdienst Odenwald

Im Dienste der Mitmenschen sind die Sozialstation Diakonie Überwald und der Hospizdienst Odenwald tätig. Beide sind am Wald-Michelbacher Solardraisinen-Bahnhof ansässig und präsentierten sich jetzt auf dem Gassenmarkt mit ihren (Betreuungs-)Angeboten. Die Sozialstation ist in der Tagesbetreuung für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz tätig. 27 Ehrenamtliche sind in ihr aktiv.

Die Tagesbetreuung der Diakonie unter dem Titel „Café am Bahnsteig“ bietet den pflegenden Angehörigen eine Möglichkeit, ihren persönlichen Freiraum zu erweitern, aber dennoch ihre Lieben in guten und kompetenten Händen zu wissen. Für die Betreuungsgäste wird eine soziale und medizinische Betreuung sowie Beschäftigung geboten. Das Team besteht aus speziell geschulten Betreuern. Das Angebot umfasst Spiele, Gedächtnistraining, Musizieren, Ausflüge und Spaziergänge – alles individuell abgestimmt.

Als Diakoniestation ist es den Mitarbeitenden ein besonderes Anliegen, nicht nur in dem von den Pflege- und Krankenkassen vorgegebenen Zeitrahmen für die Betreuten da zu sein. Zeit für Gespräche mit der vertrauten Pflegekraft sowie Hilfe bei besonderen seelischen Belastungen ermöglicht der Förderkreis, der von den Spenden der Bevölkerung aus dem Einzugsgebiet getragen wird, erläutert Birgit Kesberger, Verantwortliche für das „Café am Bahnsteig“. Über 30 Jahre ist die Diakonie schon vor Ort.

Der ehrenamtliche Hospizdienst kümmert sich um die Begleitung von sterbenden und trauernden Menschen. Er ist mit Sitz in Wald-Michelbach in den Überwald-Gemeinden, im Weschnitztal und in Lindenfels aktiv. Die Einrichtung befindet sich in Trägerschaft des evangelischen Dekanats Bergstraße. Felicia Schöner als neue Koordinatorin wirkt seit April an die Spitze. „Wir wollen die Menschen am Ende des Lebens nicht allein lassen“, sagt sie.

Schöner hatte bereits als Therapieleiterin im Pflegeteam Odenwald eng mit ihrer Vorgängerin Anneliese Pappe-Fischer zusammengearbeitet, die im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging. Die neue Leiterin ist neben der Koordination für die Arbeit der Ehrenamtlichen zuständig. Diese werden für die Sterbebegleitung intensiv geschult. „Ehrenamtliche werden immer gesucht“, betont Schöner.

Der Hospizdienst Odenwald ist ein ambulanter Dienst. Etwa die Hälfte der Sterbebegleitungen erfolgt in 14 Seniorenheimen und jeweils zwei Heimen für psychisch Erkrankte sowie Schädel-Hirn-Traumatisierte. Bei der anderen Hälfte begleitet der Hospizdienst Sterbende zu Hause. Er wird aktiv, wenn er gerufen und um Sterbebegleitung gebeten wird. Religion, Konfession, Herkunft oder Hautfarbe spielen dabei keine Rolle.