Großer Bedarf in Wald-Michelbach an Kita-Plätzen für Unter-Dreijährige

„Wir wollen das Angebot der Kinderbetreuung in der Gemeinde weiter stärken“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wingerter zum Abschluss des Besuchs in der Heinrich-Schlerf-Kindertagesstätte, zu dem sich im Rahmen der Sommertour Mitglieder aus Fraktion und Vorstand im Schlesierweg eingefunden hatten. Eine umfassende Betreuungsmöglichkeit auch für die Kleinsten sah Wingerter als wichtigen Standortfaktor, damit sich Familien zum einen hier niederlassen, zum anderen im Überwald auch wohnen bleiben.

Beatrix Boshoven-Krämer wusste aus der Besichtigung durch den Jugend- und Seniorenausschuss vor einiger Zeit, dass es immer ein paar Wünsche des Kindergartenteams gab. Aktuell, so Leiterin Ulrike Schork, hätte man gerne eine Matschschleuse. In der können sich die Kinder dann umziehen, wenn sie vom Spielen reinkommen. Sie hofft dabei zum einen auf Mittel der Schlerf-Stiftung, zum anderen auch auf eine Unterstützung der Gemeinde.

Thematisiert wurden im Gespräch nach der ausführlichen Vorstellung des Kindergartens die Elternbeiträge. Hier hatte es nach der Bekanntgabe der sechsstündigen Beitragsfreiheit durch das Land zuerst Verwirrung gegeben, weil es von Seiten des Kreises wohl hieß, dass die bisher getragenen zusätzlichen Kosten für einen Ganztagsbesuch nicht mehr übernommen würden. Schork zufolge sei es dadurch zu Ummeldungen von Ganztagskindern hin zum Sechs-Stunden-Besuch gekommen, um Geld zu sparen.

Inzwischen wurde das Problem behoben, meinte Wingerter, und die Situation geklärt. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Sozialdemokraten sowieso für eine komplette Gebührenfreiheit des Kindergartenbesuchs eintreten. Die genannten Unsicherheiten zeigten zusätzlich, dass eine solche Lösung – neben der Entlastung der Eltern – die sinnvollste Variante sei.

Vom Fraktionsvorsitzenden wurde daneben der aktuelle Bedarf angesprochen. Ende Mai seien 64 Kinder auf der Warteliste für die gemeindlichen und konfessionellen Kindergärten gewesen. Ulrich Schork sagte, es sei ein ständiges Kommen und Gehen. Manchmal meldeten Eltern ihre Sprösslinge auch doppelt an, um auf jeden Fall einen Platz zu bekommen. Sie nannte zum Stichtag 1. Oktober 21 Drei- und sechs Zweijährige auf der Liste. Der Bedarf an Plätzen für Unter-Dreijährige steigt ihren Worten zufolge ständig an. Was für die Gemeinde bedeutet, dass sie im kommenden Jahr eventuell drei zusätzliche Gruppen schaffen muss, so Wingerter.

Thomas Langer sprach den Mangel an Erzieherinnen an. Das konnte Schork nur bestätigen. Es sei sehr schwierig, qualifiziertes Personal zu bekommen. Um erfreulicher ist es für sie, dass es für die U3-Gruppen entsprechend ausgebildete Mitarbeiterinnen in den Reihen gibt. Bei der Einstellung schaue man immer darauf, betonte sie.

Ulrike Schork hatte zuvor mit drei Mitarbeiterinnen die Kita vorgestellt. In fünf Gruppen gibt es 112 Plätze. 18 Kinder sind unter drei Jahren, der Rest zwischen drei und sechs Jahren alt. Früher gab es nur eine Nestgruppe für die Jüngeren, „aber der Bedarf steigt ständig an“, sagte sie. Der Kindergarten sei eine halboffene Einrichtung. Für Aktivitäten meldeten sich die Kinder bei den Erzieherinnen ab. Alle zehn Minuten wird aber immer nach ihnen geschaut, was sie machen.

„Alle Kinder sind den ganzen Tag angemeldet“, betonte sie. Etwa 85 bis 90 frisch zubereitete Essen wird mittags verzehrt. In den Familien geht das gemeinsame Essen immer verloren, beobachtete Schork. Sie stellte deshalb fest: „Schon die Zweijährigen genießen es, mit den anderen zu essen.“ 15 Erzieherinnen plus die freigestellte Leiterin sind in der Kita tätig, die jeden Tag außer Freitag von 7.15 bis 17 Uhr geöffnet hat. Dazu kommen viele Praktikantinnen.

Auf Grundlage des hessischen Bildungs- und Erziehungsplans arbeitet die Schlerf-Kita mit dem schrittweisen Berliner Eingewöhnungsmodell für die Jüngsten. Zweijährigen brauchen laut Schork etwa zwei bis drei Wochen, bis sie Vertrauen zur Bezugserzieherin gefasst haben, bereit sind, sich zu öffnen und teilzunehmen.

Ganz wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, betonten die Erzieherinnen. Die beginnt schon bei der Anmeldung. „Wir begleiten, geben Anregungen, Tipps, Rückmeldungen.“ Die Eltern, so die Beobachtung, wünschten sich viel, gäben manchmal aber auch viel an den Kindergarten ab, was eigentlich Sache der Erziehungsberechtigten sei. „Das können wir nicht leisten.“ Die Eltern haben teilweise „ganz andere Ideen, was die Kita mit den Kindern machen soll“, schmunzelte Schork. Die Antwort: „Wir sind die Fachleute.“

Erläutert wurden im Anschluss die zahlreichen Angebote. So wird Bewegung groß geschrieben, geht es einmal im Monat in den Wald oder gibt es Freispielmöglichkeiten. Marte Meo, die Stärkung der eigenen Stärken, Sprachförderung und etliche andere Fördermöglichkeiten kamen zur Sprache. Eine Führung durch die Räume schloss sich an.

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Fünftklässler der Bachmann-Schule trainieren Sicherheit im Straßenverkehr

Auch in diesem Jahr besuchte der ADAC wieder die neuen fünften Klassen der Eugen-Bachmann-Schule und führte einen Workshop zum Thema „Achtung Auto!“ in der Straße „Spechtbach“ durch. Die wurde dafür vom Bauhof der Gemeinde extra gesperrt. Wie schnell kann das Auto zum Stehen kommen? Wie lang ist der Bremsweg? Solche und weitere Fragen testeten die Schüler mit ihren Klassenlehrerinnen und einem ausgebildeten Moderator des ADAC selbst durch praktische Übungen und Demonstrationen.

Außerdem sollten sie durch das Aufstellen von Verkehrshütchen den Bremsweg eines Fahrzeugs bei einer Vollbremsung einschätzen, wenn es 30 Stundenkilometer schnell ist. Man konnte den Kindern die Überraschung anmerken, als das Auto an ihren aufgestellten Pylonen vorbeirutschte und erst ein ganzes Stück später vollständig zum Stehen kam. Nur wenige hatten den Bremsweg im Vorfeld einigermaßen richtig eingeschätzt.

Die Schüler erlebten den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Bremsdauer und erarbeiteten anschließend gemeinsam die Faustregel „Reaktionszeit und Bremsweg ist gleich Anhalteweg“. Diese soll ihnen zukünftig helfen, den Anhalteweg von Autos besser einzuschätzen. Als Highlight durften die Fünftklässler ins Auto des ADAC-Mitarbeiters einsteigen und eine Vollbremsung bei 30 km/h erleben. Dabei lernten sie auch die lebensrettende Bedeutung der ordnungsgemäßen Sicherung im Fahrzeug kennen, denn das vorschriftsgemäße Anlegen des Sicherheitsgurtes hielt sie dabei in ihren Sitzen.

Das Programm „Achtung Auto“ trägt dazu bei, Schülern kritische Situationen im alltäglichen Straßenverkehr zu verdeutlichen, Unfallgefahren zu erkennen und durch vorausschauendes Handeln richtig zu reagieren, bilanzierte Schulleiter Thomas Wilcke.

Beim Pfarrfest: Verabschiedung nach mehr als 40 Jahren im Kindergarten

. Sie sah ganze Generationen von Kindern aufwachsen, für viele Dreijährige und später sogar noch jüngere Pimpfe ist/war sie „das“ Gesicht des Kindergartens St. Marien: Elfriede Schwöbel. Jetzt geht sie nach mehr als vier Jahrzehnten an der Spitze des Kindergartens in den Ruhestand und wird feierlich beim Pfarrfest von St. Johannes der Täufer am Sonntag, 23. September, verabschiedet. Gleichzeitig wird in diesem Rahmen die neue Leiterin Sabine Heutz begrüßt.

Erstmals beginnt in diesem Jahr das Pfarrfest mit dem Gottesdienst um 10.30 Uhr bereits im Haus des Gastes. Beim Familiengottesdienst steht das Thema „Danke/Erntedank“ im Mittelpunkt. Pfarrer Peter Pristas wird ihn mit der Gemeinde feiern und sicherlich in seiner bekannt herzlichen Art die Kinder in die Feier mit einbeziehen. Beim Gottesdienst werden die Erntegaben, die Früchte der Erde, gesegnet. Jeder ist aufgerufen, sein Erntekörbchen mit Früchten aus dem Garten und vom Feld mitzubringen. Fröhliche Lieder laden zum Mitsingen und Mitfeiern ein.

Beim Familien-Duell am Nachmittag sollen mehrere kleine Teams gegeneinander antreten. Ein Team sollte aus vier bis sechs Personen – idealerweise zwei bis drei Familien – bestehen. Es gilt dann, vier unterschiedliche Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Auf den Sieger wartet die Einladung zu einem außergewöhnlichen Event. Wer Lust hat mitzumachen, kann schon jetzt sein Team zusammenstellen und sich unter E-Mail info@pfarrgruppe-ueberwald.de anmelden.

Nach dem Gottesdienst unterhält die Blasmusik Schimmeldewog in der Mittagszeit die Gäste, wenn das Beste auch Küche und Keller aufgetischt wird. Bereits kurz nach 13 Uhr geht das unterhaltsame Programm weiter. Es singen dann der MGV-Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ und der Frauenchor des MGV Sängerbund. Mit „Danke Elfriede Schwöbel“ verabschiedet die große Gemeinde im Anschluss die Kindergarten-Leiterin nach mehr als 40 Jahren. „Herzlich willkommen Sabine Heutz“ heißt es für die neue „Chefin“. Umrahmt wird dieser Teil natürlich von den Kindergartenkindern.

Viel Spaß wartet auf die, die beim Familienduell mitspielen. Die Tanzgruppe „Limited Edition“ ist ein weiterer Höhepunkt an diesem Nachmittag. Die Speisekarte ist bekannt gut gefüllt. Schnitzel mit Spätzle, Würstchen und Salate zum Mittagessen, Kuchen, kühle Getränke, Kaffee und die Cocktailbar der Ministranten – es wird also niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen. „Wir freuen uns, wenn viele unsere Einladung zu diesem Fest annehmen“, betont Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Staat.

SPD Wald-Michelbach: Freude über den großen Mitgliederzuwachs

Bei der SPD läuft’s: „Wir haben dieses Jahr schon zehn Neumitglieder begrüßt“, freute sich Vorsitzender und Bürgermeister Dr. Sascha Weber beim Herbstfest. Das feierten die Sozialdemokraten traditionell auf der Hofwiese vor dem Einhaus. Während aus dem Gebäude heraus die Getränke verkauft wurden, spuckte das Backhaus die „klassischen“ und vegetarischen Flammkuchen aus. Katrin Gölz und ihr Freund (reiche ich nach oder diesen Satz streichen) kümmerten hier sich das leibliche Wohl.

Schon vor dem offiziellen Beginn fanden sich ein paar Gäste ein, die natürlich auch gerne bewirtet wurden. Zwischen 18.30 und 19 Uhr füllte sich dann langsam, aber stetig der Platz. „Wir haben eine schöne Resonanz verzeichnet und sind zufrieden“, so Weber zusammenfassend im Nachklapp. Als es am Abend langsam kühler wurde, rückte man enger zusammen und saß noch länger auf den Bänken zusammen.

Drei Neumitglieder bekamen ihr Parteibuch sogar in Berlin. Denn eine große Delegation aus Wald-Michelbach war auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht in die Bundeshauptstadt gereist, um dort den Politikbetrieb aus nächster Nähe kennenzulernen. „Wir haben bereits vor zwei oder drei Jahren angefragt, jetzt waren endlich ein paar Plätze frei“, bedeutete die Reise Weber zufolge ein schönes Zusammentreffen für die frisch zur SPD gestoßenen.

Früher, zu Lebzeiten von Günter Mackowiak, hieß das Herbstfest mal „Jazz in der Gass“ und zog über die Partei hinaus viele Gäste aus der Großgemeinde an. Nach dessen Tod 2011 ging man zuerst zu einem zweijährigen Rhythmus abwechselnd mit dem Kartoffelfest über. Der neue Vorstand wollte an die alte Tradition anknüpfen, sie aber etwas modernisieren, erläuterte Weber. So gibt es jetzt jedes Jahr eine andere musikalische Richtung. Dieses Jahr war das Gitarren-Duo „Pick it up“ mit altbekannten Rock- und Pop-Klassikern zu Gast.

Aber auch die Kartoffeln kamen nicht zu kurz. Vorsitzender Gerhard Ader vom Kocherbacher Verein für ökologische Landwirtschaft Luna hatte einen Anhänger mit frisch geernteten Erdäpfeln dabei, die an die Besucher verkauft wurden. „Die sind durch die Dürre zwar etwas kleiner als in den Vorjahren, aber umso wohlschmeckender, da die ganze Kraft in der kleinen Knolle ist“, erklärte er.

Fraktion und Vorstand freuten sich über den zahlreichen Besuch auf der Hofwiese, zu dem sich auch die Landtagsabgeordnete Karin Hartmann gesellte. Neben den bundespolitischen Themen (Stichwort Chemnitz) standen vor allem Wald-Michelbacher Aufreger und Ereignisse im Vordergrund. Da ging es zum einen um die fehlenden Kindergartenplätze und die Bemühungen der Gemeinde, für Abhilfe zu sorgen. Zum anderen wurde die geplante Sperrung der Landesstraße hoch zur Kreidacher Höhe thematisiert. Vorfreude gab es auch auf den Gassenmarkt, denn das Herbstfest findet immer am Freitag vor dem Großereignis im Überwald statt.

Nach etlichen aufgeregten Monaten „ist innerparteilich im neuen Vorstand nun Ruhe eingekehrt“, sagte Weber. Er lobte die gute Zusammenarbeit. „Alle sind motiviert“, hob er hervor. Auch bei den Mitgliedern komme die Konzentration auf die Sacharbeit gut an. Es läuft derzeit noch die Sommertour von Fraktion von Vorstand und Fraktion, in deren Rahmen  später noch der Draisinenbahnhof besichtigt werden soll.

So viele Blutspender wie seit langem nicht mehr in Wald-Michelbach

Viel Stress, aber freudestrahlende Gesichter bei der DRK-Bereitschaft Wald-Michelbach. Zur dritten Blutspende in diesem Jahr kamen 112 Personen, so viele wie schon seit Jahren nicht mehr. Das brachte die Ehrenamtlichen zwar an ihre Kapazitätsgrenzen, weil es nicht mehr so viel Betten wie früher gibt, aber es wurde einfach die Öffnungszeit über 20 Uhr hinaus verlängert.

„Die kamen fast alle zum gleichen Zeitpunkt“, schmunzelte Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard. Es gab dann leider „Stau ohne Ende“, an der Anmeldung angefangen über die Arztgespräche bis hin zum Labor und der Blutabnahme. Denn zusammen mit den 15 Ehrenamtlichen aus Wald-Michelbach waren nur zwei Ärzte, zwei Laborkräfte und vier Punktierer des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen im Einsatz. Wenn wie bei den vergangenen Terminen „nur“ 70 bis 80 Spendewillige kommen, reicht das natürlich locker, aber nicht für einen solchen Ansturm.

Reinhard zeigte sich mehr als erfreut über die „super Resonanz“. Es waren drei Erstspender dabei, außerdem musste das Team leider sieben Personen abweisen, bei denen die letzte Spende noch nicht weit genug zurücklag. Das waren laut der Bereitschaftsleiterin vor allem Frauen, die nur vier Mal im Jahr Blut spenden dürfen.

Als um 16.30 Uhr die Pforten zur Mensa der Bachmann-Halle geöffnet wurden, „ging es sofort los“. Ob es an der langen Sommerpause lag, ob der Termin in Wald-Michelbach der erste im beginnenden Herbst darstellte oder die Bevölkerung einfach die Notwendigkeit von mehr Blutspenden erkannte: Iris Reinhard konnte den großen Andrang nicht genau zuordnen.

Letztendlich zählte für sie vor allem, dass man nach dem Negativrekord bei den vergangenen Terminen wieder einen positiven Ausreißer nach oben verzeichnen konnte. Und was für einen. Wie üblich gab es für die Blutspender als Dankeschön eine Tafel Schokolade und das deftige Essen mit Kassler, Wurst und Kartoffelsalat zur Stärkung danach.

Die örtliche Verbundenheit, der Bekanntheitsgrad der jeweiligen DRK-Mitglieder und das rege Vereinsleben tragen dazu bei, dass es im Odenwald prozentual mehr Blutspenden (und langjährige Blutspender) gibt als in den größeren Städten der Ballungsgebiete. Wenn jemand an die Blutspende herangeführt werde, die Hemmschwelle von der Erst- zur Zweitspende überwunden worden sei, „bleibt er auch“.

Statistisch gesehen wird laut DRK das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen zahlreiche Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. In der Urlaubszeit, zum Beispiel in den Sommerferien, sinkt außerdem die Zahl der Spender, sodass es zu Versorgungsengpässen kommen kann.

Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. Täglich werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt.   Um die Bevölkerung zur Teilnahme an den Terminen zu ermutigen (jährlich 5500 in Baden-Württemberg und Hessen), muss sich das DRK etwas einfallen lassen. Das ist dann eine kleine Aufmerksamkeit bei jeder Blutspende, etwa die obligatorische Tafel Schokolade

Dank für langjähriges Engagement: Dieter Kunkel für 25 Jahre Mitgliedschaft in der CDU geehrt

Der CDU-Ortsverband Wald-Michelbach hatte zum traditionellen Familien- und Sommerfest ins Fischerparadies Korsika Mitglieder, Freunde und Unterstützer eingeladen. Bei einem Sektempfang mit kleinem Imbiss begrüßte Vorsitzender Manfred Gölz zahlreiche Besucher. Besonders freute er sich, dass der Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Dr. Michael Meister, die Landtagsabgeordnete Birgit Heitland, der hessische Justiz-Staatssekretär Thomas Metz, Landrat Christian Engelhardt und die Kreisbeigeordnete Diana Stolz anwesend waren.

Auf örtlicher Seite wurden der langjährige Kreistags- und Gemeindevertretervorsitzende Werner Breitwieser, Ehrenbürgermeister Karl-Heinz Dietrich und der ehemalige Bürgermeister Joachim Kunkel willkommen geheißen. Anschließend wurde Dieter Kunkel für 25-jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt. In seiner Laudatio ging der Kreisvorsitzende Meister auf dessen langjährige und sehr aktive Arbeit in der Kommunalpolitik ein und händigte ihm eine Ehrenurkunde aus.

Fraktionsvorsitzender Stefan Doetsch steckte Kunkel eine Ehrennadel ans Revers und Gölz übergab ein Präsent, verbunden mit Glückwünschen. Beide gaben der Hoffnung Ausdruck, dass Dieter Kunkel weiterhin die Partei wie bisher unterstützt. Geplant war außerdem die Ehrung von Franz Josef Kilian für 50-jährige Mitgliedschaft. Aus gesundheitlichen Gründen war dies aber an diesem Tag nicht möglich. Die Auszeichnung soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Die Direktkandidatin für die hessische Landtagswahl am 28. Oktober im Wahlkreis Bergstraße Ost, Birgit Heitland, berichtete aus dem Landtag und ging auch auf den anstehenden Urnengang an. Sie schilderte kurz die Erfolgsbilanz der Landesregierung. Heitland nannte die Familienpolitik (hier unter anderem die Befreiung der Eltern von über dreijährigen Kindern von Kindergartengebühren bis sechs Stunden), die Finanzpolitik (Stichwort Hessenkasse) oder die Einstellung von Lehrkräften an den Schulen.

Weiter kamen Innen- (Sicheres Hessen) und Wirtschaftspolitik (Beschäftigungsrekord im Jahr 2017, niedrigste Arbeitslosenquote seit 26 Jahren) zur Sprache. Am Ende bat sie um Unterstützung für ihre Kandidatur und bedankte sich besonders beim Ersatzkandidaten Doetsch für seine Bereitschaft, sie aktiv im Wahlkampf zu unterstützen.

Dr. Meister ging auf Nachfrage nochmals auf das Thema B 38a ein. Allseits wurde bedauert, dass der Sofortvollzug beklagt wurde und sich in diesem Verfahren seit viereinhalb Jahren nichts bewegt habe. Dr. Meister verwies auf die Unabhängigkeit der Justiz und führte weiterhin aus, dass die finanziellen Mittel seitens des Bundes bereitgestellt wurden. Bei gutem Essen und geselliger Atmosphäre verweilten die Besucher in angeregten Gesprächen.

Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe schwelt noch bis Samstag vor sich hin

Petrus hat doch einen etwas merkwürdigen Sinn für Humor. Wochenlang hatten Gesangverein Harmonie und FC Odin als Veranstalter der Köhlerwoche bis Ende Juli auf den erlösenden Regen gehofft. Vergebens: Der Event konnte wegen zu hoher Waldbrandbrandgefahr nicht durchgeführt werden. Jetzt, beim Nachholtermin, öffneten sich abends die Schleusen weit, sodass gefühlt all das auf einmal vom Himmel kam, was vorher gefehlt hatte.

Der Kohlenmeiler schwelt noch bis Samstag vor sich hin: Die Köhler Achim Sauer und Jürgen Walter entzündeten den schwarzen Klops mit seinen 32 Raummetern Buchen- und Eichenholz noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die kam am Nachmittag hinzu, erfreute sich am Anblick des rauchenden Ungetüms und an den kulinarischen Angeboten der beiden Vereine. Bis Samstag, 15. September, empfangen die ihre Gäste auf dem Festplatz bei der Raubacher Höhe werktags ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 11 Uhr.

Nach der Absage Ende Juli war nicht klar, ob die Veranstaltung überhaupt noch gestemmt werden könnte, denn sie bedeutet einen riesigen Aufwand an organisatorischer Vorarbeit. Sauer und Walter machten aber klar: „Wir brennen die Kohlenmeiler auf jeden Fall ab.“ Denn ein Abbau des Kolosses wäre viel zu aufwändig gewesen. Und zwei Jahre lang stehen lassen kam für sie nicht in Frage. Das Fest hilft daneben dabei, die entstandenen Unkosten zu decken.

So wurde ein Rahmenprogramm „light“ gestrickt, das nun bei entsprechender Feuchtigkeit greifen kann. Für die kommenden Tage ist herrliches Spätsommerwetter vorausgesagt. Beste Bedingungen. Nachdem jetzt alles gut durchfeuchtet ist. Die Nachhol-Köhlertage mussten etwas improvisiert werden, da nicht mehr so viele Helfer wie in den Sommerferien zur Verfügung stehen und andere Verpflichtungen wieder angelaufen sind.

Aber das war für die Organisatoren ein lösbares Problem. Die Köhlerarbeit verteilt sich einfach auf vier Schultern. Neben Walter und Sauer, die nicht mehr die komplette kommende Woche Urlaub haben, helfen auch Helmut Knapp und Ramon Jöst bei der „Schwarzarbeit“ mit. Harmonie-Vorsitzender Christof Klos äußerte zu Beginn seine Freude darüber, jetzt doch noch zur Tat schreiten zu dürfen.

In den ersten drei Tagen wurde der Kamin alle zwei bis drei Stunden (rund um die Uhr) von oben mit Kleinholz befüllt, damit er nach unten durchbrennt, erläutert Achim Sauer. Erst dann frisst sich die Kokelei von innen nach außen durch. Nach dem dritten Tag wird von außen die Luftzufuhr geregelt, indem immer mal wieder Zuglöcher hineingestochen werden. Bis Sonntagabend waren die beiden langjährigen Köhler 24 Stunden vor Ort, um ihr „Kind“ zu überwachen.

Seit über 30 Jahren pflegen die beiden Vereine schon das alte Handwerk, das früher in den Odenwalddörfern weit verbreitet war. In Schönmattenwag war es etwa Adam Knopf, der es noch von der Pike auf gelernt hatte und an den eine Gedenkplatte auf dem Festplatz erinnert. Rund um den Meiler lässt sich daneben Verschiedenes rund um das alte Handwerk in Erfahrung bringen.

Das uralte Geschäft mit der Kohle ist die arbeitsintensive Seite der Köhlerwoche. Viel wichtiger ist den Veranstaltern jedoch die erlebbare Tradition des „Kohlebrennens“, mit der sie auch ein stückweit dem Raubacher Jockel, der bekanntermaßen zu Lebzeiten gleichfalls mit der Köhlerei seinen Unterhalt bestritt, wenige Meter oberhalb seines Heimatortes eine Referenz erweisen.

„Viele warteten darauf, dass die Köhlerwoche doch stattfindet“, erklärt Jürgen Walter die Motivation. Das Interesse bei der Ortsbevölkerung ist groß. Noch vor der offiziellen Eröffnung kamen sogar ein paar Mannheimer vorbei, die den verfrühten Tipp übers Radio gehört hatten. Die blieben natürlich nicht unversorgt. Wie überhaupt das Köhlerteam klar macht: „Wer mittags reinschaut, bekommt logischerweise auch eine Bratwurst und ein Bier.“ Morgens sind die beiden Köhler beim rustikalen Frühstück anzutreffen, von dem sie ebenfalls eine Tasse Kaffee für frühe Wanderer entbehren können.

Um die 100 Helfer aus den beiden Vereinen, aber auch aus den Ortschaften, stemmen die zehn Tage. Die bekannten unterschiedlichen Tagesessen gibt es dieses Mal jedoch nicht, ebenso kommen keine Steaks auf den Teller. Bratwurst, Bratkartoffeln, Köhlerpfanne und Kochkäse sind wie bewährt im Angebot. Auch an Getränken herrscht kein Mangel. Nachmittags werden Kaffee und Kuchen aufgetischt.

Sauer und Walter schätzen, dass sie ab Mittwochabend die Kohle rausholen können, der Meiler also entsprechend runtergebrannt ist. Donnerstag und Freitag soll sie dann verkauft werden. Das Besondere an der gewonnenen Holzkohle ist der hohe, 95-prozentige Anteil von Kohlenstoff. „Die gibt mehr Hitze und brennt länger“, betont Sauer. 100 Kilo Holz ergeben etwa 20 bis 25 Kilo Holzkohle, weiß er aus Erfahrung.

Info: Zu erreichen ist der Festplatz auf der Raubacher Höhe bequem mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag oder Finkenbach, der Kreisstraße 37 Richtung Raubach folgend. Gleichfalls bietet sich der Kohlenmeiler auch als leicht zu erreichendes Wander- oder Fahrradziel an, so etwa von Ober-Schönmattenwag aus durch das Ellenbachtal mit dem sanften Anstieg zur Raubacher Höhe. Damit vermeidet man die gerade an den Wochenenden aufwändige Parkplatzsuche.