Bei Vollmond wurde in Hammelbach die Nacht zum Traum

Fritz Röth ist ein lebendes Motorrad-Lexikon. Sein Motorradmuseum ist jedes Jahr bei der Traumnacht geöffnet, wie auch das Museum für alte Läden und Reklame weiter oben in der Straße. Beide Orte bilden den Schwerpunkt der Museumsmeile im Ort, die jedes Jahr sehr viele Besucher anziehen. Zwischendrin, bei evangelischer Kirche und Kapellruine, gab es dann Balsam für die Ohren. Den Eisenbahnfreunden konnte man im Schultheißenhaus über die Schulter schauen. Organisiert wird alles vom Kulturbüro.

Seine Begeisterung über alles, was zwei Räder hat, hat Röth auch an seine Frau Johanna und Sohn Matthias weitergegeben. Die wissen ebenfalls zu jedem Ausstellungsstück Bescheid. Sein besonderer Stolz ist eine MotoGuzzi von 1934 mit liegendem Einzylinder. Der Beiwagen hat einen „Schwiegermutter-Sitz“, also eine dritte Mitfahrgelegenheit. „Denn damals war das Motorrad ein Familienfahrzeug“, wusste Matthias Röth. Autos waren Mitte der 30er Jahre in Italien noch nicht so weit verbreitet.

Das Motorrad hat Fritz Röth vor mehr als 20 Jahren direkt aus Italien geholt, erinnert sich seine Frau Johanna. „Von einem alten Herrn, der es in gute Hände angeben wollte.“ Es wurde in einer Fabrik am Comer See hergestellt, in Mandello dell’Ario. Das Adler-Emblem der Firma auf der 500ccm-Maschine, erläuterte Matthias Röth, sei dem ursprünglichen Firmenzweck gewidmet. Denn MotoGuzzi stellte zuvor Fluggeräte für die italienische Luftwaffe her.

Zu Fritz Röth kamen in den 70er Jahren die Motorrad-Enthusiasten, als der Run auf die zwei Räder noch nicht eingesetzt hatte. „Das waren alles Liebhaber“, erinnert er sich. Die ihn fragten: „Kannst du mir nicht diese oder jene Maschine organisieren?“ Auf diese Weise machte Röth den Namen Suzuki in Deutschland groß, brachte Ducati, Honda oder MotoGuzzi nach Deutschland und in den Odenwald.

Oder die Horex, für die er die Markenrechte erwarb und dann in einem Zweigwerk von Fichtel und Sachs in Portugal produzieren ließ. „Davon wurden 10.000 Stück in Deutschland verkauft“, weiß der Motorrad-Grandseigneur noch, als ob es gestern gewesen wäre. Auch wurden 20 Rennmaschinen gebaut.

Fritz Röth muss man nur einen Markennamen hinwerfen und sofort kommt er ins Erzählen. Kein Wunder, denn über 40 Marken gingen im Laufe des Berufslebens bereits durch seine Hände. Darunter auch solche Exoten wie MZ, Jawa oder Simson. „Wo ein Motor mit zwei Rädern dran war, bin ich dabei gewesen“, macht der eingeschworene Hammelbacher klar, dass ohne ihn die Geschichte des Motorrads in Deutschland ganz anders verlaufen wäre.

Was sich auf zwei Rädern alles beim Trial anstellen lässt, demonstrierten vor den Ausstellungsräumen die Fahrer des MSV Hammelbach. 25 von ihnen sind aktuell bei Meisterschaften aktiv und an 35 Wochenenden im Jahr unterwegs. Mit vier oder fünf Jahren können die Kids mit diesem Sport bereits starten, die Ältesten im Verein sind an die 70 Jahre alt. Werbung für das zwei Mal pro Woche stattfindende Training gab’s auch gleich obendrauf.

Während beim Motorradmuseum die Band „Nachtkrapp“ mit Rockrhythmen für schöne Unterhaltung sorgte, waren es beim Museum für Alte Läden und Reklame traditionell die „Bonanzaz“. Akkordeon, Mundharmonika und zwei akustische Gitarren sorgten für treibenden Sound, der die Gäste mitriss. Am Beginn der Museumsmeile gab es Gutes aus der Thai- und syrischen Küche, an deren Abschluss feine Brände, Kartoffelspalten oder auch Crepes. Eine große Menschentraube hatte sich dort schon traditionell eingefunden.

Es war wie eine Zeitreise 50, 80 oder 100 Jahre zurück: Eine alte Registrierkasse erinnerte an Kaiser- und Weimarer Zeit, der Gemischtwarenladen ließ die Jahre vor und nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig werden: Das Museum für Alte Läden bot auf kleinstem Raum einen Blick zurück in die Zeit zwischen 1900 und 1960, lässt die Besucher in Nostalgie schwelgen. Und davon waren es viele während der Überwälder Traumnacht, die einen Blick in einen der Original-Läden werfen wollten.

Gleich am Eingang steht ein kompletter Apothekerschrank mit zahlreichen Mittelchen. Der Kobold von der Schokoladenfabrik Altona spuckte früher „Vanille Krem Schokolade“ aus, geworben wurde für Knorr Suppen oder mit „Aber Tantchen, man wäscht doch mit Persil“. Seit Frühjahr 2014 sind hunderte Original-Artikel und zahlreiche Emaille-Reklameschilder in historischem Ambiente zu finden. Dr.-Oetker-Puddingpulver, noch volle Coca-Cola-Flaschen, Zopfspangen, Persil-Waschmittel und unzählige andere Waren aus alten Tante-Emma-Läden gibt es hier zu bestaunen.

Zum Schluss zog Raimund Bach fürs Kulturbüro ein fast überschwängliches Fazit: „Das war ein klasse Fest, die Leute waren super drauf – und bis spät in die Nacht unterwegs.“ Besonders beeindruckend war seinen Worten zufolge der Auftritt des MGV Union in der Kapellruine. „Da herrschte bei Vollmond eine ergreifende Stimmung.“ Und es kamen 100 Zuhörer: ein Riesenerfolg. Später wurde noch mit den „Bonanzaz“ weitergefeiert und getanzt

Mit dem Verkauf von Waren aus Imasgo in Burkina Faso will der Verein „Christen für Afrika“ die Menschen unterstützen

Eine lange gehegte Idee ging nun endlich in Erfüllung: Der Verein „Christen für Afrika“ eröffnete sein „Imasgo-Atelier“ bei Martine Rüdinger auf der Hardt in Hammelbach. Dort sollen Produkte aus Burkina Faso zum Verkauf kommen. Deren Erlös geht dann direkt wieder an die Menschen des westafrikanischen Staats, damit sich diese ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. „Es kamen sehr viele Besucher, sehr interessierte Leute, die unsere Projekte kennenlernen wollten“, freute sich Rüdinger. „Gute Gespräche und neue Ideen“, meinte sie im Rückblick.

„Das Projekt wollten wir schon länger verwirklichen“, sagte Vereinsvorsitzender Franz Stevens. In den 90er Jahren, als die Hilfe startete, gab es die Idee eines Weltladens in Birkenau. Der wurde dann in die Tat umgesetzt, noch bevor 1995 die Partnerschaft mit Imasgo in die Wege geleitet war. Wobei die Birkenauer sowohl hier wie dort nicht räumlich festgelegt sind: „Wir sehen es weiter“, schmunzelte Stevens. Deshalb „Christen für Afrika“ mit Mitgliedern auch aus Fürth und Hammelbach.

Nachdem es nun den Weltladen nicht mehr gibt, „wollten wir es selbst in die Hand nehmen, bestimmte Waren anzubieten“, um so den fairen Handel zu unterstützen. Ein ständiger Betrieb ist laut Stevens nicht möglich, weil dem Verein das Personal fehlt. Deshalb soll das Atelier punktuell geöffnet werden. Daneben nimmt der Verein an Ausstellungen teil. Im August ist das auf der Tromm, Ende September beim Kunsthandwerkermarkt der Firma Bellut in Airlenbach.

Da außerdem viele Anfragen nach den Öffnungszeiten kamen, „wollen wir regelmäßig das Imasgo-Atelier ab September einen Samstag im Monat aufmachen“, kündigte Rüdinger an – immer mit neuen Objekten direkt aus Burkina Faso. Erster Termin ist beim Tag der offenen Ateliers im Rahmen des Kultursommers Südhessen am 16. und 17. September. Dann gibt es auch eine Fotoausstellung von Peter Hahn und Rüdinger mit Motiven aus Afrika.

Der Transport von Burkina Faso in den Überwald ist immer eine Aktion für sich. „Jeder von uns hat 23 Kilo frei“, schmunzelte Stevens. In den Koffer kommt ein großer Karton, in dem alles Zerbrechliche gut verpackt ist. „Meine Kleider von der Hinreise verschenke ich meist dort“, macht der Vorsitzende Platz für den Rücktransport der Waren. Wenn Freunde vor Ort sind, dann transportieren diese größere Dinge in einem Container mit zurück. Kalebasse-Trommeln wurden schon einmal in der Kabine zwischen die Füße genommen.

Was in Hammelbach erlöst wird, geht direkt in den Einkauf der nächsten Ware. „Wir kaufen Stoff für einen Schneider in Imasgo“, so Stevens. Der näht dann Kleider auf Bestellung, bekommt seinen Lohn dafür und kann damit einen Teil seines Lebensunterhalts bestreiten. Quasi eine Win-win-Situation. Auch Trommeln werden auf Bestellung gefertigt.

Das ist jedoch nur eine kleine Palette der Waren, die aus Burkina Faso nach Deutschland kommen. Darunter sind auch afrikanische Tiere aus Ebenholz oder Kaïcedra, von den Dorfbewohnern hergestellter Schmuck aus Glas, Papier, Horn und Stoff, filigrane Basteleien in Form von Autos oder Fahrrädern aus alten Blechdosen oder ein nach Traubenzucker schmeckendes Produkt aus dem Inneren der Affenbrotbaum-Frucht. Aus der Tuareg-Region in Nord-Burkina ist Silberschmuck zu finden. Traditionelle Körbe nahmen die Vereinsmitglieder bereits mit, gedacht ist aber auch an Auftragsarbeiten.

Die Idee fürs Atelier hatte Martine Rüdinger Anfang April. „Seitdem bin ich am Einrichten“, sagte sie. Ihr Solern-Projekt, bei dem aus dem Erlös des Second-Hand-Bücherverkaufs Solarlampen finanziert werden, ist weiter eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen wurde um die 500 Lampen übergeben. Damit können die Kinder auf dem Land, wo es keinen Strom gibt, lernen. Für diese denkt man auch darüber nach, einen Standfuß vor Ort entwickeln zu lassen.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, mit dem Produktverkauf die Menschen in Imasgo zu unterstützen, damit sie auf eigenen Beinen stehen können“, betonte Stevens. Deshalb habe man den Laden auch komplett von den anderen Projekten wie etwa der Schule getrennt. „Die Menschen in Afrika sollen genug Geld verdienen, um sich Dinge des täglichen Lebens selbst finanzieren zu können.“

„Ich war drei Tage lang am Kochen“, schmunzelte Martine Rüdinger. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sie bot typisch afrikanische Speisen und Getränke an. So Dégué aus Hirse, Quark und braunem Zucker, frische Mango, ein Gericht aus Kochbananen, den Hibiskustee Bissap mit Ingwer, braunem Zucker und Limonen oder Riz gras mit Hähnchen. Das Gewürz Soumbala, aus dem Baum Neré gewonnen, wurde abgepackt verkauft. Der folgende Trommelabend war gut besucht „und die Stimmung richtig toll“, freute sie sich.

Informationen: http://christen-fuer-afrika.de

Rückblick auf vier erfolgreiche Jahrzehnte: Großer Familiennachmittag zum Jubiläum der JSG Ulfenbachtal

„Es ist gemütlich wie ein großer Familiennachmittag“, freute sich Markus Höhn über die schöne Feier zum 40-jährigen Bestehen der JSG Ulfenbachtal. In der sind sechs Vereine des Überwalds mit ihren Jugendfußballern zusammengeschlossen. Einlage- und Freundschaftsspielen am Nachmittag folgte ein Festabend, bei dem auf die vergangenen 40 Jahre zurückgeblickt und Erinnerungen ausgetauscht wurden.

F-Jugend, Bambini und E-Jugendliche kickten auf dem Kunstrasen des Affolterbacher Stadions begeistert das runde Leder. Sie hatten Eltern und Verwandte mitgebracht, sodass sich Höhn über den „gelungenen Nachmittag“ freute. „Die Kids waren mit viel Spaß dabei“, sagte er. Bei einer Schuss-Geschwindigkeitsmessung konnten sie darüber hinaus feststellen, welchen Drive der geschossene Ball hatte.

Die aktuelle A-Jugend trat gegen ein All-Star-Team ehemaliger JSGler an, die es mittlerweile zu vielen Teams der Region verschlagen hat. Die All Stars hatten mit 8:2 die Nase vorn, unter anderem auch dank Fabio Sattler und Marcel Eckert, die mittlerweile bei Weinheim 09 ihre Fußballschuhe schnüren. Nicht dabei, aber auch ein bekannter Spross der JSG ist Nico Hammann, mittlerweile beim FC Magdeburg in der dritten Liga aktiv.

An einer Fotowand hatte Edgar Schmidt die Historie aus 40 Jahren aufbereitet, Torsten Schmidt alte Bilder zusammengesucht. „Die haben sich wirklich viel Mühe gemacht“, lobte Höhn. Mit dem Zusammentreffen ehemaliger Trainer und Spieler wurden auch die Geschichten von früher wieder lebendig und man tauschte sich über das eine oder andere Ereignis aus, das besonders in Erinnerung blieb.

In der neuen Runde stellt die JSG Mannschaften von den Bambini bis zur C-Jugend. Die A-Jugend spielt mit Aschbach zusammen. „In der Saison 2018/19 wollen wir auch wieder eine B-Jugend melden“, kündigte Höhn an. Die Jugendmannschaften verzeichneten einen „seht guten Zuspruch“. Mit Blick auf die abgelaufene Runde hob er die zweiten Plätze von E1, E2 und D-Jugend hervor. Ingo Hinz machte außerdem den C-Trainerschein.

„Von unter her sind wir gut aufgestellt“, so Höhn. Nach oben hin wolle man dies fortsetzen und die Kinder bei der Stange halten. Aufgrund des Ganztagsunterrichts und vieler anderer Freizeitangebote sei das aber nicht immer einfach. In den vergangenen Jahren hatten die Teams der JSG aber viele schöne Erfolge zu verzeichneten, berichtete er.

Der Abend startete mit dem Auftritt der Zumba-Kids unter der Leitung von Jenny Stay. Zwischendurch trat auch die Tanzgruppe des CCA auf. Neben dem Ersten Beigeordneten Peter Bihn und Grasellenbachs Bürgermeister Markus Röth schauten die Vorstände der sechs beteiligten Vereine vorbei. Das sind: SV Hammelbach, SV Affolterbach, SV Scharbach, TSV Gras-Ellenbach, SV Wahlen und TSV Aschbach.

1975, auf einer Alpenhütte, hatte Gerhard Heisinger die Idee zu einer Jugendspielgemeinschaft, blickte Markus Höhn zurück. Denn schon vor über 40 Jahren waren immer weniger Kinder zu finden. Zuerst noch verworfen, fiel dann 1977 doch der Startschuss. Denn keiner der ursprünglich fünf Vereine konnte von der E-bis zur A-Jugend eine eigene Mannschaft melden. Bei den Jüngeren war das Ganze für einzelne Vereine noch zu bewältigen.

Zum 25. Jubiläum wurde die JSG neu aufgestellt, so Höhn. Er wies auf die verschiedenen Änderungen im Laufe der Jahre hin. Seit 2013 spiele die D-Jugend im Neuner-System, die Spielfelder bis zur E-Jugend wurden verkleinert. Seit vergangenem Jahr wird in diesen unteren Jahrgängen ohne Schiri im Fairplay-Modus gekickt, berichtete er. Erst ab der C-Jugend greift wieder der Elfer-Mannschaftsmodus auf Großfeld.

Von den Trägervereinen sei in den vergangenen 40 Jahren ein großer finanzieller Aufwand betrieben werden, um die Sportanlagen in Schuss zu halten, sagte er. Allein seit 2002 wurden 53.000 Euro nur in die Jugendarbeit investiert. „Wir haben in den letzten Jahren einen richtig guten Job gemacht“, lobte Höhn. Das lasse sich daran erkennen, dass es im Jahr 2013 noch 94 Kinder und Jugendliche waren, aktuell sind es 130.

„Die Jugend ist die Zukunft für all unsere Vereine“, schloss er. Im Amateurbereich Fußball zu spielen sei kein Beruf, sondern eine Berufung, sagte der Jugendwart. Unter dem Motto „Mit Spaß am Fußball“ solle weiterhin allen das Schöne und Gute einer Vereinsfamilie vermittelt werden. Dazu gehöre die ehrenamtliche Arbeit und auch die Erkenntnis als Spieler im Seniorenbereich: „Man muss kein Geld vom Verein dafür bekommen.“

Imasgo-Atelier in Hammelbach will Menschen in Burkina Faso unterstützen: Eröffnung am 24. und 25. Juni

Ein neues Konzept startet mit der Eröffnung des „Imasgo-Ateliers“ am 24. und 25. Juni in Hammelbach. Viele junge Menschen in Burkina Faso versuchen, sich mit traditionellem Kunsthandwerk ein Einkommen zu verschaffen, nur hapert es oft an Absatzmöglichkeiten. Hier will der Birkenauer Verein „Christen für Afrika“ in Zukunft verstärkt durch fairen Handel eine Chancenverbesserung auf Augenhöhe erreichen.

Angedacht ist dazu ein mobiles Verkaufskonzept, das die in Burkina Faso hergestellten Waren über das Internet bekannt macht und sie in Birkenau sowie in Hammelbach zur Ansicht und zum Kauf anbietet. Außerdem werden Aktionsstände bei verschiedenen Gelegenheiten wie etwa dem Nikolausmarkt in Birkenau dazu genutzt.

Mit einem afrikanischen Eröffnungsfest soll dieses Konzept nun im „Imasgo Atelier“ in Hammelbach, Auf der Hard 22, starten. Martine Rüdinger, Mitglied von „Christen für Afrika“, lädt alle Interessierten am Wochenende 24. und 25. Juni ein. Sie hat bereits mehrfach einige Wochen in Imasgo – einem ländlichen Bezirk in dem westafrikanischen Land – verbracht und ist bestens vertraut mit der Situation vor Ort.

In Hammelbach werden aus Imasgo mitgebrachte Artikel sowie Kunsthandwerk-Waren aus anderen Orten Burkina Fasos angeboten. Das vielfältige Eröffnungs-Programm startet am Samstag, 24. Juni, um 17 Uhr und am Sonntag, 25. Juni, um 11 Uhr. Geboten wird: ein Trommelabend ab 20 Uhr am Samstag mit zwei jungen Musikern aus Westafrika, ein Trommelworkshop mit Lisa Morweiser am Sonntag ab 14 Uhr. Kulinarisch gibt es burkinische Spezialitäten wie Dégué, Riz gras, Gemüse mit Erdnusssoße, Zommkom (Begrüßungsgetränk) und Bissap, außerdem frische Mango und ein Kochbananengericht. Kaffee und Kuchen werden ebenfalls angeboten.

Aktiv können Besucher werden bei der eigenen Herstellung von Ketten mit Perlen aus Burkina Faso und bei der von kleinen doppelwandigen Canaris (Tongefäße zum Kühlen). Informationen über die Projekte in Imasgo und eine Schmuckbörse runden das Angebot ab. Der Birkenauer Verein hat bisher überwiegend Projekte im schulischen Bereich durchgeführt. Zuletzt wurde verstärkt die berufliche Bildung gefördert.

Informationen: http://christen-fuer-afrika.de

Trotz der Hitze brummte es beim Hammelbacher Straßenfest

Das Straßenfest ist einfach ein Selbstläufer. Egal ob glühende Hitze oder Regen, nicht nur die Einheimischen, sondern viele Gäste aus dem Überwald und dem benachbarten Weschnitztal strömen in den Grasellenbacher Ortsteil, um dort ein paar unbeschwerte Stunden zu verleben, die vielfältigen kulinarischen Angebote zu genießen und das eine oder andere Schwätzchen mit Bekannten zu führen. An manchen Stellen herrscht dann kein Durchkommen mehr.

Bereits zum Frühschoppen gab es schmissige Klänge. Im schützenden Schatten einer Scheune hatten sich die Mitglieder der Blasmusik Schimmeldewog niedergelassen, um die Gäste mit einem Best-of ihres Repertoires zu unterhalten. „It’s Boogie time“, „Von Freund zu Freund“ oder „Goldene Kameraden“ hießen die Stücke unter der Leitung von Hans Vogel, denen sich ein Oberkrainer-Medley anschloss. Am Nachmittag hatten sich dann über 40 Mitglieder der Scharbacher Chöre vor dem eigenen Stand eingefunden, um unter dem Dirigat von Susanne Hoffmann-Rettig Lieder wie „Siyhamba“, „Un poquito mas“ oder „Ein Kompliment“ zu singen.

Am Start der Feiermeile, nach Kinderkarussell und Süßigkeitenstand, dominierte die Farbe Rot an diesem Stand. Kassenwart Marcello Cappello hatte wieder einmal seiner Kreativität freien Lauf gelassen und Erdbeeren in fester und flüssiger Form verarbeitet: ob light als alkoholfreie Bowle erfrischend, ob spritzig mit Secco, als Frucht-Spieß mit Käse oder, sehr sättigend, als Tiramisu mit Mascarpone, Ananas und Mango. Neu dieses Mal: ein karibischer Cocktail unter anderem mit Ananas und Kokosmilch. „Man muss mal Abwechslung bieten“, schmunzelte er. In die Erdbeer-Margerita flossen Wodka und Orangenlikör mit ein.

Die geplanten Trialvorführungen des MSVg Hammelbach fielen dieses Mal der Hitze zum Opfer. Aber die Vereinsmitglieder hatten auch unabhängig davon genug zu tun, denn an Getränke- und Essensstand war konstant viel los. Das dazugehörige Festzelt mit angenehmem Schatten erfreute sich den ganzen Tag über eines regen Betriebs. Nebenan bewirteten die Tischtennisfreunde des SV, während der Verein auch im Aicher Cent mit Kaffee und Kuchen präsent war.

Unterhalb war traditionelle das Zelt der Feuerwehr zu finden. Die Brandschützer sind seit Beginn des Straßenfests im Jahr 1979 dabei. Seit eh und je wird dort Äppelwoi in verschiedenen Varianten gereicht. In diesem Jahr gab es als Versucher erstmals einen „grünen Kobold“, also Äppelwoi mit Waldmeistersirup. Die Selbstverkostung verlief erfolgreich. Während 20 Wehrleute als Durstlöscher für die Gäste im Einsatz waren, kümmerten sich weitere sechs Angehörige der Jugendfeuerwehr um die Bespaßung der Kinder: Entenangeln und die simulierte Löschung eines brennenden Hauses stand hoch im Kurs. Denn klar: Wasserspiele kamen bei der Hitze bestens an.

Der Spießbraten ist beim DRK Hammelbach eine feste Bank, freute sich Bereitschaftsleiter Michael Fischer. „Die Leute kommen extra von weiter her dafür aufs Fest“, weiß er um die Treue der Besucher. Trotz der Hitze ging das Essen in großen Mengen über die Bühne, sodass nachmittags nur noch kleine Reste vorhanden waren. Vor dem Zelt hatte dazu das Jugend-DRK einen Infostand zur Mitgliederwerbung aufgestellt. Dazu waren die Lebensretter während der gesamten Fest-Zeit als „First Responder“ aktiv.

Da aktuell der Fastenmonat Ramadan ist, fehlten dem türkisch-islamischen Verein aus Wahlen etwas die Landsleute als Gäste. „Aber 70 Prozent unserer Besucher sind sowieso Deutsche“, freute sich der Vorsitzende Ismail Dogru.  „Unser gesamter Vorstand ist dabei“, machte er das Großaufgebot an Unterstützern deutlich. Bis auf das Dönerfleisch „wurde alles von unseren Mitgliedern selbst hergestellt“, erläuterte er. Bestimmt 50 Familien steuerten die Spezialitäten bei. Neben Lahmacun (ganz frisch gemacht) auch weitere leckere Dinge wie gefüllte Weinblätter, Baklava, Rührkuchen oder türkischer Marmor.

„Sechs bis acht echte Bastler“ zählen die Eisenbahnfreunde, die sich traditionell im Schultheißenhaus präsentieren, erzählte Dieter Schröder. Zu den verschiedenen Anlagen kommen immer wieder Neuerungen dazu. Er hat in der vergangenen Zeit aus Sperrholz viele Straßenbahnmodelle gebastelt. So eine aus Lissabon, aus Barcelona, eine andere von 1928 aus Mainz, „mit der ich 1941 mit meiner Mutter noch gefahren bin“. Dazu gibt’s einen Äppelwoi-Express in Gartenbahn-Spur. Insgesamt sind es schon um die 30.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder, um an ihren Anlagen „rumzuschrauben“, den Rest der Zeit „geht’s dann zuhause weiter“. Seit 2011 wird an der H0-Anlage gebaut, erläuterte Vorstandsmitglied Jochen Riedling, der im Dreigestirn mit Heinrich Garten und Rolf Langensiepen den Verein führt. Viele kleine Details, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen, machen die filigrane Arbeit deutlich. An der einen Stelle werden ein paar Rinder von Cowboys gehütet, woanders sind  Angler am Fluss auszumachen. „Die Elektrik macht einen Haufen Arbeit“, meinte Riedling.

Großes Hallo beim 70. Jubiläum des SV Hammelbach

Wer feiert, lädt sich gerne Gäste ein. Und wenn es dann noch solche sind, die früher in den Vereinsfarben aufgelaufen sind, dann gibt es ein großes Hallo. Zum 70. Jubiläum gab es beim SV Hammelbach nicht nur einen Festabend. Sondern auch ein Ehemaligentreffen und ein Einlagespiel von Aktiven aus früheren Zeiten. Beides soll nun in zweijährlichem Rhythmus stattfinden und die Verbundenheit mit dem SV hochhalten.

Die Cracks von früher hatten zusammen eine schöne Zeit und tauschten sich über die Erfolge aus den damaligen Zeiten aus. Die Meistermannschaft aus den 90er Jahren trat zu einem Einlagespiel gegen die aktuelle Soma an, das die Soma mit 4:3 gewann. Davor und danach stand das gemütliche Beisammensein im Vordergrund. Beste Voraussetzungen also, um sich in regelmäßigen Abständen wieder zu treffen.

Vorsitzender Rainer Wolk blickte in seiner Rede auf die wichtigsten Stationen der Vereinsgeschichte ein. Nachdem Anfang der 1940er Jahre der Sportplatz gebaut worden war, folgte am 2. Februar 1947 die Gründung des SV: Der erste Vorsitzende war damals Karl Nithus. In der Saison 1947/48 nahm man auch gleich an der Verbandsrunde teil. Dazu hatte Wolk einige amüsante Anekdoten parat. So wurde etwa der Schiedsrichter mit dem Motorrad von Heinrich Schäfer vom Fürther Bahnhof abgeholt, weil der als einziger eines besaß. Den Ball tauschte man damals gegen einen Sack Kartoffeln und zwei Laib Brot ein.

Schon 1955 kamen zu den Fußballern weitere Abteilungen dazu: Tischtennis, Motorsport und Faustball. Allerdings folgte ein Jahr später schon wieder eine Änderung. Mangels Masse wurde die Tischtennis-Abteilung wieder aufgelöst, die Motorsportler gründeten einen eigenen Verein. Der erste große Erfolg stellte sich in der Saison 1958/59 ein, als die zweite Mannschaft den Meistertitel holte. In der Saison 1960/61 folgte die erste Mannschaft ganz oben auf dem Treppchen nach.

Mit Hermann Stein, einem ehemaligen Spieler von Kickers Offenbach, wurde 1960 der erste Trainer verpflichtet. Ein Jahr später meldete der SV mit Gerhard Golz den ersten Schiedsrichter beim Verband. Ende 1966 folgte die Gründung einer Gymnastikabteilung, die auch heute noch existiert. Zwei Jahre später kam die AH dazu, die heutige Soma. 1972 fiel der Startschuss für die Sportklause.

1700 zahlende Zuschauer: Diesen einsamen Rekord verzeichnete der SV laut Wolk beim letzten Punktspiel der Saison 1977/78. 1985 wurde die Wintersport-Abteilung gegründet, 1986 der Tischtennis reaktiviert. Ab dann bis 1989 feierte die zweite Fußball-Mannschaft vier Meisterschaften in Folge. 1991 folgte die Gründung der Tanzsportabteilung „Modern Dance Group“, 1992 die der Herzsportabteilung. Die Tänzerinnen feierten zahlreiche Erfolge, unter anderem 1996 mit „Joy“ den Aufstieg in die Regionalliga Süd.

Die Fußballer taten es ihnen in dieser Zeit nach. 1995 standen sie unter Trainer Thomas Felber in der Bezirksliga Süd. Ab dem Millenium ging es Schlag auf Schlag: In der Saison 2012 stieg „Joy“ in die ersten Bundesliga auf. Die Tischtennis-Herren standen in der Verbandsliga. Der spätere Aufstieg in die Hessenliga klappte dann aber leider nicht. Die Lauf- und Walking-Treffler hielten ein knappes Jahrzehnt durch und lösten sich 2012 wegen fehlendem Interesse wieder auf.

Vertreter von befreundeten Vereinen waren beim Festabend auch zugegen. Dazu noch Mitglieder der in der Jugendspielgemeinschaft vertretenen Mannschaften aus Grasellenbach, Wahlen, Scharbach und Affolterbach. Bürgermeister Markus Röth, Gemeindevertreter-Vorsitzender Bernd Daub, die Landtagsabgeordnete Karin Hartmann und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug gehörten ebenso zu den Gratulanten.

Neben Kreisfußballwart Rainer Held schauten am Abend viele ehemalige Trainer vorbei. Etwa mit Siegfried Sedlatschek einer der ersten Coaches, daneben Erich Schmitt, Erich Brandel oder auch der aktuelle Trainer Manfred Greulich. Gerne blickte man auf die Hoch-Zeit des SV Mitte der 90er Jahre zurück, als der Verein unter Thomas Felber den Durchmarsch in die Bezirksliga schaffte.

Von den drei noch lebenden Gründungsmitgliedern war Günther Jöst anwesend, was den Verein besonders erfreute. Er bekam ein kleines Präsent überreicht. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der der Spaß nie zu kurz kam. „Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Treffen in zwei Jahren“, sagte Vorsitzender Wolk zum Abschluss.

Spieler der Traditionsmannschaften: Mahmut Gül, Hansi Werner, Alexander Ganz, Michael Katzenmeyer, Kiyas Büyükodabasi, Bahtiyar Dastan, Stefan Trautmann, Frank Pleiner, Michael Sattler, Jens Hoffmann, Klaus Weber, Jürgen Pleiner, Markus Wiesner, Kalman Prikel, Attila Prikel, Horst Gallinat, Frank Wenzel, Alexander Tempels, Martin Wist, Andreas Rothermel, Walter Fischer, Frank Winkler, Manfred Greulich und Joachim Bauer.

Junge Musikschüler aus Weschnitztal und Überwald zeigten ihr großes Können

Während es draußen donnerte, blitzte, und platschte, öffnete sich in der evangelischen Kirche eine völlig andere Welt. Getragene, sanfte, die Ohren umschmeichelnde Töne herrschten beim achten Schülerpodium der Jugendmusikschule Überwald-Weschnitztal vor, als dort die verschiedenen Eleven ihre Künste auf den Instrumenten zeigten. Die Zuschauer im voll besetzten Gotteshaus sparten bei den verschiedenen Darbietungen nicht mit Beifall.

Den Beginn machte das Klarinettentrio Elisabeth Korte, Gila Tremper und Martin Vogel. Das Thema aus der 6. Sinfonie Andante und das Andante aus dem Capriccio Italien von Peter Tschaikowski bildeten den Auftakt. Felix Mendelssohn-Bartholdys „Engels-Terzett“ aus dem Elias schloss sich an, von den drei Musikern auf ihren Instrumenten prächtig dargeboten.

Danach schlug die Stunde der Kinder und Jugendlichen: Zwischen zehn und 16 Jahren sind die Musikschüler alt, die in Hammelbach teilweise ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten. Eine wohlgesetzte Sonatina für Saxofon und Klavier von Joseph Haydn spielte Johanna Knapp auf ihrem Instrument, begleitet an den Tasten von Martin Vogel. Die Musikschüler proben seinen Worten zufolge zwei Mal pro Woche zusammen und genießen dazu noch einmal zusätzlichen Einzelunterricht.

Das „River flows in you“ von Yiruma brachte Alicia Fedler am Klavier viel Beifall ein. Den Freundschaftswalzer von Chrennikow spielte sie vierhändig mit ihrer Lehrerin Evelyn Nieth. Die begleitete danach auch Jonathan Forrester aus der Klasse von Andrea Schmitt auf der Trompete, der die „Sonata en si b“ von Jean Baptist Loeillet spielte. Ein langes Stück, das volle Aufmerksamkeit in seinen verschiedenen Teilen erforderte. Klar und sauber gespielt, heimste er dafür zahlreichen Applaus von den Rängen ein. Hier war deutlich erkennbar, dass sich Jonathan bereits einige Jahre der Trompete widmet.

Bei Beethovens Romanze in F-Dur hatte dann auch der Himmel ein Einsehen. Die Sonne schien hell durch die bunten Kirchenfenster und tauchte alles in gleißendes Licht. Sarah Weiß auf der Violine aus der Klasse von Monica Brecht ließ unter Klavierbegleitung durch Evelyn Nieth dabei die Töne durchs Kirchenschiff schweben. Ein ums andere Mal bestach das Stück durch das Zusammenwirken der beiden Instrumente, um sich am Schluss musikalisch in höchste Höhen emporzuschwingen.

Danach wurde es voll auf der Auftrittsfläche. Die über 20 Köpfe zählende Bläserklasse 5 nahm Aufstellung für ihren ersten öffentlichen Auftritt. Und bestritt diesen mit Bravour. „Morgenstimmung“, „Hard Rock“ und „Let’s Rock“ hießen unter der Leitung von Martin Vogel die kurzen Stücke, mit denen die Zehn- und Elfjährigen begeisterten. Denn sie proben erst seit vergangenen Oktober zusammen. Das war ihrem Spiel aber in keinster Weise anzumerken.

Die etwas Älteren aus der Bläserklasse 6 waren im Anschluss dran. Sie musizieren bereits seit eineinhalb Jahren gemeinsam. Martin Vogel ist auch hier der Leiter. Mit einem Choral starteten die ebenfalls über 20 Kinder, bevor es danach mit „School Spirit“ weiterging. „Twist and Shout“ war dann ein echter Knaller, kam flott rüber, ehe die Musikschüler beim „Eye of the Tiger“ Boxer Rocky Balboa durch die Ränge joggen ließen.

Bei der Stückeauswahl durften die Kids mitreden. „Ich habe es mal angespielt“, meinte Vogel zu „Eye of the Tiger“. Nach erstem Fremdeln kam es dann doch ins Repertoire „Die haben richtig Gas gegeben“, lobte er seine Schüler. Allerdings ist nach dem Auftritt auch wieder neues Liedgut gefragt. „Wir beginnen dann damit, andere Stücke einzuüben“, so der musikalische Leiter.