SG Hammelbach/Scharbach hat in der Fußball-Kreisliga C das obere Tabellendrittel im Visier

„Mal schauen, was geht“, lautete die Devise von SG-Coach Manfred Greulich im Sommer vor Beginn der Saison in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga C. Es ging relativ viel, lacht er im Rückblick auf das Jahr 2017. Denn erst legten die Überwälder in der Rückrunde 2016/2017 eine beeindruckende Aufholjagd hin, nachdem das Team als B-Liga-Absteiger vor einem Jahr noch am Tabellenende rangierte. Der Lauf setzte sich in der neuen Saison erst einmal unvermindert fort. Aktuell belegt die SG den vierten Platz mit 34 Punkten.

„Wir haben die Rückrunde in der aktuellen Hinrunde nochmal getoppt“, freut sich Greulich. Die war mit 29 Punkten schon sehr gut, jetzt waren es sogar 31 Zähler. „Es kommt immer mehr Konstanz ins Spiel“, nennt der Trainer als einen Grund. Er zeigt sich deshalb mit der aktuellen Tabellensituation sehr zufrieden. „Die Mannschaft ist sehr trainingswillig“, nennt er ein weiteres Kriterium für den Platz im oberen Drittel und zollt damit seiner Elf ein großes Lob. „Wenn ich denen was vorgebe, setzen die es auch um.“ Insgesamt eine sehr wissbegierige junge Truppe. Kein Wunder, denn vergangenen Sommer stieß fast die komplette ehemalige A-Jugend dazu.

Diese Lernwilligkeit trug dazu bei, dass sich die Abwehr gegenüber früher stabilisierte. „Wir haben nur 28 Gegentore kassiert“, so Greulich. Davon elf gegen die beiden Spitzenteams ISC Fürth und Türkspor. „Damit kann ich sehr gut leben.“ Zusätzlich zur massiveren Defensive wurde das Team nach vorn hin in der Breite gefährlicher, was sich in 44 Toren zeigte. Allerdings muss der Coach seinem jungen Team noch einbläuen, dass zum Sturm auch die Rückwärtsbewegung zählt. „Die denken manchmal nicht dran, was hinten passieren könnte“, schmunzelt er.

Dadurch kamen ein paar Rückschläge zustande. Doch die machen dem Trainer nicht allzuviel Kopfzerbrechen. Zwischenzeitlich war eine Niederlage „fast schon praktisch“, um dem Überflug Einhalt zu bieten. Etwa als die SG das ganze Jahr 2017 noch ungeschlagen war und sich dann Nachlässig- und Überheblichkeiten einschlichen. Prompt gab’s die erste Niederlage auswärts, wie auch später die Heimserie riss. „Im November haben wir bisschen geschwächelt“, sagt er. Für Greulich ist das aber alles kein Beinbruch.

Denn seine Mannschaft wächst langsam, aber stetig immer mehr zusammen. Er sieht es als Pluspunkt, dass inzwischen fast alle Spieler aus Hammel-, Litzel- oder Scharbach kommen. „Die kennen sich schon seit Kindesbeinen und spielen gemeinsam Fußball“, sagt er. Das stärkt die verschworene Truppe der Einheimischen. Wenn es darum geht, neue Akteure für die kommende Saison zu gewinnen, wird deshalb auch der Fokus auf Ex-SG-Leute gelegt, um das Kollektiv zu stärken.

Mit einem solchen Ehemaligen, der früher in der Kreisoberliga kickte, ist der Verein aktuell im Gespräch, damit der noch Ungenannte zur Rückrunde ins Geschehen mit eingreifen kann. Abgänge wird es keine geben, freut sich der Coach. Der Kader ist weiter sehr breit aufgestellt. Fast alle, die zu Beginn der Saison dazu stießen, blieben auch dabei. „Zumindest alle, die für die erste Mannschaft in Frage kommen“, meint Greulich. Er selbst plant für sich erst einmal bis Ende der Runde, würde aber auch danach gerne bei der SG weitermachen. Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits. „Wir hätten gerne ein paar Ex-Hammelbacher zurück“, lacht der Trainer. Alexander Tempels führt dahingehend bereits Gespräche.

Einen „unfreiwilligen“ Abgang haben die Hammelbacher allerdings zu verzeichnen. Torjäger Alidou, der bei der Begegnung gegen den FC Biblis II vom gegnerischen Spielertrainer übel umgesenst wurde, wird wohl seine Fußballer-Karriere beenden müssen. „Zu 95 Prozent kann er nicht mehr spielen“, bedauert Greulich. Die Achillessehnen-Verletzung stellte sich als zu schlimm heraus.

Im Rest der Rückrunde will die SG am oberen Tabellendrittel dranbleiben. „Mit dem Kader ist es auch machbar“, weiß Greulich. Als Bewährungsprobe steht gleich als erste Partie im März die gegen den Tabellenzweiten Türkspor an. „Wenn wir nach oben noch was reißen wollen, müssen wir die gewinnen“, sagt er. Doch die Wald-Michelbacher sind mit dem ISC Fürth für ihn die besten Teams der C-Liga. Deshalb versteift sich der Coach nicht auf die beiden ersten Tabellenplätze.

Im Januar spielt die SG noch zwei Hallenturniere in Fürth und Zotzenbach, um sich auf den Rest der Rückrunde vorzubereiten. Wie es sich für harte, an die Witterungsverhältnisse gewohnte Überwälder gehört, wird danach nicht in der Halle trainiert. Am 26. Januar geht es draußen los. Natürlich nur, wenn es die Platzverhältnisse auf dem Hammelbacher Berg zulassen.

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In Imasgo wird mit Hammelbacher Hilfe eine Schulbibliothek aufgebaut

Der Aufbau einer Bibliothek im afrikanischen Imasgo ist das nächste große Projekt des Birkenauer Vereins „Christen für Afrika“, dem auch Martine Rüdinger aus Hammelbach angehört. Sie hatte im vergangenen Januar einen runden Geburtstag im „Ochsen“ gefeiert und die 120 Gäste statt Geschenken um Spenden gebeten. Mit großem Erfolg: 3000 Euro kamen zusammen. Vor kurzem war Rüdinger nun in Burkina Faso, um mit dem Geld und weiteren Spenden die nötigen Arbeiten anzustoßen.

Der Wunsch nach einer Bibliothek war im afrikanischen 22.400-Einwohner-Ort aufgekommen. Dort unterstützte der Verein bereits den Aufbau einer Grund- und Realschule. Bisher gab es nur einen unansehnlichen Raum, der für diese Zwecke verwendet wurde und in dem die Bücher auf den Regalen vor sich hin staubten, berichtet Rüdinger. Außerdem kümmerte sich niemand um die Schülerlektüre.

Im Zuge ihrer Recherche stieß die Hammelbacherin auf einen der französischen Nationalbibliothek angeschlossenen Verein, der Projekte in frankophonen Ländern unterstützt. An ihn wandte sie sich und stieß auf Resonanz. „Dort wird ein spezielles Büchersortiment für den jeweiligen Zweck und für die Verwendung in Afrika zusammengestellt“, erläutert sie. Neue Exemplare werden für 2,40 Euro pro Stück weitergegeben – nimmt man die Preise für die oft teure Schulliteratur, ist das ein Schnäppchen. Die Bücher sind auf Kinder und Jugendliche abgestimmt. Sowohl französische als auch afrikanische Autoren werden berücksichtigt. Dazu kommen Lexika und Atlasse.

Der Verein stellt das benötigte Sortiment selbst zusammen und liefert es dann ab Straßburg aus. „Wir haben 1000 Bücher bestellt“, so Rüdinger. Die gehen Anfang Januar auf die Reise nach Afrika. Zusammen mit den Frachtkosten kommen 2700 Euro zusammen. Das große Paket wird Ende Januar in der Hauptstadt Ouagadougou erwartet, wo lokale Partner bereit stehen. Anfang Februar will Rüdinger dann mit dem Vereinsvorsitzenden Franz Stevens vor Ort sein, um alles in Imasgo in Empfang zu nehmen und einzurichten.

Dort war sie jetzt auch, um beim Umbau eines kleineren Gebäudes mitzuwirken, das die katholische Gemeinde für Bibliothekszwecke zur Verfügung stellt. Es befindet sich auf dem Schulgelände. „Davor ist ein großer Mangobaum, der dazu einlädt, darunter zu schmökern“, schwärmt sie vom Ambiente. Für die Sanierung der Räume wurde neben dem restlichen Geld auch eine weitere private Spende verwendet. Anstrich, Bänke, Türen, Schränke, Regal, Fenstergitter: Es galt viel zu tun und zu kaufen.

Zur Betreuung der Werke wird gerade ein Bibliothekar ausgebildet. Der junge Mann lernt seinen Job derzeit bei einem Praktikum in einer anderen Bücherei. Um ihn bezahlen zu können, stellt sich Rüdinger eine Art Patenschaft vor. Ein Modell, wie es bei der Ausbildung der jungen, vor Zwangsheirat geflohenen Frauen, schon erfolgreich praktiziert wird. Diese werden durch einen Spender aus Deutschland in ihrer Ausbildung zur Schneiderin oder Weberin unterstützt. 16 Mädchen befinden sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr, das an das Erlenen und Lesen und Schreiben gekoppelt ist. Drei katholische Ordensschwestern betreuen sie.

Seit etlichen Jahren kümmern sich die „Christen für Afrika“ auch um den Aufbau der Schule in Imasgo. Durch eine Großspende konnte jetzt ein Gebäude für drei zusätzliche Klassen errichtet werden, freut sie sich. Dadurch wird die Realschule erweitert. In diesem Jahr wurde außerdem mit der gymnasialen Oberstufe begonnen. In der wird Deutsch als Fremdsprache angeboten.

200 Kinder besuchen die Grundschule und werden dort von fünf Lehrern mit einer sehr engagierten Rektorin betreut. Auch die Eltern bringen sich stark ein. So haben sie einen Gemüsegarten angelegt, der „Material“ für die in Eigenregie betriebene Kantine liefert. Die Realschule besuchen laut Rüdinger derzeit 350 Jugendliche. Nächster Ziel ist der Aufbau einer Berufsschule, die sich unter anderem mit der Vermittlung von Kenntnissen zur Nutzung von Solarenergie vermitteln soll. Denn hier versprechen sich die Helfer Wachstumspotenzial.

Eine Solaranlage wünscht man sich auch für die Bibliothek, da die Region mit Strom nicht gut versorgt ist. Die Bücher sollen erst einmal nur für die Schüler zugänglich sein. Als Fernziel hat der Verein aber ein Kulturzentrum im Auge. Wie es weitergehen soll, besprechen die Christen für Afrika am 10. Januar. Dann werden in einer Arbeitssitzung die Projekte der nächsten drei Jahre geplant. Dies immer in Abstimmung mit den afrikanischen Partnern. WhatsApp macht es möglich, dass ein sehr zeitnaher Austausch gewährleitet ist. „Wir wollen nichts überstülpen“, betont Rüdinger. Deshalb gehe man auch die Wünsche der Aktiven vor Ort ein, sofern dies möglich ist.

Ihren Aufenthalt in Burkina Faso nutzte Martine Rüdinger auch zu einem Besuch in der Hauptstadt. Dort schaute sie bei verschiedenen Kunsthandwerkern vorbei. „Von denen habe ich fürs Imasgo-Atelier 80 Kilo Waren im Überseekoffer mitgebracht“, deutet sie auf die große Kiste. Bronzefiguren, Batik, Holzarbeiten, Möbel als Recyclingarbeiten aus alten Ölfässern: Diese und viele Dinge mehr werden im Souterrain ihres Hauses für den guten Zweck verkauft.

Der Erlös fließt zu 100 Prozent nach Afrika. Die Menschen dort sind verstärkt auf die Verkäufe und Aufträge aus dem Odenwald angewiesen, hat die Helferin festgestellt. Denn seitdem es in Ouagadougou zwei Anschläge gab, kommen weniger Leute in die Hauptstadt. Alles steht unter dem Aspekt der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kunsthandwerker etwa bekommen durch den Verkauf ihrer Waren im Überwald wieder neue Aufträge und können sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen

Grandioser Abschluss des Jubiläumsjahres für den MGV Wallonia Wahlen

Welch grandioser Abschluss eines Jubiläumsjahres: Der MGV Wallonia Wahlen machte sich mit dem Konzert in Hammelbachs katholischer Kirche selbst das schönste Geschenk zum 125-jährigen Bestehen. Nicht nur der Männerchor unterhielt das bis auf den letzten Platz besetzte Gotteshaus mit weihnachtlich-besinnlichen Stücken prächtig. Vier Solisten waren es daneben als Überraschungsgäste, die mit ihren Einlagen die Besucher zu Begeisterungsstürmen hinrissen.

Viviane Essig war es, die erst bei „That cat is high“ von Manhattan Transfer zusammen mit ihren Eltern Gabi (Gesang) und Achim (Gesang/Klavier) mit ihrer eindrucksvollen und machtvollen Stimme absolut begeisterte. Als dann zu „We are the world“, geschrieben von Michael Jackson und Lionel Ritchie, Sascha Fischer das Gesangsquartett komplettierte, gab es kein Halten mehr. Gänsehaut pur bei den Gästen, eine junge Sängerin, die den Song mit jeder Faser lebte und eine Darbietung in einer Klasse, die so selten zu hören ist. Rauschender, nicht enden wollender Beifall und Standing Ovations bildeten den mehr als verdienten Lohn für diese außergewöhnliche Aufführung.

Als die 40 Sänger zu Beginn Aufstellung im Altarraum nahmen, war ihnen kräftiger Vorschussapplaus bereits gewiss. Gespannte Ruhe kehrte ein, als der „Weihnachtszauber“ angestimmt wurde. Ein leise im Kirchenschiff verhallendes „Kling Klang“ bildete den Abschluss dieses besinnlichen und getragenen Stücks, das einen schönen Vorgeschmack auf das Kommende bot.

In ihrer Anmoderation wiesen MGV-Vorsitzender Jens Sattler und Sascha Fischer auf die ausklingenden Jubiläumsfeierlichkeiten hin. Mit der Liederauswahl wolle man die Gäste auf besinnliche Weihnachten einstimmen und gleichzeitig dabei unterstützen, „die Seele baumeln zu lassen“. Der Chor wolle mit seinen Stücken „eine Auszeit vom Alltag bieten“. Einfach zurücklehnen und entspannen, laute die Devise. Natürlich mit Erfolg.

„Wir haben viel Arbeit und Mühe investiert, um nach dem Konzert im Oktober ein ganz anderes Programm zu bieten“, sagte Sattler. Neben deutschem weihnachtlichem Liedgut gab es auch Gospels und Spirituals zu hören. Oder einfach festliche klassische Stücke wie die „Hymne an die Nacht“ von Ludwig van Beethoven. „Abendfrieden“ als MGV-Klassiker zeigte die Klangvielfalt des Chores in den einzelnen Stimmen auf. Das Kirchenschiff bot den optimalen Rahmen, um die Sänger bestens zur Geltung kommen zu lassen.

„My Lord what a morning“ ließ in Form eines Spirituals als besondere Form des geistlichen Lieds das freudige Gotteslob durch das Gotteshaus schallen. Ausdrucks- und anspruchsvoll dann „I want to go the heaven“, ehe der erste Break kam und die Solisten einstiegen. Über deren Mitwirken freute sich Sattler besonders. „The prayer“ von Celine Dion wurde verkörpert durch Gabi Essig, von ihrem Mann Achim am Klavier begleitet.

Sascha Fischer gab im Anschluss Udo Jürgens mit „Merci Cherie“, eine Hommage an den vor kurzem verstorbenen Ausnahmekünstler. Ein Song, der 1966 den Grand Prix d’Eurovision gewann. Bei „Kommen und Gehen“ von Gisbert zeigte Viviane Essig erstmals, welche Power in ihrer Stimme steckt. Allerdings nur andeutungsweise, wie sich bei den späteren Stücken noch zeigte. Dass die in Hamburg wohnende aber zu Recht bereits zwei Mal als Jugendliche den deutschen Rock- und Poppreis gewann, konnte man bereits hier heraushören.

Was Männerchöre zu leisten vermögen, zeigte die Wallonia unter der Leitung von Thomas Reisig bei „Höre mein Rufen“. Das mehrstimmige, komplexe Lied schloss mit einem mächtigen „Herrgott“ und zeigte sämtliche Gestaltungsmöglichkeiten eines Männerchores auf, mit dem dieser sein Publikum zu begeistern vermag. „La Montanara“ und das „Trommellied“ als allseits bekannte Literatur hatten bei den Zuschauern einen gewaltigen Widerhall. Hörte man beim ersten Stück die Männer immer weiter die norditalienischen Berge emporschreiten, kam das folgende Lied klar akzentuiert und pointiert rüber. Viel Beifall war die mehr als nur logische Konsequenz.

„The power als love“ als Start des zweiten Solo-Blocks, gesungen von Sascha Fischer, hat laut Jens Sattler viele aktuelle Bezüge. Denn damals wie heute geht es darum, dass die Welt ein gutes Stück besser sein könnte, wenn es ein wenig mehr Liebe zwischen den Menschen gäbe. „Loch Lomond“ oder „Kum ba yah my Lord“, gefolgt von „Ich bete an die Macht der Liebe“, bildeten den Abschluss eines eindrucksvollen Abends. Die beiden Moderatoren dankten zum Schluss allen Mitwirkenden und den Helfern hinter den Kulissen, die diese Veranstaltung erst möglich machten. Mit einem gemeinsam gesungenen „O du Fröhliche“ klang das Konzert aus – und die Gäste machten sich in dem Bewusstsein auf den Heimweg, einem besonderen Highlight in der Vereinsgeschichte beigewohnt zu haben.

Rollbratenschießen der Hammelbacher Sportschützen geht ab dem Zweiten Weihnachtsfeiertag in die 38. Runde

Zum 38. Rollbratenschießen zwischen dem Zweiten Weihnachtsfeiertag und dem 7. Januar lädt der SSV Hammelbach alle Mitbürger, Vereine und Mitglieder ein. Geschossen wird wieder in Durchgängen à fünf Personen, wobei jeder Gewinner einen Gutschein für einen Rollbraten erhält. Diese Braten, etwa zwei Kilo schwer, können wie jedes Jahr bei der Metzgerei Kumpf in Wald-Michelbach oder Scharbach nach einwöchiger Vorbestellung abgeholt werden.

Die 37. Ausführung der Gaudi-Veranstaltung verzeichnete eine Rekordbeteiligung. Über 270 Rollbraten wurden von den einzelnen Teams geschossen, bilanzierte damals SSV-Vorsitzender Bernhard Platzer. An die 50 Vereine und Gruppierungen nahmen zwischen den Weihnachtsfeiertagen und dem Dreikönigstag bei Wind und Wetter den Weg zum Hammelbacher Schützenhaus im Wald oberhalb des Ortes auf sich.

Der Vorsitzende führt den Andrang auf die gute Mund-zu-Mund-Propaganda, die Riesen-Gaudi und das urige Ambiente vor Ort zurück. Manche Vereine machen daraus auch gleich einen Event. Ohne die 20 bis 25 SSV-Aktiven, die sich um die gesamte Organisation und den Ablauf vor Ort kümmern, wäre die Großveranstaltung aber nicht zu stemmen. Für den Sportschützenverein ist das Rollbratenschießen eine willkommene Gelegenheit, zum gemütlichen Beisammensein einzuladen und den Austausch der Vereine untereinander zu fördern.

Das Rollbraten-Gaudischießen hatte der SSV Anfang der 1980er Jahre ins Leben gerufen. Es ist aber eine normale Zielscheibe und kein gleichnamiger Braten, auf den gezielt werden muss. Für den, etwa zwei Kilo schwer, erhält der Sieger des jeweiligen Durchgangs einen Gutschein, den er dann in der Metzgerei nach Vorbestellung einlösen kann. Geschossen wird in Durchgängen à fünf Personen. Die können entweder alle aus einer Gruppe kommen oder sich auch vor Ort wild zusammenwürfeln.

Ausgewiesene „Luftgewehr-Profis“ haben letztendlich die gleiche Chance wie blutige Anfänger. Denn geschossen wird mit Schrot – und welches Korn am nächsten an der Mitte ist, gewinnt. Einen Gewinner und somit einen Rollbraten für eine Gruppe gibt es immer, egal wie gut oder schlecht geschossen wird. Und schließlich kann die eine oder andere Leistung später noch dazu beitragen, dass darüber kräftig gefrotzelt wird. Auf den Austausch untereinander legt der SSV Wert. „Wir besuchen dafür wiederum die Veranstaltungen der anderen Vereine“, betont Platzer.

Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten in den „Arbeitswelten“ von Burkina Faso und dem Überwald

Es sind die Unterschiede und zugleich die Gemeinsamkeiten, die in den Bildern faszinieren. Im Friseursalon von Imasgo in Burkina Faso wird mit einfachsten Mitteln gearbeitet, in Hammelbach steht zum Haare schneiden modernstes Equipment parat. Eines haben die Läden aber gemeinsam: Sie sind eine Begegnungsstätte des Ortes. Das ist nur eines der Beispiele der Ausstellung „Arbeitswelten“ von Martine Rüdinger und Peter Hahn, die unter dem Motto „Afrika trifft Europa“ Berufe im Überwald und im westafrikanischen Land gegenüberstellt. Zu sehen ist sie jetzt in der Sparkasse Wald-Michelbach.

Das Eiscafé in Wahlen oder ein Straßencafé in der afrikanischen Stadt, Schulräume in Imasgo oder an der Ulfenbachtalschule: Aussehen und Einrichtung unterscheiden sich, aber die Menschen und Kinder sind sich ähnlich. Hier ein Käffchen im Kommunikationszentrum des Dorfes, dort fröhliche Schülergesichter, aber in anderen Räumen – es gleicht sich und doch wieder nicht. In der Affolterbacher Kirche kommen die Christen zum Beten zusammen. Sie ist wie auch ihr Pendant in Imasgo ein Ort der Besinnung, wenn auch die Innenräume unterschiedlicher kaum sein könnten. Dominiert in Afrika das helle, strahlende Weiß zusammen mit bunten Farben, erscheint das Kirchenschiff im Überwald dunkler.

Während die Hammelbacherin Rüdinger die Bilder von ihren Reisen im Auftrag des Birkenauer Vereins Christen für Afrika aus Burkino Faso mitbrachte, suchte sich der Scharbacher Hobby-Fotograf Hahn seine Motive im Überwald. „Die Serie ist noch nicht fertig“, sagte er. Maler Stephan Jäger etwa könnte ein afrikanisches Pendant bekommen. „Bürgermeister geht auch“, meinte Grasellenbachs Rathauschef Markus Röth unter dem Gelächter der Anwesenden.

Ihn begrüßte Hausherr Bruno Klemm wie auch die gemeindlichen Vertreter aus Wald-Michelbach im Kreditinstitut. Grußworte sprach daneben der Erste Beigeordnete Peter Bihn und wünschte einen guten Verlauf. Wie Klemm betonte, sind die beiden Ausstellenden keine Unbekannten, denn die Sparkasse begleitete sie schon bei früheren Projekten.

Der Birkenauer Verein um den Vorsitzenden Franz Stevens hat sich stark der Hilfe zur Selbsthilfe in Burkina Faso verschrieben. Zum einen geschieht dies über die Förderung von einheimischen Berufen wie Schneider oder Weber, deren Produkte dann hierzulande verkauft werden, um wieder das Material für neue Aufträge ordern zu können. Zum anderen wird seit mehr als zehn Jahren ein Bildungszentrum aufgebaut, das nun in seine nächste Phase gehen soll. „Es wurde viel in die dortige Schule investiert“, sagte Klemm. Aus den Projekten sei auch die Idee entstanden, die Handwerksberufe hier wie dort gegenüberzustellen.

„Ich wollte zeigen, was die jungen Menschen dort arbeiten, wenn sie das Glück haben, einen Job zu finden“, erläuterte Martine Rüdinger. 52 Prozent der Bevölkerung von Burkina Faso, einem der zehn ärmsten Länder auf der Erde, seien unter 25 Jahren alt, erklärte sie. Nach dem Realschulabschluss gebe es für die 16- oder 17-Jährigen nur sehr schlechte Berufsaussichten. Ganz typisch für das Land sei eine Schneider- oder Weber-Ausbildung. Um den Absatz traditioneller Kleidung zu fördern, habe die Regierung diese zur Pflicht bei offiziellen Anlässen gemacht.

Nachdem sich die Christen für Afrika bereits bei Aufbau von Grund- und Realschule engagierten, soll nun in Imasgo eine Berufsschule entstehen. Das große Potenzial des westafrikanischen Landes ist die Sonne. Bodenschätze gibt es nicht. „Junge Menschen sollen sich dort in Solartechnik ausbilden lassen“, nennt Rüdinger als Fernziel. „Manche sagen, so viel anders ist die Schule gar nicht“, meinte sie mit Blick auf die Vergleichsbilder. „Hier wie dort soll gelernt werden.“ Muslime, Christen und Anhänger von Naturreligionen lebten friedlich zusammen.

„Vor Ort soll konzentrierte Hilfe angeboten werden“, nannte Peter Hahn als Hintergrund der Vereinstätigkeit. Alles was gespendet werde, komme direkt in Imasgo an. „Kaum einer kennt Burkina Faso oder fliegt dorthin in Urlaub“, sagte er. Auf einer Fläche so groß wie die Deutschlands lebten derzeit 19 Millionen Menschen – Tendenz stark steigend. 2050 könnten es schon 40 Millionen sein.  Die Probleme müssten vor Ort gelöst werden. Denn die Menschen „gehen dort nicht freiwillig weg, sondern weil sie keine Zukunftsperspektive sehen“. Biete man diese, gebe es auch weniger Flüchtlinge.

Auf den Fotos, egal wo sie entstanden sind, „sieht man Menschen, die in Kirche, Schule oder Café gehen, fröhlich sind und lachen“, so Hahn. Mit den Spenden für den Verein „kann man in Imasgo etwas Positives bewirken“, betonte der Fotograf. Er erwähnte den „großen Spaß“, den er bei seiner Arbeit im Überwald hatte. Beim Friseur in Burkina Faso stand „Haare ab“ im Vordergrund, schmunzelte er. Hierzulande gehe es schon beinahe um Kunst. Auch mit begrenzten Mitteln gestalteten sich die Menschen in Afrika ihren eigenen, bescheidenen, erfüllten Alltag.

Info: Die Ausstellung „Arbeitswelten“ ist in der Sparkasse Wald-Michelbach, Ludwigstraße 49, noch bis 22. Dezember zu den üblichen Schalteröffnungszeiten zu sehen.

Drei Aktivitäten des Vereins „Christen für Afrika“ im Überwald

Mit einem Info- und Verkaufsstand wird sich in diesem Jahr die Birkenauer Afrika-Partnerschaftsgruppe „Christen für Afrika“ am Adventsmarkt des Gasthofs „Zur Jägerlust“ in Gadern beteiligen. Der findet am Sonntag, 3. Dezember, von 13 bis 19 Uhr statt. Angeboten werden von der ehrenamtlichen Gruppe kunsthandwerkliche Artikel aus Burkina Faso wie Batiken, Kalebassen-Lampen, Recycling-Möbel, Tabletts und Schalen aus alten Ölfässern, Bronzefiguren-Unikate, Dekofahrräder aus Draht und vieles mehr.

Junge Künstler in Burkina Faso setzen neue Ideen um und verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Besucher in Gadern können so besondere Geschenkartikel für Weihnachten erwerben. Positiver Nebeneffekt: Der Verkaufserlös aus dem Nikolausmarkt-Stand wird direkt wieder in Projekte im Birkenauer Partnerdorf Imasgo, Burkina Faso, in einem der ärmsten Länder der Welt, eingesetzt.

Die Vernissage einer Foto-Ausstellung in der Sparkasse Wald-Michelbach findet am Donnerstag, 7. Dezember, um 18 Uhr statt. Der Titel laut „Arbeitswelten im Odenwald und in Burkina Faso“. Die Bilder von handwerklichen Berufen aus dem westafrikanischen Land hat Martine Rüdinger geschossen. Die Oden- und Überwälder Motive steuert der Scharbacher Hobby-Fotograf Peter Hahn bei.

Der von Rüdinger in Imasgo fotografierte Schneider arbeitet dem Verein zu. Der im Bild festgehaltene Tischler wiederum stellt Möbel für die von der Birkenauer Organisation aufgebaute Schule her. Peter Hahn schoss die Bilder in der direkten Umgebung des Überwalds oder in Birkenau. Er suchte sich hiesige Werkstätten, in denen der gleiche Beruf ausgeübt wird. Hahn orientierte sich dabei an den von Martine Rüdinger mitgebrachten Motiven. Dabei stellte er trotz aller Unterschiede auch immer wieder Gemeinsamkeiten fest.

Allein die spartanische Ausstattung der Werkräume in Burkina Faso im Gegensatz zu den hiesigen Arbeitsweisen zeigt, auf welch unterschiedlichem Standard gearbeitet wird. Hahns Aufnahmen aus der näheren Umgebung haben auch einen gewissen Wiedererkennungswert. Der Fotograf, im Hauptberuf Förster im Bereich Kühkopf im Kreis Groß-Gerau, hat sich auf Porträtbilder und Theateraufnahmen spezialisiert.

Seine Zusammenarbeit mit Martine Rüdinger hatte bereits einen Vorläufer in der Fotoserie von Odenwälder und afrikanischen Frauen. Während hierzulande oft die Großeltern mit dabei sind, „ist es dort die Ausnahme“, so Hahn. Der Grund: „Die Menschen werden nicht so alt.“ Rüdinger brachte die Porträts von ihren Reisen mit, Hahn ergänzte sie mit seinen Aufnahmen. Hahn geht es darum, „auf die Situation der Menschen in Burkina Faso hinzuweisen“. Und gleichzeitig aufzuzeigen, „wie arm das Land ist“. Mit den einfachsten Mitteln lasse sich den Leuten dort helfen.

Im Imasgo-Atelier Hammelbach, das am Sonntag, 10. Dezember, von 11 bis 17 Uhr noch mal geöffnet ist, gibt es dann viele originelle Ideen für Weihnachtsgeschenke. Einige davon hat Martine Rüdinger von ihrem kürzlichen Besuch in Imasgo mitgebracht. Das Atelier hatte sie mit Vereinsunterstützung im Frühsommer eingerichtet. Dort werden Waren aus Imasgo verkauft, deren Erlös dann getreu des Prinzips „Hilfe zur Selbsthilfe“ den Menschen vor Ort zugutekommen soll, damit die daraus wiederum ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Thomas Helferich ist neuer Schützenkönig des SSV Hammelbach

Thomas Helferich ist der neue Schützenkönig des SSV Hammelbach. Mit einem 10er, der 123,5 Teiler hatte, war die Sache klar. Unter großen Beifall wurde ihm die Schützenkönigkette von Mathias Grün-Drebes übergeben und sogleich um die Hals gehängt. Da die Kette schon seit über 35 Jahre ausgeschossen wird, hat diese inzwischen bereits ein stattliches Gewicht. Helferich bedankte sich und sicherte zu, auf die Kette in den nächsten 365 Tagen gut zu achten. Beim Schießen der Ehrenscheibe setzte sich unter den 25 Teilnehmern knapp Ludwig Hinkel mit einem sauberen 10er durch. Er erhielt einen Präsentkorb.

Vor der Bekanntgabe des Schützenkönigs hatte der Vorsitzende Bernhard Platzer geschickt die Spannung erhöht. Er verstand es, die Anwesenden etwas auf die Folter zu spannen. Zuerst bat er als 2. Ritter des Vorjahres den 1. Ritter (Andreas Dorsheimer) und den Schützenkönig 2016, Mathias Grün-Drebes, nach vorne. Die beiden Ritter gaben ihre Wanderorden ab und erhielten darauf ihre im Besitz verbleibenden Orden mit der jeweiligen Jahreszahl.

Platzer beschrieb zuerst den Werdegang des neuen Würdenträgers innerhalb des Vereins. Stück für Stück gab er mehr Informationen preis und so konnten sich viele der Anwesenden dann einen Reim darauf machen, wer nun der neue Schützenkönig ist. Eben Thomas Helferich. Geschossen wird bei diesem Wettbewerb auf eine 10er-Luftgewehr-Scheibe. Der Teilnehmer hat so viele Probeschüsse wie er möchte und muss dann einen gezielten Schuss abgeben. Die Auswertung geschieht über eine vollautomatische Ring- und Teiler-Messmaschine.

Dann folgte die Krönung des neuen 2. Ritters. Dies wurde Sven Klimesch mit einem 10er, der 248,3 Teiler hatte. 1. Ritter wurde Hermann Dörrich mit einem 10er, der 193,7 Teiler hatte. Der „Knecht“ musste ebenfalls antreten. Dabei handelte es sich um den Schützen, der den schlechtesten Schuss abgegeben hatte. Er erhielt einen Trainingsgutschein und darf den neuen Schützenkönig bei seinen Aufgaben im Laufe des Sportjahres unterstützen.

Die Weihnachtsfeier und Siegerehrung wurde von Platzer zusammen mit Kassenwart Thomas Helferich durchgeführt. Zur Auszeichnung der Jugendlichen holte der Vorsitzende Jugendtrainer Grün-Drebes zur Unterstützung nach vorne. Er bedankte sich bei ihm und Rosi Drebes für die geleistete Arbeit beim erfolgreichen Auf- und Ausbau der Jugendarbeit im Schützenverein.

Im Bereich Lichtpunktgewehr der Jugendlichen siegte Sophia Hötz vor John Hafner und Tina Sattler. Beim Luftgewehr gewann Tina Sattler vor Freya Drebes. Jugendschützenkönig wurde Alexander Scherner (10er mit 53,9 Teiler), 1. Ritter Sophia Hötz (10er mit 140,7 Teiler), 2. Ritter Tina Sattler.

Es folgte noch die Siegerehrung für die Großkaliberschützen (GKS) Hammelbach: Die Vereinsmeisterschaft Kurzwaffe (KW) gewann Thomas Otto (501 Ringe) vor Thomas Helferich. Bei Langwaffe-Selbstlader-Fertigkeit belegte Michael Baruck den ersten Platz vor Thomas Otto und Mathias Grün-Drebes. Bernhard Platzer ehrte auch einige Vereinsmitglieder, die im Laufe des Jahres bei Veranstaltungen viele Stunden im Schützenhaus verbracht hatten. Er überreichte Isabella Sattler, Birgit Dorsheimer, Anna Neumann und Rosi Drebes jeweils eine Orchidee als Dankeschön im Namen des Vorstandes.

Zusammen werden 18 Disziplinen bei der Vereinsmeisterschaft geschossen. Bei mehreren Disziplinen wird unterschieden nach dem Alter (Schüler-, Jugend-, Juniorenklasse, Herren (Seniorenklasse A, B, C) und ob Herren oder Damen schießen. Bei der Sportpistole Herren gewann Reinhold Arnold vor Josef Kudlatschek und Thomas Helferich. Die Damen-Konkurrenz entschied Anna Neumann vor Rosemarie Drebes für sich.

Die Ausscheidung Großkaliber Pistole und Revolver gewann Thomas Otto vor Günther Scherner und Mathias Grün-Drebes. Beim Unterhebelgewehr siegte Bernhard Platzer vor Ralf Stein und Sven Klimesch. Die komplette Liste der Vereinsmeister in den verschiedenen Klassen ist im Mitgliederbereich der Homepage abrufbar.

 

 

Info: Zum Rollbratenschießen zwischen dem 2. Weihnachtsfeiertag und dem 7. Januar lädt der SSV Hammelbach schon heute alle Mitbürger, Vereine und Mitglieder ein. Geschossen wird wieder in Durchgängen à fünf Personen, wobei jeder Gewinner einen Gutschein für einen Rollbraten erhält. Diese Braten, etwa zwei Kilo schwer, können wie jedes Jahr bei der Metzgerei Kumpf in Wald-Michelbach oder Scharbach nach einwöchiger Vorbestellung abgeholt werden. Bei größeren Gruppen ab acht Personen bittet der Verein um Anmeldung über die Seite http://rbs.ssv-hammelbach.de oder E-Mail rbs@ssv-hammelbach.de. Folgende Termine sind festgelegt: Dienstag, 26. Dezember, 9 bis 13 Uhr, Freitag, 29. Dezember, 18.30 bis 23 Uhr, Sonntag und Montag, 31. Dezember und 1. Januar, jeweils 9 bis 13 Uhr, Dienstag, 2., und Freitag, 5. Januar, 18 bis 23 Uhr, Sonntag, 7. Januar, 9 bis 13 Uhr. Weitere Infos unter 06253/21054.