Jeder wollte mal hinter dem Steuer sitzen: 45 Kinder des Purzelbär-Kindergartens besuchten die Hammelbacher Feuerwehr

Strahlende Kinderaugen und begeisterte Feuerwehrmänner: 45 Pimpfe des Purzelbär-Kindergartens besuchten jetzt die Hammelbacher Brandschützer in deren Unterkunft im Weschnitzquellenweg. Von fünf Erzieherinnen begleitet, teilten sich die Kleinen von zwei bis sechs Jahren in zwei Gruppen auf, die jeweils eine Stunde einen ersten Einblick in die Feuerwehrarbeit erhielten. Von „super“ über „toll“ bis „klasse“ reichten die Reaktionen.

Auf Seiten der Brandschützer standen der stellvertretende Vereinsvorsitzende Christopher Schmitt, der stellvertretende Wehrführer Matthias Wetzel und Jugendwart Marvin Bauer für Fragen und Antworten parat. Wobei die Kids gar nicht so viele Fragen stellten. „Die hatten bereits das Projekt Feuerwehr im Kindergarten und wussten dank der Erzieherinnen super Bescheid“, freute sich Schmitt. In dessen Rahmen waren auch Feuerwehrhelme gebastelt worden, die die Zwei- bis Sechsjährigen natürlich stolz zur Schau trugen.

Die Fragen kamen vor allem von den Erzieherinnen. Die wollten etwa wissen, wie das mit den Hydranten funktioniert, wo sich diese befinden und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden. Erläutert wurden außerdem die verschiedenen Aufgaben der Wehr wie die Hilfe bei Autounfällen, die Brandbekämpfung, das Funktionieren der Wärmebildkamera oder die Arbeit mit Rettungsschere und Spreizer.

Letzterer, lachte Schmitt, „war bei den Kids das Highlight“. Denn in der Kindersendung „Feuerwehrmann Sam“ hat die Titelfigur auch einen. Deshalb wollten alle sehen, wie das Gerät funktioniert. Vorgeführt wurde aber auch die Atemschutzausrüstung – damit sich die Kleinen nicht erschrecken, wenn ihnen einmal ein Brandschützer in dieser Montur begegnet. Eine Erzieherin durfte die „normale“ Feuerwehrausrüstung anprobieren.

Natürlich ging es ebenso um allgemeine Tipps rund um Vorbeugung und Verhalten im Brandfall. Wichtig war es den drei Feuerwehrleuten zu vermitteln, dass Feuerzeuge nur im Beisein von Erwachsenen verwendet werden sollten. „Bei Feuer 112 wählen“ ist laut Schmitt der Klassiker. Verdeutlicht wurden auch die „fünf W“, die man in diesem Fall weitergeben soll. Unter anderen, wo das Feuer ausgebrochen ist, wie viele Personen im Haus sind, was passiert ist oder das Warten auf Rückfragen.

Große Augen bekamen die Kleinen beim Anblick des imposanten Löschfahrzeugs LF 10/6 KatS, mit dem die Floriansjünger auch zu Katastropheneinsätzen ausrücken. Natürlich wollte jeder Mal hinterm Steuer sitzen und mit Blaulicht so tun als ob. Vorgeführt wurde daneben der Gerätewagen mit diversem Equipment. Am Brandhaus lockte dann die Praxis. Mit einem Wasserschlauch durften die Kids die dort fröhlich lodernden Flammen löschen. „Allen hat es ganz viel Spaß gemacht“, nahm Schmitt aus dem Vormittag mit. Zum Dank bekamen die Brandschützer am Schluss noch das Feuerwehrlied vorgetragen.

Eine solche Aktion führte die Feuerwehr vor etlichen Jahren schon einmal durch, so der stellvertretende Vorsitzende. Da sein Sohn derzeit den Kindergarten besucht, „wurde ich gefragt, ob ein Besuch machbar ist“. Klar war er das. Bei den Wehrleuten überlegt man nun, dies alle zwei bis drei Jahre anzubieten. Denn es geht ja auch um eine eventuelle Nachwuchsgewinnung. Leider, erläutert Schmitt, könne man derzeit wegen Personalmangel keine Bambini-Wehr ab sechs Jahren anbieten. Die Jugendfeuerwehr startet erst mit Zehn.

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Hammelbacher Pfarrfest-Besucher brachten großen Hunger mit

Auf die eigenen Schäfchen kann die katholische Kirchengemeinde eben zählen. Die bevölkerten nach dem von Pfarrer Peter Pristás in der Kirche Hl. Familie u. Hl. Walburga gehaltenen Erntedankgottesdienst in großer Zahl das Pfarrheim. Kein Wunder, denn das Organisationsteam vom Pfarrgemeinderat hatte neben einem abwechslungsreichen Programm auch ein großes kulinarisches Angebot zusammengestellt.

Dafür zeichneten in bewährter Manier Marianne Verona und Marcello Cappello verantwortlich, die schon lange mit ihren leckeren, selbst gekochten Gerichten die Gäste verwöhnen. Ruckzuck waren Gemüselasagne und Hirschgulasch ausverkauft. Aber auch Kraftbrühe mit Markklößchen, Würstchen oder selbstgemachte Salate stärkten die Besucher bestens. Am Nachmittag lockte ein reichhaltiges Kuchenbüffet, dazu gab es Kaffee.

Fünf Kilo Hirschgulasch und vier Kilo Spätzle hatten die beiden am Vortag verarbeitet, dazu 32 Portionen Lasagne zur Verfügung gestellt. „Die gingen weg wie nix“, freute sich Capello über die Resonanz auf die Kochkünste. „Einmal im Jahr machen wir das gerne für die Kirchengemeinde“, meinte er zu dem „Großauftrag“. Der umfasste auch 30 Portionen Obstsalat mit Melone, Apfel, Ananas, Trauben und Nektarinen.

Fast wäre das Essen zu spät auf den Tisch gekommen. Denn morgens wollte Cappellos Auto nicht anspringen, in dem all die Leckereien verstaut waren. „Ich habe geschwitzt, dass ich nicht rechtzeitig da bin“, schmunzelte er. Aber am Ende funktionierte doch alles bestens und niemand musste Hunger leiden. Die große Kuchenauswahl ist immer den Spenden aus der Bevölkerung zu verdanken.

Zu Beginn stimmte Bonita Piccardo-Selg die Gäste mit ihrem Akkordeon auf den Tag ein. Der gemischte Chor der Waldeslust Scharbach präsentierte, 25 Sängerinnen und Sänger hoch, einige neue und dennoch bekannte Lieder. Unter dem Dirigat von Martin Steffan kamen „The Rose“, „Die Gedanken sind frei“, „Rock my Soul“, „Wie groß bist du“ oder „Über den Wolken“ zu Gehör. Danach spielte das Pfarrfest-Trio Reinhold Karey (Leitung), Piccardo-Selg und Karl-Heinz Müllerauf Akkordeon, Gitarre und Geige beliebte Melodien im Stil der Wiener Kaffeehausmusik.

Aber es war nicht nur Musik zu hören, sondern auch Kabarett zu sehen: Corina Tatzel, die eigentlich immer gemeinsam mit Wolfgang Fütterer auftritt, war dieses Mal solo unterwegs – als ihre Schwester Gerlinde, die sich für die Kunstfigur „Margot“ ausgab. Sie beschäftigte sich mit den Irrungen und Verwirrungen in Leben, Liebe und Beziehungen. Außerdem „übersetzte“ sie bekannte Popsongs in Ourewäller Dialekt, so etwa „Kann denn Liebe Sünde sein“.

Die Darbietung „kam sehr gut an“, freute sich Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Heribert Dahlke im Nachklapp. Der Saal war gut gefüllt mit Besuchern. Wie Dahlke überhaupt mit dem Verlauf des Festes sehr zufrieden war. Nur beim Essen müssen wohl das nächste Mal größere Mengen her, meinte er schmunzelnd.

Die katholische öffentliche Bücherei stellte Lesestoff zur Verfügung. Annette Bach und Martine Rüdinger hatten die neuesten Anschaffungen im Gepäck. Kinderbücher gibt es nun zweisprachig auf Spanisch, Türkisch und Französisch. „Arabisch und Polnisch sind bestellt“, so Rüdinger. Elena Ferrantes „Geschichte der getrennten Wege“ ist nun im nächsten Band verfügbar. Und von „Hidden Figures“ gibt es das Buch zum Film. Die „Sieben Schwestern“ von Lucinda Riley sind in der dritten Fortsetzung erhältlich.

Rüdinger machte auch Werbung für die nächste Veranstaltung der „Christen für Afrika“. Diese haben am Freitag, 13. Oktober, François Paul Ramdé zu Gast. Der international bekannte Friedensaktivist aus der Partnergemeinde Imasgo in Burkina Faso berichtet über die friedliche Partnerschaft von Christen und Muslimen in seinem Ort. Rüdinger ist selbst demnächst dort und wird dann für das Imasgo-Atelier ab 19. November diverse Geschenkideen zu Weihnachten im Gepäck haben.

Dieses lässt sich sehr gut an. „Wir haben viele Einladungen zu Kunsthandwerkermärkten bekommen“, freut sie sich. Was auch der Teilnahme vor kurzem in Airlenbach zu verdanken ist. Beim Bücherflohmarkt konnte sich jeder aus dem ausliegenden Angebot bedienen, der seine eigene Bibliothek bereichern wollte. Der Erlös des Pfarrfestes diente der Erneuerung der defekten Außenbeleuchtung des Pfarrheims und der Anschaffung von Stehtischen.

Hammelbacher Feuerwehrleute erneuern in Eigenarbeit den alten Mannschaftsraum

Die Brandschützer legen Hand an: Jetzt startete die Umbau- und Modernisierungsaktion des Unterrichts-/Schulungs- und Aufenthaltsraum der Freiwilligen Feuerwehr Hammelbach. Das Zimmer im ersten Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses wird außerdem von einer Fahrschule als Unterrichtsraum genutzt, die solange in den Aicher Cent ausweicht. Der Raum war in die Jahre gekommen und gehörte zur Erstausstattung des Feuerwehrhauses in den 1970er Jahren. Neun Helfer gingen am ersten Abend an die Arbeit.

Nun wird der etwa 45 Quadratmeter große Raum vom Boden bis zur Decke, von der Elektrik bis hin zum Einbau einer neuen Küche komplett saniert und modernisiert. Die Arbeiten werden größtenteils in Eigenleistung durch die Kameraden der Einsatz- sowie Alters- und Ehrenabteilung ausgeführt und absolviert. Gestern wurde ein 7,5 Kubikmeter-Container bereits zur Hälfte gefüllt. Danach musste der Putz weiter abgeklopft werden. Die Decke wurde demontiert. Dann gilt es Schlitze für die Elektrik zu verlegen. Der Boden kommt zum Schluss raus, damit der Estrich bis zuletzt geschützt bleibt.

Die Kosten für das Projekt trägt der Feuerwehrverein. Dieser wird zum Teil durch Zuschüsse der Gemeinde unterstützt. Die Anschaffung der neuen Küche wird über eine Spendenaktion von Firmen und Geschäftsleuten, aber auch Privatpersonen und Vereinen aus der Gemeinde und Region mit finanziert. Ein Dank der Floriansjünger galt schon jetzt den Spendern für diese Unterstützung. Diese versuchen den größten Teil der Arbeiten in Eigenregie zu erledigen, damit möglichst wenig Kosten anfallen. Nur für einzelne Gewerke werden Handwerksfirmen beauftragt.

Am ersten Abend wurde der Raum durch fleißige Helfer ausgeräumt und teils entkernt. Zur Stärkung nach der harten und staubigen Arbeit gab es dann Weißwürste und Brezel. In den nächsten Tagen und Wochen geht es hart und staubig weiter im Hammelbacher Feuerwehrhaus. Der genaue Fertigstellungs-Termin ist noch nicht ganz absehbar. Angepeilt ist spätestens Ende November, aber man will schneller sein, sagt Kommandant Marco Stein.

Zur „Sundoag-Noacht-Show“ war bei der Hammelbacher Kerwe das Zelt voll besetzt

Mehr als gelungener Ausklang der Hammelbacher Kerwe. Zur „Sundoag-Noacht-Show“ war das Festzelt wie schon an den Tagen vorher voll besetzt. Die Show hatte das Motto „70 Jahre Jubel, Trubel, Heiterkeit“ in Anlehnung an das 70-jährige Bestehen des SV Hammelbach in diesem Jahr. Viele Lacher gab es wie immer bei dieser Demonstration des örtlichen Vereinslebens auf der Bühne. Von den einheimischen Vereinen und Akteuren gestemmt, unterhielten diese das Zelt aufs Beste.

Michael Sattler, der die Gäste auch begrüßte, führte durch das dicht gedrängte Programm mit fast 20 Punkten. Tänze, Sketche, Lieder und Solovorstellungen zeigten die große Vielfalt der örtlichen Talente, die damit zwei Stunden lang die Gäste im Festzelt kurzweilig bei Laune hielten. Dabei gaben sich die Akteure bei den verschiedenen Aktionen quasi selbst die Hand und waren teilweise mehrfach aktiv.

Die Eröffnung durch den SV-Vorsitzenden Rainer Wolk wurde pantomimisch aufbereitet und sorgte gleich zu Beginn für Lacher. Ein Sketch mit Plakaten, bei denen mal das eine, mal das andere Wort fehlte, hatte ebenso zahlreichen Applaus wie eine Tennis-Darbietung mit all den Tücken rund um den Filzball. Zwei Tanzgruppen zeigten darüber hinaus ihr Können.

Einer der vielen Höhepunkte war die Vorstellung der neuen Schwimmbadabteilung – einem Männerballett, bestehend aus Frank Pleiner, Tobias Klug, Markus Bauer, Fabian Wiegand und Jens Wolk. Klar, dass eine Zugabe folgte. Oder der Sketch vom Bau des Sportlerheims, dargeboten von Oliver Lutz, Markus Röth und Tobias Reinhard. Ein besonderer Dank der Veranstalter galt Daniela und Claudia Maser, die für das Programm verantwortlich zeichneten.

Am Montag war das Zelt zum Freibier-Frühschoppen komplett besetzt. Freie Plätze waren Mangelware. Als Spezialität gab es traditionell Wellfleisch. Örtliche Firmen waren gut vertreten. Die Kerwe war für den veranstaltenden SV wieder ein voller Erfolg, wie Vorsitzender Wolk bilanzierte. Er dankte allen freiwilligen Helfern, ohne die ein solches Fest über vier Tage mit diesen Dimensionen nicht ausgerichtet werden könnte. (Foto: Marco Stein)

Aus Gras-Ellenbach wird bei der Kerwepredigt Hammelbach-Ost

„Es lebe der Sport“ hieß das Motto des Kerweumzugs. Und sportlich musste so mancher Hammelbacher im Anschluss seine Erwähnung in der „Kerweprerischd“ von Marvin Bauer nehmen, die dieser im vollen Festzelt von Kanzel, pardon Leiter, hielt. Der Kerweparre trug mit geölter Stimme, da Mundschenk Florian Hörr von unten immer genug Schmierstoff für die Kehle nachreichte, die Verfehlungen der Ortsbevölkerung ein ums andere Mal unter dem Gelächter der Zuschauer vor.

Dass die ausgeliehenen Konfirmations-Schlappen nach 16 Jahren nicht mehr so ganz fit waren, musste ein Hammelbacher peinlicherweise beim besuchten Hochzeit-Gottesdienst erleben. „Un doann kimmd die Gewissheit goanz schäi schnell, vunn dere schwazze Schmeer sin die Oabsätz vunn denne Schuh die Quell.“ Das Gespött der Besucher war ihm sicher, dass die ausgetretenen Schuhe in der Kirche eine schwarze Bremsspur hinterließen.

Zielgenau richtete der Kerweparre auch den Zeigefinger auf einen Einwohner, der sich in der morgendlichen Hektik erst einmal die Haare mit der Stahlbürste kämmte. Derselbe arme Tropf musste auch noch Häme ertragen, weil er seine auf dem Balkon rauchende Frau dort ausgesperrt hatte. „Des ledsche Gfiehl in ehme Finger dut schnell weiche, sie dut verzweifelt doann um Hilfe greische“. Ein Nachbar erhörte die vor Kälte bibbernde.

Marvin Bauer hatte auch ein paar Interna vom vergangenen Besuch der spanischen Delegation im Gepäck. Denn ein paar Teilnehmer hatten sich den deutschen Gerstensaft so richtig munden lassen. „Leicht bekleided, angeheitert und voll motiviert, is die goanz Koronoa iwwer die Hoammelbescher Maisfelder stolziert“, hatte der Kerweparre aus seinen sicheren Quellen erfahren.

Die vergeigte Autofahrt eines Hoammelbeschers nach Südtirol wusste der Kerweparre auch in allen Einzelheiten auszuschmücken. „Soi Fahrzeig is eigentlich koa Audo, sondern Schrott der fäijet, dodemit wollt er uff Siedtirol, weil er hot vumme Musikfestival gehäijet.“ Die Antriebswelle machte dann beim Allgäuer Tor die Grätsche. Doch gewusst wie, denn beim Allrad geht alles: „Koarzerhand die Outriebswell oabgeflext, mid dem Kaisch is ne tatsächlich noch die Fahrt geglickt.“

Nach dem SV-Jubiläum passierte einem Hammelbacher ein großes Malheur. Er wollte mit dem Auto heim, hatte aber im Tran irgendwo die Schlüssel verlegt. Doch die Karre war zu modern: „Die Deer zugebumt, die Schlesser gäihn zu, denn die schließe automatisch, doan is erschd emol Ruh.“ Das Schlimmste kam noch im hermetisch verschlossenen Fahrzeug: der Harndrang. Viel Gelächter war dem armen Kerl gewiss. Die Moral von der Geschichte: Seine Beifahrerin „hot tatsächlich uff dem Autoschlissel ghoggt“.

„De Grasembescher Strich“ ist nicht das, was Auswärtige vielleicht auf den ersten Blick vermuten würden. Es geht um den Bindestrich im Ortsnamen, der die Hoammelbescher schon seit mehr als 45 Jahren „traumatisiert“. Damit endlich Klarheit herrscht und es keine Verwirrung mehr gibt, ob nun der Ort mit oder ohne Strich gemeint ist, hatte Bauer eine einfach Lösung: „Mehr doun den Ortsdahl in Hammelboach – Bindestrich – Ost umbenenne“. Er gab zu: „Oan dem Ortsdahlnoame hämmer goanz schäi lang gfeilt.“

Bei den Tagen des offenen Ateliers wurde im Hammelbacher Imasgo-Atelier die Fotoausstellung „Schwarze und weiße Berufe“ gezeigt

Es gibt viele Kontraste, aber auch unvermutete Gemeinsamkeiten. „Schwarze und weiße Berufe“ lautete der Titel der Fotoausstellung, die an den Tagen des offenen Ateliers im Imsago-Atelier von Martine Rüdinger auf der Hard in Hammelbach zu sehen waren. Die Bilder von handwerklichen Berufen aus dem westafrikanischen Land hatte die im Verein „Christen für Afrika“ aktive Rüdinger geschossen. Die Oden- und Überwälder Motive steuerte der Scharbacher Hobby-Fotograf Peter Hahn bei.

Das Atelier hatte Martine Rüdinger mit Vereinsunterstützung im Frühsommer eingerichtet. Dort werden Waren aus Imasgo verkauft, deren Erlös dann getreu des Prinzips „Hilfe zur Selbsthilfe“ den Menschen vor Ort zugutekommen soll, damit die daraus wiederum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. So arbeitet der von ihr fotografierte Schneider dem Verein zu. Der im Bild festgehaltene Tischler wiederum stellt Möbel für die von der Birkenauer Organisation aufgebaute Schule her.

Peter Hahn schoss die Bilder in der direkten Umgebung des Überwalds oder in Birkenau. Er suchte sich hiesige Werkstätten, in denen der gleiche Beruf ausgeübt wird. Hahn orientierte sich dabei an den von Martine Rüdinger mitgebrachten Motiven. Dabei stellte er trotz aller Unterschiede auch immer wieder Gemeinsamkeiten fest.

Aber allein die spartanische Ausstattung der Werkräume in Burkina Faso im Gegensatz zu den hiesigen Arbeitsweisen zeigt, auf welch unterschiedlichem Standard gearbeitet wird. Hahns Aufnahmen aus der näheren Umgebung haben auch einen gewissen Wiedererkennungswert. So hängt ein Bild des Eiscafés in Wahlen neben dem eines Cafés aus Imasgo. Ein Schulzimmer des Ortes in Burkina Faso kontrastiert mit einem Raum aus der Wahlener Ulfenbachtal-Schule. Und auch die beiden Kirchen werden gegenüber gestellt.

Hahn, im Hauptberuf Förster im Bereich Kühkopf im Kreis Groß-Gerau, hat sich auf Porträtbilder und Theateraufnahmen spezialisiert. Seine Zusammenarbeit mit Martine Rüdinger hatte bereits einen Vorläufer in der Fotoserie von Odenwälder und afrikanischen Frauen. Während hierzulande oft die Großeltern mit dabei sind, „ist es dort die Ausnahme“, so Hahn. Der Grund: „Die Menschen werden nicht so alt.“ Rüdinger brachte die Porträts von ihren Reisen mit, Hahn ergänzte sie mit seinen Aufnahmen.

Ihm geht es darum, „auf die Situation der Menschen in Burkina Faso hinzuweisen“. Und gleichzeitig aufzuzeigen, „wie arm das Land ist“. Mit den einfachsten Mitteln lasse sich den Leuten dort helfen. Hahn wünscht sich, mit den Fotos auch Spenden zu generieren. Das in der Ulfenbachtal-Schule entstandene Bild hatte einen solch positiven Effekt. Die Schüler spendeten spontan 500 Euro aus der Klassenkasse.

Regelmäßig kommen Waren aus Burkina Faso als Nachschub in Hammelbach an. Diese Woche wird wieder ein Container erwartet, weil die Christen aus Afrika am 24. September auf dem Handwerkermarkt bei der Schreinerei Bellut in Airlenbach dabei sind und dort neue Dinge in Angebot haben möchten.

Seit der Eröffnung Ende Juni haben weitere Möbel aus Burkina Faso den Weg in den Überwald gefunden, erläuterte Rüdinger den interessierten Gästen beim Tag des offenen Ateliers. Diese wurden aus Holz für den Sitz und Ölfässern für Lehne und Beine gefertigt. Stühle und typisch afrikanische Sitzbänke gibt es in dieser Form. Recycling in bestem Sinne also. Auch Tabletts wurden aus Ölfässer-Resten hergestellt.

Das ist jedoch nur eine kleine Palette der Waren, die aus Burkina Faso den Weg nach Deutschland finden. Darunter sind auch afrikanische Tiere aus Ebenholz oder Kaïcedra, von den Dorfbewohnern hergestellter Schmuck aus Glas, Papier, Horn und Stoff, filigrane Basteleien in Form von Autos oder Fahrrädern aus alten Blechdosen oder ein nach Traubenzucker schmeckendes Produkt aus dem Inneren der Affenbrotbaum-Frucht. Aus der Turareg-Region in Nord-Burkina ist Silberschmuck zu finden.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, mit dem Produktverkauf die Menschen in Imasgo zu unterstützen, damit sie auf eigenen Beinen stehen können“, betonte Rüdinger. Deshalb habe man den Laden auch komplett von den anderen Projekten wie etwa der Schule getrennt. „Die Menschen in Afrika sollen genug Geld verdienen, um sich Dinge des täglichen Lebens selbst finanzieren zu können.“

Dazu gab es Essen und Getränke nach afrikanischen Rezepten. So Dégué aus Hirse, Quark und braunem Zucker und frischer Mango, weiter ein Gericht aus Kochbananen, den Hibiskustee Bissap mit Ingwer, braunem Zucker und Limonen oder eine leckere Erdnuss-Suppe, die Marcello Capello kreiert hatte. Das Gewürz Soumbala, aus dem Baum Neré gewonnen, wurde abgepackt verkauft.   tom

 

Informationen: http://christen-fuer-afrika.de

 

Reiches Programm beim Hammelbacher Pfarrfest am 1. Oktober

Das alljährliche Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde zu Erntedank findet am Sonntag, 1. Oktober, statt. Ort ist das Pfarrheim „St. Maria“ in Hammelbach, Veranstalter der Katholische Pfarrgemeinderat. Beginn ist gegen 11 Uhr im Anschluss an die Messe in der benachbarten Kirche, die um 10 Uhr startet. Eingeladen sind alle Bürger der Gemeinde Grasellenbach, aber auch konfessionsübergreifend Gäste und Freunde der Kirche aus der Pfarrgruppe Überwald. Bei schönem Wetter kann auch draußen gefeiert werden.

Marianne Verona und Marcello Cappello werden wieder in bewährter Manier ihre Kochkünste aufbieten und die Gäste mit leckeren Gerichten verwöhnen. Auf der Speisekarte stehen ab etwa 12 Uhr Kraftbrühe mit Markklößchen, Gemüselasagne mit Parmesan und Mariannes Hirschkalbsgulasch mit Spätzle. Selbstgemachte Salate ergänzen das Angebot. Am Nachmittag lockt ein reichhaltiges Kuchenbüffet, dazu gibt es Kaffee.

Zu Beginn wird Bonita Piccardo-Selg die Gäste mit ihrem Akkordeon auf den Tag einstimmen. Der gemischte Chor der Scharbacher Chöre wird gegen 13 Uhr einige neue und dennoch bekannte Lieder präsentieren. Danach spielt das Pfarrfest-Trio ab etwa 14 Uhr unter Leitung von Reinhold Karey auf Akkordeon, Gitarre und Geige beliebte Melodien im Stil der Wiener Kaffeehausmusik.

Aber es ist nicht nur Musik zu hören, sondern auch Kabarett zu sehen: Corina Tatzel wird zwischendurch gegen 13.30 Uhr ihr Alter Ego „Margot“ auftreten lassen. Diese hat sich bereits über die Grenzen des Überwalds hinaus eine große Fangemeinde erworben. Sie beschäftigt sich mit den Irrungen und Verwirrungen in Leben, Liebe und Beziehungen. Außerdem „übersetzt“ sie bekannte Popsongs in den Ourewäller Dialekt und befasst sich auf spezielle Art dem Thema Erntedank.

Die Pfarrbücherei ist geöffnet und stellt Lesestoff zur Verfügung. Beim Bücherflohmarkt kann sich jeder aus dem ausliegenden Angebot bedienen, der seine eigene Bibliothek bereichern möchte. Über Salatspenden freut sich das Organisationsteam, ebenso wie über Kuchen und Torten für die Kaffeezeit. Sie werden gerne am gleichen Morgen angenommen. Der Erlös des Pfarrfestes dient der Erneuerung der defekten Außenbeleuchtung des Pfarrheims und der Anschaffung von Stehtischen.