Kerwe in Gras-Ellenbach: „Loasst doch die Kerweborscht de Iwwerwoald regier’n“

Wehe dem, der sich übers Jahr die Aufmerksamkeit von Kerweparre Tibor Mink zugezogen hatte. Der zückte gleich den Stift, notierte sich alles haarklein und breitete es nun in seiner Kerwepredigt am Sonntagnachmittag in der Nibelungenhalle in den schillerndsten Farben aus. Nach dem Umzug waren Teilnehmer und Besucher hineingeströmt und füllten die Sitzplätze bis in den letzten Winkel. Wer zu spät kam, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.

Bis alles vorbereitet war, die Kerwejugend in den Saal marschiert war und auch nach Minks Aufzählungen von diversen Unzulänglichkeiten sorgten die „Stephanos“ für Unterhaltung. Auf der Bühne hatten sich derweil die verschiedenen Umzugsteilnehmer niedergelassen, um dem Geschehen aus nächster Nähe beizuwohnen. Der Kerweparre, unterstützt von seiner ansehnlichen „Kerwebraut“ Erik Wolf, nahm kein Blatt vor den Mund.

Der Kulturtrip eines TSV-Fußballers nach Thailand fand bei ihm ebenso Erwähnung wie die doch nicht so fundierten medizinischen Kenntnisse eines örtlichen Möchtegern-„Medicus“. Der hatte so seine Probleme, die Unterschiede zwischen Schulterluxation und Bänderriss zu erkennen. Der Ausflug an den Wald-Michelbacher Sportplatz endete für einen Gras-Ellenbacher damit, dass er am nächsten Tag sein Auto im ganzen Ort suchte. Nur hatte er vergessen, dass er den fahrbaren Untersatz schon zuvor in gute Hände abgegeben hatte.

Ein Frühjahrs-Grillabend förderte im Herbst noch etwas zutage: Denn die versammelte Mannschaft übte sich im Pfeile schießen. Weil man dabei aber auch ziemlich viel Zielwasser intus hatte, ging was verloren: „Der Pfeil oan sich, der war verschwunne, ma hoat en ach net glei wie gefunne.“ Eben erst im Herbst, als die Pflanzen von Nachbars Terrasse in die Wärme sollten.

Schadenfreude ist die schönste Freude: Man sollte eben nicht mitten in der Nacht nach einem schönen langen Zechabend die Ersatzreifen aus der väterlichen Garage holen und dabei die falschen erwischen. Denn dann bleibt die Kiste bei der Werkstatt gleich länger stehen. Nochmal um Autos ging es in der Geschichte, als ein ortsbekannter Gras-Ellenbacher Autotüftler bei seinem Flitzer vergessen hatte, die Bremse zu ziehen. „Sou is des Fahrzeu, wie soll ich soache, mit voller Wucht in de Garasch oigschloache.“

Der alte Zwist zwischen Hammelbach und Gras-Ellenbach wurde vom Kerweparre ebenfalls wieder aufgewärmt. „So kam’s, wie’s kumme is, en halbwegs gute Kompromiss“, meinte Tibor Mink zur Gemeindefusion in den 70er Jahren. „Litzelboch un Hammelboch derfe regier’n, Scharboch muss des akzeptier’n. Gras-Elleboch un Woahle, die brauch mer zum Bezoahle.“ Er wusste die Patentlösung: „Man misst’s prowier’n, loasst doch die Kerweborsch de Iwwerwoald regier’n.“

Die Kerwe ist für die zahlreichen Helfer immer eine Herzensangelegenheit. Ein paar Mann kümmern sich um die Hauptorganisation, allen voran Attila Fodor. Über die fünf tollen Tage helfen etwa 40 Personen mit, damit alles reibungslos abläuft. Die Kerweburschen kümmerten sich um den Bau der Umzugswagen und organisierten den Ablauf, dazu kamen noch Bandunterstützer, Küchenkräfte und „Materialschlepper“.

Eine volle Halle an den verschiedenen Tagen dankte es ihnen. So wie am Sonntag, als zuerst der Kerwegottesdienst mit Pfarrer Stefan Ningel dort stattfand. Das Mittagessen, Gulasch mit Nudeln „à la Hagen“ vom benachbarten gleichnamigen Landgasthof Daniel-Hagen Wolfs, fand wie immer großen Anklang. Im Anschluss spielte die Kocherbacher Trachtenkapelle zum Kurkonzert auf. Die Musiker aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil zeigten ihr Können mit ihrem breiten Repertoire aus klassischen Volksmusikstücken.

Draußen konnten sich derweil bei schönen Wetter die Kinder auf dem „Rummelplatz“ vergnügen. So lautete dieses Jahr auch das Motto der Nibelungenkerwe. Kettenkarussell, Süßwarenstand, Schießstand, Crepes-Bude und historisches Kinderkarussell standen als Attraktionen bereit. Allerdings fehlte ein wenig die Masse der Heranwachsenden für die verschiedenen Angebote.

Der Sonntag klang mit der Preisverleihung des Luftballon-Wettbewerbs aus dem vergangenen Jahr aus. Der Frühschoppen mit Freibier ging unter musikalischer Untermalung durch „Singles“ vor sich. Es gab deftiges Wellfleisch neben den Klassikern Bratwurst und Steaks. Der Landgasthof Hagen sorgte dafür, dass auch allerlei anderes frisch Gekochtes auf den Teller kam. Eine große Kuchen- und Tortentheke durfte nicht fehlen.

Dem Eingraben der Kerwe auf dem Grundstück dessen, der sich in diesem Jahr am meisten hatte zuschulden kommen lassen, ging ein Bilderrätsel mit Ortsbürgern voraus. „Jeder Tag lief dieses Jahr besser als im vergangenen“, freute sich Attila Fodor fürs Orga-Team. Beste Motivation also, es im kommenden Jahr mit neuen Kräften wieder anzugehen.

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Zwei Mal feierten die Gras-Ellenbacher Kerwegäste eine große Party

Zwei Mal, eigentlich sogar drei Mal wurde bei der Kerwe heftig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Am Freitagabend luden die Organisatoren zur großen Sause mit der Band „Xtreme“ ein, am Samstag begeisterte die 90er-Party die Feierwütigen. Inoffiziell war die Kerwe bereits am Donnerstagabend gestartet, als nach dem Ausschellen im Fußballerheim am Sportplatz bis halb 4 Uhr morgens gefeiert wurde. Den Anlass lieferte auch der TSV, der dem Tabellenführer Hüttenfeld in der C-Liga ein hochverdientes 3:3 abtrotzte.

Krachend voll mit etwa 430 Besuchern zeigte sich die Nibelungenhalle am Freitagabend. Kein Wunder, ist die Band „Xtreme“ doch eine Marke für sich und tourt regelmäßig durch die Region. Hier gab es keine Berührungsängste. Vom deutschen Schlager bis hin zu Metallica oder AC/DC: Stilgrenzen sind was von gestern. „Die Stimmung war einfach super“, war Attila Fodor vom Orga-Team hellauf begeistert.

Ganz egal welches Genre: Xtreme ließ sich nicht in eine musikalische Schublade stecken. Vielseitigkeit lautete das Stichwort – und das zelebrierten die sieben Musiker in Perfektion. Jeder Song war technisch perfekt einstudiert und bekam gleichzeitig einen individuellen Touch. Mit im Tourgepäck hatte die Band eine professionelle Bühnen-Performance, garniert mit einigen Pyro-Effekten.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Mario Schmelcher und Lukas Baum für den männlichen Part und Jenny Daniele für die weiblichen Stimmen sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Welle oder deutsche Schlager. Am Bass sorgte Björn Buhl für den richtigen Groove, den Takt gab Benedikt Weiß am Schlagzeug an, während Hannes Böhm am Keyboard die melodischen Untertöne besorgte. Bastian Ludäscher an der Gitarre hatte immer die richtigen Riffs aufs Lager.

„Despacito“ von Luis Fonsi oder der „Summer of 69“ von Bryan Adams hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie ein 90er-, Malle-, Wolfgang-Petry-, Nena- oder Bayern-Medley, Songs von den Toten Hosen, Ärzten („Westerland“) oder den Sportfreunden Stiller („Ein Kompliment“). Zusammen mit Stücken von Queen („I want it all“), Robbie Williams („Angels“) oder Gloria Gaynor („I Will survive“) der beste Mix, um inklusive frenetisch erklatschter Zugabe die Gäste bis weit nach zwei Uhr bei Laune zu halten.

Am Freitagnachmittag waren einer alten Tradition folgend zehn junge Blumenmädchen zwischen zwölf und 25 Jahren mit einem Bollerwagen durch den Ort gezogen, um Blühendes für die Ausschmückung der Halle zu sammeln. Die Anwohner kennen den Brauch schon und hielten einiges an Blumen bereit. Alte Lieder, aber auch solche zum „Mitgrölen“ und der Gras-Ellenbacher Kerwesong durften dabei nicht fehlen.

Der daraus angefertigte Kerwekranz hing beim gestrigen Umzug am ersten Bulldog und wird danach über der Bühne aufgehängt. Die Kerweburschen waren ebenfalls schwer aktiv. Sie gruben am Freitag die Kerwe in Gestalt von zwei Flaschen Wein aus. Das geschah dieses Mal bei Jörg Fuhr, der sich im vergangenen Jahr einiges zu Schulden hatte kommen lassen, was von Kerweparre Tibor Mink aufgedeckt worden war. Die Jugendlichen zwischen 18 und 30 Jahren sind der alten Tradition folgend schon seit Anbeginn der Kerwe dahingehend aktiv.

Die beiden Ausscheller Leo Trautmann und Patrick Freudenberger waren bereits am Donnerstag durch die Ortsstraßen gezogen und hatten die Einwohner lautstark mit dem nahenden größten Fest des Jahres vertraut gemacht. In Gardeuniform gekleidet, hatten sie die Kerweregularien im Gepäck und taten diese kund. Anschließend wurde dann beim TSV bis in die Puppen weitergefeiert.

Ebenfalls sehr gut besucht war die Nibelungenhalle am Samstagabend, als DJ Comet Andreas Siebler von der Disco Kinki in Sinsheim zur 90er-Jahre-Party einlud. Und das nicht nur ein paar Stunden lang, sondern bis fast 6 Uhr am Sonntagmorgen. Es herrschte bei den mehr als 300 Gästen (mehr als vergangenen Jahr bei der Schlagerparty) eine Top-Stimmung und feierten alle eine heiße Fete unter Hawaii-Schirmen. Die Halle war entsprechend 90er-mäßig dekoriert mit Bravo-Wand, Super Mario-Figur und CD-Rohlingen.

Der DJ hatte alles im Gepäck, was die wilde Partymeute verlangte. Dazu gehörten Songs von Ace of Base, DJ Bobo, Milli Vanillli oder Kris Kross, aber auch Rock- und Popsongs. Ab 22.30 Uhr wurde die Halle proppenvoll und blieb es bis in den frühen Morgen. Wie die 90er waren auch die Besucher knallig bunt gekleidet. Die Bravo-Fotowand war von den Blumenmädchen gestaltet worden.

Mit Hartnäckigkeit kam sie an den Ausbildungsplatz: Charlotte Schamber aus Gras-Ellenbach macht eine Lehre im „Männerberuf“ Schreiner

Für Charlotte Schamber war schon früh klar, was sie nach der Schule machen will: eine Schreinerlehre. Bis es so weit war, hatte die 18-Jährige aus Gras-Ellenbach aber einige Hürden zu überwinden. Denn der Beruf scheint immer noch eine mit Klischees behaftete Männerdomäne zu sein. Sie bekam auf ihre Bewerbungen viele Absagen oder gar keine Antworten – obwohl viele Lehrstellen frei sind. Bis sie bei der Schreinerei Pracht im Beerfeldener Stadtteil Falken-Gesäß anklopfte – und gleich eine Zusage erhielt.

„Ich habe zuhause schon immer viele handwerkliche Sachen gemacht“, kam Charlotte früh mit dem Beruf in Berührung. Denn ihr Vater ist gelernter Schreiner und gab ihr so manchen Tipp. „Er hat mir bereits viel gezeigt.“ An der Fürther Heinrich-Böll-Schule machte die Gras-Ellenbacherin ihren Realschulabschluss und kam dann über Praktika mit verschiedenen Berufen in Berührung. Aber ob Floristin, Hufschmiedin oder Pferdewirtin – es war nicht der passende für sie dabei.

„Ich bin nicht der Mensch für Büroarbeiten“, sagt Charlotte über sich selbst. Ihr liegt eher das Handwerkliche. Eben, wie der Name schon sagt, die Arbeit mit den eigenen Händen, an deren Ende dann ein sicht- und greifbares Ergebnis steht. Da es mit dem Ausbildungsplatz nicht sofort klappte, absolvierte sie zuerst ein sogenanntes Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) in Bensheim. Drei Mal die Woche war Theorie angesagt, zwei Mal Praxis in Form von Praktika.

Bei der Ausbildungsstelle bei der Schreinerei Pracht steht nun die Praxis im Vordergrund. Theorie gibt‘s jetzt an der BSO Michelstadt jeden Freitag und jeden zweiten Donnerstag. Montag bis Mittwoch ist sie immer im Betrieb. „Ein weiblicher Lehrling ist schon selten“, weiß Juniorchef Daniel Pracht. „Das letzte Mal hatten wir vor fünf Jahren jemanden.“ Ihm imponiert an der 18-Jährigen, wie sie sich in einem traditionellen Männerberuf behauptet und mit anpackt.

Die Praxiserfahrungen für Charlotte sind dabei sehr vielfältig. Sie fährt mit auf die Montage, hilft mit, Küchen und Schränke einzubauen, packt beim Schleppen mit an, passt Fenster, Türen oder Böden mit ein. Vor kurzem gab es ein Schleiftraining bei einem renommierten Hersteller von Schleifmaschinen. „Ich will viel mit auf Montage sein, um zu sehen, wie dort gearbeitet wird“, verrät sie ihr Interesse an der Praxis vor Ort. Die Modernisierung von Objekten, wo es aufs Feine und Filigrane ankommt, hat es ihr auch angetan.

In der Pracht-Werkstatt übt sie die Herstellung von Schlitz- und Zapfen-Verbindungen. „Ich liebe es, etwas mit meinen eigenen Händen herzustellen.“ Einen anderen Beruf kann sie sich nicht vorstellen. „Wenn ich morgens aufstehe und gerne zur Arbeit gehen, dann habe ich was richtig gemacht“, lacht sie. Peter Schäfer, der im vergangenen Jahr seine Lehr abschloss und jetzt den Meister macht, betreut die Lehrlinge im Betrieb.

„Ich habe überhaupt keine Probleme als Frau im Männerberuf“, kommt sie mit ihren Kollegen in der Schreinerei Pracht bestens klar. Auch der Freundeskreis findet es „ziemlich cool“, dass sie diesen Job macht. Ihre Mutter hat lediglich die Sorge, dass sie sich an der Säge in die Hand schneiden könnte und rät ihr zum Aufpassen, schmunzelt Charlotte.

„Schon vor einem Jahr habe ich lange eine Ausbildungsstelle gesucht“, verdeutlicht die Gras-Ellenbacherin ihren langen Atem. Auch wenn es etwas dauerte, „wollte ich das nicht aufgeben“. Eine Einstellung, die auch Daniel Pracht beeindruckt: „Wer sich als junge Frau für diesen Beruf entscheidet, will es wirklich“, sagt er. Ihm imponieren die „taffen Mädels“, die sich behaupten. Als Charlotte noch keine 18 war, fuhr sie jeden Tag mit dem Roller von Gras-Ellenbach nach Falken-Gesäß. Nach dem kürzlichen Geburtstag ist der Weg mit dem Auto jetzt einfacher.

Mit seiner Kochinsel hat Daniel Pracht vor kurzem in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Dabei ging es ihm eigentlich erst einmal darum, im Rahmen seines Meisterkurses eine Idee fürs eigene Zuhause praktisch in die Tat umzusetzen. Der 31-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass er damit gleich den renommierten Bad Wildunger Designpreis gewinnen und extrem positives Feedback bekommen würde. Eine Kochinsel wollte der Schreinermeister schon länger für seine Wohnung bauen. Als es im vergangenen Jahr darum ging, die 2011 begonnene Ausbildung abzuschließen, kam der Gedanke als Meisterarbeit wieder ins Spiel.

Die Schreinerei Pracht gibt es seit 60 Jahren, inzwischen in dritter Generation. Im Wohnhaus am Postweg in Falken-Gesäß ist gleichzeitig auch das Büro untergebracht, es geht beengt heimelig familiär zu. Gleich neben dem Eingang hat Seniorchef Helmut Pracht seinen Schreibtisch stehen, der Blick nach vorn geht auf zwei Computer mit dem gesammelten Firmenwissen. 16 Mitarbeiter zählt die Schreinerei heute, davon allein vier aus der Familie. Daniel Prachts Bruder Florian hat gerade im ersten Lehrjahr die Ausbildung zum Schreiner begonnen.

„Die Arbeit soll erfüllen: Das geht nur zusammen“, betont Daniel Pracht. Ihm schweben für die Zukunft Komplettlösungen für Innenausbauten vor, bei denen die Schreinerei als eine Art Kompetenzzentrum mit vielen Spezialisten unter einem Dach fungiert. Dies immer mit dem Anspruch, dass Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zufrieden sind.

 

„Irish Voices“ machen am 30. September Station im Gras-Ellenbacher Nibelungencafé

Es sind nur noch zwei Auftritte der „Irish Voices“ in diesem Jahr zu erwarten. Das Nibelungencafé in Gras-Ellenbach ist, wie in den vergangenen Jahren auch, am Samstag, 30. September, um 19 Uhr die vorletzte Station der Folkmusiker. Die sind mittlerweile als Trio unterwegs, nachdem ein langjähriges Mitglied nach einer Erkrankung leider aussteigen musste.

„Wir kompensieren den Verlust mit unserem Engagement und neuen Ideen“, sagt Siggi Winkler, der wie Simone Köhler und Friederike Hornauer im August neue Impulse auf einer irischen Musikschule sammelte. Noch gut in Erinnerung haben die Organisatoren und das Publikum die begeisternde Vorstellung der Musiktruppe zugunsten des Weiherer Kindergartens im Juli, bei der auch andere regionale Hobbymusiker mitwirkten.

Daran wollen die drei anknüpfen. Mit den klassischen Instrumenten Gitarre, Fiddle, Whistle, Querflöte, Bodhran sowie ihren Stimmbändern dürfen wieder eindrucksvolle irische Pubsongs, Balladen und Tunes erwartet werden – mal stimmungsvoll leise, mal etwas lauter. Kein Lied ist einfach „gecovert“. Die „Irish Voices“ machen immer ihr eigenes Arrangement. Dazu kommen einige Eigenkompositionen. Sehr beliebt sind auch die Mundartsongs mit weniger ernsten Inhalten.

Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit sowie die irische und schottische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten. Und dabei die Kunst der Iren und Schotten verdeutlichen, jeder Katastrophe musikalisch noch etwas abzugewinnen, sie auf diese Weise zu verarbeiten.

Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 150 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Balladen, Reels and Jigs. Dazu gesellen sich aber auch viele „exotische“ Titel wie „Halleluja“ von Leonard Cohen oder „My heart will go on“ sowie Folksongs aus der BlueGrass-Szene.

Die „Hills of Connemara“, der Pub-Song „When the Old Dun Cow cought fire“ oder „God save Ireland“, die inoffizielle Nationalhymne von 1867, machen Lust auf mehr. Abgerundet werden solche „Gassenhauer“ von einer ruhigen Ballade wie „Caledonia“ über die verlorene Heimat Schottland. Pub und Kirche prägten die irische Geschichte, viele der Auseinandersetzungen in der Vergangenheit hatten kirchliche, religiöse Hintergründe.

Die Iren suchten einen Ausgleich für ihr hartes Leben, für ihre zahlreichen Konflikte, für die bittere Not nach Missernten, Kartoffelfäule, Pest, Not oder Auswanderung als letztes Mittel um zu überleben. Die tragischsten Balladen werden dabei so rübergebracht, „dass es einem eiskalt über den Rücken läuft“. Ein Beispiel: der Song „Old triangle“.

Info: „Irish Voices“ im Nibelungencafé (Hotel Gassbachtal) Gras-Ellenbach am Samstag, 30. September, um 19 Uhr. Vorreservierungen unter 06207-94000.

Gras-Ellenbacher Heimatbühne betritt mit dem Thriller „Flammender Zorn“ ein spannendes Neuland

Nach vielen Jahren mit Komödien betritt die Heimatbühne in dieser Saison spannendes Neuland. Ein „Gras-Ellenbach-Thriller“ unterhält die Zuschauer ab dem 6. Oktober in vorerst acht geplanten Aufführungen. „Flammender Zorn“ hat Regisseur Lothar Clade den Krimi in drei Akten von Bernhard Hank Höfellner mit dem Originaltitel „Besessen“ getauft. „Spannung bis zum Schluss ist garantiert“, verspricht Clade, der den Regiestuhl in diesem Jahr von Hedi Jährling übernommen hat.

Am Anfang stand ein gemeinsames Brainstorming: „Wie viele und welche Schauspieler stehen zur Verfügung“, lautete die erste Bestandsaufnahme. Zusammen mit den übrigen vier Akteuren ging es dann an die Stückauswahl. Clade hatte dem Team verschiedene Themen vorgeschlagen. Der Thriller hatte es ihm dabei besonders angetan. Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich erst im dritten Akt zusammen. „Das Ende hat mich überrascht, deshalb spielen wir das Stück“, schmunzelt er. Wobei die Entscheidung einmütig fiel.

„Ich wollte nicht wieder eine Komödie wie in den vergangenen 30 Jahren bieten“, betont der neue Regisseur. Vom Krimi „war ich von Anfang an begeistert“, so Clade. „Er passt zu mir und meiner Art – etwas Außergewöhnliches“, lacht er. Seine eigene Begeisterung habe er an die Mitspieler weitergegeben. Im Mai starteten die Leseproben, wobei auch gleichzeitig schon die jeweiligen Positionen eingeübt wurden. Nach der Urlaubspause geht es dann auf der Bühne unter Live-Bedingungen weiter. Gleichzeitig beginnen auch die Stellproben.

Vier Rollen sind im Original vorgegeben, die von Lothar Clade, Ann-Marie Teichert, Andreas Willutzki und Elke Willutzki verkörpert werden. Eine fünfte wurde für Helga Dörsam ins Stück reingeschrieben. Sie führt als „Doyle, das Medium“ durchs Programm und bestreitet auch die Überleitungen in den Pausen. „Die Spieler haben sich schon in ihre Personen eingelebt“, hat Clade während der Leseproben beobachtet. Nach der Pause will er dann Anfang August so schnell möglich beginnen, ohne Textvorlagen weiterzuarbeiten.

Nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Zuschauer sind gefordert, ganz besonderes Augenmerk auf das Gesagte zu legen. Denn die Bezüge und Handlungsstränge ziehen sich durchs ganze Stück. Was nebenher im ersten Akt fiel, könnte gegen Ende hin helfen, das Rätsel aufzulösen. „Sie müssen genau hinhören“, meint Clade an die Gäste gewandt.

Die Mitspieler sind auch aufgrund der Komplexität wie Clade selbst „begeistert von dem Thriller“, hat der Regisseur beobachtet. Die Spannung baut sich über die drei Akte hinweg ständig weiter auf und fordert die Zuschauer zum beständigen Nachdenken auf. Wie der von ihm gespielte Walter Förster immer mehr zum Getriebenen wird, hat ihn beeindruckt.

Lothar Clade, seit 1992 bei der Heimatbühne aktiv, wollte dieses Jahr eigentlich nur Regie führen. Da aber dann ein Schauspieler krankheitsbedingt ausfiel, stieg er wieder mit ein. Im Wesentlichen lief alles so, wie er sich das im Vorfeld vorgestellt hatte. Nur ein paar technische Feinheiten galt es zu überlegen: etwa wie man auf der Bühne Gläser zerbrechen kann und sich keiner daran schneidet.

Zum Inhalt: Eine Frau stirbt unter tragischen Umständen. Ein Mann verliert seine geliebte Frau. War es vielleicht sogar Mord? Die Ungewissheit darüber macht den Ehemann psychisch instabil. Das Ganze gerät außer Kontrolle, als er auch noch Telefonate erhält, die nur er hören kann. Zusätzlich erscheint ihm seine Frau, die er als einziger sehen kann.

Seine Schwester Clara ist verzweifelt und leidet unter seinen verbalen Ausfällen ihr gegenüber. Als er ihr auch noch die Schuld am Tod seiner Frau gibt, sucht sie Rat und Hilfe bei einem alten Freund der Familie. Da dieser auch noch Arzt ist, soll er den Ehemann in eine psychiatrische Klinik einweisen. Die Zeit drängt, denn der Geist der Toten verlangt nach Rache, und der Ehemann scheint diesem Wunsch täglich mehr nachkommen zu wollen.

Info: Premiere Freitag, 6. Oktober, 20 Uhr. Weitere Aufführungen: Sonntag, 8. Oktober, 18 Uhr, Samstag, 21. Oktober, Samstag, 28. Oktober, Freitag, 17. November, Samstag, 18. November, Dienstag, 26. Dezember, Mittwoch, 27. Dezember, jeweils 20 Uhr, Nibelungenhalle Gras-Ellenbach. Vorverkauf und telefonische Bestellung über Kurverwaltung Gras-Ellenbach, Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr, Montag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Telefon 06207/2554, oder unter www.heimatbuehne.net sowie an der Abendkasse.

 

TSV 09 Gras-Ellenbach: Die Neuzugänge für die kommende C-Liga-Saison lassen den Coach jubeln

Mission erfüllt. „2016 bin ich mit der Maxime angetreten, ein Team zu formen“, blickt TSV-Spielertrainer Ronny Sauer auf seine Anfänge bei der ersten Trainerstelle zurück. Ein Jahr später zieht er beim Fußball-C-Ligisten die Bilanz: „Das ist sehr gut gelungen.“ Allerdings hat der Coach diesen Gedanken immer noch im Hinterkopf. Besser geht immer. Denn die Rückrunde war eher bescheiden für das Team aus dem Überwald. Was aber weniger am fehlenden Zusammenhalt lag, als an der Verletztenmisere.

Entsprechend dieses angestrebten Ziels wurden auch die Neuzugänge in Augenschein genommen. „Wir haben uns für diese Spieler entschieden, weil sie charakterlich und menschlich gut zum Team passen“, betont Sauer. „Und auch gute Fußballer sind“, schiebt er lächelnd hinterher. Die glorreichen sieben Neuen sollen mithelfen, das bereits vor einem Jahr formulierte mittelfristige Ziel von Sauer in die Tat umsetzen: die fußballerische Weiterentwicklung.

Die wäre er gerne früher angegangenen, aber Pleiten, Pech und Pannen klebten den TSV-Cracks teilweise an den Stollen. Vor allem die vielen (verletzungsbedingten) Ausfälle sorgten dafür, dass die Mannschaft nach einem tollen Start immer weiter nach unten durchgereicht wurde. Wofür Sauer kaum druckreife Worte findet. Das soll in der kommenden Saison aber der Vergangenheit angehören. „Wir sind jetzt personell gut aufgestellt, um fehlende Spieler ersetzen zu können“, betont er.

Weiter arbeiten will der Trainer auch seiner schon propagierten Spiel-Philosophie: Die Idee ist, „selbst zu agieren“ und nicht auf die Aktionen des Gegners zu warten. Das hat 2016 auch „oft sehr gut“ funktioniert. Im Angriff. Allerdings „vergaßen“ die Kicker dann im Anschluss, in der Bewegung nach hinten umzuschalten und blieben „einfach stehen“. Deshalb taten ihm die Jungs in Abwehr und im Tor „teilweise richtig leid“, so Sauer. Genau dieses Umschalten möchte der Coach nun verstärkt angehen. „Jeder soll sein eigenes Tor verteidigen“, hebt er hervor.

Von Neuzugang Sascha Merseburger hält und verspricht sich der Coach viel. Der mit 36 Jahren erfahrene Hase „hat sehr viel Ruhe am Ball“. Gleichzeitig agiert er aber lautstark auf dem Platz, hat eine „super Übersicht“ und beste Voraussetzungen zum Führungsspieler. Der „große Kämpfer“ wird nach dem Eindruck von Sauer der Mannschaft in vielen Belangen weiterhelfen.

Markus Kunkel kennt Ronny Sauer noch von gemeinsamen FCO-Zeiten. Dort kam der aus der eigenen Jugend, pendelte dann zwischen erster und zweiter Mannschaft der Ober-Abtsteinacher. „Für uns ist das ein absoluter Glücksgriff“, freut sich Sauer. Der Neuzugang hat einen „direkten Zug zum Tor“. Dem TSV kam zupass, dass Kunkel etwas Neues probieren wollte und sich deshalb für die Gras-Ellenbacher Farben entschied.

Auch für Dennis Reinhard greift der Trainer zu Superlativen. „Absolut genial“ ist seinen Worten zufolge dessen Verpflichtung. Denn der Kicker spielte für die SGU sogar schon in der Gruppenliga mit. Reinhard sei „schnell auf dem Flügel“, weshalb ihn Sauer vergangene Saison auch gerne als „Odonkor der B-Liga“ bezeichnete. Durch eine berufliche Veränderung kann er nicht mehr so oft die Trainingsschuhe schnüren und tritt deshalb bisschen kürzer. Wegen eines Kreuzbandanrisses kommt Reinahrd aber wohl erst zum Jahresende hin zum Einsatz.

Der Coach freut sich, dass das 17-jährige Torwarttalent Mike Fodor, der bisher schon mittrainierte, jetzt seine Spielberechtigung hat. „Seine Anlagen sind super“, weiß Sauer, die Erfahrung erarbeitet er sich jetzt. Mit Feras Dabdoub und Nico Pütt fangen zwei weitere erfahrene Spieler nach drei Jahren Pause wieder an, nach dem runden Leder zu jagen.

Zu Kai Hiller als Co- und Torwarttrainer stieß mit Mark Heisinger eine weitere Unterstützung hinzu. „Die Zusammenarbeit mit beiden macht unheimlich viel Spaß“, so Sauer. Es komme sehr viel Feedback, das ihn wiederum in seiner Tätigkeit unterstütze. Auch beim Verein rennt Sauer offene Türen ein. „Bei allen neuen Ideen“ des Trainers werde alles möglich gemacht, um diese in die Tat umzusetzen. „Das macht mein Arbeiten einfach und unproblematisch.“

Neuzugänge: Mike Fodor (JSG Ulfenbachtal), Nico Pütt (SG Wald-Michelbach), Dennis Reinhard (SG Unter-Abtsteinach 1b), Markus Kunkel (FC Ober-Abtsteinach 1b), Sascha Merseburger (Eintracht Wald-Michelbach 1b), Feras Dabdoub (Syrien), Dennis Fink (TSV Aschbach 1b – seit Winter)

Abgänge: Erik Wolf (SG Hammelbach/Scharbach), Marco Wernersbach (unbekannt)

Kader: Tor Yasin Suna, Bastian Freudenberger, Mike Fodor, Verteidigung Dennis Jirat, Nico Pütt, Domenik Schäfer, Leo Trautmann, Bastian Haberzettl, Andre Kunkel, Marius Steinmann, Mittelfeld Dennis Reinhard, Alexandru Gavrila, Martin Günl, Björn Scheuermann, Marcel Mera, Sascha Merseburger, Dennis Sauter, Boris Camber, Markus Kunkel, Julian Schmitt, Manuel Günl, Sturm André Bihn, Feras Dabdoub, Dennis Fink, Ronny Sauer

Saisonziel: Platz 5 bis 8

Trainer: Ronny Sauer (seit Saison 2016/17), Co-/Torwart-Trainer Kai Hiller (2016/17), Co-/Torwart-Trainer Mark Heisinger (seit 1. Juli)

Favoriten: Türkspor Wald-Michelbach, SG Hüttenfeld, SV Hammelbach/Scharbach, SSV Reichenbach 1b

Auf dem Bild: hintere Reihe von links Mark Heisinger (Co-/Torwarttrainer), Ronny Sauer (Trainer), Kai Hiller (Co-/Torwarttrainer), vordere Reihe von links Markus Kunkel, Sascha Merseburger, Mike Fodor, Nico Pütt, Dennis Reinhard. Es fehlen Dennis Fink und Feras Dabdoub.

Rückblick auf vier erfolgreiche Jahrzehnte: Großer Familiennachmittag zum Jubiläum der JSG Ulfenbachtal

„Es ist gemütlich wie ein großer Familiennachmittag“, freute sich Markus Höhn über die schöne Feier zum 40-jährigen Bestehen der JSG Ulfenbachtal. In der sind sechs Vereine des Überwalds mit ihren Jugendfußballern zusammengeschlossen. Einlage- und Freundschaftsspielen am Nachmittag folgte ein Festabend, bei dem auf die vergangenen 40 Jahre zurückgeblickt und Erinnerungen ausgetauscht wurden.

F-Jugend, Bambini und E-Jugendliche kickten auf dem Kunstrasen des Affolterbacher Stadions begeistert das runde Leder. Sie hatten Eltern und Verwandte mitgebracht, sodass sich Höhn über den „gelungenen Nachmittag“ freute. „Die Kids waren mit viel Spaß dabei“, sagte er. Bei einer Schuss-Geschwindigkeitsmessung konnten sie darüber hinaus feststellen, welchen Drive der geschossene Ball hatte.

Die aktuelle A-Jugend trat gegen ein All-Star-Team ehemaliger JSGler an, die es mittlerweile zu vielen Teams der Region verschlagen hat. Die All Stars hatten mit 8:2 die Nase vorn, unter anderem auch dank Fabio Sattler und Marcel Eckert, die mittlerweile bei Weinheim 09 ihre Fußballschuhe schnüren. Nicht dabei, aber auch ein bekannter Spross der JSG ist Nico Hammann, mittlerweile beim FC Magdeburg in der dritten Liga aktiv.

An einer Fotowand hatte Edgar Schmidt die Historie aus 40 Jahren aufbereitet, Torsten Schmidt alte Bilder zusammengesucht. „Die haben sich wirklich viel Mühe gemacht“, lobte Höhn. Mit dem Zusammentreffen ehemaliger Trainer und Spieler wurden auch die Geschichten von früher wieder lebendig und man tauschte sich über das eine oder andere Ereignis aus, das besonders in Erinnerung blieb.

In der neuen Runde stellt die JSG Mannschaften von den Bambini bis zur C-Jugend. Die A-Jugend spielt mit Aschbach zusammen. „In der Saison 2018/19 wollen wir auch wieder eine B-Jugend melden“, kündigte Höhn an. Die Jugendmannschaften verzeichneten einen „seht guten Zuspruch“. Mit Blick auf die abgelaufene Runde hob er die zweiten Plätze von E1, E2 und D-Jugend hervor. Ingo Hinz machte außerdem den C-Trainerschein.

„Von unter her sind wir gut aufgestellt“, so Höhn. Nach oben hin wolle man dies fortsetzen und die Kinder bei der Stange halten. Aufgrund des Ganztagsunterrichts und vieler anderer Freizeitangebote sei das aber nicht immer einfach. In den vergangenen Jahren hatten die Teams der JSG aber viele schöne Erfolge zu verzeichneten, berichtete er.

Der Abend startete mit dem Auftritt der Zumba-Kids unter der Leitung von Jenny Stay. Zwischendurch trat auch die Tanzgruppe des CCA auf. Neben dem Ersten Beigeordneten Peter Bihn und Grasellenbachs Bürgermeister Markus Röth schauten die Vorstände der sechs beteiligten Vereine vorbei. Das sind: SV Hammelbach, SV Affolterbach, SV Scharbach, TSV Gras-Ellenbach, SV Wahlen und TSV Aschbach.

1975, auf einer Alpenhütte, hatte Gerhard Heisinger die Idee zu einer Jugendspielgemeinschaft, blickte Markus Höhn zurück. Denn schon vor über 40 Jahren waren immer weniger Kinder zu finden. Zuerst noch verworfen, fiel dann 1977 doch der Startschuss. Denn keiner der ursprünglich fünf Vereine konnte von der E-bis zur A-Jugend eine eigene Mannschaft melden. Bei den Jüngeren war das Ganze für einzelne Vereine noch zu bewältigen.

Zum 25. Jubiläum wurde die JSG neu aufgestellt, so Höhn. Er wies auf die verschiedenen Änderungen im Laufe der Jahre hin. Seit 2013 spiele die D-Jugend im Neuner-System, die Spielfelder bis zur E-Jugend wurden verkleinert. Seit vergangenem Jahr wird in diesen unteren Jahrgängen ohne Schiri im Fairplay-Modus gekickt, berichtete er. Erst ab der C-Jugend greift wieder der Elfer-Mannschaftsmodus auf Großfeld.

Von den Trägervereinen sei in den vergangenen 40 Jahren ein großer finanzieller Aufwand betrieben werden, um die Sportanlagen in Schuss zu halten, sagte er. Allein seit 2002 wurden 53.000 Euro nur in die Jugendarbeit investiert. „Wir haben in den letzten Jahren einen richtig guten Job gemacht“, lobte Höhn. Das lasse sich daran erkennen, dass es im Jahr 2013 noch 94 Kinder und Jugendliche waren, aktuell sind es 130.

„Die Jugend ist die Zukunft für all unsere Vereine“, schloss er. Im Amateurbereich Fußball zu spielen sei kein Beruf, sondern eine Berufung, sagte der Jugendwart. Unter dem Motto „Mit Spaß am Fußball“ solle weiterhin allen das Schöne und Gute einer Vereinsfamilie vermittelt werden. Dazu gehöre die ehrenamtliche Arbeit und auch die Erkenntnis als Spieler im Seniorenbereich: „Man muss kein Geld vom Verein dafür bekommen.“