Neujahrsempfang der SPD Grasellenbach mit dem neuen UB-Vorsitzenden Marius Schmidt als Festredner

Ein Blick in die Welt, aber vor allem auf Deutschland und die Heimat: Die SPD Grasellenbach hatte zum inzwischen elften Neujahrsempfang ins Foyer der Nibelungenhalle eingeladen. Der Vorsitzende Franz Hartmann blickte auf 2017 zurück und voraus aufs laufende Jahr. Gastredner waren der neue Unterbezirks-Vorsitzende Marius Schmidt und Bürgermeister Markus Röth. Für die Musikeinlage sorgten Nadine Jöst und Alisa Pump.

„Das Jahr 2017 war in vieler Hinsicht ein aufregendes und nicht gerade ruhmreiches“, sagte Hartmann. Die Themen Populismus, Terror und Flüchtlinge bestimmten wieder den politischen Alltag, bedauerte er. Vor dem Hintergrund des AfD-Einzugs in den Bundestag müssten alle Demokraten aufstehen und dafür kämpfen, „dass diese populistische Stimmungsmache aufhört“.

Leider sei der Aufschwung des Populismus nicht nur in Deutschland ein Thema. Hartmann nannte hier USA, Türkei und Nordkorea. 2017 sei trotz wirtschaftlichem Aufschwung bedauerlicherweise wieder stark geprägt von Angst gewesen. Wenn jeder auch nur ein bisschen an den anderen denke, „dann ist der erste Schritt zum Besseren getan“, sagte er.

„Was Deutschland betrifft, brauchen wir umgehend eine stabile Regierung“, so Hartmann. Ob große Koalition oder Neuwahlen,  werde sich in den nächsten Wochen entscheiden. Wie es in den vielen weltweiten Krisengebieten, ob im Nahen Osten oder in Afrika weitergeht, sei ebenfalls noch nicht absehbar. Er äußerte seine Hoffnung, „dass die Handelnden wieder mehr den Menschen in den Mittelpunkt stellen“.

Der neue UB-Vorsitzende Schmidt ging zuerst kurz auf seine Person ein. Seit November als Nachfolger von Christine Lambrecht im Amt, hat der 26-Jährige sein Politikstudium derzeit quasi beendet. Er ist seit 2016 Kreistagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender der SPD in der Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung. Im Spätjahr kandidiert er in der Nachfolge von SPD-MdL Norbert Schmitt im Wahlkreis Bergstraße West für den hessischen Landtag.

„Es geht viel, wenn in einer Kommune mit vereinten Kräften zusammengearbeitet wird“, betonte Schmidt. Grasellenbach attestierte er eine gute gemeindliche Entwicklung. Vieles von dem, was im vergangenen Jahr begonnen wurde, setze sich in 2018 fort. Es sei wichtig, dass Deutschland eine stabile Regierung habe, forderte er. Doch genauso gut gelte es, „über den Tellerrand hinauszuschauen“. Überall seien große Veränderungen im Gang. Es heiße Abschied zu nehmen von Selbstverständlichem, sagte er.

„Sicherheiten gibt es keine mehr“, hob der UB-Vorsitzende hervor. Mit dem Verweis auf Trump, die EU-Krise oder autoritäre Regierungen wies er auf die Umwälzungen hin. Stabilität  und Wohlstand gilt es seinen Worten zufolge zu erhalten. Gleichzeitig „müssen wir auch an unsere Mitmenschen denken“ und die Dinge gemeinsam angehen, so der Lampertheimer.

Die Sondierungsgespräche über eine Fortsetzung der großen Koalition fanden sich logischerweise auch in den Äußerungen von Schmidt wieder. Er sprach kein klares Für oder Wider aus, sondern äußerte sich sehr diplomatisch. Er selbst, meinte der SPD-Mann, wäge in der Regel ab, ob eine solche Regierung „dem Gemeinwohl dient“. Die Sozialdemokraten treten dafür ein, „Deutschland ein bisschen besser und gerechter zu machen“.

Schmidt zählte verschiedene SPD-Forderungen auf, die sich in den Sondierungen wiederfanden.  Andererseits „gibt es Dinge, die weh tun und wo mehr gegangen wäre“. Er traue es den SPD-Mitgliedern zu, über einen späteren Koalitionsvertrag zu entscheiden, ob dieser „der große Wurf“ sei und genug Antworten auf die anstehenden Probleme gebe.

Als Ansporn für die Landtagswahl im Spätjahr wertete es Schmidt, nach 19 Jahren endlich die CDU-geführte Regierung in Hessen abzuwählen. Zum Glück habe die SPD in der großen Koalition auf Kreisebene seit 2016 Akzente im sozialen Bereich gesetzt und so manchen Kahlschlag durch fehlende Landesmittel ausgeglichen. „Es geht um  unterschiedliche Politikansätze“, sagte der Landtagskandidat. Beispielhaft nannte er die frühkindliche Bildung, die komplett kostenlos sein müsse. Die Wahl von radikalen Parteien aus Unzufriedenheit mit den Volksparteien ist für Schmidt keine Lösung.  „Stärken Sie mit ihrer Stimme die demokratische Auseinandersetzung“, forderte er die Anwesenden auf.

Bürgermeister Markus Röth ging auf bürokratische Hürden ein, die den Verwaltungen oft das Handeln  im Dienste der Bürger erschweren. Auch sorge der Zuschussdschungel für viel Aufwand, um die benötigten Mittel  zu erhalten. Er zeigte sich froh über das große Engagement der Bürgerschaft. Allerdings gebe es auch  beim Ehrenamt immer wieder „Konjunkturzyklen“.

Röth bezeichnete es als sehr wichtig,  den ländlichen Raum weiterzuentwickeln.  Gleichzeitig freute er sich, dass die Einwohnerzahl von Grasellenbach erstmalig über 4000 gestiegen sei. Allerdings müsse sich der Staat „Gedanken über die Regionalpolitik machen“, forderte er. Die dritte Änderung des Landesentwicklungsplans ist für den Bürgermeister inhaltlich „Schwachsinn“. Der bürokratische Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen für den Bürger.

Mit Blick auf den Ort ist es für Röth wichtig, dass die Dichte in Gastronomie erhalten bleibt. Denn in der vergangenen Zeit habe man einige Schließungen verzeichnen müssen.  Über die Hessenkasse tilge man in den kommenden 23 Jahren die Hälfte der Kassenkredite von knapp vier Millionen, die andere Hälfte übernimmt das Land.

Info: Der SPD-Unterbezirk Bergstraße informiert am Freitag, 19. Januar, 18 Uhr im Restaurant „Gossini“  Heppenheim seine Mitglieder über das Ergebnis der Sondierungen. Christine Lambrecht berichtet von den Verhandlungen.

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Trotz des Fehlstarts legt der TSV Gras-Ellenbach derzeit in der Fußball-Kreisliga C mit dem sechsten Tabellenplatz „voll im Soll“

„Die Hinrunde ist trotz eines kapitalen Fehlstarts mit einigen Niederlagen in Folge sehr gut gelaufen“, freut sich der Spielertrainer des TSV 09 Gras-Ellenbach, Ronny Sauer. Das Saisonziel in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga C wurde im Sommer mit Platz fünf bis acht definiert. Mit dem derzeitigen sechsten Tabellenrang „liegen wir voll im Soll“, sagt er. Acht Punkte Vorsprung hat die Mannschaft derzeit auf den neunten Platz. Für den Coach ein schönes kleines Polster. Zum fünften Platz sind es aktuell nur vier Punkte bei einem Spiel weniger, sieht er sogar noch ein wenig Luft nach oben.

Die Situation ist seinen Worte zufolge auch deshalb nicht zu verachten, weil der Verein die vergangenen drei Jahre immer auf Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen stand. „Daher sind die gezeigten Leistungen auf dem Platz sowie der sechste Tabellenplatz schon stark einzuschätzen“, betont er.

Die Mannschaft hat sich laut Sauer „super weiterentwickelt“ und zeigt das auch in den Spielen. Das Team setzt immer mehr die taktischen Trainer-Vorgaben um und lernt von Einheit zu Einheit dazu. Selbst nach „üblen Niederlagen“ fanden sich danach zur Freude des Coachs 16 bis 18 Spieler im Training ein. Die Mannschaft identifiziert sich mit den Aufgaben und der Vereinsidee zu 100 Prozent, weiß er.

„Die Trainingsbeteiligung ist herausragend“, kann Sauer aus dem Vollen schöpfen. Von 22 Leuten haben 19 regelmäßig teilgenommen. „Das ist außergewöhnlich“, ist er mehr als angetan von der Motivation – bedenkt man die Tatsache, dass es schwere Verletzungen gab und im Team Schichtarbeiter aktiv sind. Nach Beginn der Runde kam zum Team neben Mark Heisinger und Kai Hiller (beide Torhütertrainer) noch Robert Ulrich als Co-Trainer dazu.

Mit ihm tauscht sich Sauer nach allen Einheiten und Spielen aus, wodurch er die Möglichkeit hat, das Spiel auch von außen zu bewerten. „Robert ist für mich eine Riesenunterstützung“, hebt er hervor. Für den Coach macht es momentan einfach Spaß beim TSV – und die Stimmung ist auch dementsprechend. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint die Mannschaft ebenfalls eine größere Außenwirkung zu haben, beobachtet er. Es finden sich immer mehr Zuschauer auf dem Platz ein, um den Begegnungen beizuwohnen.

„Robert und ich haben auch schon für kommende Runde zugesagt“, ist für Sauer die logische Konsequenz. Auch die Zusage des Großteils der Mannschaft steht bereits, ist Konstanz angesagt. „Mein Wunsch wäre, dass wir keinen Spieler abgeben und uns dadurch noch weiterentwickeln können“, sagt er. So oder so soll es aber keine große Spielerfluktuation geben. Die Jungs gehören zum Inventar des Vereins und sind gar nicht mehr wegzudenken. „Uns täte es um jeden einzelnen Spieler leid“, betont der Coach.

Aktuell befindet sich der Verein trotzdem mit potenziellen Neuzugängen in Gesprächen. Dadurch hofft man, die Mannschaft punktuell verstärken zu können. Es muss für Sauer aber passen, „da Fußball aus unserer Sicht nur im Kollektiv funktionieren kann“. Ein Individualist ist für ihn willkommen, sofern er das Team besser machen will. Aber er muss für die Mannschaft arbeiten, nicht das Team für ihn. „Funktionierende Mannschaften wie der TSV haben für so etwas immer ein sehr gutes Gespür.“

Bauchschmerzen bereitet dem Trainer aktuell das Fehlen eines Schiedsrichters, „da wir so in der nächsten Runde einen Punkt abgezogen bekommen“. Seiner Beobachtung nach brennen die Spieler aber dermaßen für den Verein, dass sie eventuell auch dieses Problem gemeinsam angehen wollen.

2016 hat sich der TSV Gras-Ellenbach neu aufgestellt – mit neuem Vorstand, neuem Trainergespann und teilweise neuem Team. Nach eineinhalb Jahren „können wir sagen, dass wir einiges zusammen bewegt haben“. Zurücklehnen wird sich aber niemand, ist für Sauer klar. Der Vorstand und die sportliche Leitung sind mit vollem Elan dabei und machen den beiden Trainern das Arbeiten dadurch sehr einfach, weiß er.

Die Vorbereitung startet dieses Jahr am 27. Januar mit einem Spiel gegen Beerfelden. „Wir wollen, dass sich die Spieler gut auf die erste Einheit einstellen, da die Vorbereitung sehr kurz ist“, betont Sauer. Eine Woche früher als geplant steht das Nachholspiel gegen Türkspor an. Seiner Meinung nach sind hier die Karten komplett neu gemischt, da beide Teams erst mal in den Rhythmus kommen müssen. Es ist für Sauer wichtig, gut zu starten, um nicht eine ähnlich schlechte Rückrunde zu spielen wie 2017. „Damals sind wir im neuen Jahr ziemlich eingebrochen“, weiß der Coach. „Das gilt es zu verhindern“, ist seine Maxime.

SG Hammelbach/Scharbach hat in der Fußball-Kreisliga C das obere Tabellendrittel im Visier

„Mal schauen, was geht“, lautete die Devise von SG-Coach Manfred Greulich im Sommer vor Beginn der Saison in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga C. Es ging relativ viel, lacht er im Rückblick auf das Jahr 2017. Denn erst legten die Überwälder in der Rückrunde 2016/2017 eine beeindruckende Aufholjagd hin, nachdem das Team als B-Liga-Absteiger vor einem Jahr noch am Tabellenende rangierte. Der Lauf setzte sich in der neuen Saison erst einmal unvermindert fort. Aktuell belegt die SG den vierten Platz mit 34 Punkten.

„Wir haben die Rückrunde in der aktuellen Hinrunde nochmal getoppt“, freut sich Greulich. Die war mit 29 Punkten schon sehr gut, jetzt waren es sogar 31 Zähler. „Es kommt immer mehr Konstanz ins Spiel“, nennt der Trainer als einen Grund. Er zeigt sich deshalb mit der aktuellen Tabellensituation sehr zufrieden. „Die Mannschaft ist sehr trainingswillig“, nennt er ein weiteres Kriterium für den Platz im oberen Drittel und zollt damit seiner Elf ein großes Lob. „Wenn ich denen was vorgebe, setzen die es auch um.“ Insgesamt eine sehr wissbegierige junge Truppe. Kein Wunder, denn vergangenen Sommer stieß fast die komplette ehemalige A-Jugend dazu.

Diese Lernwilligkeit trug dazu bei, dass sich die Abwehr gegenüber früher stabilisierte. „Wir haben nur 28 Gegentore kassiert“, so Greulich. Davon elf gegen die beiden Spitzenteams ISC Fürth und Türkspor. „Damit kann ich sehr gut leben.“ Zusätzlich zur massiveren Defensive wurde das Team nach vorn hin in der Breite gefährlicher, was sich in 44 Toren zeigte. Allerdings muss der Coach seinem jungen Team noch einbläuen, dass zum Sturm auch die Rückwärtsbewegung zählt. „Die denken manchmal nicht dran, was hinten passieren könnte“, schmunzelt er.

Dadurch kamen ein paar Rückschläge zustande. Doch die machen dem Trainer nicht allzuviel Kopfzerbrechen. Zwischenzeitlich war eine Niederlage „fast schon praktisch“, um dem Überflug Einhalt zu bieten. Etwa als die SG das ganze Jahr 2017 noch ungeschlagen war und sich dann Nachlässig- und Überheblichkeiten einschlichen. Prompt gab’s die erste Niederlage auswärts, wie auch später die Heimserie riss. „Im November haben wir bisschen geschwächelt“, sagt er. Für Greulich ist das aber alles kein Beinbruch.

Denn seine Mannschaft wächst langsam, aber stetig immer mehr zusammen. Er sieht es als Pluspunkt, dass inzwischen fast alle Spieler aus Hammel-, Litzel- oder Scharbach kommen. „Die kennen sich schon seit Kindesbeinen und spielen gemeinsam Fußball“, sagt er. Das stärkt die verschworene Truppe der Einheimischen. Wenn es darum geht, neue Akteure für die kommende Saison zu gewinnen, wird deshalb auch der Fokus auf Ex-SG-Leute gelegt, um das Kollektiv zu stärken.

Mit einem solchen Ehemaligen, der früher in der Kreisoberliga kickte, ist der Verein aktuell im Gespräch, damit der noch Ungenannte zur Rückrunde ins Geschehen mit eingreifen kann. Abgänge wird es keine geben, freut sich der Coach. Der Kader ist weiter sehr breit aufgestellt. Fast alle, die zu Beginn der Saison dazu stießen, blieben auch dabei. „Zumindest alle, die für die erste Mannschaft in Frage kommen“, meint Greulich. Er selbst plant für sich erst einmal bis Ende der Runde, würde aber auch danach gerne bei der SG weitermachen. Die Planungen für die kommende Saison laufen bereits. „Wir hätten gerne ein paar Ex-Hammelbacher zurück“, lacht der Trainer. Alexander Tempels führt dahingehend bereits Gespräche.

Einen „unfreiwilligen“ Abgang haben die Hammelbacher allerdings zu verzeichnen. Torjäger Alidou, der bei der Begegnung gegen den FC Biblis II vom gegnerischen Spielertrainer übel umgesenst wurde, wird wohl seine Fußballer-Karriere beenden müssen. „Zu 95 Prozent kann er nicht mehr spielen“, bedauert Greulich. Die Achillessehnen-Verletzung stellte sich als zu schlimm heraus.

Im Rest der Rückrunde will die SG am oberen Tabellendrittel dranbleiben. „Mit dem Kader ist es auch machbar“, weiß Greulich. Als Bewährungsprobe steht gleich als erste Partie im März die gegen den Tabellenzweiten Türkspor an. „Wenn wir nach oben noch was reißen wollen, müssen wir die gewinnen“, sagt er. Doch die Wald-Michelbacher sind mit dem ISC Fürth für ihn die besten Teams der C-Liga. Deshalb versteift sich der Coach nicht auf die beiden ersten Tabellenplätze.

Im Januar spielt die SG noch zwei Hallenturniere in Fürth und Zotzenbach, um sich auf den Rest der Rückrunde vorzubereiten. Wie es sich für harte, an die Witterungsverhältnisse gewohnte Überwälder gehört, wird danach nicht in der Halle trainiert. Am 26. Januar geht es draußen los. Natürlich nur, wenn es die Platzverhältnisse auf dem Hammelbacher Berg zulassen.

Kocherbacher Verein Luna ist Pate für zwei Gras-Ellenbacher Wasserbüffel-Kälbchen

Der Verein zur Förderung umweltverträglicher, nachhaltiger und artgerechter Landwirtschaft Luna hat rechtzeitig zum Weihnachtsfest den zweiten vierbeinigen Nachwuchs bekommen. „Kabul“, ein kleines Wasserbüffel-Kälbchen, kam am 15. Dezember zur Welt. Bereits Ende Oktober, pünktlich zum Luna-Kartoffelfest, vergrößerte eine junge Dame die Gallowayherde der Luna-Partner und zertifizierten Biolandwirte Wolfgang Schierenbeck und Joachim Mauermann in Gras-Ellenbach. Der Verein hat die Patenschaft für die beiden Kälbchen übernommen, die weiterhin bei ihren Müttern und in der jeweiligen Herde artgerecht aufwachsen dürfen.

Luna hat im ersten Jahr seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit die anvertrauten Flächen von etwa 15 Hektar mit seinen Partnern tadellos bewirtschaftet, berichtete Vorsitzender Dr. Thomas Michel zu diesem Anlass. Auch ohne „Gülle“ und Pestizideinsatz wurden seinen Worten zufolge hervorragende Ergebnisse erzielt und die gesetzten Ziele weit übertroffen. Jeder Besitzer eines Gartens oder landwirtschaftlicher Flächen „trägt Verantwortung sowie kann und sollte etwas für unsere Natur tun“, betonte Vorstandsmitglied Jürgen Klieber.

Dies könne dadurch geschehen, in dem er als Eigentümer die bestehende Pacht kündige, um dann in absehbarer Zeit (2020) selbst über seine Flächen bestimmen zu können und diese nachhaltig sowie umweltverträglich bewirtschaften zu lassen. Dies ist Heinz Trautmann zufolge ein weiterer Schritt um zu zeigen, „dass auch im Überwald nachhaltig und artgerecht Nahrungsmittel erzeugt werden“. Einige wenige Landwirte praktizierten dies ja erfreulicherweise immer noch.

Die Umstellung ist laut Luna auch bitter nötig. Denn nicht von ungefähr vervielfältigten sich die Berichte über Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf die Natur, Artenvielfalt, Wasserqualität und damit auf den Menschen immer mehr, weiß Vorstandsmitglied Thomas Langer. Glyphosat dürfte alleine und fachgerecht verwendet relativ wenig krebserregend, so Gerhard Ader. Es sei aber das am häufigsten eingesetzte und potenteste „Pflanzenschutzmittel“, somit Pestizid und Gift.

Überdüngung verseuche das Grundwasser, betont Michel. In Deutschland sei die kritische Marke vielfach weit überschritten. Weshalb nach einer Klage der EU-Kommission eine neue Düngeverordnung zum Schutz des Wassers her musste. Diese wurde im November vorgestellt. Vertreter von Luna waren bei der Präsentation in Reichelsheim dabei. Es wird Verbesserungen geben, sagte der Vorsitzende, wenn sich alle an die Verordnung hielten. „Die einflussreiche Lobby konnte sich aber wieder vielfach durchsetzen“, beklagt er.

Anfang Februar werden auf der Grünen Woche in Berlin vermutlich neue Interpretationen vorgestellt. Luna-Mitglieder sind dort dabei. Danach ist eine Veranstaltung für Vereinsmitglieder und interessierte Bürger geplant, auf der dieses Gesetz vorgestellt wird. Jürgen Klieber wies auf die Folge von zu häufigem Einsatz von Pestiziden und Überdüngung hin. „Zuerst sterben die Pflanzen, dann die Insekten, dann die Vögel und dann…“ sei ein geflügelter Satz.

Luna war im abgelaufenen Jahr vielfältig aktiv. Es wurde einige Informationsveranstaltungen ausgerichtet und einige besucht. Besonders erfreute den Verein, dass Theresa Bartmanns Projekt für ökologische Pferdehaltung an der Heckenmühle von der Sparkassenstiftung Starkenburg mit einem Sonderpreis gefördert wurde. „Mittlerweile freuen sich drei Reitpferde über die große Weide und den neuen Unterstand“, so Langer.

Zu den Aktivitäten zählten auch die Anpflanzung von zehn Obstbäumen mit Hilfe eines neuen Erdbohrers und das erfolgreiche Kartoffelfest. Aufgrund der großen Nachfrage muss die Anbaufläche für die Nicola-Kartoffel 2018 erheblich erweitert werden. Es gab spontane Vereinseintritte und Angebote zur Anpachtung von neuen Flächen. An der nachhaltigen Nutzung ihrer eigenen landwirtschaftlichen Flächen interessierte Mitbürger könnten sich überlegen, noch in diesem Jahr ihre Flächen zu kündigen, meinte der Vorsitzende. Sie hätten dann die Möglichkeit, ab 2020 über ihr eigenes Gelände zu verfügen. „Luna berät gern“, betonte er. Jeder könne etwas für Natur und Heimat tun, Landbesitzer besonders. „Nur in einem gesunden Boden kann gesunde Nahrung wachsen.“

Allerdings wäre der Verein nicht so erfolgreich ohne seine Mitglieder, Helfer, Unterstützer, Sponsoren und Kunden, betonen die Vorstandsmitglieder. Deshalb gilt diesen am Jahresende ihr großer Dank. Im kommenden Jahr steht weiterhin der fachgerechte Schnitt der Obstbäume an, daneben das Vermessen und Markieren der neu angepachteten Flächen. Im Frühjahr folgt dann der Anbau von Kartoffeln und Gemüse.

In Imasgo wird mit Hammelbacher Hilfe eine Schulbibliothek aufgebaut

Der Aufbau einer Bibliothek im afrikanischen Imasgo ist das nächste große Projekt des Birkenauer Vereins „Christen für Afrika“, dem auch Martine Rüdinger aus Hammelbach angehört. Sie hatte im vergangenen Januar einen runden Geburtstag im „Ochsen“ gefeiert und die 120 Gäste statt Geschenken um Spenden gebeten. Mit großem Erfolg: 3000 Euro kamen zusammen. Vor kurzem war Rüdinger nun in Burkina Faso, um mit dem Geld und weiteren Spenden die nötigen Arbeiten anzustoßen.

Der Wunsch nach einer Bibliothek war im afrikanischen 22.400-Einwohner-Ort aufgekommen. Dort unterstützte der Verein bereits den Aufbau einer Grund- und Realschule. Bisher gab es nur einen unansehnlichen Raum, der für diese Zwecke verwendet wurde und in dem die Bücher auf den Regalen vor sich hin staubten, berichtet Rüdinger. Außerdem kümmerte sich niemand um die Schülerlektüre.

Im Zuge ihrer Recherche stieß die Hammelbacherin auf einen der französischen Nationalbibliothek angeschlossenen Verein, der Projekte in frankophonen Ländern unterstützt. An ihn wandte sie sich und stieß auf Resonanz. „Dort wird ein spezielles Büchersortiment für den jeweiligen Zweck und für die Verwendung in Afrika zusammengestellt“, erläutert sie. Neue Exemplare werden für 2,40 Euro pro Stück weitergegeben – nimmt man die Preise für die oft teure Schulliteratur, ist das ein Schnäppchen. Die Bücher sind auf Kinder und Jugendliche abgestimmt. Sowohl französische als auch afrikanische Autoren werden berücksichtigt. Dazu kommen Lexika und Atlasse.

Der Verein stellt das benötigte Sortiment selbst zusammen und liefert es dann ab Straßburg aus. „Wir haben 1000 Bücher bestellt“, so Rüdinger. Die gehen Anfang Januar auf die Reise nach Afrika. Zusammen mit den Frachtkosten kommen 2700 Euro zusammen. Das große Paket wird Ende Januar in der Hauptstadt Ouagadougou erwartet, wo lokale Partner bereit stehen. Anfang Februar will Rüdinger dann mit dem Vereinsvorsitzenden Franz Stevens vor Ort sein, um alles in Imasgo in Empfang zu nehmen und einzurichten.

Dort war sie jetzt auch, um beim Umbau eines kleineren Gebäudes mitzuwirken, das die katholische Gemeinde für Bibliothekszwecke zur Verfügung stellt. Es befindet sich auf dem Schulgelände. „Davor ist ein großer Mangobaum, der dazu einlädt, darunter zu schmökern“, schwärmt sie vom Ambiente. Für die Sanierung der Räume wurde neben dem restlichen Geld auch eine weitere private Spende verwendet. Anstrich, Bänke, Türen, Schränke, Regal, Fenstergitter: Es galt viel zu tun und zu kaufen.

Zur Betreuung der Werke wird gerade ein Bibliothekar ausgebildet. Der junge Mann lernt seinen Job derzeit bei einem Praktikum in einer anderen Bücherei. Um ihn bezahlen zu können, stellt sich Rüdinger eine Art Patenschaft vor. Ein Modell, wie es bei der Ausbildung der jungen, vor Zwangsheirat geflohenen Frauen, schon erfolgreich praktiziert wird. Diese werden durch einen Spender aus Deutschland in ihrer Ausbildung zur Schneiderin oder Weberin unterstützt. 16 Mädchen befinden sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr, das an das Erlenen und Lesen und Schreiben gekoppelt ist. Drei katholische Ordensschwestern betreuen sie.

Seit etlichen Jahren kümmern sich die „Christen für Afrika“ auch um den Aufbau der Schule in Imasgo. Durch eine Großspende konnte jetzt ein Gebäude für drei zusätzliche Klassen errichtet werden, freut sie sich. Dadurch wird die Realschule erweitert. In diesem Jahr wurde außerdem mit der gymnasialen Oberstufe begonnen. In der wird Deutsch als Fremdsprache angeboten.

200 Kinder besuchen die Grundschule und werden dort von fünf Lehrern mit einer sehr engagierten Rektorin betreut. Auch die Eltern bringen sich stark ein. So haben sie einen Gemüsegarten angelegt, der „Material“ für die in Eigenregie betriebene Kantine liefert. Die Realschule besuchen laut Rüdinger derzeit 350 Jugendliche. Nächster Ziel ist der Aufbau einer Berufsschule, die sich unter anderem mit der Vermittlung von Kenntnissen zur Nutzung von Solarenergie vermitteln soll. Denn hier versprechen sich die Helfer Wachstumspotenzial.

Eine Solaranlage wünscht man sich auch für die Bibliothek, da die Region mit Strom nicht gut versorgt ist. Die Bücher sollen erst einmal nur für die Schüler zugänglich sein. Als Fernziel hat der Verein aber ein Kulturzentrum im Auge. Wie es weitergehen soll, besprechen die Christen für Afrika am 10. Januar. Dann werden in einer Arbeitssitzung die Projekte der nächsten drei Jahre geplant. Dies immer in Abstimmung mit den afrikanischen Partnern. WhatsApp macht es möglich, dass ein sehr zeitnaher Austausch gewährleitet ist. „Wir wollen nichts überstülpen“, betont Rüdinger. Deshalb gehe man auch die Wünsche der Aktiven vor Ort ein, sofern dies möglich ist.

Ihren Aufenthalt in Burkina Faso nutzte Martine Rüdinger auch zu einem Besuch in der Hauptstadt. Dort schaute sie bei verschiedenen Kunsthandwerkern vorbei. „Von denen habe ich fürs Imasgo-Atelier 80 Kilo Waren im Überseekoffer mitgebracht“, deutet sie auf die große Kiste. Bronzefiguren, Batik, Holzarbeiten, Möbel als Recyclingarbeiten aus alten Ölfässern: Diese und viele Dinge mehr werden im Souterrain ihres Hauses für den guten Zweck verkauft.

Der Erlös fließt zu 100 Prozent nach Afrika. Die Menschen dort sind verstärkt auf die Verkäufe und Aufträge aus dem Odenwald angewiesen, hat die Helferin festgestellt. Denn seitdem es in Ouagadougou zwei Anschläge gab, kommen weniger Leute in die Hauptstadt. Alles steht unter dem Aspekt der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kunsthandwerker etwa bekommen durch den Verkauf ihrer Waren im Überwald wieder neue Aufträge und können sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen

Grandioser Abschluss des Jubiläumsjahres für den MGV Wallonia Wahlen

Welch grandioser Abschluss eines Jubiläumsjahres: Der MGV Wallonia Wahlen machte sich mit dem Konzert in Hammelbachs katholischer Kirche selbst das schönste Geschenk zum 125-jährigen Bestehen. Nicht nur der Männerchor unterhielt das bis auf den letzten Platz besetzte Gotteshaus mit weihnachtlich-besinnlichen Stücken prächtig. Vier Solisten waren es daneben als Überraschungsgäste, die mit ihren Einlagen die Besucher zu Begeisterungsstürmen hinrissen.

Viviane Essig war es, die erst bei „That cat is high“ von Manhattan Transfer zusammen mit ihren Eltern Gabi (Gesang) und Achim (Gesang/Klavier) mit ihrer eindrucksvollen und machtvollen Stimme absolut begeisterte. Als dann zu „We are the world“, geschrieben von Michael Jackson und Lionel Ritchie, Sascha Fischer das Gesangsquartett komplettierte, gab es kein Halten mehr. Gänsehaut pur bei den Gästen, eine junge Sängerin, die den Song mit jeder Faser lebte und eine Darbietung in einer Klasse, die so selten zu hören ist. Rauschender, nicht enden wollender Beifall und Standing Ovations bildeten den mehr als verdienten Lohn für diese außergewöhnliche Aufführung.

Als die 40 Sänger zu Beginn Aufstellung im Altarraum nahmen, war ihnen kräftiger Vorschussapplaus bereits gewiss. Gespannte Ruhe kehrte ein, als der „Weihnachtszauber“ angestimmt wurde. Ein leise im Kirchenschiff verhallendes „Kling Klang“ bildete den Abschluss dieses besinnlichen und getragenen Stücks, das einen schönen Vorgeschmack auf das Kommende bot.

In ihrer Anmoderation wiesen MGV-Vorsitzender Jens Sattler und Sascha Fischer auf die ausklingenden Jubiläumsfeierlichkeiten hin. Mit der Liederauswahl wolle man die Gäste auf besinnliche Weihnachten einstimmen und gleichzeitig dabei unterstützen, „die Seele baumeln zu lassen“. Der Chor wolle mit seinen Stücken „eine Auszeit vom Alltag bieten“. Einfach zurücklehnen und entspannen, laute die Devise. Natürlich mit Erfolg.

„Wir haben viel Arbeit und Mühe investiert, um nach dem Konzert im Oktober ein ganz anderes Programm zu bieten“, sagte Sattler. Neben deutschem weihnachtlichem Liedgut gab es auch Gospels und Spirituals zu hören. Oder einfach festliche klassische Stücke wie die „Hymne an die Nacht“ von Ludwig van Beethoven. „Abendfrieden“ als MGV-Klassiker zeigte die Klangvielfalt des Chores in den einzelnen Stimmen auf. Das Kirchenschiff bot den optimalen Rahmen, um die Sänger bestens zur Geltung kommen zu lassen.

„My Lord what a morning“ ließ in Form eines Spirituals als besondere Form des geistlichen Lieds das freudige Gotteslob durch das Gotteshaus schallen. Ausdrucks- und anspruchsvoll dann „I want to go the heaven“, ehe der erste Break kam und die Solisten einstiegen. Über deren Mitwirken freute sich Sattler besonders. „The prayer“ von Celine Dion wurde verkörpert durch Gabi Essig, von ihrem Mann Achim am Klavier begleitet.

Sascha Fischer gab im Anschluss Udo Jürgens mit „Merci Cherie“, eine Hommage an den vor kurzem verstorbenen Ausnahmekünstler. Ein Song, der 1966 den Grand Prix d’Eurovision gewann. Bei „Kommen und Gehen“ von Gisbert zeigte Viviane Essig erstmals, welche Power in ihrer Stimme steckt. Allerdings nur andeutungsweise, wie sich bei den späteren Stücken noch zeigte. Dass die in Hamburg wohnende aber zu Recht bereits zwei Mal als Jugendliche den deutschen Rock- und Poppreis gewann, konnte man bereits hier heraushören.

Was Männerchöre zu leisten vermögen, zeigte die Wallonia unter der Leitung von Thomas Reisig bei „Höre mein Rufen“. Das mehrstimmige, komplexe Lied schloss mit einem mächtigen „Herrgott“ und zeigte sämtliche Gestaltungsmöglichkeiten eines Männerchores auf, mit dem dieser sein Publikum zu begeistern vermag. „La Montanara“ und das „Trommellied“ als allseits bekannte Literatur hatten bei den Zuschauern einen gewaltigen Widerhall. Hörte man beim ersten Stück die Männer immer weiter die norditalienischen Berge emporschreiten, kam das folgende Lied klar akzentuiert und pointiert rüber. Viel Beifall war die mehr als nur logische Konsequenz.

„The power als love“ als Start des zweiten Solo-Blocks, gesungen von Sascha Fischer, hat laut Jens Sattler viele aktuelle Bezüge. Denn damals wie heute geht es darum, dass die Welt ein gutes Stück besser sein könnte, wenn es ein wenig mehr Liebe zwischen den Menschen gäbe. „Loch Lomond“ oder „Kum ba yah my Lord“, gefolgt von „Ich bete an die Macht der Liebe“, bildeten den Abschluss eines eindrucksvollen Abends. Die beiden Moderatoren dankten zum Schluss allen Mitwirkenden und den Helfern hinter den Kulissen, die diese Veranstaltung erst möglich machten. Mit einem gemeinsam gesungenen „O du Fröhliche“ klang das Konzert aus – und die Gäste machten sich in dem Bewusstsein auf den Heimweg, einem besonderen Highlight in der Vereinsgeschichte beigewohnt zu haben.

Die ZKÜ braucht ab 2018 mehr Zuschüsse: Bericht in der Abtsteinacher Gemeindevertretung

Im kommenden Jahr braucht die Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) mehr Geld. Geschäftsführer Sebastian Schröder erläuterte in seinem Bericht, den er den Gemeindevertretern auf deren vergangener Sitzung gab, dass an eine Verdoppelung der bisherigen Summe gedacht ist. Die beläuft sich im Falle Abtsteinachs derzeit auf 19.600 Euro. Grund für die Unterdeckung ist seinen Worten zufolge das Auslaufen des „Citymanagements“ Ende des Jahres 2018, das jährlich bisher 40.000 Euro in die Kasse spülte.

Die Stammeinlage von 25.000 Euro ist Schröder zufolge noch komplett vorhanden. An weiteren verfügbaren Mitteln gebe es etwa 82.000 Euro. Der Geschäftsführer wies darauf hin, dass die ZKÜ weiterhin arbeitsintensive Informations- und Vermittlungstätigkeiten im Bereich Tourismus anbiete, „aus denen sich jedoch keine Erlöse erzielen lassen“. Auch Wirtschaftsservice und Gründerzentrum seien als kostenlose Services etabliert. Er listete bis Ende 2018 eine jährliche Unterdeckung von etwa 25.000 Euro auf, ab 2019 von etwa 65.000 Euro. „Gegen Mitte 2019 dürften die verfügbaren Mittel der ZKÜ aufgebraucht sein“, so Schröder.

Mit den drei beteiligten Kommunen (neben Abtsteinach noch Wald-Michelbach und Grasellenbach) laufen deshalb die Gespräche, die Zuschüsse zu verdoppeln. Da das City-Management in 2018 noch etwas ausgeweitet werden kann, „wird die Summe dann nicht in Gänze abgerufen“, betonte er. Allerdings werde es trotz aller Bemühungen „auch mal ein Jahr geben, in dem der Fördertopf zu bleibt“. Dann brauche man die Gelder.

In punkto Tourismusförderung nannte Schröder als wiederkehrende Aufgaben die Betreuung und Koordination der 26 (elf mehr als 2016) Geopark-vor-Ort-Begleiter, Aktualisierung und Verteilung der Themenbroschüren oder Pflege der Website und des Facebook-Auftritts. Gerade die Touristenführer bezeichnete er als „Gesicht des Überwalds“, denn sie verkörperten letztendlich die Angebote nach außen. Derzeit werden für 2018 neue Angebote erarbeitet, sagte er. So sollen Bauernhöfe mehr Niederschlag in den Angeboten finden. Druckfrisch ist gerade das neue Gastgeberverzeichnis herausgekommen.

Laut Schröder geschieht die Koordination von Arrangements und Angeboten ebenfalls über die ZKÜ. „Es laufen im Jahr über 200 Gruppenanfragen auf“, sagte er. Im ganzen Jahr kommen darüber um die 5000 Personen in die Region. „Wir bewegen uns auf stabilem Niveau“, so der Geschäftsführer. Schröder wies daneben auf die Eröffnung der Radlerstation in Wahlen und des Draisinenrundwegs in Mörlenbach hin. Dazu kommen die Glücksorte und eigene Veranstaltungen wie die Überwälder Traumnacht, Mountainbike-Rallye oder Markttag.

Mit Blick auf die Wirtschaftsförderung nannte er beim Gründerzentrum um die 300 Einzelberatungen, etwa 30 für Abtsteinach. Allerdings hätten Existenzgründungen wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt aktuell an Bedeutung verloren, so Schröder. „Der Boom von 2010 bis 2012 ist weg“, sagte er. Derzeit werden „gute Anstellungsverhältnisse vorgezogen.“

In der Gastronomie sind Gründungen seinen Worten zufolge oft wacklig. Im Gegensatz zu anderen Branchen werde hier nicht so viel Geld in die Hand genommen. Dabei ist der Bedarf mehr als gegeben. Schröder wies auf die IHK-Studie hin, wonach die Altersstruktur der Gastwirte im Kreis Bergstraße am ungünstigsten ist. Die IHK zählt kreisweit 475 Hotels und Gaststätten. In der Altersklasse ab 69 Jahren sind 105 Betreiber aktiv. „Somit ist fast jeder vierte schon im Rentenalter.“

Für den ZKÜ-Geschäftsführer ist die Entwicklung bedenklich. Denn der Odenwald steht im Verhältnis zu anderen südhessischen Landkreises ziemlich schlecht da. Dort liegt der Anteil älterer Gastronomen oft nur bei zehn bis 20 Prozent des Gesamtbestandes. „Je ländlicher, desto älter“, lautet deshalb sein Fazit. Mit unabsehbaren Folgen für das Angebot auf dem Land. Derzeit stellt er viele Bemühungen von Kommunen fest, den Tourismus aufzuwerten. Schröder nennt in diesem Zusammenhang Sommerrodelbahn, Solardraisine oder Mountainbike-Strecken. Für ihn ist es deshalb „erschreckend“, dass es so wenig neue gastronomische Angebote gibt.

Eine Nachfrage von Ursula Jonasdofsky (SPD) drehte sich um Wandern und E-Bikes. Letztere sind für Schröder ein Zukunftsmarkt. Hier sind eventuell auch die Gastronomen mit Auflade-Stationen gefordert. Thema waren daneben der Konflikt Radler-Wanderer und kaputte Waldwege nach der Holzernte. Um den Kosten-Nutzen-Effekt ging es Konrad Abraham (CDU). Schröder wusste keine genauen Zahlen, wie sich mehr Gäste in mehr Umsatz bei der Gastronomie niederschlagen. Man gehe davon aus, dass pro Jahr etwa 250.000 Personen in den Überwald kommen.

Als „unglaublich wichtig“ bezeichnete Bürgermeisterin Angelika Beckenbach die ZKÜ: Diese unterstütze in vielerlei Hinsicht und sei immer ein Motor in wirtschaftlichen und touristischen Fragen. Sie warb dafür, die zusätzlichen Mittel im Haushalt einzustellen. „Für die ganze Region wertvoll“ sei die Zukunftsoffensive, so ihr Fazit.