Kreis rechnet mit Mehrausgaben

Die dritte Stufe des Bundesteilhabegesetzes bringt zum kommenden Jahr für den Kreis Bergstraße große Herausforderungen mit sich. Um diese Veränderungen meistern zu können, will der Kreisbeigeordnete Karsten Krug möglichst frühzeitig Schnittstellen, Berührungspunkte und Wünsche der Betroffenen abklopfen. Dazu war er mit dem Leiter des Sozialamts beim Kreis Bergstraße, Torsten Bach, und dessen Stellvertreterin Annette Wagner in die Pro Seniore-Residenz Gassbachhof gekommen.

An diesem idyllischen Fleckchen weitab von Hammelbach und jenseits aller Handy-Empfänge, aber mit Windrad-Aussicht, informierten ihn die beiden Residenzleiter Beate Wittmann und Mario Dick über den Stand der Dinge und die Erwartungen hinsichtlich der Gesetzesänderung. Krug betonte, „dass natürlich auch der Mensch selbst dazu gehört, der die Leistung in Anspruch nimmt“. Bis Jahresende wird sich seinen Worten zufolge noch nichts ändern. Der Großteil der Zuständigkeiten bleibt wie bisher beim Landeswohlfahrtsverband (LWV).

Die 2016 auf den Weg gebrachten Veränderungen bedeuten aber ab 2020 andere Zuständigkeiten, informierte er. Jugendliche werden dann vom Jugendamt des Kreises betreut, zwischen 18 und 65 Jahren ist die Zuständigkeit beim LWV angesiedelt, für ältere Menschen, die erstmals Leistungen beziehen, beim Kreis-Sozialamt.

Krug zufolge werden ab kommenden Jahr die existenzsichernden von den Fachleistungen getrennt. Erstere übernimmt der Kreis, letztere wie gehabt der LWV. Da somit alles aufgedröselt werden muss, rechnet der Kreisbeigeordnete mit einem großen Arbeitsaufwand. Deshalb „wollen wir möglichst früh in die Kommunikation einsteigen“. Bis Jahresende gibt es noch einige Hürden zu überwinden, so Krug. „Noch sind nicht alle rechtlichen Details geklärt.“

Der Sozialdezernent geht davon aus, dass kreisweit eine mittlere dreistellige Zahl Personen von dieser Änderung betroffen ist. Die Kosten werden wohl zum Gutteil an den Kreis weitergereicht, befürchtete er. Da für die Betroffenen auch höhere Einkommensgrenzen bei der Anrechnung des eigenen Vermögens gelten werden, rechnet Krug mit jährlichen Mehrausgaben von fünf Millionen Euro. Natürlich hätte er die gern vom Land wieder, aber ist realistisch genug um zu wissen, „dass es schwierige Gespräche sein werden, um die finanziellen Fronten zu klären“. Seine Forderung ist aber klar: „Das Land soll die Mehrkosten übernehmen.“

Beate Wittmann erläuterte, dass hinter dem integrierten Teilhabeplan (ITB) die Zielsetzung steht, den Menschen mehr Selbständigkeit zu ermöglichen. So hätten die Klienten dann unter anderem ein eigenes Konto. Für den Gassbachhof als stationäre Einrichtung sei es eine Herausforderung zu bewerkstelligen, „dass die Menschen ihr Geld selbst verwalten sollen“. Es gelte, ihnen nichts überzustülpen, sondern ein Ziel für eine gewisse Zeit zu definieren, das danach wieder überarbeitet werde.

Zur Sinnhaftigkeit der Veränderungen äußerten sich die Beteiligungen salomonisch. „Jede Veränderung bringt oft viel Bürokratie mit sich“, sagte Wittmann. Sie erkannte den positiven Grundgedanken, den Klienten mehr Selbstverantwortung zu übertragen. „Aber es gibt einen Rattenschwanz an Mehrarbeit“, meinte sie. Ihr Kollege Mario Dick wies darauf hin, „dass Routine reinkommen muss“. Alles gelte sich einzuspielen. Karsten Krug begrüßte die Intention hinter dem Vorhaben. Die Kosten-Nutzen-Frage lasse sich frühestens in einem Jahr beantworten, prognostizierte er.

Die Bewohner der Pro Seniore-Residenz werden laut Wittmann nur indirekt betroffen sein. „Unser Klientel wird weiter auf Betreuer angewiesen sein“, betonte sie. Profitieren werden ihren Worten nach vor allem die Menschen, die ins „normale“ Leben zurückkehren. Etwa derjenige, der Verpflegungsgeld bekommt, und lernt, auf eigenen Beinen zu stehen. „Es muss ein Ziel vorhanden sein, um es zu fördern“, hob sie hervor. „Den Menschen wurde früher viel abgenommen“, ergänze Krug. Jetzt werde das eigene Handeln in den Fokus gerückt.

„Wir achten auf kleine, homogene Gruppen“, erklärte Wittmann. Denn zwischen den Menschen mit chronischen Abhängigkeiten, derzeit 48 bis 65 Jahre alt, soll sich auch ein soziales Gefüge entwickeln. „Es gibt kaum Angehörige“, weiß sie. Und wenn, dann sind diese oft zerstritten. Da die Residenz daneben auch Plätze im Pflegebereich bietet, müssen die Klienten nicht wechseln, sollte dieser aufgrund der Vorerkrankungen nicht unwahrscheinliche Fall eintreten. „Die sozialen Kontakte bleiben bestehen“, stellte sie heraus. Betreuer, Sozialdienste, Land, Kreis und Kliniken kommen auf das Haus in Hammelbach zu und fragen nach Plätzen nach.

 

Die Pro Seniore-Residenz Gassbachhof gehört zur gleichnamigen Unternehmensgruppe mit Sitz in Saarbrücken, die deutschlandweit über 100 Einrichtungen betreibt. In Hammelbach gibt es 95 Plätze im Pflegebereich und 18 für Bewohner mit chronischen Abhängigkeiten. Davon sind derzeit 66/13 analog der Personalsituation belegt. Denn das seit 1984 bestehende Haus hat wie andere Pflegeeinrichtungen auch mit dem hohen Fachkräftemangel zu kämpfen. Man arbeitet bei Pro Seniore derzeit viel mit indischen Fachkräften zusammen.

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„Das sind ganz normale Leute ohne Starallüren“

Es ist nicht allein die Musik, es sind auch die drei Musiker selbst, von denen sie begeistert sind: Birgit und Hansi Werner aus Hammelbach sind seit 14 Jahren im Fanclub der „Zillertaler Haderlumpen“ aktiv und stemmten mit diesem seither jedes Jahr ein Open-Air am Sportplatz. Am Wochenende fuhr der ganze Fanclub aus dem Odenwald nach Tirol, als dort das Volksmusik-Trio vom 9. bis 11. August sein diesjähriges Fanwochenende veranstaltete.

„Das gibt immer ein großes Hallo“, weiß sie aus den vergangenen Jahren vom Fanwochenende. Viele Freundschaften entwickelten sich im Laufe der Zeit, viele Leute lernten die Mitglieder aus den Überwald kennen. Denn sie sind natürlich nicht die einzigen Fans, die sich organisiert haben. In Deutschland gibt es etliche Clubs, die sich den Haderlumpen verschrieben haben. Allein 27 listet die Gruppe auf ihrer Homepage. Die besuchen sich auch gern gegenseitig, wie jetzt gerade beim Open-Air in Hammelbach.

Das beruht auf Gegenseitigkeit. Der Haderlumpen-Auftritt in Reichelsheim ist natürlich gesetzt, wo es logischerweise auch einen Fanclub gibt. Aber Neu-Isenburg, Semd und Hatzfeld/Eder stehen ebenfalls auf dem Programm. „Früher sind wir noch weiter gefahren, aber wir werden auch älter“, schmunzelt die Kassenwartin.

Vor 15 Jahren wollte Hansi Werner nicht mehr nur zu einem Konzert fahren, sondern es vor Ort auch selbst erleben: Er holte die Tiroler das erste Mal nach Hammelbach. Kurz darauf wurde auch der Fanclub gegründet, dessen Vorsitzender er ist und der aktuell 25 Mitglieder zählt. 14 weitere, jährliche Auftritte sollten bis zum Abschiedsevent folgen.

Birgit Werner kann sich noch an die erste Begegnung mit dem Trio erinnern, als wäre es gestern gewesen und nicht vor etlichen Jahren: „Wir haben die Band bei einem Konzert in Aschbach kennengelernt“, erzählt sie. Ein paar Tage später traten die Haderlumpen auch in Fränkisch-Crumbach auf. Dort wurden die Werners von den Musikern angesprochen, dass sie kurz zuvor doch auch auf der Veranstaltung im Wald-Michelbacher Ortsteil waren.

„Zuerst waren wir verdutzt, dass die uns wiedererkannten, obwohl es mehrere hundert Besucher waren.“ Dann entwickelte sich daraus ein Gespräch – und der Startschuss für die Begeisterung bis hin zur Fanclub-Gründung und eigenen Konzert-Ausrichtung war gefallen. „Es passte auch menschlich“, erinnert sich Birgit Werner. „Das sind ganz normale Leute ohne Starallüren.“

Trotz der Erfolge in den kommenden Jahren blieben das die drei Tiroler auch, freut sich die Hammelbacherin. Als das Trio 2007 zusammen mit dem oberösterreichischen Duo „Sigrid und Marina“ den Grand Prix der Volksmusik holte, war der Jubel groß. „Ich habe damals dem Vitus (Amor) eine Gratulations-SMS geschrieben“, sagt Birgit Werner. Später rief der dann an und versicherte: „Wir bleiben immer die Gleichen.“

Die Werners fuhren bereits Anfang der 2000er Jahren zum Fantreffen nach Zillertal, als das noch eine kleine Veranstaltung mit 300 oder 400 Gästen war. Damals feierte die Gruppe gerade ihr 15-jähriges Bestehen. Über 10.000 Besucher sind es inzwischen in Zell am Ziller geworden. Im kommenden Jahr soll nach 33 Jahren auf der Bühne Schluss sein – natürlich mit einem rauschenden Wochenende.

Die Hammelbacherin bedauert es sehr, dass die Haderlumpen aufhören möchten. „Ich weiß gar nicht, was wir dann an diesem August-Wochenende machen werden“, lacht sie. Andererseits kann sie es auch verstehen, dass das ständige Touren nach über drei Jahrzehnten irgendwann mal genug ist. Denn alle drei Musiker haben Familie und „normale“ Berufe.

Schlager und Volksmusik hört sie natürlich schon gern, erzählt Birgit Werner. Aber beileibe nicht nur. „Im Auto habe ich nur das Radio an, da kommt viel Modernes“, schildert sie. Anders wird das, wenn die Haderlumpen eine neue CD wie jetzt mit „Danke!“ ihre Abschiedspressung auf den Markt bringen. Die läuft dann hoch und runter. Das muss sein.

Info: Nächster Auftritt der Zillertaler Haderlumpen im Odenwald ist am Sonntag, 25. August, um 19 Uhr beim Konzert am Michelsmarkt in der Festhalle Reichelsheim. Mehr unter http://www.haderlumpen.com

 

Spaß-Beach-Volleyball-Turnier ist die Attraktion

Das zweite Wochenende im August ist traditionell der Scharbacher Kerwe vorbehalten. Der ganze Ort ist auf den Beinen und mit beteiligt, wenn von Freitag, 9., bis Montag, 12. August, rund um das Haus der Vereine am Sportplatz volles Programm geboten wird. Besondere Attraktion ist Samstagnachmittag das Spaß-Beach-Volleyball-Turnier, zu dem sich noch Mannschaften anmelden können. Bunter Abend am Freitag sowie Schleppertreffen und Umzug am Sonntag sind weitere Highlights. Das Motto dieses Jahr: „Scharbach spielt“.

Der Startschuss fällt am Freitag, 9. August, um 18 Uhr. Dann halten Pfarrerin Tabea Graichen und „Kerweparre“ Stefan Schmitt im Dialog zusammen den Kerwegottesdienst. Beteiligt ist auch noch die Kerwejugend. Um 20 Uhr startet der Bunte Abend, den Florian Koch musikalisch mit Songs von Schlager bis Pop umrahmt. Geboten wird an buntes Programm-Potpourri aus Sketchen, Männerballett und lustiger Unterhaltung.

Für das Spaß-Beach-Volleyball-Turnier am Samstag, 10. August, ab 16 Uhr, können sich noch Teams melden. Fünf Personen werden pro Mannschaft benötigt, das Startgeld beträgt 15 Euro. Es verspricht wieder eine Riesengaudi zu werden. Anmeldungen sind noch möglich unter E-Mail ch@hallermeier-sicherheitstechnik.de. Abends geht es dann um 21 Uhr mit der Kerweparty mit DJ Richy bei freiem Eintritt weiter.

Hausgemachte Schnitzel, von den Mitglieder der drei veranstaltenden Ortsvereine SV, GV und Feuerwehr zubereitet, sorgen beim Frühschoppen für die notwendige feste Unterfütterung des flüssigen Genusses. Start ist am Sonntag, 11. August, um 11 Uhr. Dann beginnt auch das große Schleppertreffen auf dem Sportplatz, zu dem viele Trecker-Besitzer aus der näheren und weiteren Umgebung anreisen. Um 14 Uhr setzt sich ab dem „Kühlen Grund“ der Kerweumzug in Bewegung. Neben Kerwekids, Jugend und Parre sind natürlich auch einige Ortsbürger mit aktiv, sodass es etwa 20 teilnehmende Gruppen gibt.

Am Sportplatz angekommen, findet dort die Prämierung des schönsten Motivwagens statt, ehe dann Kerweparre Stefan Schmitt mit Mundschenkin Isabell Hallermeier in der Kerwepredigt so einige Begebenheiten aus dem Ort zu erzählen weiß, die die Betroffenen lieber nicht veröffentlicht hätten. Mit Kaffee und Kuchen sowie dem Kerwetanz, angeleitet von Florian Koch, findet der Sonntag seinen gemütlichen Ausklang.

Der Montagmorgen, 12. August, lockt ab 10 Uhr mit Freibier zum Frühschoppen. Wellfleisch und Kerwepfanne sorgen dafür, dass das Bier nicht ganz allein im Magen vor sich hin wuppert. Über den Mittag ist gemütliches Beisammensein angesagt, ehe dann um 15 Uhr als Abschluss des viertägigen Treibens die Verlosung der Tombola ansteht, gefolgt von einem langsamen Ende der viertägigen Kerwe.

Der Chor ist eine Art Familie: Susanne Hoffmann-Rettig im Gespräch

Sie ist das Gesicht des „Goldenen Scharbocks“: Susanne Hoffmann-Rettig. Alle zwei Jahre bringt die Scharbacherin an drei Abenden hunderte von Zuschauern zu dieser Fusion von Chorgesang und Rockmusik in den Überwald. Die ausgebildete Opernsängerin leitet außerdem die Kinderchöre und den Popchor „Crescendo“ der Waldeslust. Wir sprachen mit ihr über ihre Anfänge als Sängerin, die Motivation der (jungen) Mitsänger, ihr „Kind“, den „Goldenen Scharbock“ und – Bohemian Rhapsody.

  • Frau Hoffmann-Rettig, Sie sind seit etlichen Jahren Leiterin von Chören in Scharbach. Was motiviert Sie nach all dieser Zeit jedes Mal aufs Neue, in die Singstunde zu gehen und die (jungen) Sänger zu besonderen Leistungen anzuspornen?

Hoffmann-Rettig: In einer Zeit, in der die Menschen sich am Abend immer öfter nicht mehr von der Couch aufraffen können, ist es einfach schön, sich mit singbegeisterten Leuten im Vereinshaus zu treffen, gemeinsam zu musizieren, und sich anschließend beim Après-Chor zu unterhalten, zu lachen, sich auszutauschen. Gerade für Zugezogene oder allein Lebende ist der Chor eine Art Familie, in der man auch außerhalb der Musik Unterstützung findet. Das Singen kann ganz unterschiedliche menschliche Charaktere und auch Generationen zusammenbringen. Das finde ich spannend. Um diese dann gemeinsam zu besonderen Leistungen anzuspornen, bedarf es einer attraktiven Liedauswahl und einem besonderen Ziel. Das ist unserem Fall der „Goldene Scharbock“. Nach jedem dieser Konzerte konnten wir einen Sängerzuwachs verzeichnen. Das alles steht und fällt aber nicht allein mit mir: Zum einen habe ich eine riesige Unterstützung durch meine Familie und meinen Vorstand, der mir mit großartigem Engagement den Rücken frei hält und für mich jederzeit mit meinen Ideen ansprechbar ist. Zum anderen sind das unsere Sponsoren, ohne deren finanziellen Mittel solche Großprojekte nicht zu stemmen wären. Dieses Gesamtpaket ist es, was mir Spaß macht und mich motiviert, so weiter zu machen.

  • Wie kamen Sie zu Jugendzeiten mit der Musik in Kontakt, wie entstand daraus der Wunsch, die Chorleiter-Laufbahn einzuschlagen? Gab es in dieser Zeit prägende Ereignisse, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind?

HR: Als Jugendliche habe ich wie fast jedes Kind mit dem Blockflötenspiel in der Schule angefangen, habe dann Hammond-Orgel und die Kirchenorgel in Affolterbach gespielt. Meine große Liebe, den Gesang, habe ich erst mal tatsächlich in meinem Dorfgesangverein, der „Waldeslust Scharbach“, wie die Scharbacher Chöre auch heute noch heißen, und im damaligen Schulchor des Überwald-Gymnasiums gefunden. In diesem Schulchor unter der hervorragenden Leitung von Karlheinz Treusch haben wir anspruchsvolle Chorliteratur kennengelernt und tolle Konzerte auf die Bühne gebracht. Dieses Chor-Singen auf höchstem Niveau war der eigentliche Auslöser für meinen Wunsch, Sängerin zu werden. Eine Chorleiter-Laufbahn einzuschlagen war ganz eigentlich nie mein Wunsch, sie hat sich nur durch Zufall so ergeben. Ich fühle mich immer als eine Sängerin, die vorne steht, da bin ich Profi. Chorleiterin bin ich nur hobbymäßig und es wäre vermessen, meinen großartigen Dirigentenkollegen gegenüber zu sagen, ich sei eine Chorleiterin (schmunzelt).

  • Was sehen Sie als bisheriges Highlight Ihrer Tätigkeit?

HR: Ganz klar die „Night of the Golden Scharbock“. Der erste „Scharbock“ war ein Versuch, ob man Chormusik mit einer Rockband auf der Bühne in Einklang bringen kann. Da dies funktionierte, machten wir weiter. Jedes Event und jeder der drei Abende ist für mich ein Highlight, bei dem mir einfach nur das Herz aufgeht.

  • Welche Strategie wenden Sie an, um weiterhin Kinder und Jugendliche zur Mitwirkung in den Chören zu animieren?

HR: Bei dem Thema Kinder- und Jugendchorarbeit kann man wirklich von „Strategie“ reden. Kinder kommen nicht einfach so mal zum Singen vorbei, schon gar keine Jungs und auch nicht, weil irgendwo ein Werbeflyer liegt. Da muss man wirklich direkt auf sie zugehen, sie ansprechen und sich auch die Zeit nehmen, mal ein Gespräch mit ihnen zu führen. Worauf hätten sie mal Bock? Darauf lasse ich mich ein, versuche die Gesangsgruppen immer wieder neu zusammenzustellen, je nach den jeweiligen Bedürfnissen. Wollen sie mal ein extrem anspruchsvolles A-cappella-Stück einstudieren? Dann proben wir eine sechsstimmige A-cappella-Version der „Bohemian Rhapsody“. Können die Jugendlichen nur am Wochenende? Dann proben wir halt samstags. Das ist sehr aufwendig, aber nur so kann das funktionieren. Diejenigen, die bei einem Scharbock schon mal mitgemacht haben, möchten in der Regel auch beim nächsten Mal wieder in Kostüm und Maske mit auf der Bühne stehen.

  • Wie schätzen Sie sich selbst ein? Als jemand, die auch am letzten Ton feilt, oder als jemand, der auch mal Fünfe gerade sein lässt, wenn der Gesamtklang stimmt?

HR: Für mich ist tatsächlich erst mal das Wichtigste an Chorauftritten, dass dem Publikum klar ist: Denen da vorne auf der Bühne macht das Singen Spaß. Dieser Spaß kann aber auch natürlich nur entstehen, wenn man auf einem gewissen Niveau singt. Es kommen nur Lieder auf die Bühne, die auswendig gehen und bei denen sich der Chor sicher fühlt. Wir verfolgen ein anderes Ziel als ein Chor, der auf Wertungssingen geht und wenige Lieder bis zur Perfektion übt. Da wir auf den Goldenen Scharbock hinarbeiten, müssen wir ein großes Pensum an neuen Stücken auswendig lernen und das bei unregelmäßigen Singstunden. Da muss man einfach das Gesamtkunstwerk sehen, das am Ende herauskommt.

  • Gibt es ein bestimmtes Musikstück, das es Ihnen besonders angetan hat? Warum?

HR: Im Laufe der Jahre hatten wir immer mal Titel, die für mich und meinen Crescendo-Chor besonders waren. Die „Bohemian Rhapsody“, unser erstes wirklich anspruchsvolles Stück, von dem wir nie gedacht hätten, es jemals zu lernen. Als wir es dann drauf hatten, sangen wir sie über Jahre hinweg und bekamen immer großen Applaus dafür. Oder die schwere A-cappella-Version von „Engel“ – auch dieses eine Herausforderung, an der wir aber auch gewachsen sind. Oder „Music“…..

  • Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welchem großen Chorleiter würden Sie gerne mal einen Tag über die Schulter schauen und warum genau diesem?

HR: Da ich durch meine Tätigkeit am Nationaltheater Mannheim schon auf sehr gute Chorleiter im Klassikbereich getroffen bin, würde ich gerne für „Crescendo“ einem guten Chorleiter in diesem Spektrum begegnen. Eine von ihnen ist Stefanie Miceli, die den Bundeschorsieger „Vocalive“ leitet und auch schon bei uns Chorworkshops gemacht hat.

Zur Person: Susanne Hoffmann-Rettig (47) ist mit Jörg Rettig verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Die aus Scharbach stammende wohnt ebendort. Nach der Ausbildung zur Sparkassenkauffrau absolvierte sie ein Gesangstudium an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim und ist seit 1999 hauptberuflich Mitglied des Opernchors am Nationaltheater Mannheim. Seit 2002 leitet „Suse“, wie sie von allen genannt wird, den Kinderchor in Scharbach, seit 2006 den Crescendo-Chor. Seit 2010 stemmt sie alle zwei Jahre federführend die Veranstaltung „The Night of the Golden Scharbock“. Nächster Termin ist vom 8. bis 10. Mai 2020. Bei all den kulturellen Veranstaltungen ist Susanne Hoffmann-Rettig froh, ab und zu Zeit für Familie und Garten zu haben.

Die Region mit Fördermitteln voranbringen

Heinrich Ritzel war vor mehr als 67 Jahren ein Realist. Der SPD-Bundestagsabgeordnete sah damals schon, „dass der Odenwald jemanden braucht, der die Stimme für ihn erhebt“, formuliert es Regionalmanagerin Rekha Krings. Sie ist für genau die Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) heute tätig, die Ritzel 1952 mit Gleichgesinnten aus der Taufe hob. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land waren bereits Anfang der 1950er Jahre ein Thema. Heutzutage kümmert sich die IGO mit Sitz in Erbach um die Koordination der für die Region zur Verfügung stehenden Fördermittel.

Antragsteller für die Leader-Mittel zur Förderung des ländlichen Raums (aus EU-Töpfen) können laut Krings bei der IGO vorstellig werden, wenn sie entweder aus dem Odenwaldkreis oder den sechs angeschlossenen Odenwald-Kommunen des Kreises Bergstraße kommen. Abtsteinach, Hirschhorn und Neckarsteinach sind allerdings außen vor, weil die Gemeinden kein IGO-Mitglied sind.

Anders sieht es mit dem neu aufgelegten Regionalbudget aus, das generell für den ländlichen Raum gedacht ist. Hier gibt es maximal 20.000 Euro bei einer Förderquote von 80 Prozent des Brutto. Davon profitierten in diesem Jahr Vereine etwa bei der Erneuerung von technischen Anlagen, Küchenzeilen oder Flutlichtmasten, aber auch eine Streuobstinitiative bei der Anschaffung eines Hochgrasmähers. Ende des Jahres rechnet Krings mit einem neuen Aufruf fürs kommende Jahr.

Außerdem gibt es der Regionalmanagerin zufolge ein Förderprogramm des Landes für „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“. Handwerk, Dienstleistung, Kultur, Gesundheit oder Mobilität lauten unter anderem die Bereiche. Die IGO erläutert dazu die grundlegenden Voraussetzungen. Eine davon ist die Bestätigung des jeweiligen Bürgermeisters, „dass der Betrieb wichtig und förderwürdig ist“. Auch ist die Konzentration auf regionale Umfeld ein Kriterium.

Hauptteil der IGO-Arbeit ist allerdings die Bearbeitung der Leader-Anträge. Die gehen überwiegend von den Kommunen ein, weil Private zum einen „nur“ eine Förderung von 35 Prozent bekommen, zum anderen der aufwändige Papierkram und die vielen Nachweise eine Hemmschwelle darstellen. Da die Gemeinden eine höhere Fördersumme ab 55 bis 60 Prozent aufwärts bewilligt bekommen, „laufen Projekte auch als Kooperation“, schildert Krings.

Abgeschlossen ist die Spielgolfanlage in Wahlen, wo die Gemeinde Grasellenbach kräftig mitwirkte und so die entsprechenden Mittel akquirierte. Zuvor gab es bereits Gelder für die dortige Radlerinfostation und Grillanlage. Beim Neubau des Berberaffengeheges im Bergtierpark Erlenbach firmierte die Gemeinde Fürth als Antragsteller.

Skate- und BMX-Anlage am Jugendzentrum Lautertalhalle und Streetworkout-Park Rimbach führt die 33-Jährige als weitere Beispiele auf. Manchmal tun es aber auch schon die 35 Prozent, wenn privaten Antragstellern „keine Riesensumme mehr fehlt“. So etwa die Odenwälder Direktvermarkter mit ihrem 30. Bauernmarkt im Oktober, der geplante Hangar des Aero-Clubs Michelstadt oder das Festival Circle of Leaves.

Die Fördersummen sind gedeckelt, informiert Rekha Krings. Bei privaten Antragstellern belaufen sie sich auf 45.000 Euro, bei Kommunen ist es abhängig je nach Anlass. „Die größte Geschichte“ war ihren Worten nach der Infopunkt auf Burg Lindenfels mit 200.000 Euro. Die Odenwald-Marketingkampagne wurde mit 100.000 Euro gefördert.

Ob nun 5000 oder 50.000: „Das Projekt muss sich im regionalen Entwicklungskonzept wiederfinden“, erläutert sie. In dem gibt es vier Handlungsfelder: Wirtschaft, Tourismus, Kommunalentwicklung und Klimaschutz, die wiederum noch einmal untergliedert sind. Wenn das Vorhaben reinpasst und sich dazu noch auf regionaler, Odenwald-Ebene bewegt, lohnt sich die nähere Betrachtung und die Kontaktaufnahme.

„Projektplan, Skizzen und Finanzierung sollten vorliegen“, betont die Regionalmanagerin. Damit lässt sich dann bei der IGO vorsprechen. Grundsätzlich rät sie: „Lieber einmal zu viel fragen.“ Es gibt ein jährliches Budget, „das noch nicht ausgeschöpft ist“. Allerdings gilt bei der Bewerbungsfrist 19. August: „Besser nicht kurz vor knapp kommen.“ Denn sollte es mehr Projekte als Mittel geben, wird nach Priorisierung vorgegangen.

Der Verein Interessengemeinschaft Odenwald (IGO), gegründet im Februar 1952 auf Initiative von Heinrich Georg Ritzel, ist Träger der Regionalentwicklung im Odenwald und mit seinen langjährigen Erfahrungen ein wesentlicher Motor für die integrierte Entwicklung in Südhessen. Sein Hauptanliegen war und ist es, nachhaltige Impulse zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung zu setzen und insbesondere Projekte zu unterstützen, die neue Arbeitsplätze in der Region schaffen. Seit 2002 begleitet die IGO die Regionalentwicklung in der LEADER-Region Odenwald als sogenannte Lokale Aktionsgruppe. Sie betreut Antragsteller bei diesem europäischen Regionalförderprogramm nicht nur aus dem Odenwaldkreis, sondern auch aus den Odenwald-Kommunen des Kreises Bergstraße mit Rimbach, Lindenfels, Lautertal, Fürth, Mörlenbach, Wald-Michelbach und Grasellenbach und dem angrenzenden Landkreis Darmstadt-Dieburg. Vorsitzender ist Odenwaldkreis-Landrat Frank Matiaske.

Kontakt: Interessengemeinschaft Odenwald, Marktplatz 3, 64711 Erbach, Telefon 06062/9433-84, www.region-odenwald.de

Heimatgeschichte vor dem Vergessen bewahren

Ein Stück fast vergessene Heimatgeschichte aus dem Überwald gibt es jetzt Schwarz auf Weiß zu erwerben. Der Wald-Michelbacher Heimatforscher Hans-Günther Morr hat in jahrelanger Kleinarbeit Details der Segelflugschule in Gras-Ellenbach zwischen 1938 und 1945 zusammengetragen. Mit Unterstützung der Gemeinde, wo er mit Bürgermeister Markus Röth einen tatkräftigen Unterstützer fand, wurden die Rechercheergebnisse nun zu einer 43-seitigen Broschüre gebunden, die die Augen lokalgeschichtlicher Interessierter sicherlich glänzen lässt.

„Selbst ältere Mitbürger können sich nur noch dunkel erinnern, dass einmal im oberen Ulfenbachtal ein reger Segelflugbetrieb herrschte“, schreibt Morr in seinem Vorwort. Es war ihm ein Anliegen, dieses Kapital Heimatgeschichte aufzuarbeiten, „bevor es gänzlich in Vergessenheit gerät“. Denn Unterlagen waren so gut wie keine zu finden. Leider, bedauerte er, leben auch die früheren Flugschüler allesamt nicht mehr – der letzte aus der alten Garde starb vor zwei Wochen.

„Leider hatte ich nicht die Zeit, mich selbst damit zu beschäftigen“, sagte der lokalgeschichtlich interessierte Bürgermeister bei der Vorstellung des Büchleins. Die Flugschule, so Röth, hatte ihren Hangar am Dachsberg „auf einem berühmten Areal“: nämlich dem des späteren Sägewerks Monnheimer, das es dort ab 1955 gab und für dessen Zwecke die Halle umgewidmet wurde. Sie brannte 2015 beim ersten großen Feuer ab.

Die ersten Nachforschungen stellte Morr bereits vor weit mehr als 25 Jahren an. Presseveröffentlichungen führten im Jahr 2000 zum Zusammentreffen der ehemaligen Segelflugschüler aus allen Ecken und Enden des Odenwald und der Bergstraße, was ein Bild aus der Odenwälder Zeitung belegt. Es gab im Nachklapp noch einige Rückmeldungen von ehemaligen Teilnehmern. Vor eineinhalb Jahren kam der Hobby-Historiker dann auf Röth zu, um das Ergebnis der Nachforschungen gebunden zu veröffentlichen. Und traf auf offene Ohren.

Natürlich war dem Bürgermeister der Spagat bewusst, Ereignisse aus den Jahren 1938 bis 1945 aufzuarbeiten, ohne dabei gleichzeitig der damaligen Willkürherrschaft Raum zu geben. Denn eine Segelflugschule diente „im Gesamtkontext des Regimes ohne Zweifel militärischen Zwecken“. Weshalb beide auch im Büchlein auch die „Distanzierung von der NS-Ideologie“ deutlich hervorheben.

„Wir wollten aber unabhängig vom Zeitraum die Historie beleuchten“, betonte Röth. Es war ihm wichtig, diesen Teilaspekt aus vergangenen Gras-Ellenbacher Tagen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Wir neigen dazu, Vergangenes schnell zu vergessen, ohne zu wissen, dass die Gegenwart ein Produkt des Vergangenen ist“, sagte er. Aus der historischen Aufarbeitung lasse sich auch die Zukunft besser erklären.

Morr hat auch noch einen ganz persönlichen Bezug zu den Segelfliegern im Norden des Überwalds. 1943/44 fuhr er als kleiner Bub mit der Bahn von Wald-Michelbach nach Wahlen und lief zu Fuß nach Gras-Ellenbach, um dort die Flugaktivitäten anzuschauen. „Ich wollte später auch irgendwann mal bei denen mitmachen“, erinnert er sich. Aber mit Kriegsende ging die Geschichte der Flugschule schnell und unrühmlich zu Ende. Sie wurde aufgegeben und dann von der Bevölkerung „ausgeschlachtet“.

In späteren Jahren ging Morr in diesem Bereich oft spazieren, traf dabei irgendwann einmal den früheren Wassermeister der Gemeinde, Fritz Kessler. Man saß auf der Bank, tauschte sich aus, und dann förderte Kessler ein Bild zutage, das jetzt auf der Titelseite des Büchleins zu finden ist: einen Segelgleiter SG 38 beim Flug über die Landesstraße L 3105 im Herbst 1942.

Von Kessler bekam der Autor auch den Tipp, Käthe Wilberg, geborene Bauer, anzusprechen, die damals „für die Buwe kochte“. Morr war angefixt, rief auf dem Rathaus an, bekam den Tipp, dass die Betreffende inzwischen in Hammelbach verheiratet war, ließ sich auch vom abweisenden Ehemann an der Haustür nicht abhalten, lief ums Haus herum und traf dort, es muss Anfang der 90er Jahre gewesen sein, auf Käthe Wilberg. Deren Enkelin war es nun, die die Broschüre druckte. So schließt sich der Kreis.

„Sie hatte eine Album mit alten Bildern, die ich verwenden durfte“, freut sich Morr im Rückblick. „Endlose Stunden“ saßen die beiden im Vorgarten zusammen, der Wald-Michelbacher notierte eifrig mit. Die Fotos ließ er sich im prädigitalen Zeitalter beim Fotostudio Bucher reproduzieren. Mit dem Wissen einiger anderer Zeitzeugen entstand das Büchlein. Viel Zeit verbrachte Morr auch mit Heinz Monnheimer, der ebenfalls einige Aufnahmen beisteuerte. „Ich bin stolz und glücklich, dass es jetzt mit dem Büchlein geklappt hat“, meint er abschließend.

Info: Das Büchlein „Segelflugschule in Gras-Ellenbach, Geschichte in Text und Bilder einer Epoche von 1938 bis 1945“, ist zum Selbstkostenpreis von fünf Euro erhältlich auf den Rathäusern von Hammelbach und Wald-Michelbach sowie in der Kurverwaltung Gras-Ellenbach (Nibelungenhalle).

Kinder tollen auf dem Spielplatz herum

Fröhlich tollen die Kinder auf dem Gelände herum. Wippe, Rutsche, Schaukel und Kletterturm werden in Beschlag genommen. Das verdeutlicht am besten, dass die Anlage des Spielplatzes im Kurpark eine feine Sache und tolle Idee war. Deshalb freuten sich die Organisatoren von der IG „Aktives Gras-Ellenbach“ und des Kneipp-, Kur- und Verkehrsvereins (KKVV) als Unterstützer umso mehr über die Realisierung nach etwa eineinhalb Jahren Vorlaufzeit.

Die Idee entstand Anfang 2018, erläuterte Christoph Dörsam, der bei der IG zusammen mit Andre Arnold in vorderster Front tätig war. „In Gras-Ellenbach gibt es nicht so viele Spielplätze“, stellten die jungen Väter „am eigenen Leib“ fest. „In unserer Generation haben jetzt viele Kinder“, sagte Dörsam. Deshalb war es naheliegend, für die eine Gelegenheit zum Herumtollen zu schaffen.

Da die Gemeinde bekanntermaßen nicht übermäßig mit finanziellen Mitteln gesegnet ist, „versuchten wir das Projekt selbst aufzuziehen“. Mit großem Erfolg. Ortsbürger wurden angesprochen, Gemeindevertreter, Firmen, der KKVV ins Boot geholt, was dann auch eine Erweiterung zum Generationspark, zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt, bedeutete.

In der Gemeindevertretung stieß man auf offene Ohren, erinnerte sich Dörsam. Das Budget ist zwar beschränkt, „aber natürlich unterstützen wir euch und machen was locker“, bekamen die Macher signalisiert. Deren Favorit für den Spielplatz war schon immer der Kurpark. Allerdings wollte man zuerst die Bevölkerung beteiligen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wurde, denn der Buchackerweg und der Parkplatz Nibelungenhalle standen ebenfalls zur Diskussion.

Dass es dann der präferierte Platz wurde, stieß allgemein auf viel Zustimmung. Denn der Kurpark erfährt dadurch neue Belebung, freuten sich alle Redner an diesem Tag. Die IG ging im Vorfeld der Einweihung her, schnitt die Hecken, mähte ab, richtete alles her, sodass der „idyllische Platz mit viel Schatten, weg von der Straße“, in neuem Glanz erstrahlt.

Die Spendenakquise verlief sehr erfolgreich, zeigte sich Dörsam den Unterstützern gegenüber dankbar. Mit Hilfe von Bürgermeister Markus Röth wurde ein Konzept er- und potenziellen Geldgebern vorgestellt. Das muss wohl Eindruck gemacht haben, denn neben zwei Großspenden von zusammen 10.000 Euro trudelten auch zahlreiche kleinere in derselben Höhe ein.

Neben ortsansässigen Betrieben machten ebenso die Bürger viel Geld locker. „Wir waren von der Resonanz sehr positiv überrascht“, betonte Dörsam. Die evangelische Kirchengemeinde Hammelbach ließ – als Beispiel – zwei Mal den Klingenbeutel für den Spielplatz rumgehen. Denn, so sagte Pfarrer Stefan Ningel, es handelt sich um eine vorbildliche Aktion für die Gemeinschaft.

Der gemeindliche Bauhof packte schließlich an, als es um die Aufstellung und Montage der Geräte ging. Helfer aus der IG spuckten aber ebenfalls in die Hände. „Wir sehen es als lebendes Projekt“, erzählte Dörsam. Die Aktiven sind auf dem Weg, „aber noch nicht am Ende der Reise“. Weitere Spiel-, aber auch Sportgeräte sollen noch hinzukommen. Deshalb ist zusätzliche Unterstützung, ob jetzt finanziell oder durch „Manpower“, mit Tatkraft und Ideen immer gern gesehen.

Dörsam zeigte sich „top zufrieden“ und lobte den „super Platz“, auf dem diese schöne Nutzung möglich sei. Nestschaukel, Karussell oder Sandkasten finden sich dort ebenso wie Kletterturm, Rutsche oder Wippe. Zur Einweihung gab’s an diesem Tage einen Menschenkicker als Extra obendrauf. Dazu kommen Fitnessgeräte wie Reck oder Crosstrainer – und die Sonnenliege für danach. Nicht zu vergessende die bestehende Kneipp-Anlage.

Alle Geräte wurden ständig belagert, was Christoph Dörsam von einer „sehr guten Resonanz“ seitens der Bevölkerung sprechen ließ. Auch das Feedback war sehr positiv. Das zeigte dem harten Kern der IG-Helfer von etwa zehn Personen, dass die viele Arbeit gut investiert war. Zusätzlich gab es „überragende Unterstützung“ durch die Ortsvereine.

Für die Gemeinde, die aus ihren Mitteln 20.000 Euro beisteuerte, freute sich Bürgermeister Röth über die Fertigstellung. KKVV-Vorsitzender Gerald Kessler wies auf die Aufwertung des Kurparks hin. Durch den Spielplatz erfahre das Prädikat des Ortes als Kneipp-Heilbad weitere Unterstützung. Für die zusätzlich vorgesehenen Geräte sind bereits Anträge gestellt, informierte er. Denn eine Erweiterung am Weg Richtung Strieth ist angedacht