Straßenmeisterei Beerfelden sorgt im Winter für befahrbare Straßen im Überwald sorgen

„Immer um den Buß- und Bettag herum zieht es an“, weiß Harald Körner aus jahrelanger Erfahrung. Der Chef der Straßenmeisterei Beerfelden hatte Recht, denn genau zu diesem Zeitpunkt gingen die Temperaturen in den Keller, um jetzt wieder frühlingshaft zu sein. Pünktlich zur Vorstellung der Winterdienst-Vorbereitungen im Odenwald durch die Straßenbaubehörde Hessen Mobil hatte es außerdem in der Nacht knackigen Frost gegeben, der bereits den ersten größeren Einsatz der Räum- und Streuflotte notwendig machte. 175 Kilo Salz kamen dabei auf die Straßen. Davon ist aktuell weit und breit keine Spur mehr.

Welche Vorbereitungen bisher getroffen wurden, erläuterten jetzt die Verantwortlichen. Jochen Vogel, Pressesprecher von Hessen Mobil in Heppenheim, skizzierte das Prozedere auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Odenwald. Ein harter Winter ist nicht unbedingt einer, in dem es viel schneit, sagen die Fachleute. Sondern einer „mit wechselhaftem Wetter“, tagsüber mit Plus-Temperaturen, nachts mit Frost. Denn dann muss quasi nonstop gestreut werden. Da eine Tonne Salz 70 Euro kostet, geht dies dann kräftig ins Geld.

Das Streckennetz ist in verschiedene Routen aufgeteilt, wobei Schulen, Bahnhöfe, Höhenlage, stark befahrene Straßen und der ÖPNV Priorität genießen, sagt er. Sollte es mal dicke kommen und heftig schneien, gibt es laut Körner auch die Möglichkeit, in Wald-Michelbach mit zwei Fahrzeugen auszurücken. Ein Mitarbeiter stammt aus Reichelsheim und fährt jeden Tag über die Wegscheide. „Wenn der das Salz im Überwald einlädt, kann er bei Bedarf gleich das Ulfenbachtal runterfahren“, so der Chef der Straßenmeisterei in Beerfelden.

Von Wald-Michelbach aus „sind wir schnell auf der Kreidacher Höhe“, ist ein neuralgischer Punkt in Reichweite. Wobei man inzwischen sowieso kaum noch Straßen aussparen könne. „Da liegen oft Busverkehre drauf“, verdeutlicht Körner. Ein Problem stellen für den Räumdienst eher die Baustellen dar, die teilweise bis in den Winter rein unterhalten werden. Aktuell wird etwa noch auf der Straße zwischen Unter-Abtsteinach und Trösel gebaut. Wenn für die großen Fahrzeuge kein Durchkommen mehr ist, hilft dann die Absprache mit der Gemeinde weiter, ob diese vielleicht einen Teil übernimmt.

Die Verantwortlichen appellierten an die „Teamarbeit“ von Räumdienst und Autofahrern bei winterlichen Straßenverhältnissen. Zum einen sei Vorsicht in Waldgebieten geboten, weil das Salz Tiere an den Straßenrand ziehe. Zum anderen solle immer eine Fahrgasse für die mit vier Meter überbreiten und mit 23 Tonnen ganz schön schweren Räumfahrzeuge freigelassen werden. In engen Ortsdurchfahrten dürfe die Straße nicht zugeparkt werden.

Auf Autobahnen nonstop und auf den anderen Straßen von 6 bis 22 Uhr: So stellt sich der Schichtdienst in den Straßenmeistereien dar. Wobei um 6 Uhr die Strecken schon frei sein sollten. Deshalb beginnt der Dienst bereits im 1.30 Uhr nachts mit den Vorbereitungen. Dann wird per Computer die Lage auf den Straßen überprüft. „Winterdienst ist das ganze Jahr ein Thema“, verdeutlichte Vogel. Im Frühjahr gibt es Reparaturen, Ausschreibungen und Neuanschaffungen, im Sommer wird das Salz bezogen, im Herbst werden die Dienstpläne für die kalte Jahreszeit gemacht.

Neben dem Rückgriff auf die Wetterdienste helfen auch die jahrzehntelangen Erfahrungen der Hessen-Mobil-Leute, um zu wissen, wo es glatt werden kann. Ist Schnee gemeldet, „wird die Rufbereitschaft ausgelöst“, so der Pressesprecher. Jeder Fahrer hat eine vorgegebene Route, die etwa drei bis vier Stunden dauert.

Verwendet wird dabei eine Mischung aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Lauge, die in der Straßenmeisterei hergestellt wird. Das Ganze nennt sich Feuchtsalz FS 30. „Dann haftet das besser auf dem Asphalt“, weiß Körner. Es wird nicht so schnell verweht, setzt den Auftauprozess schneller in Gang und hält die Straßen länger eisfrei. Außerdem spart man am Rohmaterial. Sollten die 3300 im Odenwaldkreis gelagerten Tonnen Salz doch mal knapp werden, „füllen wir die Hallen unverzüglich wieder auf“, versicherte er.

Die Straßenmeisterei Beerfelden betreut 215 Straßenkilometer im südlichen Odenwaldkreis, dazu im benachbarten Kreis Bergstraße das hessische Neckartal und den Überwald rund um Wald-Michelbach, Abtsteinach und Grasellenbach bis hin nach Birkenau (alte B38) und Gorxheimertal bis zur Stadtgrenze Weinheim. Auf der B460 wird bis nach bis nach Fürth-Krumbach gefahren. Insgesamt sind dies noch einmal etwa 100 Straßenkilometer. In Oberzent lagern etwa 1000 Tonnen Salz. In Beerfelden sind sieben Schneeräumer im Einsatz, davon fünf eigene, die im Drei-Schicht-Betrieb von 18 Mitarbeitern gefahren werden. Weitere kleinere Salzlager gibt es in Hirschhorn und Wald-Michelbach. Insgesamt hält Hessen Mobil im Odenwaldkreis 3300 Tonnen Salz vor, was für einen durchschnittlichen Winter ausreicht. Sollte es einmal den ganzen Tag heftig durchschneien, werden pro Tag etwa 150 Tonnen benötigt.

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Kunsthandwerk wird vom Verein Imasgo für den guten Zweck verkauft

Die Advents- und Weihnachtsmärkte können kommen. Der Verein Imasgo aus Birkenau, bei dem auch die Hammelbacherin Martine Rüdinger mitwirkt, wird an einigen Veranstaltungen mitwirken und hat zu diesen Zwecken sein Sortiment aufgestockt. Knapp drei Wochen war Rüdinger vor kurzem in Burkina Faso, um etliche kunsthandwerkliche Objekte mitzunehmen, sich aber auch gleichzeitig über den Fortgang der über die deutsche Hilfe angestoßenen Arbeiten am dortigen Schulzentrum zu informieren. Freudiger Anlass: Ihr Patenkind heiratete.

Zum Einkauf besuchte Martine Rüdinger die große Kunsthandwerkermesse für Westafrika in der Hauptstadt Ouagadougou. „Dort gab es Aussteller aus Marokko, Tunesien, Benin, Mauretanien, Senegal oder Ghana“, schildert sie die Vielfalt des alle zwei Jahre stattfindenden Marktes. Mit über 100 Standbetreibern ist die Veranstaltung „sehr bedeutend für die Gegend“. Das belegen die kilometerlangen Besucher-Schlangen.

Die Palette ist überaus vielfältig: Kleidung, Tücher, Handtaschen, Lederarbeiten, Kosmetik etwa aus Kokosnussprodukten, aber auch Schokolade von der Elfenbeinküste sind zu finden. „Das ist mutig bei 40 Grad“, schmunzelt Rüdinger über die letztgenannte Geschäftsidee. Schmuck, Möbel und Bronzearbeiten rundeten das reichhaltige Sortiment auf der Messe ab. Durch den Kontakt zu den örtlichen Kunsthandwerkern war es der Überwälderin möglich, die Warteschlange vor dem Eingang zu umgehen und so in aller Ruhe zu „shoppen“.

Der Scarabee-Stuhl von Moogoo, hergestellt aus einem alten Ölfass, erhielt sogar schon einen Designer-Preis, hebt sie hervor. Der passt natürlich nicht in einen 46-Kilo-Überseekoffer, sondern kam mit einem Container nach Deutschland. Jedes Jahr, erläutert die Helferin, wird ein solcher 50-Kubikmeter-Koloss von Burkina Faso hierher verschifft. Für seinen Inhalt tun sich verschiedene Hilfsorganisationen zusammen, die die jeweiligen Waren dann in Frankfurt abholen.

Weihnachtsdeko, Grußkarten aus Recyclingmaterial, handgewebte Tücher mit Indigo, Batik- und Patchwork-Tischecken oder Tierfiguren aus Stoff und Holz hat sie in ihren Koffer gepackt. Dazu kamen bemalte Kalebassen, die aus einer Kürbisart hergestellt werden. Der Erlös fließt in vollem Umfang in das geplante Ausbildungszentrum in Imasgo, erläutert Rüdinger. Junge Menschen sollen dort in handwerklichen Berufe unterrichtet werden, egal ob diese jetzt einen technischen oder künstlerischen Hintergrund haben.

Der Verein hat schon einen Bronze-Fachmann an der Hand, der die Jugendlichen ausbilden würde. Auch ein Elektriker wird sein Wissen weitergeben. Hier geht es vor allem um die Nutzung der Solarenergie. „Das soll jetzt beginnen“, freut sie sich. In der Schule soll demnächst der Informatik-Unterricht starten, nachdem ein paar Laptops organisiert wurden. In Planung ist daneben auf dem Schulgelände ein kleines Gästehaus. So soll es möglich werden, kleinere Besuchergruppen dort unterzubringen und auf diese Weise zu sanften Tourismus zu fördern.

Neben dem rein Organisatorischen gab es aber einen freudigen Anlass für die Reise: Rüdingers Patenkind Orokia heiratete. Die muslimisch-afrikanische Zeremonie dauerte eine Woche, „aber ich war nur drei Tage dabei“, lacht sie. Die Hammelbacherin zeigte sich angetan von dem großen Spektakel. Ihr jetziger Mann „wollte Orokia bereits vor fünf Jahren heiraten“, erzählt sie. Aber seine Eltern wollten nicht. Jetzt klappte es doch. Rüdinger ist beindruckt von der jungen Frau, die vor fünf Jahren kaum lesen konnte, aber heute schon in der Grundschule als Lehrerin assistiert.

Das Schulzentrum im Imasgo „läuft toll“, ist ihr Eindruck vom jetzigen Aufenthalt. Da Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird, entstand sogar die Brieffreundschaft mit einer Klasse aus Haigerloch. Das im Februar eingeweihte Gymnasium und die Realschule zählen inzwischen 570 Schüler, die räumlich beengte Grundschule nur 270. Die Nachfrage ist groß, sagt sie, „aber leider können aufgrund des fehlenden Platzes nicht mehr Kinder aufgenommen werden“. Die Schule ist so gut ausgestattet, „dass alle kommen wollen“. Das sorgte am Gymnasium sogar schon dafür, dass es eine fünfte Klasse mit 93 Schülern gab.

Seit 25 Jahren wirkt der Birkenauer Verein schon in der westafrikanischen Stadt – und die Erfolge der Arbeit werden immer offensichtlicher. Den Ehrenamtlichen geht es in erster Linie darum, die Lebensumstände der Menschen so zu gestalten, dass sie sich ein eigenständiges Leben aufbauen können und einen Beruf finden, von dem sie wiederum leben können.

Der Ort mit seinen 22400 Einwohnern ist in der Mehrheit muslimisch besiedelt, erläutert Rüdinger. Christen haben einen Anteil von 30 bis 40 Prozent an der Bevölkerung. „Gefeiert wird aber zusammen“, betont die Hammelbacherin. Auf die Schule gehen Kinder aller Konfessionen. Sie sieht sowieso das Klima zwischen den Religionen als sehr entspannt an.

Imasgo-Termine: Freitag, 30. November, bis Sonntag 2. Dezember, Stand beim Adventsmarkt der Winzergenossenschaft Heppenheim, Öffnungszeiten Freitag, 17 bis 22 Uhr, Samstag, 14 bis 21 Uhr, Sonntag, 11 bis 18 Uhr; Sonntag, 2. Dezember, Nikolausmarkt Birkenau; Samstag, 8., und Sonntag, 9. Dezember, Weihnachtsmarkt Wald-Michelbach; an diesem Wochenende ebenfalls Weihnachtsmarkt in Bürstadt, Samstag 15 bis 22 Uhr, Sonntag 15 bis 20 Uhr. Mehr unter http://www.imasgo.de

Der Odenwald als kulinarischer Geheimtipp

Frankfurt, Köln oder Berlin kennen sie alle. Aber den Odenwald? „Da war ich noch nie, obwohl ich oft die A5 nach Süden fahre“, meint Journalist Carsten Grubach, der für 13 dänische Zeitungen schreibt und dort das „kulinarische“ Segment bedient. Wie ihm geht es auch den argentinischen Kollegen aus Buenos Aires oder der Norwegerin in der Truppe. Sie waren auf Einladung der Deutschen Zentrale für Tourismus auf Studienreise zum Thema „Kulinarik“ in Deutschland. Die Hessenagentur baute das Weingut Rothweiler in Auerbach und die Odenwälder Feinen Brände in Litzelbach mit in die Tour ein.

„Ich will meinen Lesern zeigen, dass es etwas anderes gibt als nur die Strecke entlang der Autobahn“, verdeutlicht Grubach seine Zielrichtung. Essen und Trinken ist seiner Beobachtung nach „hier viel billiger als in Dänemark“. Ihm geht es darum, „etwas Neues zu entdecken“. Und das lässt sich nicht in Frankfurt tun, sondern abseits der üblichen Routen. Viele dänische Rentner „machen fünf oder sechs Mal im Jahr Urlaub“, weiß er.

Als Reiseziel ist der Odenwald seinen Worten nach optimal. „Die Restaurants haben sehr gute Speisekarten mit ungewöhnlichen Spezialitäten“, beobachtete er. „Jeder weiß, was es in New York gibt“, aber die Bergstraße ist nur wenige hundert Kilometer weiter nördlich im Nachbarland unbekannt. Jedoch ist die Region optimal fürs Wandern oder Fahrrad fahren und zum Abschalten, so Grubach. Die Schnäpse und Liköre in der Brennerei von Monica und Johannes Gehrig „sind was Einmaliges“. So etwas hatte er zuvor noch nie probiert.

Emilio Jurado Naón kannte Deutschland bisher nur aus einem einwöchigen Berlin-Aufenthalt. Die Busfahrt von Bensheim aus über die Odenwald-Hügel in den Überwald empfand er als herrlich. Die Landschaft „entspricht in etwa meinen Vorstellungen, die ich vom ländlichen Deutschland hatte“, sagt der Argentinier. Sein Heimatland kennt verschiedene Liköre als regionale Produkte, „aber Schnaps ist nicht so populär, teilweise sogar unbekannt“.

Es war für ihn etwas Neues, neben Aachen, Köln oder Frankfurt auch Bekanntschaft mit den südhessischen Besonderheiten aus Küche und Keller zu machen. Aus der von deutschen Auswanderern besiedelten Provinz Cordóba kennt Jurado Naón zwar die ähnlich hergestellten Liköre, aber nicht die hochprozentigeren Getränke.

„Die sind schon sehr stark“, lächelt er und blickt zu einem 40-prozentigen Obstbrand. Der ist was ganz Besonderes: Denn die hierfür verwendeten Roten-Boskoop-Äpfel werden nach dem Mondkalender geerntet. Seinen Lesern, die als Touristen nach Deutschland kommen, will der Argentinier empfehlen, den Blick über die Großstädte hinaus zu richten und im Hinterland das „richtige deutsche Leben“ kennenzulernen.

Die Norwegerin Tjodunn Dyrnes bedauert es, „leider oft nur auf der Autobahn durchzufahren“. Deshalb ist ihr der Odenwald auch unbekannt. In einer Brennerei war sie sowieso noch nicht. „Pretty amazing“, ziemlich erstaunlich, meint sie denn auch über die Geschichte dahinter, wie Schnäpse und Liköre entstehen. Denn die erklärt Johannes Gehrig im Anschluss noch direkt vor dem Kessel.

Der Odenwald ist für die Osloerin eine ganz klare Empfehlung, die sie ihren Lesern auf den Weg geben will. Die sollen abseits der Durchgangsstraßen einen Abstecher 20 oder 30 Kilometer in die Hügellandschaft machen, um sich an den dortigen kulinarischen Spezialitäten zu erfreuen, von denen sie sich überzeugen konnte. Das Brennerehepaar zeigte sich von den wissbegierigen Gästen begeistert. „Die haben sehr interessierte Nachfragen gestellt“, freute sich Johannes Gehrig. Eine lautete, welches denn sein Favorit in der großen gebrannten Vielfalt ist. „Ich trinke lieber ein Bier“, meinte er nur trocken. Kein Wunder, wenn man tagein, tagaus seine eigenen Brände probieren muss….

Bei der Neuorganisation der Holzvermarktung für die Kommunen gibt es noch einige Unsicherh

Im Wald herrscht Unruhe. Die Vorgabe des Landes, dass die eigene Behörde Hessen Forst das Holz von Kommunen mit mehr als 100 Hektar Waldbesitz nicht mehr vermarkten darf, führte zu hektischen Aktivitäten, um eine neue Organisation zu gründen (wir berichteten). Beim Forstamt Beerfelden, das neben der Stadt Oberzent auch die beiden hessischen Neckarstädte Hirschhorn und Neckarsteinach sowie die drei Überwald-Kommunen betreut, ist man mit der Situation überhaupt nicht glücklich, machte Forstamts-Direktor Norbert Sasse bei der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG) deutlich.

Die Neustrukturierung war laut Sasse seit mehr als einem Jahr Thema. Nachdem aber das Kartellrechtsurteil gegen das Land Baden-Württemberg vom Bundesgerichtshof im Juni aufgehoben worden war, dachte er, „da wird sich doch nichts tun“. Pustekuchen. Obwohl es das benachbarte Bundesland war, reagierte Hessen im vorauseilenden Gehorsam. Grund ist wohl die Angst vor Schadenersatzforderungen. „Deshalb soll das Kartell aufgegeben werden.“

Das Problem dabei: „Wir wissen bis heute nicht, wie das aussehen soll“, monierte der Forstamtschef. Es gebe nur ein an die Kommunen adressiertes Schreiben vom Juli. Weitere Konkretisierungen: Fehlanzeige. Wenn der Kommunalwaldanteil in bestimmten Forstämtern mehr als 25 Prozent beträgt, müssen die in Zukunft ihr Holz selbst vermarkten, sollte der Waldbestand größer als 100 Hektar sein, erläuterte er. „Das betrifft ganz Südhessen.“

Der Privatwald ist davon nicht betroffen, sagte Sasse. Hier könnten alle Waldeigentümer weiterhin ihr Holz über Hessen Forst verkaufen lassen, das ja sowieso (auch für die Gemeinden) nach wie vor die Beförsterung übernimmt. Mitglieder der FBG mit weniger als 100 Hektar können dies ebenfalls in Anspruch nehmen. Sasse geht im Bereich des Forstamtsbereich Beerfelden davon aus, dass es eine Ausnahme für denjenigen gibt, der darüber liegt. Denn allein auf sich gestellt würde es keinen Sinn machen.

Der Forstamtdirektor wies darauf hin, dass es die Möglichkeit einer Förderung gibt, wenn die Gemeinden ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich also in Form eines Zweckverbands oder Anstalt öffentlichen Rechts zusammenschließen. 200.000 Euro im hiesigen Fall. Entsprechende Bestrebungen gibt es derzeit von den sechs Kommunen im Bereich des Forstamts Beerfelden, wo man aber über den Überwald hinaus bis ins Weschnitztal denkt. Grund: Ähnliche Waldstrukturen. Das Ried wiederum ist zu verschieden, um es mit aufzunehmen.

Eigentlich war Sasse der Meinung, „dass mit dem Urteil alles beerdigt ist“. Leider nahm die Sache stattdessen eher noch Fahrt auf. „Für uns ist das auch nicht schön“, betonte er. Da das Jahr inzwischen schon weit fortgeschritten ist, äußerte er seine Zweifel, ob die Änderungen überhaupt wie vorgesehen zum 1. Januar 2019 greifen werden. „Das wird immer unrealistischer.“

Der scheidende FBG-Vorsitzende Gottfried Görig ergänzte, dass man zwecks Vermarktung Kontakt mit der forstlichen Vereinigung Odenwald-Bauland aufgenommen habe. In dieser Genossenschaft seien unter den 33 Mitgliedern bereits Eberbach, Mosbach, Walldürn und Amorbach. „Für unsere Gemeinden wäre ein Beitritt machbar“, ergab sich aus Vorgesprächen. Die entsprechende Satzung für einen Zusammenschluss wird derzeit gerade vom Städte- und Gemeindebund geprüft.

Wald-Michelbachs Bürgermeister Dr. Sascha Weber, der ebenso wie sein Kollege Markus Röth aus Grasellenbach bei der Sitzung dabei war, betonte die Wichtigkeit, „dass sich die Kommunen einig sind und an einem Strand ziehen“. Die Waldbestände müssten von der Struktur her gut zusammenpassen. Derzeit liefen noch Gespräche mit Nachbargemeinden aus dem Bereich der Forstämter Lampertheim und Michelstadt, ob es dort auch Interesse gibt. „Wir haben in Oberzent und Wald-Michelbach eine stattliche Menge Wald (zusammen 4000 Hektar) und können den Weg vorschlagen“, so Görig.

Forstamts-Mitarbeiterin Gudrun Kranhold drückte im Sinne aller den Wunsch aus, dass die FBG als Gemeinschaft der Privat- und Kommunalwaldbesitzer weiter bestehen soll. Der neu gewählte Vorsitzende Ralf Kredel wollte dem Eindruck entgegentreten, dass sich die Gemeinden aus dem Vorstand zurückziehen. Es sei vor dem Hintergrund der Umstrukturierungen gewollt, dass der Vorsitz jetzt „in Privathand“ sei. Die Bürgermeister hätten weiterhin ihre Unterstützung zugesichert. Er äußerte seine Hoffnung, dass irgendwann das Gesetz wieder geändert werde und eine gemeinsame Vermarktung dann aufs Neue möglich sei.

Heimatbühne feiert in der Nibelungenhalle Premiere mit dem Theaterspiel „Schottische Erbschaft“

Das Ambiente für ein lustiges Theaterspiel um Geister und Liebe stimmt. Die „Schottische Erbschaft“ spielt – richtig – in einem alten schottischen Schloss, Hausgeist inklusive. Dazu noch ein paar raffgierige Verwandte, ein knorriger Gärtner und Highlander für alles, die empörte Geliebte und der trottelige Schwipp-Schwager: Dem Chaos auf der Bühne sind keine Grenzen gesetzt, wenn die Heimatbühne zur Premiere ihres neuen Stücks schreitet. Sicherlich hätten sich die Laienakteure aber ein paar mehr Zuschauer im „Schloss-Saal“ der Nibelungenhalle gewünscht.

Alles nimmt erst einmal gemächlich seinen Lauf. Eingeführt wird in die Rachegelüste des Schlossherrn, der es den Frauen seiner beiden verstorbenen Brüder heimzahlen will. „Fahrrad fahren und Lügen verlernt man nie“, philosophiert der. Denn die Damen hatten in früheren Jahren immer die Hand drauf, wenn es darum ging, den damals mittellosen Dichter zu unterstützen. Aber der ist jetzt zu viel Geld gekommen. Der perfide Plan: Schlossherr Geoffrey Dawson täuscht seinen Tod vor und spielt den eigenen Testamentsvollstrecker. Weil die Giftspritzen ihn sowieso noch nie gesehen haben, sollte das klappen. Denkt er.

Lothar Clade malt sich auf der Bühne genussvoll aus, wie er es den Erbschleicherinnen so richtig geben will und sich dabei noch live an deren Pein ergötzt. Erst einmal bricht jedoch Hektik aus, weil die beiden Raffzähne schneller an den Futternapf eilen als geplant. Bei deren Ankunft bellen auch noch ein paar Höllenhunde, der Sturm nimmt immer mehr zu, es gewittert, der Blitz schlägt ein, das Licht fällt aus, es gruselt. Vor dem Wetter? Eher nicht. Mehr vor Lady Cynthia und Magery Dawson. Emily Schuster und Elke Willutzki tun ihr Bestes, um die beiden Besen maximal unsympathisch zu machen.

Magery Dawson als Etepetete-Schwägerin, die den armen, etwas tumben, aber bauernschlauen McMumby runterbuttert, der nichts passt, die an allem etwas auszusetzen hat, schafft es gleich mit den ersten Worten, dass sie keiner mag. Auch der Bruder steht unter ihrem Pantoffel. „Schweig“ heißt es nicht nur einmal aus harten Lippen, wenn der aber auch wirklich laufend Unsinn redet. Harte Konkurrenz in dieser Liga der Unsympathischen bietet ihr die affektierte Lady Cynthia, der auch nur die Pfund-Zeichen aus den Augen glänzen.

Natürlich gönnt keine der anderen etwas. Fast zu erwarten: Die eine Schwester macht die andere schlecht, weiß natürlich um deren Defizite. „Erben ist leichter als verdienen“, meint Magery treffend. Lady Cynthia ist so geizig, „die schläft sogar zwei Mal in der Woche im Stehen, um das Bett zu schonen“, sagt die wohl übel meinende Schwester. Kaum ist die aber zur Tür rein, wird vordergründig geschleimt, was das Zeug hält.

Während sich die biestigen Frauen schon ausmalen, was alles ihnen gehören wird, hat Bruder Oswald nichts Besseres zu tun, als sich an „Sekretärin“ Sybill ranzumachen, eigentlich die Herzensdame des „Verstorbenen“. Ann-Marie Teichert wird nicht müde, sich seiner zu erwehren und die tatschenden Hände ein ums andere Mal abzustreifen.

Als die sechsköpfige Gesellschaft schließlich in dieser innigen Feindschaft verbunden ist, kommt es zum Höhepunkt im ersten Set: der Testamentsverlesung. Lothar Clade macht sich als Schlossherr einen Spaß daraus, die finanziell geprägte Zuneigung der ge- und verhassten Schwägerinnen in hohntriefenden Worten abzustrafen und sie mit der Wiese zu bedenken, damit beide dort in Ruhe alles abgrasen können. Denn die Ziegen tragen den Namen der beiden. Großer Aufschrei inklusive. Das Geld geht an die Geliebte, das Haus an den Gärtner. Was der Dichter vielleicht nicht bedacht hatte: Wer einmal Geld gerochen hat, den wird man nicht mehr so einfach los.

Deshalb dreht sich der Fortgang des Stücks natürlich darum, wie und mit welchen abstrusen Mitteln die beiden doch noch versuchen, an die vermeintliche Erbschaft zu kommen. Die erbschleichenden Tanten wollen nicht widerstandslos klein beigeben. Trotzdem erben die Erbenden nicht wie gedacht. Zu welchem Irrungen und Verwirrungen nebst chaotischen Zuständen im Schloss dies führt, breitet die Heimatbühne noch sechs Mal vor den geneigten Zuschauern in der Nibelungenhalle aus.

 

Darsteller/Mitwirkende: Mr. Geoffrey Dawson: Lothar Clade, Sybill Palmers, seine Sekretärin: Ann-Marie Teichert, McMumby, der Gärtner: Andreas Willutzki, Lady Cynthia Huntley: Emily Schuster, Magery Dawson, ihre Schwägerin: Elke Willutzki, Oswald, deren Bruder: Michael Bölcskei. Regie: Lothar Clade, Soffleuse: Helga Dörsam, Technik: Paula Jäger, Ausschank: Inge Böhm, Jürgen Arnold, Kasse: Helga Dörsam, Erich Arnold, Bühnenbild: Andreas Willutzki, Internet: Uli Dörsam

 

Info: „Schottische Erbschaft“, ein lustiges Theaterspiel um Geister und Liebe in drei Akten von Ludwig Bender, Textbearbeitung und Regie Lothar Clade. Weitere Termine: Samstag, 27. Oktober, 18 Uhr, Samstag, 3. November, Samstag, 10. November, Samstag, 17. November, Samstag, 24. November, Mittwoch, 26. Dezember, jeweils 20 Uhr Nibelungenhalle Gras-Ellenbach. Karten-Vorverkauf und telefonische Bestellung über Kurverwaltung Gras-Ellenbach, Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr, Montag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Telefon 06207/2554, oder unter http://www.heimatbuehne.net sowie an der Abendkasse.

Azurit-Veranstaltung: Achtsam sein und das eigene Tun hinterfragen

„Wir müssen achtsam sein und unser Tun hinterfragen“: Diese zentrale Botschaft „haben alle mitgenommen“, stellte Jutta König fest. Die Referentin aus Wiesbaden sprach auf Einladung der Azurit-Seniorenzentren Rothenberg, Kortelshütte und Gras-Ellenbach im Haus des Gastes vor Altenpflegeschülern, aber auch bewährten Pflegekräften. Die Fachfrau wird für Gutachten, Beratung und Seminare zum Thema Pflege bundesweit angefragt und ist daneben auch Sachverständige vor Gericht.

Die Einladung ging an die Azurit-Kooperationspartner, Altenpflegeschulen und Heidelberg, Mosbach, Erbach, Weinheim und Bensheim, aber auch die schon im Beruf Tätigen und die eigenen Mitarbeiter. Auf diese Weise zählte man 230 Teilnehmer, freute sich der Leiter der beiden Rothenberger Häuser, Jörg Wehrle, in seiner Begrüßung. „Halt vor Gewalt“ ist jedes Jahr Thema des Azurit-Aktionstages im Oktober, sagte er. Damit will die Gruppe für das Thema Gewalt in der Pflege sensibilisieren, verdeutlichte Wehrle.

„Wir möchten als Unternehmen die freiheitsentziehenden Maßnahmen auf null setzen“, erläuterte Wehrle die Motivation. Was bisher geschehe, „ist nicht immer im Sinne der Bewohner“. Den Menschen, betonte er, „steht Freiheit zu“. Er ist überzeugt: „Es geht auch ohne freiheitsentziehende Maßnahmen.“ Wenn es etwa bei einem Pflegebedürftigen den Gerichtsbeschluss gebe, dass die Seitenteile des Bettes hochgestellt werden sollen, „hinterfragen wir das und führen es in Absprache mit Ärzten und Angehörigen erst einmal nicht aus“. Ähnliches gelte für den Einsatz von Psychopharmaka.

Die Azurit-Häuser seien offene Einrichtungen, hob Wehrle hervor. Wenn die Bewohner beschäftigt seien, „dann sind sie auch ausgeglichen und laufen nicht weg“, ist der Heimleiter überzeugt. Deshalb sei es wichtig, sich intensiv um die Menschen zu kümmern. Es gibt einen „bindenden Verhaltenskodex zum Thema Halt vor Gewalt“ für die Beschäftigen in den 80 Einrichtungen der Gruppe, sagte er.

Jutta König, Gerichtssachverständige und Fachfrau auf den Gebieten Straf-, Zivil- und Sozialrecht, vermittelte den Teilnehmern zu Beginn eine Definition von Gewalt. „Das kann schon verbal beginnen“, betonte sie. Etwa durch Reglementieren, Bestimmen, Macht oder Druck ausüben. „Man muss eine eigene Haltung zu diesem Thema entwickeln“, forderte sie, „und die Pflegenden dafür sensibilisieren“.

Ihr ist jedoch auch klar, „dass man leider manchmal die Freiheit der Gepflegten beschränken muss“. König erläuterte für solche Fälle die rechtlichen Rahmenbedingungen, in welchen Fällen dies möglich ist. „Jede Auffälligkeit hat ihren Grund“, hob sie hervor. Deshalb müssten die Pflegekräfte „die Menschen in ihrem Verhalten verstehen“. Zu diesem Zweck sei die Kenntnis der Biografie wichtig. Es gehe darum, das Handeln nachvollziehen zu können. „Wir dürfen jemandem nicht sagen, er soll sitzen bleiben, wenn er unbedingt aufstehen will, sondern müssen ergründen, warum er das tun will“, fügte sie ein Beispiel an.

Laut ihrer Aussage hat das Thema Gewalt in der Pflege „nichts mit dem Personalmangel zu tun“. Wichtig sind laut König die Handelnden. „Es braucht nicht viele Pflegekräfte, sondern wenige mit Hirn“, brachte sie es auf den Punkt. Gute Pflege sei nicht „eine Frage der Quantität“. Die Referentin freute sich über die vielen interessierten Rückfragen aus dem Publikum. Ob Jung oder Alt: Alle müssen achtsam sein, gab König den Teilnehmern mit.

Eine Afterwork-Party mit DJ Steven Sun unter dem Motto „Gepflegt feiern im Odenwald“ schloss sich an. Cocktailbar und Grillbuffet waren nach dem langen Vortragsnachmittag zuerst stark belagert, ehe es dann zurück in die Halle ging. In der Pause hatten die Teilnehmer an der Challenge „1min.care“ mit dem Motto „Applaus für die Pflege“ teilgenommen.

Bei der Heimatbühne Gras-Ellenbach winkt die „schottische Erbschaft“

Die Proben laufen seit der Kerwe auf Hochtouren, erzählt Regisseur Lothar Clade. Kein Wunder, denn am 20. Oktober ist die Premiere des neuen Heimatbühnen-Stücks in der Nibelungenhalle. Dort ist inzwischen auch das Bühnenbild praktisch komplett aufgebaut. Nach dem „Gras-Ellenbach-Thriller“ im vergangenen Jahr unterhält in diesem Jahr ein Genre-Mix die Zuschauer in vorerst sieben geplanten Aufführungen. „Schottische Erbschaft“ hat Clade das lustige Theaterspiel um Geister und Liebe getauft.

„Wir proben inzwischen fast unter Aufführungsbedingungen“, freut sich der Regisseur. Die Verlegung der Premiere von Anfang auf Mitte Oktober „gibt uns die Möglichkeit, länger auf der Bühne das Stück einzustudieren“. Der Aktions-Hintergrund wird derweil von Andreas Willutzki, Jürgen Arnold und Michael Bölcskei geschaffen. „Ich schlage vor, welches Bühnenbild ich gerne hätte und die drei setzen es um“, schmunzelt der Regisseur.

In der Darsteller-Riege ist mit Emily Schuster ein neues, junges Gesicht. Die 17-Jährige kam über die Bekanntschaft mit einer Mitspielerin der Jugendgruppe zum Team dazu. „Es ist gut, dass jüngere Leute mitwirken. Damit sind wir für die Zukunft mit Schauspielern ausgerüstet“, bringt es Clade auf den Punkt. Paula Jäger, die sich um die Technik kümmert, ist ebenfalls das erste Mal dabei „und macht ihre Sache sehr gut“.

Elke und Andreas Willutzki sind Urgesteine der Heimatbühne. Wie Clade auch, der das zweite Mal Regie führt. Eigentlich wollte er wie im vergangenen Jahr auch nur Regie führen, aber jetzt ist sein Einsatz nach dem Ausfall eines Mitspielers doch wieder gefordert. Ann-Marie Teichert ist vor einiger Zeit vom Jugend- ins „Erwachsenenensemble“ aufgerückt und inzwischen schon fester Bestandteil der Truppe. Mit dabei ist auch wieder Michael Bölcskei. Heimatbühnen-Gründungsmitglied Helga Dörsam wirkt als Souffleuse mit.

„Wir haben uns alle zusammengesetzt, um das neue Stück auszusuchen“, beschreibt Clade den Werdegang. Es sollte keine reine Komödie, kein Klamauk sein, betont er. Eher eine Mischung von allem: Theaterstück, Liebesgeschichte mit einer Prise Spannung, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Erbschaftsgeschichte „wird mit Anklang an die Realität dargestellt“, so wie es jeder schon einmal erlebt haben konnte. „Zum Schluss geht’s dann um das Wichtigste im Leben, die Liebe“, verrät der Regisseur.

Die Figuren sind etwas überspitzt gezeichnet und bieten die Chance zur Selbstinszenierung. Die Schauspieler tragen das Geschehen, beschreibt Clade die Handlung. „Sie sind gefordert, können sich entfalten und zeigen, was sie drauf haben.“ Sowohl diese Komponente als auch die Internationalität kam bei den jugendlichen Akteuren im Ensemble gut an. „ES ist ein kurzweiliges, schönes Stück, das sehr gut unterhält“, hebt er hervor.

Die Lese- und Lernproben starteten bereits im Frühjahr, erläutert der Theatermann. Im Juli ging’s dann langsam in die Vollen. Erst zwei Mal, dann drei Mal pro Woche wurde geprobt. In den letzten beiden Wochen steigert sich die Frequenz dann auf vier Einsätze in der Woche. „Die Akteure sind schon voll drin“, nimmt Clade aus den Treffen mit. „Ihnen gefällt, was sie spielen.“ Eigene Vorschläge werden umgesetzt, wenn sie ins Stück reinpassen.

Da das Ensemble nicht sehr groß ist und sich alle kennen, „ist das eine bewährte Geschichte“, sagt der Regisseur. „Ich kenne die Stärken und Schwächen des Einzelnen“, lacht er. So konnte er auch Elemente aus dem Vorjahr übernehmen. Das Vorgehen ist ganz einfach: Die Schauspieler raufen sich zusammen „und der Regisseur hat immer das letzte Wort“, grinst er. Eine ganz große Bank sind für ihn alle, die im Hintergrund mitwirken, ob es nun um Ausschank, Kasse oder Vorverkauf geht. „Ohne diese Ehrenamtlichen wären die Aufführungen gar nicht möglich“, dankt er den Helfern, oftmals schon viele Jahre mit im Boot.

Das Stück „wird lustig und interessant“, verspricht der Ensemblechef. Im vergangenen Jahr waren die Zuschauer „dankbar, dass es mal keine Bauernkomödie gab“. Dieses Jahr gibt’s mit einem lustigen, nachdenklichen Krimi eine Art Zwischenstück, bevor 2019 laut Clade wieder ein reiner Krimi auf dem Spielplan stehen soll. Er hofft, dass die Besucherzahl in diesem Jahr ähnlich der von 2017 sein wird. „Die war ganz ordentlich und wir waren zufrieden“, sagt er.

Zum Inhalt: Schlossherr Geoffrey Dawson will seine Freiheit und die materiellen Fesseln ablegen. Er hat alles eingeleitet, um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Die raffgierige Verwandtschaft will er von seinem Ableben überzeugen – und anlässlich der Testamentseröffnung auch davon, dass sie leer ausgeht. Sybill, die Liebste, und McMumby, sein bester Freund, sollen nicht leer ausgehen. Aber die erbschleichenden Tanten wollen nicht widerstandslos klein beigeben. Trotzdem erben die Erbenden nicht wie gedacht.

Info: „Schottische Erbschaft“, ein lustiges Theaterspiel um Geister und Liebe in drei Akten von Ludwig Bender, Textbearbeitung und Regie Lothar Clade. Premiere Samstag, 20. Oktober, 20 Uhr, Nibelungenhalle Gras-Ellenbach. Weitere Termine: Samstag, 27. Oktober, 18 Uhr, Samstag, 3. November, Samstag, 10. November, Samstag, 17. November, Samstag, 24. November, Mittwoch, 26. Dezember, jeweils 20 Uhr Nibelungenhalle Gras-Ellenbach. Karten-Vorverkauf und telefonische Bestellung über Kurverwaltung Gras-Ellenbach, Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr, Montag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Telefon 06207/2554, oder unter http://www.heimatbuehne.net sowie an der Abendkasse.