Sehr gut besuchter Bunter Abend zum Start der Scharbacher Kerwe

Großer Besucherandrang bei der Kerwe im kleinen Ortsteil. Das Wetter passte dieses Jahr super für die Open-Air-Aktivitäten, sodass sich im Vergleich zum verregneten Vorjahr viel mehr Ortsbürger und Gäste von auswärts einfanden. Der Bunte Abend am Sportplatz, für den sich die drei veranstaltenden Vereine ein lustiges Programm ausgedacht hatte, stieß auf sehr viel Zuspruch. Natürlich stand die Gaudi im Vordergrund – und was macht mehr Spaß, als über den Nachbarn zu lachen, der sich auf der Bühne bei einer Aufgabe zum Narren macht.

Aber Vorsicht: Beim nächsten Programmpunkt konnte es den Lacher selbst erwischen, denn Moderator Jörg Rettig griff sich seine Probanden wahllos aus dem Publikum heraus. „Scharbacher auswärts unterwegs“ oder USA lautet das Motto der diesjährigen Kerwe, die heute stimmungsvoll zu Ende geht. Natürlich schwebte die USA auch zentral über dem Bunten Abend. Jörg Rettig hatte sich dafür in ein lustiges Kostüm gezwängt, bei dem Donald Trump auf einem Zwerg reitet.

Vorgeschaltet war die Kerweeröffnung mit Gottesdienst und folgendem Fassbieranstich durch Bürgermeister Markus Röth und Kerwepfarrer Stefan Schmitt. Dann zogen Kerwejugend und Kerwekids in die Halle ein. Anschließend gab es einen vielbeklatschten Auftritt der Scharbacher Kinderchöre, der „Little Fire Girls“ und der „Golden Power Girls“, unter der Leitung von Susanne Hoffmann-Rettig. „Alles ist Musik“ und „Achterbahn“ von Helene Fischer waren zu hören.

Die Kerwekids boten einen umjubelten Tanz zum Lied „Lollipop“, der Gemischte Chor Waldeslust und der Crescendo-Chor ließen ihre Stimmen ebenfalls bei „Ohne Krimi geht die Mimi“ und „Let me entertain you“ ertönen. Der Junge Chor der Scharbacher Chöre sang „Titanium“ – alles Titel aus der drei Mal im Juni gebotenen Aufführung des fünften „Goldenen Scharbocks“.

Weiter gab einen Beitrag, der Jamaika-Feeling aufkommen ließ. Zum Lied „Äppelwoi Cola“ wurden kurzerhand Mülltonne und Kazoo mit in die Darbietung einbezogen. Den Abschluss des Abends gestalteten die Kerwe-Girls mit einem fetzigen Rock’n’Roll-Stück aus den 50er Jahren. Ein fulminantes Baywatch-Männerballett war der Kracher und ließ die Gäste stürmisch Beifall klatschen.

Abwechslung zwischen den einzelnen Aufführungen war geboten mit lustigen, von Rettig angeleiteten Spielen, bei denen die Zuschauer vor einige Herausforderungen gestellt wurden. Vier Männer mussten gegen vier Frauen antreten. Melodiengurgeln, Decke wenden oder Wörterbilden waren in der Kürze der Zeit und Hitze der Nacht gefragt. Es gab zum Schluss ein gerechtes Unentschieden. Männlein und Weiblein gewannen jeweils zwei Spiele, so dass man sich danach in der Bar zu einem Getränk traf. Ausgedacht hatte sich die Aktionen das zehnköpfige Kerweteam um Claudia Hallermeier.

Für überschäumende Stimmung sorgte außerdem Alleinunterhalter Florian Koch, der den Abend mit Keyboard und Trompete umrahmte. Schlager, Pop, Rock, Unterhaltungsmusik: Es gab für jeden Geschmack etwas zu hören. Nach dem offiziellen Ende war natürlich noch lange nicht Schluss. Die Nacht war ziemlich kurz, ehe sich am nächsten Morgen schon wieder die ersten zum Feiern einfanden.

Karibisch bei Sonne, Strand und coolen Cocktails ging es beim Beachvolleyball-Turnier zu. Es fand im vergangenen Jahr unter erschwerten Bedingungen zum ersten Mal statt. Denn damals kam so viel Wasser vom Himmel, dass es fürs halbe Meer neben dem Sandstrand gereicht hätte. Es wurde aber trotzdem so gut angenommen, dass sich das Kerwe-Team für eine zweite Auflage entschied. Dieses Mal herrschten optimal Bedingungen.

15 Mannschaften mit je fünf Spielern gingen an den Start. Der Sand war trocken, die Sonne warm, die Getränke kühl: Besser geht nicht. „Bauwagen 1“ gewann vor dem Team „Waidmannsheil“ und dem „SV Germania“. Sportlich vorbelastet war allerdings kaum ein Akteur, sodass die Gaudi klar im Vordergrund stand. Die Leitung war jedoch professionell. Drei Spielerinnen des ÜSC Wald-Michelbach schauten nach der richtigen Regelbefolgung. Nach dem offiziellen Ende um 21.30 Uhr gingen die Spieler daran, verbrannte Kalorien und ausgeschwitzte Flüssigkeit wieder zu nachzufüllen. Das dauerte lange bis in den Sonntag hinein…

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Aktionsmeile beim Jubiläum der Hammelbacher Feuerwehr wurde gut frequentiert

„Der komplette Ort versammelte sich rund ums Feuerwehrhaus“: Kommandant Marco Stein stand die Freude ins Gesicht geschrieben, dass die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr und zum 125. Jubiläum der Einsatzabteilung so gut von der Bevölkerung angenommen wurden. Die Aktionsmeile im Weschnitzquellenweg mit ihren 30 Stationen wurde trotz der Sommerhitze sehr gut frequentiert. „Wir haben ganz viele positive Rückmeldungen auf die Angebote der Hilfsorganisationen bekommen“, vermeldete Vereinsvorsitzender Walter Bauer.

Bereits am Mittwoch startete die Aufbau für die Aktionsmeile und dauerte am Sonntag bis 6 Uhr morgens, schmunzelte Stein über die Punktlandung. Nach dem letzten Feinschliff stand auch schon das Frühstück für die Teilnehmer bereit, um das sich die Helfer aus der 22-köpfigen Einsatzabteilung samt Frauen und Freundinnen gekümmert hatten. Wie sie überhaupt zusammen mit den sieben Jugendlichen der Nachwuchswehr den ganzen Tag immer auf Achse waren, um die Wünsche der Besucher zu erfüllen.

Am Sonntag waren auch die Scharbacher Kameraden als Helfer mit im Boot. In ihren roten Event-Shirts, von denen auch der Landrat eines erhielt, waren alle auf den ersten Blick zu erkennen. Aber nicht nur die Wehrleute packten mit an. Von den Anwohnern gab es neben den Kuchenspenden auch die eine oder andere helfende Hand, wofür ihnen Kommandant Stein herzlich dankte.

Zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung waren mit ihren Fahrzeugen und Equipment vor Ort. Sie gaben einen Einblick in die aktuellen technischen Erfordernisse. Die Drehleiter aus Reichelsheim, das Schienenfahrzeug aus Beerfelden, Wald-Michelbach, Scharbach oder der Einsatzleitwagen aus Lampertheim waren auf der Aktionsmeile anzutreffen.

Schirmherr der Veranstaltung war Landrat Christian Engelhardt, der sich in seinen Begrüßungsworten an die versammelte Gästeschar wandte. Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller, Kreisbrandmeister Sven Falter, Bürgermeister Markus Röth, Pfarrer Stefan Ningel sowie die beiden Landtagsabgeordneten Birgit Heitland (CDU) und Karin Hartmann (SPD) betonten unter der Moderation des zweiten Vereinsvorsitzenden Christopher Schmitt die Bedeutung des Feuerwehrwesens.

Alle Redner würdigten den großen Einsatz der Brandschützer im Ehrenamt. Tag und Nacht sind die Feuerwehrleute im Dienst der Nächsten aktiv, opfern ihre Freizeit zur Sicherheit der Bürger. Bezug genommen wurde dabei auch auf den Brand im Holzwerk Monnheimer. Beim aktuellen heißen Wetter mit der hohen Waldbrandgefahr ist die Feuerwehr ebenfalls stark gefordert. Gewürdigt wurde auch die Jugendarbeit – mit dem Hinweis, dass die Jugend die Zukunft der Einsatzabteilung bedeutet. Daneben nehmen die Wehrleute im dörflichen Leben eine wichtige Position ein, weil sie ein Träger von gesellschaftlichen Veranstaltungen sind.

Jugendwart Marvin Bauer blickte in die 50-jährige Geschichte der Jugendwehr zurück, warf aber auch einen Blick in Gegenwart und Zukunft. Kommandant Marco Stein beleuchtete 125 Jahre Einsatzabteilung. Im Rahmen der Eröffnung wurde eine von Edmund Bauer behauene Sandsteintafel mit dem Feuerwehr-Emblem und der Aufschrift 125 Jahre FFW Hammelbach übergeben. Der Verein erhielt zudem die Landesehrenplakette. Dazu gab es neben weiteren Geschenken und Präsenten einen Fahnenband zum Jubiläum. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach. Nachmittags legte DJ Richy aus Fürth auf.

Die ersten Teilnehmer der Aktionsmeile standen am Sonntag schon um 7.30 Uhr an Ort und Stelle und bauten auf. Ein „Eye-Catcher“ war der DRLG-Tauchcontainer mit Vorführungen sowohl von „menschlichen“ Tauchern als auch von Tauchrobotern. Die Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwald zeigte Vorführungen und informierte über ihre Arbeit. Die Reservisten mit ihren acht Fahrzeugen von Unimog über Kübel bis zum Motorrad waren ein Hingucker. Der DRK-Ortsverband kümmerte sich, mit dem Rettungswagen vor Ort, um die Erstversorgung.

Spiel und Spaß standen für die Kinder im Vordergrund. 15 Fragen zu den einzelnen Stationen galt es für sie zu beantworten. Die Teilnahme wurde durch Stempel bestätigt. Als Präsent gab es dann nach erfolgreicher Absolvierung einen Sportbeutel mit diversem Inhalt. Auch Sponsorenspenden füllten diesen mit auf. Sechs Spiele – Rauchzelt, Brandhaus, Wasserwand, Schlauchangeln, Klettern an der elf Meter hohen Wand und Entenangeln – sorgten für viel Abwechslung.

Am Abend wischten sich Stein und Bauer die Schweißperlen von der Stirn. „Alles hat super geklappt und die Reaktionen waren sehr positiv“, bilanzierten beide. Der verdiente Lohn für die monatelange Vorarbeit. „Ohne die vielen Helfer wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, statteten sie allen Beteiligten der Jubiläumsfeierlichkeiten ihren Dank ab.

Mehr als gelungener Auftakt fürs große Jubiläum der Feuerwehr Hammelbach

Mehr als gelungener Auftakt fürs große Jubiläum: Mit einem überdimensionalen Grillfest startete die Hammelbacher Feuerwehr in die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Jugendwehr und zur 125. Wiederkehr der Einsatzabteilungs-Gründung. Rund ums Feuerwehrhaus im Weschnitzquellenweg war die lauschige Nacht je nach Betrachtungsweise sehr lang oder extrem kurz. Bei herrlichem Wetter feierte nicht nur die Ortsbevölkerung mit den Brandschützern bis in den frühen Morgen hinein.

Die komplette Belegschaft der Wehrleute zusammen mit Frauen und Freundinnen war den ganzen Tag über im Einsatz, um für das Wohl der Gäste zu sorgen. Zu denen gesellten sich auch etliche vom Hammelbacher Campingplatz und Mitglieder von befreundeten Feuerwehren. Die Besucher ließen sich prächtig von der Oldie-Band „Colorado“ unterhalten, die zum Tanz aufspielte. Trotz der Wärme wurde dieses Angebot gerne in Anspruch genommen. „Es wurde kräftig getanzt“, freute sich Kommandant Marco Stein.

Der Andrang war so groß, „dass wir sogar noch zusätzliche Bankgarnituren auf die Straße gestellt haben“, unterstrich Vereinsvorsitzender Walter Bauer den sehr guten Zuspruch. Auch die Cocktailbar wurde neben dem „normalen“ Getränkeangebot sehr gut angenommen. Von Jung bis Alt waren alle aus dem Ort vertreten. „Das war ein voller Erfolg zum Jubiläumsauftakt“, zeigte sich Stein über die starke Resonanz auf die lange Vorbereitungszeit mehr als zufrieden. Denn bereits Anfang des vergangenen Jahres wurden die ersten Pläne geschmiedet, wie man diese runden Geburtstage angemessen begehen könnte.

Ohne die Anwohner im Weschnitzquellenweg wäre das in dieser Form aber gar nicht möglich gewesen. Deswegen ging Steins Dank auch an diese, „dass sie alles mitgetragen haben“. Denn die Aufbauarbeiten für die Aktionsmeile starteten unter der Woche, sodass die Straße dann mehrere Tage gesperrt war. Ganz zu schweigen von den beiden „Feier-Tagen“, an denen Tag und Nacht Halli-Galli war. „Es hat keiner Nein gesagt, als wir gefragt haben“, zeigten sich Stein und Bauer dankbar über diese Hilfsbereitschaft und Mitwirkung.

Alle sechs Wochen trafen sich die beiden gebildeten Ausschüsse, um den Event vorzubereiten: Das Thema „Aktionsmeile“ beackerte Marco Stein mit seinen Kameraden, um das Thema Verpflegung und Fest kümmerte sich Walter Bauer mit seinen Mitstreitern. „Wir wollten etwas anderes als einen Festkommers zum Jubiläum durchführen“, betonte der Kommandant den Schwerpunkt der Veranstaltung.

Natürlich ist in alten Büchern etwas über die Anfänge der Feuerwehr zu lesen, aber heutzutage geht es eben um die Zukunft, die Jugend. Deshalb „haben wir die Feierlichkeiten moderner aufgezogen“, so Stein. Denn ohne den Nachwuchs wird die Einsatzabteilung über kurz oder lang ernste Probleme bekommen, hob er hervor. Ein Grund mehr, sich der Jugend mit Nachdruck zu widmen – nicht nur zum 50-jährigen Bestehen dieser Abteilung.

Selbst Hergestelltes findet auf dem Trommer Kunsthandwerkermarkt immer großes Interesse

Der Kunsthandwerkermarkt auf der Tromm, inzwischen zum siebten Mal immer am ersten August-Wochenende durchgeführt, ist immer eine feste Bank im Veranstaltungskalender. Regelmäßig füllt sich der Höhenrücken mit vielen Menschen, wenn es rund um das Goldschmiede-Atelier von Helena Clemens-Kohrt schönes Kunsthandwerkliches und kulinarische Genüsse gibt. Im herrlichen Garten hinter dem Gebäude stehen auch genug Schattenplätze bereit, um der sengenden Sonne ein paar Minuten zu entgehen.

Kunstglaser Peter Hermanns aus dem Lindenfelser Ortsteil Winterkasten fühlt sich bei seinen Arbeiten augenscheinlich der Historie seines Heimatorts verpflichtet: Der Nibelungendrachen ist auf einigen seiner kunstvollen Fensterdekorationen zu finden. Blumenmotive, aber auch detailverliebte, verzierte Gartenlampen bilden einen weiteren Schwerpunkt der ausgestellten Objekte.

Schreibgeräte, Gewürzmühlen und Holzgefäße hat Thomas Sauer aus Wahlen mitgebracht. „Sehr entspannt“ ist für den in Neckarsteinach arbeitenden sein einziger Markt, den er mit seinen Exponaten besucht. Einheimische Obsthölzer wie Birne, Kirsche oder Zwetschge verwendet er ebenso für seine Arbeiten wie Eiche, Esche und Ulme. Seine Gewürzmühlen „sind der Renner“, freut er sich. Die Käufer kommen dafür von weiter her, selbst aus dem Taunus, um die filigran selbst gedrechselten Schmuckstücke zu erwerben.

Schon um die Mittagszeit herrscht bei herrlichem Wetter reger Betrieb. Messermacher Otto Morr aus Wald-Michelbach hat vom kleinen Küchenmesser bis hin zum großen Hirschfänger alles dabei. Er fertigt sowohl Griffe als auch Stahl in Handarbeit. Verschiedene Hölzer und Gehörne kommen dabei zum Einsatz. „Ich habe zu Beginn nur eine vage Vorstellung, wie das fertige Messer aussieht“, berichtet er. Je nach Einsatzmöglichkeit werden unterschiedliche Stahlsorten verwendet.

Dorothee Flachs aus Hirschhorn war zum vierten Mal auf dem Markt dabei. Sie stellt all ihre Kreationen selbst in ihrer Hirschhorner Werkstatt „Midlandfilz“ her. „Das ist doch ein herrliches Ambiente“, sagt sie über die Tromm. Filztiere wie Frösche, Hasen oder Katzen als Kantenhocker sowie Gartenstecker in Form von Mohnkapseln – natürlich mit einem Filzkopf – hat sie dieses Mal neu dabei.

„Filz ist wasserabweisend“, erläutert sie. Es ist eher die Sonne, die das Material beeinträchtigen kann und ausbleichen lässt. „Regen macht dem nichts aus.“ Auch handgefärbte Schals aus Wolle und Seide ziehen die Blicke auf sich. Flachs freut sich jedes Jahr über das sehr interessierte Publikum. „Ich war schon immer am Filzen interessiert“, erzählt sie. Sie verwendet Rohwolle vom Schaf, die sie direkt verarbeitet. „Sie wird durch das Filzen gewaschen“, erklärt Flachs.

Ein paar neue Kreationen haben Monika und Johannes Gehrig von den Odenwälder Feinen Bränden aus Litzelbach im Gepäck. Etwa den Raubacher Jockel, der mit dem Alkohol des alkoholfreien Bier der Schmucker-Brauerei aus Mossautal hergestellt wird. Ein exquisiter Tropfen, der es geschmacklich mit einem hochkarätigen Whisky aufnehmen kann. „Walhalla“ nennt sich der Likör aus dunklem Bockbier, das ebenfalls von Schmucker kommt. Odin lässt grüßen.

Stelen in verschiedenen Formen und Farben sind das Metier von Claudia Rippl aus Schönau. Fast schon eine „Sucht“ ist es für sie, Achatscheiben mit einzuarbeiten. „Ich liebe die Schatten, die von den Gläsern geworfen werden“, sagt sie. „Deshalb gefällt mir meine Arbeit besonders.“ Das gebogene und geschweißte Metall wird von ihr zum Glas hin mit Zement ausgearbeitet. Gerade von unten nach oben Strebendes kennzeichnet ihre Werke.

Rosenzucker, Lavendelzucker, Lippenbalsam, Liköre und Basilikumöl sind nur ein paar der Waren, die Beatrice Heid aus Oftersheim mit auf die Tromm gebracht hat. Bereitwillig erklärt sie den interessierten Besuchern die diversen Anwendungsmöglichkeiten. „Pantarella“ nennt sich ein Design-Paradies gegenüber, bei dem sich in vielen Gestaltungsideen schwelgen lässt. Klangschalen, indianischer Federschmuck, Trommeln oder Windspiele bilden nebenan bei Dirk Wickenträger ein großes Sammelsurium an tönendem Wohnungsschmuck.

Tonwaren für jeden Geschmack gab es unter anderem bei der Töpfere Schrader aus Modautal zu erstehen. Der Maßschuhmacher Falk Buxmann, die Opalschleifer Marion und Detlef Metzer, Feintäschner Lederwaren, die Dilsberger Landseifen Manufaktur von Silvia Föhrenbach oder Olivenspezialitäten von Helga Kremer erfreuten ebenfalls das zahlreiche Publikum, und machten die große Anziehungskraft der Veranstaltung deutlich.

SV-Fußballer veranstalteten erstmals Sommerbiathlon und Rockkonzert in Hammelbach

Vor der Party war Schwitzen angesagt. Die Fußballer des SV Hammelbach hatten rund ums Sportgelände nachmittags zum Sommerbiathlon eingeladen, ehe dann abends die Band „The RoxXx“ einheizte. „Fürs erste Mal sind wir mit der Veranstaltung zufrieden“, meinte Werner Reinhard vom SV. Vor allem weil alles auch relativ kurz angerannt war. Beim Konzert waren um die 200 Besucher dabei, die kräftig Stimmung machten, freute sich Gitarrist Sebastian Stingl.

Für den von Frank Pleiner organisierten Biathlon ist bereits eine Wiederholung angedacht. Dann auch mit einer frühzeitigen Bewerbung, um mehr Teams anzusprechen. Drei einheimische Amateur-Teams und zwei professionellere Biathlon-Mannschaften aus Reichelsheim machen sich vier Mal auf den zwei Kilometer langen Rundkurs. „Die hatten alle einen großen Spaß“, beobachtete Reinhard.

Geschossen wurde mit einem original Biathlongewehr. Ein Team bestand aus fünf Mann. Bewältigt werden mussten vier Runden. Natürlich hatten die Reichelsheimer läuferisch und auch schießtechnisch einigen Vorsprung, sodass sie über die Strecke ein paar Minuten auf die Verfolger herausholen konnten.

Deshalb reifte bei den Organisatoren der Gedanke, bei der kommenden Durchführung eine Amateurgruppe separat zu werten, „damit die Teilnehmerzahl wächst“. Auch sollen genug Zeit und Möglichkeiten für die Vorbereitung zur Verfügung stehen. Auch wenn dieses Mal alles etwas kurzfristig war, „war es für die Gäste eine Riesengaudi“, beobachtete Reinhard. „Es gab viel positives Feedback.“

Nachmittags wie abends „hätten es zwar ein paar Besucher mehr sein können“, aber die SV-Fußballer waren im Großen und Ganzen zufrieden. Die achtköpfige Cover-Band „The RoxXx“ als bekannte Größe mit Musikern aus der Region sorgte danach dafür, dass bis um halb 2 in der Nacht super Stimmung herrschte. Die Setliste umfasste vom klassischen Rock-Sound über Pop- und Partysongs von früher und heute bis hin zu aktuellen Hits alles, was das musikbegeisterte Herz begehrte.

„Die haben sich musikalisch im vergangenen Jahr stark gesteigert“, beobachte Werner Reinhard mit Stolz, denn sein Sohn Tobias singt in der Truppe mit. Mit zwei Sängerinnen und zwei Sängern deckte die Band alle musikalischen Facetten ab. Nathalie Eichhorn, Nadine Jöst, Tobias Reinhard und Sven Regner teilten sich das Mikro. Unterstützt wurden sie von Steffen Kehr und Sebastian Stingl (Gitarre), Thomas Maier am Bass und Steffen Bauer am Schlagzeug.

Bryan Adams „Summer of 69“ war ebenso dabei wie Survivors „Eye of the Tiger“, Bon Jovis „You give love a bad name“ oder „Beat it” von Michael Jackson. „99 Luftballons” von Nena oder „What’s up“ von den „4 non Blondes“ waren zu hören wie „Proud Mary“ von Tina Turner, „Westerland“ von den Ärzten oder „Rock the night“ von Europe. Greenday, Melissa Etheridge, Nirvana, Guano Apes oder Gotthard standen ebenso auf dem Programm.

Große Hammelbacher Party mit den Haderlumpen

Die kleine Amelie war im siebten Himmel: Die dreieinhalbjährige Enkelin von Gisela und Hansi Werner ist ein großer Fan von „Hulapalu“. Das Lied von Andreas Gabalier haben die „Zillertaler Haderlumpen“ in ein Medley eingebaut. Und weil die drei Musiker wussten, dass Amelie den Song besonders mag, holten Peter Fankhauser, Vitus Amor und Reinhard Fankhauser sie zum Mitsingen auf die Bühne. „Sie war ganz happy und total hin und weg“, freute sich die stolze Oma.

Happy, ganz hin und weg: Das traf auch auf den Rest der über 400 Fans zu, die sich auf den Weg zum Open-Air-Konzert am Hammelbacher Sportplatz gemacht hatten. Schon im Vorjahr war es so gut besucht. Der Event fand heuer zum 14. Mal statt und ist bereits seit den Anfangstagen eine feste Institution im Veranstaltungskalender. Kleiner Wermutstropfen: Der kommende Auftritt 2019 wird wohl in seiner 15. Auflage der letzte sein, da die Haderlumpen für 2020 das Ende ihrer Karriere planen. Der Termin im Überwald steht noch nicht fest.

Doch soweit will Gisela Werner aber noch nicht denken. Sie schwelgt noch in Erinnerungen an das Wochenende, bei dem wieder alles stimmte. „Es war ein Riesenerfolg“, freut sie sich für den veranstaltenden Haderlumpen-Fanclub. Der stemmt das Event immer mit seinen 25 Mitgliedern, „wobei nur sechs so richtig aktiv sind“, lacht sie. In Hammelbach kann man aber immer auf die Ortsvereine zählen, wenn ein solches Großereignis ansteht.

Das DRK ist immer mit vor Ort, die Feuerwehr hilft bei der Parkplatzweisung, der Sportverein mit der ersten und zweiten Fußballmannschaft ist in der Bewirtung aktiv, ebenso bei Auf- und Abbau. Der Fanclub kümmert sich um die Bar, macht Werbung und Organisation. Alle zusammen schaffen es dann, dass der Abbau am Tag danach in nur zwei Stunden durch ist. Denn während in der Halle die Getränke über die Theke gehen, ist im Biergarten des Sportheims eine kleine Zeltlandschaft zu finden. Die Bühne steht dann zur Straße hin.

Während ringsherum immer mal wieder Schauer runtergingen, „hat bei uns das Wetter gehalten“, gestaltete sich der Abend trocken. Was die eingeschworenen Fans natürlich glücklich stimmte. Aber die würden wohl bei jedem Wetter kommen, ist sich Gisela Werner sicher. Obwohl die Haderlumpen in diesem Jahr ein paar Mal den Odenwald beglücken, kann der Hammelbacher Fanclub auf seine treuen Besucher zählen.

Viele sind bereits seit den Anfangstagen dabei, als man „klein“ startete und „nur“ die Hälfte an Zuschauern den Weg hoch zum Sportplatz fand. Inzwischen kommen sie aus Holland, Belgien, dem Ruhrgebiet und halb Süddeutschland in den Überwald. „Das Open-Air in Hammelbach ist halt legendär“, lacht Werner. „Auch die Band will immer wieder hier spielen“, beruhen Empfindungen der Fans und der Gruppe auf Gegenseitigkeit.

Hansi Werner hätte sich das zu Beginn sicher auch nicht gedacht, dass sein Wunsch einmal solche Formen annehmen würde. „Ich will einmal die Haderlumpen für ein Konzert ins Dorf holen“, war vor 15 Jahren der Gedanke des Fanclub-Vorsitzenden. Er schaffte nicht nur das, sondern begründete damit eine kleine Tradition, die jedes Jahr für Stimmung ohne Ende am Sportplatz sorgt. Dreieinhalb Stunden mit einer Pause fetzte die Band ab und sorgte für Begeisterung unter den Zuschauern.

Ein Highlight in Hammelbach ist das Weihnachtslied mitten im Sommer: „Vier Kerze und deine Liebe“ heißt es egal bei welchen Temperaturen auf Wunsch des Fanclubs. „Das gehört einfach dazu“, lacht Gisela Werner – und wird von den Besuchern sowieso schon erwartet. „Haderlumpen-Peter“, „Alle miteinander“, „Alles hat zwei Seiten“, „Schenk mir no oamal so an Sommer“ oder „Alles hat zwei Seiten“ waren weitere Stücke, mit denen das Trio begeisterte.

Von den Besuchern bekommt der Fanclub immer ein ganz tolles Feedback. „Die sind einfach nur begeistert und angetan von der Orga“, war Gisela Werner glücklich über die Resonanz auf die viele Arbeit im Vorfeld. Es ist nicht nur das Open-Air-Feeling, sondern auch die besondere Lage des Geländes und die familiäre Atmosphäre, die sie immer wieder hierher holt. „Die Leute gehen voll ab“, hat sie beobachtet. „Das ist einfach herrlich.“ Natürlich haben die Haderlumpen als Musiker zum Anfassen daran großen Anteil. Autogramme, Bilder, ein kleiner Plausch: Den Dreien ist nichts zu viel. „Die sind sehr Fan nah“, weiß Werner.

Ein Fanclub aus Heilbronn war etwa mit 15 Mann angereist und hatte sich in der Umgebung einquartiert, um dieses Mal auch noch die „After-Show“ mitnehmen zu können. Bei der heizten die „Colorados“ bis nach 2 Uhr mit ihren Oldies ein. „Das ist ein schöner Ausklang“ meinte Werner. Kein harter Break wie direkt nach dem Konzert, wenn das Licht angeht und alle sich auf den Heimweg machen. Es stimmte eben wieder mal alles.

Foto: Facebookseite Haderlumpen

Beim Überwälder Heimatfest-Umzug wurden Sprichwörter bildlich dargestellt

Gute Laune ohne Ende, tolles Wetter, zahlreiche Gäste und bestens aufgelegte Teilnehmer beim Umzug: Das Überwälder Heimatfest stand übers Wochenende unter optimalen Vorzeichen. Höhepunkt war wie jedes Jahr der Umzug durch Wald-Michelbachs Ortsmitte. 40 Gruppen, entweder zu Fuß oder als Motivwagen, ließen Sprichwörter lebendig werden und geizten dabei nicht mit Kreativität – denn Preise gab es dabei auch zu gewinnen.

Mit einer gehörigen Portion Selbstironie warteten die drei Überwald-Rathauschefs auf: „Wenn das Arbeiten leicht wäre, tät‘s der Bürgermeister selber“ hieß es zum Motivwagen, auf dem sich Dr. Sascha Weber (Wald-Michelbach); Angelika Beckenbach (Abtsteinach) und Markus Röth (Grasellenbach) sichtlich zufrieden räkelten und den lieben Gott einen guten Mann sein ließen. „Kleinere Brötchen backen“, „Die Puppen tanzen lassen“, „Mit jemanden Schlitten fahren“ oder „Ins Schwarze treffen“ hießen weitere in die Realität umgesetzte Ideen.

„In Teufels Küche“ entführte etwa bildgewaltig der SV Affolterbach und gewann damit den zweiten Preis der Prämierung. Erster wurde bei den Wagen die Feuerwehr Wald-Michelbach, bei der es „Viel Holz vor der Hütte“ gab. Dritter wurde der MGV Union, der seine Sänger am Pranger stehen ließ. Die Kreidacher Vereine kamen (nur beim Umzug) mit einem blauen Auge davon, bei der Preisverleihung gewannen sie den Fußgruppen-Contest vor den Sommerspielen Überwald und dem Wohnheim Finkenhof.

Ging es vor dem Umzugs-Start auf dem Festplatz vor dem Einhaus noch gemütlich zu, änderte sich das schlagartig nach dem Eintreffen der Umzugsteilnehmer und der vielen Zaungäste entlang der Strecke. Karnevalspräsident Thomas Sattler von den Aschbacher „Hussmouge“ hatte die Besucher zwischenzeitlich mit den verschiedenen Zugnummern bekannt gemacht und dabei den einen oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen.

Auf der Hofwiese ging es nachmittags so weiter wie der Samstagabend aufgehört hatte: mit guter Stimmung und vielen Gästen. Der Beginn des Heimatfestes zauberte ein breites Lächeln auf die Gesichter der Verantwortlichen. Bürgermeister Weber sprach von einem „sehr guten Start“, Heinz Fischer von der Wirtschaftsvereinigung Überwald (WVÜ) nannte den Besuch „überragend“. Die 600 Plätze an den gestellten Tischen und Bänken „waren durchgängig besetzt“, freute er sich.

Der Fassbieranstich gestaltete sich international. Denn übers Heimatfest-Wochenende waren auch 60 Besucher aus den Partnerstädten Hassocks (Großbritannien) und Montmirail (Frankreich) im Überwald. Die hatten ein dichtgedrängtes Programm zu absolvieren, wozu natürlich auch Besuch des Heimatfests und die Mitwirkung am Umzug zählten. Bei den französischen Gästen kam die Besichtigung der Schmucker-Brauerei bestens an. Sie reisten mit etlichen Flaschen des wohlschmeckenden Gerstensafts wieder ab.

Die Kocherbacher Trachtenkapelle leitete mit ihren schmissigen Weisen aus Polka, Walzer und Märschen den Samstagabend ein. Etwa eine halbe Stunde spielte das 25-köpfige Ensemble unter der Leitung von Ralph Dinu-Bieringer auf, ehe dann Weber zur Tat schreiten durfte. Sein Amtskollege aus Montmirail, Etienne Dhuicq, stand ihm dabei tatkräftig zur Seite.

Der restliche Abend gehörte dann den „Knetkepp“. Die Setliste der Gruppe bot für jeden Geschmack etwas, sodass alle auf ihre Kosten kamen. Die Band mit Daniel Arnold (Schlagzeug), Janina Becker (Keyboard), Patrick Gräber (Bass und Gesang), Steffi Walter (Gesang) sowie Nico Böhm und Michael Jungmann (Gitarre) hatte Schlager, Volksmusik, Rock, Pop, Alpenländisches, Neue Deutsche Welle und Blues parat.

Heinz Fischer unterstrich, wie gut das Konzept mit dem Heimatfest auf der neu gestalteten Hofwiese angenommen wird. Die Besucher wissen das Ambiente zu schätzen. „Wir sind auf einem guten Weg, es wieder positiv zu entwickeln“, betonte er. Zum Einsatz kam auch erstmals das von der WVÜ neu angeschaffte Zelt, das in spe auch Gewerbetreibenden für ihre Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden soll. Der Sonntag nach dem Umzug und der Montag als Tag der Firmen, deren Mitarbeiter sich dort zu Frühschoppen und Mittagessen trafen, gestalteten sich aus Sicht der Organisatoren ebenso erfreulich.