Gesamtpaket wird auf den aktuellen Stand gebracht

. Der neue, einheitliche Bebauungsplan fürs Gewerbegebiet Ober-Abtsteinach ist am Werden. Er soll die bisherigen Stückwerke zusammensetzen und harmonisieren. Gleichzeitig will man damit die aktuellen gesetzlichen Vorschriften berücksichtigen. Die Gemeindevertretung gab nun einstimmig für den Vorentwurf zur Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit grünes Licht. Daneben wurde die Änderung des Flächennutzungsplans in diesem Bereich eingeleitet. Im Bauausschuss hatte zuvor André Göbel vom Bensheimer Büro Schweiger und Scholz die fachlichen Erläuterungen gegeben.

Es wird nichts Bestehendes über den Haufen geworfen, hatte Bürgermeisterin Angelika Beckenbach im Ausschuss beruhigt. Denn die Firmen genießen durch die bisherigen rechtskräftigen Pläne Bestandsschutz. Planungsintention ist es laut Göbel, „den Bestand beizubehalten“. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Erweiterungen und Arrondierungen des Gewerbegebiets, für die Bebauungspläne aufgestellt wurden. In den verschiedenen Teilbereichen wurden aber unterschiedliche Festsetzungen getroffen.

Straßenverschwenkungen, eine andere Dimensionierung des Erdwalls unterhalb MET, Nutzungskonflikte, dazu noch die Höhendifferenz zwischen Erschließungsstraße und Wirtschaftsweg gilt es außerdem unter einen Hut zu bringen. Weiterhin sollen verschiedene Festsetzungen vereinheitlicht werden. Darüber hinaus muss die vorgesehene Fläche fürs neue Feuerwehrgerätehaus (neben dem Netto-Markt) mit aufgenommen werden. Eine räumliche Erweiterung des Gewerbegebiets soll es nicht geben.

Für das Gesamtgebiet wird es auch einen neuen Umweltbericht geben, inklusive schalltechnischer Untersuchung und Artenschutzgutachten. Der Bebauungsplan umfasst auch den zur Eingrünung und Abschirmung errichteten Erdwall. Durch erneute Grundstücksverhandlungen ließ sich eine Erweiterung der Fläche erreichen. Diese soll auch im neuen B-Plan Berücksichtigung finden.

André Göbel ging im Ausschuss detailliert auf die einzelnen Punkte ein. „Auf die FFH-Gebiete wird Rücksicht genommen“, betonte er. Es gebe keine Kollision mit Wasserschutzgebieten, da die gemeindlichen Quellen in diesem Bereich nicht mehr genutzt werden. Auf die bisherigen Erweiterungspläne bezogen, meinte er, dass sich diese teilweise überlagerten „und für Unklarheiten sorgen“. Deshalb müsse man das Gesamtpaket auf den Stand der Zeit bringen.

„Wir fangen ganz von vorn an, als wäre nichts da“, erläuterte er. Gleichzeitig wird seinen Worten zufolge auch der Flächennutzungsplan geändert, weil es der Lebensmittelmarkt aufgrund der jetzigen Größe (nach der Zusammenlegung mit dem Drogeriemarkt) als Sondergebiet eingestuft werden muss. Auch passt die vorgesehene Feuerwehrfläche nicht zur Definition.

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Mehrheitlich eine „zustimmende“ Kenntnisnahme

Am Wörtchen „zustimmend“ entzündete ganz zum Schluss noch eine kleine Diskussion. Denn die Kommission „Gewerbegebiet“ hatte ihren Abschlussbericht vorgelegt, den die Gemeindevertretung zur Kenntnis nehmen sollte. Der Bau- und Umweltausschuss hatte dies bereits getan. Die CDU wollte dies aber nicht „zustimmend“ tun, auch wenn sie die einjährige Arbeit des Gremiums als beendet ansah – womit im Endeffekt nur eine 7:5-Mehrheit die Kenntnis des Papierwerks entsprechend abnickte.

Julia Jöst (CDU) hat einen entsprechenden Änderungsantrag eingebracht. Fraktionschefin Brigitte Wetzel erläuterte, dass sich die Fraktion aufgrund des Abschlussergebnisses das nochmalige Eingehen auf bestimmte Punkte vorbehalte. Denn nach Meinung der Christdemokraten lief doch zu viel schief, als es jetzt einfach so zu beerdigen. Allerdings fand der Änderungsantrag mit 5:7 Stimmen keine Mehrheit.

Bürgermeisterin Angelika Beckenbach ging im Vorfeld auf die wichtigsten Details im Kommissionsbericht ein, wie ihn Ausschussvorsitzender Konrad Abraham vor zwei Wochen ausführlich den dortigen Mandatsträgern vorgestellt hatte. „Es galt verschiedenste Fragen zur Aus- und Durchführung zu klären“, meinte sie zu früheren Abweichungen bei Arbeiten im Gewerbegebiet während verschiedener Bauabschnitte.

Die im März 2018 eingesetzte Kommission habe sich mit deren Klärung auseinander gesetzt und sich dazu auch fachliche Hilfe geholt. Die diversen Themen wurden ihren Worten zufolge „ausführlich besprochen“. Beckenbach nannte ein paar zentrale Punkte. So etwa, warum die Strecke im Pfarrgrund zum Netto-Markt als Einbahnstraße angelegt wurde, welche Auswirkungen es auf den Lärmschutzwall gab, weiter das Problem der Oberflächenwasser-Versickerung und die finanziellen Folgen für die Gemeinde.

Letzteres, das augenscheinlich im Mittelpunkt stand, „ist nicht genau greifbar“, erläuterte sie. Denn es gab sowohl Mehr- als auch Mindereinnahmen, zusammen mit Einsparungen. Der neue Bebauungsplan, der vom Kreis aufgrund der vielen Abweichungen bei den bisherigen Abschnitten gefordert worden war, schlägt in der Aufstellung mit 33.000 Euro zu Buche. Dazu kommt das notwendige Lärmschutzgutachten mit 11.000 Euro.

Davon sind allerdings auch wieder die Summe abzuziehen, die man sowieso gebraucht hätte, um das Gelände fürs neue Feuerwehrwehaus planungsrechtlich zu sichern. Weniger Geld wurde außerdem ausgegeben, weil der Pfarrgrund in der unteren Hälfte nur als Einbahnstraße gebaut wurde. Es wurden keine Befreiungsanträge gestellt, die auch zusätzlich Geld gekostet hätten. Durch die Verschwenkung der Straße an einer Stelle war dort keine Stützmauer mehr notwendig.

Beim „Pfarrgrund“, der von der 90-Grad-Kurve bis zum Netto-Markt mit einer Breite von 4,50 Metern als Einbahnstraße ausgebaut wurde, statt, wie vorgesehen, im Begegnungsverkehr, gab es dem Bericht zufolge eine Absprache des ehemaligen Bürgermeisters mit den Grundstückseigentümern dahingehend, dass man die volle Breite als nicht notwendig ansah. Stattdessen wurden die Bauflächen erweitert. Es wurde versäumt, die Gremien darüber zu informieren, so der Bericht weiter, da diese Entscheidung genau in den Übergangszeitraum zwischen zwei Legislaturperioden fiel.

Dadurch ergab sich eine Änderung in Höhe, Breite und Neigung des Erdwalls. Deswegen wurden andere Gehölze gepflanzt, in der Summe aber mehr. Die Verantwortung für Abweichungen und Mängel im Bereich der dritten Erweiterung wird dem früheren Bürgermeister Rolf Reinhard zugeschrieben. Für die nicht einwandfrei funktionierende Oberflächenentwässerung in der Senke wird der Fachplaner verantwortlich gemacht.

Die Grundstücke zum Kunstweg hin wurden abweichend vom Bebauungsplan aufgefüllt, heißt es weiter. Denn bei der Vermessung wurde festgestellt, dass der landwirtschaftliche Wirtschaftsweg in die Gewerbeflächen hineinragt. Dadurch war die ursprüngliche Bautiefe nicht mehr gewährleistet, was eine terrassierte Ausführung erschwerte oder sogar unmöglich machte. Deshalb war eine vollständige Aufschüttung erforderlich. Sonst wäre die Nutzung der Fläche unrentierlich.

Ein großes Thema der Kommission war auch das Oberflächenwasser im Steinböhl. Denn das sollte laut Bebauungsplan genutzt oder versickert werden. Wird es aber nicht. Auf Bodenerkundungen und technische Nachweise wurde damals aus Kostengründen verzichtet, listet der Bericht auf. Auf einen Kanalbau verzichtete die Gemeinde wegen der erwarteten Kosten von 324.000 Euro. Generell könne das Planungsbüro nicht haftbar gemacht werden, wird notiert.

Solardraisine 2.0 braucht mindestens ein Drittel weniger Strom

Der Betrieb der Solardraisine soll wirtschaftlicher werden, das Fahrerlebnis für Kunden angenehmer, die Schadensanfälligkeit geringer: So lassen sich die drei Ziele zusammenfassen, denen sich im Auftrag der Überwaldbahn gGmbH Uwe Kilian und Denis Rizvic aus dem Weschnitztal mit ihren Firmen verschrieben haben. Sie bringen nach und nach die Fahrzeuge auf den neusten technischen Standard. Auf Einladung der Draisinenfreunde gab es jetzt eine Testfahrt mit einem bereits umgerüsteten Vehikel.

„Wir haben die Solardraisine nicht neu erfunden“, betonte Uwe Kilian. Die früher zuständige Firma Mühlhäuser habe bei Inbetriebnahme vor sechs Jahren auf damals aktuelle und bewährte (Schaltschrank-)Technik zurückgegriffen, erläuterte er. Die wurde jetzt komplett „upgedatet“. Weniger und kleinere Bausteine bedeuten eine geringere Störanfälligkeit. Die jetzt verwendeten Elemente kommen aus der Elektromobilität, die wetterbedingte Einflüsse „gewöhnt“ ist. „Wir haben die Fortentwicklung der Technik in den vergangenen Jahren genutzt“, sagte Kilian.

So kann das Personal bei Ankunft im Bahnhof den Lithium-Akku per Handy-App auslesen. „Damit können wir gleich reagieren, damit es keine Ausfälle mehr gibt“, verdeutlichte er. „Man sieht auf einen Blick was mit dem Fahrtzeug passiert.“ Sollte etwas nicht stimmen, dann lassen sich die einzelnen Elemente in einer halben Stunde austauschen, sodass die Draisine weiterfahren kann, während am Kasten geschraubt wird.

Die Umrüstung der Akkus, wie die Schaltkästen auch mit Steckverbindungen versehen, kostet pro Stück 6000 Euro, ging Kilian auf die Zahlen ein. Das Gerät eines renommierten Herstellers habe sieben Jahre Garantie. Der Austausch der Steuerung kostet noch einmal 3000 Euro. Man sei damit zwar pro Stück 300 Euro über dem ersten Angebot, aber es gebe dadurch auch potenzielle Verbesserungen: so ein Abstandssensor oder die Abschlepp-Erleichterung. Das System ist modular aufgebaut, sodass Erweiterungen integriert werden können

„Wir wollen die Folgekosten senken“, betonte der Fachmann. Das Erlebnis der Solardraisinenfahrt bleibt für die Touristen wie bisher, „aber der Mensch kann so wenig wie möglich falsch machen“. In Vorbereitung ist auch eine App, mit der genau bestimmt werden kann, wo sich die Draisinen gerade befinden. Das erleichtert den Vor-Ort-Service, sollte ein Gefährt stehenbleiben.

Kilian rechnet damit, dass sich der Stromverbrauch um mindestens ein Drittel reduzieren wird. Denn bergab wird Strom nun bis zu zwei Kilowatt produziert und direkt in den Akku eingespeist. Damit müssen die Fahrzeuge nur noch nachts geladen werden, führte er aus. „So fallen auch die vielen Kabel im Draisinenbahnhof weg.“ Durch die Stromproduktion schaffen die Fahrzeuge nun einen Durchlauf von vier Fahrten.

Auf der Fahrt, die bis zum Mackenheimer Viadukt führte, erläuterte Denis Rizvic einige von ihm vorgenommene Verbesserungen. Wo vorher ein Drehknopf mit den Stufen 1 bis 4 war, der verschiedene (nicht vorhandene) Gänge vorgaukelte, gibt es nun nur noch einen Schlüssel, der vom Servicepersonal bedient wird. Mit den neuen Generatoren „ist das Fahren viel sanfter“, verdeutlichte er. Die Pedale reagieren schon auf den ersten Druck. Damit werden auch die Getriebe geschont.

Weiterhin wurde Rizvic zufolge eine Lärmquelle rausgenommen. Vorher klapperten die gelben Kunststoffplatten direkt am Alurohr, jetzt wurden sie genietet und haben keinen direkten Kontakt mehr zum Wagen. „Damit ist die Schwingung draußen.“ Aktuell haben die Draisinen noch einen Kettenantrieb. Ein Riemenantrieb, sagte er, wäre zwar besser, weil er weniger Geräusche produziert. Allerdings müsse dies noch „technisch durchdacht werden“. Er ist auch noch ein weiterer Kostenfaktor. „Quasi die Kür“, so Kilian.

Die bisher zeitverzögerte Abfahrt vorher nach etwa zehn Sekunden „ist jetzt sofort möglich“, erklärte Rizvic. Denn: „Die Kunden wollen nicht noch warten“, weiß er. Draisine 21 gehört zu denen umgerüsteten der ersten Stunde, die seit Frühjahr im Einsatz sind. „Bei 100 Fahrten nicht ein einziger Ausfall“, freute er sich.

Auch die Kundenrückmeldungen waren positiv. Natürlich, so seine Einschränkung, wird es immer Verschleiß geben. Auch ist die Elektronik nicht vor Störungen gefeit. Drei neue Modelle sind bereits im Einsatz, das vierte ist in der Prüfung, weitere sollen in diesem Saison noch folgen. Mindestens eine Woche pro Fahrzeug brauchen die Fachleute für die Umrüstung.

Vereinsvorsitzender Peter Maier sagte zum Hintergrund des Treffens, „dass wir uns gerne aus erster Hand über die technischen Neuerungen informieren wollten“. Gerade der Zustand der Lade-Elektronik war von Interesse. Außerdem wollte der Verein wissen, wie es weitergeht, nachdem die Firma Mühlhäuser nicht mehr im Boot ist. Die Einladung wurde auf die Mitglieder der Gesellschafterversammlung erweitert. Doch das Interesse war überschaubar, gerade einmal zwei besetzte Fahrzeuge machten sich auf den Weg.

„Die Solardraisine ist relativ stark ausgebucht“, meinte Katharina Indinemao, Assistenz der Geschäftsführung, mit Blick auf die laufende Saison. Vor allem der Familiendonnerstag werde gut angenommen. Der Freitagmorgen schwächelt noch etwas, aber von nachmittags bis Sonntagsabend „ist fast alles ausgebucht“. Für diese Zeiten gebe es bereits Vorlaufzeiten von sechs bis acht Wochen. Sie stellte eine höhere Frequenz gegenüber der vergangenen Saison fest. „Wir beraten intensiver, um die Auslastung zu verteilen“, erläuterte Indinemao. Als Ziel nannte sie das langjährige Mittel von 35.000 bis 40.000 Fahrgästen im Jahr. Nach einem guten April und durchwachsenen Mai „setzen wir jetzt auf gutes Wetter“.

Über 100 Besucher beim zweiten Sommerfest des Dorfvereins Kumm

Der Dorfverein Kumm lud vor kurzem zu seinem zweiten Sommerfest ein. Über 100 Gäste folgten der Einladung, um in entspannter Runde regionale Köstlichkeiten zu genießen und ausgelassen zu feiern. „Eigentlich wollten wir nur schnell was Essen“, meinte ein Besucher Gast aus dem benachbarten Abtsteinach. „Es war dann aber so schön, dass wir den ganzen Nachmittag bei euch verbracht haben.“

Das herrliche Wanderwetter und die reichhaltige Kuchenauswahl trugen ganz offenbar auch zu dieser schönen Atmosphäre bei. So konnte das fleißige Küchenteam um die Vereinsvorsitzende Petra Berghegger vermelden, dass das Kuchenbuffet von den Gästen komplett vertilgt wurde. Großer Beliebtheit erfreute sich auch der Hausmacher Kochkäs nach einem alten Familienrezept. Es wurden nur regionale Speisen und Getränke aus den benachbarten Gemeinden angeboten. Das kam bei den Gästen besonders gut an.

Benjamin Kurz ist der neue Pflegedienstleiter bei der Sozialstation Diakonie Überwald

Benjamin Kurz ist der neue Pflegedienstleiter bei der Sozialstation Diakonie Überwald mit Sitz im Bahnhof Ober-Wald-Michelbach. Der aus Ulm stammende 38-Jährige wurde bei der Vorstandsversammlung des Zweckverbands willkommen geheißen. Ihm zur Seite steht als Stellvertreterin Beate Metz-Baker, die in den vergangenen dreieinhalb Jahren die Geschäfte kommissarisch führte. Dafür dankte ihr der Grasellenbacher Bürgermeister Markus Röth als Vorstandsvorsitzender herzlich.

Kurz hat den Beruf von der Pike auf erlernt. Nach der Altenpfleger-Ausbildung machte er eine Weiterbildung als Fachwirt für Organisation und Führung. Zuletzt war er in seiner schwäbischen Heimat bereits als Pflegedienstleiter bei einem ambulanten Pflegedienst tätig. „Es kam eines zum anderen“, erläutert er seine Bewerbung für den Posten in Wald-Michelbach. Er war auf der Suche nach einer neuen Position, die Familie wollte raus aus der Stadt aufs Land und man schaute sich nach einer Schule für den Sohn um, die dieser nach den Sommerferien besuchen würde.

Übers Internet wurde der 38-Jährige auf die Stelle im Überwald aufmerksam, „schnappte“ sich Frau und drei Kinder für einen längeren Schnupperaufenthalt in einer Ferienwohnung im Odenwald – und was die fünf sahen, gefiel ihnen. Infrastruktur, Schule, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten: „Es gibt hier alles, man muss nur wenig zurückstecken“, stellte Kurz fest.

Dazu kam noch die Ourewäller Mentalität: Der Ulmer erlebte die Überwälder als freundlich und aufgeschlossen. Er wurde herzlich aufgenommen, „die Nachbarn boten mir gleich ihre Hilfe an“. So war es kein Wunder, dass die Familie bereits in Affolterbach, Teil einer der drei Kirchengemeinden, heimisch wurde. Mit Hammelbach und Wald-Michelbach bildet sie das Kerngebiet der Sozialstation.

Aktuell werden in diesem 115 Patienten versorgt. Die Sozialstation bietet das komplette Angebot ambulanter Pflege, erläuterte der neue Leiter: hauswirtschaftliche Versorgung, Betreuung, Kranken- und Behandlungspflege. Darüber hinaus gibt es viele Kooperationspartner wie etwa den Hospizverein oder das Café am Bahnhof, in dem sich Ehrenamtliche um demenziell Erkrankte kümmern. Mit den Kirchengemeinden wird eng zusammengearbeitet.

Ziel der Arbeit ist, den kranken, alten und behinderten Menschen in seiner Ganzheit (Körper, Geist, Seele, soziales Umfeld) anzunehmen. Ihm soll durch kompetente Beratung, qualitätsgesicherte Fachpflege, hauswirtschaftliche Hilfe und persönliche Betreuung ein weitgehend selbstständiges Leben in seiner häuslichen Umgebung ermöglicht werden.

Benjamin Kurz will die erste Zeit damit verbringen, „in den laufenden Betrieb reinzuschauen“ und sich einen Überblick zu verschaffen. Wie funktioniert alles, welche Abläufe gibt es: „Ich muss mich erst einmal reinfinden.“ Dafür will er auch bei Touren mitfahren, Mitarbeiter und Patienten kennenlernen. „Dann können wir gemeinsam in die Zukunft gehen“, betonte er.

Der neue Leiter sieht die spannende Aufgabe darin, den Spagat zwischen den Bedürfnissen der älteren Generation und einer immer älter werdenden Gesellschaft einerseits und dem spürbaren Fachkräftemangel andererseits zu schaffen. Deshalb sind langfristige Strategien gefragt, wie alles geschultert werden kann. Die ehrenamtlichen Helfer sind dabei „eine feste Bank“, über deren Engagement er sich sehr freut.

„Beate Metz-Baker hat in dreieinhalb Jahren viel geackert“, drückte Röth seinen großen Dank im Namen des Vorstands für die intensive Arbeit in der Interimszeit aus. Überstunden wurden aufgrund des Personalmangels „ausgebaut“, meinte er. Jetzt, mit der neuen Leitung, hoffte die Runde wieder auf „ruhigeres Fahrwasser“.

Das kann die Organisation auch gut gebrauchen, denn die nächste große Aufgabe steht bereits an: Die Sozialstation besteht seit genau 40 Jahren, davon schon etliche Zeit im ehemaligen Bahnhof. Im September soll das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden. Die Vorbereitungen dafür sind schon angelaufen.

Info: In der Sozialstation Diakonie Überwald sind 23 Pflege- und zehn hauswirtschaftliche Mitarbeiter tätig. Dazu kommen zwei Verwaltungskräfte, zehn Ehrenamtliche im Café und acht Vorstände aus drei Gemeinden. Das Pflegegebiet deckt sich mit dem Wirkungsbereich der drei Kirchengemeinden: Hammelbach mit Gras-Ellenbach, Litzelbach und Weschnitz, Affolterbach mit Kocherbach, Wahlen, Scharbach und Tromm sowie Wald-Michelbach und Siedelsbrunn mit Aschbach, Ober-Mengelbach, Gadern, Hartenrod, Ober- und Unter-Schönmattenwag, Kreidach und Ober- und Unter-Abtsteinach. Mehr unter http://www.sozialstation-ueberwald.ekhn.de

Museen erlebbar machen: Zwölfte Überwälder Traumnacht am 13. Juli

Diese Nacht verspricht wieder ein Traum zu werden. Am Samstag, 13. Juli, findet von 18 bis 24 Uhr die zwölfte Überwälder Traumnacht an zwölf verschiedenen Stationen statt. Das Programm stellten nun der Geschäftsführer der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ), Sebastian Schröder, und der Vorsitzende des Museums- und Kulturvereins, Gundolf Reh, vor. Das Geopark-Infozentrum in Aschbach als Treffpunkt hatte eine besondere Bedeutung. Denn der Ort feiert in diesem Jahr 650-jähriges Bestehen, wozu das Wiesental an diesem Abend illuminiert werden soll.

„Kunst, Kultur und Ambiente“ sind laut Schröder auch in diesem Jahr die Schlagworte der Veranstaltung. Das Konzept mit der Museumsöffnung und der dortigen Bewirtung „hat sich bewährt“, sagte er. Der schon bisher eingesetzte Shuttlebus wird seinen Worten nach erweitert. In der Stoßzeit ab 22 Uhr kommt ein drittes Fahrzeug hinzu. Die Besucher können an diesem Abend zu zwölf Stationen in Abtsteinach, Wald-Michelbach und Grasellenbach pilgern.

Der Geschäftsführer hoffte, dass sich wieder genug Freiwillige finden, die über den Klingelbeutel um Unterstützung für die Traumnacht in Form eines Kulturbeitrags bitten. Denn: „Die Veranstaltung bleibt kostenfrei“, betonte er. Die vielen Sponsoren und Partner leisteten ihren Beitrag dazu, dass man in den vergangenen Jahren immer eine schwarze Null schreiben konnte. Die ist auch 2019 wieder das Ziel, gutes Wetter vorausgesetzt. Was es aber bei den vergangenen elf Versionen immer gab. Schröder wies auf die neue gestaltete Homepage für die Traumnacht hin, die durch einen Überwälder Webdesigners erstellt wurde.

Präsentiert werden kulturelle Schätze in lebendiger und anschaulicher Weise. Musikfreunde, Museums- und Kleinkunstliebhaber kommen bei den vielen verschiedenen Programmpunkten in und zwischen den Museen voll auf ihre Kosten. Eine bunte Palette interessanter Künstler, Führungen und kulinarische Köstlichkeiten werden auch die zehnte Traumnacht zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Um alle Stationen bequem erreichen zu können, sind wieder kostenlose Shuttlebusse im Einsatz.

„Wir wollen die Museen erlebbar und die Kultur des Überwalds zum Event machen“, sagte der ZKÜ-Geschäftsführer. Grasellenbachs Bürgermeister Markus Röth freute sich über „die hervorragende Frequentierung“ dieser einzigen sommerlichen Nachtveranstaltung an mehreren Orten. Für ihn ist es einzigartig, dass der Überwald in dieser Form verbunden wird. „Es gibt selten so viel Mobilität zwischen den einzelnen Orten“, freute sich Röth.

Abtsteinachs Rathauschefin Angelika Beckenbach würdigte das besondere Flair und reichhaltige Angebot. Kultur und Kunst verbindet die Kommunen im Überwald, sagte sie. „Wir treten gemeinsam auf“, blickte sie auf das Zusammenwirken der drei Orte. „Wir gehen von 2500 bis 3000 Besuchern aus“, ergänzte Schröder. Die kommen beileibe nicht nur aus den Teilnehmer-Gemeinden, sondern auch von auswärts bis an die Bergstraße und in den Odenwaldkreis.

Die Hausherren in Aschbach sorgen für die ansprechende Wiesental-Beleuchtung und öffnen das infozentrum, wo es neben der Ausstellung zu den Odenwälder Steinen und Steinbrüchen auch Infos zur Ortsgeschichte gibt. Neben dem Männerquartett und dem Projektchor des Gesangvereins tritt auch die Formation „650 Jahre unplugged“ mit Überwälder Musikern auf.

„Wir machen es uns nicht einfach bei der Auswahl der Künstler“, hob Traumnacht-Urgestein Gundolf Reh hervor. Das Augenmerkt liegt darauf, die Gestaltung immer interessant zu halten. Reh ist bereits seit der ersten Ausführung dabei. Die Bedeutung dieser Veranstaltung ist seiner Meinung nach nicht hoch genug einzuschätzen. „Wir zeigen, was der Überwald alles zu bieten hat“, erläuterte er. Die Resonanz egal von Besuchern oder Einheimischen ist jedes Mal positiv.

Programm-Auswahl

Eine schöne Tradition ist bereits die Teilnahme der Sommerspiele Überwald, die an verschiedenen Stationen Ausschnitte ihres neuen Stücks „Michael Hely“ aus der Feder von Adam Karrillon präsentieren (19 Uhr, Ober-Abtsteinach, Pfarrgarten; 20.30 Uhr Hofwiese; 22 Uhr Affolterbach, Gustav-Adolf-Kirche).

Ebenfalls wieder dabei: die „Timeless Blues Band“. Eigentlich, schmunzelte Gundolf Reh, sollte es im Programm keine schnelle Auftritts-Wiederholung geben. „Aber die waren so gut, dass wir sie wieder haben wollten.“

Gesetzt sind die „Bonanzaz“ ab 20.30 Uhr beim Museum für Alte Läden und Reklame in Hammelbach, das an der Traumnacht öffnet.

In Wald-Michelbach tritt das örtliche Musik-Urgestein Ludwig Münch mit seinen „Rockefellers“ am Einhaus auf. „Der macht schon seit 40 Jahren Musik“, weiß Reh. In den letzten Jahren gab es mehrfach die Anregung, ihn mit ins Boot zu holen, was man jetzt tat.

Helmut Kadel auf Quetschkommode und an der Sackpfeife ist ab 19 Uhr am Überwaldmuseum anzutreffen. „Er möchte mit den Zuschauern Lieder singen“, kündigte Reh an. Am Museum gibt es auch wieder Besenbinder- und Stuhlflechter-Vorführungen. Die Union singt gegen 23 Uhr.

Der 90 Jahre alte Posaunenchor im evangelischen Kirchgarten von Wald-Michelbach (19 und 21 Uhr), die Union an der Kapellenruine Hammelbach (22 Uhr) und der MGV Wallonia Wahlen an der Gustav-Adolf-Kirche Affolterbach zur Eröffnung: Auch die Vereine bringen sich kräftig ein.

Die Freifahrten mit der Solardraisine am Bahnhof Ober-Wald-Michelbach starten um 18 Uhr (bis 22 Uhr). Es gibt nummerierte Tickets im Bereich des Bistros B10. Für eine (kostenpflichtige) exklusive VIP-Tour um 17.15 Uhr ist eine telefonische Voranmeldung unter 06207-2049130 nötig.

Ober-Abtsteinach, Pfarrgarten: 19.30 Uhr „Schulzes“, außerdem Kirchenführungen.

Aschbach, Heckenmühle: Dr. Soul & Mr. Blues ab 19 Uhr

Hammelbach, Motorrad-Museum: Führungen, Trial- und Filmvorführungen, Vortrag „30 Jahre Mauerfall“ (21.15 Uhr); evangelische Kirche, Fotoausstellung von Jürgen Busse; Eisenbahnmuseum geöffnet.

Wald-Michelbach, katholische Kirche: Friedensgebet von 20 bis 21 Uhr.

Siedelsbrunn, „Krone“: Ausstellung von Klienten der Systelios-Klinik.

Krönender Abschluss ist die Lasershow auf der Hofwiese Wald-Michelbach ab 23.40 Uhr.

Infos: Alle Programmpunkte auf http://www.ueberwaelder-traumnacht.de

Buntes Fest zum 50-jährigen Bestehen des Pfarr- und Jugendheims Ober-Abtsteinach

. Viel Betrieb, beste Laune und ein rundes Jubiläum. Das Pfarrfest von St. Bonifatius in Ober-Abtsteinach erfreute sich wie immer eines sehr guten Besuchs. Die verschiedenen Gruppen aus der Pfarrgemeinde boten dabei ein unterhaltsames Nachmittagsprogramm. Und das an einem Ort, dessen 50-jähriges Bestehen an diesem Tag gebührend gewürdigt wurde: dem katholischen Pfarr- und Jugendheim.

Die Katholische Kirchenmusik unter Leitung von Alexander Kropp umrahmte die Begrüßung, bei der neben Pfarrer Christian Stamm auch sein Kollege i.R., Pfarrer Fahl aus Siedelsbrunn, und Bürgermeisterin Angelika Beckenbach willkommen geheißen wurden. Mit dem „Böhmischen Traum“, „El Toro“, Hello Mary Lou“, „Böhmische Liebe“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ sorgten die 30 Musiker für einen sehr beschwingten Start in den Nachmittag. Durch das Programm führte Regina Flödl.

Das Ehrenamtlichen-Team um Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Christa Radesinsky hatte alle Hände voll zu tun, denn es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. In der Küche und an der Kuchentheke waren die Helfer gefordert. Für die Besucher gab es verschiedene Stellwände, an denen unter anderem über die Aktionen des Kindergartens informiert wurde. Eine andere widmete sich dem Jubiläum des Gebäudes.

Anlässlich der 72-Stunden-Aktion wurde zum Lied „Das ist unser Leben“ eine Tanzeinlage von 50 Kindern und Jugendlichen aufgeführt. Was sich hinter der Aktion verbarg, erläuterte Regina Flödl. In diesen drei Tagen erfolgten Bau und Aufstellung von Street-Buddys aus Holz, der Bau einer mobilen Spielstation für den Kindergarten St. Joseph und die Renaturierung des Teichs an der Kapellenruine Lichtenklingen. Organisator des Ganzen war Wolfgang Kohl, als Sprecher fungierten Carina Vettel, Marlene Arnold und Moritz Rech.

Zusammen mit Sarah Hintenlang, die anschließend mittanzte, kündigte Flödl den Auftritt der Kindertanzgruppe mit ihren Erzieherinnen an. Es folgte im Anschluss der Schmetterlingstanz der Kleinsten. Der gemischte Chor der Concordia Unter-Abtsteinach unter Leitung von Carsten Best sang dann „I Believe” und „Only You“, später dann „Die Rose“, „Halleluja“ und „King Jesus“. Eine besondere Erwähnung gab es für Elsbeth Ester, die seit 15 Jahren Waren am Eine-Welt-Stand anbietet. Die sind zu den Öffnungszeiten der KÖB erhältlich.

Eine besondere Attraktion war der Blick in die Zeit zurück. Regina Flödl verlas die Originalrede von Josef Heckmann, die dieser anlässlich der Einweihung des Pfarr- und Jugendheims am 9. November 1969 gehalten hatte. Fotos und Zeitungsberichte dazu ließen sich an der Stellwand in Augenschein nehmen. Daraus wurde deutlich, dass es damals ein für Ober-Abtsteinacher Verhältnisse riesiges Fest gewesen sein muss, als nach mehr als zwei Jahren Bauzeit das Gebäude fertiggestellt wurde.

In den Jahren 1964/65 gab es erste Überlegungen, weil bisher der richtige Raum für Zusammenkünfte fehlte. Am 5. Januar 1965 ging das erste Schreiben an die Diözese in Mainz, „worin auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen wurde“. Die Zusage kam schnell, schrieb Heckmann. Mit den finanziellen Mitteln war es damals aber ähnlich wie heute: Aus Mainz wurde darauf hingewiesen, dass kein Geld dafür zur Verfügung stand.

Aus den Planungen ergab sich eine Bausumme von 170.000 Mark. Bis die Genehmigung vorlag, sollte es aber noch weit mehr als ein Jahr dauern. Im April 1967 kam die Einwilligung von der Diözese, im August des Jahres die vom Kreis. Allerdings hatte man notwendige Arbeiten wie das Ausbaggern der Baugrube schon früher in Angriff genommen. Dabei unterstützte eine Pioniergruppe der US-Armee. Der erste Spatenstich erfolgte am 10. Juni 1967 durch Pfarrer Dengler.

In vielen freiwilligen Arbeitsstunden wurde das Kellergeschoss in Eigenarbeit hergestellt. „Vom Jüngling bis zum Greis, alle schippten Speis“ ist seit dieser Zeit ein geflügelter Begriff im Ort. 60 ehrenamtliche Helfer waren jeden Samstag zu Gange. Der Wintereinbruch beendete die Tätigkeiten vorerst. 1968 stockte der Bau ein wenig. Mauerwerk und Dach wurden mit Müh und Not bis zum Sommerfest fertiggestellt. Ein Jahr später sah es schon ganz anders aus. Kirchenchor und Kirchenmusik zogen ein und hielten bereits ihre Proben ab.

Es fehlte jedoch hinten und vorn an Geld, da die ursprünglichen 170.000 Mark für ein Haus kleineren Ausmaßes gedacht waren. Die Diözese machte dann doch noch 50.000 Mark locker und Spendensammlungen erbachten 70.000 Mark. Trotzdem wurde ein Darlehen über 120.000 Mark nötig. Dessen Bewilligung beförderte den Endspurt, sodass der vorgesehene Einweihungstermin gehalten werden konnte.

 

Bau des Pfarr- und Jugendheim Ober-Abtsteinach

  • Juni 1965: Bau- und Finanzierungsplan eingereicht
  • April 1967: Genehmigung durch die Diözese Mainz
  • Frühjahr 1967: Pioniergruppe der US-Armee hob Baugrube für den Neubau aus
  • Juni 1967: Spatenstich durch Pfarrer Dengler
  • August 1967: Baugenehmigung erteilt
  • November 1967: Kellergeschoss wurde mit dem Betonieren der Kellerdecke in Eigenarbeit fertiggestellt
  • 1968/69: Fertigstellung durch Handwerksfirmen und freiwillige Helfer aus der Gemeinde
  • November 1969: Einweihung des katholischen Pfarr- und Jugendheimes mit feierlicher Prozession