Verein Bushido Wald-Michelbach richtete internationales Karateturnier aus

Schnelligkeit sowie die absolute Beherrschung von Geist und Körper: Diese Attribute machen für Bundestrainer Klaus Bitsch die Faszination beim Kampfsport Karate aus. Dazu kommt noch trotz des „Draufhauens“, wie es der 54-Jährige schmunzelnd etwas plastisch ausdrückt, „der Respekt vor dem Gegner“. Beim „U21-Randori“ waren in der Großraumhalle 600 Starter aus 21 Nationen am Start, um sich für Europa- und Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Von den Mitgliedern seines Nationalkaders ist Bitsch überzeugt. „Da gibt es keine Überraschungen“, sagt er. „Wer sein Niveau mal hat, der hält es auch.“ Neben den Deutschen schätzt er auch  die Ungarn und Dänen als ziemlich starke Karate-Nationen ein. Allerdings laufen die Kämpfe im Modus jeder gegen jeden ab, weshalb alles möglich ist. „Es gibt 45 Finalkämpfe“, betont der Bundestrainer. In den verschiedenen (Alters-)Klassen ist somit alles offen. „Das wird ganz schön hart“, weiß er.

Klaus Bitsch wohnt zwar seit 27 Jahren nicht mehr im Odenwald, ist aber mit seinem Ourewällerisch selbst nach langer Zeit in Thüringen sofort als solcher zu erkennen. Er stammt aus Breitenwiesen, einem kleinen, zu Lautertal gehörenden Weiler. Das Turnier in Wald-Michelbach bezeichnet er als etwas Besonderes, da es das größte seiner Art in Deutschland ist. Es gibt noch ein weiteres im Westerwald und dann natürlich die Deutschen Meisterschaften, erläutert er.

„Alle, die in Deutschland im Karate eine Rolle spielen“, sind seinen Worten zufolge im Überwald am Start. Als Trainer „sieht er jeden gegen jeden kämpfen“, sagt Bitsch. Gerade die Konkurrenz mit anderen Nationen ist interessant. Die Creme de la Creme zwischen sieben und 21 Jahren ist hier am Start. Selbst die kleinsten Pimpfe haben die Bewegungen und Schreie schon voll drauf. Einer, der schon in den vorherigen Turnieren für Aufsehen sorgte, ist Mohamed Özdemir. Den nahm der Bundestrainer bereits bei früheren Teilnahmen in Wald-Michelbach in Augenschein. „Der ist jetzt so gut wie im Nationalkader“, weist er auf das große Talent des Kämpfers hin.

Markus Emmerich und den Helfern des Vereins Bushido ist es zu verdanken, dass das internationale Turnier nach dem Auftakt 2011 wieder einmal in Wald-Michelbach stattfand. Zwischendurch waren auch Mörlenbach und Rimbach dran.  Zur Eröffnung dieses besonderen Sportereignisses kamen auch Bürgermeister Sascha Weber und Landrat Christian Engelhardt vorbei. Grußworte entbot außerdem der Vizepräsident des deutschen Karateverbands, Falk Neumann.

Für den Verein mit seinen 50 Mitgliedern ist die Ausrichtung inzwischen fast Routine. Im ersten Jahr waren es noch 350 Starter, in Mörlenbach zwischenzeitlich 500, 2017 zählte man sogar 670 Teilnehmer. Unterstützung gibt’s von den befreundeten Vereinen in Mörlenbach, Rimbach, Viernheim und Birkenau, die bei der Organisation rund ums Turnier kräftig mit anpacken und die Verpflegung schmeißen.

Um das Sportliche kümmert sich Klaus Bitsch mit seinen Leuten. Island, Nepal, Saudi-Arabien oder Ägypten lauten unter anderem die Herkunftsländer der jungen Sportler. Die Internationalität zeigt sich auch am Stimmengewirr rund um das Verpflegungszelt. Luxemburg, Litauen, Polen, Frankreich, Schweiz oder Österreich sind andere Teilnehmerstaaten. „Ein solches breites Starterfeld findet man in Wald-Michelbach sonst bei Sportveranstaltungen nicht“, zeigt sich Emmerich stolz. „Sogar einer aus Hawaii war schon dabei.“ Denn das internationale Turnier des deutschen Karateverbands dient ja der Quali der Jugendlichen für EM und WM in Tokio im kommenden Jahr.

Für ihn ist es genau diese Internationalität, die das Besondere ausmacht. „Wir haben hier eine ganz tolle Atmosphäre“, schwärmt er.  Zusammen mit Eltern und Betreuern finden sich um die 1000 Besucher vor Ort ein. „Für uns als Verein eine große Leistung“, betont Emmerich. Was bedeutet, dass Hotels und Pensionen im Umkreis restlos ausgebucht sind. Aber die Erfahrung  macht es eben.  Samstagabend gab es die Übertragung des Pokalendspiels als weiteres Highlight.

Randori (japanisch wörtlich: das Chaos nehmen) ist eine Übungsform des Kampfes im Budō, den japanischen Kampfkünsten. Sinngemäß steht dabei der Übungskampf Randori dem Shiai − dem eigentlichen Wettkampf − gegenüber. Beim Randori geht es nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum die zuvor erlernten Techniken im Fluss des Kampfes anwenden zu lernen.

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Irish-Folk-Band Dhalias-Lane kommt am 1. Juni erstmals ins Hoftheater Tromm

Darauf haben die Gäste des Hoftheaters Tromm und Freunde des Irish Folk lange gewartet: Dhalias-Lane, eine der ersten Adressen in Sachen Irish und Celtic Folk in Deutschland, kommen auf Einladung des Hoftheaters erstmals in die Kulturscheune des Höhendorfes. Am Freitag, 1. Juni, geht es dort um 20 Uhr los. Vielen Fans ist die Band noch unter dem Namen „Wild Silk“ in guter Erinnerung. Auch heute sind mit Berk Demiray (Gitarre) und Rainer Burgmer (Flöten) noch zwei Musiker der Stammbesetzung mit an Bord.

So wundert es auch nicht, dass Dhalias-Lane neuerdings wieder viele alte Wild-Silk-Stücke im Gepäck haben, auf die sich die Fans besonders freuen dürfen. Der Zauber der keltischen Musik mit seinen traumhaften Balladen und mitreißenden Tänzen verschmilzt mit gefühlvollen Eigenkompositionen, orientalischen und mittelalterlichen Elementen sowie südländischen Einflüssen zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk, das an Ausdruck und Intensität Maßstäbe setzt und die Menschen begeistert.

Mit mehr als 1400 bundesweit gegebenen Konzerten, zahlreichen Auftritten in Funk und Fernsehen sowie sieben produzierten CDs gehören Dhalias-Lane zu einer der renommiertesten und beständigsten Gruppen dieses Genres hierzulande. Mit ihrer „Teufelsgeigerin“, der Musikpädagogin Bozena Woitasky, und Berk Demiray, der zu einem der besten Gitarristen der keltischen Musikrichtung zählt, wird die sympathische Gruppe auf der Tromm für Gänsehaut-Stimmung sorgen und die Gäste auf eine beeindruckende musikalische Reise entführen.

Noch Beratungsbedarf bei verlängerten Öffnungszeiten für den Abtsteinacher Kindergarten

Bei der Verlängerung der Öffnungszeiten im katholischen Kindergarten St. Josef gibt es noch Beratungsbedarf. Deshalb stimmte die Gemeindevertretung nach längerer Diskussion inklusive Unterbrechung einhellig dafür, das Thema noch einmal abschließend in der kommenden Sitzungsrunde zu behandeln. Zuerst im Haupt- und Finanzausschuss, dann am 15. Juni in der Gemeindevertretung. Bis dahin sollen innerhalb der Kindergarten-Kommission und im Gespräch mit der Kiga-Leitung die offenen Punkte geklärt werden.

Für die Gemeinde entstanden in den vergangenen beiden Jahren Zuschusskosten für den katholischen Kindergarten von ungefähr je 300.000 Euro. Im Vertrag mit der Kirchengemeinde St. Bonifatius, der noch bis Anfang 2022 läuft, ist geregelt, dass die Gemeinde von den laufenden Kosten für Heizung, Reinigung und Strom sowie Personal 50 Prozent trägt. Die katholische Kirchengemeinde übernimmt 25 Prozent. Der Elternanteil beträgt ebenfalls ein Viertel, abzüglich des freiwilligen Anteils der Gemeinde.

Vom Bistum Mainz wurde nun der Entwurf eines neuen Vertrages vorgelegt, der im Moment in der Kommission behandelt wird. Ebenso wurde der Kommune eine Verordnung zum neuen Personalschlüssel zugeleitet, der in sechs Punkten Änderungen beinhaltet. Die Kirche plant aufgrund einer Bedarfsumfrage bei den Eltern die Öffnungszeiten von bisher 7.30 bis 15 Uhr auf 7.15 bis 16 Uhr zu verlängern.

Dies ist aber nur möglich, wenn die Gemeinde dem neuen Personalschlüssel zustimmt. Das würde wiederum Mehrkosten von etwa 66.000 Euro im Jahr bedeuten. Unklare Posten sind da gar nicht erst mit eingerechnet. Die ordentlichen Ergebnisse im aktuellen Haushalt und in der Finanzplanung würden dadurch bis zum Jahr 2020 stark negativ beeinflusst, für 2020 wäre sogar ein Defizit zu erwarten. Erst danach zeichnet sich eine Erholung ab.

Martina Heller (FWV) wies darauf hin, dass berufstätige Eltern auf verlängerte Öffnungszeiten angewiesen seien. Die Stelle eines Berufspraktikanten, wie sie das Bistum fakultativ vorgeschlagen hatte, wollte sie vorerst mit Blick auf den Haushalt nicht einrichten. Investitionen in den Kindergarten sah sie auch als Investitionen in die Zukunft an.

Sebastian Prasch (CDU) betrachtete eine Verlängerung nur bis 16 Uhr „ohne Mehrwert für die Eltern“. Das produziere nur Kosten ohne zusätzlichen Nutzen. Seiner Meinung nach müsste man bis 17 Uhr erweitern. Fraktionskollegin Brigitte Wetzel wies darauf hin, dass es nur 30 Mittagessensplätze gebe. Das Bistum mache aber die Vorgabe, dass jedes Kind Mittagessen bekommen müsse, das bis 13 Uhr betreut werde. Ein Punkt, der bis zur kommenden Sitzung geklärt werden soll.

Wetzel bezeichnete daneben die zusätzlichen Kosten für eine Stunde mehr Betreuung als „immens hoch“. Diese müssten auch auf die Eltern umgelegt werden. „Das ist für ganztags Arbeitende nicht realisierbar.“ Deswegen wollte sie dem neuen Personalschlüssel des Bistums nicht zustimmen. Laut Ursula Jonasdofsky (SPD) nennt sich Abtsteinach eine moderne Gemeinde, sei aber bei der Kinderbetreuung rückständig. „Wir müssen auf 17 Uhr kommen, aber nicht unbedingt in einem Schritt“, sah die eine verlängerte Öffnung bis 16 Uhr als erste Maßnahme an.

Laut Willy Schröder (SPD) ist die Gemeinde in der Pflicht, jungen Eltern die notwendige Infrastruktur zu bieten. Dazu gehören auch Kindergartenplätze. Die Investitionen kosteten auf jeden Fall etwas, meinte er. „Von Mainz wird viel verlangt“, merkte er kritisch an. Selbst wenn es erst einmal nur eine Stunde mehr Betreuung wäre, ist es seinen Worten zufolge wichtig, dass diese zusätzliche Zeit angeboten wird. Ihm pflichtete Janina Becker (FWV) bei.

„Wir sind bei den Plätzen in Zugzwang“, ergänzte Schröder. Julia Jöst (CDU) plädierte dafür, doch erst einmal mehr Kindergartenplätze zu schaffen, anstatt sich mit längeren Öffnungszeiten zu beschäftigen. Kritisch gesehen wurde von Wetzel die Aussage aus dem Rund, dass sich für die Mittagessenssituation eine schnelle Lösung finden lasse.

Ein angeregter Container würde wohl einige planerische Vorlaufzeit in Anspruch nehmen, meinte auch Bürgermeisterin Angelika Beckenbach. Diese führte aus, dass eine weitere Stunde Verlängerung der Betreuung bis 17 Uhr noch einmal 66.000 Euro Mehrkosten im Jahr bedeuten würde. „Ob sich das Bistum daran beteiligt, steht in Frage“, sagte sie. Die Verwaltung werde alle Punkte sukzessive abarbeiten, sicherte sie zu.

Raser in Abtsteinachs Straßen sorgen für Ärger

Bürgermeisterin Angelika Beckenbach hatte in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertreter eine relativ kurze Liste an Mitteilungen. Wieder einmal dabei: die alla-hopp-Anlage und die Straßensanierung. Dauerbrenner: Raser im Ort. Sanierung Ringstraße, Waldstraße, Am Wildenberg: Vor kurzem fand laut Bürgermeisterin ein Ortstermin mit der bauausführenden Firma statt. Hierbei wurde festgestellt, dass es im Pflasterbereich der Ringstraße immer noch an fünf Stellen Beanstandungen gibt, die nachgebessert werden müssen. Die Arbeiten zum Aufbringen der Asphaltdecken seien nun bis zum 4. Juni ab-zuschließen. Danach erfolgt die Montage der Leitplanken.

Alla-hopp!-Anlage: Beckenbach wies auf die kürzliche Übergabe der Unterschriftenliste von der Aktionsgruppe „Pro alla hopp! in Abtsteinach“ mit 753 Unterschriften hin. Ziel der Befürworter sei es zu dokumentieren, dass der Bau der Begegnungs- und Bewegungsstätte in Unter-Abtsteinach „eine Herzensangelegenheit der Abtsteinacher Bürger war und weiterhin ist“. CDU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Wetzel wies darauf hin, dass es gegen die Gewerbegebiets-Erweiterung vor einigen Jahren ebenfalls eine Unterschriftenaktion gegeben habe. Dieser habe man damals nicht diesen breiten Raum eingeräumt und habe sie bei der Gemeinde anders behandelt. „Jetzt gibt es eine neue Bürgermeisterin“, meinte Beckenbach trocken.

Aufgrund der aktuellen Situation in der alla hopp!-Anlage sind verschiedene investive Maßnahmen erforderlich, erläuterte die Rathauschefin. Hierfür entstehen Kosten in Höhe von etwa 5000 Euro. Im Haushaltsjahr 2018 wurden für Einrichtungen und Ausstattungen alla hopp!-Anlage jedoch nur 1000 Euro veranschlagt. Als Deckung der fehlenden Mittel schlug die Verwaltung vor, die Haushaltssperre der Investition Haus der Steine in Höhe von 4000 Euro aufzuheben. Die Gemeindevertretung stimmte dem einhellig zu.

Netzwerk Ortsnahe Versorgung Odenwald (NOVO): Um die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch zukünftig sicherzustellen, hat der Kreis Bergstraße einen Förderantrag beim Land Hessen zur Anstellung einer Psychosozialen Fachkraft auf dem Land (kurz: PauLa) eingereicht. PauLa hat laut Beckenbach die Aufgabe, als Gemeindeschwester Menschen zu unterstützen, die zuhause leben und nicht pflegebedürftig sind. Die Kosten für die Fachkraft sollen sich das Land Hessen (Personal), der Kreis Bergstraße (Fahrten) und die NOVO-Gemeinde, in der die Gemeindeschwester ihr Büro haben soll (Büro und Ausstattung), teilen.

Die defekte Beleuchtung vor der katholischen Kirche wurde repariert und funktioniert wieder einwandfrei, teilte die Bürgermeisterin mit. „Gestern Abend ging sie aber noch nicht“, meinte Brigitte Wetzel, die extra danach schaute. „Sie wird um 23 Uhr ausgeschaltet“, entgegnete Beckenbach schmunzelnd. Gelächter in der Runde.

Geschwindigkeitsmessungen: Auf den Gemeindestraßen wird weiterhin viel zu schnell gefahren. Sebastian Prasch (CDU) wünschte sich Messungen auf drei besonders betroffenen Straßen. Die entsprechende Anzeigetafel soll dort zum Einsatz kommen, sicherte die Bürgermeisterin zu. Als Folge wünschte sich Prasch auch mobile Blitzer. Hier laufen laut Beckenbach noch die Abklärungen über eine Zusammenarbeit der Ordnungsämter mit Wald-Michelbach. Sie rechnet damit, dass man im nächsten Jahr zur Tat bzw. zum Blitzen schreiten kann.

Befreiung von Bebauungsplan-Festsetzungen: Die Gemeindevertretung stimmte einhellig dem Antrag eines Bauherrn in der Lindenstraße zu. Bei dessen Vorhaben wird die zulässige Traufwandhöhe um 2,40 Meter überschritten und beträgt nun 5,90 Meter. Die Bauherrschaft projektiert einen Bautyp mit geschosshohen Außenwänden im Erd- und Dachgeschoss. Wandschrägen im Dachgeschoss seien keine geplant. Die zulässige Firsthöhe von acht Metern werde weiterhin eingehalten.

„Rhein-Neckar-Böhmische“ huldigten beim Kurkonzert in Gras-Ellenbach Ernst Mosch beim Kurkonzert in der Nibelungenhalle

Der unvergessene  Ernst Mosch ließ grüßen. Die „Original Rhein-Neckar-Böhmische“ aus Ladenburg huldigten dem jahrzehntelangen Schaffen der Volksmusik-Größe bei ihrem  Kurkonzert in der Nibelungenhalle. Der Blasmusik-Vormittag stand ganz im Zeichen des 1925 im heutigen Tschechien geborenen Musikers. Ihm und seinen Egerländer Musikanten waren die meisten Stücke beim Konzert gewidmet. Um die zwei Stunden lang spielten die zwölf Musiker Märsche, Walzer und Polkas, dass dem vorwiegend älteren Publikum in Erinnerung an die Jugendjahre das Herz aufging.

Für die junge Kapelle war es erst der vierte öffentliche Auftritt. Den ersten hatte sie vor zwei Jahren bei der Kerwe in Unter-Schönmattenwag. Die zweite Feuertaufe, ebenfalls in Gras-Ellenbach vor einem Jahr, absolvierten die Hobby-Musiker mit professionellem Auftreten mit Bravour. Zwischenzeitlich waren sie auch einmal in Fränkisch-Crumbach aktiv, ehe es jetzt wieder nach Gras-Ellenbach ging, wo die Kapelle von etwa 80 Zuschauern erwartet wurde.

Ein „Sehr gut“ oder ein „Bravo“ aus dem Publikum nach den einzelnen Stücken machte verbunden mit viel Applaus deutlich, dass dieses große Freude an den einzelnen Titeln hatte. Den Schwerpunkt legten die Akteure unter der musikalischen Leitung von Günter Hofmann auf Stücke von Ernst Mosch mit Ausflügen von der Operette über Märsche aus der k. u. k. Zeit bis hin zur Stimmungsparade.

Moderator Thorsten Kurtze führte nicht nur in die einzelnen Stücke, sondern auch ins Leben des 1925 im heutigen Tschechien geboren Ernst Mosch ein. Der kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg kurz in seine Heimat zurück, heiratete dort seine Frau Lydia, musste aber dann fliehen und ließ sich zuerst in Hamburg nieder. Ursprünglich dann als Jazz-Posaunist 1951 nach Stuttgart gekommen, waren die Heimat und ihre Musik in seinem Leben aber stets präsent.

Mosch besann sich auf seine Wurzeln und gründete am 21. April 1956 die Egerländer Musikanten, mit denen er sofort große Erfolge feierte. Einem ersten Auftritt mit 18 Musikern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk folgte eine große Resonanz auf seine Musik. Eine goldene Schallplatte 1960 für eine Million verkaufte Singles war der schnelle Lohn. „Es folgten 40 Jahre erfolgreiches Musizieren“, so Kurtze.

Neben den „Jungen Musikanten“ spielte die Kapelle nicht nur die weltbekannte „Edelweiß-Polka“, sondern auch andere bekannte Melodien aus dieser Zeit. In den einzelnen Stücken setzten die Instrumenten-Gruppen eindrucksvoll ihre Akzente. Mal waren es die Klarinetten, mal die Trompeten, ein anderes Mal die Tenor- und Flügelhörner oder Posaunen, die aufhorchen ließen. Schnell kamen die ersten Zuhörer bei den beschwingten Melodien in Schunkellaune, wurde später sogar mitgeklatscht.

Mit dem Walzer „Böhmischer Wind“ hatte das Ensemble einen Klassiker von Mosch im Programm. Der zeigte, so Kurtze, die große Heimatverbundenheit des Musikers. Die kommt unter anderem in der Zeile „Weit in der Ferne weht der böhmische Wind, er wird noch wehen, wenn wir nicht mehr sind“ zum Ausdruck. Symbolisiert wurde der Wind durch die beiden Klarinetten. Das Lied wurde 1999 auch auf dem Begräbnis von Ernst Mosch gespielt.

„Musik, Musik“, „Im Wäldchen“ oder der „Brautnacht-Walzer“ waren neben dem „Strohwitwer“, dem „Kammbläser-Marsch“ oder diversen Oden an die Heimat wie „Dort tief im Böhmerwald“, „Egerland-Heimatland“ oder „Die schöne Egerländerin“  gerne gehörte Klassiker. „Vajnorska-“ und „Brautschau-Polka“,  der „Egerländer Liedermarsch“ oder eine  Stimmungsparade waren weitere Stücke der Blaskapelle, die sie musikalisch auf hohem Niveau darbot und damit immer wieder viel Beifall einheimste. Letztes Stück im regulären Programm war der „Rocking March“, wobei am Schlagzeug Andreas Staudt glänzen durfte.

Der musikalische Leiter Günter Hofmann ist ein echter Odenwälder aus Brombachtal. Er war viele Jahre Mitglied der Blaskapelle Langen-Brombach und auch bei der Dorfkapelle Lauerbach aktiv. Nach dem Umzug vor neun Jahren nach Ladenburg scharte er dort eine große Zahl Holz- und Blechbläser um sich, die seine Liebe zur Musik von Ernst Mosch teilten. Die kommen neben Ladenburg auch aus Dossenheim, Heidelberg, Wiesloch, Wahlen, Michelstadt und Waibstadt. „Musikalisch haben wir fleißig geprobt und unser Repertoire um einige Stücke erweitert“, sagte Hofmann

Anti-Windkraft-Bürgerinitiativen bleiben weiterhin am Ball

Wind ging zwar keiner, wie schon der Name „Schwachwindfest“ nahelegte. Aber leider gab es dafür umso mehr (nicht vorhergesagten) Regen, als die Windkraftgegner zum Grillfest an der Ober-Abtsteinacher Grillhütte eingeladen hatten. Doch zum Glück hatten die Organisatoren vorgesorgt und einige zusätzliche Zelte aufgestellt, sodass die Bürger bei Gegrilltem und Getränken gemütlich beisammen sitzen konnte. Dabei entwickelten sich dann etliche Informations- und Diskussionsgespräche.

„Wir wollen die Menschen aus dem Überwald mitnehmen“, erläuterte Udo Bergfeld die Motivation zur Veranstaltung. Es heiße oft, dass die Windkraft ganze Dörfer in zwei Lager teile. Die wolle man mit dem Fest wieder an einen Tisch bringen. Es gehe darum Brücken zu bauen, über das Thema zu reden und Informationen auszutauschen. „Wir wollen keine Zweiteilung“, betonte er.

Veranstaltet wurde das Fest vom Verein Naturschutz und Gesundheit Südlicher Odenwald in Zusammenarbeit mit den BIs Gegenwind Siedelsbrunn und Ulfenbachtal. Der Name ist dabei Programm: „Wir leben in einer Schwachwindzone“, verdeutlichte Bergfeld. In der aber trotzdem aufgrund der staatlichen Subventionen Windräder in die Landschaft zementiert werden.

Die BI wollten ihre Sicht der Dinge darstellen und damit dazu beitragen, dass die Bürger nicht nur einseitig mit den entsprechenden Infos versorgt werden, erläuterte er. Deshalb konnte man auf der Wiese auch Einblick in einen Teil der Dokumentation rund um die Entwicklung am „Stillfüssel“ nehmen.

Anhand der vielen Bilder könne man sich jetzt eventuell vorstellen, was beim Bau der Anlage alles vor sich ging, so Bergfeld. „Viele kennen den Stillfüssel in dieser Form vielleicht noch nicht‘“, meinte er. Außerdem ging es natürlich in den Gesprächen um die aktuellen Verfahren. Ganz konkret um den Widerspruch der BI gegen den Stillfüssel-Sofortvollzug, der vom Verwaltungsgericht Kassel abgelehnt worden war, wogegen die BI nun Einspruch einlegten.

„Wir sind in Revision gegangen“, erläuterte Stephan Hördt. Sollte man damit erfolgreich sein, „stehen hier fünf Schwarzbauten“, deutete er auf den gegenüber liegenden Höhenrücken. Bei dieser Klage gegen den Betrieb rechnet man mit einer Entscheidung im Laufe dieses Jahres. Die Hauptklage gegen das komplette Projekte vor allem aus naturschutzrechtlichen Gründen (Stichwort Schwarzstorch und Uhu) steht allerdings noch aus. „Die Entscheidung dürfte wohl noch zwei oder drei Jahre dauern“, meinte Hördt.

„Die Entega nutzt den Windpark auf eigenes Risiko“, verdeutlichte Bergfeld. Sollte die Klage der BI erfolgreich sein, kämen bei einem Rückbau keine Kosten auf die Gemeinde zu, betonte er. Die Aktivisten wollten beim Fest weiter darauf hinweisen, „dass es nicht mit fünf Anlagen getan ist“. Schon jetzt stehen am Kalhberg und am Greiner Eck weitere. Käme der Regionalplan zum Tragen, „werden noch viel mehr kommen“, warnte Hördt.

Wie Bergfeld ergänzte, „sollen die Leute begreifen, dass alles noch am Laufen ist“.  Auch die Anlagen auf dem Kahlberg seien gerichtlich noch nicht endgültig bestätigt. Deshalb werden die Donnerstagsdemos in Wald-Michelbach fortgesetzt. Die kommende am 24. Mai findet genau ein Jahr nach dem Start der Demonstrationen statt. Aktive der Bürgerinitiativen kümmerten sich beim Fest um das Wohl der Gäste, während auf der Bühne die Band „Ofos“ (Old farts on stage) bekannte Songs spielte

Für Bergfeld ist eindeutig: „Wir sprechen uns ganz klar gegen die dort projektieren Anlagen aus.“ Würde der Regionalplan 1:1 umgesetzt, wären sieben Prozent der Odenwaldfläche mit Windrädern zugepflastert. „Die gehören hier nicht her“, sagte er. Das Gebiet sei in sich ein Naturpark und diene den Menschen zur Naherholung. In Deutschland gebe es bereits 30.000 Windräder. Damit sei man bei den Erneuerbaren Energien am Limit angekommen, mehr lasse sich gar nicht nutzen. „Wir müssen bereits jetzt Strom ins Ausland abfließen lassen“, kritisierte er.

Schon jetzt zeigen sich laut Bergfeld die negativen Begleiterscheinungen der fünf Windräder auf dem Stillfüssel. Die Menschen in Siedelsbrunn und Schönmattenwag klagten über Schallbeschwerden durch die ständigen Rotorengeräusche. „Man kann sich nicht mehr auf den Balkon setzen“, verdeutlichte er.

Info: 44. Donnerstagsdemo gegen Windkraft in Wald-Michelbach am 24. Mai, 18 Uhr, Start Ecke Schul- und Ludwigstraße

 

„Friends live“ begeisterte bei der Affolterbacher Kerwe 500 Fans bis tief in die Nacht

Der Titelverteidiger hatte wieder die Nase vorn:  „Auf geht’s ihr Blauen“ holte aufs Neue den Titel beim vierten Menschen-Kicker-Turnier anlässlich der Affolterbacher Kerwe. „Stoanisch United“, der Sieger von 2016, zog im Finale der Kürzeren und musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Immerhin, denn im Jahr zuvor hatte es nicht einmal dafür gereicht. Die SCA Ultras, vereinigt mit den „Blue Boys Affolterbach“, 2017 noch auf Platz 2, holten dieses Mal die Bronzemedaille.

Drei Mal griff eine Kerwejugend ins Geschehen ein: aus Affolterbach, Wahlen und Scharbach. „Schobbepetzer“, „Team Snake“, „Druff un de wärrer“, FC Saufhemden oder FC Dauerdicht lauteten die weiteren illustren Namen der teilnehmenden Mannschaften. Die Dauerdichten wollten dieses Mal unbedingt ins Finale kommen und stellten deshalb sogar zwei Teams. Aber vergebens: die anderen Mannschaften waren besser.

Das Turnier veranstaltete der SVA am Samstagnachmittag anlässlich der Kerwe. Der Andrang und der Spaß waren groß: 18 Mannschaften mit fünf Feldspielern und einem Torwart kämpften über fünf Stunden lang im überdimensionalen Tippkicker-Feld um den Titel des Kerwemeisters. Eine Riesengaudi für alle Beteiligten, die sich immer noch großer Beliebtheit von Weinheim über Abtsteinach und Wald-Michelbach bis nach Wahlen erfreut.

Das Kicker-Turnier, 2015 Jahr das erste Mal durchgeführt, habe – neben den Konzerten – „den besten Zuspruch unserer Kerwe-Attraktionen“, freute sich Jörg Rettig vom SV-Förderverein. Auf dem Sportplatz war es richtig voll. Mannschaften und Zaungäste hatten bei tollem Wetter viel Spaß. Zwei Mal fünf und zwei Mal vier Mannschaften in je zwei vier Gruppen standen sich je sieben Minuten in der Vorrunde gegenüber. Die Finalrunde lief nach dem bewährten K.o.-Prinzip ab.

Am Abend zuvor hatte die Coverpartyband „Friends live“ für ein Kerwe-Highlight gesorgt. 500 Fans in der Peter-Heckmann-Halle feierten eine heiße und lange Party bis in den frühen Morgen. Das eher jüngere Publikum kam erst zu späterer Stunde zahlreich in die Halle, aber zum Schluss hin war wirklich jeder in Bewegung. „Ich bin um halb vier nach Hause und da haben die immer noch gespielt“, lachte Rettig. Um 7 Uhr war dann Kehraus. Vom Anfang bis zum Ende war die Peter-Heckmann-Halle voll.

Mit gleich drei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Vitor Lopes Ramos aus Portugal brachte südländisches Flair ins Programm. Latinsongs brachten die Gäste ins Urlaubsfeeling. Dennis Bergsch und Katrin Reinhold sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Wetter oder Schlager.

Thomas Höflein (Gitarre), Joe Zenk (Bass), Florian Jöchner (Keyboard), Helder Lopes Ramos (Drums) waren für die treibenden Rhythmen zuständig. Ob es nun „Highway to hell“  von AC/DC war, „Westerland“ von den Ärzten oder „Dangerous“ von David Guetta: Diese Stücke hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie Songs von den Pitbull, Jan Delay, Robbie Williams oder Nena. Zusammen mit Stücken von Ed Sheeran („I see fire“), Linkin Park („In the end“) oder Bon Jovi („It’s my  life“) der beste Mix, um die Gäste bei Laune zu halten.

Der SV war sehr zufrieden mit dem Abend. Denn mit „Friends live“ hatte man die Truppe erstmals für die Kerwe verpflichtet. Zuvor hatte die Band nur vor etlichen Jahren einmal beim traditionellen Konzert zwischen den Jahren gespielt. Es herrschte „eine super Stimmung“ – wie bereits an den anderen Kerwetagen, die für die Veranstalter ebenfalls mehr als gut liefen.

Zum Relaxen machte sich am Abend Strandfeeling breit. Der SVA hatte eine Beachbar aufgebaut, an der es leckere selbst gemixte Cocktails gab. DJ Richy aus Fahrenbach legte viele Hits auf, sodass keine Langeweile aufkam. Bei herrlichem Frühlingswetter wurde es wieder ein langer Abend mit südlichem Feeling.

Der anfängliche Kerwegottesdienst mit Pfarrerin Tabea Graichen in der Gustav-Adolf-Kirche war sehr gut besucht. Er hatte Elia und die Ortsgemeinschaft zum Thema. In seinem Rahmen wurden auch sechs Konfirmanden eingeführt. Die Kerwekids wussten einige lustige Begebenheiten aus dem Ort. Danach zogen die Kinder und Jugendlichen durch den Ort und  machten sich auf die Suche nach der Kerwe. Die wurde dann am Salzberg ausgegraben.  In der Halle feierte die lustige Schar weiter.     (Foto: Friendslive-Fanpage)