Den Ärmsten der Armen helfen: Benefizkonzert zugunsten des Namaste Nepal Projects aus Olfen

Dass sich Steffi Selic für Nepal engagiert, hat mit einem prägenden Ereignis zu tun, das sie am eigenen Leib erfuhr: Die Olfenerin war im April 2015 im südostasiatischen Land unterwegs, als ein schweres Erdbeben die Region verwüstete, hunderte tötete und hunderttausende obdachlos machte. Zurück im Odenwald, gab es für sie nur ein Ziel: den Menschen in dieser armen Region zu helfen. Der Kontakt zum Erbacher Heinz Müller mit seiner Stiftung hatte nun das Benefizkonzert im Bürgerhaus zugunsten des Namaste-Nepal-Projects zur Folge. Das hat Steffi Selic zusammen mit ihrer Schwester Julia ins Leben gerufen.

Müller war vor 30 Jahren selbst mehrfach in Nepal. Er entschloss sich schon damals, die Menschen zu unterstützen. „Ich habe gemerkt, dass es dort an Vielem fehlt.“ Über seine Stiftung „Fröhliches Kind“ versuchte er auf verschiedenen Wegen zu helfen. Vor zwei Jahren kam er mit den Schwestern aus dem Beerfeldener Stadtteil in Kontakt, nachdem Müller vorher bereits mit einer Nepalhilfe in Bayern zusammenarbeitete.

Das Benefizkonzert ist sein erstes überhaupt und wurde in Zusammenarbeit mit dem nebenan liegenden Kloster „Buddhas Weg“ durchgeführt. Die Künstler aus Deutschland und Österreich „sagten gleich zu“, freut sich Müller über das Feedback. Er hätte sich allerdings eine größere Resonanz gewünscht, denn der Bürgerhaus-Saal war nicht besonders gut gefüllt. Der Odenwald-Tiroler Gerd Emig, Lorena Lenz, Kim Jana, Acarina und Daniela Ulrich traten für den guten Zweck auf.

Bundestagsabgeordneter Michael Meister sprach auch im Namen der Schirmherrin, Erster Kreisbeigeordneter Diana Stolz, und des Kreisbeigeordneten Volker Buser Grußworte. Das Erdbeben vor zweieinhalb Jahren sei schon fast wieder in Vergessenheit geraten, meinte er. Doch immer noch seien 700.000 Menschen obdachlos und lebten in Notbehausungen. Seinen Dank an Müller verband Meister mit seiner Hoffnung auf große Unterstützung durch die Besucher.

Nachdem Steffi Selic ihren Master gemacht hatte, „wollte ich etwas reisen“, erzählt sie. Und kam dabei unverhofft 2015 mitten ins Erdbeben. Eine prägende Erfahrung, die die Olfenerin nicht losließ. Zurück in ihrem kleinen Dorf, überlegte sie, „wie ich den Menschen etwas zurückgeben kann“. Start der Spendenaktion war mit selbstgemachten Marmeladen, die für den guten Zweck veräußert wurden. Bei zwei weiteren Aufenthalten wurden dort hergestellte Waren mitgenommen, um sie dann in Deutschland zu verkaufen.

2016 waren die Schwestern von März bis Juni vor Ort, in diesem Jahr im September. Insgesamt wurden durch Spenden und Verkauf über 3000 Euro eingekommen. „Das Geld kommt 1:1 in Nepal an“, versichert Steffi Selic. Im kommenden Jahr ist der nächste Aufenthalt für April und Mai geplant. Dann wollen beide am Aufbau einer Schule in einer der ärmsten Regionen mitwirken.

Die Ethnologie-Studentin Stefanie nutzt dafür ihre Semesterferien an der Uni Heidelberg, Ergotherapeutin Julia nimmt ihren Jahresurlaub. „Nepal war der Grund für meinen Studienwunsch“, erläutert Steffi, wie das Erdbeben ihre Ausbildungsweg beeinflusste. Außerdem lernt sie am Heidelberger Südostasieninstitut die Sprache, um sich vor Ort besser verständigen zu können.

„Leider sieht es gerade in den abgelegenen Dörfern immer noch so aus wie direkt nach der Katastrophe“, bedauert Julia Selic. Eigentlich wollten die Schwestern am Wiederaufbau eines Dorfes mitwirken. Allerdings holte sie die Realität ein. Nachdem ein Jahr später nach dem Erdbeben noch immer nichts passiert, definierten sie ihre Ziele neu. Andererseits gab der Stillstand auch einen neuen Motivationsschub unter dem Motto „Jetzt erst recht“.

„Wir haben überlegt, wo unsere Hilfe möglichst langfristig wirkt und wie wir möglichst vielen helfen können“, sagt Steffi Selic. Da kommt die Schulbildung ins Spiel: „Die ist das Allerwichtigste“, betont die Studentin. Dann haben die Kinder die Möglichkeit, später einen guten Job zu finden, mit dem sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. An den touristischen Zielen geht der Wiederaufbau schneller voran, hat Julia beobachtet. „Es gibt jedoch auch Flecken, wo überhaupt noch nichts passiert ist.“

Genau einen solchen haben sich die Schwestern fürs nächste Jahr herausgesucht: das Dorf Sagardanda im Bezirk Solukhumbo. Dieser Distrikt liegt im Mount-Everest-Gebiet, allerdings nicht an einer der bekannten Wanderrouten. Deshalb geht dort quasi nichts. Steffi und Julia können sich bei ihrem Vorhaben der Unterstützung der ganzen Familie sicher sein. Aber nicht nur von der: „Es helfen so viele, das ist der Wahnsinn“, meint Stefanie.

Sie weiß ein schönes Beispiel: „Meine Mutter ging letztens in die Bäckerei. Da wurde sie von einer anderen Kundin auf unsere Hilfsaktion angesprochen.“ Die fackelte nicht lang bei der Bestätigung und drückte ihr 100 Euro für die Nepalhilfe in die Hand. „Wir haben ein sehr positives Feedback“, freut sich auch Julia Selic. Sie führt das darauf zurück, „dass es eine private Aktion ist, das Geld ohne Abzüge im Land ankommt und alles sehr transparent abläuft“.

Weitere Infos unter www.facebook.com/namastenepalproject oder E-Mail namastenepal@gmx.de. Der Namaste Nepal-Kalender ist für 17 Euro unter anderem bei der Sparkasse Starkenburg und der „Leseratte“ in Wald-Michelbach erhältlich.

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Georg Klos singt seit 60 Jahren: Weihnachts- und Familienfeier des Gesangvereins Harmonie Ober-Schönmattenwag mit Ehrungen

Ehrungen und Musikvorträge standen im Mittelpunkt der diesjährigen Weihnachts- und Familienfeier des Gesangvereins Harmonie im Haus des Gastes. Dabei wurde Georg Klos für seine 60-jährige aktive Sängertätigkeit geehrte. Er erhielt vom Vorsitzenden des Sängerkreises Weschnitztal-Überwald, Wolfgang Schlapp, und dem Vereinsvorsitzenden Christof Klos Urkunde, Ehrennadel und Präsent des hessischen Sängerbundes und des deutschen Chorverbands überreicht.

Der zweite Vorsitzende Dieter Walter leiht der Harmonie bereits seit 40 Jahren seine Stimme. Dafür wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Für 40 Jahre passive Mitgliedschaft wurde Heinz Ballmann von Christof Klos geehrt. 60 Jahre ist der gebürtige Schimmeldewäer Peter Trumpfheller dabei. Er wohnt allerdings in den Vogesen und konnte nicht bei der Feier vorbeischauen. Die findet im Haus des Gastes statt, seitdem das 1982 erbaut wurde. Vorher war der Verein in örtlichen Gastwirtschaften unterwegs, die aber zu klein wurden.

Beide Laudatoren bedankten sich bei den Jubilaren für deren jahrzehntelange Mitgliedschaft und die immerwährende Unterstützung, die sie stets zum Wohl des Vereins und des Chorgesangs leisteten. Sie erhielten Urkunden sowie ein Präsent. Einen Blumenstrauß gab es für die Ehefrauen der Jubilare, die ihre Männer immer mal wieder für Probentermine oder Veranstaltungen entbehren müssen. Den auswärtigen Sängern, die jedes Mal ein paar Kilometer bis zur Harmonie zurücklegen, dankte der Vorsitzende ebenso wie den vier jüngsten Sängerinnen unter 18 Jahren. Er selbst erhielt für seine Arbeit als Vereinschef und Vizechorleiter ebenfalls Dankesworte.

Das kommende Jahr bringt durch die Feierlichkeiten zum 140. Jubiläum der Harmonie verschiedene Großereignisse mit sich. Klos gab einen kleinen Ausblick auf das Anstehende. Dem Theaterwochenende im März folgt am 21. und 22. April eine geballte Chorprobe in Bad Soden. Natürlich steht dort auch die Vorbereitung aufs große Jubiläumswochenende Ende Oktober im Vordergrund. Der Odenwälder Shanty Chor ist am Samstag, 5. Mai, im Haus des Gastes mit seinem neuen Programm „Dorscht“ zu sehen. Im Sommer gibt es wieder den Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe.

Eingerahmt waren die Ehrungen in die musikalischen Aufführungen des gemischten Chores unter der Leitung von Dirigentin Ria Günther. Der Vorsitzende bedankte sich auch bei ihr für die musikalische Arbeit im abgelaufenen Vereinsjahr. Für die Betreuung des Sängerheimes richtete Klos Dankesworte an Patrick und Michael Walter sowie an Notenwartin Anika Klos. Sie erhielten gleichfalls ein Präsent.

Mit sechs Liedern stimmte der gemischte Chor nach dem Essen auf die Weihnachtszeit ein. „Weihnachten bitte wenden“, „Süßer die Glocken nie klingen“, „Let my light shine bright“ oder „Somebody’s knockin‘ at my door“ wurden unter der Leitung von Ria Günther zu Gehör gebracht. Es gab außerdem einen Auftritt der Harmonie-Blasgruppe.

Mathias Sauer am Tenorhorn, Hannah Klos und Emily Uhrig auf den Flöten sowie Ulrike Klos am Saxophon und Christof Klos an der Gitarre hatten verschiedene besinnliche Lieder wie „Fröhliche Weihnachten“, „Tochter Zion“ oder „Es wird scho glei dumpa“ im Gepäck und erhielten dafür viel Applaus. Die Bläsergruppe aus Wald-Michelbach unterhielt mit alpenländisch-weihnachtlicher Folklore. Mitsingen war ganz zum Schluss angesagt, also die fünf Musiker „O du Fröhliche“ anstimmten.

Mit der reichhaltigen Tombola, wiederum sehr unterhaltsam von Donat Skroch moderiert, klang die diesjährige Weihnachts- und Familienfeier der Harmonie aus. Vereinsmitglieder, Geschäftsleute und Gaststätten hatten die Gewinne zur Verfügung gestellt, der Verein noch ein paar hinzugekauft. Skroch wusste selbst die absurdesten Gewinne in nette Worte zu verpacken und den manchmal etwas gequält lächelnden Losbesitzern schmackhaft zu machen. Einen Stoffminion für die Autorückbank braucht doch jeder. Oder eine große Dose Nivea-Creme: passt in jedes Bad. Dazu noch ein undefinierbares Kissen und die eigene Couch hat gleich einen schönen Farbtupfer

Parkplatz soll für die Schneefans in Siedelsbrunn ordentlich angelegt werden

Mit dem Ortsausgang Richtung Kreidacher Höhe befassten sich zwei Themen in der Siedelsbrunner Ortsbeiratssitzung. Der linksseitig gelegene Parkplatz wird gerade im Winter bei Schnee gut frequentiert – wie auch jetzt wieder über Wochenende. Das zeigte sich ebenfalls schon kürzlich, als die ersten weißen Flocken das Rodeln auf dem gegenüber liegenden Hang möglich machten und sich prompt viele Wintersport-Fans einfanden.

Wie Ortvorsteher Helmut Gremm sagte, wünschte man sich eigentlich im Ortsbeirat, dass die Parkfläche schon für diese Wintersaison ordentlich angelegt sein und damit mehr Stellplätze bieten sollte als bisher. Bürgermeister Sascha Weber sagte, dass die Gemeinde erst seit wenigen Wochen Eigentümer sei und die Zeit nicht mehr reichte. Im Frühjahr soll aber die Umsetzung der Maßnahme erfolgen. Gremm bat darum, dass zumindest bald die großen Felsbrocken entfernt werden, weil diese eine Unfallgefahr darstellen.

In diesem Zusammenhang sprach der Ortsvorsteher auch den Bürgersteig in der Straße „Zum Tannenberg“ an. Das letzte Teilstück am Gasthaus Morgenstern zur Landesstraße hin sei „leider nicht ausgebaut“. Hier kommt wieder genannter Parkplatz ins Spiel. Da er rege genutzt wird, ist dieser Ausbau laut Gremm wünschenswert. Denn die Stelle bedeute für Fußgänger eine gewisse Unfallgefahr. Wie der Bürgermeister entgegnete, gehört der Gemeinde nur ein Teil des notwendigen Geländes. Mit dem anderen Eigentümer, dem Land Hessen, sei man im Gespräch. Er sei guter Dinge, dass die Maßnahme in 2018/2019 umgesetzt werden könne.

Am Spielplatz „Lichterklinger Straße“ wurden vom Bauhof Heckenschnittarbeiten durchgeführt und neue Spielgeräte aufgestellt. Während Gremm der Meinung war, es fehle noch eines, hatte Weber die Info, dass sämtliche auf den verschiedenen Spielplätzen der Gemeinde aufzustellenden Geräte vom Bauhof montiert wurden. Aus der Zuhörerschaft kam der Vorschlag, ein Hinweisschild aufzustellen. Denn der Platz sei von der Straße her nicht zu sehen. Die Spielfläche soll gelegentlich vom Jugend- und Seniorenausschuss besichtigt werden.

Unter anderem dank einer großzügigen Spende wurden auf dem Mehrgenerationen-Spielplatz am Hardberg bereits einige Geräte aufgestellt. Allerdings seien zwei bis drei weitere „sehr wünschenswert“, so Gremm. Zum Thema Walderlebnispfad habe es nochmal eine Begehung mit Nabu, Bürgermeister, Zukunftsoffensive und ihm als Ortsvorsteher gegeben. Dabei wurde das Konzept überarbeitet. Es sind verschiedene Module wie Wald, Gestein, Vogelnest, Laub und Klangstation vorgesehen.

Gremm wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es entsprechende Beschlüsse der Gemeindevertretung und des Ortsbeirats für dieses Vorhaben gab. Eine Zuschauerin stellte allerdings die Sinnhaftigkeit in Frage. Der Wald sollte sich selbst überlassen werden, meinte sie. Sowohl Gäste als auch Ortsbeiräte und Gemeindevertreter drangen darauf, dass zusammen mit der Umsetzung ebenso die Pflege der Anlage geregelt werden solle. Wie Gremm erläuterte, sei dies bereits geschehen.

Eine lange Liste an „Verschiedenem“ gab es zum Schluss der Sitzung. Neben einem großen Schlagloch Richtung Friedhofsparkplatz, das gefüllt werden muss, ging es auch um den schlechten Zustand des Fußwegs zwischen Lichtenklinger Straße und Am Hardberg. Hier soll es nach dem Winter in Absprache mit dem privaten Eigentümer des Geländes Abhilfe geben.

Eine Hundetoilette im Bereich des Schwimmbadwegs will Bürgermeister Weber prüfen lassen. Er wies aber gleichzeitig auf den hohen Unterhaltungsaufwand hin. Hans Trumpfheller hatte an seinen dementsprechenden Antrag erinnert. Unterschiedliche Meinungen wurden zum Thema Radar-Kontrollen ausgetauscht. Der Rathauschef ließ durchblicken, dass er persönlich „festen Blitzern“ durchaus positiv gegenüber stehe.

Abenteurer Arved Fuchs reist mit den Wald-Michelbachern am 10. März in die Antarktis

Eine „Reise ans Ende der Welt“ gab den Ausschlag dafür, dass Arved Fuchs am Samstag, 10. März, nach Wald-Michelbach kommt. Wolfgang Wagner vom Überwälder Schulsportclub (ÜSC) unternahm die Tour 2016 und war davon so begeistert, dass er danach nur noch ein Ziel kannte: den bekannten Abenteurer in den Überwald zu holen. „Kap Hoorn – Antarktis“ heißt die Multivisionsshow über „Segeln im Reich der Stürme“, die in der Rudi-Wünzer-Halle um 19.30 Uhr stattfindet. Der Vorverkauf läuft.

In der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) fand Wagner einen Partner, um seine Begeisterung über die Expedition an sich und die besonderen Landschaften in Form einer Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Ein bunter Unterstützerkreis von hiesigen Unternehmen sorgte dafür, dass das Vorhaben realisiert werden konnte. „Es hat wunderbar geklappt, Sponsoren zu finden“, freute er sich. Nach längerem Tauziehen stand dann auch der Termin im Überwald fest.

Genau vor einem Jahr war der ÜSC-Vorsitzende an Bord des Segelschiffs „Dagmar Aaen“ in der Antarktis. „Das hat mich total fasziniert“, sagte er. Es waren anstrengende dreieinhalb Wochen, die ihm da vom Mörlenbacher ServicePlus-Reisebüro vermittelt worden waren. „Aber es hat sich gelohnt.“ Einen Besuch in Patagonien und in der Atacama-Wüste hing Wagner noch dran.

Die Begleitung und die Vorträge von Arved Fuchs hatten es dem ÜSC-Vorsitzenden angetan. „Ich bin überzeugt von ihm als Mensch und wollte ihn nach Wald-Michelbach holen“, berichtete er bei der Vorstellung der Multivisionsshow. Der Abenteurer, 1953 in Bad Bramstedt geboren, erreichte als erster Mensch Nord- und Südpol in einem Jahr zu Fuß. Er bereiste vor allem die Kältezonen wie Arktis, Antarktis oder Grönland mit dem Schiff.

Gleichzeitig schildert Fuchs in seinen Shows, wie er mit Extremsituationen umgeht. Dabei zeigt sich, „wie man ein Team zusammenfügt“. Jede Tour ist immer wieder ein Überlebenskampf. „Es hat mich total begeistert“, so Wagner. Er kann Fuchs stundenlang zuhören. „Es wird nie langweilig.“ Der Abenteurer bietet verschiedene Themen an. Wagner entschied sich für Patagonien, Kap Hoorn und Antarktis. Die zweistündige Show ist auf eine Acht-Meter-Leinwand zu sehen. Es werden brillante High-Definition-Filmaufnahmen, gepaart mit exzellenten Fotoaufnahmen und historischen Bewegtbildern geboten.

Schon jetzt sind Kartenanfragen aus Sinsheim, Offenbach oder Babenhausen zu verzeichnen, obwohl der Vorverkauf gerade startete. Das stimmt Wolfgang Wagner optimistisch, dass die 400 Plätze in der Rudi-Wünzer-Halle (als „sehr gutem Veranstaltungsort“) zumindest zum Großteil weggehen werden. Arved Fuchs wird auch seine 18 Bücher im Gepäck haben, die er zwischenzeitlich verfasst hat. Der ÜSC-Vorsitzende geht davon aus, dass er auch etwas über Umwelteinflüsse und Klimaveränderungen sagen wird.

Eine Legende ist immer noch der „Streit“ von Fuchs mit Reinhold Messner bei der Südpolexpedition 1989. Die wurde natürlich bei Wagners Schifffahrt auch angesprochen. „Man muss für solch eine Tour keine besten Freunde sein“, habe Fuchs gesagt. Es handelte sich um eine professionelle Zusammenarbeit. Denn nur im Team lasse sich ein solches Vorhaben verwirklichen. Letztlich, so Wagner, sei es beim Disput um die Geschwindigkeit gegangen. „Messner wollte schneller unterwegs sein“, lachte er.

Im August 2015 brach Arved Fuchs mit seinem Segelschiff „Dagmar Aaen“ zu der 21.000 Seemeilen umfassenden „Ocean Change“-Expedition auf. Ziele der langen Reise waren Feuerland mit dem legendären Kap Hoorn und die Antarktis. Die Multivisionsshow nimmt den Betrachter mit an Bord, zeigt ihm die Enge des Schiffes, die alltägliche Routine. In fantastischen Aufnahmen wird der Zuschauer auf seine Seefestigkeit getestet. Die „Roaring Forties“ und die „Furious Fifties“ hatten Schiff und Crew fest im Griff.

Bereits im 19. Jahrhundert waren frühe Entdecker mit ähnlichen Schiffen in der Antarktis unterwegs. Die Antarktis ist die größte Eiswüste der Erde, der Kontinent Antarktika ist flächenmäßig sogar größer als Europa. Trotz dieser Dimensionen entschloss sich Fuchs, diesen Kontinent auf Skiern zu durchqueren, um den Südpol zu erreichen. Die Nachempfindung der historischen Endurance-Expedition von Sir Ernest Shackleton inklusive der Durchquerung von South Georgia gehört sicherlich zu den Höhepunkten der Expeditionen. Beide Unternehmungen werden thematisiert. Ergänzt wird der Vortrag mit neuen faszinierenden Bildern der Reise mit der „Dagmar Aaen“ aus dem Jahr 2016.

Info: Kartenvorverkauf für die Multivisionsshow „Kap Hoorn – Antarktis“ von Arved Fuchs am Samstag, 10. März, in Wald-Michelbach bei Sparkasse, Rathaus und Buchhandlung Leseratte sowie beim Diesbach-Medien Kartenshop oder unter E-Mail tickets@uesc-waldmichelbach.de. Im Vorverkauf kosten die Tickets 18, an der Abendkasse 20 Euro. Beginn ist im 19.30 Uhr (Hallenöffnung 18.30 Uhr) in der Rudi-Wünzer-Halle. Präsentiert wird die Veranstaltung vom ÜSC Wald-Michelbach.

„Millennium“: Das Gitarren-Duo aus dem Weschnitztal covert klassisch-akustisch

„Hymn“ von Barclay James Harvest mit zwei klassischen Gitarren und einer Rockröhre am Mikro, „Jump“ von Van Halen mit leicht spanischen Klängen von den zwölf Saiten: Bei „Millennium“ gibt es nichts, das es nicht gibt. Andreas Singer aus Rimbach und Rainer Müller aus Fürth bilden seit fast 20 Jahren das kongeniale Duo ohne Scheu vor musikalischen Grenzüberschreitungen. Ob dann mal Fritz Strößinger von den „Starfuckers“ den BJH-Song raushaut oder Barbara Boll und Marion La Marché den beiden ihre Stimme leihen: Heraus kommt etwas Außergewöhnliches.

Cover-Bands gibt es ja wie Sand am Meer, aber eine Formation, die vom altbekannten Rock-Klassiker bis hin zum groovigen Pop-Hit lediglich mit zwei akustischen Gitarren, bei Bedarf einem abgespeckten Schlagzeug und zwei talentierten Sängerinnen daherkommt, doch recht selten. Ihre musikalische Leidenschaft fanden Singer und Müller im Spiel der klassischen spanischen Gitarre. Der warme Klang der Instrumente bildet das Fundament und die stilistische Basis dieser Formation.

Mit vollen Einsatz: „Ich hab‘ mir die Finger blutig gespielt“, lachte Andreas Singer kürzlich nach einem dreistündigen Auftritt. Zum Wohl der Zuschauer. Die bekamen ein „Billie Jean” von Michael Jackson zu hören, das sie so noch nicht kannten. Oder wer kann schon von sich behaupten, das „Jump“ von Van Halen mit zwei akustischen Gitarren zu kennen. Andreas Singer und Rainer Müller dann noch vereint als Eddie van Halen – das hatte nicht nur was, sondern ganz viel.

„Burning down the house” der Talking heads, „Eye of the Tiger” von Survivor oder „Junimond“ von Rio Reiser sind neben vielen anderen Songs Titel, die in dieser ungewöhnlichen Version einfach ins Ohr gehen und dort haften bleiben. Ein Abend genau nach dem Geschmack von Singer & Müller, die gerne der Improvisation freien Lauf geben. „Akustisch ist alles echt, authentisch“, betont der Gitarrist Singer.

„Früher waren wir mit der Stromgitarre und viel Aufwand unterwegs“, blickt der Rimbacher zurück. Das war den beiden dann einfach zu viel. Als große Fans der spanischen Musik und vor allem Al di Meola „sind wir auf akustisch umgestiegen“. Hier lässt er zusammen mit dem Fürther Müller der Improvisation freien Lauf. Das führt dann dazu, „dass wir manchmal nicht wissen, wie ein Lied endet“, lacht Andreas Singer. „Wir covern die Songs, arrangieren sie neu und nehmen uns dabei gewisse Freiheiten.“

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt die feinfühlige Songauswahl: hier der weltbekannte 80er-Hit, da die ultimative Rockballade und dort auch mal die ein oder andere Perle der Musikgeschichte, die man zwar im Ohr hat, aber fast noch nie von einer Cover-Band zu hören bekam. Vor allem nicht akustisch. „Da kannst du sehr dynamisch spielen“, erläutert der Gitarrist. Andererseits wird auch „jeder Fehler bestraft“. Denn der ist gnadenlos zu hören. Als „einfach echt, authentisch“, charakterisiert Singer die Faszination des Unverstärkten.

Auch nach knapp 20 Jahren halten es die beiden Gitarrencracks gut miteinander aus, scherzt er. „Wir konkurrieren nicht untereinander.“ Bei den Soli wechselt man sich regelmäßig ab. Dass es früher mal 50 Konzerte im Jahr waren und jetzt nur noch 15, „ist dem Alter geschuldet“, grinst der 51-Jährige. Dazu haben sie ja noch „normale“ Jobs. Rainer Müller als Tontechniker und einschlägiger Gitarrenausbildung ist da eher vorbelastet als der Sozialpädagoge Singer als Autodidakt an den sechs Saiten. Das Schöne am Hobby ist daneben, „dass wir finanziell nicht abhängig sind“.

„Das könnten wir doch auch mal akustisch probieren“ steht als Idee ganz am Anfang. Denn eigentlich, betont Andreas Singer, braucht ein Song nur eine Gitarre und eine Stimme um zu wirken. Wie etwa Joe Cocker mit seinem „With a little help“. Das besagte „Hymn“ ist aber ein ebensolches Paradestück. „Da traut sich sonst keiner dran“, sagt er. Andererseits „macht das tierisch Spaß“. Die beiden agieren dabei jedes Mal „mit viel Respekt vor dem Song, den man nicht besser machen als im Original“.

Okay, nicht besser. Aber anders und mindestens genauso gut. „In the air tonight“ von Phil Collins,  „Hot Stuff“ von Donna Summer, „Let it rain“ von Amanda Marshall oder „Amazing” von George Michael machen die große Bandbreite der Auswahl deutlich. „One“ von U2 in der Version mit Mary J. Blidge, „Hotel California” von den Eagles, „Run to you” (Bryan Adams), „Don’t let me be misunderstood” der Animals oder „Mrs. Robinson“ von Simon and Garfunkel zeigen, dass die Acoustic Guitar Heroes wirklich alles spielen, was Rang und Namen hat. Was wären diese Songs ohne Gitarrenklänge. Erst im Hintergrund, während die Stimmen dominieren, wird bei den Soli die Kunst der beiden Könner auf den sechs Saiten deutlich.

Info: www.millennium-band.de

 

Thementag der Wirtschaftsförderung Bergstraße: Besuch beim Sondermaschinenbauer Somaritec auf dem Igena-Gelände

Betriebe aus den Bereichen Maschinenbau sowie Elektro- und Metallindustrie standen im Mittelpunkt des dritten Thementags der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB). Eine Station davon war die Somaritec in Wald-Michelbach, die sich mit Sondermaschinenbau beschäftigt. Die beiden Geschäftsführer Udo Ferdinand und Martin Wolk erläuterten dabei der Besuchergruppe rund um Landrat Christian Engelhardt in einem einstündigen Rundgang den Betrieb und seine Erfolgsgeschichte.

Neben dem Landrat, gleichzeitig WFB-Aufsichtsratsvorsitzender, waren auch WFB-Geschäftsführer Matthias Zürker, der Projektmanager Unternehmensservice, Marco Stibe, und Bürgermeister Sascha Weber dabei. Sie bekamen detaillierte Infos über die neuen Projekte und Produkte. Wie Engelhardt sagte, gehe es darum zu erfahren, „welche Themen es in der Branche gibt“. Gleichzeitig wolle man im persönlichen Gespräch die jeweiligen Bedürfnisse aufnehmen. Der Technik-affine Engelhardt will gleichzeitig seine „eigene Neugierde befriedigen“, wie er schmunzelnd sagte.

Die Firma wurde 2013 in Zwingenberg gegründet, erläuterte Udo Ferdinand. 2015 folgte der Umzug aufs Igena-Gelände in Wald-Michelbach. „Wir haben hier ideale Rahmenbedingungen“, lobte der Geschäftsführer. Miete zu zahlen sei immer „ein geringeres Risiko als selbst zu bauen“. Daneben gebe es die nötige Infrastruktur und Erweiterungsmöglichkeiten.

Ferdinand bezeichnet die Nähautomation als Kernkompetenz des Unternehmens. „Das haben wir von der Pike auf gelernt.“ Der Betrieb hat sich auf den Bau von Geräten, Anlagen und Sondermaschinen in diesem und im Ultraschallschweißbereich spezialisiert. Er bedient Voll- und Halbautomatisierungstechniken. Die Materialien werden per Ultraschall-, Heißluft- und Thermoschweißen verarbeitet. 70 Prozent der Abnehmer sitzen laut Ferdinand in Deutschland, der große Rest der Lieferungen geht in die EU, ein kleinerer Teil wird auch weltweit ausgeliefert.

Der Geschäftsführer nannte es einen „Riesenvorteil“, auf dem Igena-Gelände mit Firmen zusammenarbeiten zu können, die Fertigungsteile für die Somaritec herstellen und dann auf kurzem Weg zur Verfügung stellen. Eine davon ist etwa die Biegetechnik Überwald keine 200 Meter entfernt. Wenn Aufträge zu vergeben sind, gehen diese Ferdinand zufolge quasi nur an Betriebe im Kreis Bergstraße.

Die Auftragsbücher von Somaritec sind gut gefüllt, sagte Martin Wolk. Vor kurzem habe man sogar einen Großauftrag ablehnen müssen, weil die personellen Kapazitäten nicht ausreichten. Fürs nächste halbe Jahr ist man ausgelastet. Unter anderem auch mit einem besonderen Projekt für ein Weltunternehmen aus der Region, über das noch nicht zu viel verraten werden soll. Als Ausbildungsbetrieb, der sowohl mit IHK als auch Handwerkskammer zusammenarbeitet, versucht man den eigenen „Nachwuchs“ heranzuziehen.

2017 war ein sehr gutes und das bisher beste Jahr. Die Auftragsbücher sind voll. Der Umsatz hat sich gegenüber 2016 mehr als verdoppelt, so Wolk. Mund-zu-Mund-Propaganda und Werbung zeigten nach den Worten von Ferdinand Wirkung. Tendenz steigend. „Gute Arbeit zahlt sich eben aus.“ Startete man 2013 mit drei Gründern, von denen einer zwischenzeitlich ausschied, waren es 2015 sieben Mitarbeiter, jetzt sind es zehn.

„Wir wollen noch ein kleines Stück wachsen, aber auch nicht über die Maßen“, betonte der Geschäftsführer. Vielmehr soll Wert darauf gelegt werden, das junge Team langsam aufzubauen und ihm das nötige Knowhow zu vermitteln. Denn das ist auch ein Erfolgsgeheimnis. Man arbeitet mit Methoden, „die sonst kaum noch ein Wettbewerber anbietet“.

Ein besonderes Produkt ist die hier hergestellte Filtertaschennähanlage. Sie ist mit 19 Metern auch die größte produzierte. Laut Wolk muss die Lufteinströmung dabei so gewährleistet sein, dass der Austritt im kompletten Filter stattfindet. Die erste kam beim Auftraggeber sehr gut an, deshalb gab es den Auftrag für eine zweite. Da die Luftreinigung immer mehr an Bedeutung gewinnt, „werden Filter immer mehr nachgefragt“, weist er auf den wachsenden Markt hin.

Die Kunden kommen mit ihren speziellen Wünschen nach Wald-Michelbach. Von der Firma gibt es dann ein Layout und eine Beschreibung, wie die betreffende Maschine gebaut werden kann. Die wiederum kann jegliche denkbare Größe haben. So wie die Schneidanlage, um Ballenmaterial wie Stoffe und Filter auf eine bestimmte Breite zu verkleinern. Etwa von 1600 auf 100 Millimeter. Größe ist jedoch nicht alles. Teilweise geht es auch nur darum, Halbautomaten zur Erleichterung von manuellen Tätigkeiten herzustellen, weil die Produkte weiterhin von Hand gefertigt werden sollen.

Etwa für Katzenkissen. Die wurden bisher von Hand hergestellt, sagt Martin Wolk. Weil der Hersteller gerade einen Nachfrage-Boom in den USA und Großbritannien erlebt und zwei Millionen Stück produzieren muss, vergrößerte sich die Stückzahl so stark, dass eine Maschine her musste. „Wir haben deshalb einen Vollautomaten konzipiert“, so Wolk. Der „spuckt“ jetzt 15 Stück pro Minute aus, die dann von einer weiteren Maschine verpackt werden.

Finanzielle Schattenseiten der Solardraisine sollen genau beleuchtet werden

Mit wenigen Gegenstimmen verabschiedeten die Gemeindevertreter auf ihrer vergangenen Sitzung den zusätzlichen Finanzbedarf der Solardraisinenbahn. Am ehesten ging es inhaltlich nach ausführlicher Ausschussdiskussion noch um die kommenden Zuschüsse, die sich ab 2018 verdoppeln sollen. Für Abtsteinach bedeutet dies dann 18.000 Euro jährlich. Deshalb wurde auf Vorschlag von Denise Reinhard (FWV) dieser Betrag auch erst einmal auf kommendes Jahr beschränkt. Zwischenzeitlich will man eine nähere Aufstellung erhalten, wie sich die Fehlbeträge zusammensetzen.

Abtsteinach ist zwar „nur“ mit einem Anteil von 4,5 Prozent an der Überwaldbahn gGmbh beteiligt (neben Wald-Michelbach, Mörlenbach und dem Kreis Bergstraße), aber andererseits finanziell auch nicht dermaßen gesegnet, dass die außer der Reihe benötigten Gelder einfach mit links geschultert werden können. Denn in diesem Jahr werden über 30.000 Euro als Liquiditätszuschuss zusätzlich benötigt. „Haushaltstechnisch fast nicht mehr zu vertreten“, heißt es.

Der Geschäftsführer der Überwaldbahn, Holger Kahl, hatte im Haupt- und Finanzausschuss versucht, die Defizite zu begründen und stand auch für Fragen zur Verfügung. Auf die dortigen Abstimmungsergebnisse ging Vorsitzende Karin Oberle im Vorfeld ein. Auf 675.000 Euro beläuft sich 2017 der Finanzierungsbedarf inklusive Liquiditätslücke. Davon müssen bis zum Jahresende sofort 65.000 Euro durch die vier Gesellschafter bereitgestellt werden. Abtsteinachs Anteil hieran beträgt knapp 3000 Euro. Diese Summe stellten die Mandatsträger einstimmig zur Verfügung.

611.000 Euro listete Kahl an Kosten auf, die zur Beseitigung vorhandener Mängel und weiterer Unterhaltungsarbeiten an Strecke und Fahrzeugen anfallen könnten. Diese Gelder sind notwendig, um den ordnungsgemäßen Betrieb in diesem und dem nächsten Jahr zu gewährleisten. Von der Summe muss die Gemeinde 27.500 Euro beisteuern. Unter anderem ist darin der zweite Teil der Arbeiten enthalten, die schon Anfang des Jahres auf Drängen der Aufsichtsbehörde angegangen wurden, damit die Solardraisine 2017 überhaupt rollen konnte.

Sanierungsarbeiten an Tunneln (50.000 Euro) und Brückenbauwerken (fast 160.000 Euro) sind darin ebenso enthalten wie der Freischnitt (20.000 Euro). An Ingenieurleistungen werden 24.000 Euro aufgeführt. 130.000 hat Kahl in seiner Kalkulation eingestellt, damit die Draisinen technisch wie verlangt umgerüstet werden können. Die Neukonzeption des Bergungskonzepts kommt auf 210.000 Euro. Zu diesem Paket gab es bei zwölf Ja-Stimmen ein Nein von Konrad Abraham (CDU).

Wenn man die Planergebnisse des Haushalts 2017 und die vorläufigen Zahlen für 2018 um den Zuschussbedarf reduziert, kommt man auf eine Größe, „der ohne Steuerungsmaßnahmen haushaltstechnisch fast nicht mehr zu vertreten ist“, meinte Bürgermeisterin Angelika Beckenbach. Ihr Wunsch: Die künftigen Folgekosten „müssen wir in den Griff bekommen“. Ähnlich auch Julia Jöst (CDU). Sie wollte der Gesellschafterversammlung mitgeben, dass Alternativen geprüft werden sollen, um in Zukunft einen kostengünstigeren Betrieb zu ermöglichen.

Das Defizit war ein Punkt, dessen Unklarheit auch Denise Reinhard störte. In Kahls Aufstellung war von einem betrieblichen Aufwand in Höhe von 300.000 bis über 600.000 Euro pro Jahr die Rede. Das war ihr zu unkonkret. „Wir wollen eine genauere Aufstellung“, sagte sie. Bei zwei CDU-Stimmen wurde die Zuschussverdoppelung auf 18.000 Euro für 2018 beschlossen.

Beckenbach hatte bereits im Ausschuss die Konsequenzen bei Nichtzustimmung nachgezeichnet. Demnach wären bei einer möglichen Insolvenz einige Fragen zu klären. So etwa die mögliche Rückzahlung von Landesfördermitteln oder gezogener Vorsteuer. Dazu käme der Wegfall des touristischen Nutzens. Alles in Millionenhöhe. Auch entfalle damit die Möglichkeit, die Strecke nach Wegfall der Solardraisinenbindung für den ÖPNV zu nutzen. „Die Draisine ist für die ganze Region unstrittig eine Bereicherung“, hob sie hervor.