ÜWG-Big Band und Blasmusik mögen’s beim Konzert in Schönmattenwag klassisch

Wenn „ÜWG Big Band meets Friends“ drauf steht, ist immer ein gehaltvoller musikalischer Cocktail drin. Schon zum sechsten Mal hatte sich das Ensemble des Überwald-Gymnasiums musikalische Freunde eingeladen, um bei einem Konzert für besondere Hörerlebnisse zu sorgen. Die ergeben sich immer dann, wenn dann beide Gruppen zusammen auf der Bühne stehen und Stücke spielen, die man von ihnen nicht erwarten würde oder in dieser Form nicht kennt.

Da dieses Jahr die Blasmusik Unter-Schimmeldewog zu den „Friends“ zählte, hatte man das Haus des Gastes als Aufführungsort genommen. Das zeigte sich sehr gut besucht, als die ÜWG Big Band mit ihren vielen Schülern die Bühne enterte. Im vergangenen Jahr hatte es ein umjubeltes Konzert  mit der Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach gegeben, davor bereits Zusammenarbeiten mit der Kocherbacher Trachtenkapelle und der Abtsteinacher katholischen Kirchenmusik.

„Wir haben ein paar neue Stücke im Repertoire. Seit langer Zeit mal wieder was mit Gesang“, meinte Big-Band-Leiter und ÜWG-Lehrer Sebastian Schertel. Die Hoffnung, die er mit dem Konzept „Big Band meets Friends“ verbindet, ist, dass die jungen Musiker von den alten Hasen profitieren und umgekehrt. Er freut sich immer wieder, wenn seine Schüler den Weg in die Orchestervereine finden und damit vielleicht eine Heimat über die Schulzeit hinaus in der Musik haben können.

Der dritte Teil des Konzerts war diesmal nicht wie in den letzten Jahren eine Mischung aus dem jeweiligen Repertoire, sondern ganz bewusst ein eigenes Genre. Christian Schuppel, der Leiter der Blasmusik, und Schertel entschieden sich, ins Klassikgenre zu gehen. Dafür gab es dann einen gemeinsamen Probentag, über den sich der ÜWG-Mann sehr angetan äußerte.

„Die Proben bei uns liefen für dieses Konzert seit Jahresanfang sehr intensiv“, erläuterte für die Blasmusik Matthias Staat. Um die 60 Musiker waren es, die sich zur gemeinsamen Probe  einfanden, die Blasmusik selbst zählt etwa 30. „Das Organisatorische haben wir gemeinsam mit dem Förderverein des ÜWG vorbereitet“, so Staat. Der übernahm an dem Abend die Bewirtung. Gerne wurden bei freiem Eintritt Spenden gesehen, die in die musikalische Arbeit beider Vereine gesteckt werden sollen.

Nach „It don’t mean a thing“ und „Mercy, Mercy, Mercy“ stand mit „Memory“ eines der berühmtesten Stücke von Andrew Lloyd Webber auf dem Programm. Kein Wunder, dass es wie die anderen im Repertoire der ÜWG Big Band mit viel Beifall honoriert wurde. „Colors of the wind“ aus dem Musical Pocahontas sah Ariane  Marquart am Mikrofon, die mit ihrem einfühlsamen Gesang zu gefallen wusste. „In the mood“ ist ein Klassiker, den man immer wieder gerne hört.

Sebastian Schertel war wie  immer bei den Konzerten voll in einem Element und dirigierte das Orchester mit weit ausholenden Bewegungen und viel Intensität.  Ebenfalls von der Glenn Miller Band war das folgende „Don’t sit under the apple tree“,  gefolgt von dem eingängigen „Sing, Sing, Sing“.  George Gershwin kam mit „Summertime“ und Solistin Sarah Sittner zu seinem Recht, einem weltbekannten Stück, das mit rauschendem Applaus belohnt wurde. „Freeze Frame“ schließlich als Schlusspunkt der Big Band ist bereits ein festes Bestandteil  des Programms und weiß immer wieder zu begeistern.

So gar nicht Blasmusik-typisch war der Set des Ensembles an diesem Abend, durch den Albrecht Baerenz in diesem Teil führte. Seit Anfang des Jahres hatte man die neuen Titel eingeübt, die fast komplett im Zeichen sinfonischer Blasmusik stehen. Der „Standard-Swing“ blieb  dies Mal außen vor. „The Fiddler on the Roof“ von Jerry Bock, „There you’ll be“ von Diana Warren und das Beste von Phil Collins zeigten die große Bandbreite der Musiker auf ihren verschiedenen Instrumenten.

Über die Qualität des Orchesters noch viele Worte zu verlieren,  hieße  ja Eulen nach Athen zu tragen. Da stimmen die Töne, harmonieren die Einsätze und Dirigent Christian Schuppel hat sowieso  alles im Griff. Kein Wunder, dass die Gäste nach den einzelnen Songs nicht mit Beifall sparten.

Noch eine Pause und dann war es soweit:  Es wurde eng auf der Bühne des Hauses des Gastes, als beide Ensembles zusammen musizierten. Wer jetzt aber gedacht hätte, es gäbe saalfüllenden Swing-Sound zu hören, sah sich (positiv) getäuscht. Es ging mit viel Power in die klassische Richtung, was für beide Gruppen eher fremdes Terrain darstellt.

Kompositionen von den Romantikern Grieg („Marsch der Trolle“) und Puccini (das weltberühmte „Nessun Dorma“) waren zu hören, außerdem ein eher seltener gespieltes Stück aus Gustav Holsts „Planeten“, nämlich „Mars“. Vom Impressionisten Ravel spielten Blasmusik und Big Band zusammen „Pavane“. Die Begeisterung bei den Gästen  war groß. Es gab zum Schluss mehr als überschäumenden Applaus für diese sechste Form der musikalischen Zusammenarbeit, die jedes Mal  ein besonderes Highlight darstellt.

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Mitglieder packen beim FC Odin Schönmattenwag immer mit an

Der FC Odin kann auf seine Mitglieder bauen. Sie sind dem Verein nicht nur jahrzehntelang treu, sondern packen auch kräftig mit an, wenn Bedarf ist. Dadurch kann der FC auch immer wieder etliche Veranstaltungen übers Jahr stemmen, über die Vorsitzender Bernd Egner bei der Jahreshauptversammlung berichtete. Der Boom im Kinderbereich hält an. Allerdings fehlen immer mehr die Betreuer. Ähnlich geht es dem Fitnessbereich.

In seinem Rückblick streifte Egner Hobbyturnier und Sportwerbetag im vergangenen Juni. Beide Veranstaltungen waren „bombastisch besucht“. Das gute Wetter sorgte für einen schönen Erfolg. Beim Turnier der Jugendmannschaften herrschte viel Andrang. Ohne die vielen Helfer wäre das alles nicht zu bewältigen, lobte der Vorsitzende die Unterstützung. Deshalb gab es für diese auch ein Fest als Dank. „Als Mannschaft haben wir uns bei der Ortsmeisterschaft gut präsentiert“, sagte er. Ausstaffiert mit den neuen Trainingsanzügen, zeigte das Team eine verschworene Truppe, die nicht nur auf dem Platz zusammenhält.

„Hervorragend besucht“ war laut Egner die Oldienight im Haus des Gastes. Die erste Mannschaft brachte sich stark bei Auf- und Abbau sowie Bewirtung ein. Teilnahme am Weihnachtsmarkt, Jugendweihnachtsfeier oder Winterfeier „geht nicht ohne die Mitwirkung der vielen Odin-Freunde“, sagte Egner. Das Sportlerheim war sowohl bei der Jugend- als auch bei der Vereinswinterfeier extrem gut besucht bis ausgebucht. Für den Vereinschef ein toller Beweis der Verzahnung zwischen Jugend- und Seniorenmannschaft. Gut angenommen wird auch das Heringsessen an Aschermittwoch.

Der FC hat zwischenzeitlich eine Projektgruppe gebildet, die sich als „schnelle Eingreiftruppe“ drängenden Themen widmet. So wurde die Homepage auf Vordermann gebracht oder im Vereinsheim eine Sauna installiert. Egner freut es, dass auch einige junge Leute bei den sechs bis sieben Aktiven mitmachen. Eigenverantwortliches Arbeiten ist gefragt, betonte er. Als nächstes Ziel steht das regelmäßige Erscheinen des Vereinsheftes auf der Wunschliste.

In seinem Ausblick erwähnte der Vorsitzende das Haxenfest am letzten Heimspieltag. Der findet am 27. Mai gegen Trösel statt. Es folgt das Hobbyturnier am 30. Mai, gefolgt einen Tag später von den Sportwerbetagen mit Vorstellung der Jugendmannschaften. Ein Riesenevent wird wieder der Kohlenmeiler vom 27. Juli bis 5. August, der von den Odenwälder Hochlandspielen beschlossen wird.

Für die Fitnessabteilung berichtete Andrea Arnold, dass nach langen Jahren des Aufschwungs jetzt eine Stabilisierung eingetreten ist. „Es werden dringend Trainer gesucht“, betonte sie. Insgesamt gebe es eine schwierige Situation durch den großen Bedarf an Betreuern. Michael Walter sagte für die Jugendabteilung, dass die E-Jugend jetzt in der Runde spielt. Die Kleinen schlagen sich tapfer, müssen sich aber noch an das dortige Spielniveau gewöhnen.

„Es sind sehr viel Kinder im Training“, freute sich Walter. Allerdings fehlen auch hier Betreuer, weshalb er Interessierte aufrief sich zu melden. Die Jugend unternimmt viele Aktivitäten, so Walter. Darunter das Jugendcamp mit dem SV Sandhausen, das Aufladen vor einem SVS-Heimspiel oder die Weihnachtsfeier. „Wir hoffen, dass alle Kids bei der Stange bleiben“, sagte er.

Für die Abteilung Fußball blickte Toni Wurzel auf die vergangene Saison zurück. Die lief seinen Worten zufolge hervorragend. Erst am letzten Spieltag verlor man das Duell gegen Mörlenbach um Platz 4 . Diesen Rang nimmt der FC aktuell in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga B ein. Gut lief die Vorbereitung für die aktuelle Runde. Bei der Wald-Michelbacher Ortsmeisterschaft musste sich der FC nur der Eintracht geschlagen geben. „Eine Sensation blieb aus“, bedauerte Wurzel.

Drei Abgänge vor der laufenden Saison ließen den Kader etwas zusammenschrumpfen, aber drei Zugänge in der Winterpause sorgten für Entspannung. Lars Keßler, Nico Helfrich und Marcel Berbner verstärken nun die Elf von Spielertrainer Jan Schörling.

Vorstand FC Odin: Vorsitzender Bernd Egner, zweiter Vorsitzender Joachim Sauer, Schriftführer Franz Ballmann, Kassierer Helmut Knapp, Jugendleiter Michael Walter, Beisitzer Toni Wurzel, Matthias Jöst, Martin  Neff, Werner Haubert, Steffen Knapp, Kassenprüfer Patrick Walter, Marco Sommerauer

Ehrungen: 25 Jahre Patrick Stamminger, Marco Sommerauer, 40 Jahre Lothar Zink, Hildegard Sauer, Ilse Ehrt, 50 Jahre Reiner Schwab, Walter Knapp, Michael Frank, 60 Jahre Lothar Abelshauser, Werner Schmitt, Günter Neff, 70 Jahre und Ehrenmitglied Hans Martin, Willi-Peter Ritter

„Irish Voices“ entführen am Samstag, 14. April, in der Weiherer „Mühle“ nach Irland

Ein musikalischer Gruß von der Grünen Insel Irland weht durch den Landgasthof „Zur Mühle“: Am Samstag, 14. April, spielen dort die „Irish Voices“ ihr erstes „reguläres“ Konzert in diesem Jahr. Los geht es im romantischen „Heuwagenzimmer“ um 20 Uhr. Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit und die irische Geschichte. Mal melancholisch und tieftraurig, mal lebenslustig, vor Freude sprühend, sind die vielen Songs, die sie an diesem Abend darbieten.

Das Folktrio „The Irish Voices“ gibt es seit mehr als 13 Jahren. Mittlerweile umfasst das Repertoire der Gruppe über 200 überwiegend traditionelle, aber auch zeitgenössische Songs, Reels and Jigs. Dazu gesellen sich aber auch viele „exotische“ Titel. Eine Spezialität sind einige eigene Folks, besonders eigene oder überlieferte Odenwälder Mundartsongs.

Ihre Musikrichtung definieren die Drei als „Traditional Irish“ – nicht immer, aber überwiegend. Dafür stehen die traditionellen Instrumente Geige, Gitarre, Gitarrenbanjo, Bodhran, (Tin) Whistle, Viola, Querflöte und natürlich die Stimmbänder. „Keyboard, Schlagzeug und andere zeitgemäß opportune Instrumente sind bei uns nicht zu erwarten“, betont Simone Köhler.

Es werden jedes Jahr über Winter weiterhin neue Songs eingeübt. „The long run“, „Farewell to the Rhonda“, „The water is wide”, „Treat me doughter kindly”, „Any town in Ireland” oder „The working man“ sind einige der „neuen Lieder”. Teils sind sie populär, teils aber auch nur als „Local Songs” in Irland bekannt.

Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischen sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfangen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gibt es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben.

Der Weiherer Siggi Winkler ist Irland schon seit vielen Jahren mit Haut und Haaren verfallen. Über 20 Mal war er bereits dort, davon auch sechs oder sieben Mal in Connemara. Für die Iren war seit je her die Musik ein Ausgleich für Unterdrückung, entbehrungsreiches Leben und karge Landschaft, erzählt er. Das bunte Leben und Treiben in den Pubs, wo sie sich seit Jahrhunderten treffen, ist quasi ein Gegenpol.

Ihre Inspirationen bezieht die Irish-Folk-Gruppe oft an einer irischen Musikschule, bei der die Mitglieder seit Jahren regelmäßige Gäste sind. „Stillstand ist Rückschritt“, erklären Simone Köhler und Friederike Hornauer immer wieder. Daher gehören auch wiederkehrende musikalische Exkursionen auf die Grüne Insel zum „Pflichtprogramm“.

Neben der in den Songs thematisierten Auswanderung, die vor allem im 19. Jahrhundert die Grüne Insel schwer traf, steht auch immer der Widerstand gegen die Briten im Mittelpunkt der Tunes, Reels und Jigs. Oft zeigt sich darin die Kunst der Iren, aus einem Lied über ein trauriges Ereignis einen fetzigen Song zu machen. Der Wechsel zwischen getragenem Gesang hin zu einer flotten Melodie kennzeichnet ebenso etliche andere Lieder.

Info: Vorreservierungen für das Konzert der „Irish Voices“ am Samstag, 14. April, 20 Uhr, werden in der „Mühle“ unter Telefon 06209-1634 entgegengenommen. Weitere Infos unter the-irish-voices.chapso.de

Neue Termine des Begegnungscafés in Wald-Michelbach

Im Frühling stehen wieder drei Termine des Begegnungscafés an. Die sind in diesem Jahr etwas anders gestrickt als in den Vorjahren, als man sich entweder am Einhaus oder im Gemeindehaus mehr oder weniger „nur“ zum gemütlichen Beisammensein mit leckeren Speisen aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge traf.

„Kennenlernen, wiedersehen, Kontakte knüpfen“ lautet das Motto des Treffs für Flüchtlinge und Einheimische, für den sich die Organisatoren gern wieder mehr Zuspruch als bei den Terminen im vergangenen Jahr in diesem Frühjahr wünschen. Denn beim „Miteinander reden“ kann man auch „voneinander lernen“.

Start der Frühlingstermine ist am Samstag, 7. April. Dann geht es im kommunalen Kino, Ludwigstraße 160, um 17 Uhr mit einem Filmabend los. Gezeigt wird „Bekas, die Abenteuer von zwei Superhelden“. Nächster Termin ist am Samstag, 5. Mai. Ebenfalls um 17 Uhr gibt es am Samstag, 5. Mai, den Vortrag „Heimat Syrien“. Er findet im katholischen Pfarrheim, Adam-Karrillon-Straße 4, statt.

„Picknick im Park“ heißt es am Samstag, 23. Juni. Im Elchpark startet das Beisammensein um 15 Uhr. Flüchtlinge und Bürger Wald-Michelbachs sind Gastgeber und Gäste zugleich. Sie decken den Tisch gemeinsam. Essensspenden sind willkommen. Die Organisatorinnen würden sich an allen drei Terminen über einen regen Zuspruch der Einheimischen freuen.

Info: Ansprechpartnerin bei „Wald-Michelbach hilft“ ist Gertrud Lammer, Telefon 06207-923514, E-Mal gertrud@lihp.de

Ein Streifzug durch alte Rock- und Pop-Klassiker mit „Pretty Lies Light“ in Wald-Michelbachs Kirche

Wohlfühl-Atmosphäre pur, sanft perlende Klänge auf (meistens) akustischer Gitarre und Keyboard, dazu zwei angenehme Stimme: Das Duo „Pretty Lies Light“ gastierte zum dritten Mal in der evangelischen Kirche und hatte wieder etliche Fans angelockt. Irgendwann muss leider mal Schluss sein, auch wenn das Publikum es sich anders gewünscht hätte: Erst nach Zugaben ließen die Zuschauer die beiden Musiker „von der Bühne“, dem Alterraum. Zuvor hatten Frank Bangert und Jochen Günther in mehr als zwei Stunden ein gefühlvolles Rock-und-Pop-Programm der Superlative geboten, immer wieder von lautstarkem Applaus und Beifallsrufen unterbrochen.

Wie die letzten Male waren es um die 70 bis 80 Besucher, die mit ihrer Begeisterungsfähigkeit zahlenmäßig die fehlende Masse wieder mehr als wettmachten. Klar dominierend war die Altersgruppe 40+ – entsprechend der Musik. Denn die war – bis auf die selbst geschriebenen Stücke – ebenfalls der Zeit vor 40 oder mehr Jahren zuzuordnen. Quasi ein Best-of der 60er und 70er Jahre.

Frank Bangert und Jochen Günther schafften es, mit wenig Equipment einen solch vollen Sound in die Kirche zu zaubern, dass man sich automatisch nach weiteren Mitmusikern umschaute. Mit klaren Klängen, ebenso klaren Stimmen und perfekter Musikalität schaffen es die beiden, aus jedem Stück ein Erlebnis werden zu lassen. Bei geschlossenen Augen fühlten sich die Gäste ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurückversetzt, summten selig mit oder klatschten den Takt.

„Mrs. Robinson“ von Simon & Garfunkel war ein solches Lied. Durch den Film „Die Reifeprüfung“ weltberühmt, waren die Zuschauer schon bei den ersten Klängen voll dabei und gingen das ganze Lied über begeistert mit. Ähnlich beim „Nowhere Man“ der Beatles. Der Refrain ist so eingängig, dass er leicht mitgesummt werden konnte. Schon zu Beginn machte das Duo damit seinen Anspruch deutlich, „zeitlos schöne Songs“ zum Besten geben zu wollen.

Dass die Stimmen der beiden Musiker überaus wandlungsfähig sind, machten sie im Verlauf des Konzerts mehrfach klar. „Wir spielen auch Volksmusik – von einem anderen Volk“, leitete Jochen Günther etwa zu einem traditionellen englischen Stück über. Um danach mit dem „Halleluja“ von Leonard Cohen einen Song anzustimmen, der optimal in eine Kirche passte – und es durch seinen eingängigen Refrain leicht machte, darin einzustimmen.

„Singen Sie ruhig mit“, forderte er das Publikum auf. Um verschmitzt hinterherzuschieben: „Die Betonung liegt auf ruhig.“ So wie hier moderierte der Sänge rund Gitarrist den ganzen Abend immer humorvoll, kenntnisreich und pointiert die Songauswahl. Bei der vierten Wiederholung des Halleluja zeigte er sich dann endlich mit dem Kirchen-Chor zufrieden. „Fields of Gold“ von Sting oder „Here comes the sun“ von George Harrison waren weitere zeitlos schöne Klassiker. „No woman, no cry“ von Bob Marley zauberte Jamaika-Feeling nach Wald-Michelbach. Passend dazu hatte sich Bangert mit Sonnenbrille und Rastalocken ausstaffiert.

Mit dem selbst geschriebenen „Not in Ireland“ gelang „Pretty Lies Light“ der Beweis, dass sich die eigenen Stücke nahtlos in das Format der Coversongs einreihen. Sehr ruhig, mit sonorer Stimme, von leisen Keyboard-Klängen untermalt, fügte es sich optimal ein. Das sehr romantische, getragene Stück könnte problemlos auch in den 70er Jahren entstanden sein.

Mit den „Sultans of Swing“ der Dire Straits ging’s in die Pause. Bei diesem Lied konnte Jochen Günther nochmal zeigen, welche Fingerfertigkeiten er auf der Gitarre draufhat. Denn Mark Knopflers anspruchsvolle Soli sind eine Klasse für sich. Für diesen Zweck packte Günther extra die akustische Gitarre weg und holte den Eigenbau von Peter Ruben hervor – damit die Klänge dem Original so nah wie möglich kamen. Mit den ausufernden Soli, der präzisen Fingerarbeit und dem Rockklassiker als solchem rissen die beiden Musiker das Publikum von den Sitzen, ehe die wohlverdiente Unterbrechung folgte.

Danach ging es nahtlos weiter wie zuvor: Ein Klassiker reihte sich an den anderen, geschickt ergänzt durch selbst komponierte Songs. Frenetischer Jubel war „Pretty Lies Light“ gewiss.  Gitarrist Jochen Günther kommt aus Guntersblum und spielt bereits seit 1982 als Leadgitarrist in Clubs und auf Festivals. Frank Bangert ist musikalischer Leiter der Jugendmusicals am Staatstheater Wiesbaden. Die beiden CDs von „Pretty Lies Light“ wurden in seinem Tonstudio produziert. Als hervorragender Keyboarder hat er ein ganz besonderes musikalisches Gespür für virtuose Soli.

Den Ärmsten der Armen helfen: Benefizkonzert zugunsten des Namaste Nepal Projects aus Olfen

Dass sich Steffi Selic für Nepal engagiert, hat mit einem prägenden Ereignis zu tun, das sie am eigenen Leib erfuhr: Die Olfenerin war im April 2015 im südostasiatischen Land unterwegs, als ein schweres Erdbeben die Region verwüstete, hunderte tötete und hunderttausende obdachlos machte. Zurück im Odenwald, gab es für sie nur ein Ziel: den Menschen in dieser armen Region zu helfen. Der Kontakt zum Erbacher Heinz Müller mit seiner Stiftung hatte nun das Benefizkonzert im Bürgerhaus zugunsten des Namaste-Nepal-Projects zur Folge. Das hat Steffi Selic zusammen mit ihrer Schwester Julia ins Leben gerufen.

Müller war vor 30 Jahren selbst mehrfach in Nepal. Er entschloss sich schon damals, die Menschen zu unterstützen. „Ich habe gemerkt, dass es dort an Vielem fehlt.“ Über seine Stiftung „Fröhliches Kind“ versuchte er auf verschiedenen Wegen zu helfen. Vor zwei Jahren kam er mit den Schwestern aus dem Beerfeldener Stadtteil in Kontakt, nachdem Müller vorher bereits mit einer Nepalhilfe in Bayern zusammenarbeitete.

Das Benefizkonzert ist sein erstes überhaupt und wurde in Zusammenarbeit mit dem nebenan liegenden Kloster „Buddhas Weg“ durchgeführt. Die Künstler aus Deutschland und Österreich „sagten gleich zu“, freut sich Müller über das Feedback. Er hätte sich allerdings eine größere Resonanz gewünscht, denn der Bürgerhaus-Saal war nicht besonders gut gefüllt. Der Odenwald-Tiroler Gerd Emig, Lorena Lenz, Kim Jana, Acarina und Daniela Ulrich traten für den guten Zweck auf.

Bundestagsabgeordneter Michael Meister sprach auch im Namen der Schirmherrin, Erster Kreisbeigeordneter Diana Stolz, und des Kreisbeigeordneten Volker Buser Grußworte. Das Erdbeben vor zweieinhalb Jahren sei schon fast wieder in Vergessenheit geraten, meinte er. Doch immer noch seien 700.000 Menschen obdachlos und lebten in Notbehausungen. Seinen Dank an Müller verband Meister mit seiner Hoffnung auf große Unterstützung durch die Besucher.

Nachdem Steffi Selic ihren Master gemacht hatte, „wollte ich etwas reisen“, erzählt sie. Und kam dabei unverhofft 2015 mitten ins Erdbeben. Eine prägende Erfahrung, die die Olfenerin nicht losließ. Zurück in ihrem kleinen Dorf, überlegte sie, „wie ich den Menschen etwas zurückgeben kann“. Start der Spendenaktion war mit selbstgemachten Marmeladen, die für den guten Zweck veräußert wurden. Bei zwei weiteren Aufenthalten wurden dort hergestellte Waren mitgenommen, um sie dann in Deutschland zu verkaufen.

2016 waren die Schwestern von März bis Juni vor Ort, in diesem Jahr im September. Insgesamt wurden durch Spenden und Verkauf über 3000 Euro eingekommen. „Das Geld kommt 1:1 in Nepal an“, versichert Steffi Selic. Im kommenden Jahr ist der nächste Aufenthalt für April und Mai geplant. Dann wollen beide am Aufbau einer Schule in einer der ärmsten Regionen mitwirken.

Die Ethnologie-Studentin Stefanie nutzt dafür ihre Semesterferien an der Uni Heidelberg, Ergotherapeutin Julia nimmt ihren Jahresurlaub. „Nepal war der Grund für meinen Studienwunsch“, erläutert Steffi, wie das Erdbeben ihre Ausbildungsweg beeinflusste. Außerdem lernt sie am Heidelberger Südostasieninstitut die Sprache, um sich vor Ort besser verständigen zu können.

„Leider sieht es gerade in den abgelegenen Dörfern immer noch so aus wie direkt nach der Katastrophe“, bedauert Julia Selic. Eigentlich wollten die Schwestern am Wiederaufbau eines Dorfes mitwirken. Allerdings holte sie die Realität ein. Nachdem ein Jahr später nach dem Erdbeben noch immer nichts passiert, definierten sie ihre Ziele neu. Andererseits gab der Stillstand auch einen neuen Motivationsschub unter dem Motto „Jetzt erst recht“.

„Wir haben überlegt, wo unsere Hilfe möglichst langfristig wirkt und wie wir möglichst vielen helfen können“, sagt Steffi Selic. Da kommt die Schulbildung ins Spiel: „Die ist das Allerwichtigste“, betont die Studentin. Dann haben die Kinder die Möglichkeit, später einen guten Job zu finden, mit dem sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. An den touristischen Zielen geht der Wiederaufbau schneller voran, hat Julia beobachtet. „Es gibt jedoch auch Flecken, wo überhaupt noch nichts passiert ist.“

Genau einen solchen haben sich die Schwestern fürs nächste Jahr herausgesucht: das Dorf Sagardanda im Bezirk Solukhumbo. Dieser Distrikt liegt im Mount-Everest-Gebiet, allerdings nicht an einer der bekannten Wanderrouten. Deshalb geht dort quasi nichts. Steffi und Julia können sich bei ihrem Vorhaben der Unterstützung der ganzen Familie sicher sein. Aber nicht nur von der: „Es helfen so viele, das ist der Wahnsinn“, meint Stefanie.

Sie weiß ein schönes Beispiel: „Meine Mutter ging letztens in die Bäckerei. Da wurde sie von einer anderen Kundin auf unsere Hilfsaktion angesprochen.“ Die fackelte nicht lang bei der Bestätigung und drückte ihr 100 Euro für die Nepalhilfe in die Hand. „Wir haben ein sehr positives Feedback“, freut sich auch Julia Selic. Sie führt das darauf zurück, „dass es eine private Aktion ist, das Geld ohne Abzüge im Land ankommt und alles sehr transparent abläuft“.

Weitere Infos unter www.facebook.com/namastenepalproject oder E-Mail namastenepal@gmx.de. Der Namaste Nepal-Kalender ist für 17 Euro unter anderem bei der Sparkasse Starkenburg und der „Leseratte“ in Wald-Michelbach erhältlich.

Georg Klos singt seit 60 Jahren: Weihnachts- und Familienfeier des Gesangvereins Harmonie Ober-Schönmattenwag mit Ehrungen

Ehrungen und Musikvorträge standen im Mittelpunkt der diesjährigen Weihnachts- und Familienfeier des Gesangvereins Harmonie im Haus des Gastes. Dabei wurde Georg Klos für seine 60-jährige aktive Sängertätigkeit geehrte. Er erhielt vom Vorsitzenden des Sängerkreises Weschnitztal-Überwald, Wolfgang Schlapp, und dem Vereinsvorsitzenden Christof Klos Urkunde, Ehrennadel und Präsent des hessischen Sängerbundes und des deutschen Chorverbands überreicht.

Der zweite Vorsitzende Dieter Walter leiht der Harmonie bereits seit 40 Jahren seine Stimme. Dafür wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Für 40 Jahre passive Mitgliedschaft wurde Heinz Ballmann von Christof Klos geehrt. 60 Jahre ist der gebürtige Schimmeldewäer Peter Trumpfheller dabei. Er wohnt allerdings in den Vogesen und konnte nicht bei der Feier vorbeischauen. Die findet im Haus des Gastes statt, seitdem das 1982 erbaut wurde. Vorher war der Verein in örtlichen Gastwirtschaften unterwegs, die aber zu klein wurden.

Beide Laudatoren bedankten sich bei den Jubilaren für deren jahrzehntelange Mitgliedschaft und die immerwährende Unterstützung, die sie stets zum Wohl des Vereins und des Chorgesangs leisteten. Sie erhielten Urkunden sowie ein Präsent. Einen Blumenstrauß gab es für die Ehefrauen der Jubilare, die ihre Männer immer mal wieder für Probentermine oder Veranstaltungen entbehren müssen. Den auswärtigen Sängern, die jedes Mal ein paar Kilometer bis zur Harmonie zurücklegen, dankte der Vorsitzende ebenso wie den vier jüngsten Sängerinnen unter 18 Jahren. Er selbst erhielt für seine Arbeit als Vereinschef und Vizechorleiter ebenfalls Dankesworte.

Das kommende Jahr bringt durch die Feierlichkeiten zum 140. Jubiläum der Harmonie verschiedene Großereignisse mit sich. Klos gab einen kleinen Ausblick auf das Anstehende. Dem Theaterwochenende im März folgt am 21. und 22. April eine geballte Chorprobe in Bad Soden. Natürlich steht dort auch die Vorbereitung aufs große Jubiläumswochenende Ende Oktober im Vordergrund. Der Odenwälder Shanty Chor ist am Samstag, 5. Mai, im Haus des Gastes mit seinem neuen Programm „Dorscht“ zu sehen. Im Sommer gibt es wieder den Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe.

Eingerahmt waren die Ehrungen in die musikalischen Aufführungen des gemischten Chores unter der Leitung von Dirigentin Ria Günther. Der Vorsitzende bedankte sich auch bei ihr für die musikalische Arbeit im abgelaufenen Vereinsjahr. Für die Betreuung des Sängerheimes richtete Klos Dankesworte an Patrick und Michael Walter sowie an Notenwartin Anika Klos. Sie erhielten gleichfalls ein Präsent.

Mit sechs Liedern stimmte der gemischte Chor nach dem Essen auf die Weihnachtszeit ein. „Weihnachten bitte wenden“, „Süßer die Glocken nie klingen“, „Let my light shine bright“ oder „Somebody’s knockin‘ at my door“ wurden unter der Leitung von Ria Günther zu Gehör gebracht. Es gab außerdem einen Auftritt der Harmonie-Blasgruppe.

Mathias Sauer am Tenorhorn, Hannah Klos und Emily Uhrig auf den Flöten sowie Ulrike Klos am Saxophon und Christof Klos an der Gitarre hatten verschiedene besinnliche Lieder wie „Fröhliche Weihnachten“, „Tochter Zion“ oder „Es wird scho glei dumpa“ im Gepäck und erhielten dafür viel Applaus. Die Bläsergruppe aus Wald-Michelbach unterhielt mit alpenländisch-weihnachtlicher Folklore. Mitsingen war ganz zum Schluss angesagt, also die fünf Musiker „O du Fröhliche“ anstimmten.

Mit der reichhaltigen Tombola, wiederum sehr unterhaltsam von Donat Skroch moderiert, klang die diesjährige Weihnachts- und Familienfeier der Harmonie aus. Vereinsmitglieder, Geschäftsleute und Gaststätten hatten die Gewinne zur Verfügung gestellt, der Verein noch ein paar hinzugekauft. Skroch wusste selbst die absurdesten Gewinne in nette Worte zu verpacken und den manchmal etwas gequält lächelnden Losbesitzern schmackhaft zu machen. Einen Stoffminion für die Autorückbank braucht doch jeder. Oder eine große Dose Nivea-Creme: passt in jedes Bad. Dazu noch ein undefinierbares Kissen und die eigene Couch hat gleich einen schönen Farbtupfer