Bei der Neuorganisation der Holzvermarktung für die Kommunen gibt es noch einige Unsicherh

Im Wald herrscht Unruhe. Die Vorgabe des Landes, dass die eigene Behörde Hessen Forst das Holz von Kommunen mit mehr als 100 Hektar Waldbesitz nicht mehr vermarkten darf, führte zu hektischen Aktivitäten, um eine neue Organisation zu gründen (wir berichteten). Beim Forstamt Beerfelden, das neben der Stadt Oberzent auch die beiden hessischen Neckarstädte Hirschhorn und Neckarsteinach sowie die drei Überwald-Kommunen betreut, ist man mit der Situation überhaupt nicht glücklich, machte Forstamts-Direktor Norbert Sasse bei der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG) deutlich.

Die Neustrukturierung war laut Sasse seit mehr als einem Jahr Thema. Nachdem aber das Kartellrechtsurteil gegen das Land Baden-Württemberg vom Bundesgerichtshof im Juni aufgehoben worden war, dachte er, „da wird sich doch nichts tun“. Pustekuchen. Obwohl es das benachbarte Bundesland war, reagierte Hessen im vorauseilenden Gehorsam. Grund ist wohl die Angst vor Schadenersatzforderungen. „Deshalb soll das Kartell aufgegeben werden.“

Das Problem dabei: „Wir wissen bis heute nicht, wie das aussehen soll“, monierte der Forstamtschef. Es gebe nur ein an die Kommunen adressiertes Schreiben vom Juli. Weitere Konkretisierungen: Fehlanzeige. Wenn der Kommunalwaldanteil in bestimmten Forstämtern mehr als 25 Prozent beträgt, müssen die in Zukunft ihr Holz selbst vermarkten, sollte der Waldbestand größer als 100 Hektar sein, erläuterte er. „Das betrifft ganz Südhessen.“

Der Privatwald ist davon nicht betroffen, sagte Sasse. Hier könnten alle Waldeigentümer weiterhin ihr Holz über Hessen Forst verkaufen lassen, das ja sowieso (auch für die Gemeinden) nach wie vor die Beförsterung übernimmt. Mitglieder der FBG mit weniger als 100 Hektar können dies ebenfalls in Anspruch nehmen. Sasse geht im Bereich des Forstamtsbereich Beerfelden davon aus, dass es eine Ausnahme für denjenigen gibt, der darüber liegt. Denn allein auf sich gestellt würde es keinen Sinn machen.

Der Forstamtdirektor wies darauf hin, dass es die Möglichkeit einer Förderung gibt, wenn die Gemeinden ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich also in Form eines Zweckverbands oder Anstalt öffentlichen Rechts zusammenschließen. 200.000 Euro im hiesigen Fall. Entsprechende Bestrebungen gibt es derzeit von den sechs Kommunen im Bereich des Forstamts Beerfelden, wo man aber über den Überwald hinaus bis ins Weschnitztal denkt. Grund: Ähnliche Waldstrukturen. Das Ried wiederum ist zu verschieden, um es mit aufzunehmen.

Eigentlich war Sasse der Meinung, „dass mit dem Urteil alles beerdigt ist“. Leider nahm die Sache stattdessen eher noch Fahrt auf. „Für uns ist das auch nicht schön“, betonte er. Da das Jahr inzwischen schon weit fortgeschritten ist, äußerte er seine Zweifel, ob die Änderungen überhaupt wie vorgesehen zum 1. Januar 2019 greifen werden. „Das wird immer unrealistischer.“

Der scheidende FBG-Vorsitzende Gottfried Görig ergänzte, dass man zwecks Vermarktung Kontakt mit der forstlichen Vereinigung Odenwald-Bauland aufgenommen habe. In dieser Genossenschaft seien unter den 33 Mitgliedern bereits Eberbach, Mosbach, Walldürn und Amorbach. „Für unsere Gemeinden wäre ein Beitritt machbar“, ergab sich aus Vorgesprächen. Die entsprechende Satzung für einen Zusammenschluss wird derzeit gerade vom Städte- und Gemeindebund geprüft.

Wald-Michelbachs Bürgermeister Dr. Sascha Weber, der ebenso wie sein Kollege Markus Röth aus Grasellenbach bei der Sitzung dabei war, betonte die Wichtigkeit, „dass sich die Kommunen einig sind und an einem Strand ziehen“. Die Waldbestände müssten von der Struktur her gut zusammenpassen. Derzeit liefen noch Gespräche mit Nachbargemeinden aus dem Bereich der Forstämter Lampertheim und Michelstadt, ob es dort auch Interesse gibt. „Wir haben in Oberzent und Wald-Michelbach eine stattliche Menge Wald (zusammen 4000 Hektar) und können den Weg vorschlagen“, so Görig.

Forstamts-Mitarbeiterin Gudrun Kranhold drückte im Sinne aller den Wunsch aus, dass die FBG als Gemeinschaft der Privat- und Kommunalwaldbesitzer weiter bestehen soll. Der neu gewählte Vorsitzende Ralf Kredel wollte dem Eindruck entgegentreten, dass sich die Gemeinden aus dem Vorstand zurückziehen. Es sei vor dem Hintergrund der Umstrukturierungen gewollt, dass der Vorsitz jetzt „in Privathand“ sei. Die Bürgermeister hätten weiterhin ihre Unterstützung zugesichert. Er äußerte seine Hoffnung, dass irgendwann das Gesetz wieder geändert werde und eine gemeinsame Vermarktung dann aufs Neue möglich sei.

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Großer Bedarf in Wald-Michelbach an Kita-Plätzen für Unter-Dreijährige

„Wir wollen das Angebot der Kinderbetreuung in der Gemeinde weiter stärken“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wingerter zum Abschluss des Besuchs in der Heinrich-Schlerf-Kindertagesstätte, zu dem sich im Rahmen der Sommertour Mitglieder aus Fraktion und Vorstand im Schlesierweg eingefunden hatten. Eine umfassende Betreuungsmöglichkeit auch für die Kleinsten sah Wingerter als wichtigen Standortfaktor, damit sich Familien zum einen hier niederlassen, zum anderen im Überwald auch wohnen bleiben.

Beatrix Boshoven-Krämer wusste aus der Besichtigung durch den Jugend- und Seniorenausschuss vor einiger Zeit, dass es immer ein paar Wünsche des Kindergartenteams gab. Aktuell, so Leiterin Ulrike Schork, hätte man gerne eine Matschschleuse. In der können sich die Kinder dann umziehen, wenn sie vom Spielen reinkommen. Sie hofft dabei zum einen auf Mittel der Schlerf-Stiftung, zum anderen auch auf eine Unterstützung der Gemeinde.

Thematisiert wurden im Gespräch nach der ausführlichen Vorstellung des Kindergartens die Elternbeiträge. Hier hatte es nach der Bekanntgabe der sechsstündigen Beitragsfreiheit durch das Land zuerst Verwirrung gegeben, weil es von Seiten des Kreises wohl hieß, dass die bisher getragenen zusätzlichen Kosten für einen Ganztagsbesuch nicht mehr übernommen würden. Schork zufolge sei es dadurch zu Ummeldungen von Ganztagskindern hin zum Sechs-Stunden-Besuch gekommen, um Geld zu sparen.

Inzwischen wurde das Problem behoben, meinte Wingerter, und die Situation geklärt. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Sozialdemokraten sowieso für eine komplette Gebührenfreiheit des Kindergartenbesuchs eintreten. Die genannten Unsicherheiten zeigten zusätzlich, dass eine solche Lösung – neben der Entlastung der Eltern – die sinnvollste Variante sei.

Vom Fraktionsvorsitzenden wurde daneben der aktuelle Bedarf angesprochen. Ende Mai seien 64 Kinder auf der Warteliste für die gemeindlichen und konfessionellen Kindergärten gewesen. Ulrich Schork sagte, es sei ein ständiges Kommen und Gehen. Manchmal meldeten Eltern ihre Sprösslinge auch doppelt an, um auf jeden Fall einen Platz zu bekommen. Sie nannte zum Stichtag 1. Oktober 21 Drei- und sechs Zweijährige auf der Liste. Der Bedarf an Plätzen für Unter-Dreijährige steigt ihren Worten zufolge ständig an. Was für die Gemeinde bedeutet, dass sie im kommenden Jahr eventuell drei zusätzliche Gruppen schaffen muss, so Wingerter.

Thomas Langer sprach den Mangel an Erzieherinnen an. Das konnte Schork nur bestätigen. Es sei sehr schwierig, qualifiziertes Personal zu bekommen. Um erfreulicher ist es für sie, dass es für die U3-Gruppen entsprechend ausgebildete Mitarbeiterinnen in den Reihen gibt. Bei der Einstellung schaue man immer darauf, betonte sie.

Ulrike Schork hatte zuvor mit drei Mitarbeiterinnen die Kita vorgestellt. In fünf Gruppen gibt es 112 Plätze. 18 Kinder sind unter drei Jahren, der Rest zwischen drei und sechs Jahren alt. Früher gab es nur eine Nestgruppe für die Jüngeren, „aber der Bedarf steigt ständig an“, sagte sie. Der Kindergarten sei eine halboffene Einrichtung. Für Aktivitäten meldeten sich die Kinder bei den Erzieherinnen ab. Alle zehn Minuten wird aber immer nach ihnen geschaut, was sie machen.

„Alle Kinder sind den ganzen Tag angemeldet“, betonte sie. Etwa 85 bis 90 frisch zubereitete Essen wird mittags verzehrt. In den Familien geht das gemeinsame Essen immer verloren, beobachtete Schork. Sie stellte deshalb fest: „Schon die Zweijährigen genießen es, mit den anderen zu essen.“ 15 Erzieherinnen plus die freigestellte Leiterin sind in der Kita tätig, die jeden Tag außer Freitag von 7.15 bis 17 Uhr geöffnet hat. Dazu kommen viele Praktikantinnen.

Auf Grundlage des hessischen Bildungs- und Erziehungsplans arbeitet die Schlerf-Kita mit dem schrittweisen Berliner Eingewöhnungsmodell für die Jüngsten. Zweijährigen brauchen laut Schork etwa zwei bis drei Wochen, bis sie Vertrauen zur Bezugserzieherin gefasst haben, bereit sind, sich zu öffnen und teilzunehmen.

Ganz wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, betonten die Erzieherinnen. Die beginnt schon bei der Anmeldung. „Wir begleiten, geben Anregungen, Tipps, Rückmeldungen.“ Die Eltern, so die Beobachtung, wünschten sich viel, gäben manchmal aber auch viel an den Kindergarten ab, was eigentlich Sache der Erziehungsberechtigten sei. „Das können wir nicht leisten.“ Die Eltern haben teilweise „ganz andere Ideen, was die Kita mit den Kindern machen soll“, schmunzelte Schork. Die Antwort: „Wir sind die Fachleute.“

Erläutert wurden im Anschluss die zahlreichen Angebote. So wird Bewegung groß geschrieben, geht es einmal im Monat in den Wald oder gibt es Freispielmöglichkeiten. Marte Meo, die Stärkung der eigenen Stärken, Sprachförderung und etliche andere Fördermöglichkeiten kamen zur Sprache. Eine Führung durch die Räume schloss sich an.

Heiße Hardrock-Sause mit „Hardbone“ in der Music Hall Weiher

Was für ein Hardrock-Kracher. Und das leider vor so wenigen Leuten in der „Music Hall“. Wer beim Konzert von der Hamburger Band „Hardbone“ nicht dabei war, hat in Sachen authentische, handgemachte, exzessive, mit Haut und Haaren gelebte Musik wirklich was verpasst. Die fünf Bandmitglieder fetzen los, als gäbe es kein Morgen, als würde der Saal aus allen Nähten platzen, als würden ihnen die Fans in Massen entgegenbrüllen. Mit pulsierender Energie flirrt der Saal förmlich. Flotte Sprüche, ehrlich, rau, rotzig, straight: Genau so wünscht man sich eine Hardrock-Band.

Sänger Tim Dammann lässt sich von den wenigen Gästen vor der Bühne nicht aus der Fassung bringen. Er schafft es, die mit lockeren Sprüchen zu mobilisieren, dass gefühlt mindestens doppelt bis drei Mal so viele im Saal sind. „Das wird eine etwas intimere Party“, grinst er. Genüsslich zelebriert er das Klischee vom Bier trinkenden, kräftig feiernden Rocker, der die Fans animiert, es ihm nachzutun und an der Theke dafür zu sorgen, dass die trotz des schmalen Besuchs guten Umsatz macht.

Mehr Publikum sind die fünf harten Jungs aus dem Norden sicher gewöhnt. Denn dieses Jahr enterten sie in Wacken die Headbangers Stage und waren nach Weiher beim „Werner-Rennen“ auf dem Flugplatz Hartenholm dabei. Das sind andere Dimensionen. Doch den wahren Profi kennzeichnet, dass man ihm die Leidenschaft für seine Musik immer anmerkt, egal ob es 20, 200 oder 20.000 Besucher sind. Und nach diesem Maßstab gemessen, brennen Sebastian Kranke (Leadgitarre), Tommy Lindemann (Rhythmusgitarre), Tim Schwarz (Bass) und Benjamin Ulrich (Drums) für ihre Musik.

„Mit mittlerweile vier veröffentlichten Studioalben im Rücken ziehen Hardbone jedem Rockfan das Trommelfell über die Ohren“, beschreibt sich die Band gerne selbst. Stimmt. Es war laut. Die fünf Jungs legen vor allem Wert auf den dreckigen und Bier-getränkten Rock’n’Roll der guten alten Schule. Mit einer absoluten Hingabe. Die vier Frontleute sind ständig quer über die Bühne in Bewegung, es fliegen die langen Haarmähnen, kreisen die Arme über den Gitarrensaiten, hauen Kranke und Lindemann wechselseitig die fetzigen Soli raus.

Auch so: die Musik. Hardrock at ist best. Schon bei den ersten Tönen horchen die Fans auf. Das klingt doch wie – genau, AC/DC. Allerdings zu ihren besten Zeiten und nicht im Niedergang begriffen mit Axl Rose am Mikro wie bei der letzten Tour. Warum haben die Australier eigentlich nicht Dammann als Ersatz für Brian Johnson verpflichtet? Der hat die perfekte Reibeisenstimme, ist ein Entertainer erster Güte, lebt und liebt seine Musik und bringt das auch rüber, ohne abgehoben zu sein.

„Tailor-Made“ heißt die aktuelle Scheibe des Fünfers, aus dem es natürlich viele Stücke zu hören gibt. Verbunden logischerweise mit dem dezenten Hinweis, dass es die CD am Merch-Stand neben der Bühne zu kaufen gibt – wie auch ein paar andere Devotionalien der Band. 110 Prozent Rock’n’Roll hat sich die Gruppe auf die Fahnen geschrieben. Stimmt nicht, es sind eigentlich 150 oder mehr. Die knallen den Abend rüber eins nach dem anderen in die Zuschauer.

Andere Bands können sich eine Scheibe davon abschneiden, was da an Power von oben kommt. Heulende Gitarren, krachende Soli, ein Sänger, der sich die Seele aus dem Leib röhrt, in den Songs aufgeht. Schwarze Hosen, schwarze T-Shirts, schwarze Jeansjacken: Fertig sind harten Rocker aus dem Norden, die mit Hamburger Schnauze und viel Humor die Süddeutschen begeistern.

Wie die Stimme, so auch die Gitarren: Es klingt ziemlich Young-Brüder-lasting, was Kranke und Lindemann da an Soli zelebrieren. Aber immer mit dem guten Touch an selbstgemachten, was sich durch die ganzen Songs zieht. Stampfer-Rhythmen, kurz, knackig, auf dem Punkt, ohne viel unnötiges Beiwerk rausgehauen, dass sie dem Rockfan nur so um die Ohren fliegen. Dazu noch beim Headbanging vier Mal fliegende Haare von oben, dass das Publikum unten mit schütterem Kopfbesatz nicht mithalten kann.

„SpiteFuel“ aus dem Raum Heilbronn hatten als Opener angesichts der überschaubaren Gästezahl eine undankbare Aufgabe. Die Heavy Rock Band, stilistisch zwischen klassischen Metal und Hard Rock angesiedelt, machte ihre Sache aber sehr gut, indem sie gekonnt Härte und Melodie zu einer authentischen Symbiose brachte.

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Friday, September 7, 2018

Neu aufgestelltes Team und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Schimmeldewog

Alles neu macht das neue Schuljahr: An der Grundschule Schimmeldewog gab es einige Veränderungen. Mit einem neu aufgestellten Lehrerkollegium und dem Angebot einer Nachmittagsbetreuung blickt die kleine Grundschule jetzt optimistisch in die Zukunft. Zum Ende des vergangenen Schuljahres ging die langjährige Leiterin Sabine Herold in den Ruhestand. Das Auswahlverfahren für diese Stelle läuft. Derweil hat Simone Hentschel-Gärtner die kommissarische Schulleitung zusammen mit Matthias Dautel inne. „Es ist eine Art Neubeginn bei uns“, sagt sie.

Größte Veränderung im Schulalltag ist die Nachmittagsbetreuung, für die es in der Vergangenheit bereits mehrere Anläufe gab. Die konzertierte Aktion seit Ende des vergangenen Jahres, von Eltern des Kindergartens und der Schule zusammen mit dem Lehrerkollegium auf den Weg gebracht, führte jetzt zum Erfolg. Von 12 bis 16 Uhr gibt es montags bis freitags ein Angebot, das derzeit 18 Kinder aus den Klassen 1 bis 4 nutzen. Die Eltern können zwischen einem Besuch an drei oder fünf Wochentagen wählen.

Der Verein Kubus kümmert sich um die finanzielle Seite und die Einteilung des Personals. Das wird zum Teil über den Verein gestellt, zum Teil sind es externe Kräfte. Bei einigen Nachmittagsbetreuern ist der Kontakt zur Schule bereits gegeben, erläutert Hentschel-Gärtner. „Wir haben ein paar Leute vorgeschlagen“, sagt sie. Dazu zählen die Mutter eines ehemaligen Schülers und eine ehemalige Hospitantin. Andere Kräfte wiederum kommen über den Verein. Eine Erzieherin aus Elmshausen ist federführend tätig, die bereits dort in dieser Rolle agierte.

Zu ihnen stößt auch der ehemalige Schüler Marco Amico, der nach seinem Abitur am Überwald-Gymnasium nun an der Grundschule seine Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) macht. „Das trifft sich super, denn er kennt unsere Strukturen“, freut sich Hentschel-Gärtner. Amico wird sowohl im morgendlichen Unterricht als auch in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt. Daneben ist es seine Aufgabe, unterstützt von den Eltern das Frühstück zu organisieren.

Das pädagogische Konzept des selbständigen, projektorientierten Lernens „wird auch in den Nachmittag übertragen“, betont die kommissarische Schulleiterin die Kontinuität. Dann sollen auch diverse Projekte angeboten werden. Das reicht vom Besuch des Hufschmieds oder einer Maskenbildnerin bis hin zur Akrobatik. Interessierte Personen, die ehrenamtlich etwas zum Angebot beisteuern wollen, können sich mit der Schule in Verbindung setzen.

Die frühere Schulleiterin Sabine Herold „hat bereits signalisiert, dass sie uns bei Projekten weiterhin unterstützen wird“, betont Hentschel-Gärtner. „Sie kann noch nicht wirklich ohne uns“, lacht sie. Derzeit ist Herold zusammen mit Dautel und den neuen Viertklässlern auf der Nordseeinsel Föhr. Die Unterrichtsfahrt mit dem Hauptthema Weltkulturerbe Wattenmeer wird später auch im Unterricht aufgearbeitet und in einer Präsentation nach außen vorgestellt.

Von den 67 Schulkindern sind 14 Erstklässler. Die durften gleich bei der Honigernte mithelfen, denn die Schule hat drei eigene Bienenvölker. Etwa 20 Prozent der Schüler kommen mit einer Gestattung aus anderen Orten, was die Attraktivität der Grundschule unterstreicht. Um alle kümmern sich vier Vollzeit-Lehrkräfte. Als Unterstützung in den beiden Flex-Klassen ist weiterhin Petra Schumann mit zwölf Stunden in der Woche an der Schule tätig. Zwei weitere Personen sind mit je 20 Stunden in der Woche für die Schulbegleitung von Kinder zuständig, die eine speziellere Betreuung brauchen.

Der Schwerpunkt in diesem Schuljahr liegt laut Hentschel-Gärtner „auf der Zusammenführung des neuen Teams“, zu dem jetzt auch Anna Bachner und Roland Gottselig gehören. Sie haben sich mit Unterstützung des Teams schon in das Konzept eingearbeitet und werden hierzu auch in den nächsten pädagogischen Konferenzen eigene Impulse mit einbringen, um gemeinsam die Schulentwicklung voranzutreiben. In dieser Konstellation „haben wir zwei männliche und zwei weibliche Lehrkräfte“. Die kommissarische Leiterin bezeichnet dies „als ganz wertvoll“, weil dadurch ein anderer, ausgleichende Blick auf die Dinge gewährleistet wird. Musical- und Theaterprojekte sollen dann ab dem Schuljahr 2019/20 wieder aufgenommen werden.

Die Situation der Gastronomie im Überwald bereit der SPD Sorgen

Es war vor allem die Situation der Gastronomie im Überwald, die die SPD-Vertreter interessierte. Beim Besuch der Zukunftsoffensive Überwald in deren neuem Pavillon auf der Hofwiese stellte Geschäftsführer Sebastian Schröder zu Beginn den Mitgliedern aus Fraktion und Ortsvereinsvorstand die ZKÜ-Themenfelder vor, die um Tourismus, Wirtschaftsförderung und Unterstützung von Existenzgründern kreisen. Öffentlich wahrgenommen wird dabei vor allem der touristische Aspekt.

Gunther Emig wollte wissen, ob in der vergangenen Zeit kritische Nachfragen bezüglich der Gastronomie bei Schröder und seiner Mitarbeiterin Eva Sattler aufliefen. Neben dem geschlossenen Mittwochnachmittag im Einzelhandel und der „toten Innenstadt“ an diesem Tag ist es Schröder zufolge vor allem die nicht funktionierende Abstimmung der Ruhetage, die ihm Bauchschmerzen bereitet. Sei mal eine Regelung gefunden, werde die auch bald wieder geändert – aber ohne Mitteilung an die ZKÜ, die somit die falschen Ruhetage publiziere.

Ein Mantra des Geschäftsführers ist das Fehlen eines Lokals mit typischer Odenwälder Küche, wie es von den auswärtigen Gästen in der Ortsmitte oft gesucht werde. Das Problem: Es fehlt nicht nur der potentielle Betreiber, sondern auch die „passgenau Immobilie“. Leerstände seien vorhanden, aber deren „Aufrüstung“ mit sehr hohen Kosten verbunden.

Thomas Langer sprach das Sorgenkind „Kreidacher Höhe“ an. Der Leerstand sei bedauerlich, „weil es sich bei dem Lokal um eine Aushängeschild der Region handelt“. Das Hotel mit Gaststätte sei jetzt schon so lange geschlossen, dass sich bisherige Gäste anders orientierten. „Es ist ein vorzüglicher Standort“, sagte Schröder. Sein Wunsch wäre dort ein Hotel mit Gastronomiebetrieb und angeschlossenem Café, das auch Gäste aus der Sommerrodelbahn mit abdecken könnte.

Wie Bürgermeister Dr. Sascha Weber sagte, scheiterte vor kurzem ein erneuter Versteigerungsversuch der Immobilie. Das Mindestgebot belief sich auf 670.000 Euro, bei 663.000 machte die Richterin Schluss. Aber mit diesen Geldern ist es noch lange nicht getan, wies er auf den großen Sanierungsbedarf hin.

Die Hotelzimmer werden immer weniger, jedoch fängt die Zunahme an „qualitativ guten Ferienwohnungen in den vergangenen Jahren einiges auf“, betonte der Geschäftsführer. Löhne und Arbeitsbedingungen in der Hotellerie sieht Schröder „als nicht besonders anziehungskräftig“. Dazu kämen teure Investitionen, um mit den einschlägigen Vorschriften Schritt halten zu können. „Die Motivation sinkt bei Angestellten und Betreibern“, stellte er fest.

Auf der anderen Seite sieht Schröder aber auch eine Mitverantwortung bei den Gästen. „Die Kunden müssen bereit sein, für Qualität ein paar Euro mehr zu zahlen“, forderte er. Im Odenwald „kann man mit Gastronomie erfolgreich sein“, so seine Bilanz. Dazu wäre es sinnvoll, wenn der Hotel- und Gaststättenverband öffentlichkeitswirksam ein „positives Image“ des Berufsfelds zeichne. Generell wird aber die Aufwertung der Gastronomielandschaft „ein Prozess sein, der noch ein bisschen dauert“.

Die bürokratischen Hürden beim Lebensmittelrecht sind natürlich auch nicht zu verachten, meinte Schröder auf eine Frage von Emig. Das treffe nicht nur auf die Gastronomie zu, sondern auch auf Bäcker und Metzger. Alle Auflagen zu erfüllen sei sicher nicht einfach. Hier kommt aber auch ein Punkt zum Tragen, den Weber ansprach: die regelmäßige Modernisierung des Betriebs. Das geschehe aber nicht immer, womit der Betreiber irgendwann von einem riesigen Kostenberg stehe.

Schröder hatte zu Beginn die Entwicklung der ZKÜ in den vergangenen zehn Jahren nachgezeichnet. Zuerst in der Rudi-Wünzer-Straße ansässig, folgten sechs Jahre in der Igena bis zum diesjährigen Umzug in den 80-qm-Pavillon auf der Hofwiese. Dessen Bau wurde zu 70 Prozent aus Mitteln der „Aktiven Kernbereiche“ gefördert. Aus dem Programm bestreitet die ZKÜ auch einen Teil ihres Etats, erläuterte der Geschäftsführer.

Neben anderen Einnahmefeldern stellen außerdem Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach jedes Jahr Mittel zur Verfügung. Die wurden jetzt „pro forma“ über die Summe von 113.000 Euro jährlich hinaus aufgestockt, um den Betrieb auf jeden Fall handlungsfähig zu machen. Schröder zeigte sich aber optimistisch, die zusätzliche Marge nicht antasten zu müssen.

Zu zwei Dritteln werde man von Touristen frequentiert, zu einem Drittel von Bürgern, erläuterte er. Mit dem Umzug in die Ortsmitte habe sich die Laufkundschaft deutlich erhöht, freute sich Schröder. Das war ja auch Sinn der Sache, als Tourismusagentur mitten im Geschehen zu sein. Gründerberatung und Wirtschaftspflege sind aber ebenfalls ein wichtiges Standbein. Über 300 Beratungen gab es bereits seit Bestehen der ZKÜ. Bei den Gründern stellte Schröder „zum Glück“ wieder eine etwas dynamischere Entwicklung fest, nachdem wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt ein paar Jahre Flaute herrschte.

Mit Gustav Adolf weiß heute kaum einer mehr was anzufangen – die Affolterbacher Kirche trägt seinen Namen

Mit dem Namensgeber der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche im Wald-Michelbacher Ortsteil können heute nur noch die wenigsten etwas anfangen. „Gustav wer?“ heißt es zum schwedischen König des 17. Jahrhundert, der im Dreißigjährigen Krieg bei der Wahl der Mittel zur Verbreitung des protestantischen Glaubens nicht gerade zimperlich war. 400 Jahre ist es 2018 her, dass durch den eigentlich unspektakulären Prager Fenstersturz ein Brand auf dem Kontinent ausgelöst wurde, der diesen entvölkerte und gravierend veränderte. Auch der Überwald war danach praktisch menschenleer.

Gustav Adolfs Namen trägt heute noch die 1907 eingeweihte Kirche, für die im Juni 1906 Baubeginn war. Wobei Pfarrerin Tabea Graichen die Einschränkung macht, dass dafür durchaus auch das nach ihm benannte Gustav-Adolf-Werk Pate gestanden haben könnte, da es durch einen erklecklichen Geldbetrag den Bau erst ermöglichte. Das 1832, zu Gustav Adolfs 200. Todestag gegründete Werk mit Sitz in Leipzig ist auch heute noch weltweit sozialdiakonisch, missionarisch und baulich tätig.

Von den deutschen Protestanten wurde Gustav II. Adolf zu seiner Zeit als Vorkämpfer, Held und Retter des Protestantismus idealisiert. Gerade in der Romantik wurde der schwedische König deutlich überhöht. Sein Eingreifen in den Krieg verhinderte nach landläufiger Meinung einen katholischen Sieg. Sein Schlachtentod machte ihn in der öffentlichen Wahrnehmung zum Märtyrer des Glaubens. Eine ganze Weile lang „ging man unkritisch mit seinem Namen um“. Auch in der Romantik wurde er als Verbreiter des Protestantismus verklärt.

Anlässlich der 400. Wiederkehr des Kriegsausbruchs spielt Gustav Adolf wohl in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle mehr. „Ich wurde bisher überhaupt nicht darauf angesprochen“, so Graichen. Wenn überhaupt, können noch die älteren Gemeindeglieder etwas damit anfangen, die jüngeren nicht mehr, ist ihr Eindruck. Denn als sie mehr als zehn Jahren ihr Amt in Affolterbach antrat, „haben mich Besucher noch des Öfteren gefragt, warum die Kirche nach diesem Mann benannt wurde“.

Graichen sieht den Kirchen-Namen vor dem Hintergrund der Zeitläufte. Auch andere Gläubige, nach denen Gotteshäuser benannt sind, „haben nicht unbedingt nach den Zehn Geboten gelebt“, sagt sie. Beispiel Luther: „Der hat auch Klopper rausgehauen“, so die Pfarrerin, aber trotzdem die Reformen maßgeblich vorangebracht. Natürlich steht für sie die Frage im Raum, „ob man vor 400 Jahren dem Protestantismus mit anderen Mitteln zum Durchbruch verhelfen konnte“.

Die Methoden des Schweden „sind natürlich nicht mein Mittel der Wahl“, macht Graichen klar. Allerdings „habe ich auch nicht vor vier Jahrhunderten Jahren gelebt“. Gustav Adolf habe „sehr martialisch“ im Namen der Konfession in den Krieg eingegriffen. Allerdings müsse man alles „vor dem Hintergrund der damaligen Zeit sehen, auch wenn es das Tun nicht rechtfertigt“. Leider geschehen auch noch im Namen von Religionen Gräueltaten, bedauert sie.

Die Benennung der Kirche vor mehr als 110 Jahren sieht sie „als Zeugnis dieser Zeit und des Blicks auf Gustav Adolf“. Einer kritischen Auseinandersetzung stehe die Bewahrung nicht im Wege, „weil es Teil des protestantischen Erbes ist“. In den Kirchenprotokollen ist zumindest „noch nie die Idee aufgetaucht, die Kirche umzubenennen“. Sowieso ist die in Affolterbach ihrer Kenntnis nach eine der wenigen in der Region, die überhaupt einen Namen hat.

Das denkmalgeschützte Jugendstil-Kirchengebäude wurde von 1905 bis 1907 nach Plänen von Friedrich Pützer errichtet. Fast 200 Jahre lang war die Gemeinde zuvor ohne Gotteshaus, denn die erste erwähnte Kirche von 1568 wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts wegen Einsturgefahr geschlossen. Angeblich kümmerte sich der Landesherr nicht darum, einen zwischenzeitlichen Rechtsstreit verlor man aber. Danach fanden Gottesdienste in Wirtshaussälen statt, es gab aber auch 30 Jahre gar keinen eigenen.

„Affolterbach konnte sich damals einen Neubau mit 40.000 bis 50.000 Markt nicht leisten“, weiß Graichen aus der Kirchenhistorie. Mit allen möglichen Mitteln wurde versucht Geld zu akquirieren. Die Rede ist von einem Postkartenverkäufer, „der den Leuten kräftig auf die Nerven ging“, schmunzelt die Pfarrerin. Ab 1874 gab’s Pläne für einen Neubau, die immer wieder verschoben wurden. 1894 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der dann die großzügige Zusage des Gustav-Adolf-Werks erhielt. Sogar die Kaiserin von Russland, die öfters zur Sommerfrische im Überwald weilt, gab 100 Goldrubel zum Bau dazu.

Anfang des 20. Jahrhunderts „war Gustav Adolf immer noch populär“, erläutert Tabea Graichen. Gerade in einer katholischen Region mit reformierten Einsprengseln war er so etwas wie „der Held des Protestantismus“. In der Affolterbacher Kirchengemeinde, die sich zu dieser Zeit zu einer Filialgemeinde von Wald-Michelbach entwickelte, gab es sogar einen nach ihm benannten Verein und eine Jugend. Da war es mit seinem Namen für die Kirche nicht weit her. Unter den Wappen über der Kanzel ist neben dem von Landesherren und Reformatoren folgerichtig auch seines zu finden.

Gustav II. Adolf (geb. 1594 in Stockholm, gestorben 1632 bei Lützen, Kurfürstentum Sachsen) war von 1611 bis 1632 König von Schweden und eine der wichtigsten Figuren der schwedischen Geschichte und des Dreißigjährigen Krieges. Er trug durch Reformen und sein militärisch-politisches Handeln wesentlich dazu bei, Schweden eine Hegemonialstellung im nördlichen Europa zu verschaffen, die bis Anfang des 18. Jahrhunderts bestand. Sein Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland ab 1630 verhinderte einen Sieg des kaiserlichen Lagers der Habsburger und sicherte damit indirekt die Existenz des deutschen Protestantismus.

Allerdings war Gustav Adolf jedoch auch ein machtorientierter Realpolitiker, dessen Hauptziel die Herrschaft Schwedens über den Ostseeraum und die Absicherung als Großmacht im nordeuropäischen Raum war. Evangelische Überzeugungen und nationaler Ehrgeiz gingen in ihm eine untrennbare Verbindung ein. Damit passte er in seine Zeit, die auf der katholischen Seite von Männern wie Wallenstein und Tilly gekennzeichnet war.

 

„Wald-Michelbach in 16 Teilen“ als Aktion von Ingrid Scholz beim Atelierfest auf der Tromm

Egal wo die Besucher herkommen, wo sie leben, was sie vorher gemacht haben: Über die Kunst finden sie zusammen. 16 Teile hat das Bild „Wald-Michelbach“ von Ingrid Scholz. Sie verstreuten sich beim Atelierfest durch den Einzelverkauf in ganz unterschiedliche Ecken der Gemarkung und darüber hinaus. „Heimat ist kein bestimmter Ort“, meint deshalb die Künstlerin, die an diesem Tag des Trommer Bergfestes ihre Galerie für die Gäste öffnete. Sie sieht einen sozialen Zusammenhang zwischen den Menschen, die an einem Ort gemeinsam leben. Die Geografie tritt in den Hintergrund.

„Was passt als Bild ins Büro des Bürgermeisters“, fragte sich Ingrid Scholz zu Beginn ihrer Arbeit an diesem Werk. Die Antwort war für sie einfach: „Wald-Michelbach.“ Wer die Künstlerin kennt, weiß, dass dies natürlich nicht ein naturnahes Aquarell sein würde. Sie orientierte sich an David Hockney, ging aber weg von den konkreteren Waldbildern hin zum Abstrakten unter dem Einsatz hellerer Farben. Bach, Bäume, eine strahlende Sonne über dem Ort: Fertig war der malerische Dreiklang, den Scholz auf 16 Puzzle-Leinwandteilen unterbrachte.

Die sind anders als beim Original angeordnet, das in Dr. Sascha Webers Büro im Wald-Michelbacher Rathaus hängt. Dort findet sich an der anderen Wand auch das Pendant-Bild „In Bewegung“. Mit fließenden Farben verkörpert es sinnbildlich den Neuanfang, seit Weber im vergangenen Jahr den Posten übernahm. Seine Arbeitsräume hätten durch die verwendeten Farben eine „helle, fröhliche Stimmung“, so der Bürgermeister. „Ich gehe gern ins Büro.“

Die Besucher waren aufgefordert, aus dem vorherigen Puzzle wieder das Ursprungsmotiv zusammenzusetzen. Scholz sprach von einer „interessanten Aufteilung“, wenn jeder ein Teil des Werkes kaufe. Denn jede der 16 einzelnen Leinwände gab es zu erwerben. Der Malerin ging es darum, die Gäste in Aktion zu versetzen, damit sie sich mit dem Bild auseinandersetzen können. Wer ein Stück davon mit nach Hause nehme, „wird sich an das Ganze erinnern“, hoffte sie. Zum Zusammenfügen könne man sich über Grenzen hinweg virtuell auf der Tromm wiedertreffen, regte sie an.

Die auf der Tromm beheimatete Künstlerin öffnete beim Bergfest aufs Neue ihr Atelier und gewährte einen Einblick in ihr vielfältiges Schaffen. Gleichzeitig gab es die Kunst-Mitmach-Aktion, bei der jede/r Interessierte seine eigenen kreativen Fähigkeiten testen konnte. Scholz setzt in ihren künstlerischen Werken das um, was ihr im täglichen Leben begegnet.

Aktuell ist das mit „Blutmond“ die totale Mondfinsternis mit ihren besonderen Farben, die Scholz inspirierte. Die Rottöne mit dem leicht orange-gelben Rand faszinierten sie. „Das war äußerst spannend“, sagte sie. Zwei Skulpturen unter dem Titel „Dreiklang“ und eine Blitzkugel entstanden ebenfalls in der vergangenen Zeit. „Was mich bewegt, versuche ich umzusetzen“, verdeutlicht Ingrid Scholz. Ihre Ideen sind direkt aus dem Leben gegriffen.

Eine andere Aktion, die vor drei Jahren im späten Frühjahr startete und dann auch im Rahmen des Trommer Bergfestes lief, ist im Internet auf http://www.beziehungswand.de zu sehen. Ingrid Scholz wollte mit ihrer Beziehungswand quasi ein „Museum in der freien Natur“ schaffen, in das sich alle einbringen könnten, wie sie erläuterte. Im Museum gebe es viele aufgehängte Dinge, diesen Ansatz verfolgte sie auch hier. Das, was den Weg an die Beziehungswand fand, hing dort so lange, wie es die Natur zuließ.

Auf der Wiese soll die neu gestaltete Skulptur „Himmelsstürmer“ einen Platz finden. Sie verwendet dafür Aluminium. „Dadurch wirkt alles viel leichter“, sagt Scholz. Wenn das Material bearbeitet wird, „geht die Starre raus“, erläutert die Künstlerin. Es ergebe sich eine Wellenbewegung durch die Struktur. Im Zuge des Irene-Turm-Neubaus und der Tromm-Spielort-Verwirklichung „fügt sich das dann ein“, so ihre Vorstellung.