Die neue Saison in der „Hall“ startet

Die Sommerpause ist vorbei, jetzt wird wieder gerockt. In allen Facetten, von poppig bis ganz hart. An diesem Freitag, 20. September, startet die Live-Music-Hall Weiher in ihre neue Saison und hält dabei bis zum Jahresende für die verschiedenen Musik-Geschmäcker eine große Vielfalt bereit. Beatles- und Journey-Cover sind ebenso dabei wie melodischer Metal bis hin zu brachialen Klängen, die das Trommelfell energisch bearbeiten.

Mit „Evertale“ und „Thornbridge“ haben sich zwei der momentan spannendsten, deutschen Bands im Bereich Power-Metal zusammengetan, um auf eine Rundreise zu gehen. Für das Gastspiel in der „Hall“ haben sie sich mit „Tyrant Eyes“ die Lokalmatadoren aus Mörlenbach als Support mit ins Boot geholt. Beginn ist am morgigen/heutigen Freitag um 19.30 Uhr.

Evertale haben bislang zwei Alben veröffentlicht. Das jüngste trägt den Namen „The Great Brotherwar“ und hat die Band unter anderem auf das „Bang Your Head“ Festival, die „70.000 Tons Of Metal“-Kreuzfahrt und eine Tour mit Van Canto gebracht. Thornbridge, die Jungs aus dem Frankfurter Raum, haben ebenfalls zwei Alben am Start. Jüngst waren sie auf Tour mit „Rhapsody Of Fire“. Ihr Power-Metal ist noch ein Stück epischer als bei Evertale.

Ein Leningrad-Cowboy ist auf den Odenwald-Hügeln unterwegs. Ben Granfelt ist am Dienstag, 24. September, 20 Uhr, auf seiner „My Soul“-Tour, die ihn auch nach Weiher führt. Bei den bekannten Cowboys war er nicht nur Gitarrist, sondern auch Hauptsongschreiber. Der finnische Altmeister liefert bereits sein 16. Solo-Album ab und beweist mit seinem riesigen Erfahrungsschatz, gepaart mit virtuosem Gitarrenspiel, erneut seine Stellung als Ausnahmemusiker. Sein melodischer Rock mit vielen Blues-Elementen sticht durch sein großes Gefühl für Tempo und Atmosphäre heraus.

„Velvet Viper“ sind zurück. Die Mitbegründer des Dramatic Metal um Rock-Legende Jutta Weinhold (früher „Zed Yago“) machen sich erneut auf, die Bühnen zu stürmen. Seit der Wiedergründung 2017 liefert die Band wieder bekannte Geschichten und uralte Mythen, verpackt in harte Sounds und großartige Vocals. In der Live Music Hall sind sie am Freitag, 4. Oktober, 20 Uhr, zu Gast.

Am Freitag, 11. Oktober, spielen die Nord-Metaller „Mob Rules“ um 20 Uhr in Weiher. Nach ihrer Chartplatzierung sowie Europa- und UK-Tour, feiert die Band das brandneue Live-Album „Beast Over Europe“. Special Guest des Abends sind die Melodic Metaller von „Mystic Prophecy“.

Progressive Rock ist angesagt, wenn Damian Wilson mit seiner Allstar-Band auf Tour kommt. Der viel gebuchte Sänger (Treshold, Ayreon) hat Ruud Jolie (Within Temptation) an der Gitarre dabei, dazu den Bassisten Johan van Stratum (Ayreon, Stream Of Passion, Vuur), Schlagzeuger Mike Coolen (Within Temptation) und Andrew Holdsworth am Keyboard. Um 20 Uhr geht es am Sonntag, 13. Oktober, los.

Bei „The Unity“, die am Freitag, 1. November, zu Gast sind, merkt man, dass alte Hasen zu Werke gehen. Die Gamma Ray-Mitglieder Henjo Richter (Gitarre) und Michael Ehré (Drums) gründeten 2016 die Nebenspielwiese, um ihre Vorliebe für Hardrock mehr auszuleben als dies die Stammband zulässt. Das hanseatische Metal-Urgestein Richter zockte auch schon mit Avantasia auf „The Metal Opera“, während Ehré die Stöcke für Firewind, Axel Rudi Pell und Unisonic schwang. Beginn: 20 Uhr.

Mit „Lacrimas Profundere“ stellt sich ein angesagter Gothic-Rockact am Montag, 18. November, in der Live-Music-Hall vor. Ende November schlägt die Stunde der Covers. Erst huldigen „Journeye“ am Samstag, 23. November, der Musik der amerikanischen AOR-Heroen Journey, ehe es dann am Freitag, 29. November, „Help!“ heißt: Die Beatles Tribute Band ist zu Gast.

Info: Das komplette Programm unter http://www.live-music-hall-weiher.de/events/

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Der einheimische Bläuling leidet besonders unter dem Klimawandel

„Die Insektenpopulationen sind dramatisch auf dem Rückzug“, weiß der Weiherer Hobby-Entomologe Siegfried Winkler, der sich dem Thema bereits ein knappes halbes Jahrhundert widmet. Für den ehemaligen Förster war und ist die heimische Natur mit ihrer Artenvielfalt schon seit jeher nicht nur Beruf, sondern Passion. Aktuell macht er die Gefahr für das Fortbestehen etwa von Schmetterlingen Arten am stark bedrohten Wiesenknopf-Ameisenbläuling fest.

Es gibt in der Region den hellen und der dunklen Ameisenbläuling. Bei Weiher, Schlierbach und Wahlen sind laut Winkler Wiesen bekannt, die in Jahren mit normalen Niederschlägen diesen seltenen, europaweit besonders geschützten Arten eine Heimat geben. Die kleinen Bläulinge fliegen im Juli. Sie legen nach der Paarung ihre Eier in der Blüte des „Großen Wiesenknopfes“. Dort entwickelt sich das kleine Räupchen bis zur dritten Häutung.

Danach lässt sich die kleine Raupe auf den Boden fallen. Dort wird sie von einer bestimmten Ameisenart gefunden und ins Nest getragen. Hier wird nun aus dem Veganer ein Fleischfresser. Die Raupe lebt fortan von der Ameisenbrut. Etwa 600 Larven und Puppen vertilgt sie im weiteren Verlauf ihres Lebens. Bei dieser Symbiose profitieren die Ameisen von einem zuckerhaltigen Sekret, das die Raupe abgibt. Im nächsten Jahr schlüpft der Falter im Ameisennest, muss sich dann aber sputen, dieses zu verlassen, da die Ameisen jetzt keinen Nutzen mehr verspüren und ihm nachstellen.

Der „Große Wiesenknopf“ entwickelt sich auf wenig gedüngten Feuchtwiesen nach der ersten  Mahd, nach der Heuernte Ende Mai/Anfang Juni. Der Zeitpunkt ist für Winkler entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge. Erfolgt die Mahd zu spät, kann die Pflanze ihre Blüte nicht mehr entwickeln.

Das passiert aber leider auch, wenn nach der Mahd eine Trockenperiode das feuchtigkeitsliebende Gewächs ausbremst. Ohne Blüte haben die eierlegenden weiblichen Falter keine Chance, ihre Fracht los zu werden. „Das ist leider die momentane Situation auf vielen Wiesen“, bedauert der Weiherer. Das Wachstum stockt nach der Heuernte, der Wiesenknopf kann sich nicht gut entwickeln, die Pflanze blüht nicht. „Keine Blüte, kein Nachwuchs für die Ameisenbläulinge.“

Viele Menschen bemerken, dass vielerorts die Schmetterlinge gegenüber dem Vorjahr stark abgenommen haben, sagt er. Das lag an der Hitze und dem damit verbundenen Vertrocknen zahlreicher Futterpflanzen für die Raupen im vergangenen Spätsommer und Herbst. So hatte der Schwalbenschwanz entgegen seiner üblichen Gewohnheit eine dritte Generation im September.

Dessen Nachkommen konnten sich aber an der vertrockneten „Wilden Möhre“ nicht fertig entwickeln. Solche Populationsschwankungen aufgrund kleinklimatisch „schwieriger Jahre“ kann die Natur aber wieder ausgleichen. Häufen sich aber diese „schwierigen Entwicklungsjahre“, sterben Arten aus.

Mit der „Krefelder Studie“ und den Veröffentlichungen von Prof. Reicholf (TU München) wurde 2017 von den Medien aufgegriffen, was Entomologen, die überwiegend unbeachtet von der Öffentlichkeit ihren Forschungen nachgehen, schon lange wussten, schildert Winkler: Die Insektenpopulationen sind dramatisch auf dem Rückzug. Gründe dafür sind vielfältig: veränderte Landwirtschaften mit vermehrten Maisanbau und dem Einsatz von Neonicotinoiden, Düngung, Rückgang von Brachflächen oder Versiegelungen.

Die Erwärmung des Klimas spielt dabei auch eine Rolle, erläutert er. Seit den 90er Jahren habe sich in der Region der Eichenprozessionsspinner breit gemacht – ein Schmetterling, der vorher nur aus mediterranen Gebieten bekannt war. Auch der Schwammspinner, eigentlich schon immer hier beheimatet, hat sich durch warme Sommer besser entwickelt als zuvor.

Lästige Schwammspinnerraupen-Invasionen erregten die Gemüter durch lokales Massenauftreten in Thüringen, Sachsen und Bayern. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner „sind die Raupen aber nicht gesundheitsschädlich“. So profitieren manche Insekten von der Klimaveränderung, weiß der Fachmann. Aber: „Viele unserer durch lange Zeiträume evolutionärer Prozesse hier heimische Arten können sich nicht rasch genug anpassen.“

Solardraisine 2.0 braucht mindestens ein Drittel weniger Strom

Der Betrieb der Solardraisine soll wirtschaftlicher werden, das Fahrerlebnis für Kunden angenehmer, die Schadensanfälligkeit geringer: So lassen sich die drei Ziele zusammenfassen, denen sich im Auftrag der Überwaldbahn gGmbH Uwe Kilian und Denis Rizvic aus dem Weschnitztal mit ihren Firmen verschrieben haben. Sie bringen nach und nach die Fahrzeuge auf den neusten technischen Standard. Auf Einladung der Draisinenfreunde gab es jetzt eine Testfahrt mit einem bereits umgerüsteten Vehikel.

„Wir haben die Solardraisine nicht neu erfunden“, betonte Uwe Kilian. Die früher zuständige Firma Mühlhäuser habe bei Inbetriebnahme vor sechs Jahren auf damals aktuelle und bewährte (Schaltschrank-)Technik zurückgegriffen, erläuterte er. Die wurde jetzt komplett „upgedatet“. Weniger und kleinere Bausteine bedeuten eine geringere Störanfälligkeit. Die jetzt verwendeten Elemente kommen aus der Elektromobilität, die wetterbedingte Einflüsse „gewöhnt“ ist. „Wir haben die Fortentwicklung der Technik in den vergangenen Jahren genutzt“, sagte Kilian.

So kann das Personal bei Ankunft im Bahnhof den Lithium-Akku per Handy-App auslesen. „Damit können wir gleich reagieren, damit es keine Ausfälle mehr gibt“, verdeutlichte er. „Man sieht auf einen Blick was mit dem Fahrtzeug passiert.“ Sollte etwas nicht stimmen, dann lassen sich die einzelnen Elemente in einer halben Stunde austauschen, sodass die Draisine weiterfahren kann, während am Kasten geschraubt wird.

Die Umrüstung der Akkus, wie die Schaltkästen auch mit Steckverbindungen versehen, kostet pro Stück 6000 Euro, ging Kilian auf die Zahlen ein. Das Gerät eines renommierten Herstellers habe sieben Jahre Garantie. Der Austausch der Steuerung kostet noch einmal 3000 Euro. Man sei damit zwar pro Stück 300 Euro über dem ersten Angebot, aber es gebe dadurch auch potenzielle Verbesserungen: so ein Abstandssensor oder die Abschlepp-Erleichterung. Das System ist modular aufgebaut, sodass Erweiterungen integriert werden können

„Wir wollen die Folgekosten senken“, betonte der Fachmann. Das Erlebnis der Solardraisinenfahrt bleibt für die Touristen wie bisher, „aber der Mensch kann so wenig wie möglich falsch machen“. In Vorbereitung ist auch eine App, mit der genau bestimmt werden kann, wo sich die Draisinen gerade befinden. Das erleichtert den Vor-Ort-Service, sollte ein Gefährt stehenbleiben.

Kilian rechnet damit, dass sich der Stromverbrauch um mindestens ein Drittel reduzieren wird. Denn bergab wird Strom nun bis zu zwei Kilowatt produziert und direkt in den Akku eingespeist. Damit müssen die Fahrzeuge nur noch nachts geladen werden, führte er aus. „So fallen auch die vielen Kabel im Draisinenbahnhof weg.“ Durch die Stromproduktion schaffen die Fahrzeuge nun einen Durchlauf von vier Fahrten.

Auf der Fahrt, die bis zum Mackenheimer Viadukt führte, erläuterte Denis Rizvic einige von ihm vorgenommene Verbesserungen. Wo vorher ein Drehknopf mit den Stufen 1 bis 4 war, der verschiedene (nicht vorhandene) Gänge vorgaukelte, gibt es nun nur noch einen Schlüssel, der vom Servicepersonal bedient wird. Mit den neuen Generatoren „ist das Fahren viel sanfter“, verdeutlichte er. Die Pedale reagieren schon auf den ersten Druck. Damit werden auch die Getriebe geschont.

Weiterhin wurde Rizvic zufolge eine Lärmquelle rausgenommen. Vorher klapperten die gelben Kunststoffplatten direkt am Alurohr, jetzt wurden sie genietet und haben keinen direkten Kontakt mehr zum Wagen. „Damit ist die Schwingung draußen.“ Aktuell haben die Draisinen noch einen Kettenantrieb. Ein Riemenantrieb, sagte er, wäre zwar besser, weil er weniger Geräusche produziert. Allerdings müsse dies noch „technisch durchdacht werden“. Er ist auch noch ein weiterer Kostenfaktor. „Quasi die Kür“, so Kilian.

Die bisher zeitverzögerte Abfahrt vorher nach etwa zehn Sekunden „ist jetzt sofort möglich“, erklärte Rizvic. Denn: „Die Kunden wollen nicht noch warten“, weiß er. Draisine 21 gehört zu denen umgerüsteten der ersten Stunde, die seit Frühjahr im Einsatz sind. „Bei 100 Fahrten nicht ein einziger Ausfall“, freute er sich.

Auch die Kundenrückmeldungen waren positiv. Natürlich, so seine Einschränkung, wird es immer Verschleiß geben. Auch ist die Elektronik nicht vor Störungen gefeit. Drei neue Modelle sind bereits im Einsatz, das vierte ist in der Prüfung, weitere sollen in diesem Saison noch folgen. Mindestens eine Woche pro Fahrzeug brauchen die Fachleute für die Umrüstung.

Vereinsvorsitzender Peter Maier sagte zum Hintergrund des Treffens, „dass wir uns gerne aus erster Hand über die technischen Neuerungen informieren wollten“. Gerade der Zustand der Lade-Elektronik war von Interesse. Außerdem wollte der Verein wissen, wie es weitergeht, nachdem die Firma Mühlhäuser nicht mehr im Boot ist. Die Einladung wurde auf die Mitglieder der Gesellschafterversammlung erweitert. Doch das Interesse war überschaubar, gerade einmal zwei besetzte Fahrzeuge machten sich auf den Weg.

„Die Solardraisine ist relativ stark ausgebucht“, meinte Katharina Indinemao, Assistenz der Geschäftsführung, mit Blick auf die laufende Saison. Vor allem der Familiendonnerstag werde gut angenommen. Der Freitagmorgen schwächelt noch etwas, aber von nachmittags bis Sonntagsabend „ist fast alles ausgebucht“. Für diese Zeiten gebe es bereits Vorlaufzeiten von sechs bis acht Wochen. Sie stellte eine höhere Frequenz gegenüber der vergangenen Saison fest. „Wir beraten intensiver, um die Auslastung zu verteilen“, erläuterte Indinemao. Als Ziel nannte sie das langjährige Mittel von 35.000 bis 40.000 Fahrgästen im Jahr. Nach einem guten April und durchwachsenen Mai „setzen wir jetzt auf gutes Wetter“.

Das Maifest der multikulturellen Begegnungsstätte „Callas“ wurde „wieder super angenommen“.

„Das lief alles ganz wunderbar“, freute sich Heike Trinkmann in der Multikulturellen Begegnungsstätte „Callas“. Die organisierte zum 19. Mal die Maifeier rund um die Grillhütte auf der Kisselhöhe. Vier Bands und zahlreiche Helfer sorgten dafür, dass sich die zahlreichen Besucher wohlfühlten. Das herrliche Wetter trug seinen Teil dazu bei, dass der Verein aufs Neue eine große Schar an Gästen begrüßen konnte.

Trinkmann freute sich, dass die Musikgruppen ohne Gage auftraten. Damit wird der Überschuss des Festes größer, der in diesem Jahr wieder an die Kinderhilfe in Kenia gehen soll. „Wir haben einen direkten Kontakt dorthin“, betont sie die kurzen Wege und die genaue Infos darüber, was mit den Geldern geschieht.

Geht es nach dem Hunger der Besucher, wird die Spende sicherlich ansehnlich ausfallen. Denn am Ende des Abends „hatten wir kein Steak und keine Wurst mehr übrig“. Alles ratzeputz vertilgt. Das Fest wurde „wieder super angenommen“. Es war bis spät in die Nacht viel los. Vor allem die letzten beiden Bands begeisterten, als auch schon das Holzfeuer in der Mitte der Veranstaltungsfläche angezündet worden war.

Nicht nur die Ortsbevölkerung weiß die Gastfreundschaft der Begegnungsstätte zu schätzen, die Besucher kommen auch aus der weiteren Umgebung. Heike Trinkmann traf sogar auf ein paar frühere Mitabiturienten aus Weinheim. An der Bar, wo unter andrem Sekt, Caipi und Havana ausgeschenkt wurden, „war mehr los als im vergangenen Jahr“, stellten die Helfer dort fest.

Seit Gründung des Vereins Ende 1999 wuchs das Fest in jedem Jahr. „Angefangen haben wir mit ein paar Bierbänken und ein paar Kästen Bier“, erinnert sie sich. Inzwischen wurden daraus drei Zelte, in die jeweils mehr als 100 Leute passen, vier Bands und eine Bar. Dieses Jahr waren auch zum ersten Mal die beiden neuen Fahnen am Eingang zu sehen. „Wir überlegen schon heute, was wir im kommenden Jahr zum 20. Jubiläum bieten“, kündigt Trinkmann an.

Der Vereinsvorsitzende Alex Förster hob die große Gemeinschaftsaktion hervor. „Ein Stürmer ist nur so gut wie seine Mannschaft“, wies er auf das vielfältige Engagement hin. „Ultracoole Bands“ wurden seinen Worten zufolge für den Abend verpflichtet. Er zeigte sich sehr zufrieden, dass sich bereits kurz nach Beginn die Bänke schnell füllten. „Wir haben auch kräftig im Vorfeld geackert, um alles auf die Beine zu stellen“, erläuterte die schweißtreibende Arbeit. Die setzte sich gleich nach Ende fort. Am nächsten Morgen wurde sofort mit dem Abbau begonnen.

Zwischen 60 und 70 Mitglieder zählt der Verein, von denen etliche mit am Start war, um die Traditionsveranstaltung wieder zu stemmen. „Jeder ist ‚nebenher‘ berufstätig“, meinte Förster, und darüber hinaus seit etwa einem Monat am Vorbereiten. „Wir wollen das Maifest am Leben erhalten“, betonte er.

„Die Bude“, wie der Vorsitzende das Clubhaus in der Schulstraße 12 nannte, soll für alle offen sein. Dort finden auf der „Bunten Bühne“ regelmäßig Konzerte und Lesungen statt. Hierbei werden vor allem junge Künstler und Bands aus der Region sowie Schülerbands gefördert. „Hass und Rassismus haben bei uns keinen Platz“, jeder kann kommen“, betonte er. Die Wohnzimmer-Größe „schafft Nähe zwischen den Besuchern“. Sie gehen aufeinander zu, beobachtete Förster.

„Wir läuten den Sommer ein“, sagte der Callas-Mann mit Blick auf das herrliche Wetter. Allerdings war auch der Regen der Vortage sinnvoll, dann so war der Boden durchfeuchtet und Förster konnte die vielen aufgeschichteten Holzstücke anzünden. Rund um die Flammen ließ es sich dann gut aushalten, während langsam die nächtliche Kälte hochstieg. Für die Kinder war das Herumtollen auf der großen Freifläche herrlich, während sich die Eltern unterhielten oder der Musik lauschten.

Den Start machte „Violence Fist“ aus Weinheim mit nach eigener Aussage „alternativer Volksmusik“, einer doch sehr gewagten musikalischen Melange aus vielen Stilrichtungen wie deutschem Schlager, Rock’n‘Roll, Salsa und Metal. „Free Fallin“ zollten dem kürzlich verstorbenen Tom Petty und seiner Band „the Heartbreakers“ Tribut.

„The Paper Sailors“ aus Rimbach vermittelten mit ihrem bluesinfizierten Folk-Rock ein Gefühl von Freiheit und Sehnsucht. Die Band vermischte Indie-Folk mit Elementen aus Blues und Classic-Rock und kreierte damit einen unverwechselbaren Vintage-Sound. Die Band „Bagmo“ aus Neckarsteinach bot neben eigenen Songs eine ausgedehnte Reise durch die Musikgeschichte von Elvis über AC/DC und Janis Joplin bis hin zu Rage Against The Machine und Metallica.

Eine vor Spielfreude sprühende Band: „Maverick“ in der Music Hall

Das fetzt, das rockt, das geht in die Beine. Was die Hardrocker von „Maverick“ in der Live Music Hall abliefern, ist ein Konzert allererster Güte. Melodiöse Gitarrenriffs, eingängige Melodien und eine vor Spielfreude sprühende Band machen vergessen, dass sich im Odenwald nur eine überschaubare Anzahl von Fans zusammengefunden hat, um den Auftritt des nordirischen Quintetts aus Belfast zu bejubeln.

Aber die Besucher machen an Stimmung und Enthusiasmus locker das wett, was an Menge fehlt. Kein Wunder: Die gutgelaunte Truppe auf der Bühne um Sänger David Balfour macht es ihnen leicht. Der lässt sich mit seinen Mannen Ryan Sebastian Balfour und Ric Cardwell (Gitarren), Richie Diver (Bass) und Jonathan Millar (Drums) nicht die Laune verderben und heizt den Besuchern ordentlich ein.

Kein Song vergeht, bei dem der stimmlich absolut präsente Part der Balfour-Brüder nicht ständig in Bewegung ist, die Leute animiert, zum Mitmachen auffordert. Eine große Show für die kleine Fangemeinde. Herrlich sein Versuch, als „Guy from Belfast“ Mörlenbach richtig auszusprechen. Das geht zwar mit „Morlenbakk“ irgendwie daneben, aber schließlich ist der Mann auch zum Singen gekommen. Und das kann er so gut, dass unwillkürlich die Frage auftaucht, warum man von der Band nicht schon viel früher was gehört hat.

Melodiöser Hardrock mit ordentlichen Groove und Melodien zum Mitsingen: So lassen sich die Songs von Maverick beschreiben, die die Gruppe seit 2013 auf inzwischen drei Alben gepresst hat. Wobei das aktuelle, „Cold Star Dancer“, nicht nur das ausgereifteste ist, auf dem die Truppe qualitativ so richtig aus dem Vollen schöpft, sondern auch der Tour seinen Namen gegeben hat.

Gleichzeitig ist es der Opener eines Konzerts mit 15 Stücken, das keinen Durchhänger kennt. Durchgehend halten die fünf Musiker den Level am Anschlag, legen nicht nur los wie die Feuerwehr, sondern bleiben auf dem Gaspedal, selbst bei den so angekündigten „ruhigeren“ Stücken. Die Lautstärke ist vielleicht das einzige Manko eines ansonsten sehens- und hörenswerten Auftritts. Die ist auf 500 statt 50 Zuschauer ausgerichtet.

Die Bass-Drum dröhnt, die Snare scheppert, der Bass lässt die Hosenbeine flattern – eindeutig zu laut ohne Ohrenstöpsel. So gehen manchmal die Zwischentöne in den Songs verloren, die es wert sind gehört zu werden. Denn „Maverick“ nennt nicht umsonst die (Hard-)Rock-Heroen aus vergangenen Zeiten als Vorbilder: KISS, Iron Maiden, Alice Cooper, Rory Gallagher, Aerosmith, Def Leppard, Guns n‘ Roses oder Stevie Ray Vaughan werden zitiert.

„Quid Pro Quo“ und „Big Red“ heißen die beiden 2014 und 2016 erschienen Scheiben. Vom Erstling ist unter anderem „Got it back“ zu hören, das sich nahtlos in die Lieder aus der aktuellen CD einfügt. Der dreistimmige Background-Gesang, gepaart mit klasse Gitarren-Riffs, gibt den Songs eine fast schon mainstream-taugliche Struktur, auch wenn die Stücke deutlich härter gespielt werden als auf der Studio-Aufnahme. Und dann ist da eben noch Shouter David Balfour. Der ist eine Klasse für sich und kann durchaus mit den Großen des Genres mithalten.

„Ex Machina”, „Forever“, „Myrmidon“ oder „The One“: Das geht in die Ohren, wenn auch durch die Lautstärke unfreiwillig zu tief. Hier mal ein Riff mit Anklang Deep Purple, dort mal eine Songstruktur, die an Foreigner erinnert, hier der vierstimmige Gesang Marke Def Leppard, aber alles zusammengesetzt mit Copyright Maverick: Kein Wunder, dass sich die Kritiken für das Album „Cold Star Dancer“ fast überschlagen.

„Kiss Of Fire“ vereint wuchtige Gitarren und prägnanten Gesang. „Ex Machina“ steht für einprägsame Riffs und mitreißende Hooklines. Nicht zu vergessen die Maverick-typischen mehrstimmigen Refrains. Die Nordiren bieten Hardrock at ist best. Pur, ehrlich, authentisch, ohne Schnörkel, ohne unnötiges Beiwerk, einfach losgerockt.

Den Anfang des Abends machte „DeVicious“ mit melodischem Rock Made in Germany. Die fünf Musiker rund um Bassisten Alex Frey sind in der Music Hall keine Unbekannten mehr. Sie stehen für ehrliche, handgemachte Rockmusik.

Ebenfalls aus dem süddeutschen Raum mit deutlich hörbarem schwäbischen Akzent: TwentyDarkSeven. Hier war ebenfalls die melodische Komponente deutlich hörbar, auch wenn die Songs ein wenig härter rüberkamen – was eindeutig an der Reibeisenstimme von Sänger Marcus Jürgens lag. Beide Bands haben bisher zwei Alben vorgelegt, die sie bei ihren jeweils 45-minütigen Sets präsentierten.

„Garden of Delight“ mit Celtic-Pirate-Irish-Folk Schema F

Es ist wie ein einziges großes Déjà-vu: „Garden of Delight“ spielen wieder in der Live Music Hall. Zum zehnten Mal in sechs Jahren. Und es kommen: noch weniger Zuschauer. In den Anfangsjahren waren es mal zwischen 120 und 150. Was sich die Band – neben der Häufigkeit der Auftritte –zum Teil auch selbst zuzuschreiben hat. Gespielt werden fast die gleichen Songs wie vor knapp fünf Monaten, als die Truppe des Lautertalers Michael Jung zum letzten Mal hier gastierte. Und wieder tritt die Band nur zu dritt auf, obwohl sie auf Bildern zu viert beworben wird.

Der Funke will nicht so richtig überspringen. Die meisten Gäste haben an den Bistrotischen Platz genommen, nur einige wenige trauen sich auf die Tanzfläche und gehen zur Musik mit. Von der Bühne kommen auch keine Bemühungen, das groß zu ändern, kaum Animation, doch mal die Wohlfühlzone mit dem Bier in der Hand zu verlassen und etwas Stimmung zu machen. Quasi Business as usual.

Als „mehrfach national und international preisgekrönte Sensationsband aus dem ZDF-Fernsehgarten“ beworben, auf dem Tour-Plakat als „Deutschlands erfolgreichste Celtic-Rockband“ bezeichnet, mit dem „charismatischen Sänger und Bandleader, Mastermind Michael M. Jung“, muss sich eine Gruppe, die sich in dieser exaltierten Form darstellt, daran auch messen lassen. Und kann logischerweise nur verlieren. Wenn sich die Songs wie ein Ei dem anderen gleichen, sind die Voraussetzungen noch schwieriger, die Erwartungen zu erfüllen.

Was „Garden of Delight“ bieten, ist gute, aber auch biedere musikalische Folk-Hausmannskost, gewürzt mit keltischen Elementen, verfeinert mit Piraten-Zutaten und abgeschmeckt mit ein paar netten Cover-Songs aus 20 Jahren, die die Truppe auf ihr neues Album „Eternity“ gepresst hat. Das Problem: Mit ziemlich genau diesen Stücken war „G.O.D.“ bereits Ende Oktober auf Tour. Ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass die Band inzwischen im hiesigen Raum „überspielt“ ist.

Ein stoisches Schlagzeug-Spiel und immer ähnliche Akkorde von Jungs akustischer Gitarre werden zum Glück abgelöst von der prägnanten Geige Dominik Roeschs, die immer wieder für ein Aha-Erlebnis sorgt. Aber auch bei ihm wird im Laufe des Konzerts deutlich, dass er in einem Song drei oder vier Mal die gleiche Melodie spielt, ohne einen Ton zu variieren.

Dass die Truppe um Jung und den „Teufelsgeiger“ deutlich besser kann, hat sie in den vergangenen Jahren als Quartett schon oft bewiesen. Doch als Trio fehlte den einzelnen Stücken irgendwie die Fahrt, die Begeisterung, die Abwechslung, der Drive. Da ist einfach zu wenig zwischen Bühne und Publikum. Sogenannte Piratensongs haben irgendwie doch einen keltischen Touch, Beispiel „Stay with me“.

Wenn Roesch der Geige die eingängigen Töne entlockt, kommt bisschen mehr Bewegung in die Menge. Er ist immer in Bewegung, schwingt den Geigenbogen, wirbelt ihn in die Luft, springt selbst beim Spielen, feixt herum, hüpft auf einem Bein, kann nicht ruhig stehen. Er lebt seine Musik, bringt seine Begeisterung rüber. Wenn Roesch das Instrument an den Hals legt und zu spielen anfängt, taucht er völlig in seine Welt ab.

Lediglich Jungs akustische Gitarre, seine sonore, ewig gleiche Stimmlage, plus das – positiv formuliert – sparsam eingesetzte Schlagzeug hätten die Stücke nicht tragen können. Roesch reißt es immer wieder raus. Mit ihm wird es fetziger Celtic Folk, kommen Gassenhauer und Mitgrölsongs zustande, wo es sonst nur plätschert.

Mehr als 20 Jahre gibt es Garden of Delight bereits. Auf „Eternity“ finden sich Lieder, die die Band in diesen Jahren prägten, Covers, aber auch eigene Stücke. Etwa die gefühlvolle Ballade „Redemption Day“ von Johnny Cash, im Original von Sheryl Crow. Oder das powervolle „I hung my head” von Sting. Wenn dann „The Tramp“ aus dem ersten Album oder der Piratensong „Go Sailing with us“ angestimmt werden, ist Roesch wieder dran, geht es deutlich mehr ab. „The Hopeless Rolling Stone”, „Darlingtown” oder die „Ballad Of Rob The Tailor“ zeigen mehr oder weniger Celtic-Pirate-Irish-Folk Schema F. Schade.

Würdige Einstimmung auf den St. Patrick’s Day mit den Irish Voices

Das war eine würdige Einstimmung auf den irischen Nationalfeiertag, den St. Patrick’s Day: Ein begeistertes Publikum erlebte in der „Mühle“ ein sehr stimmungsvolles Folk-Konzert mit dem „Irish Voices“. Die Rahmenbedingungen waren bereits vielversprechend. Das schön dekorierte „Heuwagenzimmer“ konnte die vielen Zuschauer nur durch eilends aufgestellte zusätzliche Stühle fassen. Auf dem Heuwagen „thronten“ erwartungsvoll die Mörlenbacher „Tyrant Eyes“, eine der bekanntesten Metal-Bands der Region, und viele, zum Teil von weiter her angereisten Folk-Fans.

Ein Hauch von Irland lag über der „Mühle“. Vor dem geistigen Auge entsteht ein Bild der Insel mit ihren weiten, sattgrünen, manchmal auch kargen Landschaften, am Himmel entlang treibenden Wolkenfetzen, den vier Jahreszeiten an einem Tag. Schmale Straßen schlängeln sich durch Hügel, hinter jeder Kurve stehen ein paar der unzähligen Schafe. In diese Eindrücke mischen sich langsam die Instrumente. Willkommen bei einem Konzert der „Irish Voices“!

Simone Köhler und Siggi Winkler gestalteten den Auftakt leider ohne die erkrankte Geigerin der „Irish Voices“, Friederike Hornauer. „Unser Sahnehäubchen kann heute leider nicht dabei sein“, bedauerte Winkler einleitend. Die Zuhörer erlebten mit „Farewell to the Rhonda“ und „Treat me doughter kindly“ einen flotten Auftakt, der sie sofort zum Mitklatschen animierte.

Sanfte Balladen wie „Ride on“, eines der Paradestücke von Simone Köhler, ausdrucksvoll gesungen und gezupft, oder „The town I loved so well“, mit dem sich Siggi Winkler erstmals stimmlich vors Publikum wagte, wurden immer wieder von flotten Pubsongs unterbrochen. Erwartet und gefordert wurde der Bogen zur heimischen Mundartfolklore. Winkler brachte von seiner neuen Mundart-CD die „Moritat vom Hölzerlips“. Ein Stück, das auch nachdenklich machte, weil in der Zeit um 1800 oft die Armut und der Hunger die Leute zum Diebstahl brachte.

Nach kurzer Umbaupause traten zwei neue Musiker an die Mikrofone: Heike und Rüdiger Mauelshagen. Sie hatten für diesen Abend zusammen mit Simone Köhler einige Stücke neu arrangiert, darunter auch weniger bekannte Lieder wie „Wayfaring stranger“. Dabei handelt es sich um einen Song, den auch schon Johnny Cash spielte. Von Heike Mauelshagen eindrucksvoll mit rauchiger Stimme gesungen, spendete das Publikum dafür langanhaltenden Beifall.

„The lark in the morning“ und „Spancill Hill“ waren rhythmische Songs, die von Rüdiger Mauelshagen temperamentvoll auf der Rahmentrommel Bodhran begleitet wurden. Er stand erstmals vor einem Publikum in dieser Größenordnung. Seine Frau Heike sorgte mit der Low Whistle für weniger bekannte Folktöne, maßgeschneidert für zwei Instrumentalstücke und als Zwischenspiel bei einer Ballade.

Ins letzte Drittel des Abends starteten wieder Simone Köhler und Siggi Winkler als Duo. Sie boten unter anderem neue Lieder wie „Kelly, the boy from Killane“ aus dem County Leinster, das von einem misslungenen Aufstand der Iren berichtete, die im Jahr 1798 eine Niederlage gegen die Engländer erfuhren. Überhaupt hatten die Musiker sehr viele historische Stücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Gepäck, die Geschichten aus dieser Zeit erzählten.

Zum Schluss standen alle vier gemeinsam auf der Bühne und sorgten für ein furioses Finale mit flotten Songs. „A tell me ma“ fehlt auf keinem Pubabend, „Haul away Joe“ war ein Shanty, der zum rhythmischen Mitklatschen animierte. Auf Zuruf folgten einige Mundartsongs, bevor der Abend mit „Whiskey in the Jar“ und, schon fast traditionell, mit der „Scholze Gräit“ gemeinsam beendet wurde. Wie sagte ein aus Reichelsheim angereister Gast: „Ein ganz besonderer und unvergesslicher Abend.“