Folk-Benefiz zugunsten des Weiherer Kindergartens am 28. Juli in der „Mühle“

Es gibt immer nur ein kleines Zeitfenster für diese Benefiz-Folk-Veranstaltung, die von der Odenwälder Folkgruppe „Irish Voices“ inzwischen zum dritten Mal durchgeführt wird. Nämlich dann, wenn Pat O‘Connor aus Dublin für einen Tag und eine Nacht in die Region kommt. Das ist in diesem Jahr am Freitag, 28. Juli, in der „Mühle“. Am nächsten Tag geht es für sie nämlich schon zusammen mit den „Voices“ zu einem Workshop nach Elmstein, wo sich fast 200 Irish-Folk-Musiker aus vielen europäischen Ländern jedes Jahr eine Woche lang zu einer Fortbildung treffen.

Der „gute Zweck“ in diesem Jahr soll eine Spende für den Kindergarten in Weiher werden, nachdem im letzten Jahr für die Hospizgruppe Mörlenbach gesammelt wurde. Der Eintritt ist frei, es geht der „Hut“ herum. Die Besucher erwartet eine besondere Veranstaltung, die von Simone Köhler und Siggi Winkler organisiert wird. In Form einer „Session“ werden mit den beiden die regionalen Hobbymusiker Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen sowie Pat O`Connor den Abend gestalten. Ohne festes Programm, es soll viel improvisiert werden. Es wird einzeln, paarweise oder zusammen musiziert – wie es gerade passt.

Zu Gehör kommen natürlich irische Pubsongs, Balladen und Tunes. Aber auch mit einigen eigenen Mundartliedern soll der Abend abwechslungsreich gestaltet werden. Es wird sicher spannend – für die Musiker vielleicht aufregender als für die Besucher. Die Veranstalter hoffen auf eine gute Resonanz. Vorreservierungen im Landgasthof „Zur Mühle“ sind empfehlenswert.

Pat O‘Connor ist Musiklehrerin in Dublin. Sie zählt zu den bekanntesten Folk-Musikerinnen auf der grünen Insel. Ihre Hauptinstrumente sind die Fiddle und die Whistle. Aber sie singt auch mal, wenn sie dazu aufgefordert wird. Sie stammt aus einer Musikerfamilie, in der schon seit vielen Generationen zum Instrument gegriffen wird. Die „Irish Voices“ mit dem Weiherer Siggi Winkler sind stolz, sie als Freundin zu haben. Pat düste schon oft einige hundert Kilometer durch Irland, nur um mit ihren deutschen Freunden zusammen an einem Abend in einem Pub in Belturbet zu musizieren – oder eben zusammen in ihrer Musikschule in „Monkstown“, einem Stadtteil von Dublin.

Info: Benefiz-Folk-Konzert für den Weiherer Kindergarten am Freitag, 28. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Mühle“, Telefon 06209-1634.

25 Kilometer bergauf und bergab durch die Region: Mountainbiketour anlässlich des Wald-Michelbacher Heimatfestes

Die Mountainbike-Tour anlässlich des Heimatfests hat immer ihre Liebhaber, auch wenn es bei den Teilnehmerzahlen wetterbedingte Schwankungen gibt. „Zwischen 20 und 30 Starter haben wir im Schnitt“, meinte Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ), der wieder den Tourguide auf der 25 Kilometer langen Strecke gab. Die war mit ihren 800 Höhenmetern rund um Überwald und Weschnitztal aber nicht allein dem sportlichen Aspekt vorbehalten, sondern vermittelte auch Wissenswertes aus der Region.

18 Radler waren es bei wechselhaftem, kühlem Wetter, die sich vom Einhaus aus auf die Strecke machten. Bei Sonne und besseren äußeren Bedingungen zählte man auch einmal 40, sagte Schröder. Die erste Etappe führte zum Steinbruch Mengelbach, wo Wolfgang Wagner die Mountainbiker bereits erwartete. Bis in die 70er Jahre wurde hier abgebaut, dann noch einmal von Mitte der 90er bis 2005.

Wagner wies weiterhin auf das Geozentrum hin und die Absicht, das Gebiet als „begehbares Biotop“ weiterzuentwickeln – aufgrund von drei besonderen, dort vorkommenden Arten. Er erwähnte auch die verbotenen touristischen Nutzungen. Seine Frage ging in die Tiefe: Welchen Wasserpegel hat der See im Steinbruch aktuell? 19 Meter lautete die richtige Antwort.

Über Weiher folgte der lange Anstieg zum über 500 Meter hohen Götzenstein bei Ober-Abtsteinach hinauf. Dort erläuterte Schröder die weit in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte. Auf diesem Hügel trat der Sage nach der fränkische Herrscher Dietbert zum Christentum über. Anlass soll die Rettung eines Kindes aus seiner Sippe vor dem Feuer allein durch den Glauben eines Christen gewesen sein. Schröder wollte deshalb wissen, wann die Franken zum Christentum konvertieren und sich taufen ließen. Rund um das Jahr 500 hieß die Lösung.

Dritte Station war an den Sühnekreuzen vom Wald-Michelbacher Draisinenbahnhof hoch zur Kreidacher Höhe.  Immer wenn ein Mensch ermordet wurde, wurde laut Sage ein Kreuz aufgestellt. Deshalb wird die Stelle auch mit dem früheren Galgen auf der nahe gelegenen Höhe in Verbindung gebracht. Hier ging es für die Teilnehmer darum, den letzten Galgen Deutschlands zu verorten. Der steht nicht weit weg, in Beerfelden, und ist ein Denkmal von besonderer überregionaler Bedeutung.

Die Tour charakterisierte Schröder als sehr angenehm. Man wartete immer auf die etwas langsameren und war so als Gruppe unterwegs. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken der näheren und weiteren Region. Die Auswärtigen hielten sich nach Rückkehr noch einige Zeit auf dem Heimatfest auf, freute sich der ZKÜ-Geschäftsführer. Den ersten Preis beim Quiz gewann Hannes Schweickert aus Zwingenberg, gefolgt von Sabine Steinbeck (Gernsheim) und Reiner Schmid (Rimbach).

Bistro und Draisinenbahn nehmen in Wald-Michelbach Fahrt auf

Schöner Auftakt für die Solardraisinen-Saison am Wald-Michelbacher Bahnhof. Mit einem Fest für Groß und Klein startete der Betrieb am Eröffnungssonntag. Das Wetter machte es möglich, angenehm unter dem Vordach draußen zu sitzen und die Gastfreundschaft des Teams aus dem B10-Bistro zu genießen. Das ging gleichzeitig mit dem Draisinen-Start nun auch in den Vollbetrieb und hat außer montags jeden Tag geöffnet. Musik gab’s auch: Die Band „Generation Gap“ aus Mannheim spielte etliche Rock- und Bluesklassiker.

Nach der Eröffnung gegen Mittag füllten sich die Plätze immer mehr. Ausflügler und Zaungäste kamen vorbei, um sich die Musik anzuhören und neben den Getränken leckere Bratwürste zu genießen. Natürlich war auch Zeit für das eine oder andere ausführliche Schwätzchen. Bürgermeister Joachim Kunkel war erfreut darüber, dass der Probebetrieb des B10 über den Winter „jetzt in den Normalbetrieb“ übergeht. Die Testphase sei gut angelaufen. Zusätzliche gastronomische Angebote in Wald-Michelbach wie dieses seien immer gern gesehen, sagte er.

„Gemeinde, ZKÜ und Wirtschaftsvereinigung stehen hinter dem Betrieb“, so der Rathauschef. Mit Blick auf die Vorkommnisse rund um den Betrieb der Draisinenbahn meinte er, hier sei mit „Kanonen auf Spatzen“ geschossen worden. Die Erhaltung der Trasse sei „eine Pflichtaufgabe“ gewesen, betonte der Bürgermeister. Natürlich koste diese auch Geld. Andererseits „spült die Draisine auch Menschen in die Region“. Das sehe man an den jährlichen Buchungen aus vielen Regionen Deutschlands. „Alles andere ist schlecht geredet.“

Der Bürgermeister äußerte sich zuversichtlich, in dieser mindestens wieder 35.000 Fahrgäste auf der Strecke begrüßen zu können. Denn die Fahrt sei ein „wunderbares Freizeitvergnügen“. Der Besuch strahle auch auf andere Bereiche im Überwald aus und befördere den Tourismus in der Region. Das lasse sich an der Zahl der Ortsführungen durch die Vor-Ort-Begleiter oder auch den Museumsbesuchen festmachen.

In Bezug auf die notwendigen Arbeiten vor Beginn der Saison betonte Kunkel, „dass die Kuh vom Eis ist“. Es sei alles erledigt und fürs Erste herrsche Ruhe. Für die Wassersituation an den Viadukten müsse man noch eine Lösung finden. Auch hier zeigte er sich zuversichtlich. Sabine Storck und Klaus Widmann, die seit November 2016 das B10 betreiben, freuten sich ebenso über den Start der Draisinensaison und somit mehr Gäste im Bistro.

Der Erste Beigeordnete Peter Bihn äußerte seine Hoffnung, dass das gastronomische Angebot an dieser Stelle von der Bevölkerung angenommen werde. „Ich habe damit gerechnet“, meinte er im Hinblick auf die Bestätigung der Draisinen-Betriebserlaubnis bis 2019. Natürlich müsse man in dieser Zeit sicher noch etwas in die Strecke investieren.

„Es ist toll, dass es weitergeht“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Doetsch sowohl auf Bistro als auch auf Draisinenbahn bezogen. Er ist ein Fan der Strecke und froh über das Angebot: „Ich fahre jedes Jahr mehrfach“, so Doetsch. Auf politischer und handwerklicher Ebene sei in der vergangenen Zeit „enorm viel gemacht“ worden. „Wir werden alles tun, um den Standort zu stärken.“ Dem pflichtete Heinz Fischer von der Wirtschaftsvereinigung Überwald zu.

Als die Bänke gut besetzt waren, legte auch „Generation Gap“ los. Die seit 2011 bestehende Band mit Giuseppe Miceli (Gesang), Christoph Puth und Christian Schlotzer (Gitarre/Gesang), Peter Hohagen (Bass) sowie Frank Wenzel (Schlagzeug) widmete sich den guten alten Rock’n’Roll-Klassikern. Nicht nur musikalisch, sondern auch vom Equipment her mit Vintage-Sound aus alten Fender-Verstärkern.

Die Rolling Stones kamen dabei gleich mehrfach zu ihrem Recht. „Honky Tonk Woman“, „Brown Sugar“ oder „Jumping Jack Flash” hießen die Stücke, neben Bon Jovis „Runaway” oder „Crazy little thing called love“ von Queen. „All right now” von Free, „Long train running” von den Doobie Brothers, „Rosalie“ von Bob Seger oder „Pretty Woman” der Kinks rundeten den vielbeklatschten Retro-Set ab

Eine neue Heimat für Millionen von Ameisen an der Wegscheide – Ganzes Volk wurde dorthin umgesiedelt

In drei blauen, großen Plastiktonnen verstecken sich ein paar Millionen. Ameisen. Wenn ihre bisherige Heimat bedroht ist, die geschützten Tiere einzugehen drohen, dann werden sie umgesiedelt. Und dann wird einer wie Siegfried Winkler gerufen, einer von nur sechs Ameisenschutzwarten in Südhessen. Der Mörlenbacher ist im ganzen Odenwald unterwegs. Er wird immer dann angefordert, wenn ein Volk gefährdet ist und „umgetopft“ werden muss. Oder, wie in Weiten-Gesäß, direkt an der Straße liegt und durch Umweltsünder in Mitleidenschaft gezogen wird.

Der Müll an der Straße ist der eigentliche Grund der Rettungsumsiedlung. „Die lieben Zeitgenossen“, ärgert sich Winkler, „werfen an dieser Stelle immer ihren Kram aus dem Auto, wodurch das Volk bereits Schaden genommen hatte“. Schon einmal war er dort zusammen mit Revierleiter Burkhardt Klose am Werk. Dieser hatte immer wieder die Zivilisationsreste aus dem Nest entfernt. Aber irgendwann ist einfach gut, es musste gehandelt werden.

Das Ameisenvolk wurde auf die Wegscheide an den Wanderweg Richtung Mossautal gebracht und an einer Station des informativen Waldlehrpfades ausgesetzt. Das Forstamt Michelstadt hatte dazu die Genehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde eingeholt. Auf Initiative von Büroleiter Jürgen Gießke war die Rettungsumsiedlung das erste Mal im vergangenen Jahr angegangen worden. Gießke war auch dieses Mal wieder dabei.

„Ich durfte den Umzug dann aufgrund meiner Ausbildung als ‚hessischer Ameisenretter‘ durchführen“, schmunzelte Winkler. Das letztjährige Volk überlebte den Winter, wanderte in der Zwischenzeit aber drei Mal weiter und ist vom Wanderweg aus nicht mehr zu sehen. Der ehemalige Birkenauer Förster hatte am Umsiedlungstag die neue Stelle bereits vorbereitet. Zusammen mit Emil Gölz, einem alten Schulfreund von Winkler aus Weiher, wurde das Ameisenvolk aus Weiten-Gesäß ausgesetzt.

Das Einfüllen am ursprünglichen Platz sei gar nicht so einfach, berichtete Winkler. Denn das Volk „sitzt auf einem Reisighaufen“. Erst einmal müsse das Reisig entfernt werden, „damit wir das Nestmaterial in die Tonnen bekommen“. Das sei „echte Arbeit“, meinte der Ameisenschutzwart augenzwinkernd.

Ein Erfolg sei fast sicher, „wenn es sich wie hier um die kleine rote Waldameise handelt“, sagte der 68-Jährige. Denn die habe mehrere hundert bis über 1000 Königinnen und sei Kolonien bildend. Im Gegensatz zur großen Schwester: die große rote Waldameise habe nur eine Königin – diese bei einem Transport zuerst zu erwischen und dann auch noch heil wieder auszusetzen, sei eine Herausforderung.

Waldinnen- oder -außenränder, sowohl mit Sonne als auch mit Schatten, seien als Standort optimal. Und die Nähe zu Fichte, Kiefer, Eiche, Lärche oder Weißtanne. In deren Nähe fühle sich die kleine rote Waldameise besonders wohl, weil sie auf den Bäumen Lauskolonien vorfinde. Diese würden gemolken und der damit gewonnene Honigtau zu einer der zahlreichen Königinnen gebracht.

„Auf der benachbarten Straße werden jährlich Tausende von Waldameisen überfahren“, weiß Winkler um die Situation in Weiten-Gesäß. Außerdem werde die kleine Ausweichstelle von Umweltsündern immer wieder benutzt, um dort Müll und Grünschnitt abzuladen – „was die Ameisen gefährdet“. Die dort in Zukunft zur Anpflanzung vorgesehenen Laubhölzer hätten kaum oder keine „Lecanien“ oder „Lachniden“, so der ehemalige Förster: Rinden- oder Schildläuse in ausreichender Anzahl, um die Ameisen zu ernähren. Die finden sich auf Nadelbäumen.

„Das kleine Zeitfenster für eine Umsiedlung ist jetzt im Frühjahr“, schilderte der Ameisenschutzwart die begrenzten Möglichkeiten. Dann, wenn die Königinnen nach der Winterruhe vom Nestgrund nach oben wandern, um Sonne zu tanken. „Jetzt kann man die etwa 200 erforderlichen Königinnen gut unter der Nestkuppe erwischen“, erläuterte Winkler. Um somit die Existenz des Nestes an einer neuen Stelle zu sichern.                   tom

 

 

Stichwort: Ameisenschutzwart

Ameisenschutzwart – ein eher ungewöhnlicher Beruf, eher eine Berufung. Der im Mörlenbacher Ortsteil Weiher wohnende Siegfried Winkler hat ihn im Rahmen seiner Ausbildung erlernt. „Vor über 40 Jahren habe ich meine erste Rettungsumsiedlung durchgeführt“, erzählt der ehemalige Birkenauer Revierförster. Damals im Zuge von Wegebaumaßnahmen im Bereich des Forstamts Herborn. Eine Population, die er zu späterer Zeit aus dem Taunus mit dem Kleinbus in den Odenwald karrte, „lebt heute noch in der Nähe des Höhenwanderwegs Weinheim-Buchklingen“.

Weit über 40 Rettungsumsiedlungen hat der 68-jährige Winkler im Laufe seiner Berufsjahre über die Bühne gebracht. Eigentlich ist er ja inzwischen schon im Ruhestand, hilft aber trotzdem gerne aus, wenn er angefragt wird. Die „Retter“ müssen eine entsprechende Fachausbildung vorweisen. Denn „Waldameisen sind streng geschützt“. Bevollmächtigte mit Lehrgängen bei den Ameisenschutzwarten „sind Voraussetzung“. Er besitzt die „Ausnahmegenehmigung“ für Eingriffe in die geschützte Ameisenwelt durchs Regierungspräsidium, veranlasst durch die Ameisenschutzwarte Hessen.

Irisches Flair auf grünen Odenwald-Hügeln: Die „Irish Voices“ starten mit 18 neuen Folksongs in die Konzertsaison 2017

Mit neuem Programm und neuem Tatendrang gehen die „Irish Voices“ in die Konzertsaison 2017. Zusätzlich den alten, bekannten, teilweise aus der Mottenkiste wieder hervorgekramten Liedern haben sich die vier Musiker über den Winter hinweg zahlreiche zusätzliche Stücke draufgeschafft, 18 an der Zahl. Zwölf sind aus dem vergangenen Jahr geblieben. Sieben Termine in der näheren Region stehen für dieses Jahr bereits fest. Start ist am 25. März in Ober-Abtsteinach.

Kaum spielen die vier ihre ersten Takte, verstummt immer das Stimmengemurmel im Saal. Gitarren, Geige, Bodhran, Tin Whistle, Querflöte, Banjo, Viola und Gesang sind zu hören. Johanna Boch, Simone Köhler, Siggi Winkler und Friederike Hornauer leben ihre Musik, versprühen bei den Auftritten irische und schottische Lebensfreude. „Wir machen traditionelle Musik wie vor 100 Jahren“, betont Winkler. Das Quartett ist mit so viel Spaß bei der Sache, dass es eine Freude ist zuzuschauen. Ein eingespieltes Team eben.

Balladen, fast schon a-cappella vorgetragen, mischen sich mit fetzigen Hornpipe-Songs aus den Pubs, bei denen die Zuhörer fast schon automatisch anfangen zu klatschen. Aktuelle Songs von irischen Popstars gibt es genauso zu hören wie alte, traditionelle Lieder, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben. In „Old Donn Cow“ geht es um einen Pub, in dem gerade die Feuerwehr des Ortes „tagt“, als dort ein Feuer ausbricht. Die Wehrleute flüchten aber in den Keller, um dort ungestört weiter zu trinken.

Mit „Caledonia“ ist eine wunderschöne „alte“ Ballade wieder im Programm mit dabei. Die 18 neuen Stücke sind sanft oder furios, ganz nach den jeweiligen Stimmungen. „Polly Vonn“ ist auch durch Chris de Burgh bekannt, den Shanty „Haul away Joe“ hat die Gruppe aus der „Irish Folk Music School“ mitgebracht. Bei der Eigenkomposition „Such a little time“ werfen die „Irish Voices“ einen sozialkritischen Blick auf unsere Welt.

Mit „A tell me ma“ kommt ein Klassiker aus irischen Pubs zu seinem Recht, „Morning of my life“ ist ein aus irischer Sichtweise „exotischer“ Song, den die Band jedes Jahr neu performt. Dazu werden die Mundartsongs immer wieder gefordert. „Wir schlagen gerne einen Bogen von der irischen zur heimatlichen Folklore mit einigen eigenen Mundartliedern“, kündigt Simone Köhler an.

„Tauchen Sie mit ein in die Welt der irischen Folklore, in die traditionelle und zeitgenössische keltische Musik, handgemacht und ohne technische Finessen“, fordert Friederike Hornauer die Fans auf. „Verspüren Sie den ‚Irish Spirit‘, mal melancholisch und sanft, mal laut und lebhaft, mit Gitarren, Fiddle, Querflöte, Bodhran und Whistle“, wünscht sich Johanna Boch. „Musik bedeutet für uns Kraft und Leichtigkeit tanken. Diese Energie geben wir gerne an unser Publikum weiter“, hebt Siggi Winkler hervor.

Die drei wechselnden oder gemeinsamen Frauenstimmen als Gegensatz zu Winklers tiefen Tönen, die Tin Whistle von Simone Köhler und die Geige entweder im Gegensatz oder gleichzeitig die Melodie spielend, machen den Reiz der einzelnen Stücke aus. Wenn die Instrumente einen Song vorantreiben, plötzlich von einer Strophe zur anderen einen Zahn zulegen, dann fühlen sich die Gäste ruckzuck in einen irischen Pub mit seiner besonderen Atmosphäre versetzt.

Neben der in den Songs thematisierten Auswanderung, die vor allem im 19. Jahrhundert die Grüne Insel schwer traf, steht auch immer der Widerstand gegen die Briten im Mittelpunkt der Tunes, Reels und Jigs. Oft zeigt sich darin die Kunst der Iren, aus einem Lied über ein trauriges Ereignis einen fetzigen Song zu machen. Der Wechsel zwischen getragenem Gesang hin zu einer flotten Melodie kennzeichnet ebenso etliche andere Lieder.

Start der Konzertreihe 2017 ist am Samstag, 25. März, im „Goldenen Bock“ Ober-Abststeinach. Weiter geht es am 22. April im Landgasthof „Zur Mühle“ in Weiher und am 20. Mai im Gasthaus „Zum Odenwald“ in Ellenbach. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Kontakt: Siegfried Winkler, Hauptstraße 125, 69509 Mörlenbach-Weiher, E-Mail siggi.winkler@web.de, http://the-irish-voices.chapso.de

Gemeinsam die medizinische Versorgung sichern: Abtsteinach beteiligt sich am „Netzwerk Ortsnahe Versorgung Odenwald“

Die Hardberg-Gemeinde beteiligt sich an der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) im Bereich der medizinischen Versorgung im vorderen Odenwald. Diese firmiert unter dem Namen NOVO, „Netzwerk Ortsnahe Versorgung Odenwald“. Die Gemeindevertretung stimmte einmütig für diesen Schritt, auch wenn man sich in Abtsteinach noch in einer vergleichsweise guten Position sieht. Doch: „Wenn man gemeinsam an die Sache herangeht, hat man bessere Erfolgsaussichten und kann größeren politischen Druck ausüben“, sagte Bürgermeister Rolf Reinhard.

Auf dem medizinischen Bereich sei gerade im ländlichen Bereich „einiges im Wandel“, meinte er. In Abtsteinach sei man „in der glücklichen Lage“, dass es wohl eine Nachfolgerin für die Praxis des Allgemeinmediziners Dr. Rudolf Jung gebe. Zum 1. April werde sich Dr. Büttner aus Schönmattenwag niederlassen. Geplant sei, dass diese dann auch die entstehende große Arztpraxis im Betreutes-Wohnen-Komplex übernehme.

Reinhard kennzeichnete die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen als „fortlaufende Problematik“. Es sei gut, wenn diese von verschiedenen Kommunen gemeinsam angegangen werde. Die entsprechende Geschäftsstelle für NOVO beim Kreis gebe es schon, die Zusammenarbeit sei kostenfrei. „Wenn sich daran etwas ändert, kommt es wieder auf den Tisch“, versprach der Bürgermeister.

„Gesundheit ist unser höchstes Gut“, sagte Martina Heller (FWV). Gerade auf dem Land hätten die Bürger in der Regel mit einer schlechten Versorgung und langen Anfahrtswegen zu kämpfen. Aufgrund des demografischen Wandels seien immer weniger Ärzte für immer mehr Bürger verantwortlich. Sie wies darauf hin, dass zahlreiche Mediziner in den kommenden Jahren aufhörten, weil sie die Altersgrenze erreichten. In diesem Zusammenhang bezeichnete Heller das Betreute Wohnen als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Willi Schröder (SPD) wies auf die Wichtigkeit der ortsnahen Versorgung hin. Auch in seiner Funktion als VdK-Vorsitzender begrüße er, „dass für den Odenwald etwas unternommen wird“. Als „gut aufgestellt“ bezeichnete Brigitte Wetzel die Gemeinde. Das sei nicht zuletzt den Bemühungen des Bürgermeisters und der Verwaltung um den Erhalt der Allgemeinarzt-Praxis zu verdanken.

Laut einstimmigem Beschluss der Gemeindevertretung wird der Gemeindevorstand ermächtigt, die notwendigen weiteren Schritte mit den teilnehmenden Kommunen und dem Kreis vorzubereiten und abzuschließen. Die IKZ soll für mindestens fünf Jahre beschlossen werden. Zum Hintergrund erläuterte Reinhard, dass sich Ende August 2016 Fürth, Lindenfels, Rimbach, Grasellenbach und Wald-Michelbach mit dem Kreis Bergstraße zu einem ersten Austausch bezüglich der Gesundheitsversorgung im Vorderen Odenwald getroffen hätten.

Als Ergebnis wurde vereinbart, das Netzwerk Ortsnahe Versorgung Odenwald (NOVO) im Rahmen einer IKZ aufzubauen. Die Federführung liegt beim Kreis Bergstraße, die vorgenannten Kommunen und eventuell weitere sollten sich beteiligen. Die Zusammenarbeit soll neben einer Analyse des Ist-Zustandes in den einzelnen Gemeinden und der Region eine sektorenübergreifende Vernetzung möglichst aller Institutionen und Einrichtungen im Gesundheitsbereich erreichen, unter anderem Altenhilfe, Pflegedienste, Ärzte, Kliniken, Reha-Sport oder Sozialdienste.

Im nächsten Schritt wird dann die Kooperation in Form einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung fixiert. Hierzu steht der Kreis im engen Austausch mit dem Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit (KIKZ) des Landes Hessen. Neben Abtsteinach wurden auch noch Lautertal, Mörlenbach und Birkenau angefragt, ob eine IKZ auf diesem Gebiet vorstellbar wäre. Mögliche Kosten sollen über IKZ-Mittel des Landes refinanziert werden.

D1 des JFV Unterflockenbach/Trösel gewinnt den Papurex-Juniorenhallencup in Mörlenbach

Turniersieg und damit erneut ein großer Erfolg für die D1-Jugend des JFV Unterflockenbach/Trösel beim 5. Papurex-D1-Juniorenhallencup 2017 des SV/BSC Mörlenbach. Nachdem das Team des Jugendfördervereins schon im Vorfeld beim sehr gut besetzten Hallenturnier in Birkenau einen guten dritten Platz erreicht hatte, gewann es nun in einem spannenden Finale gegen den französischen Verein AS Gondreville aus der Nähe von Nancy.

Beim fünften Papurex-D1-Juniorenhallencup des SV/BSC hatte sich der JFV zuerst mit einem Neun-Meter-Schießen gegen den JFV Bergstraße den Gruppensieg gesichert. Danach besiegte die Truppe von Trainer Gerhard Sauerwein, der an diesem Tag vom Team Christian Ritsert und Eric Müller vertreten wurde, im Halbfinale die FSG Bensheim mit 2:0.

Der für alle unbekannte Verein AS Gondreville aus einer Partnerstadt von Mörlenbach hatte sich in seiner Gruppe als sehr starker Gegner erwiesen, ohne große Probleme durchgesetzt und ins Endspiel vorgestoßen. Der JFV Unterflockenbach/Trösel beherrschte dieses Finale aber souverän und siegte letztendlich absolut verdient mit 5:1. Der gewonnene Pokal und ein Ball wurden später bei einem Autokorso Trainer Sauerwein übergeben. Es spielten: Dominic Ritsert, Nick Amling, Florian Wagner, Lars Wagner, Ole Schmitt, Luca Müller, Marie Jendry, Emma Jalowiky, Marvin Jöst, Ebuka Johnson und Lennox Bräse.