Folk-Benefiz zugunsten des Weiherer Kindergartens am 28. Juli in der „Mühle“

Es gibt immer nur ein kleines Zeitfenster für diese Benefiz-Folk-Veranstaltung, die von der Odenwälder Folkgruppe „Irish Voices“ inzwischen zum dritten Mal durchgeführt wird. Nämlich dann, wenn Pat O‘Connor aus Dublin für einen Tag und eine Nacht in die Region kommt. Das ist in diesem Jahr am Freitag, 28. Juli, in der „Mühle“. Am nächsten Tag geht es für sie nämlich schon zusammen mit den „Voices“ zu einem Workshop nach Elmstein, wo sich fast 200 Irish-Folk-Musiker aus vielen europäischen Ländern jedes Jahr eine Woche lang zu einer Fortbildung treffen.

Der „gute Zweck“ in diesem Jahr soll eine Spende für den Kindergarten in Weiher werden, nachdem im letzten Jahr für die Hospizgruppe Mörlenbach gesammelt wurde. Der Eintritt ist frei, es geht der „Hut“ herum. Die Besucher erwartet eine besondere Veranstaltung, die von Simone Köhler und Siggi Winkler organisiert wird. In Form einer „Session“ werden mit den beiden die regionalen Hobbymusiker Stan Svoboda, Klaus Willems, Heike Mauelshagen sowie Pat O`Connor den Abend gestalten. Ohne festes Programm, es soll viel improvisiert werden. Es wird einzeln, paarweise oder zusammen musiziert – wie es gerade passt.

Zu Gehör kommen natürlich irische Pubsongs, Balladen und Tunes. Aber auch mit einigen eigenen Mundartliedern soll der Abend abwechslungsreich gestaltet werden. Es wird sicher spannend – für die Musiker vielleicht aufregender als für die Besucher. Die Veranstalter hoffen auf eine gute Resonanz. Vorreservierungen im Landgasthof „Zur Mühle“ sind empfehlenswert.

Pat O‘Connor ist Musiklehrerin in Dublin. Sie zählt zu den bekanntesten Folk-Musikerinnen auf der grünen Insel. Ihre Hauptinstrumente sind die Fiddle und die Whistle. Aber sie singt auch mal, wenn sie dazu aufgefordert wird. Sie stammt aus einer Musikerfamilie, in der schon seit vielen Generationen zum Instrument gegriffen wird. Die „Irish Voices“ mit dem Weiherer Siggi Winkler sind stolz, sie als Freundin zu haben. Pat düste schon oft einige hundert Kilometer durch Irland, nur um mit ihren deutschen Freunden zusammen an einem Abend in einem Pub in Belturbet zu musizieren – oder eben zusammen in ihrer Musikschule in „Monkstown“, einem Stadtteil von Dublin.

Info: Benefiz-Folk-Konzert für den Weiherer Kindergarten am Freitag, 28. Juli, um 20 Uhr im Gasthaus „Zur Mühle“, Telefon 06209-1634.

Die Zweite der KSG Mitlechtern will in der kommenden C-Liga-Runde weiter oben stehen

In seiner ersten vollen Saison als Spielertrainer will Manuel Seberkste ein besseres „Endergebnis“ hinlegen als in der vergangen Fußball-C-Liga-Runde. Damals war die zweite Mannschaft der KSG Mitlechtern in der Schlusstabelle auf Platz 9 gelandet, was seinen Worten zufolge nach der guten Hinrunde etwas unbefriedigend war. Allerdings unterm Strich durchaus noch akzeptabel, wenn man die Erwartungen vor dem Start betrachtet.

Damit die Männer aus dem Lörzenbachtal aber weiter oben stehen, gilt es ein Manko auszumerzen: die schlechte Trainingsbeteiligung. „Die muss unbedingt besser werden“, schwört Seberkste seine Teamkollegen auf eine regelmäßigere Beteiligung an der Vorbereitung ein. Zwar trainiere man in der Regel zusammen mit der Ersten, „aber von der reinen Zweiten waren vor allem in der Rückrunde zu wenige da“.

Besonders zum Ende der Runde hin machte sich der Personalmangel immer drängender bemerkbar. „Teilweise sind wir nur mit elf Mann zu Spielen gefahren“, ärgerte er sich. Und diese Rumpfelf musste er vorher auch noch zusammentelefonieren. Für Seberkste „nicht das, was man sich als Trainer vorstellt“. Zu wenige kamen ins Training, um Spielsituationen effektiv einüben zu können „und dann in den Begegnungen was zu reißen“. Dann kann laut dem Coach „auch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht werden“. Teilweise halfen sogar ein paar Cracks aus der Soma aus, weil sonst nicht genug Leute angetreten wären. Denen ist er sehr dankbar für die Unterstützung.

Was im Gegensatz dazu erreicht werden konnte, wenn der Kader mal komplett war, zeigte sich zu bestimmten Anlässen auch. „Dann stimmte das Spielerische“, beobachtete der Trainer erfreut. Hinten stand die Mannschaft immer ziemlich gut, nach vorn drückte allerdings etwas der Fußball-Schuh dahingehend, dass nicht genug Bälle den Weg ins Tor fanden. Weswegen er Spielaufbau und Offensiv-Aktionen in den Fokus seiner kommenden Tätigkeit vor Rundenbeginn – und danach – richten möchte. „Das Angriffsspiel soll forciert werden“, so Seberkste, damit man sich mehr Torchancen erarbeitet. Und diese logischerweise auch verwertet.

„Ich hatte schon gehofft, in der Endabrechnung weiter oben zu stehen“, gibt der Trainer unumwunden zu. Doch wenn vor der Runde jemand Platz 9 – der es dann auch war – genannt hätte, „wäre ich zufrieden gewesen“. Mit Blick auf die vertanen Möglichkeit und das Potenzial der Elf dann doch aber „etwas enttäuschend“. Das soll jetzt besser werden, auch wenn es für ihn in der C-Liga andere Favoriten gibt. Etwa die SG Hammelbach/Scharbach, die mit ihrem Lauf der Rückrunde ohne verlorenes Spiel alle beeindruckte.

Der Kader verändert sich gegenüber der vorigen Runde kaum, so der Trainer. Die vier Soma-Abgänge werden teilweise im Fall der Fälle einspringen, sollte es trotz aller guten Worte noch einmal eng werden. Jan Rössling aus der eigenen Jugend soll in der Abwehr verstärken, Olad Zakariya mit seiner Erfahrung im Mittelfeld.

Seberkste, seit einem halben Jahr in Amt und Würden, kann auf die große Unterstützung aus dem Verein zählen. „Die Orga in der KSG ist top“, freut er sich. Mit der ersten Mannschaft gebe es eine gute Zusammenarbeit. „Es herrscht ein super Klima“. Innerhalb des Fußballclans „verstehen wir uns alle“.

Zugänge:  Jan Rössling (eigene Jugend), Olad Zakariya (SV/BSC Mörlenbach)

Abgänge: Dirk Jentsch, Michael Gruß, Bastian Wolf, Christian Stumpf (alle Soma), Tobias Baier, Christopher Schröder (beide FSV Rimbach), Joachim Hademer (TSV Hambach)

Kader: Daniel Berauer, Martin Bitsch, Michael Fechler, Marcel Garotti, Marius Glatz, Philipp Gross, Tim Hofmann, Felix Hohrein, Ali Karaca, Alexander Kilian, Simon Krauss, Abdirahman Mohamed, Pascal Naumann, Mehmet Anil, Julian Rettig, Niklas Ripper, Marcel Ritter, Jan Rössling, Holger Schlue, Heiko Schmidt, Steffen Schmitt, Georg Schneider, Manuel Seberkste, Axel Sellenthin, Maximilian Snoppek, Jan Strohmenger, Volkan Türkoglu, Timo Ziegler, Mathias Uhlir, Alexander Sanns

Trainer: Manuel Seberkste (seit Februar)

Saisonziel: besseres Abschneiden als in der vergangenen Runde mit Platz 9

Favorit: SG Hammelbach/Scharbach

25 Kilometer bergauf und bergab durch die Region: Mountainbiketour anlässlich des Wald-Michelbacher Heimatfestes

Die Mountainbike-Tour anlässlich des Heimatfests hat immer ihre Liebhaber, auch wenn es bei den Teilnehmerzahlen wetterbedingte Schwankungen gibt. „Zwischen 20 und 30 Starter haben wir im Schnitt“, meinte Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ), der wieder den Tourguide auf der 25 Kilometer langen Strecke gab. Die war mit ihren 800 Höhenmetern rund um Überwald und Weschnitztal aber nicht allein dem sportlichen Aspekt vorbehalten, sondern vermittelte auch Wissenswertes aus der Region.

18 Radler waren es bei wechselhaftem, kühlem Wetter, die sich vom Einhaus aus auf die Strecke machten. Bei Sonne und besseren äußeren Bedingungen zählte man auch einmal 40, sagte Schröder. Die erste Etappe führte zum Steinbruch Mengelbach, wo Wolfgang Wagner die Mountainbiker bereits erwartete. Bis in die 70er Jahre wurde hier abgebaut, dann noch einmal von Mitte der 90er bis 2005.

Wagner wies weiterhin auf das Geozentrum hin und die Absicht, das Gebiet als „begehbares Biotop“ weiterzuentwickeln – aufgrund von drei besonderen, dort vorkommenden Arten. Er erwähnte auch die verbotenen touristischen Nutzungen. Seine Frage ging in die Tiefe: Welchen Wasserpegel hat der See im Steinbruch aktuell? 19 Meter lautete die richtige Antwort.

Über Weiher folgte der lange Anstieg zum über 500 Meter hohen Götzenstein bei Ober-Abtsteinach hinauf. Dort erläuterte Schröder die weit in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte. Auf diesem Hügel trat der Sage nach der fränkische Herrscher Dietbert zum Christentum über. Anlass soll die Rettung eines Kindes aus seiner Sippe vor dem Feuer allein durch den Glauben eines Christen gewesen sein. Schröder wollte deshalb wissen, wann die Franken zum Christentum konvertieren und sich taufen ließen. Rund um das Jahr 500 hieß die Lösung.

Dritte Station war an den Sühnekreuzen vom Wald-Michelbacher Draisinenbahnhof hoch zur Kreidacher Höhe.  Immer wenn ein Mensch ermordet wurde, wurde laut Sage ein Kreuz aufgestellt. Deshalb wird die Stelle auch mit dem früheren Galgen auf der nahe gelegenen Höhe in Verbindung gebracht. Hier ging es für die Teilnehmer darum, den letzten Galgen Deutschlands zu verorten. Der steht nicht weit weg, in Beerfelden, und ist ein Denkmal von besonderer überregionaler Bedeutung.

Die Tour charakterisierte Schröder als sehr angenehm. Man wartete immer auf die etwas langsameren und war so als Gruppe unterwegs. Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken der näheren und weiteren Region. Die Auswärtigen hielten sich nach Rückkehr noch einige Zeit auf dem Heimatfest auf, freute sich der ZKÜ-Geschäftsführer. Den ersten Preis beim Quiz gewann Hannes Schweickert aus Zwingenberg, gefolgt von Sabine Steinbeck (Gernsheim) und Reiner Schmid (Rimbach).

NOVO-Gründung: Kreis Bergstraße und neun Odenwald-Kommunen kümmern sich um medizinische Grundversorgung

Die kommunale Arbeitsgemeinschaft für eine bedarfsgerechte und nachhaltige Sicherung der medizinischen Grundversorgung ist unter Dach und Fach. Gestern unterzeichneten im Abtsteinacher Rathaus die Vertreter von neun Gemeinden und des Kreises Bergstraße die interkommunale Zusammenarbeit NOVO (Netzwerk ortsnahe Versorgung Odenwald). Sie tritt zum 1. Juli in Kraft und hat vorerst eine Laufzeit von fünf Jahren.

Landrat Christian Engelhardt, der mit der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz vor Ort war, wies auf die Wichtigkeit des Punktes hin. „Wenige Themen interessieren so sehr wie die eigene Gesundheit“, sagte er. Dauerhafte und langfristige Perspektiven für den ländlichen Raum sind laut Engelhardt gefragt. Der demografische Wandel und der Ärztemangel seien absehbare Probleme, die man rechtzeitig angehen müsse.

Der Landkreis habe deshalb bereits im August 2016 dazu eingeladen, das Thema Gesundheitsversorgung anzugehen. Daraus sei NOVO entstanden. Eigentlich ein kommunales Netzwerk, in das aber Leistungsanbieter aus dem Gesundheitsbereich mit eingebunden werden können. Zuerst einmal stand die Bestandsaufnahme im Vordergrund: „Wo gibt es Probleme, eine Arztpraxis wieder zu besetzen, wo besteht die Gefahr der Abwanderung?“ Der Landrat war erfreut darüber, dass aus den ursprünglich vier jetzt neun beteiligte Kommunen wurden.

Engelhardt formulierte als Kernbotschaft, dass sich die Unterzeichner der „Verantwortung für die eigene Region stellen“, obwohl sie originär gar nicht dafür zuständig seien. Denn die gesetzliche Zuständigkeit für den Gesundheitsbereich liege bei der kassenärztlichen Vereinigung. Die Stärke liegt dabei in der Gemeinsamkeit. Jeder allein könne nicht allem gerecht werden. Dem Landrat zufolge geht es darum, „eine dauerhafte wohnortnahe Versorgung aufzubauen“.

Diana Stolz habe das Thema „zu einer Herzensangelegenheit gemacht“, leitete Engelhardt über. Die so Gelobte gab das Kompliment zurück: „Die Idee kam vom Landrat.“ Sie äußerte ihre Freude darüber, dass diese so schnell „Anklang bei den Kommunen gefunden hat“. Nicht ohne Grund war Lindenfels die erste beteiligte Gemeinde, als dort das Krankenhaus geschlossen wurde. Der Handlungsdruck stelle sich durchaus unterschiedlich dar, erläuterte sie.

Es habe in den vergangenen Monaten bereits Gespräche zwischen den Bürgermeistern und Vertretern des Gesundheitswesens gegeben, sagte Stolz. Damit wollte man erfahren, „was in die Vereinbarung rein soll“. Bereits im November sei der Kreis in Vorleistung gegangen und habe eine Stelle geschaffen. Am 13. September soll eine Auftaktveranstaltung in Fürth zusammen mit Sozialminister Grüttner stattfinden.

Die zuständigen Ministerien begleiten laut Stolz den Prozess sehr wohlwollend und sparen nicht mit Lob: für die konzeptionelle und untereinander abgestimmte Handlungsweise, die in dieser Form „landesweit einmalig“ sei. Wie die Kreisbeigeordnete sagte, ist die jetzige Unterzeichnung „noch nicht das Ende des Wegs“.

Sowohl kreis- als auch länderübergreifend liefen Richtung Odenwaldkreis und Metropolregion weitere Gespräche. „Damit die Zusammenarbeit nicht an Kreis- und Landesgrenzen endet“, betonte sie. Die bisherigen Kontakte „lassen sich gut an“, freute sich Stolz. E gebe bereits viele offene Türen in dieser Hinsicht.

In der Vereinbarung sind laut Stolz zwölf Kernpunkte enthalten. Einer davon ist die älter werdende Gesellschaft zusammen mit einer älter werdenden Ärzteschaft. Schon jetzt seien die Hausärzte im Kreis Bergstraße im Schnitt 54 Jahre alt, die Fachärzte 52 Jahre – in Wald-Michelbach sogar noch älter. Laut der Prognosen fehlen im Jahr 2030 im Kreis Bergstraße 103 Hausärzte, sagte sie.

„Wir müssen uns jetzt dem Thema stellen, bevor die Problematik akut wird“, hob Stolz hervor. Das funktioniere am besten unter Verzahnung der Ressourcen, „damit nicht jede Kommune allein vor sich hin werkelt“. Der Kreis koordiniere und stelle die Kontakte zu den Partnern her. Denn gerade die Facharztansiedlung „muss nicht jede Gemeinde allein stemmen“.

Wichtig ist Stolz zufolge auch die Klärung, „wer für was zuständig ist“. Denn der ärztliche Bereitschaftsdienst sei noch zu wenig bekannt. Weiterhin geht es um die Verzahnung des stationären und ambulanten Bereichs. Die Rekrutierung von Nachwuchsmedizinern habe man in zwei Projekten bereits angegangen, sagte sie. Im Sommer schnupperten die ersten Studenten Praxisluft auf dem Land. Ziel sei es, die jungen Mediziner vor Ort zu halten und nicht in die Großstädte abwandern zu lassen.

Abtsteinachs Bürgermeister Rolf Reinhard hob im Namen seiner Kollegen die Wichtigkeit der Vernetzung im Odenwald hervor. Aus eigener Erfahrung wisse man im Ort, wie schwierig es sei, den Nachfolger für einen Hausarzt zu finden. „Wir haben mit viel Glück jemand bekommen“, sagte er. Die kreis- und länderübergreifende Zusammenarbeit muss seiner Meinung nach hochgehalten werden. Denn Abtsteinach sei das beste Beispiel, wie es derzeit schon laufe: „Wir werden notärztlich von Weinheim aus versorgt“, sagte er.

Aus den Erfahrungen heraus solle man dem Land Hessen Rückmeldungen geben, „damit die Politik reagieren kann“, so Reinhard. Auch die kassenärztliche Vereinigung gelte es einzubinden. Die kommunale Zusammenarbeit ist laut dem Bürgermeister elementar, um so befürchtete Probleme wie den Facharztmangel erst gar nicht entstehen zu lassen. Er hoffe, „dass alle anderen auch mitspielen“, sagte der Rathauschef. „Wir brauchen es dringend.“

Junge Musikschüler aus Weschnitztal und Überwald zeigten ihr großes Können

Während es draußen donnerte, blitzte, und platschte, öffnete sich in der evangelischen Kirche eine völlig andere Welt. Getragene, sanfte, die Ohren umschmeichelnde Töne herrschten beim achten Schülerpodium der Jugendmusikschule Überwald-Weschnitztal vor, als dort die verschiedenen Eleven ihre Künste auf den Instrumenten zeigten. Die Zuschauer im voll besetzten Gotteshaus sparten bei den verschiedenen Darbietungen nicht mit Beifall.

Den Beginn machte das Klarinettentrio Elisabeth Korte, Gila Tremper und Martin Vogel. Das Thema aus der 6. Sinfonie Andante und das Andante aus dem Capriccio Italien von Peter Tschaikowski bildeten den Auftakt. Felix Mendelssohn-Bartholdys „Engels-Terzett“ aus dem Elias schloss sich an, von den drei Musikern auf ihren Instrumenten prächtig dargeboten.

Danach schlug die Stunde der Kinder und Jugendlichen: Zwischen zehn und 16 Jahren sind die Musikschüler alt, die in Hammelbach teilweise ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten. Eine wohlgesetzte Sonatina für Saxofon und Klavier von Joseph Haydn spielte Johanna Knapp auf ihrem Instrument, begleitet an den Tasten von Martin Vogel. Die Musikschüler proben seinen Worten zufolge zwei Mal pro Woche zusammen und genießen dazu noch einmal zusätzlichen Einzelunterricht.

Das „River flows in you“ von Yiruma brachte Alicia Fedler am Klavier viel Beifall ein. Den Freundschaftswalzer von Chrennikow spielte sie vierhändig mit ihrer Lehrerin Evelyn Nieth. Die begleitete danach auch Jonathan Forrester aus der Klasse von Andrea Schmitt auf der Trompete, der die „Sonata en si b“ von Jean Baptist Loeillet spielte. Ein langes Stück, das volle Aufmerksamkeit in seinen verschiedenen Teilen erforderte. Klar und sauber gespielt, heimste er dafür zahlreichen Applaus von den Rängen ein. Hier war deutlich erkennbar, dass sich Jonathan bereits einige Jahre der Trompete widmet.

Bei Beethovens Romanze in F-Dur hatte dann auch der Himmel ein Einsehen. Die Sonne schien hell durch die bunten Kirchenfenster und tauchte alles in gleißendes Licht. Sarah Weiß auf der Violine aus der Klasse von Monica Brecht ließ unter Klavierbegleitung durch Evelyn Nieth dabei die Töne durchs Kirchenschiff schweben. Ein ums andere Mal bestach das Stück durch das Zusammenwirken der beiden Instrumente, um sich am Schluss musikalisch in höchste Höhen emporzuschwingen.

Danach wurde es voll auf der Auftrittsfläche. Die über 20 Köpfe zählende Bläserklasse 5 nahm Aufstellung für ihren ersten öffentlichen Auftritt. Und bestritt diesen mit Bravour. „Morgenstimmung“, „Hard Rock“ und „Let’s Rock“ hießen unter der Leitung von Martin Vogel die kurzen Stücke, mit denen die Zehn- und Elfjährigen begeisterten. Denn sie proben erst seit vergangenen Oktober zusammen. Das war ihrem Spiel aber in keinster Weise anzumerken.

Die etwas Älteren aus der Bläserklasse 6 waren im Anschluss dran. Sie musizieren bereits seit eineinhalb Jahren gemeinsam. Martin Vogel ist auch hier der Leiter. Mit einem Choral starteten die ebenfalls über 20 Kinder, bevor es danach mit „School Spirit“ weiterging. „Twist and Shout“ war dann ein echter Knaller, kam flott rüber, ehe die Musikschüler beim „Eye of the Tiger“ Boxer Rocky Balboa durch die Ränge joggen ließen.

Bei der Stückeauswahl durften die Kids mitreden. „Ich habe es mal angespielt“, meinte Vogel zu „Eye of the Tiger“. Nach erstem Fremdeln kam es dann doch ins Repertoire „Die haben richtig Gas gegeben“, lobte er seine Schüler. Allerdings ist nach dem Auftritt auch wieder neues Liedgut gefragt. „Wir beginnen dann damit, andere Stücke einzuüben“, so der musikalische Leiter.

Vorstellung der Mountainbike-Tage 2017 mit Veranstaltungen im Überwald, in Fürth und auf der Kuralpe

Ein echter Mountainbiker kennt kein schlechtes Wetter. Das stellten Landrat Christian Engelhardt, Fürths Bürgermeister Volker Oehlenschläger und Matthias Fleischmann vom „Rebstock“ in Steinbach unter Beweis, als sie sich von dort aus auf zum „Schardhof“ auf der Tromm machten, um die kommenden vier Mountainbike-Veranstaltungen vorzustellen. Die Trendsportart erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit und zieht weiterhin viele Menschen in die Region.

Oehlenschlägers Wort vom „Odenwaldorado“ in dieser Hinsicht griff Engelhardt in Form der „Goldgrube von Naturerlebnissen“ auf, die Radler auf den grünen Hügeln und in den lauschigen Tälern des Odenwalds erwarteten. Die „extrem erfolgreiche Arbeit“ im Geo-Naturpark in Sachen MTB habe dazu geführt, dass die Region „schon längst über einen Geheimtipp hinaus ist“, so der Landrat. „Wir schwimmen mit dem Zeitgeist“, setze man touristisch mit dem Mountainbiking aufs richtige Pferd.

In kurzer Zeit sei im Naturpark Bergstraße-Odenwald ein Netz von über 1000 MTB-Kilometern auf 30 Rundstrecken entstanden, so Engelhardt: „gut ausgebaut und super ausgeschildet“. Er bezeichnete das Fahrradfahren in jeder Form als „ökologische Form von Mobilität“. Die „extrem schöne und vielfältige Landschaft“ lasse sich mit zahlreichen Erlebnissen verbinden. Auch mit denen des Wetters, sagte er schmunzelnd, denn das Radler-Trio war bei Schnee- und Graupelschauern bergauf unterwegs.

Oehlenschläger freute sich in seiner Begrüßung über die fünfte Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung beim Fürther Event. Zum ersten Mal haben sich in diesem Jahr die Gemeinde und die „Kuralpe“ Lautertal zusammengeschlossen und bieten in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark am 11. Juni den Mountainbike-Tag Fürth-Kuralpe an. Dabei gibt es einen Rundkurs mit insgesamt 50 Kilometern, 25 hin, 25 zurück. Man wolle damit sowohl den Bereich Darmstadt als auch Rhein-Neckar ansprechen, so der Bürgermeister.

Ziel ist es seinen Worten zufolge, 200 Biker an diesem Tag in dieser Ecke aufs Rad zu bringen. Er lobte die Arbeit von vielen ehrenamtlichen Helfer, die die Strecken ausarbeiteten und markierten. Wandern und Mountainbiking spreche Jung und Alt an und erfreue sich nach wie vor eines schönes Wachstums, freute sich Oehlenschläger. Die Zielnutzung zwischen den verschiedenen Freizeitaktivitäten hat sich laut dem Bürgermeister entschärft, da fürs MTB eigene Strecken vorhanden seien und diese auch eingehalten würden.

Jürgen Schüdde, der Vorsitzende der Sparkassenstiftung Starkenburg, wies neben der Unterstützung der Veranstaltung Fürth-Kuralpe auch auf die des Schnuppertags hin, „damit keiner im Wald liegenbleibt“. Dirk Dewald vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald hob die regionalwirtschaftliche und touristische Bedeutung des MTB-Sports hervor. Bewusst habe man die Events auch für E-Bikes ausgeschrieben. Es sei ein Zukunftsmarkt, den sportlichen Anspruch mit der Wissensvermittlung über die Region zu verbinden, sagte er.

Das unterstrich auch Matthias Fleischmann. „Seit zwei Jahren gibt es bei mir eine Ladestation für E-Bikes“, sagte er, die kontinuierlich mehr genutzt werde. Er nannte den positiven Einfluss für die gesamte Region. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße, wies auf die verbindende Wirkung von Mountainbiking hin. Man nutze den Sport als „Mittel zum Zweck“, um Touristen in die Region zu bringen, sagte er.

Die Biker seien eine kaufkräftige Zielgruppe, „die Geld mitbringt“, betonte Zürker. Und das in einem nach wie vor wachsenden Markt. Zum sportlichen Event gehört laut dem Geschäftsführer auch eine „Rundum-Versorgung“. Und bei dieser seien unter anderem die Gastronomen gefordert, auf die Freizeit- und Sportradler zuzugehen und entsprechende Angebote zu machen. Zu jeder Tages- und Jahreszeit sei inzwischen MTB im Odenwald möglich, so Zürker.

Vier hochkarätige Veranstaltungen locken im Frühjahr und Sommer Mountainbiker nach Fürth, in den Überwald und ins Lautertal. Sie wurden von den jeweiligen Beteiligten und Veranstaltern auf der Pressekonferenz vorgestellt. Start ist am Sonntag, 21. Mai, in Wahlen. Dort gibt es im Vorfeld der Einweihung der Radler-Infostation auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände gleich zwei Touren, eine speziell für Mountainbiker und eine Radtouristikfahrt.

Jürgen Sattler, Edwin Berg und Jörg Helm vom Vogelschutzverein bieten ab 9 Uhr eine MTB-Rundtour ab der Infostation an, erläuterte Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald. Diese führt in zweieinhalb Stunden auf etwa 40 Kilometern durch Oden- und Überwald. Mit Schröder geht um 10 Uhr ab Fürth auf dem Radweg Weschnitztal/Überwald Richtung Wahlen. Mitfahrpunkte gibt es auch in Rimbach, Mörlenbach und Wald-Michelbach. Gegen 12 Uhr will die Gruppe dann pünktlich zur Festeröffnung an der Radler-Infostation eintreffen. Anmeldung unter Telefon 06207/94240.

Es gibt an der Radlerstation acht Aufladepunkte inklusive Schließanlage für E-Bikes. Bis zum großen Fest soll auf dem Parkplatz an der Straße noch eine Aufladestation für Elektro-Autos installiert werden. Das Behinderten-WC ist bereits in Betrieb, der Grillplatz Richtung Kletterwand gerade im Bau. Das eigentliche Fest rund um die neue Radler-Infostation beginnt um 12 Uhr. Die Bewirtung geschieht durch den Vogelschutzverein Wahlen.

In Siedelsbrunn findet der 16. Überwälder Bike-Marathon am 28. Mai statt. Ihn stellte Stefan Wenisch vom ausrichtenden TV 02 vor. Start ist um 9.30 Uhr am Bürgerhaus. Die Rundstrecke von 25 Kilometern kann auch zwei oder drei Mal absolviert werden. Über 50 Kilometer fließt die Teilnahme auch in die Wertung der Roßbacher Bike-Challenge mit ihren sechs Rennen hessenweit ein. Wenisch wies auch auf die parallel stattfindende Radtouristikfahrt an diesem Tag hin.

Olaf Bormuth vom Hotel-Restaruant „Kuralpe Kreuzhof“ in Lautertal ergänzte die Ausführungen von Volker Oehlenschläger zum gemeinsamen Mountainbike-Tag am 11. Juni. Von der Kuralpe aus verlaufe die Strecke über Neunkirchen nach Fürth, sagte er. Bei den bisherigen Veranstaltungen habe es eine große Resonanz auf die Angebote gegeben. „Und viel Lob für die ausgeschilderten Strecken“, freute er sich.

„Die Leute unternehmen etwas, auch wenn das Wetter schlecht ist, sie wollen was erleben“, stellte Bormuth fest. Neben der 25-Kilometer-Strecke „bieten wir auch kleine Touren an“. Daneben gibt es die Möglichkeit „zum Schrauben“, eine Verpflegungsstation und Kinderbetreuung. Auch Fürth hat neben der langen Tour eine mittlere und eine Familienstrecke im Angebot, so der Bürgermeister. Und am anderen Startpunkt, dem Fürther Marktplatz, ein ähnliches Angebot wie auf der Kuralpe.

Abschluss der Mountainbike-Tage 2017 ist am 2. Juli die fünfte MTB-Rallye im Überwald anlässlich des Wald-Michelbacher Heimatfestes. Treffpunkt hier ist um 10 Uhr die Rudi-Wünzer-Halle. Es lassen sich neue Ecken der Region erkunden und einiges über diese erfahren. Ein Quiz mit kleinen Sachpreisen belohnt die, die unterwegs aufgepasst haben. Gemütlicher Abschluss ist auf dem Heimatfest.

Beim TV Fürth gab’s „Immer wieder sonntags“ die volle Packung 70er Jahre

Tür auf und ab in die 70er Jahre: Der TV Fürth lud in seine Halle zur großen Zeitreise ein. Plateauschuhe, Haarbänder, Schlaghosen, überdimensionale Sonnenbrillen und kreischend bunte Hawaii-Hemden entführten in die Flower-Power-Zeit, als sich der Muff von 1000 Jahren zu heben begann, die Jugend gegen die spießige Elterngeneration aufmuckte. „Immer wieder sonntags“ hieß die Schlagerrevue, mit der der Turnverein am Samstagabend sein Publikum aufs Beste unterhielt.

Der Name ist dabei natürlich Programm: „Immer wieder sonntags“ traf sich damals die Familie zuhause vor dem Fernseher, als es nur drei Programme gab – und die auch nur in einer begrenzten Zeit – und man zwangsläufig zusammen die gleichen Sendungen schaute. Immer wieder sonntags lief auch die Hitparade mit den besten und größten Hits der damaligen Zeit, die alle noch irgendwie im Gedächtnis haften geblieben sind.

Der Wiedererkennungseffekt im Publikum ist hoch, wie sich an den begeisterten Reaktionen auf die einzelnen Songs feststellen lässt. Sie entführen die meisten zurück in ihre Jugendzeit, als es noch Kaubonbons gab, Brausestangen oder klebrige Gutsel, wie sie als Reminiszenz an vergangene Zeiten auf den Stehtischen drapiert worden waren. Neben den bunten Cocktails von der Bar.

Wenn dann noch fürs abendliche Outfit der hinterste Winkel des Kleider(gift)schranks geplündert wurde, wo die Jugendsünden eingelagert sind, von Fasching die blonde Afro-Perücke und die Lederhaarreifen Verwendung finden, ist die Illusion perfekt. Die Schauspieler auf der Bühne stehen diesen Kleidersünden in nichts nach – wobei sie solche Klamotten allerdings vor allem vom Hörensagen kennen dürften. Denn sie zählen eindeutig zu den Jüngsten im Saal.

Auf engsten Raum wird vorn groß gezaubert. Der Blick öffnet sich in ein kitschiges Wohnzimmer mit Fernsehecke und Esstisch. Das wird in rasendem Wechsel zur regennassen Straße, zur ersten Wohnung der Verliebten oder zum sündigen Schlafzimmer der Eltern. Natürlich immer passend untermalt mit den jeweiligen Songs aus den 70er Jahren.

Minikleid, Glitzerhemd, Alice Schwarzer, Ölkrise, autofreier Sonntag, Anti-Atom-Bewegung oder RAF: Die Musik von damals ist so leicht wie die Zeiten manchmal schwer. Heute noch bekannte Künstler verdienen sich ihre ersten Sporen und landen erste Hits. Die sechste Produktion von „Musical for events“ aus Heppenheim huldigte genau diesen.

Aber nicht nur die Musik führte zurück in scheinbar unbeschwerte Jahre. Die Dialoge bauen zum Großteil auf Werbesprüchen auf, die ebenfalls immer ein Running Gag sind. Und zeigen, wie geschickt indoktriniert die damaligen Fernsehzuschauer wurden, dass sie 40 Jahre danach die Slogans praktisch noch mitsprechen können. Daraus wird die komplette Geschichte gestrickt, in diese passen sich die Songs perfekt ein.

Tony Holiday, Udo Jürgens, Katja Ebstein, Michael Holm, Juliane Werding, Karel Gott und viele andere sind damals im Radio zu hören. Sportschau und ZDF-Hitparade sind das Pflichtprogramm. All das verpackt in gute Laune ohne Ende, Slapstick, Klamauk, Tanzeinlagen und logischerweise Schlager, Schlager, Schlager. Die fünf Darsteller begeisterten mit ihrer Spiellaune ihr Publikum von Anfang an. Großer Schlussapplaus und viele Zugaberufe inklusive.

Die Story ist so simpel wie der Text der meisten Songs. Als am autofreien Sonntag Anita Kaiser (Sabrina Stein) ihren 18. Geburtstag feiert, schneit plötzlich Nachhilfelehrer Rocky (Manuel Weinmann) rein. Es kommt, was kommen muss: Beide verlieben sich, ziehen zusammen, müssen aber erst noch zusammenfinden. Als nicht verheiratetes Paar ist zusammen wohnen nicht so einfach. Vater Theo (Thomas Koob) und Mutter Gerda (Eva Völl) machen währenddessen eine große Sause, Sohn Stefan (Maik Eckhardt) hängt irgendwo dazwischen.

Das Ganze wäre nichts ohne die passenden Stücke: „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, meinen Anita und Rocky. Bevor sie aus dem „Ehrenwerten Haus“ ausziehen müssen, nach der Trennung feststellen, „Tränen lügen nicht“, aber auf eines vertrauen: „Wunder gibt es immer wieder“. Das alles zwischen Cordhose, Minirock, Kittelschorz, Strickjacke und Karohemd.

Wenn aus dem Off die Bonanza-Melodie ertönt, das Bett im Kornfeld steht oder an Oma Babicka gedacht wird, dann lebt die Szenerie. Die Liebenden stehen barfuß im Regen, erleben Kreuzberger Nächte mit Tritop, Verporten oder Asbach-Uralt und vertrauen darauf, dass Papa alles richten wird. Die erste Liebe des Sohns ist ein Brüller („Und es war Frau Sommer“), der nächtliche Samba-Tanz der Eltern nach dem Auszug der Tochter ruft ebenfalls Begeisterungsstürme hervor.

So schnell wie die Songs wechselt auch das Bühnenbild. Nicht nur im Aussehen, sondern auch in den Farben. Immer schön grell ist die Devise: Pink, Gelb und Orange dominieren. Ob solo, als Duett oder alle fünf Stimmen zusammen: Zusammen mit der Choreografie macht der Set einfach Laune. Die Kostümwechsel stellen die Schauspieler vor weitere Herausforderungen, die sie zur Freude der Besucher rasend schnell meistern. Der zweite Akt mit bekannten Gäste aus der Schlagerszene wird da zum großen Hallo.