Heißer Sommer sorgt für die beste Saison überhaupt im Hammelbacher Freibad

Es war die beste Saison überhaupt, aber jetzt ist Sabrina Blessing doch froh, dass die beiden Schwimmbäder in Wald-Michelbach und Hammelbach geschlossen haben. Sie führt jeweils die Kioske und kümmert sich mit ihrem Team um den Badebetrieb. Der heiße Sommer löste einen wahren Run aufs kühle Nass aus. Als letztes der beiden Freibäder schloss am Wochenende nun das Hammelbacher offiziell, wozu es kleines Fest unter den Namen „Swim-Closing-Party“ gab.

Über den Nachmittag hinweg war das den Kindern gewidmet. „Das war richtig schön“, freute sich Blessing. Um die 60 Kids dürften es gewesen sein, die sich kostenlos schminken ließen. Auch eine Hüpfburg wurde gut genutzt. Vier-gewinnt-Spiel, Heliumluftballons, aufblasbares Fußballtor und Rodeoreiten lauteten die weiteren Angebote.

Bei der abendlichen Feuershow waren alle Tische belegt, so gut war der Zuspruch. Blessings Mann Jörg hatte extra für diese Veranstaltung mit Bekannten in zehn Stunden Arbeit noch eine Bühne im 18 Grad kalten Wasser aufgebaut. Die Geräteteile dazu wurden von der Zimmerei Marc Balmer sowie Gebhardt- und Bauer-Bedachungen gesponsert. Sabrina Blessing stellte zusätzlich Fackeln auf, sodass sich der Lichterschein idyllisch im Wasser spiegelte.

Uwe B. Mieletz aus Ludwigshafen war für die Feuershow zuständig und bekam viel Applaus. Die Show kam so gut an, „dass wir sie nächstes Jahr in großem Stil wiederholen wollen“, kündigte Blessing an. Etwa die Hälfte der Besucher verweilte dann noch um einiges länger. Bis 2.30 Uhr ging die Sperrzeitverlängerung, „bis 4 Uhr haben in kleinem Kreis ruhig weitergefeiert“, schmunzelte die Pächterin.

„Die beste Saison ever“, lachte Blessing rückblickend auf 2018. „Das wurde auch mal Zeit.“ Gleichzeitig war der Sommer aber auch „super anstrengend“. Seit fünf Jahren führt sie den Kiosk in Hammelbach, seit drei Jahren auch das Freibad in Wald-Michelbach. Drei Kinder plus „eines gerade im Bauch“ taten ihr Übriges. Nach den eher schlechten Jahren 2016 und 2017, als das Wetter nicht so mitspielte, „hoffe ich aber natürlich, dass 2019 wieder so gut wird“, meinte sie. Am 15. Mai kommenden Jahres geht es weiter.

Die Gäste auch von weiter her schätzten das Quellwasser-Bad ohne Chlor. Dafür kommen sie gerne von Fürth oder sogar von Mannheim, um beim familiären Betrieb ein paar angenehme Stunden zu verbringen. „Wir sind mit Herzblut dabei“, betonte die Kiosk-Chefin. Das wird von den Besuchern honoriert und „kommt von denen auch zurück“. Die schätzen ebenso den „Retro-Charme“ des Freibads. Als Familienbetrieb wird nicht so genau auf die Uhr geschaut. „Wir haben bei Bedarf halt auch abends mal länger auf“, sagte die Chefin.

Wenn rundherum die Wassertemperaturen bei Hitze denen einer lauwarmen Brühe ähneln, ist es in Hammelbach immer noch angenehm kühl. Was in den Vorjahren ein Manko war, als sich der Sommer nicht so hitzig wie in diesem Jahr präsentierte, sollte 2018 der große Vorteil sein. Aber selbst das Quellwasser wurde immer wärmer, „dass wir Mitte August tatsächlich 26 Grad hatten“, so Blessing.

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750.000 Euro aus der Hessenkasse für Abtsteinach

Der Lohn des Sparens: Abtsteinach erhält aus dem Investitionsprogramm der Hessenkasse voraussichtlich ein Zuschusskontingent von 750.000 Euro. Denn die Gemeinde konnte nachweisen, dass zum Stichtag 30. Juni keine Kassenkredite mehr bestanden. Vom Kontingent muss die Kommune einen Eigenanteil von einem Neuntel erbringen. Gleichzeitig sind die gemeldeten Maßnahmen nur zu 90 Prozent zuschussfähig.

Das bereits gültige Hessenkassegesetz und der Entwurf der Förderrichtlinie sehen ein zweistufiges Antragsverfahren vor, erläuterte Verwaltungsmitarbeiterin Dominique Hilman dem Haupt- und Finanzausschuss auf dessen Sitzung. Zur Beantragung des Fördermittelkontingents muss die Gemeinde bis Ende des Jahres einen förmlichen Antrag auf Inanspruchnahme stellen. Im Rahmen dieses Verfahrens besteht auch die Möglichkeit, ein zinsfreies Kofinanzierungsdarlehen der WI-Bank mit zehnjähriger Laufzeit zu beantragen. Dies will man tun, empfahl der Ausschuss der Gemeindevertretung.

In einem zweiten Schritt geht es darum, konkrete Maßnahmen anzumelden. Hierfür soll voraussichtlich bis Mitte Oktober ein Formular verfügbar sein, erläuterte Hilman. Eine Anmeldung der Einzelmaßnahmen soll nach derzeitigem Stand bis Ende 2021 möglich sein. Es wurde von der Verwaltung vorgeschlagen, die konkrete Verwendung des Zuschusses während der Haushaltsplanberatungen zu besprechen, was auf Zustimmung im Gremium stieß.

Bürgermeisterin Angelika Beckenbach, die von einer „zügigen und harmonischen Sitzung“ sprach, ergänzte, dass die Gelder nicht nur für Investitionen verwendet werden müssen, sondern auch teilweise zur Tilgung von Darlehen oder Unterhaltungsmaßnahmen verwendet werden dürfen. Der Ausschuss gab an die Gemeindevertretung einhellig die Empfehlung zur Beantragung weiter.

Großer Bedarf in Wald-Michelbach an Kita-Plätzen für Unter-Dreijährige

„Wir wollen das Angebot der Kinderbetreuung in der Gemeinde weiter stärken“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wingerter zum Abschluss des Besuchs in der Heinrich-Schlerf-Kindertagesstätte, zu dem sich im Rahmen der Sommertour Mitglieder aus Fraktion und Vorstand im Schlesierweg eingefunden hatten. Eine umfassende Betreuungsmöglichkeit auch für die Kleinsten sah Wingerter als wichtigen Standortfaktor, damit sich Familien zum einen hier niederlassen, zum anderen im Überwald auch wohnen bleiben.

Beatrix Boshoven-Krämer wusste aus der Besichtigung durch den Jugend- und Seniorenausschuss vor einiger Zeit, dass es immer ein paar Wünsche des Kindergartenteams gab. Aktuell, so Leiterin Ulrike Schork, hätte man gerne eine Matschschleuse. In der können sich die Kinder dann umziehen, wenn sie vom Spielen reinkommen. Sie hofft dabei zum einen auf Mittel der Schlerf-Stiftung, zum anderen auch auf eine Unterstützung der Gemeinde.

Thematisiert wurden im Gespräch nach der ausführlichen Vorstellung des Kindergartens die Elternbeiträge. Hier hatte es nach der Bekanntgabe der sechsstündigen Beitragsfreiheit durch das Land zuerst Verwirrung gegeben, weil es von Seiten des Kreises wohl hieß, dass die bisher getragenen zusätzlichen Kosten für einen Ganztagsbesuch nicht mehr übernommen würden. Schork zufolge sei es dadurch zu Ummeldungen von Ganztagskindern hin zum Sechs-Stunden-Besuch gekommen, um Geld zu sparen.

Inzwischen wurde das Problem behoben, meinte Wingerter, und die Situation geklärt. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Sozialdemokraten sowieso für eine komplette Gebührenfreiheit des Kindergartenbesuchs eintreten. Die genannten Unsicherheiten zeigten zusätzlich, dass eine solche Lösung – neben der Entlastung der Eltern – die sinnvollste Variante sei.

Vom Fraktionsvorsitzenden wurde daneben der aktuelle Bedarf angesprochen. Ende Mai seien 64 Kinder auf der Warteliste für die gemeindlichen und konfessionellen Kindergärten gewesen. Ulrich Schork sagte, es sei ein ständiges Kommen und Gehen. Manchmal meldeten Eltern ihre Sprösslinge auch doppelt an, um auf jeden Fall einen Platz zu bekommen. Sie nannte zum Stichtag 1. Oktober 21 Drei- und sechs Zweijährige auf der Liste. Der Bedarf an Plätzen für Unter-Dreijährige steigt ihren Worten zufolge ständig an. Was für die Gemeinde bedeutet, dass sie im kommenden Jahr eventuell drei zusätzliche Gruppen schaffen muss, so Wingerter.

Thomas Langer sprach den Mangel an Erzieherinnen an. Das konnte Schork nur bestätigen. Es sei sehr schwierig, qualifiziertes Personal zu bekommen. Um erfreulicher ist es für sie, dass es für die U3-Gruppen entsprechend ausgebildete Mitarbeiterinnen in den Reihen gibt. Bei der Einstellung schaue man immer darauf, betonte sie.

Ulrike Schork hatte zuvor mit drei Mitarbeiterinnen die Kita vorgestellt. In fünf Gruppen gibt es 112 Plätze. 18 Kinder sind unter drei Jahren, der Rest zwischen drei und sechs Jahren alt. Früher gab es nur eine Nestgruppe für die Jüngeren, „aber der Bedarf steigt ständig an“, sagte sie. Der Kindergarten sei eine halboffene Einrichtung. Für Aktivitäten meldeten sich die Kinder bei den Erzieherinnen ab. Alle zehn Minuten wird aber immer nach ihnen geschaut, was sie machen.

„Alle Kinder sind den ganzen Tag angemeldet“, betonte sie. Etwa 85 bis 90 frisch zubereitete Essen wird mittags verzehrt. In den Familien geht das gemeinsame Essen immer verloren, beobachtete Schork. Sie stellte deshalb fest: „Schon die Zweijährigen genießen es, mit den anderen zu essen.“ 15 Erzieherinnen plus die freigestellte Leiterin sind in der Kita tätig, die jeden Tag außer Freitag von 7.15 bis 17 Uhr geöffnet hat. Dazu kommen viele Praktikantinnen.

Auf Grundlage des hessischen Bildungs- und Erziehungsplans arbeitet die Schlerf-Kita mit dem schrittweisen Berliner Eingewöhnungsmodell für die Jüngsten. Zweijährigen brauchen laut Schork etwa zwei bis drei Wochen, bis sie Vertrauen zur Bezugserzieherin gefasst haben, bereit sind, sich zu öffnen und teilzunehmen.

Ganz wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Eltern, betonten die Erzieherinnen. Die beginnt schon bei der Anmeldung. „Wir begleiten, geben Anregungen, Tipps, Rückmeldungen.“ Die Eltern, so die Beobachtung, wünschten sich viel, gäben manchmal aber auch viel an den Kindergarten ab, was eigentlich Sache der Erziehungsberechtigten sei. „Das können wir nicht leisten.“ Die Eltern haben teilweise „ganz andere Ideen, was die Kita mit den Kindern machen soll“, schmunzelte Schork. Die Antwort: „Wir sind die Fachleute.“

Erläutert wurden im Anschluss die zahlreichen Angebote. So wird Bewegung groß geschrieben, geht es einmal im Monat in den Wald oder gibt es Freispielmöglichkeiten. Marte Meo, die Stärkung der eigenen Stärken, Sprachförderung und etliche andere Fördermöglichkeiten kamen zur Sprache. Eine Führung durch die Räume schloss sich an.

Zwei Mal feierten die Kerwegäste in Gras-Ellenbach eine große Sause

Zwei Mal, eigentlich sogar drei Mal wurde bei der Kerwe heftig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Am Freitagabend luden die Organisatoren zur großen Sause mit der Band „Xtreme“ ein, am Samstag begeisterte die Malle-Party die Feierwütigen. Inoffiziell war die Kerwe bereits am Donnerstagabend gestartet, als nach dem Ausschellen im Fußballerheim am Sportplatz bis in den frühen Morgen gefeiert wurde. Leider verlor der TSV sein Heimkerwespiel unglücklich 2:3 gegen Reichenbach II. Aber das war kein Grund, Trübsal zu blasen.

Krachend voll knapp 500 Besuchern zeigte sich die Nibelungenhalle am Freitagabend. Kein Wunder, ist die Band „Xtreme“ doch eine Marke für sich und tourt regelmäßig durch die Region. Hier gab es keine Berührungsängste. Vom deutschen Schlager bis hin zu Mark Forster oder AC/DC: Stilgrenzen sind was von gestern. „Die Stimmung war einfach super“, war Attila Fodor vom Orga-Team hellauf begeistert. „Wir sind wieder sehr gut gestartet.“

Ganz egal welches Genre: Xtreme ließ sich nicht in eine musikalische Schublade stecken. Vielseitigkeit lautete das Stichwort – und das zelebrierten die Musiker in Perfektion. Jeder Song war technisch perfekt einstudiert und bekam gleichzeitig einen individuellen Touch. Mit im Tourgepäck hatte die Band eine professionelle Bühnen-Performance, garniert mit einigen Pyro-Effekten.

Mit zwei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Lukas Baum für den männlichen Part und Jenny Daniele für die weiblichen Stimmen sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Welle oder deutsche Schlager. Am Bass sorgte Björn Buhl für den richtigen Groove, den Takt gab Heiko Herzog am Schlagzeug an. Bastian Ludäscher an der Gitarre hatte immer die richtigen Riffs aufs Lager.

YMCA, Wannsee, Skandal im Sperrbezirk oder I will survive hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie ein Pur-, Ed Sheeran-, Malle-, Wolfgang-Petry-, Nena- oder Bayern-Medley, Songs von den Toten Hosen, Ärzten („Westerland“) oder den Sportfreunden Stiller („Ein Kompliment“). Zusammen mit Stücken von Queen („I want it all“), Robbie Williams („Angels“) oder AC/DC („Highway to hell“) der beste Mix, um inklusive frenetisch erklatschter Zugabe die Gäste bis weit nach zwei Uhr bei Laune zu halten.

Am Freitagnachmittag waren einer alten Tradition folgend zehn junge Blumenmädchen zwischen zwölf und 25 Jahren mit einem Bollerwagen durch den Ort gezogen, um Blühendes für die Ausschmückung der Halle zu sammeln. Die Anwohner kennen den Brauch schon und hielten einiges an Blumen bereit. Alte Lieder, aber auch solche zum „Mitgrölen“ und der Gras-Ellenbacher Kerwesong durften dabei nicht fehlen. „Dieses Mal sind besonders viele junge dabei“, freute sich Fodor. Das zeigt, dass die Traditionen im Ort noch gelebt werden.

Die Kerweburschen waren ebenfalls schwer aktiv. Sie gruben am Freitag die Kerwe in Gestalt von zwei Flaschen Wein aus. Die Jugendlichen zwischen 18 und 35 Jahren sind der alten Tradition folgend schon seit Anbeginn der Kerwe dahingehend aktiv. In Mitleidenschaft wird immer das Grundstück desjenigen gezogen, der sich im Vorjahr besonders viel zuschulden kommen ließ und entsprechend Erwähnung in der Kerweredd findet.

Die beiden Ausschellerinnen Madeleine Schäfer und Nadine Sauter – erstmals hatten Mädchen diesen Part übernommen – waren bereits am Donnerstag durch die Ortsstraßen gezogen und hatten die Einwohner lautstark mit dem nahenden größten Fest des Jahres vertraut gemacht. In traditionellem Gardeanzug gekleidet, hatten sie die Kerweregularien im Gepäck und taten diese lauthals kund. Anschließend wurde dann beim TSV bis in die Puppen weitergefeiert. Die Fußballer hatten natürlich einiges zu tun, um ihren Frust über die unnötige Niederlage zu ertränken.

Ebenfalls sehr gut besucht war die Nibelungenhalle am Samstagabend, als DJ Cometos Andreas Siebler von der Disco Kinki in Sinsheim zur Malle-Party einlud. Und das nicht nur ein paar Stunden lang, sondern bis Sonntagmorgen. Es herrschte bei den mehr als zahlreichen Gästen eine Top-Stimmung und feierten alle eine heiße Fete unter Sonnenschirmen.

Die Halle war entsprechend dekoriert mit Riesen-Cocktailautomat, Luftmatratzen an der Decke oder überdimensionierten Stehtischen. Der DJ hatte alles im Gepäck, was die wilde Partymeute verlangte und feuerte die Tanzwütigen immer wieder an – was diese auch gerne annahmen. Ab 22.30 Uhr wurde die Halle proppenvoll und blieb es bis in den frühen Morgen. Passend zum Motto waren auch die Besucher in Mallorcafeeling. Aber auch draußen herrschte bei gutem Wetter viel Betrieb. Anziehungspunkt war der Rummelplatz mit dem Riesenraketen-Simulator für 15 Personen.

Fünftklässler der Bachmann-Schule trainieren Sicherheit im Straßenverkehr

Auch in diesem Jahr besuchte der ADAC wieder die neuen fünften Klassen der Eugen-Bachmann-Schule und führte einen Workshop zum Thema „Achtung Auto!“ in der Straße „Spechtbach“ durch. Die wurde dafür vom Bauhof der Gemeinde extra gesperrt. Wie schnell kann das Auto zum Stehen kommen? Wie lang ist der Bremsweg? Solche und weitere Fragen testeten die Schüler mit ihren Klassenlehrerinnen und einem ausgebildeten Moderator des ADAC selbst durch praktische Übungen und Demonstrationen.

Außerdem sollten sie durch das Aufstellen von Verkehrshütchen den Bremsweg eines Fahrzeugs bei einer Vollbremsung einschätzen, wenn es 30 Stundenkilometer schnell ist. Man konnte den Kindern die Überraschung anmerken, als das Auto an ihren aufgestellten Pylonen vorbeirutschte und erst ein ganzes Stück später vollständig zum Stehen kam. Nur wenige hatten den Bremsweg im Vorfeld einigermaßen richtig eingeschätzt.

Die Schüler erlebten den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Bremsdauer und erarbeiteten anschließend gemeinsam die Faustregel „Reaktionszeit und Bremsweg ist gleich Anhalteweg“. Diese soll ihnen zukünftig helfen, den Anhalteweg von Autos besser einzuschätzen. Als Highlight durften die Fünftklässler ins Auto des ADAC-Mitarbeiters einsteigen und eine Vollbremsung bei 30 km/h erleben. Dabei lernten sie auch die lebensrettende Bedeutung der ordnungsgemäßen Sicherung im Fahrzeug kennen, denn das vorschriftsgemäße Anlegen des Sicherheitsgurtes hielt sie dabei in ihren Sitzen.

Das Programm „Achtung Auto“ trägt dazu bei, Schülern kritische Situationen im alltäglichen Straßenverkehr zu verdeutlichen, Unfallgefahren zu erkennen und durch vorausschauendes Handeln richtig zu reagieren, bilanzierte Schulleiter Thomas Wilcke.

Muschelkalk-Pflaster soll auf den Platz in der Abtsteinacher Dorfmitte

Bis auf ein paar kleinere Ergänzungen übernahm der Bau- und Umweltausschuss die Gestaltungsideen für die Dorfmitte, wie sie im Vorfeld aus Vorschlägen der Firma FWD und der Bürger zusammengestellt worden waren. Die Mandatsträger hatten den groben Rahmen bereits in der August-Sitzung festgezurrt im der Sitzung vorgeschalteten Bürger-Workshop nochmal die letzten Änderungsgedanken und –wünsche abgefragt.

„Das war fachlich ausgereift“, meinte Ausschuss-Vorsitzender zum Vortrag der beiden FWD-Mitarbeiter Konrad Benstz und Marc Zenz. Folgerichtig wurde auch wenig geändert. Die Beschlussempfehlung an die am 21. September tagende Gemeindevertretung erging einstimmig. Die vorgesehenen Maßnahmen belaufen sich nun auf knapp 180.000 Euro, 7000 Euro mehr als die „Standardvariante“. Die zusätzlichen Kosten ergeben sich vor allem durch die Verwendung von Muschelkalk- statt Sandsteinrot-Pflaster an bestimmten Stellen.

Wie Abraham sagte, beschloss der Ausschuss daneben, in zwei Grünflächen Richtung Balustrade und Arztpraxis zusätzliche Elektrokabel verlegen zu lassen, um dort mehr Beleuchtung anbringen zu können. Richtung Straße hin sollen sechs Poller installiert werden, die per Schlüssel arretiert werden und bei Bedarf herausnehmbar wären. Damit will man verhindern, dass jeder auf das Gelände fahren kann. Geplant sind weiterhin fünf Fahrrad-Bügelständer.

Die Muschelkalk-Pflasterung wird auf Platz- und Stellflächen auf 620 Quadratmetern verwendet. Auf weiteren 430 qm kommt das Sandsteinrot-Pflaster zum Einsatz. Dabei handelt es sich jeweils um wasserdurchlässige Steine. Die Farben passen laut Abraham „sehr gut zum Sandstein Richtung Rathaus und Kirche“, meinte er. Verschiedene andere Punkte wie Namensgebung oder Bepflanzung waren ja bereits im Vorfeld zurückgestellt worden. Auch über den Baum, der an der Tiefgaragenzufahrt gepflanzt werden soll, will man sich noch einmal unterhalten. Kastanie oder Winterlinde stehen zur Diskussion.

Einig waren sich die Mandatsträger, dass es keine feste Bepflanzung geben soll. Man wünscht sich Kübelpflanzen, damit der Platz so variabel und flexibel wie möglich ist. „Bei Festen lassen sich diese dann per Gabelstapler versetzen.“ Daneben wurde befürchtet, dass Bäume mit ihren Wurzeln die Decke zur Tiefgarage schädigen könnten. Angedacht sind außerdem kleinere Spielmöglichkeiten für Kinder.

Einen Brunnen lehnte das Gremium in der Dorfmitte ab. Vielmehr soll die sowieso nicht besonders ergiebige Quelle Richtung Spielplatz abgeleitet werden, damit dort eventuell eine Art Wasserspender mit Spielmöglichkeit für die Kinder gestaltet werden kann. „Das Wasser läuft eh nicht das ganze Jahr.“ Eine Info-Tafel oder schwarzes Brett wollten die Ausschuss-Mitglieder lieber mehr Richtung Rathaus angebracht wissen.

Im Gespräch war eine Bepflanzung mit Kräutern. Hier wollte man aber zuerst sich einmal ein Bild verschaffen, wie dies aussehen könnte. Wert gelegt wurde mit Blick auf die ältere Bevölkerung auf diverse Sitzgelegenheiten. Zurückgestellt wurde die Namensgebung für den Platz.

Holzvermarktung muss neu geregelt werden – noch keine Lösung in Sicht

Still ruht der Wald. Nachdem das Land Baden-Württemberg im Kartellrechtsverfahren über die Holzvermarktung durch die Forstämter einen Kürzeren zog, hatte sich auch das Land Hessen damit zu beschäftigen. Mit dem Ergebnis, dass Hessen Forst zwar weiterhin die Beförsterung übernehmen darf. Aber nicht mehr die Holzvermarktung, wenn die Flächen größer als 100 Hektar sind. Abtsteinach hat 109 Hektar, fällt also unter diese Vorgabe. Im Haupt- und Finanzausschuss berichtete Bürgermeisterin Angelika Beckenbach über die Bemühungen, Alternativen zu finden.

„Die Kommunen im Forstamtsbezirk Beerfelden haben sich bisher um den Wald und seine Bewirtschaftung keine großen Gedanken machen müssen“, sagte sie. Mit einem Beförsterungsvertrag wurden alle Aufgaben rund um den Wald erledigt. „Ein sogenanntes Rundum-sorglos-Paket zur Zufriedenheit der Kommunen.“ Nach Gesprächen zwischen dem Land und dem Bundeskartellamt kann das bisherige Betreuungsangebot einschließlich Beförsterung von Hessen Forst aufrechterhalten werden, erläuterte sie.

Anders sieht es jedoch bei der Holzvermarktung aus. Ab dem kommenden Jahr darf Hessen Forst, im Abtsteinacher Fall also das zuständige Forstamt Beerfelden, nur noch für Gemeinschaftswald und für Forstbetriebe von Privat- und Kommunalwaldbesitzern mit einer Fläche von weniger als 100 Hektar den Holzverkauf übernehmen. Dies bedeutet laut Beckenbach, dass die Gemeinde die Holzvermarktung neu strukturieren muss. Verträge, die bis Jahresende abgeschlossen werden, dürfen noch bis 30. September 2019 abgewickelt werden. In der Vergangenheit fanden ihren Worten zufolge bereits mehrere Gespräche statt, die als Lösungsansätze die Gründung eines Zweckverbandes oder einer Holzvermarktungsgesellschaft nannten.

Hessen Forst erarbeitete ein neues Modell, das vom Ministerium als Konzept dem Bundeskartellamt vorgelegt wurde, sagte die Bürgermeisterin. Danach sollen mehrere regionale Holzverkaufsorganisationen gegründet werden. Sechs wären denkbar, wobei die Waldbesitzer Wahlfreiheit hätten, ob sie so große Organisationen überhaupt gründen bzw. sich an den entsprechenden beteiligen wollen. „Das Land selbst wird keine gründen“, so Beckenbach. Die Waldbesitzer müssten dies in Eigeninitiative umsetzen.

Für Südhessen würde sich die vom Land vorgeschlagene Vermarktungsorganisation zusammensetzen aus den Forstämtern Hanau-Wolfgang, Groß-Gerau, Langen, Darmstadt, Dieburg, Lampertheim, Michelstadt und Beerfelden. Die Größe orientiere sich am Einschlag von etwa 250.000 Festmeter. Allerdings dürfte dieses Modell Beckenbach zufolge „vom Tisch“ sein, weil es zu groß angelegt ist. Sie machte aber auch klar, dass es keinen Holzverkauf geben kann, solange nicht alles vertraglich geregelt ist. Sollte also im kommenden Frühjahr ein Sturm wüten, könnten die betroffenen, beschädigten oder abgeknickten Bäume zwar eingeschlagen werden, müssten aber vorerst im Wald liegen bleiben.

Da die vom Land vorgeschlagene Lösung als zu große Einheit angesehen wird, fanden zwischenzeitlich Gespräche mit Kommunen, Forstämtern und dem Grafenhaus Erbach-Fürstenau in den Forstamtsbezirken Lampertheim, Michelstadt und Beerfelden statt, so die Rathauschefin. Hintergrund ist die Beratung über die Gründung einer eigenständigen, wirtschaftlich tragfähigen kommunalen Holzvermarktungsgesellschaft oder eines Zweckverbandes für diesen Bereich. Hier ist man noch in Gesprächen, sagte sie.

Als drittes gibt es noch das Modell „Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald“. Denn prinzipiell seien auch noch kleinere Organisationseinheiten auf Ebene der Forstämter oder der Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) denkbar. „Auch hierzu sind die Beratungen innerhalb der sechs Kommunen der FBG noch nicht abgeschlossen“, teilte Beckenbach mit.

Einer Einbindung der Privatwaldbesitzer in eine neue Organisation steht derzeit noch die hessische Gemeindeordnung entgegen. Über eine Änderung des Landesrechts werde beraten. Der Haupt- und Finanzausschuss nahm den Sachverhalt zur Kenntnis. Der Gemeindevertretung wurde empfohlen, den Gemeindevorstand mit den vorbereitenden Arbeiten zur Gründung eines Zweckverbandes oder einer Holzvermarktungsgesellschaft zu beauftragen.