Die Besucher krähten beim Kikeriki-Theater vor Lachen

Die Leute krähten vor Lachen: Das ist schon Standard beim Darmstädter Kikeriki-Theater, das mit seinen Mundart-Programmen nicht nur ganz Südhessen begeistert. Zwei Mal waren die Komödianten jetzt auf Einladung der SG-Fußballer in Wald-Michelbach zu Gast und holten so über 800 Besucher in die Rudi-Wünzer-Halle. Dimitri Loenko zeigte sich im Nachklapp sehr zufrieden mit den Veranstaltungen. „Das lief hervorragend“, freute er sich.

Schon vor eineinhalb Jahren traten die Fußballer an die Theaterleute heran, „um in Wald-Michelbach mal etwas anderes zu bieten als Disco-Partys“. Da das Kikeriki-Theater aber schwer gebucht ist, dauerte es satte 18 Monate bis zu den Aufführungen von „Himmel, Arsch und Zwirn“. Die begeisterten nicht nur die Überwälder, beobachtete Loenko: Besucher kamen aus von der Bergstraße, aus Weschnitz- und Neckartal.

Für den Verein waren die beiden Abende ein großer Erfolg, sagte er. Und auch für die Theaterleute dürfte es ein besonderes Erlebnis gewesen sein, am Samstag vor 570 Fans zu spielen, meinte Loenko. 30 Helfer der Fußball-Abteilung sorgten sich um die Gäste, unterstützt von einigen freiwilligen Frauen, die sich um die belegten Brötchen und die Küche kümmerten.

Über die Vollblut-Komödianten aus Darmstadt muss man keine Worte verlieren. „Ich habe viele Lacher und viel Applaus gehört“, meinte Dimitri Loenko. Da der Beifall das Brot des Künstlers aus, wurden somit die Mitwirkenden um Mastermind Roland Hotz überreichlich bedacht.

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Was Männer und Frauen unterscheidet

Auch wenn Stephan Bauer gnadenlos überzeichnet: Irgendwie ist doch alles aus dem Leben gegriffen, was der Kabarettist in seinem Programm „Vor der Ehe wollt‘ ich ewig leben“ mitteilt. Meinen zumindest die Männer, denen er mit seinem Wehklagen über die dominierenden Frauen so richtig schön aus der Seele spricht. Von den Damen gibt’s in der Alten Druckerei Weinheim öfters mal ein – eher gespieltes – empörtes Gemurmel zu hören, wenn Bauer doch sehr in der Geschlechterklischee-Kalauerkiste wühlt.

Denn schließlich wissen Männlein wie Weiblein, was sie beim Auftritt des 50-Jährigen erwartet. Er ist bereits – wie manche seiner Gags – ein alter Hase im Metier des Zusammenlebens zwischen den Geschlechtern und kennt die Tricks und Kniffe alle, wie mann nach 20 Jahren die Ehe betrachtet und frau es mit ihm aushält. Bauer bringt das alles jenseits schon einmal gehörter Pointen lakonisch, spitzbübisch, durch die Hintertür, aber auch mal mit dem Dampfhammer so witzig rüber, dass sich die Gäste im vollen Saal vor Lachen biegen und aus diesem kaum noch herauskommen.

Der Comedian weiß, dass sich der Streit zwischen Mann und Frau immer um die gleichen Themen dreht. Sie redet zu viel und er ist unordentlich. Verstohlenes Männer-Nicken im dunklen Saal der Druckerei inklusive. Die Lösung: „Tauber Mann heiratet blinde Frau.“ Bauer mokiert sich darüber, dass die Anerkennung für die herausragenden Leistungen des Mannes fehlt, wenn er für Sekunden den Staubsauger geschwungen hat und seine bessere Hälfte doch noch hinterherwischt. Eine Art „Wischmobbing“. Jetzt nicken die Frauen.

Sowieso klingt vieles wie aus dem Leben gegriffen, wenn er auf der Bühne davon spricht, dass sie bei der Reinlichkeit einen „Kompetenzvorsprung“ hat. Geht er dann noch auf die vollständig von ihr ausgesuchte Wohnungseinrichtung mit allen Details ein, kennt das Gelächter angesichts der akribischen Beschreibung kein Ende mehr. Ein besonders lautes – oder verzweifeltes – Männer-Lachen ordnet Bauer bereits als Gründung einer Selbsthilfegruppe ein.

Wie überhaupt Stephan Bauer immer im direkten Kontakt mit dem Publikum steht. Er kennt eben seine Pappenheimer aus dem Effeff, horcht ab und an mal in die Runde, wenn ein Gag erst beim zweiten Gehirndurchgang zündet oder übt sich im Selbstschämen, wenn der Kalauer zu platt war und er das auch weiß. Der Comedian scheut sich dabei nicht, ausgedehnte Ausflüge unter die Gürtellinie zu unternehmen, was jedoch selbst beim älteren Publikum bestens ankommt.

Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Bauer einen gewissen Schwiegersohn-Charme verstrahlt – einer, dem man eigentlich nicht böse sein kann, weil er seinen Unsinn mit einem gewinnenden Lächeln verzapft und dabei immer so nett aus der Wäsche schaut. Außerdem versteht es der Kabarettist, beide Geschlechter gleichmäßig entweder durch den Kakao zu ziehen oder wahlweise auch für ihre Raffinesse zu loben.

Männer bekommen etwa beim Thema Seitensprung von ihm eine schlechte Note ausgestellt. Sie sind einfach zu blöd, um ihn zu verheimlichen. Frauen stellten sich dabei sehr viel raffinierter an. Dass allerdings auf seine Frage in den Raum, wer schon einmal fremdgegangen ist, keine Hand nach oben geht, dürfte ihn nicht besonders verblüfft haben.

Fast schon philosophisch wird’s, wenn Stephan Bauer darüber sinniert, ob nicht dem Thema Sexualität heutzutage viel zu viel Bedeutung beigemessen wird. Um sich gleich selbst wieder einen Kinnhaken in punkto Ernsthaftigkeit zu versetzen, wenn er mit dem Kosten-Nutzen-Faktor ankommt. Oder zur Pornografie auf dem Handy schon bei Jugendlichen. Ein Unding, meint er. Um dann mit den Rückgriff auf früher die Poesie im Tagebuch zu verballhornen.

Bauer spricht durchaus ein paar ernste Elemente mit Zeigefinger an, versteht es jedoch, diese so geschickt in Nonsens zu verpacken, dass nicht ganz klar wird, ob sie nur Mittel zum nächsten Gag-Zweck sind oder er tatsächlich auf der „Früher war alles besser“-Schiene in den Sonnenuntergang mit Regenbogen reitet. Genau dahin, wohin 20-Jährige heute nicht mehr laufen wollen: „Bist du dumm, ist doch voll weit.“

Seine Schilderung der Paartherapie („als Mann erst einmal jammern“), der besserwisserischen Frau („wie bei Google, nach ein oder zwei Buchstaben kommt gleich der Verbesserungsvorschlag“) oder auch die Frage „Wenn ein Mann eine Meinung hat und keine Frau in der Nähe ist, hat er dann trotzdem recht?“ begeistern Zuschauern hüben wie drüben. Die lassen Bauer nur ungern ziehen.

Ein Glanzstück ist seine Beschreibung, wie der auf Drängen seiner Frau angeschaffte Mops in der Rangordnung über ihm steht – was zur selbstkritischen Schlussfolgerung führt, dass die Männer einfach „wahnsinnig schwach geworden sind“. Keine Spezies hat sich so degenerativ entwickelt, stellt er in den Raum. Fazit: „Männer sterben früher, weil sie es einfach wollen.“

Große klangliche Präzision

Das war eine Chorgala, die ihren Namen mehr als verdiente: Der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag hatte in die katholische Kirche St. Johannes der Täufer eingeladen. Gast: der Maulbronner Kammerchor, der zusammen mit den drei MGV-Ensembles die Besucher im vollbesetzten Gotteshaus immer wieder in Begeisterung versetzte. Nicht nur die, auch Männerchor-Dirigent Hans-Joachim Karl empfand die musikalischen Gäste als „sensationell gut“.

Die vielgefragten und hochbegabten Sänger aus der Klosterstadt waren eine „sehr sympathische Truppe“, freut sich Karl. „Die saßen nach dem Konzert noch lange mit uns im Sängerheim zusammen.“ Es war nie zu spüren, „dass die schon auf der ganzen Welt unterwegs waren“, haben die Maulbronner ihre Kraichgauer Bodenständigkeit nicht verloren, beobachtete er.

Das in Unter-Schönmattenwag dargebotene geistliche Programm „Ruhe bitte!“ ist sehr vielfältig über alle Epochen hinweg. Mit dem Schwerpunkt Romantik waren aber auch Stücke aus der Renaissance und Zeitgenössisches zu hören. Dazu noch eine selbst komponierte Ur-Aufführung von Kammerchor-Mitglied Peter Schertler: „Sei stille im Herrn“.

Die drei MGV-Chöre mussten sich nicht verstecken. Der Männerchor trug das geistliche Programm vor, das er übernächstes Wochenende auf dem Wettbewerb in Bernbach darbieten wird. Quasi eine Art Generalprobe. Darunter war das „Non Nobis dominae“ einer amerikanischen Komponistin, die Eichendorff-Vertonung „Einsiedler“ und zwei Strophen aus dem bereits bekannten „Tre Stycken för Manskör“ von Sven-David Sandström.

Der Frauenchor unter seiner Leiterin Anna Stumpf hatte drei Stücke extra für die Chorgala neu einstudiert. Unter anderem wurde das „Sanctus“ von Andre Kaple vorgetragen. Und natürlich hatten auch die Kinder ein paar Ohrwürmer im Gepäck. „Das war sehr auflockernd“, meinte Karl zu deren Beitrag. Die jüngsten MGV-Sänger genossen es danach sichtlich, in der ersten Reihe zu sitzen und den Maulbronnern zuzuhören.

Forderte schon deren Auftritt zu Standing Ovations heraus, so setzten die Gäste bei der Zugabe noch einen drauf. Sie stellten sich mit 28 Sängerinnen und Sängern rund um die Zuschauer an den Kirchenmauern auf und boten somit von allen Seiten Rheinbergers „Abendlied“. Hajo Karl zeigte sich stark beeindruckt von der „klanglichen Präzision“ und der Homogenität über alle Register hinweg. Dass der Kammerchor stilistisch absolut sicher sein würde, „war mir klar“, schmunzelte der MGV-Chorleiter.

Nicht nur Hugo Wolfs „Einklang“, ein sehr schweres Stück, wurde „toll und ausbalanciert gesungen“, meinte Karl. Auch Josef Gabriel Rheinbergers „Morgenlied“ zu Beginn, dazu noch mehrere Lieder von Mendelssohn Bartholdy, Richard Derings „Factum est silentium“ oder „Rest“ von Ralph Vaughan Williams bildeten vielbeklatschte Programmbestandteile. Als Kontrapunkt dazu John Cages 4‘33‘‘: Vier Minuten und 33 Sekunden lang herrschte – Stille.

Das A-cappella-Programm „Ruhe, bitte!“ setzte sich mit der Sehnsucht nach Ruhe auseinander und wollte der alltäglichen Hektik, dem allgegenwärtigen Lärm und der Reizüberflutung eine Perspektive der Entschleunigung und Einkehr entgegensetzen. Die klösterliche Tradition eröffnete mit ihrem Rückzug von der weltlichen Geschäftigkeit ihren eigenen Weg zu innerer und äußerer Ruhe, der heutzutage vielleicht nicht ganz zufällig wieder populärer wird.

Den MGV Sängerbund freute es besonders, dass zu dem Konzert auch der Gründer und langjährige Leiter des Kammerchors, Jürgen Budday, aus Leipzig angereist war. Er stand von 1983 bis Sommer 2016 den Maulbronnern vor. Als Nachfolger wurde dann der 29-jährige Benjamin Hartmann gewählt, selbst ehemaliges Mitglied des Kammerchors und einst Schüler im evangelischen Seminar. Hier wiederum wirkte Jürgen Budday fast 35 Jahre als Seminarmusiklehrer und künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte.

Der Auftritt des bekannten Ensembles zog Kreise: Weit über den Überwald hinaus, aus Richtung Heidelberg, dem Neckartal und der Bergstraße kamen die Zuschauer nach Schönmattenwag. „Die haben eine treue Fangemeinde“, so Karl anerkennend. Die Kammerchor-Mitglieder waren von der Gastfreundschaft der Schimmeldewäer und der Begeisterungsfähigkeit des Publikums beeindruckt und sagten, „dass sie gerne wieder zu uns kommen würden“.

Darüber reden ist die beste Medizin

Es ist wie überall im Leben: Am besten hilft reden, reden, reden. Das gilt für eine Beziehung genauso wie für traumatische Situationen, die einen ereilen können. Gerade Helfer aus den Rettungsdiensten sind damit öfter als der „Normalbürger“ konfrontiert und müssen das Erlebte verarbeiten. Das ist mitunter nicht einfach, gerade wenn die Ehrenamtlichen auf dem Land tätig sind und diejenigen kennen könnten, denen sie zu Hilfe eilen. Wir unterhielten uns mit drei Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Wald-Michelbach, wie sie mit solchen Ereignissen umgehen.

Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani hat festgestellt, dass sich der Umgang mit diesen Erlebnissen in den vergangenen zehn Jahren (zum Glück) änderte. „Früher gab’s die Cowboys“, erzählt er. „Bei denen hörte man lange nichts“, weil sie alles mit sich selbst ausmachten. Erst nachts um 3, in geselliger Runde, mit genug Zungenlöser intus, kamen die Geschichten. Und die passierten dann nicht vor ein paar Tagen oder Wochen, „sondern sind 25 Jahre her und beschäftigen die Leute immer noch“.

Auch er kommt aus einer Zeit, sagt Capuani, als man über die eigenen Gefühle kaum sprach – höchstens im engeren Familienkreis. Eine Notfallhotline wie heute, für die Wehrleute angesiedelt an einer psychotraumatologischen Praxis in Frankfurt, oder ein Kriseninterventionsteam, das neben den Opfern auch die Helfer betreut, gab es einfach nicht. „Wir haben viel runtergeschluckt“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Der 52-jährige Capuani kann sich noch wie gestern an einen Leichenfund in Gadern vor 30 Jahren erinnern. Da war er gerade ein paar Jahre in der Einsatzabteilung. Er musste am leblosen Körper den Puls fühlen. „Ich habe mir bestimmt danach 30 Mal die Hände gewaschen“, erzählt er. Jedes Detail dieses Tages ist ihm auch heute noch präsent. Der GBI hat registriert: Dinge, die man schon einmal erlebt habt, „steckt man beim zweiten Mal besser weg“. Was einen aber nicht vor noch schlimmeren Situationen bewahrt.

Wenn die Wehrleute an eine Unfallstelle oder einen Brandort kommen, „geht der erste Blick aufs Kennzeichen“, erzählt Sven Wilhelm. Denn die Möglichkeit, den Betreffenden näher zu kennen, ist im Überwald recht groß. In einem solchen Fall wird’s für die Helfer schwieriger, damit klar zu kommen. Wobei der Gaderner Wehrführer und stellvertretende GBI Christian Eck sagt: „Erst einmal funktioniert man und macht seine Arbeit.“ Der Schock kommt mit einiger Verzögerung.

Bei ihm kam der Zusammenbruch nach einem solchen Einsatz, bei dem es um einen guten Bekannten ging, zuhause. „Ich habe noch mit meiner Mutter und der Freundin darüber gesprochen und war dann ganz plötzlich weggeschossen“, sagt er. Eck macht Mut zur Offenheit: „Heulen ist menschlich.“ Anders als bei einem anonymen Opfer werden die Helfer auch später noch mit der Situation konfrontiert. Etwa wenn die Beerdigung des Betreffenden stattfindet.

Die drei Brandschützer können bei der Bewältigung solcher Extremsituationen auf ihre Familie zählen. Früher, sagt Wilhelm, „kam ich von einem Unfall nach Hause und habe stundenlang mit meiner Mutter geredet“. Auch wenn es nachts um 3 war. Manchmal dauerte es eine Woche, „bis alles durch war“, erinnert er sich. Manche Bilder „habe ich aber heute noch im Kopf“. Seit der Heirat spricht er mit seiner Frau Linda, selbst bei der Feuerwehr aktiv, über alles.

Die Umstände spielen auch eine Rolle, wie die Feuerwehrleute mit etwas umgehen können, erläutert Capuani. „Wenn es ein Raser selbst verbockt“, packe man das leichter, bekennt er ganz offen. Ist es dann ein Landarbeiter wie einmal bei Schönbrunn, der tragisch verunglückt und kleine Kinder zurücklässt, nimmt das mit. „Der Tag ist gelaufen“, sagt auch Sven Wilhelm.

Wobei die Einsätze auch innerhalb der Feuerwehr im Nachgespräch thematisiert werden, ergänzt der Kommandant. Sehr an die Nieren ging den Wehrleuten der Suizid eines gemeinsamen Bekannten. „Wir saßen nachts lange zusammen“, weiß Wilhelm noch. „Offen und ehrlich drüber reden“, ist für ihn das A und O einer Bewältigung. Er ruft sich dann auch schöne Dinge in Erinnerung. Etwa wenn ein lebensgefährlich verletztes Unfallopfer ein Dreivierteljahr später bei der Wehr vorbeikommt und sich für die Rettung bedankt.

„Das Umfeld muss merken, was Sache ist“, betont Capuani. Er sieht hier auch die FFW-Führungskräfte in der Pflicht, genau hinzuschauen. Denn manchmal merken es die Wehrleute selbst nicht, dass etwas hängenbleibt. Über die Leitstelle lässt sich bei Bedarf professionelle Hilfe organisieren. Über deren Existenz ist der Wehrführer froh. Man muss den für sich richtigen Gesprächspartner finden“, ist seine Empfehlung. Denn oftmals ist es mit einer Unterhaltung nicht getan – es dauert, bis alles durch ist.

Mountainbiker Harald Philipp als „Pfad-Finder“

„Pfad-Finder“ heißt der Multimedia-Live-Vortrag von Harald Philipp, den er am Freitag, 22. November, um 20 Uhr in der Schulturnhalle Unter-Abtsteinach auf Einladung der SGU hält. Steile Bergpfade sind seine Radwege, die Alpen sein Spielplatz. Seine Erfolge stehen in Gipfelbüchern, nicht auf Ergebnislisten. Als Bike-Profi fährt Philipp nicht gegen andere Biker – er fährt mit ihnen. „Mit dem Mountainbike die Welt und sich selbst neu entdecken“ heißt das Motto.

Der Abenteurer sieht selbst da noch fahrbare Wege, wo die Grenzen zwischen Wandern und Klettern fließend sind. Jahrelang hat Harald Philipp als Mountainbiker die Grenzen des Machbaren verschoben. In seinem neuesten Multimedia-Live-Vortrag führt der Bike-Profi sein Publikum in die entlegensten Landschaften der Alpen und Asiens. Und er zeigt auf inspirierende Weise, wie große und kleine Abenteuer helfen, neue Pfade im Leben einzuschlagen und sich selbst zu finden. Unbekannte und bislang unbefahrene Pfade zu entdecken, ist seine Leidenschaft.

Philipp lässt die Zuschauer an seinen Visionen hautnah teilhaben. Mit Helmkameras lässt er sie in die Abgründe blicken, die oft nur eine Hand breit neben Felssteigen im Karwendel in gähnende Tiefe führen. Luftaufnahmen mit Drohnen lassen die Betrachter schwerlos über die Höhen des Himalaya schweben. In Zeitlupen erlebt das Publikum packende Momente noch intensiver mit. Nur der Fahrtwind fehlt. Harald Philipps Weg führt von den Hausgipfeln nahe Innsbruck zu vereisten Vulkanen in Sibirien, über Höhen und Tiefen im Himalaya, auf noch nie mit dem Mountainbike befahrene Berge in Nordkorea – und wieder zurück nach Tirol.

Dabei geht es ihm nicht darum, sich als Held des „Schneller, Höher, Weiter“ zu inszenieren. Mit einem Schuss sympathischer Selbstironie berichtet er auch von Fehlschlägen und Sackgassen. So nimmt er Mountainbiker, Bergsportler, Reise- und Naturfans mit auf einen abenteuerlichen und authentischen Trip durch sein Leben, das sich im Grunde gar nicht so sehr von dem seiner Zuschauer unterscheidet.

Wichtig sind Philipp auch seine Weggefährten. Aus einer Ski-Expedition mit seiner Mutter Uta auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka wird der Respekt vor den Gefahren auf einem der aktivsten Vulkane der Welt greifbar. Trial-Weltmeister Tom Öhler begleitet ihn auf den fahrtechnisch anspruchsvollsten Trails der Alpen. Und in Himalaya-Tälern ohne eine einzige Straße zeigen Harald und sein Freund Martin Falkner, dass man mit dem Mountainbike als Kommunikationsmittel auch am Ende der Welt weit kommen kann – ohne fließend Nepali zu sprechen.

Pfad-Finder, das auch als Buch erschien, ist eine Geschichte über die Neugier auf das Unbekannte. Über die Freiheit, seinen Lebensweg selbst zu gestalten – und im Unterwegssein zu finden. „Gerade in unserer bewegten, globalisierten Welt ist es wichtig, ein Zuhause als Ruhepunkt zu haben“, sagt Harald Philipp.

„Doch genauso wichtig ist es, immer wieder aufzubrechen und die ausgetretenen Pfade zu verlassen.“ Es geht ihm darum, Natur und Kulturen zu entdecken, sprichwörtlich zu er-fahren, und nicht zuletzt auch sich selbst. Er erzählt auch davon, wie diese Erfahrungen helfen können, sich selbst immer wieder neu zu entdecken und weiter zu entwickeln.

„Harald Philipp war schon mal 2013 bei uns zu Gast“, erzählt Frank Wetzel von der SGU. Aufgrund des damaligen Erfolgs, den spektakulären Bildern und dem großen Interesse nach einer Wiederholung wurde er von der SGU nochmals engagiert. Schaut man auf seine Terminliste, ist Abtsteinach eingebettet in Veranstaltungsorte  wie Salzburg, Bad Neustadt, Ingolstadt oder Landshut. Dies zeigt, dass der Vortrag überregional auf breites Publikumsinteresse stößt. Wetzel betont, dass er nicht nur für Mountainbike-Fans gedacht ist, sondern auch für Interessierte, die gerne beindruckende Bilder von Gebirgslandschaften sehen.             tom

 

Info: Multimedia-Live-Vortrag „Pfad-Finder“ von Harald Philipp, Freitag, 22. November, um 20 Uhr in der Schulturnhalle Unter-Abtsteinach. Vorverkauf im Diesbachmedien Kartenshop Weinheim und Fürth, Bäckerei Jäger Siedeslbrunn, Hobbythek Stahl Gorxheimertal, Autohaus Rösch Affolterbach, Rathaus Ober-Abtsteinach, SGU-Clubheim Unter-Abtsteinach und online unter http://www.sg-unter-abtsteinach.de/mountainbike-multimediavortag/

Eine Gala für den Chorgesang

Die vierte Überwälder Chorgala steht bevor. Der MGV Sängerbund hat sich dafür einen besonderen Gast eingeladen: den Maulbronner Kammerchor unter der Leitung von Benjamin Hartmann. Er bringt sein A-cappella-Projekt „Ruhe, bitte!“ zu Gehör. Auftreten werden am Sonntag, 13. Oktober, auch die drei MGV-Ensembles: der Männerchor unter Leitung von Hans-Joachim Karl, der Frauenchor mit Dirigentin Anna Stumpf und „Cantante Cintura Kids“ von Katharina Zink. Ort ist um 17 Uhr die katholische Kirche St. Johannes der Täufer Unter-Schönmattenwag. Eintritt frei.

„Wir singen mit dem Männerchor das geistliche Programm, das wir auch zwei Wochen später auf dem Wettbewerb in Bernbach bieten“, nutzt der Chor laut Karl die Möglichkeit, vor Publikum eine Art Generalprobe durchzuführen. „Non Nobis dominae“ einer amerikanischsten Komponistin ist dabei ebenso zu hören wie zwei Strophen aus dem bereits bekannten „Tre Stycken för Manskör“ von Sven-David Sandström.

Von den Frauen wird unter anderem das „Sanctus“ von Andre Kaple vorgetragen. Und natürlich haben auch die Kinder ein paar Ohrwürmer im Gepäck. „Wir wollen alle Chorgattungen präsentieren“, sagt Karl. Erst werden die drei einheimischen Chöre auftreten, danach dann die Maulbronner. Er rechnet mit einer Konzertdauer von 75 Minuten. An den Kammerchor kam der Dirigent durch einen Tipp. „Sonst hätte das nicht geklappt“, weiß er um das begehrte Ensemble.

Das geistliche A-cappella-Programm „Ruhe, bitte!“ des Maulbronner Kammerchors setzt sich mit der Sehnsucht nach Ruhe auseinander und will unserer alltäglichen Hektik, dem allgegenwärtigen Lärm und der Reizüberflutung eine Perspektive der Entschleunigung und Einkehr entgegensetzen. Die klösterliche Tradition eröffnete mit ihrem Rückzug von der weltlichen Geschäftigkeit ihren eigenen Weg zu innerer und äußerer Ruhe, der heutzutage vielleicht nicht ganz zufällig wieder populärer wird.

„In der Stille und in der Ruhe, da spricht Gott in die Seele“, predigte schon Meister Eckhart im 14. Jahrhundert. Vertonungen dieser und anderer Texte bilden den roten Faden durch das Programm, das aber im Schrillen und Lauten bisweilen den Kontrast sucht, um die Ruhe noch intensiver erlebbar zu machen.

In der Musik ist die Pause, also die Stille, nicht minder wertvoll wie der Klang. Der subjektive und emotionale Eindruck der Ruhe ist dabei aber mehr als die bloße Abwesenheit von Geräuschen: eine Geborgenheit, ein Ankommen. Die Sehnsucht nach Ruhe führte Menschen zu sich selbst, in die Natur und nicht zuletzt zu Gott. Unsere Bitte um Ruhe und Frieden artikuliert sich im Konzertprogramm „Ruhe, bitte!“ auf vielfältige Weise mit weltlichen und geistlichen Werken vom 17. bis ins 21. Jahrhundert.

Der Kammerchor wurde 1983 von Jürgen Budday gegründet und bis Sommer 2016 von ihm geleitet. Als Nachfolger wurde der 29-jährige Benjamin Hartmann gewählt, selbst ehemaliges Mitglied des Kammerchors und einst Schüler im evangelischen Seminar. Hier wiederum wirkte Jürgen Budday fast 35 Jahre als Seminarmusiklehrer und künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte.

Beide Institutionen, Seminar und Klosterkonzerte, sind für den semiprofessionellen Maulbronner Kammerchor wichtige Säulen. Die Verbindung zum evangelischen Seminar ist eng und viele der Chorsänger waren oder sind dort Schüler. Das Altersspektrum der singenden Seminaristen reicht heute von 16 bis Anfang 50.

Benjamin Hartmann erhielt eine humanistische und kirchenmusikalische Ausbildung und setzte seine musikalischen Studien in Leipzig, Yale und Stockholm fort. Bereits als 22-Jähriger wurde er zum Leiter des Philharmonischen Jugendchores Leipzig berufen und war während seines Studiums Dirigent des semi-professionellen „Kammarkören Musikaliska“ in Stockholm. Wichtige künstlerische Impulse erhielt er durch Meisterkurse bei renommierten Dirigenten wie Hans-Christoph Rademann, Frieder Bernius, Helmuth Rilling, Grete Pedersen, Daniel Reuss, Simon Halsey und Peter Dijkstra.

2015 gründete Benjamin Hartmann das professionelle Verum Audium Vokalensemble, mit dem er in Schweden und Deutschland regelmäßig Konzertprojekte realisiert. Erste Opernerfahrungen sammelte er als musikalischer Assistent und Dirigent an der Jungen Oper Stuttgart, wo er in der Spielzeit 2017/2018 auch eigene Vorstellungen leitete. Als Gastdirigent erarbeitete er im Oktober 2017 mit dem Landesjugendchor Rheinland-Pfalz ein skandinavisches Programm.

Ein rockiges Oktober-Wochenende

Dem Odenwald steht ein rockiges Wochenende bevor. Zuerst sind die Nord-Metaller von „Mob Rules“ mit ihren Gästen von „Mystic Prophecy“ am Freitag, 11. Oktober, in der Live Music Hall Weiher zu Gast. Am Tag drauf steigt das Rocktoberfest unter anderem mit AC/DC- und Onkelz-Covers. Hochkarätig liest sich am Sonntag, 13. Oktober, die Besetzung von Damian Wilsons Band, der Mitglieder von Within Temptation, Ayreon und Threshold im Gepäck hat.

„Mob Rules“ feiert am Freitag ab 20 Uhr ihr brandneues Live-Album „Beast Over Europe“, das am 13. September erschien. Die Band ist gerade zurück von zwei erfolgreichen Tourneen durch die Metropolen Europas und begeht ihr 25. Jubiläum. Die sechs Mitglieder der Power Metal-Band sind durch ihre lebendige und mitreißende Live-Performance bekannt. Zur Wahnsinnsenergie kommen kraftvolle Songs. Die aktuelle Live-Show bietet geliebte Klassiker und neuen Songs.

Mitgebracht haben sie die Melodic Metaller von „Mystic Prophecy“. Die Band wurde 2000 von Sänger Roberto D. Liapakis (Valley’s Eve) zusammen mit Martin Albrecht (Valley’s Eve, Stormwitch, Rough) gegründet. Kurz darauf kamen Drummer Dennis Ekdahl sowie als wohl bekanntestes Bandmitglied Gitarrist Gus G. hinzu, der die ersten drei LPs mit der Gruppe aufnahm. Später wechselte er zur Band von Ozzy Osbourne und wurde durch dieses Engagement bekannt. Danach gab es zahlreiche Wechsel in der Besetzung. In den Songs sind Elemente des amerikanischen Power Metals sowie auch des klassischen Heavy und Thrash Metals zu erkennen.

Edelweiss mit AC/DC-Covers, Unherz, Serpentin mit Onkelz-Covers und Explizit gestalten am Samstag, 12. Oktober, das „Rocktoberfest“. Los geht es um 20 Uhr. Es gibt aber nicht die üblichen AC/DC-Stücke zu hören. Nicht nur die Idee, die Musik mit eigenen deutschen Texten zu verbinden, auch das bayrische Outfit und der Alpenstyle zeugen vom Einfallsreichtum von Edelweiss. Die Texte sind aus dem täglichen Leben gegriffen. So wird etwa aus dem AC/DC Song „Shoot to thrill“ schnell mal ein „Hax´n grilln“.

Bekannte Rock-Freunde bringt Damian Wilson am Sonntag, 13. Oktober, 20 Uhr, mit nach Weiher. Mit dabei in der Live Music Hall sind an der Gitarre Ruud Jolie (Within Temptation), am Bass Johan van Stratum (Ayreon, Stream Of Passion, Vuur), an den Drums Mike Coolen (Within Temptation) und am Piano Andrew Holdsworth. Wilson arbeitete in den vergangenen Jahren unter anderem mit Headspace, Threshold, Ayreon und Rick Wakemans English Rock Ensemble zusammen, also der Creme de la Creme der Progressive-Rock und -Metal-Szene.

Er ist bereits auf über 70 verschiedenen Albumveröffentlichungen zu hören und ein mehr als gefragter und hochgelobter Rock-Sänger. Genau zu seinem 50. Geburtstag am 11. Oktober, in dessen Rahmen auch die Tour stattfindet, erscheint seine neue EP „Thank You – The Holdsworth Sessions“. Der Engländer veröffentlichte bisher fünf Solo-Alben und ist außerdem mit Adam Wakeman in einem Akustik-Projekt aktiv.

 

 

Info: Das komplette Programm, Details zu den Bands und Anfangszeiten sowie Kartenpreise unter http://www.live-music-hall-weiher.de/events/