Zuschussantrag der SG Unter-Abtsteinach wird noch einmal vertagt

Zuschussantrag der SG Unter-Abtsteinach, dritter Akt. Aber mit Vorhang, so dass es noch eine Fortsetzung im Dezember geben wird. Nachdem die Anfrage des Vereins, für die Kunstrasen-Erneuerung eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde zu erhalten, bereits in der vergangenen Gemeindevertretung-Sitzung vertagt worden war, hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss zwischenzeitlich mehrheitlich für eine Zuwendung von 12.500 Euro ausgesprochen. In der aktuellen GV-Sitzung gab es aber einen neuen CDU-Vorschlag, der noch einmal gründlich überdacht und auch mit dem Verein durchgesprochen werden soll.

Der Kunstrasenplatz der SGU muss im kommenden Jahr erneuert werden. 372.000 Euro wird die Maßnahme nach einer Aufstellung des Vereins kosten. Die SG wandte sich deshalb im Sommer an die Kommune, um eine Förderung nach den Vereinsförderrichtlinien zu erreichen. Die SG listet in ihrem detaillierten Finanzierungsplan eine Deckungslücke von 91.000 Euro auf. Wie Bürgermeisterin Angelika Beckenbach verdeutlichte, hat der Verein während der Pachtzeit (bis 31. März 2030) alle anfallenden Sanierungen und Reparaturen, die durch den Betrieb der Sportanlage und der auf dem Sportgelände befindlichen Nebengebäuden entstehen, auf eigene Kosten durchzuführen.

Neben der SGU spielt ebenso der FC Ober-Abtsteinach auf einem Kunstrasenplatz. Auch der wird in den kommenden Jahren eine Auffrischung brauchen. Damit nicht mit zweierlei Maß gemessen wird, kam man im Ausschuss überein, eine möglichst einheitliche Regelung zu finden, mit der erst einmal den beiden Sportvereinen Rechnung getragen werden kann.

Den Vorschlag über 12.500 Euro machte in der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung Janina Becker (FWV). Sie begründete ihn noch einmal für die Gemeindevertreter. Demnach handelt es sich dabei um eine Summe, die aufgrund der Abschreibungszahlen machbar erscheint, ohne dass die Kommune finanziell zu stark in Schieflage gerät. Die gleichen Gelder würden dann auch dem FCO bei Bedarf zur Verfügung stehen, wenn dieser ebenfalls irgendwann zu Werke gehen müsste. „Dann müssen wir das nicht noch einmal entscheiden.“

Fraktionsvorsitzende Brigitte Wetzel (CDU) erläuterte, dass die Tilgung für das Anspardarlehen aus 2006 noch bis 2026 läuft. Das hatten damals SGU und FCO erhalten. Die Gemeinde zahle zusammen jedes Jahr 15.000 Euro. „Solange das noch läuft, will ich nicht für etwas anderes zusätzlich aufkommen“, sagte sie. Wetzel brachte ins Spiel, dem Verein über die Kommune zu einem günstigen Darlehen zu verhelfen, wie es in anderen Orten schon praktiziert werde. Beide erhielten 2007 schon einmal einen Investitionszuschuss von 140.000 Euro (SGU) und 160.000 Euro (FCO).

Wetzel wies darauf hin, dass ein weiterer Zuschuss ein Risiko für eine Gemeinde darstellt, „die finanziell am Anschlag ist“. Außerdem sah sie 12.500 Euro angesichts der genannten Deckungslücke als „Tropfen auf den heißen Stein“ an. Was ihr aber Widerspruch von FWV und SPD einbrachte. Ein anderer Punkt der Fraktionsvorsitzenden: Man beschließe quasi den gleichen Zuschuss für den FCO gleich mit, ohne zu wissen, ob der überhaupt benötigt werden.

Zwischen Sebastian Prasch (CDU) und Willy Schröder (SPD) entspann sich eine kurze Diskussion darüber, ob denn der Platz noch bespielbar ist oder nicht. Prasch sah den Vorschlag seiner Fraktion als sehr sinnvoll für den Verein und auch für weitere, ähnliche Anliegen an. Von Becker und Schröder kam der Hinweis auf das, was SGU und FCO fürs örtliche Leben leisten. Bei den Fußballanlagen sei „Vorbildliches geschaffen worden“, meinte der SPD-Mann. Irgendwo seien auch die Vereinsmittel begrenzt.

„Wo ziehen wir die Grenze“, warf Konrad Abraham (CDU) ein. Wenn als nächstes der Tennisverein vor der Tür stehe, „bekommt der dann auch 12.500 Euro?“, stellte er in den Raum. Für Fraktionskollegin Julia Jöst geht es nicht darum, „den Verein nicht unterstützen zu wollen“. Sondern die Gemeinde sei finanziell nicht auf Rosen gebettet. Deshalb sollte man auch deren Situation betrachten, forderte sie.

Beckenbach machte den Vorschlag, das Thema noch einmal zu verschieben. Dann könnte man mit den Vereinen und auch fraktionsintern über alles sprechen. Nach einer von Martina Heller (FWV) beantragten Sitzungsunterbrechung folgte das Gremium dem Vorschlag der Bürgermeisterin. Konkret soll jetzt auch mit der SGU der CDU-Vorschlag diskutiert werden, um zu erkennen, „was machbar sein könnte“.

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Finanzielle Schattenseiten der Solardraisine sollen genau beleuchtet werden

Mit wenigen Gegenstimmen verabschiedeten die Gemeindevertreter auf ihrer vergangenen Sitzung den zusätzlichen Finanzbedarf der Solardraisinenbahn. Am ehesten ging es inhaltlich nach ausführlicher Ausschussdiskussion noch um die kommenden Zuschüsse, die sich ab 2018 verdoppeln sollen. Für Abtsteinach bedeutet dies dann 18.000 Euro jährlich. Deshalb wurde auf Vorschlag von Denise Reinhard (FWV) dieser Betrag auch erst einmal auf kommendes Jahr beschränkt. Zwischenzeitlich will man eine nähere Aufstellung erhalten, wie sich die Fehlbeträge zusammensetzen.

Abtsteinach ist zwar „nur“ mit einem Anteil von 4,5 Prozent an der Überwaldbahn gGmbh beteiligt (neben Wald-Michelbach, Mörlenbach und dem Kreis Bergstraße), aber andererseits finanziell auch nicht dermaßen gesegnet, dass die außer der Reihe benötigten Gelder einfach mit links geschultert werden können. Denn in diesem Jahr werden über 30.000 Euro als Liquiditätszuschuss zusätzlich benötigt. „Haushaltstechnisch fast nicht mehr zu vertreten“, heißt es.

Der Geschäftsführer der Überwaldbahn, Holger Kahl, hatte im Haupt- und Finanzausschuss versucht, die Defizite zu begründen und stand auch für Fragen zur Verfügung. Auf die dortigen Abstimmungsergebnisse ging Vorsitzende Karin Oberle im Vorfeld ein. Auf 675.000 Euro beläuft sich 2017 der Finanzierungsbedarf inklusive Liquiditätslücke. Davon müssen bis zum Jahresende sofort 65.000 Euro durch die vier Gesellschafter bereitgestellt werden. Abtsteinachs Anteil hieran beträgt knapp 3000 Euro. Diese Summe stellten die Mandatsträger einstimmig zur Verfügung.

611.000 Euro listete Kahl an Kosten auf, die zur Beseitigung vorhandener Mängel und weiterer Unterhaltungsarbeiten an Strecke und Fahrzeugen anfallen könnten. Diese Gelder sind notwendig, um den ordnungsgemäßen Betrieb in diesem und dem nächsten Jahr zu gewährleisten. Von der Summe muss die Gemeinde 27.500 Euro beisteuern. Unter anderem ist darin der zweite Teil der Arbeiten enthalten, die schon Anfang des Jahres auf Drängen der Aufsichtsbehörde angegangen wurden, damit die Solardraisine 2017 überhaupt rollen konnte.

Sanierungsarbeiten an Tunneln (50.000 Euro) und Brückenbauwerken (fast 160.000 Euro) sind darin ebenso enthalten wie der Freischnitt (20.000 Euro). An Ingenieurleistungen werden 24.000 Euro aufgeführt. 130.000 hat Kahl in seiner Kalkulation eingestellt, damit die Draisinen technisch wie verlangt umgerüstet werden können. Die Neukonzeption des Bergungskonzepts kommt auf 210.000 Euro. Zu diesem Paket gab es bei zwölf Ja-Stimmen ein Nein von Konrad Abraham (CDU).

Wenn man die Planergebnisse des Haushalts 2017 und die vorläufigen Zahlen für 2018 um den Zuschussbedarf reduziert, kommt man auf eine Größe, „der ohne Steuerungsmaßnahmen haushaltstechnisch fast nicht mehr zu vertreten ist“, meinte Bürgermeisterin Angelika Beckenbach. Ihr Wunsch: Die künftigen Folgekosten „müssen wir in den Griff bekommen“. Ähnlich auch Julia Jöst (CDU). Sie wollte der Gesellschafterversammlung mitgeben, dass Alternativen geprüft werden sollen, um in Zukunft einen kostengünstigeren Betrieb zu ermöglichen.

Das Defizit war ein Punkt, dessen Unklarheit auch Denise Reinhard störte. In Kahls Aufstellung war von einem betrieblichen Aufwand in Höhe von 300.000 bis über 600.000 Euro pro Jahr die Rede. Das war ihr zu unkonkret. „Wir wollen eine genauere Aufstellung“, sagte sie. Bei zwei CDU-Stimmen wurde die Zuschussverdoppelung auf 18.000 Euro für 2018 beschlossen.

Beckenbach hatte bereits im Ausschuss die Konsequenzen bei Nichtzustimmung nachgezeichnet. Demnach wären bei einer möglichen Insolvenz einige Fragen zu klären. So etwa die mögliche Rückzahlung von Landesfördermitteln oder gezogener Vorsteuer. Dazu käme der Wegfall des touristischen Nutzens. Alles in Millionenhöhe. Auch entfalle damit die Möglichkeit, die Strecke nach Wegfall der Solardraisinenbindung für den ÖPNV zu nutzen. „Die Draisine ist für die ganze Region unstrittig eine Bereicherung“, hob sie hervor.

Etliche Themen wurden beim „Runden Tisch Flüchtlinge“ in Wald-Michelbach angesprochen

Es ist einige Zeit seit dem letzten „Runden Tisch Flüchtlinge“ vergangen. Das machte sich an den zahlreichen Detailfragen bemerkbar, die den Helfern, Paten, Interessierten, aber auch Flüchtlingen auf dem Herzen lagen und manchmal stark in Einzelheiten abdrifteten. Die Wohnungssituation, Autokauf, Führerschein und Sprachkurse standen im Mittelpunkt des Treffens im Rathaus-Sitzungssaal. Die Moderation lag in den Händen von Bürgermeister Sascha Weber.

Auf dem Podium hatte eine kompetente Damenregie mit einem Quotenmann Platz genommen. Das Jobcenter Odenwald in Mörlenbach war vertreten durch seine Leiterin Sabine Linnert und Mitarbeiter Peter Wagner. Martina Seeger war von „Navi Bergstraße“ dabei, das über ESF-Mittel finanziert wird und dem Jobcenter angeschlossen ist. Vom Kreis Bergstraße war die Leiterin des Ausländer- und Migrationsamtes, Susan Masserat, vor Ort.

Darja Janus vom Team Flüchtlinge und Aussiedler im Landratsamt stand ebenso für Rückfragen zur Verfügung wie Christine Engesser von der Wald-Michelbacher AWO. Sarah Dickmeis vom Jugendmigrationsdienst Orbishöhe, im örtlichen Jugendtreff aktiv, und die lokale Flüchtlingskoordinatorin Gabi Michel-Mieslinger, waren weiterhin dabei.

Weber hatte eine Information parat, die von vielen sehnlichst erwartet worden war. Demnach soll es ab Januar weitere Kindergartenplätze für bereits angemeldete Kinder geben. Die Eltern würden frühzeitig angeschrieben. In der Vergangenheit war das Fehlen immer wieder ein Hemmschuh für Mütter aus Flüchtlingsfamilien gewesen, die Deutschkurse besuchen zu können.

Fürs Begegnungscafé überlegt man, attraktive Anreize zum Besuch zu schaffen. Denn nach den Beobachtungen der Organisatorinnen nimmt die Frequenz der Einheimischen ab, während seitens der Flüchtlinge immer die gleichen Familien dabei sein. Hier gehen die Vorschläge in Richtung Themencafés oder der Selbstpräsentation von Vereinen und Organisationen. Das soll im neuen Jahr angegangen werden. Die letzte „reguläre“ Veranstaltung in diesem Jahr findet am Samstag, 25. November, ab 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus statt.

Ab dem kommenden Frühjahr soll es eine Fahrradwerkstatt geben. Diese wird in den ehemaligen Feuerwehr-Räumlichkeiten in der Pestalozzistraße angesiedelt. Dort sind bereits AWO und Flüchtlingsinitiative untergebracht. Verantwortlich ist Kfz-Meister Rüdiger Mieslinger (Kontakt unten). Die Finanzierung geschieht über eine Spende der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung aus dem Programm „500 Landinitiativen“. Für 9300 Euro werden Werkzeug, Einrichtung und Verbrauchsgegenstände angeschafft.

Das Motto lautet wie immer „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Flüchtlinge sollen lernen, wie sie ihren Drahtesel selbst wieder herrichten können. Auch soll ihre Mobilität gesteigert werden, da gerade auf dem Land der ÖPNV nicht so dicht getaktet ist. Oder eben die Haltestellen mit dem Fahrrad besser erreicht werden können. Handwerklich begabte und interessierte Mitstreiter auf ehrenamtlicher Basis sind gerne gesehen. Fahrräder jeder Art werden erst ab Januar angenommen.

„Wald-Michelbach hilft“ wird wieder am diesjährigen Weihnachtsmarkt teilnehmen. Diesmal soll aus den Erfahrungswerten der vergangenen Jahre heraus der Schwerpunkt auf herzhaften, warmen Speisen liegen. So gibt es Suppe aus Afghanistan, Falafel aus Syrien, Linsensalat, gefüllte Teigtaschen oder Baklawa.

Ein Dauerbrenner ist die Wohnungssituation. Nach wie vor ist es für Flüchtlinge, die aufgrund ihrer Anerkennung oder Duldung aus der Sammelunterkunft ausziehen können, schwierig, eine Wohnung zu finden. Dabei haben Vermieter bisher durchweg positive Erfahrungen gemacht, hebt Gabi Michel-Mieslinger hervor. Sie weiß von einer älteren Dame, die am Anfang skeptisch war, aber jetzt in der Familie total integriert ist. „Die deutsche Oma wird überall hin mitgenommen“, sagt sie. Deshalb appelliert die Koordinatorin an potenzielle Vermieter, sich einen Ruck zu geben. Sie spricht von einer „Win-win-Situation“.

Auf die verschiedenen Sprachkurse ging Christine Engesser ein. Von anfangs sieben gebe es jetzt noch zwei. Was auch „gut so ist“, da es ehrenamtlich nur eine Übergangslösung sein sollte. Sie zeichnete die diversen Möglichkeiten nach. Wichtig sei es, dass Mütter mit kleinen Kindern die Chance bekommen, in Wald-Michelbach Deutsch zu lernen. Denn diese seien nicht besonders mobil.

Angesprochen wurde in der Runde die unbefriedigende Situation für afghanische Flüchtlinge. Diese lebten in der Schwebe, weil die Entscheidungen über ihren Status oftmals unterschiedlich seien. Hier werde die große Politik „auf dem Rücken der Menschen“ ausgetragen, so die Klage. Über ihre Beratungsmöglichkeiten unterhalb der „offiziellen“ Ebene Jobcenter informierte Martina Seeger, die auch in Wald-Michelbach Sprechstunden anbietet. Ausführlich diskutiert wurde danach das Thema Führerschein und Autokauf durch Flüchtlinge, wozu Sabine Linnert Auskunft gab.

Kontakt: Gabi Michel-Mieslinger, Telefon 06207-9499220 oder E-Mail waldmichelbachhilft@web.de

Die drei MGV-Chöre freuen sich riesig auf den Auftritt bei der Überwälder Chorgala in Unter-Schönmattenwag

. Ein Highlight im Jahreskalender des MGV Sängerbund steht an: Die dritte Überwälder Chorgala findet am Samstag, 18. November, um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche „St. Johannes der Täufer“ Unter-Schönmattenwag statt. Es gibt ab 18 Uhr noch einige Restkarten an der Abendkasse. Die Besucher erwartet ein Gesangserlebnis der besonderen Art. Denn neben den drei MGV-Chören ist mit der „Vocapella Limburg“ unter der Leitung von Tristan Meister ein international renommiertes Ensemble höchster Güte zu Gast.

Männer- und Frauenchor des MGV hatten in den vergangenen Wochen Sonderproben, um sich besonders auf den Höhepunkt zum Sänger-Jahresabschluss einzustimmen. „Die Chöre sind sehr gut vorbereitet“, schmunzelt MGV-Vorsitzender Christian Jöst. Der Männerchor mit seinem Leiter Hans-Joachim Karl freut sich auf eine Uraufführung, auf die er eifrig hingearbeitet hat. Denn ihm ist es gelungen, den renommierten lettischen Komponisten Eriks Esenwald dazu zu bewegen, für die dritte Überwälder Chorgala ein Männerchorwerk zu komponieren.

Auf den lateinischen Text „O Salutaris Hostia“ wird eine neue Komposition aufgeführt. Die steht im Anschluss im Verlag Peters Frankfurt auch anderen Chören zur Verfügung. Der Männerchor sieht sich als ambitionierter Laienchor, der regelmäßig an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnimmt. Die Erfolge bestätigen den besonderen Einsatz. Klassensiege und Tageshöchstwertungen sind der Lohn des großen Zusammenhaltes, zuletzt im Mai beim Internationalen Chorfestival in Lindenholzhausen. Dirigent HaJo Karl versteht es immer wieder aufs Neue, die Sänger besonders zu motivieren. Durch die Vielfalt aus moderner und traditioneller Chorliteratur sind Männer von 19 bis 80 Jahren im Chor vertreten.

Der Frauenchor mit seiner neuen Leiterin Anna Stumpf ist nach der Feuertaufe anlässlich des Gratulationssingens bei den Sängerbund-Frauen Ober-Flockenbach zu deren 25. Jubiläum ebenfalls ganz heiß darauf, sein Können vor großem Publikum zu präsentieren. Die Frauen können kommendes Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Der mit 24 Sängerinnen eher kleine Chor mit einer Altersstruktur von 15 bis 70 Jahren hat sich neben den Männern längst etabliert und kann auf einige Erfolge zurückschauen. Mit großer Motivation erarbeiten sich die Frauen ein breitgefächertes Repertoire an Chorliteratur auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch und Latein.

Der Kinderchor, die „Cantante Cintura Kids“, freut sich riesig auf seinen Auftritt mit der musikalischen Leiterin Katharina Zink. Der Chor wurde im April 2014 neu gegründet. Mittlerweile singen 20 Kinder mit. Seit April 2016 steht er unter der Leitung von Zink, der es mit viel Einfühlungsvermögen gelingt, den Kids traditionelles Liedgut, aber auch moderne Songs näherzubringen. Die Kinder sind mit viel Spaß und Enthusiasmus bei der Sache und konnten sich in der Vergangenheit schon bei mehreren Auftritten präsentieren.

Vocapella Limburg unter der Leitung von Tristan Meister, der Sieger des Deutschen Chorwettbewerbs in Weimar, bringt ein tolles Programm mit. Das 2007 gegründete Ensemble besteht aus jungen Männern aus der Region Limburg, die ihre gemeinsamen musikalischen Wurzeln bei den Limburger Domsingknaben haben und sich unter der Leitung von Meister dem anspruchsvollen Männerchorgesang widmen. Der Chor hat sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und wird regelmäßig zu Auftritten im In- und Ausland eingeladen. Konzertreisen führten die Sänger bereits nach Brasilien, Argentinien, Paraguay, Ungarn, Belgien, Bulgarien und durch ganz Deutschland. Er brillierte bei etlichen internationalen Chorfestivals.

Aktuell beschäftigt sich das Ensemble mit der Gesamteinspielung aller a-cappella-Männerchorwerke von Max Reger anlässlich seines 100. Todestags. Die erste der zwei CDs umfassenden Arbeit ist Ende 2016 erschienen. Das Repertoire des Chors umfasst geistliche und weltliche Männerchorliteratur aller Epochen und erstreckt sich von Werken aus der Renaissance bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Vertonungen.

Info: Vorverkaufskarten gibt es zu 14 Euro bei der Sparkasse Starkenburg in Wald-Michelbach sowie Bäckerei Beutel und Metzgerei Dingeldein in Unter-Schönmattenwag oder telefonisch unter 06207/1694. An der Abendkasse kosten die Karten 16 Euro. Die „Cantante Cintura Kids“ (Kinderchor) proben freitags von 17.30 bis 18.15 Uhr, der Frauenchor danach von 18.30 bis 20 Uhr, der Männerchor ebenfalls von 18.30 bis 20 und jeden ersten Freitag im Monat von 20.30 bis 22 Uhr. Bei der Sängerbundfamilie sind alle Altersstrukturen vertreten.

Innovative und pfiffige Gründerideen gewürdigt: Sechs Preisverleihungen beim achten Gründerwettbewerb Bergstraße-Odenwald in Wald-Michelbach

Es waren wieder zahlreiche innovative und pfiffige Ideen, unter denen die Jury auszuwählen hatte: Beim Gründerwettbewerb Bergstraße-Odenwald, der inzwischen zum achten Mal stattfand, wurden in der Mensa der Eugen-Bachmann-Schule jetzt die Auszeichnungen an sechs Preisträger übergeben: drei aus den Odenwaldkreis und drei aus dem Kreis Bergstraße. Beide Landkreise arbeiten im Rahmen der Gründungsoffensive zusammen, um Gründer und Gründungswillige zu ermutigen, ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Mit dem Gründerwettbewerb sollen die Selbständigen nicht nur Preise, sondern auch jede Menge Aufmerksamkeit und wichtige Kontakte erhalten. Wie breit die Palette ist, zeigte sich nicht nur an den Preisträgern selbst. Vom Kulinarischen übers Handwerk bis hin zu Freizeitaktivitäten mit pädagogischem Background reichten die Ideen, mit denen sich die Existenzgründer durchsetzten.

Aus dem Herzen des Odenwalds kommt Bernd Ginader, nicht nur ein begnadeter Laienschauspieler im Team mit Hans Dörsam als „Hannes und der Ourewäller Landrat“, sondern auch ein fabelhafter Kuchenbäcker, der mit seiner „Ourewäller Kuchestubb“ in Mörlenbach bereits für Schlagzeilen sorgte. Er wurde wie die beiden anderen Preisträger aus dem Kreis Bergstraße, Bärbel Jakob aus Bürstadt und David Falk Schneider aus Heppenheim, durch Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße, und Marius Schabe von der OREG Regionalgesellschaft in Erbach vorgestellt.

Den Abend hatte Wald-Michelbachs Bürgermeister Dr. Sascha Weber eröffnet. Der freute sich, dass die Preisübergabe nach 2015 wieder in der Überwald-Gemeinde stattfand. Er würdigte die „hervorragende Einrichtung“ Gründungsoffensive. Gerade in der Region „liegt uns das Thema sehr am Herzen“, betonte er. Die in Wald-Michelbach angesiedelte Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ) habe seit Bestehen bereits 300 Beratungen durchgeführt, wovon etwa 30 Prozent in erfolgreichen Gründungen mündeten.

Der Odenwald muss laut Weber Schwerpunkt weiterer Gründungen sein. Denn hier gebe es viele Pendler zu Arbeitsplätzen in den Ballungsräumen, die wiederum mit der schlechten Verkehrs-Infrastruktur zu kämpfen hätten. Je mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum entstehen, desto besser. Moderator Ralf Siegelmann führt danach durch den Abend. Der wurde mit einer Talkrunde fortgesetzt, bei der die beiden Landräte Christian Engelhardt (Bergstraße) und Frank Matiaske (Odenwaldkreis) sowie Axel Henkel vom hessischen Wirtschaftsministerium auf das Thema eingingen.

Engelhardt lobte die „herausragenden Gründerpersönlichkeiten mit einer unternehmerischen Vision“. Matiaske wies auf die Überschaubarkeit des Odenwaldkreises als „Riesen-Vorteil“ hin. Denn: „Die Akteure kennen sich.“ Von Weltfirmen wie Pirelli bis hin zu Nischenunternehmen finde man hier alles. Außerdem stimme auch die Infrastruktur. Man sei derzeit dabei, ein leistungsfähiges Internet in den Odenwald zu bringen, so Matiaske. Was im Kreis Bergstraße ebenso großes Thema ist.

Der Bergsträßer Landrat hob die hohe Lebensqualität in der Region heraus. „Gute Köpfe können hier sehr gut leben“, so Engelhardt. Als einziger Landkreis biete man eine öffentliche Förderung von WLAN-Hotspots an, sagte er. Daneben ermöglichten „hervorragende Bildungsstätten“ dem Nachwuchs eine sehr gute Ausbildung. Matiaske wies darauf hin, „dass die Wirtschaftsförderung breit aufgestellt ist“ und nicht auf bestimmte Nischen fokussiert sei. Die beiden Landräte betonten, dass die Kreise in punkto Unternehmensgründung stark vorangekommen sind. „Eins und eins ergibt nicht nur zwei“, sondern ein höheres Ergebnis, so der Tenor.

Henkel nannte die Gründung von Unternehmen einen „wichtigen Motor für die Wirtschaft“. Die große Aufgabe der Politik bestehe darin, den Unternehmensbestand zu sichern, sagte er. Er wies auf die Nachfolgethematik hin. Die Hälfte der Betriebe werde von Personen ab 55 Jahren aufwärts geführt. Es gebe in Hessen eine Drei-Säulen-Begleitung für Gründer, so der Ministeriale: die gemeinsame Vorab-Beratung mit dem Bund, die finanzielle Förderung durch Darlehen und die Landes-Bürgschaften inklusive Beteiligungen. Das alles sei „technologie- und branchenneutral“ angelegt.

2017 wurden 27 Wettbewerbsbeiträge der Jury präsentiert, erläuterte Zürker. Für ihn ist deshalb der Gründerwettbewerb „ein Erfolgsprojekt“, das jedes Jahr sehr gut angenommen werde. Die Gewinner erhalten Preise von insgesamt 10.000 Euro für ihre erfolgversprechenden Gründungsvorhaben, ergänzte Schwabe. In Wald-Michelbach kamen mehr als 100 Unternehmer, Politiker und Persönlichkeiten aus der Wirtschaft mit den erfolgreichen Gründern zusammen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Jana Johann und Rüdiger Klein.

Bernd Ginader ist Bäckermeister und war bereits lange Jahre mit einem eigenen Betrieb im Mörlenbacher Ortsteil Bonsweiher selbständig, ehe ihn eine Mehlstauballergie zur Aufgabe zwang. Der damalige Innungsvorsitzende verlor aber nie den Bezug zum Bäckerhandwerk. So war er im Bereich Vertrieb des Bäckerhandwerks beruflich unterwegs. Auch seine Tochter stieg in das Back-Business durch die Ausbildung zur Bäckerei-Fachverkäuferin und die nachfolgende Qualifizierung zur „Betriebwirtin des Handwerks“ ein.

Durch einen Unfall und die nachfolgende lange Krankheitsphase verlor Bernd Ginader seinen Job. Im ersten Moment ein großer Schock für ihn, stellte sich die Kündigung dann doch als glückliche Fügung dar. Beim Gespräch mit einem Bekannten entstand die Idee, auf dem Gelände eines Seniorenzentrums in Mörlenbach ein Café zu eröffnen. Die passte genau in die Zeit. Ginader machte sich an die Planung. Torten backen, das geht trotz Mehlstauballergie hervorragend. Mit vielen Familienrezepten in der Tasche und einem hochwertigen Containersystem für die Gastronomie legte der damals 54-Jährige im April 2016 an besagtem Standort los.

Ein Name für das Café war auch schnell gefunden, schließlich ist er als Teil des Duos „Hannes und der Landrat“ auch als Comedian in der Region für Mundart-Theater bekannt. Es sollte die „Ourewäller Kuchestubb“ heißen. Vor allem traditionelle Kuchenrezepte aus dem Odenwald sollten eine große Rolle spielen. Das Café entwickelte sich schnell sehr positiv und die dort angebotene Qualität sprach sich herum. Nicht zuletzt auch durch die ständige Facebook-Präsenz, der Bernd Ginader viel Aufmerksamkeit schenkt und seine Kunden ständig mit Infos zu seinen neuen Kreationen versorgt.

Mittlerweile im zweiten Jahr der Selbständigkeit, hat Bernd Ginader bereits die nächste Wachstumsstufe genommen. Die alte Backstube am Wohnort in Mörlenbach-Bonsweiher wird reaktiviert und als Kuchenmanufaktur wiederbelebt. Bald soll der nächste große Schritt kommen. Sobald der nächste Bau im Seniorenzentrum fertig sein wird, will er vom Container dort in ein festes Café einziehen. Bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen. Ginader will diese nutzen. Unter anderem beschäftigt er sich mit 3D-Druckverfahren für Lebensmittel und ist damit einer der Ersten, der diese personalisierten Lebensmittel anbieten wird.

Weitere Infos unter http://www.kuchestubb.de/

 

Preisträger Gründerwettbewerb Bergstraße-Odenwald

Kreis Bergstraße

Hauptpreis für Bärbel Jakob mit dem Gründungsvorhaben „Nibelungenhort“ in Bürstadt, einer Freizeiteinrichtung mit Rollenspiel- und pädagogischen Angeboten.

Preisträger „Gründung im Handwerk“, gesponsert durch die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main: David Falk Schneider aus Heppenheim mit seinem Parkettlegerbetrieb, einer von deutschlandweit nur 100 geprüften Restauratoren in diesem Bereich.

Sonderpreis „Junge Unternehmen im Wachstum“, gesponsert durch das Wald-Michelbacher Unternehmen B+S Haushaltswaren: Bernd Ginader als Mörlenbach mit seiner „Ourewäller Kuchestubb“. Dieser arbeitet mit einem 3D-Druckverfahren für Lebensmittel, mit dem sich lebensechte Miniaturfiguren auf die Torte zaubern lassen.

Odenwaldkreis

Kategorie „Klassische Gründungen und Unternehmensnachfolge“: Übernahme der Schreinerei Bellut in Airlenbach durch Moritz Schumacher. Dieser machte bereits mit 23 Jahren als Jahrgangsbester seinen Meistertitel im Schreinerhandwerk. Bisher schon Mitinhaber, soll Schumacher 2019 den Betrieb ganz übernehmen.

Kategorie „Sonderpreis im Handwerk“: AllWin Elektrotechnik Sergej Winschel, Erbach

Kategorie „Sonderpreis Junge Unternehmen im Wachstum“: Karo Kunststoffzerspanung Kai Frindt Michelstadt

 

 

 

 

 

Feuerwehr, Kindergarten und Grundschule laden am 2. Dezember zum Weihnachtsmarkt auf dem Festplatz Unter-Schönmattenwag ein

Wie in den Jahren zuvor wird der Reigen der Weihnachtsmärkte in der Großgemeinde Wald-Michelbach am Samstag, 2. Dezember, mit dem auf dem Festplatz im Alten Weg eröffnet. Zur sechsten Auflage lädt die fusionierte Feuerwehr Schönmattenwag in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und der Grundschule Schimmeldewog ein.

Seit der Premiere 2015 agieren die beiden Feuerwehrvereine aus „Ober“ und „Unter“ gemeinsam bei dieser Veranstaltung. Um 15 Uhr geht es im Alten Weg los – mit offenem Ende. Auf die Besucher wartet wieder eine heimelige, besondere Atmosphäre, zu der der schön geschmückte Weihnachtsbaum und die diverse Schwedenfeuer ihren Teil beitragen.

Der Förderverein der Grundschule wird dabei sein und Plätzchen, Gebasteltes sowie Marmelade und selbstgemachte Kräutersalze verkaufen. Auch der Kindergarten hat an seinem Stand verschiedene selbst gebastelte Dinge im Angebot. Dazu kommen verschiedene Stände von Privatpersonen aus dem Ort mit Gehäkeltem, Gestricktem, Holzarbeiten, Gebasteltem und Adventskränzen.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Von Waffeln bis hin zur Bratwurst ist alles dabei. Die Feuerwehr bietet neben Glühwein und Kinderpunsch auch die „regulären“ kalten und warmen Getränke an. Außerdem sorgen die Wehrleute fürs Essen: Außer Steak und Wurst gibt es auch Lachsbrötchen und Kartoffelchips. Der große Weihnachtsbaum, vor Ort direkt im Schimmeldewäer Wald gefällt und auf den Platz transportiert, wird von den Floriansjüngern gestellt und geschmückt. Die Jugendfeuerwehr wird ebenfalls dabei sein, die Fackeln „betreuen“ und beim Verkauf helfen.

Yvonne Ballmann bietet wieder Adventskränze an. Es wird daneben wie im vergangenen Jahr gebrannte Mandeln bei Oliver und Tatjana Jöst geben. Peter Sauer ist aufs Neue mit seinen verschiedenen Holzarbeiten dabei. Der Kindergarten hat neben Waffeln und heißer Schokolade auch Gebasteltes im Angebot. Dorothee Rüdiger ist mit ihren Häkelarbeiten vor Ort. Für die musikalische Umrahmung ist gesorgt.

„Gefühlt hatten wir auf jeden Fall mehr Besucher als in den vergangenen Jahren“, meinte Ralf Scheib, der Vorsitzende des Unter-Schönmattenwager Feuerwehrvereins, nach der Veranstaltung 2016. Zum fünften Mal hatten die Floriansjünger aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil vergangenes Jahr die Bevölkerung eingeladen. Die etwas milderen Temperaturen führten dazu, dass die Gäste länger verweilten und der Bierabsatz höher war.

Wenn auch vor allem Einheimische auf den Alten Festplatz drängten, so beobachtete Scheib dieses Mal doch auch ein paar „Heimgekehrte“, die zwar früher weggezogen waren, aber für den Weihnachtsmarkt wieder zurück in die alte Heimat kamen. „Wir haben jedes Jahr ein bisschen mehr Waren bestellt“, schlug sich laut Scheib der Andrang positiv auf den Verkauf nieder. Auch sein Kollege aus dem oberen Ortsteil, Feuerwehrvereins-Vorsitzender Jürgen Walter, zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden.

Dass nun im dritten Jahr die beiden Feuerwehrvereine die Ausrichtung gemeinsam stemmen, macht laut Scheib die Organisation einfacher. Denn es stehen so mehr Helfer zur Verfügung. Für die Hilfe aus dem oberen Ortsteil revanchieren sich die Brandschützer aus „Unter“ dann beim dortigen Pfingstfest.

Mit fetzigen Songs gegen Kälte und Regen: Thousand Years Later bei der Aschbacher Straßenfastnacht

Nach dem Wald-Michelbacher Rathaussturm der „Hussmouge“ wurde groß weiter gefeiert. Wegen Kälte und Regen verlegte man die Straßenfastnacht kurzerhand in die Aschbacher Mehrzweckhalle. Eine sehr gute Entscheidung. Die Fastnachter waren mehr als zufrieden mit dem Abend. Ab 18.11 Uhr sorgte bis Mitternacht die Band „Thousand Years Later“ mit Mitgliedern aus Aschbach, Schönmattenwag und Abtsteinach wie schon in den Vorjahren durch ihr abwechslungsreiches Programm für mächtig Stimmung und Hitze. Das war auch bitter nötig, denn das Wetter auf dem Hinweg ging durch Mark und Bein.

Timo Walter, Tobias Walter, Sven Dörsam, Benedikt Breitwieser, Benedikt Staat und Katharina Zink sowie Janina Becker aus Unter-Abtsteinach (Keyboards) spielten aktuelle Hits aus Rock und Pop, dazu Schlager und echte Klassiker. So gab’s Songs von den Ärzten, Westernhagen, Journey, Melissa Etheridge, Bon Jovi, Lady Gaga, Prince, Abba, Tina Turner, Robbie Williams, Kings of Leon und anderen zu hören.

Knapp 60 Songs umfasste an dem Abend die TYL-Setliste, das Repertoire hat noch viel mehr Songs in petto. Während des ersten Sets füllte sich die Halle langsam aber sicher immer mehr. Nach und nach, eine Stunde nach Beginn, sammelten sich die Zuschauer an den Stehtischen vor der Bühne. Während des zweiten Sets wurde es merklich voller, der Stimmungspegel ging in die Höhe. In bekannter Qualität und bewährter Manier brachten die sieben Musiker ihre Songs rockig-fetzig rüber, egal ob das Original schon so angelegt war.

Mit Sven Dörsams Gitarrenriffs wurde so aus manchem deutschen Schlager schnell mal ein Abgeh-Song, dem man den Ursprung kaum noch anmerkte. „Verdamm ich lieb dich“ oder „Waterloo“ gewannen dabei eine ganz neue Qualität. Mit lässigen Posen und guten Sound ging der Gitarrist zu Werke und machte aus so mancher Schmonzette ein hörenswertes Lied. Dass ihm die Riffs dabei gut aus den Fingern flossen, trug zum guten musikalischen Gesamteindruck bei.

Gesanglich spielten sich Timo Walter und Katharina Zink die Bälle zu. Nach der Pause gab’s dann ein zuerst wenig Kontrastprogramm, nachdem im ersten Set ein paar rockige Songs dabei waren. Danach schlug aber die Stunde des Schlagers. „Tür an Tür mit Alice“ oder „Barfuß im Regen“ knallten durch die Menge. „Ham kummst“ oder „Türlich türlich“ waren ebenfalls einige Songs aus der Schublade „Schon oft gehört und immer wieder gut“.

Zu der Coverband aus dem Überwald gehören auch noch Tobias Walter (Gesang), Benedikt Breitwieser (Bass) und Benedikt Staat (Drums). „99 Luftballon“ von Nena, „Major Tom“ von Peter Schilling oder „Ein Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews durften nicht fehlen. „Bed of Roses“ von Bon Jovi, „I love Rock’n’Roll“ von Joan Jett oder „Purple Rain“ von Prince standen für die etwas härtere Gangart des Programms, das bis nach Mitternacht für gute Laune sorgte.

Eingeleitet wurde jeder Set mit dem Narrhalla-Marsch. Zum Schluss hin ging’s weit zurück in die „Neue Deutsche Welle“. Peter Schillings „Major Tom“, der „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang, aber auch „Über sieben Brücken“, bekannt geworden durch Peter Maffay, sorgten für gewaltige Stimmung unter den Besuchern. Ganz zum Ende hin packte die Band dann nochmal ihre rockige Seite aus: Tina Turner „Simply the best“ läutete das Finale ein, das mit „Angels“ abgeschlossen wurde.