Tolle Vorarbeit führte zu wunderbarem Ergebnis

„Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Ende wunderbar“, schmunzelt Wehrführer Tobias Walter. Die Feuerwehr Schönmattenwag ist im fünften Jahres ihres gemeinsamen Wirkens bereits beim „Wunderbar“ angekommen. Wäre das öffentliche Leben nicht durch Corona lahmgelegt, würde man im Ortsteil dieses Jahr sogar das 125. Jubiläum feiern. So aber wird es 2022 nachgeholt.

Fünf Jahre liegt praktisch auf den Tag genau die Zusammenlegung der beiden Ortsteilfeuerwehren Ober- und Unter-Schönmattenwag zurück – und so lange ist Walter auch Wehrführer. Die Anfänge waren „durchaus chaotisch und eine Herausforderung“, meint er rückblickend. Denn es galt, bei allen Veränderungen und Maßnahmen den Überblick zu behalten. Jedoch ist er mit dem Blick zurück überzeugt, „dass es der richtige Schritt war“.

Für Walter ist die offene Kommunikation und Information aller Beteiligten im Vorfeld ein maßgeblicher Erfolgsfaktor. Beruhend auf „toller Vorarbeit“ der vorherigen Wehrführer wurden die Weichen für dieses Projekt aber schon Jahre zuvor gelegt, erläutert er. Ohne diese „wäre es nicht so reibungslos verlaufen“. Damit konnte man 2015 bei der finalen Entscheidung bereits auf einem soliden Grundstock aufbauen. Dies trug seinen Worten zufolge „viel zum Gelingen bei“.

Der Wehrführer zeigt sich begeistert von der Motivation und Flexibilität der Kameraden. „Auch sehr viel Verzicht und Nachsicht war nötig“, weiß er. Gerade in den chaotischen Phasen, „in denen mir selbst oft die Haare zu Berge standen“, war der Rückhalt da, ist er dankbar. Unzählige, teils emotionale, Diskussionen und Besprechungen in allen Abteilungen haben laut Walter das geformt, „was wir heute erreicht haben“: eine schlagkräftige, einsatzbereite Ortsteilfeuerwehr.

Wie fruchtbar gute Zusammenarbeit ist, „stellt hoffentlich für Schönmattenwag auch in anderen, kulturellen Bereichen einen Ansporn da“, hofft Walter. Das ist einer seiner Wünsche neben der Feuerwehrarbeit. „Ich möchte alle dazu ermutigen, noch enger zusammenzurücken.“ Das stärkt ungemein und gibt Sicherheit für die Zukunft. „Sehr viele tolle Schimmeldewäer Veranstaltungen sind durch gute Zusammenarbeit entstanden“, sagt er – unter anderem die 1000-Jahr-Feier.

Der Wehrführer sieht für die Zukunft noch einige Fragen, weitere anstehende Maßnahmen und Projekte sowie Herausforderungen. Durch den Anbau am Haus des Gastes kann die Gemeinde nun auch die erforderlichen Auflagen für das Gerätehaus ihrer Feuerwehr erfüllen, freut er sich. Außerdem wird dort der erforderliche Schlauchservice für die Gemeindewehr untergebracht.

Bürgermeister Dr. Sascha Weber sieht den freiwilligen Zusammenschluss „als Musterbeispiel gesellschaftlicher Zusammenarbeit“. Dies umso mehr vor dem Hintergrund, dass sich neben den kommunalen Institutionen Feuerwehren auch die beiden Vereine zusammenschlossen. Die lange und gut Vorbereitung ist seiner Meinung nach für die Akzeptanz „die dringend notwendige Voraussetzung für ein solches Vorhaben“.

Es gab eigentlich nur Gewinner, stellt Weber fest. Durch die Bündelung von Kräften entstand „eine gestärkte Feuerwehr Schönmattenwag“, die in der Zwischenzeit auch ein neues modernes Fahrzeug in Empfang nahm. Das LF 10 KatS sowie und eine personell starke und gut ausgebildete Mannschaft bilden „einen gewichtigen Bestandteil in der Gesamtstruktur der Gemeinde-Feuerwehren“, lobt der der Rathauschef.

Nach Fertigstellung der Um- und Anbauarbeiten am Haus des Gastes gibt es zeitgemäße räumliche Voraussetzungen, erläutert er. Die Eigenleistung der Feuerwehrleute stellte Weber lobend heraus. „Die Einwohnerschaft von Ober- und Unter-Schönmattenwag kann sicher sein, dass der Brandschutz in ihren Ortsteilen durch eine schlagkräftige Feuerwehr sichergestellt ist“, betont der Bürgermeister. Er sieht den gemeinsamen Feuerwehrverein als eine wichtige Konstante im gesellschaftlichen Gefüge.

Eins plus eins ergibt manchmal mehr als nur zwei, hebt Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani hervor. Die beiden Einsatzabteilungen vollzogen nach mehrjähriger „Verlobungszeit“ und Zusammenleben in „wilder Ehe“ vor fünf Jahren die Fusion, lacht er. Die wurde von den Kameraden konstruktiv aufgenommen, vorbereitet und letztendlich umgesetzt. „Sie haben damit eine Feuerwehr geschaffen, die weit mehr ist, als die beiden einzelnen jemals waren oder hätten werden können“, so der GBI. Nur durch diese Vereinigung war es möglich, die Truppe auch mit zeitgemäßem Gerät auszustatten und die Weichen dafür zu stellen, sie auch in Bälde angemessen unterzubringen, erklärt Capuani.