„Hussmouge“ sagen Sitzungen ab

„Es ist brutal“, verdeutlicht Sitzungspräsident Thomas Sattler, dass den Aschbacher „Hussmouge“ ihre Entscheidung nicht leicht fiel: Die vier Saal-Prunksitzungen im kommenden Jahr wurden wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „2021 müssen wir ‚ne Pause machen, 2022 lassen wir es dann richtig krachen“, geben die Fastnachter jetzt als Parole aus. Über die Durchführung von Straßenfastnacht und Rathaussturm im November wird noch beraten.

„Die Kindergruppen hätten schon geprobt“, macht Sattler klar, dass eine Entscheidung her musste. Denn hinter den vier Sitzungen der Aschbacher Narren steht ein riesiger Rattenschwanz an Vorbereitung. Doch angesichts der Unsicherheiten konnte man nicht in die Planung gehen. Andere Vereine mit weniger Aufwand könnten sich mehr Zeit bei der Entscheidung lassen, weiß der Sitzungspräsident. In Aschbach stehen aber jedes Mal um dies 120 Aktive auf der Bühne. Deshalb war man in Termindruck.

„Wir haben lange überlegt“, erzählt Sattler. Es gab am Montag noch eine Videokonferenz der Fastnachtsvereine mit dem Landrat, „aber wir waren vorher schon zu 99,5 Prozent entschlossen abzusagen“, ergänzt Vorsitzender Horst Gramlich. Unter den jetzigen Bedingungen mit den nötigen Hygienekonzepten wäre die Saalfastnacht nicht durchführbar – und auch die anstehenden Proben wären schwierig geworden.

In der Videoschalte der Kreis-Narren wurden Ideen ausgetauscht, wie das Vereinsleben in dieser schweren Zeit fortgeführt werden kann. Die Tendenz war ähnlich, erläutert Gramlich: Es wird wohl allgemein Absagen geben, manche eher früher als später.

Sollte sich kurzfristig die Corona-Lage ändern, dann überlegen die Aschbacher Fastnachter, was sie noch anstelle der Sitzungen auf die Schnelle auf die Beine stellen könnten. Da in der Zwischenzeit  keine Proben stattfinden, geht es auch darum, „die Mitglieder bei der Stange zu halten“. Mit einem Video informierten die beiden die Aktiven deshalb über die Absage. „Es ist uns sehr schwer gefallen“, betont Sattler. Aber die Pandemie-Entwicklung ließ dem Verein zur jetzigen Zeit keinen anderen Ausweg.

Bei Rathaussturm und Straßenfastnacht sieht es anders aus. Hier ist die Vorbereitungszeit sehr kurz. „Keiner muss proben.“ Deshalb kann der Verein kurzfristig reagieren. Wobei Sattler aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage eher pessimistisch ist. Allerdings machte man sich schon Gedanken über ein mögliches Hygienekonzept. Wie es mit dem Kreisnarrentreffen aussieht, vermag er noch nicht zu sagen. Bisher gibt es aus Heppenheim keinen negativen Bescheid, so der Sitzungspräsident.

„Wir wollen früh in die Planungen 2022 gehen“, kündigte Sattler an angesichts der langen Vorlaufzeit an, damit es dann Weltklasse wird. Denn dann soll Corona-frei gefeiert werden, bis die Schwarte kracht. Und obwohl noch nicht der 11.11. ist, schließen die beiden ihre Videonachricht mit dem Schlachtruf „Aschbach Helau, Hussmouge Helau“.