Kulturdenkmal auf der Höhe wurde erneuert

Nach fast 40 Jahren war das Holzkreuz auf der Höhe am verlängerten Finkenbacher Weg  von Unter-Schönmattenwag kommend in die Jahre gekommen und drohte umzufallen. Schon zuvor war an dieser Stelle ein Gedenkkreuz zu finden, das an eine Überschwemmung im Tal durch einen Wolkenbruch 1845  erinnerte. Lange gab es – noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg – Gedenkprozessionen an diese Stelle.

Heinz Höfler und seine Frau Doris hatten sich spontan bereiterklärt, das Kulturdenkmal zu erneuern. Zusammen mit Landwirt Bernhard Jöst wurde das erneuerte Kreuz neben der Förster-Lampert-Hütte wieder aufgestellt – schöner und sicherer als vorher. Es hat nun nicht nur ein Kupferdach, sondern es wurde auch sein Standfuß verstärkt.

Mit Douglasien-Holz als Material, so hoffen Höfler und Jöst, wird das neue Holzkreuz nun wieder viele Jahrzehnte halten. Nur die Anbringung des Gedenkspruches steht noch aus. Gisela Ritter hat sich bereit erklärt, diesen zu erneuern. Bei der Aufstellaktion wurde ebenfalls ein schönes Holzscheit an die daneben befindliche „Förster-Lampert-Hütte“ angebracht. Das hat Helen Jöst in ihren Sommerferien als Brandarbeit mit einem Teil des „Schimmeldewoger Liedes“ sowie mit Bildern von Kirche und Kreuz verziert.

Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin dankte allen Akteuren, insbesondere Heinz Höfler, für die großartige Arbeit und das gespendete Material. An Helen Jöst richtete er Dankesworte für den schönen künstlerischen Beitrag. Alle Anwesenden wünschten sich, dass 2021 nach Ende der Corona-Pandemie wieder ein ökumenischer Gottesdienst am Kreuz auf der Höhe stattfinden kann. Den gab es letztmals bei der Tausendjahrfeier 2012 unter großer Beteiligung der Bevölkerung. Das „neue“ alte Kreuz auf der Höhe wäre ein würdiger Ort dafür.

Der Höhenweg zwischen Hirschhorn über Gras-Ellenbach bis zur Wegscheide, an dem auch das Kreuz liegt, ist eine geschichtsträchtige Strecke. Als es die Straßen im Tal (noch) nicht gab, verlief hier die Poststrecke. Weiter südlich steht von Hainbrunn kommend ein Bildstock, der an die Sage von der „Rockenmagd“ erinnert. Auch an der Wegkreuzung auf der Höhe zwischen Finkenbach und Unter-Schönmattenwag soll ein Bildstock mit dem gekreuzigten Heiland gestanden haben, ist in der Wiedergabe der Sage in der „Dorflinde“ durch Jakob Haas nachzulesen.

Die lautet: „Eine junge Dienstmagd aus Rothenberg besuchte gern alle Spinnstuben weit und breit. So ging sie auch eines Tages den über zwei Stunden weiten, fast immer durch einsamen Wald führenden Weg nach Unter-Schönmattenwag und wanderte spät abends diesen wieder zurück. Anderntags fand man sie oben auf der Höhe mit nach rückwärts gedrehtem Gesicht tot am Wege liegen. Man sagt, der Teufel habe ihr, nachdem sie ihm gefügig gewesen sei, den Kopf herum gedreht.“                            tom