Mittel der modernen Brandbekämpfung

Die Wärmebildkamera kam für die Feuerwehr Wald-Michelbach gerade zum richtigen Zeitpunkt. „Unsere ist vor einiger Zeit kaputtgegangen“, freute sich Wehrführer Peter Capuani über den Ersatz in Form einer Spende durch die Sparkassen-Versicherung (SV). Er nahm diese in Anwesenheit von Tobias Johann und Bürgermeister Dr. Sascha Weber seitens der Gemeinde von Michael Schneider entgegen. Der war mit seinen Kollegen Marcus Braun und Frank Richter in die Überwald-Gemeinde gekommen.

Die SV, betonte Schneider, fördert seit vielen Jahren die Feuerwehren. Schutz und Rettung von Menschenleben stehen bei beiden Organisationen im Fokus, hob er hervor. Natürlich geht es auch um die Gebäuderettung und die Verhütung von Schäden. Jubiläumsprämien, Zuschüsse zu Brandschutzkoffern und vor allen innovative Feuerwehrausrüstung wurden in den vergangenen Jahren gefördert, erläuterte der Sparkassenmann.

Die Spende einer Wärmekamera ist laut Capuani quasi eine „Win-win-Situation“. Die Feuerwehr kann damit Brandherde und Glutnester lokalisieren, ohne gleich das Dach einreißen zu müssen. Was wiederum der Versicherung zugutekommt, die dann möglicherweise einen geringeren Schaden begleichen muss. Ganz davon abgesehen, dass Menschenleben gerettet werden.

Viele Einsatzabteilungen der Feuerwehren verfügen noch nicht über eine Wärmebildkamera, so Schneider. Bei der SV versicherte Kommunen können nun eine im Wert von 1600 Euro kostenfrei erhalten. Dieses Programm wird noch einige Zeit fortgesetzt. Damit, führte er aus, wird die Einsatzfähigkeit der Wehr gestärkt und der kommunale Haushalt entlastet.

Der Sparkassen-Vertreter bezeichnete solche Geräte als „Mittel der modernen Brandbekämpfung bei Gebäudebränden“. Ihr Einsatz ermögliche es, einen Brandherd zu lokalisieren und effektiv zu bekämpfen. Damit lassen sich außerdem Brand- und Löschwasserschaden reduzieren. Außerdem, betonte Schneider, „kann man die Kamera auch gezielt zur Personensuche und -rettung einsetzen“. Denn sie wandelt die Infrarotstrahlung, die von einer Wärmequelle ausgeht, in ein für Menschen sichtbares Bild um.

Deshalb kann es sein, erklärte er, dass man mit bloßem Auge in einem verrauchten Raum nichts erkennen kann, aber mit der Wärmebildkamera mehr und besser sieht. Somit können vermisste Personen schneller gerettet werden. Bei Lagebeurteilung, Gefahrguteinsätzen oder bei der Personensuche nach Verkehrsunfällen ist sie ein wichtiges Hilfsmittel.

Capuani bezeichnete das Gerät als sehr gute Ergänzung bei Einsätzen. Es kommt auf den Einsatzleitwagen, erläuterte er. Dort war die andere, kaputt gegangene Kamera auch untergebracht. Aktuell, sagte er, ist die Wald-Michelbacher Wehr gut ausgestattet. Eigentlich hätte man gern in diesem Jahr den Gerätewagen Gefahrgut ausgetauscht, da das bisherige Gefährt ein halbes Jahrhundert alt wird. Erst einmal ist aber jetzt die durch die Behörden geforderte Drehleiter dran.

Gemeinden mit Gebäuden von über acht Metern Brüstungshöhe müssen eine haben, so Capuani. In Wald-Michelbach gibt es diese, aber keine Drehleiter. Von Mörlenbach oder Oberzent dauert es zu lange, bis das Fahrzeug im Überwald ist. Denn für solche Fälle gilt eine Hilfsfrist von zehn Minuten. Innerhalb dieser Zeit muss die Leiter am jeweiligen Ort sein.

Eine Drohne wäre „nice to have“, schmunzelte der Wehrführer, aber eben ein besonderes Schmankerl. Sie könnte bei Waldbränden einen Blick von oben eröffnen. Da allerdings die Feuerwehr Geräte braucht, die auch bei schlechtem Wetter Bilder liefern, wäre das benötigte Equipment teurer als die handelsüblichen Waren. „Was wir haben müssen, haben wir auch“, machte er klar, dass derzeit keine Lücke in der Ausrüstung besteht.

Der Feuerwehrmann lobte die Kreativität der Sparkassenversicherung, wenn es um notwendige Anschaffungen geht. Vor Jahren gab es schon einmal ein Strahlrohr. Außerdem spendete die SV sechs Rauchvorhänge. „Sehr sinnvoll“, so Capuani, denn diese verhindern, dass Rauch in andere Gebäude eindringt und damit dort auch Schaden entsteht. „Die machen sich wirklich Gedanken, was geeignet ist“, freute er sich. Natürlich auch vor dem Hintergrund, das Schadensausmaß zu verringern und somit als Versicherer geringe Summen regulieren zu müssen.