Kunsthandwerkermarkt findet nicht statt

Der diesjährige „Kunst.Hand.Werk.Markt“ auf der Tromm kann leider nicht stattfinden, bedauert Helena Clemens-Kohrt zutiefst. Die Goldschmiedin mit ihrem Atelier auf dem Höhenzug ist nicht nur die Veranstalterin, sie öffnete am ersten August-Sonntag auch immer selbst ihre Räume. Allerdings dieses Jahr nicht am 2. August. 25 Austeller hatte Clemens-Kohrt wieder für die Veranstaltung zusammengetrommelt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreute.

Aufgrund der vielen Auflagen „können wir dieses Jahr den Aufwand nicht stemmen“, erläutert sie. Es würde für sie sehr schwierig, die Hygiene- und Abstandsregeln zu garantieren und die Menschen ständig zu überwachen, dass Abstände und anderes mehr eingehalten werden. Dazu kommen noch die Bestimmungen für die sanitären Einrichtungen, die in dieser Form nicht verwirklichen lassen.

Für viele Menschen im Odenwald und Umgebung ist der Markt mittlerweile ja ein feststehender Begriff, weiß die Kunsthandwerkerin. Die Leute kamen weit über die Odenwälder Grenzen hinaus auf die Tromm, hat sie festgestellt. „Es war eine tolle Werbung für das Odenwälder Kunsthandwerk, aber auch die Möglichkeit, gut zu verkaufen.“ Die Absage ist für sie und all die ausstellenden Kunsthandwerker, die hauptsächlich aus dem hiesigen Raum kommen, „ein herber Einschnitt“.

Denn viele Kunsthandwerker, ist ihr bewusst, leben von diesen Märkten, leben davon, dass sie gesehen werden und dass die Leute spontan auf die Idee kommen, mal etwas zu kaufen – auch wenn sie es eigentlich nicht vorhatten, schmunzelt Clemens-Kohrt. „Ich habe das große Glück, einen Laden und mein Atelier auf der Tromm zu haben“, erzählt sie. Interessierte können hier Termine vereinbaren und vorbeikommen.

Doch wenn man vom Verkauf auf Märkten abhängig ist, ist die aktuelle Situation existenzbedrohend, hat sie aus Rückmeldungen der Kollegen erfahren. Denn denen ist quasi eine komplette Saison weggebrochen. Einige haben die staatlichen Zuschüsse beantragt und erhalten – aber diese gelten nur für drei Monate. Jedoch sind Großveranstaltungen bis mindestens Ende August abgesagt. „Das Geld ist irgendwann weg – und wie geht es dann weiter“, stehen die künstlerisch Tätigen vor dem Nichts.

Clemens-Kohrt hofft nicht nur darauf, dass die Veranstaltung kommendes Jahr wieder wie gewohnt stattfinden kann. Sie hofft auch, dass es ihre bisherigen Aussteller und Kollegen finanziell durch 2020 schaffen und dann wieder dabei sind. Zum neunten Mal wäre der Kunsthandwerkermarkt am 2. August über die Bühne gegangen. Regelmäßig füllt sich dann der Höhenrücken mit vielen Menschen, wenn es rund um das Goldschmiede-Atelier schönes Kunsthandwerkliches und kulinarische Genüsse gibt.