Museumsverein plant neue Schutzhütte

Aus zwei mach‘ eins: Vor zwei Jahren kamen die ersten Ideen auf, wie die alte, offene Schutzhütte am Bergwerk Grube Ludwig und die kleine Materialhütte unter einem größeren Dach vereint werden könnten. Die alte Hütte ist schon länger baufällig, schildert Gundolf Reh vom Museums- und Kulturverein Wald-Michelbach den Stand der Dinge. Eigentlich wollten die Vereinsmitglieder für einen Neubau selbst mit anpacken, aber durch Corona ist das Arbeiten in großen Gruppen nicht möglich.

„Bedingt durch die Ereignisse können wir unser Projekt nicht selbst ausführen“, erklärt der Vorsitzende. Dem Verein fehlt die Möglichkeit, in ehrenamtlicher Arbeit zusammenzukommen. „Wir vermuten, dass das auch das nächste halbe Jahr so sein wird“, rechnet er mit einer längeren Dauer. Um trotzdem voranzukommen, überlegt man, das aktuelle Landesförderprogramm zur Vereinsunterstützung in Corona-Zeiten mit einer Summe von bis zu 10.000 Euro in Anspruch zu nehmen.

Hintergedanke ist, die neue Schutzhütte professionell durch einen Zimmerer-Betrieb aus Aschbach erstellen zu lassen. Am 7. Mai gibt es Reh zufolge einen ersten Gesprächstermin, um über die Ausführung und die Kosten zu sprechen – „dann werde ich einen Antrag stellen“. Ob die 10.000 Euro  reichen werden, weiß er noch nicht. „Wir brauchen die Hütte unbedingt“, macht Reh deutlich. Ohne die Hilfe einer Fachfirma hat er Bedenken, ob es sonst dieses Jahr mit der Errichtung noch hinhauen würde.

Denn der Verein ist schon in Vorleistung gegangen und hat sich das Eichen-Gebälk einer alten Scheune aus der Hartenroder Straße gesichert. Das will man dann auf die geplante Schutzhütte mit einem Grundriss von vier mal acht Metern aufbringen. Die historischen Stämme sind optimal geeignet, um sie an dieser Stelle wiederzuverwenden. Gundolf Reh sicherte sich gleich auch die dazugehörigen Biberschwanzziegel.

Mit Hilfe des Bauhofs wurde das Gebälk bereits ans Bergwerk gebracht und dort auf Holzböcken geschützt zwischengelagert. Das längste Stück davon ist acht Meter lang. Beim Abriss, erklärt Reh, kennzeichnete er die Balken, damit sie am neuen Ort wieder richtig zusammengefügt werden können. Da am Gebälk noch ein paar Arbeiten gemacht werden müssten, wäre es auch aus diesem Grund sinnvoll, wenn ein Fachmann mit im Boot ist.

Die Hütte soll aber nicht nur einen Schutzcharakter haben, sondern ebenfalls das Material beherbergen. Außerdem können sich die Vereinsmitglieder dort für die Führungen umziehen, es könnte Schutzkleidung für die Besucher gelagert werden. Dazu kommen Informationstafeln. Ein weiterer Aspekt: Sie könnte als Unterstand für die Besucher dienen, wenn diese bei schlechtem Wetter oder starker Sonneneinstrahlung auf die Führung im Bergwerksmuseum warten.

Der Abriss der kleinen Materialhütte hätte dem Vorsitzenden zufolge einen weiteren positiven Effekt. Dann wäre der Blick vom Vorplatz frei das Tal hoch und auf den Bergwerksbrunnen mit seiner Sitzbank. „Das würde alles offener machen“, erläutert Reh. Die Optik würde sich erweitern. Nicht zu vergessen die dann größere Hütte, erstellt aus historischen Materialien.

Am Bergwerk selbst gibt es immer was zu tun. Steiger Lothar Reinhard will demnächst nachschauen, ob irgendwo Nässe und Schlamm reingekommen sind. Denn in den vergangenen zwei Jahren war dies öfters der Fall. „Wir haben bestimmt 50 Schubkarren rausgefahren“, erzählt Reh. Inzwischen wurden viele Stellen abgedichtet. „Eine Verbauung muss ich noch überprüfen.“

Die Grube Ludwig ist das arbeitsintensivste Projekt des Überwälder Museums- und Kulturvereins. „150 Stunden im Jahr sind da gar nichts“, sagt der Vorsitzende. 2019 wurde mit Hilfe des Geoparks und des Bauhofs die Außenanlage erneuert sowie die vorherige Holz- und Erdtreppe durch Betonstufen und ein gesichertes Geländer ersetzt. Außerdem gab es Absturzsicherungen mit Edelstahlseilen. Das Interesse am Bergwerk nahm in den vergangenen Jahren ständig zu, freut er sich. „Eine Hütte wäre eine weitere Bereicherung“, denkt Reh in die Zukunft.          tom

 

Info: Die Blütezeit des Überwälder Bergbaus war von 1895 bis 1912. Ein Jahrhundert später, 1994, wurde die Genehmigung für den Besucherstollen erteilt. Rund 5500 Arbeitsstunden investierten die Bergwerksfreunde des Museums- und Kulturvereins, um den ehemaligen Bergbaustollen von dem Schutt und Schlamm zu befreien, der aus den ehemaligen Abbau-Schächten eingedrungen war.        Mehr zum Grube Ludwig hier: http://www.ueberwaldmuseum.de/grube-ludwig/