Geschichte, Geologie und Natur

In Coronazeiten treibt’s die Leute an die frische Luft, hat Geopark-vor-Ort-Begleiter Theo Reichert beobachtet. Deshalb erneuerte er in und um Aschbach etliche Wegweiser und brachte den Audioguide auf dessen 4,6 Kilometer langen Strecke auf den aktuellen Stand. Auf dem Bahnweg zwischen Wald-Michelbach und Affolterbach wurden bei der Stromtrassen-Verlegung vor einiger Zeit etliche Schilder abgebaut, erläutert er. Auch denen widmete er sich.

Reichert investierte zwei Tage Arbeit in sein 40 Stück umfassendes Schildbürgerwerk. Teilweise stellte der Geopark neue Beschilderungen zur Verfügung, teilweise konnten alte, abgebaute wiederverwendet werden. Die ebenfalls hier verlaufende Mountainbike-Strecke und die barrierefreien Wege wurden ebenfalls wieder oder neu kennzeichnet.

Der Geopark-vor-Ort-Begleiter kümmerte sich dabei um die touristischen Schilder, die Gemeinde war für die verkehrlichen zuständig, damit der sogenannte Freizeitweg wieder erkennbar ist. Reichert transportierte das Equipment auf seinem Fahrrad mit Anhänger durch den Überwald – auch abseits der asphaltierten Ortslagen.

Die Audioguide-Tour startet oberhalb des Wiesentals am Aschbacher Geopark-Infozentrum. Im Wiesental trifft der Sandstein auf den unterhalb liegenden Granit. Die beiden Gesteinsarten werden auch im Infozentrum selbst ausführlich erläutert. Der Rundkurs führt im Uhrzeigersinn zum früheren  Industriezentrum in Unter-Aschbach, wo mit Wasserkraft Mühlen, Sägegatter und der „Aschbacher Hammer“ betrieben wurden.

Auf einem Abschnitt der ehemaligen Überwaldbahn geht es vorbei am „Wormser Steinbruch“ zur Heckenmühle mit ihrem Wasserrad und der modernen Energieerzeugung. An der Steinhecke gibt es einen Blick in den ehemaligen Steinbruch und Eindrücke der Steinhauer-Arbeit. Hoch geht’s zum  Meisenberg, wo sich noch Reste eines Sandsteinbruchs befinden. Ein idyllischer Waldweg führt zurück zum Infozentrum. Für und an 36 Stationen sind per QR-Code zwei bis drei Minuten lange Audiodateien abrufbar, die sich Geschichte, Geologie und Natur widmen.

Reichert weist auf die gestiegene Nachfrage nach Freizeitaktivitäten in der näheren Umgebung hin. „Was kann ich mit den Kindern machen“, wurde von den Bürgern an ihn in Zeiten der Kontaktsperre herangetragen. Für den 63-Jährigen bietet sich die knapp fünf Kilometer lange Strecke an. „Die ist ideal“, betont Reichert. „Man kann allein oder mit der Familie wandern, bekommt was erzählt und braucht keine Begleitung“, führt er aus.

Ihn freut es, dass die Leute wieder mehr rausgehen und sich auf die Natur rückbesinnen – auch wenn das Ganze einen ernsten Hintergrund hat. Leider, so hat Reichert beobachtet, „sind manchmal auch Deppen unterwegs“, die Müll in die Landschaft schmeißen. Die sollen das doch lassen, bittet er. Mit seinem Einsatz „leistet er einen wichtigen Beitrag, dass Wanderer die Angebote des Audioguides vor Ort erreichen und digital abrufen können“, freut sich Sebastian Schröder von der Zukunftsoffensive Überwald (ZKÜ), die die touristischen Aktivitäten in der Region koordiniert.                       tom

Mehr zum Audioguide unter: http://www.geo-naturpark.net/deutsch/service/audiofuehrer/audioguide-aschbach/

 

Theo Reichert (63) wohnt schon seit gesamtes Leben in Wald-Michelbach, wenn man die ersten sechs Monate in Koblenz abzieht. Der Natur hat er sich bereits seit frühester Jugend verschrieben. Jahrzehntelang engagiert sich Reichert bereits im Museums- und Kulturverein, ist seit 2008 beim Geopark Bergstraße-Odenwald aktiv, führt seit 2013 Nachtwächter-Touren durch.

Der alte Wormser Steinbruch im Ulfenbachtal bei Aschbach, ebenfalls Teil der Audioguide-Tour, ist für Theo Reichert ein besonderes Naturdenkmal. Denn dort wurde in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (rosa)roter Granit abgebaut, den es sonst im Odenwald kaum gibt. Er ist beeindruckt davon, wie sich dort die Natur den aufgelassenen Steinbruch Stück für Stück zurückerobert.