Überwälder Museumsverein macht Wellen

Was macht der Museumsverein in der Corona-Zeit? „Er macht Wellen“, meint Vorsitzender Gundolf Reh schmunzelt. Als Welle bezeichnet man Reisigbündel. „Wir haben uns den Baumrückschnitt unseres Nachbarn bringen lassen“, erzählt er. Einfach vier Stecken in den Boden, drei Hanfschnüre auf den Boden gelegt und den Reisig geschnitten. Wenn das „Gestell“ voll ist, stellt an sich mittendrauf und bindet die Schnüre, schildert er das Vorgehen.

Da der heimische Ofen 160 Zentimeter tief ist und die Ofentür etwa 20 Zentimeter hoch, ist das Maß damit festgelegt. „Reisig war früher schon das billigste Brennmaterial“, sagt Reh. Der Vorteil: Es brennt sehr schnell und gibt sofort Glut zum Anheizen oder Zwischenheizen. Natürlich muss es mindestens zwei Jahre trocken lagern.

Es ist in alten Pachtverträgen aus dem späten 18. Jahrhundert mit Bäckern für ein Gemeindebackhaus festgelegt, wie das  Backen von mitgebrachten Kuchen zu bezahlen ist, weiß der Vereinschef: für einen einfachen Kuchen eine Welle, für einen Hochzeitskuchen mit Blech zwei Wellen. Der Bäcker wurde also mit Brennmaterial bezahlt, mit dem er sein Brot backen und verkaufen konnte. Leider wird es bis auf weiteres keine Backtage des Museumsvereins geben, bedauert Reh. „Aber wir sind vorbereitet“, betont er.