Wie man im eigenen Haus Stürze vermeiden kann

Sturzprophylaxe ist im Alter das A und O. Der VdK-Ortsverband Schönmattenwag hatte als Referentin zu seinem Kaffee-Nachmittag eine Fachfrau eingeladen: Uta Brand von PauLa, der psychosozialen Fachkraft auf dem Land. Vorsitzende Renate Lautenschläger freute sich, dazu im katholischen Pfarrheim an die 40 Gäste begrüßen zu dürfen. Neben der Vorstellung ihrer Arbeit gab Brand auch ganz praktische Tipps fürs tägliche Leben.

Die Referentin animierte die Besucher, sie zu diesen und weiteren Themen gerne auch direkt und persönlich anzusprechen. Brand wies darauf hin, dass sie der Schweigepflicht unterliegt und somit alles, was an sie herangetragen wird, vertraulich bleibt. Sie nannte daneben auch die verschiedenen sozialen Dienste im Überwald als Ansprechpartner. So referiert sie in Kürze bei der AWO in Wald-Michelbach und betonte, dass dieser Vortrag für alle offen ist. „Man muss dazu kein Mitglied sein.“

Es geht laut Brand darum, die Sturzrisiken im eigenen Umfeld zu erkennen. Das kann der Teppich im Wohnzimmer sein oder das fehlende Nachtlicht im Schlafzimmer. „Die Sinne lassen im Alter nach“, betonte die Referentin. Man wird langsamer und sollte sich das rechtzeitig ins Gedächtnis rufen. Sichere Bewegungen sollen gewährleistet und gezielt gefördert werden. Brand nutzte das gemeinsame Kaffeetrinken dann für ein paar persönliche Gespräche.

Danach waren die praktischen Übungen dran. Als Aufwärmtraining gab es Bewegung auf dem Stuhl, dann wurde das Aufstehen geübt. Die Füße sollten ältere Menschen nicht parallel stellen, empfahl die PauLa-Mitarbeiterin. Bei weniger Kraft ist es besser, wenn sie versetzt angeordnet sind. Auch die Hände kann man zu Hilfe nehmen, wenn es einem schwerer fällt hochzukommen.

Aber ebenso die entgegengesetzte Bewegung will sorgsam ausgeführt sein: „Schauen Sie, dass sie sich dort hinsetzen, wo der Stuhl steht“, mahnte sie. Sie erwähnte die altersspezifischen Veränderungen des Skelettsystems und der Sinne. Feste, geschlossene Schuhe sind ratsam. Dazu kommt das seelische Befinden. Traurigkeit, Depression, Sturzangst nannte die Vortragende.

Ganz wichtig laut Brand: immer in Bewegung bleiben und nicht einrosten. Koordination, Kraft, Gleichgewicht, Dehnung, Entspannung sind hier wesentliche Punkte. Senioren müssten sich darüber im Klaren sein, dass sie eine langsamere Reaktionszeit haben. Die Referentin hob hervor, dass sich Übungen auch im Sitzen absolvieren lassen. Das Ganze ist ihren Worten nach „kein Wettbewerb“. Jeder solle es so machen, wie er kann. Brand regte an, die Verbesserung der Wahrnehmung zu trainieren und Freude an der Bewegung zu haben.

Uta Brand hatte diverses Infomaterial im Gepäck. Etwa mit dem Titel „Gleichgewicht Kraft“ die „Einführung in die Sturzprävention“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die verschiedene Tipps und Hilfen bereithält. Im zweiten Teil gibt es Trainingsanleitungen und Illustrationen. Das Ziel: fit und beweglich im Alter zu sein. Denn: „Alles, was ich nicht benutze, geht verloren.“ Die Schriften können Interessierte bei Renate Lautenschläger erhalten.

„Bewegung aktiv“ nennt sich die Kartensammlung mit 25 Übungen, eine Aktivitätssteigerung zur alltäglichen Anwendung. Die Ähnlichkeit mit einer Medikamentenschachtel ist sicher gewollt. Das „Alltagstrainingsprogramm“ bringt Bewegung ins Leben. Brand hatte außerdem eine Checkliste für die eigene Wohnung im Gepäck, um diese risikofrei zu machen.

Unter anderem geht es um vorhandene Schwellen, ausreichende Türbreiten, Treppen mit rutschhemmendem Belag, Handläufen innen und außen, hörbarer Türglocke oder gut erreichbarem Telefon. Sie wies darauf hin, sich auf eine Tätigkeit zu fokussieren und nicht multitasking sein zu wollen: „Stop walking while talking“, bleib stehen beim Reden. PauLa bietet daneben ein Schulungsprogramm zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Senioren und Hochbetagten an, informierte Brand.                     tom

 

 

 

Info: Anmeldungen für den Tages- und Mehrtagesausflug des VdK Schönmattenwag sind jetzt möglich. Der Tagesausflug führt am Donnerstag, 14. Mai, nach Haibach zu den Adlerwerken. Bei Lohr gibt es eine Schifffahrt auf dem Main. Die Fünftagesfahrt geht vom 6. bis 10. September nach Aurich in Ostfriesland. Ein Ausflug zur Meyer-Werft in Papenburg, eine Ostfrieslandrundfahrt und eine Tour nach Wilhelmshaven sind geplant. Anmeldungen nimmt Renate Lautenschläger, Telefon 06207/81466, E-Mail renate.lautenschlaeger@vdk.de, entgegen. Mehr unter www.vdk.de/ov-schoenmattenwag. Dort gibt es auch Bilder vom Kaffeenachmittag.