Reichhaltiges Angebot beim Wintermarkt

Besser hätte das Wetter beim zehnten Wintermarkt nicht sein können. Als am Sonntag gegen Mittag die Sonne rauskam und die Temperaturen auf angenehme sieben Grad kletterten, wurde es rund ums Rathaus so richtig voll. Dann noch die Darbietung des Crescendo-Chors der Waldeslust: Die Gäste drängten sich um die Buden von Vereinen und Ausstellern auf dem Rathaus- und Poschdaddl-Platz.

Ein großes, liebevoll zusammengestelltes Angebot an Waren aller Couleur sowie zahlreiche Spezialitäten fürs leibliche Wohl zogen an. Die meisten Standbetreiber zeigten sich zum Abschluss zufrieden mit der Resonanz und dem Andrang. Die Entscheidung aus 2018, den nahegelegenen Poschaddl-Platz wieder miteinzubeziehen, war goldrichtig. Hier war neben dem Kinderkarussell auch die „Gastro-Meile“ der örtlichen Vereine aufgebaut, die keine Wünsche übrig ließ. Motorsportvereinigung, Fußballer und Kerwejugend standen Gewehr bei Fuß.

Es gab einige feste Hütten, die leihweise von Wald-Michelbach zur Verfügung gestellt wurden, und darüber hinaus Aussteller mit eigenen Ständen. Seifen aus dem Mossautal, selbst Gehäkeltes, Schmuck oder Drechselwaren gab es zu erstehen. Der Wintermarkt „in der Saure-Gurken-Zeit“ zieht Besucher auch von weiter her an. Groß-Gerau oder Dieburg lauteten unter anderem die Adressen.

Am Stand des Vereins Imasgo gab es etliche Dinge aus dem gleichnamigen westafrikanischen Ort in Burkina Faso. Darunter wieder besondere Bronzeplastiken von Patrice Balma, die dieser mit einem Container Richtung Europa schickte. „Da sind große Sachen dabei, die wir sonst nicht transportieren könnten“, erläuterte Martine Rüdinger. Leider sei der Bronzepreis in der vergangenen Zeit gestiegen.

Um Bücher drehte es sich im Eingangsbereich des Rathauses. Annette Bach bot mit Gisela Dörr gespendete Exemplare an gegen einen freiwilligen Obolus an. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Sterntaler in Mannheim. „Seit 2011 wurden dadurch schon viele tausend Euro gespendet“, zeigte sich Bach erfreut über den bisherigen Erlös. Aus der Bevölkerung kommt nach wie vor Nachschub.

Wärmendes für kalte Tage mit vielen Prozenten empfahl Johannes Gehrig. Die „Nacht über Xanten“ entführt in die Heimat der Burgunder, die die heimischen Wälder unsicher machten. Der Likör aus Holunderbeeren und Portugieser-Rotwein war ebenso eine Leckerei wie die „Alte Zwetschge“, eine besondere Abfüllung in nur 28 Flaschen. Hinter dem Birnenbrand der „Gräfin von Paris“ verbirgt sich Obst von der Klinger Höhe.

Wollig-mollig warm wurde es den Besuchern am Stand von Jutta Weber. Die Kocherbacherin strickt das ganze Jahr über, was das Zeug hält. Selbstgemachte Mützen, Schals oder Handschuhe, dazu für die Küche Topflappen: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Weber ist mit nur einem Aussetzer seit Anfang an beim Wintermarkt dabei.

Glücksbringer, Engelsrufer oder einfach auch „Engel-to-go“ hatte Bettina Wagner aus Fürth mitgebracht. Die Herstellung ist ein Hobby, „das sehr viel Spaß macht“, betonte sie. Bei den Besuchern stoßen die Angebote immer auf viel Interesse, weshalb Wagner auch viel zu erklären hatte. „Das sieht man nicht überall“, weiß die Fürtherin.

Drechsler Lukas Bette aus Mörlenbach war das zweite Mal in Hammelbach dabei. Heimische Hölzer wie Kirschbaum, Eiche oder Weide sowie Bergsträßer Mirabelle verwendet er für seine Schüsseln oder Behältnisse. Teilweise schlägt er die Bäume sogar selbst ein. „Ostern kommt schneller als man denkt“, lacht er mit Blick auf die ausgestellten Osterhasen. Der Drechsler fertig neben Rosen, Flaschenöffnern oder Tierfiguren auch formschöne Reagenzglashalter.

Die evangelische Kirchengemeinde setzt sich auf dem Wintermarkt für die Tafel Weschnitztal-Überwald in Rimbach ein. Während die Konfirmanden Waffeln und Kaffee verkaufen, ist der Kirchenvorstand für den Kuchen zuständig. Dazu gibt es das Schätzspiel, wie viel Besteck im Pfarrhaus vorhanden ist. Das liegt nebenan in einer großen Tüte. Bei Pfarrer Stefan Ningel bleibt somit am Wochenende die Küche kalt….

Die vielfältigen Angebote sorgten für ein abwechslungsreiches Ortsfest. Dazu trugen auch in diesem Jahr Vereine, Bürger, Schulen, Kirchen und Gewerbetreibende bei, die zusammen mit der Gemeindeverwaltung wieder ein umfangreiches Programm aufgestellt hatten. Der Posaunenchor trat auf, abends führte Nachtwächter Theo Reichert Interessierte durch den Ort, später zeigte Feuerkünstler Jeremy seine Künste.